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30.03.2020 11:45    |    rogertennis2    |    Kommentare (7)

30.03.2020

 

Hohe Gefährdung durch Brandgefahr bei E-Autos in Tiefgaragen

 

Autobauer produzierten und verkauften schon hunderttausende E-Fahrzeuge ohne auf die besonderen Gefahren der Batterien hinzuweisen. Es ist haarsträubend, dass jetzt erst die erhöhte Brandgefahr in der Öffentlichkeit diskutiert wird.  Kritisch als Brandentstehung sind die 600 - 800 Volt-Lithium-Ionen Batterien beim nächtlichen Ladevorgang in Tiefgaragen. Es kann doch nicht sein, dass die gesamte stat. Bausubstanz eines Hauses durch den Brand ruiniert wird, wenn das brennende Fahrzeug nicht aus der Tiefgarage zum Löschen geholt werden kann. Auch hier hat die Bundesregierung, die Versicherungswirtschaft und die EU mit der Erlassung entsprechender Richtlinien vollkommen geschlafen. Fakt ist, dass sich in der Regel derartige Batteriebrände erst nach Eintauchen des ganzen Fahrzeugs in einen Wassercontainer über 24 Std. löschen lassen. Abgesehen noch von den für Menschen dabei entstehenden hochgiftigen Gasen. Der Vergleich mit einem Verbrennerauto hinkt total. Die Batterie eines E-Autos muss min. 24 Std. mit Wasser gekühlt werden, da die einzelnen Batterie-Zellen vorher immer wieder aufflammen können. Die Feuerwehren sind von der Automobilwirtschaft und den Kommunen fahrlässig auf Brände mit E-Autos bisher nicht ausreichend vorbereitet worden.

Am 30.3.20 sind morgens in Kirchweyhe 4 E-Transporter von DHL in Brand geraten, die an Ladestationen angeschlossen waren. Die Löscharbeiten gestalteten sich durch die Feuerwehr, wie vorstehend schon beschrieben, extrem schwierig und zeitaufwendig. Um die Besitzer von E-Autos nicht zu erschrecken, wurde natürlich erst wieder Brandstiftung vermutet. Die Wahrheit werden wir wohl nicht erfahren.

 

 

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30.03.2020 19:11    |    Drahkke

Gibt es dazu Gefährdungsanalysen mit belastbaren Zahlen?


30.03.2020 23:36    |    tazio1935

Zitat:

Der Vergleich mit einem Verbrennerauto hinkt total.

Man kann sich durchlesen, was Karl-Heinz Knorr dazu sagt. Er ist Diplom-Physiker, Leitender Branddirektor der Feuerwehr Bremen und Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbands:

 

Zitat:

Herr Knorr, brennende Elektroautos sorgen für Schlagzeilen, wie gefährlich ist so ein Brand tatsächlich?

 

Karl-Heinz Knorr: Nicht gefährlicher als der Brand eines "normalen" Pkw. Denn in einem Elektroauto ist nicht mehr Energie gespeichert als im vollen Tank eines Verbrenners. Diese Fahrzeuge brennen aber anders. Wenn bei einem Verbrenner der Tank aufreißt, erstickt man den Brand mit Löschschaum. Bei einem Elektroauto entsteht die thermische Energie aber nicht an der Oberfläche, sondern im Inneren des Akkus. Hier besteht die Gefahr eines sogenannten "Thermal Runaway", bei dem der Brand von einer Zelle auf die nächste überspringt. Dann führt, wie bei einem Feuer in einer Reihenhaussiedlung ohne Brandwände, ein Brand zum Brand der gesamten Reihe. So ein Batteriebrand ist natürlich mit Hitze und Feuer verbunden, aber bei 50 Litern Benzin ist das auch der Fall.

[...]

SPIEGEL: Selbst wenn morgen alle Menschen in Deutschland ein Elektroauto fahren, stiege also nicht die Brandgefahr?

 

Knorr: Nein, dass ein Auto im Betrieb in Brand gerät, ist bei der Elektrotechnologie nicht wahrscheinlicher als bei einem Verbrenner-Pkw. Man vergisst das gerne, aber bereits 50 Milliliter Benzin brennen extrem heiß und lange, und in einem Tank stecken meist 50 bis 80 Liter - direkt unter der Rückbank. Würde man diese Technologie heute neu einführen, hätte man eine riesige Sicherheitsdiskussion. Wir sind aber seit 70 Jahren an diese Kraftstoffe gewohnt und trauen dem Laien sogar zu, sie an der Tankstelle selbst einzufüllen. Damit fahren wir alle durch die Gegend und haben überhaupt kein Problem damit.

