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26.09.2020 17:20    |    rogertennis2    |    Kommentare (2)

26.09.2020

 

VW-Verbrechensaufklärung: Jahrelange gerichtliche Prozessflut gegen VW-Manager mit drohenden hohen Geld- und Haftstrafen

 

Statt gute und preiswerte Autos zu bauen, muss sich die jetzige VW-Führung auch noch die nächsten Jahre überwiegend mit Gerichtsprozessen beschäftigen. Rechtzeitig zur 5. VW-Hauptversammlung am 30.9.20 haben endlich die zuständigen Gerichte nach monatelangen Prüfungen wegen höchstmöglicher Verurteilungswahrscheinlichkeit der Angeklagten die Hauptverfahren gegen zahlreiche VW-, Audi– und Porsche- Manager zugelassen. Die kriminellen Anklagepunkte des Abgasverbrechens reichen von Marktmanipulation, schwerem bandenmäßigem jahrelangem Betrug, unlauterem Wettbewerb, irreführender Werbung, schwerer Steuerhinterziehung, Untreue, Anstiftung zur Vernichtung von Beweismitteln, Beeinflussung von Zeugen und wegen Falschangaben erschlichener Typprüfbescheinigungen. Allen Angeklagten drohen lange Gefängnis- und hohe Geldstrafen. Zeitnah zur Hauptversammlung beginnt in München der Strafprozess gegen den früheren VW-Konzernvorstand und Audi-Chef Rupert Stadler mit weiteren 3 Audi-Managern. Das Gericht rechnet hier aufgrund umfangreicher Beweismittel erst Ende 2021 mit einem Urteil. Der Prozess findet wegen des großen öffentlichen Interesses und der Teilnahme vieler internationaler Medien im Hochsicherheitsgefängnis Stadelheim statt. Dieser Sicherheitssaal bewährte sich bereits bei großen Kriminalfällen und Terroristen. Während die der Marktmanipulation angeklagten Pötsch und Diess sich für 10,5 Mio. € bereits vom Knast freikaufen konnten, wurde jetzt auch das Hauptverfahren gegen den früheren VW-Chef Winterkorn wegen Marktmanipulation zusätzlich zu den anderen Anklagepunkten gerichtlich zugelassen. Die Verhandlungstermine werden am 6.10.20 bekannt gegeben. Schon werden bei Winterkorn, wie bei Verbrechern so üblich, neben großen Gedächtnislücken weitere Gesundheitsprobleme angemeldet, die das Verfahren verzögern könnten. Nach der Beweislage soll Winterkorn bereits Anfang 2015 durch den damaligen VW-Konzernqualitätschef Frank Tuch und den „Feuerwehrmann“ Bernd Gottweis, ein Winterkornvertrauter für sehr risikobehaftete Fälle, über den Betrug mit großer finanzieller Tragweite informiert worden sein. Daraufhin hätte Winterkorn mit seinem Finanzvorstand Pötsch die nach dem WpHG verbindliche Ad Hoc-Meldung veröffentlichen müssen. Weil das unterblieb verloren Investoren und Aktionäre durch den dramatischen Aktienkurssturz über 9 Milliarden € an Verlusten. Um für den Schaden nicht gerade stehen zu müssen, übertrug Winterkorn noch vor dem Auffliegen des Verbrechens seiner Frau einen großen Teil seines Vermögens durch Gründung von 2 Immobilienfirmen. Ein pos. Ausgang der Kläger des z. Zt. laufenden Musterverfahrens in Braunschweig gegen VW auf Schadenersatz ist somit wahrscheinlicher geworden. In einem weiteren gerichtlich zugelassenen Verfahren werden Personalvorstände beschuldigt, Betriebsräten zu hohe Gehälter genehmigt zu haben. Selbst der Betriebsrat Osterloh und sein damaliger Mitarbeiter Kilian sollen in der Entlohnungskommission für Betriebsräte in eigener Sache mitgestimmt haben. Der frühere Bandarbeiter Osterloh soll hier für sich das Vergleichsgehalt eines VW-Bereichsleiters durchgesetzt haben, obwohl nach dem BVG Betriebsratstätigkeit aus gutem Grund ehrenamtlich erfolgen muss. Er wird sich deshalb in einem eigenen Verfahren verteidigen müssen. Durch alle diese strafbaren Dinge und den Vertrauensverlust ihrer Arbeitgeber VW, Audi, Porsche arbeiten die Mitarbeiter, von denen viele auch noch um ihren Job fürchten müssen, verständlicherweise nur mit halber Kraft. Ihre Zukunft im Konzern ist so unsicher wie noch nie in den letzten 70 Jahren der VW-Geschichte. Wie lange werden die Mehrheitseigner noch an den Straftätern im Unternehmen festhalten und dem schlechten Image Vorschub leisten??? Auf nächster virtuellen HV werden Pötsch und Diess alles wieder bestens darstellen, so dass die Entlastungen von Vorstand und Aufsichtsrat mit > 90 % wie bisher gesichert sind. Kleinaktionäre haben durch das VW-Gesetz ja nichts zu melden.

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26.09.2020 17:30    |    dettilein123

Die autobude platt machen.. Alle Vorstände 20 Jahre knast


27.09.2020 15:34    |    nsa_lopez

Das Geschäftsmodell der Volkswagen Bank, der profitabelsten Bank Deutschlands, sollte mal genauer durchleuchtet werden, gerade weil sich diese Institution seit Jahren den internationalen Aufsichtsbehörden entzieht...

https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2016211001

 

..und sich von der EZB nicht in die Karten schauen lässt:

https://de.reuters.com/article/ezb-bankenaufsicht-idDEKBN1ZR0MA


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