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17.12.2020 16:35    |    rogertennis2    |    Kommentare (2)

17.12.2020

 

Trotz hoher staatl. Kaufprämien hat VW unseren Staat wieder betrogen!

 

Seit Jahrzehnten stellte der VW-Vorstand prominenten Bürgern, Betriebsräten, Gewerkschaftern, Medienvertretern, Journalisten, Professoren, Chefredakteuren, Sportvereinen und Filmemachern luxuriöse Fahrzeuge aus dem gesamten Fuhrpark des Konzerns zur Verfügung. Meistens kostenlos auch zur privaten Nutzung und auch gleich mit Tankkarten. Man konnte denen ja nicht zumuten, den Sprit, Kfz.-Steuer und Kfz.-Versicherung auch noch selbst zahlen zu müssen. Allerdings handelte es sich bei diesen um keine normalen Serienautos von den Bändern, sondern um welche, die in mühseliger wochenlanger Kleinarbeit von Grund auf extra sorgfältig aufgebaut wurden. Reibungsteile wurden extra „vergoldet“ und alle Knister, Knarz und Quietschgefahrenstellen durch zwischen kleben von Filz- oder Schaumstreifen beseitigt. So ein Auto konnte schon mal mehrere hunderttausend € kosten. Viele glaubten hinterm Kanal in Wolfsburg übers Wasser gehen zu können. Gesetze waren nur für andere da. Konzern-Vorstände machten sich eigene. Die Compliance-Regeln und der Corporate Governance-Kodex liegen heute noch in den Vorstandsschubläden. Sie selbst flogen mit eigener Airline in den Urlaub und zu weltweiten außerdienstlichen Events. Volkswagen stellte sich jahrelang als Riesenshow dar. Die Maxime von Martin Winterkorn war, gesehen und beachtet werden, wie viel es auch koste. Zu den Autopräsentationen an den schönsten Ecken dieser Welt wurden Herrschaaren von Journalisten geflogen und luxuriös über mehrere Tage versorgt. Denen durfte es an nichts fehlen. Zig. Millionen € und auch Escort-Damen wurden dafür bereitgestellt. Gleiche Prozedere auch an den Vorabenden der IAA in Frankfurt. Es wurden Weltstars für Konzerte auf das Werksgelände gekarrt und Politiker auch Mal zum Opernball nach Wien mit allem Drumherum auf Werkskosten geflogen. Im Sommer 2014 wurde auf VW-Einladung eine größere Gruppe von Auto- und Sportjournalisten zum Fußball-WM-Spiel nach Brasilien geflogen. Alle Kosten für 5*-Hotels, Flüge und Restaurantbesuche übernahm großzügig der Konzern. Das Verwerfliche daran ist, dass alle diese Ausgaben den VW-Kunden mit dem Kauf des Autos in Rechnung gestellt werden. Jedes Auto des VW-Konzerns könnte 2.890 € billiger sein. Niemand im Konzern machte sich über die steuerliche Behandlung dieser Wohltaten und über die Folgen von Steuerhinterziehungen Gedanken. Jetzt wird VW wieder zig. Millionen € an das Finanzamt nachzahlen müssen. Natürlich beeilte sich der VW-Sprecher zu betonen, was niemand mehr glaubt, VW hätte selbst angezeigt, diese Ausgaben „irrtümlich“ jahrzehntelang von der Steuer abgesetzt zu haben. Sollten es sich um Straftatbestände von VW-Beschäftigten handeln, muss die Staatsanwaltschaft von amtswegen Ermittlungen bei VW aufnehmen. Andererseits muss staatsanwaltschaftlich ebenfalls geprüft werden, ob auch alle Wohltatenempfänger die genutzten geldwerten Vorteile korrekt versteuert haben. Die Öffentlichkeit ist auf die Ermittlungsergebnisse sehr gespannt.

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18.12.2020 19:09    |    MannerSchlitten

Ich glaube Sie sehen hier den falschen zeitlichen Zusammenhang: Dieses Thema der falschen Versteuerung im Verleih von Autos an „VIPs“ ging von 2007 - 2015, dann fiel es - wie auch Dieselgate - den Behörden auf, es kam

zu einem Vorstandswechsel und durch (aufgezwungene) schärfere Compliance-Kontrollen hat man diesen Punkt hinterfragt und zur Selbstanzeige gebracht.

 

Wenn sie jedoch mit „staatlichen Kaufprämien“ die aktuellen Elektroauto-Prämien meinen, beziehen Sie Ereignisse von 2015 auf 2020.

 

Ich möchte VW an dieser Stelle nicht schützen und ich bin völlig bei Ihnen, dass es Auto-Konzerne in Deutschland mit der staatlichen Förderung (etwas zu) sehr sehr komfortabel haben. Aber es ist auch einer der stärksten Wirtschaftszweige Deutschlands.

 

Als ehemaliger externer Berater in der Entwicklung (auch bei VW) kann ich Ihnen sagen: Manche sehen bei sich bis heute keine Schuld, aber die Kontrollen sind strenger geworden und sind vor allem jüngeren Mitarbeiter bewusster.

 

Ich halte hohen stetigen Druck durch immer strengere Emissionsvorgaben hier für enorm wichtig - die Förderung sollte nicht mehr deutlich verlängert werden.

 

Quelle:

https://www.businessinsider.de/.../?...


01.01.2021 11:35    |    Torgauer

Staatliche Kaufprämie ? Dies ist eine verdeckte Subventionierung von VW! Von einer Prämie hätte der Käufer etwas. Hier aber wandert sie über völlig überteuerte Autos, die ohne Prämie vermutlich unverkäuflich wären, in die Taschen von VW.

Warum geht man denn überhaupt erst den Umweg über den Käufer? Sie sollten die sogenannte "Prämie" gleich pro produziertem Auto direkt an VW überweisen.


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