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09.02.2020 15:00    |    rogertennis2    |    Kommentare (7)

09.02.2020

 

Volkswagen entwickelt sich immer mehr weg vom Volk

 

Bis 1985 waren noch VW-Käfer ab Werk mit notwendigen Extras für 7.000 DM bzw. 3.500 € zu erwerben. Wichtige Extras damals, wie heizbare Heckscheibe, Breitreifen, Radio, rechter Außenspiegel, Kopfstützen, ggf. Sicherheitsgurte, Klimaanlage, Rammschutz, Front- und Heckscheibenwischer mit Intervallschaltung usw. mussten bei Bedarf zusätzlich bestellt werden. Für diesen Preis hatte man ein komplettes, zuverlässiges Auto mit geringen Wartungskosten um von nach A und B zu kommen oder auch mal in den Urlaub zu fahren. Auch beim Wiederverkauf konnte man als Werksangehöriger nach 1-2 Jahren noch bis 15 % Gewinn vom Kaufpreis machen. Mit dem Golf 1975 stiegen die Preise kräftig an. Die Golf-Preise begannen bei 10.000 DM bzw. 5.000 € und stiegen bis heute um das 5-fache auf über 25.000 €. Darüber hinaus wird den Kunden heute für viel Schnickschnack Geld aus der Tasche gezogen. Bei bestimmten Modellen sind bereits Ausstattungspakete enthalten, die der Kunde nicht haben will, aber dennoch teuer bezahlen muss. Diese Verkaufsstrategie hat sich vom Kunden wegentwickelt. Je teurer das Auto, desto höher die Rendite. Die Qualität blieb bei den fortlaufenden Produktionssteigerungen auf der Strecke. Eine kostenträchtige Rückholaktion mit Millionen Autos jagte in den vergangenen Jahren die nächste. Der Gipfel war das Abgasverbrechen an über 11 Mio. Fahrzeugen des VW-Konzerns, das mit über 40 Milliarden € den Konzern belastete und noch weiter viele Jahre andauern wird. Trotzdem werden weiter hohe Löhne, exorbitant hohe Vorstandsgehälter, Bonis und Ruhestandsgelder gezahlt, die auf die Preise aufgeschlagen werden. Diese Gelder müssen von tausenden Bandarbeitern durch schnellere Taktzeiten erst verdient werden. Viele VW-Kunden sind bereits wegen der kriminellen VW-Führung schon abgesprungen. Andere Autobauer bieten fast gleichwertige Fahrzeuge für die Hälfte an. Den Duster von Dacia mit auskömmlichen Extras gibt es bereits für unter 15.000 €. Bei der VW-E-Mobilität sieht es ähnlich aus. Weil der Betrieb des Smartphones vom Fahrer während der Fahrt verboten ist, machte VW jetzt die neue Fahrzeuggeneration selbst zum Smartphone auf Rädern. Völlig am Volk vorbei, nur um Gewinnmaximierung zu betreiben. Die dafür gebrauchten E-Equipments sind Cent-Artikel, die aber den Kunden teuer verkauft werden. Der jetzt im Sommer zum Verkauf stehende vollelektrische ID.3 fängt bei über 30.000 € an. VW-Aufsichtsratschef Pötsch prognostizierte, abgehoben vom Volk, bereits vor Monaten, dass sich bald Gering- und Mittelverdiener keinen VW mehr leisten können. Um bei der englischen VW-Dienstsprache zu bleiben, wäre heute statt "Volkswagen" die Bezeichnung „UCC“ wie „Upper Class Car“ zutreffender.

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09.02.2020 15:22    |    Drahkke

Dazu kommt, daß die Milliarden Euro, die bisher für das Diesel-Abenteuer verpraßt wurden, ja auch irgendwie erwirtschaftet werden müssen...


09.02.2020 15:39    |    dettilein123

Und wir lernen nichts dazu.. Wird weiter die überteuerten Autos von VW gekauft..


09.02.2020 15:41    |    Drahkke

Naja, ich und etliche andere Zeitgenossen haben schon die Konsequenzen aus dieser Entwicklung gezogen.


09.02.2020 18:31    |    Nicraplant

Naja zu den Zeiten des käfers lagen auch die Gehälter weiter unten (eben Inflation)

Und die Leute kaufen es nunmal....

 

(Ich habe auch nie verstanden das man Zuhause einen ikeasessel nutzt aber im Auto 800euro Ergonomiesitze ordert während man gerade Mal ne halbe Stunde Fährt....aber das ist ja nicht mein Problem)


10.02.2020 11:29    |    BenutznameSchonVergeben

Dein Ernst? Wenn mir zu Hause der Rücken weh tut vom Sitzen steh ich auf. Im Auto mach ich ich das wie?

Aber wenn du nur ne halbe Stunde fährst ist es tatsächlich egal, dann reichen auch die Sitze aus nem Dacia. Schon bei regelmäßigen Fahrten von 60-90min würde ich jedem zu vielfach verstellbaren Sitzen raten, am Besten mit AGR-Siegel. Probleme mit Wirbelsäule, Bandscheiben oder Hüfte sind kein Spaß.


10.02.2020 17:54    |    Nicraplant

Deswegen hatte ich die halbe Stunde erwähnt....


06.04.2020 22:29    |    SUV-Fahrer

Guten Abend!

 

Dem muss ich entschieden widersprechen. Tendenziell wurden Fahrzeuge in den vergangenen Jahren immer günstiger.

 

Um halbwegs ähnliche Produkte miteinander zu vergleichen:

 

Preis von 1995:

 

Lada Niva 1.7, 18.880 DM (9.612 EUR)

 

Im Jahr 2020: 11.990 EUR (jedoch mit serienmäßiger Mehrausstattung im Vgl. zu 1995: ABS mit BAS, elektr. FH vorne, Wegfahrsperre usw.)

 

Der Preis des Fahrzeugs ist also in 25 Jahren um knapp 24,74 % gestiegen. Die annualisierte „Inflationsrate Lada Niva" beträgt gerade einmal 0,9 %.

 

Durchschnittliche Inflationsrate in Deutschland von 1979 bis 2019: 2,2 % p.a.

 

Gruß,

SUV-Fahrer


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