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17.05.2020 09:55    |    rogertennis2    |    Kommentare (3)

17.05.2020

 

VW-Konzernführung kriegt nichts mehr auf die Reihe

 

Seit der Markteinführung des Käfernachfolgers „Golf“ im Jahr 1974 feierte er jährlich neue Verkaufsrekorde. Er wurde für den Konzern das Brot und Butter-Auto. Vergessen sind heute die Entwicklungs-Teams, die den Golf zu dem machten, was er bis vor ein paar Jahren noch war. Zuverlässig, langlebig, wartungsarm, sicher und allseits beliebt. Die Kunden rissen ihn nur so von den Bändern. Obwohl der Golf 8 heute das 5-6-fache kostet, häufen sich die Probleme im Felde bei den Kunden. Mal sind es unzumutbare Fahrgeräusche, mal Montagefehler, mal Liegenbleiber und Fahrzeugbrände durch elektrische Fehlfunktionen. Dabei bezahlt der Konzern mit die höchsten Löhne, Gehälter mit Boni`s und leistet sich neben 9 Vorständen noch einen Wasserkopf von 18.000 höchstbezahlten Führungskräften in oberer Hierarchie-Ebene mit jährlichen Einkommen pro Kopf ab 250.000 € plus Boni. Alles wurde durch den jahrelangen Erfolg des Golfs ermöglicht. Sogar hunderte von freigestellten Betriebsräten partizipierten z. T. mit 500-950.000 € jährlichem Gehalt davon. Gesetze spielen bei Vorständen und Aufsichträten keine Rolle. Denn nach dem Betriebsverfassungsgesetz ist Betriebsratstätigkeit ein Ehrenamt und darf nicht extra belohnt werden. Als sich mit dem Betriebsrat zu streiten, ist es einfacher, ihn einfach zu kaufen. Die ganzen Jahre bis 2005 drang davon nichts an die Öffentlichkeit. Dann machte die Prostituiertensause mit Vorstand und Betriebsräten Schlagzeilen. Betriebsratsvorsitzender Volkert u. a. erhielten heimlich hohe illegale Sonderboni`s und wurden mit dem Vorstand zu hohen Geld- und Haftstrafen verurteilt. Von da an ging es mit dem Golf abwärts. Eine Rückholaktion jagte die Nächste. Eine dramatische Wende nahm das Bekannt werden des Abgasverbrechens am 18.09.2015. Bei über 2 Mio. VW-Dieselmotoren wurden Kunden, die ein klimafreundliches Auto kaufen wollten, dreist betrogen. Betriebsgenehmigungen wurden durch falsche Angaben erschlichen. Besonders hinterhältig war Audi-Chef Stadler, der sogar danach noch tausende Betrugsautos verkauft haben soll. Mit dem Golf in 8ter Generation bahnte sich eine Katastrophe an. Zwei mal musste der „Start of Production“ (SOP) verschoben werden. Die Präsentation in der Autostadt war die Schlechteste bisher, die es je gab. Händler warteten händeringend auf Fahrzeuge. Nun wieder der Auslieferungsstopp wegen schwerer Softwareprobleme, mit denen VW bereits schon lange kämpfte. Bei den Kunden hatte die VW-Konzernführung schon längst das Vertrauen verloren. Dramatische Verkaufseinbrüche jetzt auch noch durch die Coronakrise. Statt sich intern um wirksame Kaufanreize zu bemühen, schreit die Konzernlenkung nach staatl. Unterstützung. Man kann jetzt, nach alledem was in den letzten 4 ½ Jahren passierte, den Eindruck gewinnen, dass Aufsichtsrat Pötsch und VW-Chef Diess durch ihre Untätigkeit und Nachlässigkeit mutwillig dem Konzern den Todesstoss versetzen wollen.

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17.05.2020 09:59    |    dettilein123

Sagte ich schon alles Verbrecher


17.05.2020 10:43    |    Daniela_Wolf

"(...)Bei den Kunden hatte die VW-Konzernführung schon längst das Vertrauen verloren."

> Wer wurde zur vertrauenswürdigsten Automarke gewählt? ;)

 

Außerdem schiebe ich hier mal einen kleinen Kompetenzcheck ein:

Ist der Golf für den Durschnittsverdiener in den letzten 30, 20 oder zehn Jahren am ehesten erschwinglich gewesen?


17.05.2020 15:13    |    Drahkke

Damit läßt sich doch nicht der Ruf nach staatlicher Unterstützung rechtfertigen.


Deine Antwort auf "VW-Konzernführung kriegt trotz Mio.-Gehälter nichts mehr auf die Reihe"

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