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10.06.2021 13:27    |    rogertennis2    |    Kommentare (0)

10.06.2021

 

Winterkorn's Macht wurde ihm 2007 zum Verhängnis.

 

Winterkorns Aufstieg zur Macht war im VW-Konzern sehr rasant. Sein Steigbügelhalter und Gönner war jahrelang Ferdinand Piech. Als ich auf der VW-Hauptversammlung am 5.5.2015 Winterkorn, Vorständen und Aufsichtsräten in meiner 17-minütigen Rede angriff, bereits jahrelang meine Erfindung in allen Konzernfahrzeugen entgegen dem Arbeitnehmererfindungsgesetz wirtschaftlich sehr erfolgreich, ohne die gesetzliche Erfindervergütung zu zahlen, zu nutzen, konnte ich leider 4 Monate vorher nicht ahnen, mit was für Verbrechern ich es im Konzern zu tun hatte. Nachdem Piech spät erkannte, mit Pischetsrieder eine teure Niete als VW-Vorsitzenden gezogen zu haben, setzte er 2007 Winterkorn als Konzernlenker beim Aufsichtsrat durch. Mit ihm wollte er das bis dahin vernachlässigte US-Geschäft neu beleben. Beiden erschien dafür die Entwicklung eines neuen sauberen Dieselmotors mit äußerst geringen NOX-und CO2-Werten sehr Erfolg versprechend. Beide wussten als Motorexperten nur zu gut, dass das nur mit dem teureren SCR-Ad-Blue-Verfahren umzusetzen wäre. Weil das aber den Gewinn des Konzerns gefährdet hätte, wurde schnell der Bosch-Vorschlag aufgegriffen, die Grenzwerte nur mit billiger Motorsteuer-Software, die unauffällig tief unten im Motor versteckt ist, das Abgasproblem unauffällig zu lösen. Und wie beabsichtigt taten sich amerikanische Experten über Monate schwer, die VW-Lösung der geringen NOX-Werte auf Prüfständen zu enttarnen. Piech und Winterkorn wurden sogar mit Preisen für den weltweit saubersten Dieselmotor auf Automessen ausgezeichnet. Bis die Amerikaner 2013/14 anfingen, VW's auch auf der Straße zu testen. Und siehe da, diese Werte überstiegen weit die Laborwerte. Von den Umweltbehörden wurde die VW-Führung über Monate dringendst um Erklärung gebeten. Von Wolfsburg kamen nur Sprüche, wie:..ihr messt nicht richtig; ...ihr seid zu dämlich zum Messen usw. Als die Amerikaner aber Ende August 2015 den Betrug entdeckten und den Verkauf von VW's in USA stoppen wollten, gab die VW-Spitze endlich den Betrug am 3.9.2015 den US-Behörden zu. Bis dahin waren schon über 12 Mio. VW's mit Betrugsmotoren und mit kriminell erschlichenen Typgenehmigungen verkauft. Bis heute verhinderte der Aufsichtsratsvorsitzende Pötsch die Anfangs versprochene Aufklärung und den gerichtlich bestellten Sonderermittler. Im April 2015 ließ Piech für alle überraschend Winterkorn wegen der Betrugsvorwürfe aus USA fallen, um selbst nicht in das Verbrechen an den Menschen und an dem Klima hineingezogen zu werden. Bisher wurden nur 2 VW-Mitarbeiter zu langjährigen Haftstrafen und hohen Geldstrafen in USA verurteilt. Gegen Winterkorn und 6 andere Top-Manager wurden vom FBI weltweite Haftbefehle ausgestellt. Durch die Nähe der deutschen Justiz und Politikern zum Konzern läuft die Aufarbeitung sehr schleppend. Der Strafprozess gegen Rupert Stadler ist in München im Gange. Winterkorn erwartet seinen Strafprozess mit 134 Verhandlungstagen wegen bandenmäßigen Verbrechens am 20.9.2021. Pötsch und Diess durften sich wegen ihrer angeklagten Marktmanipulation mit 10,5 Millionen € (bezahlt von VW) freikaufen. Gegen Winterkorn läuft eine erneute Anklage in Berlin wegen Falschaussage vorm Untersuchungsausschuss des Bundestages. Dreist behauptet er als studierter Physiker heute, wie viele seiner damaligen Vorstände auch, entgegen einschlägiger Beweise, von alledem nichts gewusst zu haben. Bernd Gottweis war als Feuerwehrmann für kostspielige Schadensfälle lange ein sehr Vertrauter von Winterkorn. Auch hier hatte er lange vor der öffentlichen Betrugsoffenbarung Winterkorn u. a. davor gewarnt, was auf den Konzern beim Abgasbetrug zukommen könnte, wenn nicht schnell gehandelt würde. Die heutige Schutzbehauptung der VW-Rechtsverdreher im Musteranlegerprozess, VW konnte mit der Betrugsentdeckung nicht rechnen, ist hanebüchen. Ebenso die VW-Rechtfertigung, dass VW diesen kriminellen Betrug hätte außergerichtlich mit geringen Strafzahlungen hätte bereinigen können. Die VW-Rechtsverdreher sind sich heute noch nicht darüber im Klaren, dass es so ein dreistes kriminelles Verbrechen über Jahre auch weltweit noch nie gegeben hat. Ausdruck dafür sind auch die äußerst geringen Schadenersatzforderungen des Konzerns von Winterkorn und den anderen Beschuldigten mit kleinen Millionen-Beträgen trotz der nach Aktienrecht von ihnen vorsätzlich fahrlässig begangenen Pflichtverletzungen. Über Jahre wird der VW-Konzern mit heutiger Führung noch zu den kriminellsten Unternehmen der weltweiten Wirtschaftsgeschichte gehören.

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