Quelle: Interview bei spiegel.de

 

Jetzt muss man sich noch entscheiden, wer höchstwahrscheinlich mehr Ahnung von Brandrisiken und -bekämpfung hat, entweder "rogertennis2" oder der Herr Knorr.


31.03.2020 12:01    |    TITANMANFRED

In den USA führen die Behörden Statistiken über Fahrzeugbrände, mit dem Ergebniß, dass E-Autos um mindestens den Faktor 20 weniger oft in Brand geraten, als Verbrenner Fahrzeuge! Keine Tiefgarage in unserem Ort in dem nicht schon mindestens ein abgestellter Benziner oder Diesel Feuer gefangen hat, was zu schweren Schäden geführt hat und aktuell eine Tiefgarage komplett renoviert werden muss!

Siehe auch https://autorevue.at/ratgeber/statistik-brennen-elektroautos


31.03.2020 12:33    |    Superbernie1966

@tazio1935

 

nicht umsonst gibt es besondere Maßnahmen wenn ein Gebäude mit Solaranlage in Brand geraten ist.

Eine HV Batterie aus einem E-Auto oder Hybriden ist nur bedingt eigensicher. Ein Brand ist nur der äußere Anschein. Eine HV Batterie kann aufgrund zu großer Hitze sich selbst zerstören. Und das ist wie Raketentreibstoff. Mit Wasser/Schaum oder Inertgas nicht löschbar !

Nur durch entsprechende Kühlung kann ein Fortschreiten der Zersetzung anderer Einzelzellen verlangsamt werden.

 

Und das Beispiel mit dem Benzin oder Diesel Brand hinkt. Wenn man Benzin anzündet russt es sehr stark. Wenn 900°C "sehr heiß" ist - okay. In einem Brenner kommt man über 1200°C.

Und man kann selbst Benzin vergleichbar leicht löschen wenn man den Zutritt von Sauerstoff verhindert.

 

Eine durchgehende HV Batterie ist komplett anders.

 

Erschreckend ist wenn beim Laden die Karre anfängt zu brennen. Bei Modellakkus wie Lipo steht extra dabei, dass die Ladung nicht unbeaufsichtigt erfolgen darf. Es ist unrealistisch einem E-Auto beim Normalladen jedes mal zuzuschauen. Und im Gegensatz zu den Modellakkus kann man das nicht am Kabel durch das ( offene ) Fenster werfen.

Dass mit Benzin oder Diesel angetriebene Fahrzeuge sich im kalten, abgestellten Zustand sich selbst anzünden ist selten. Bei laufendem Motor kommt es häufiger vor.

 

Der TE weist auf ein Problem hin, ihn zu diskreditieren ist "un-nett".


31.03.2020 12:48    |    tazio1935

Zitat:

Der TE weist auf ein Problem hin, ihn zu diskreditieren ist "un-nett".

Der TE redet aus seiner Laien-Sichtweise etwas zum Problem hoch, ohne seine Quellen zu nennen. Schaut man sich an, was Fachleute zum Thema sagen, gibt es dieses Problem eines erhöhten Brandrisikos bei Elektroautos nicht. Oder wie sonst sind Ausführungen des Leitenden Branddirektors der Feuerwehr Bremen zu verstehen? Entschuldige bitte, wenn ich dem Mann etwas mehr Kompetenz zutraue als "rogertennis2" und Dir. Und was ich un-nett finde, ist unbegründete Panikmache und das Verbreiten von Fake-News.


31.03.2020 13:04    |    tazio1935

PDF-Anhang:

 

Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren

und des Deutschen Feuerwehrverbandes

.

"Risikoeinschätzung Lithium-Ionen Speichermedien"



31.03.2020 13:19    |    tazio1935

Als Ergänzung zum Feuerwehrverband hier noch, was der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mitteilt:

 

Zitat:

Fangen E-Autos nun tatsächlich häufiger Feuer? Nach Einschätzung der Autoexperten im Versicherungsverband GDV geht von Elektrofahrzeugen grundsätzlich keine höhere Brandgefahr aus als von Autos mit Verbrennungsmotoren.

[...]

Die Schadensverläufe des GDV zeigen, dass es bei Elektrofahrzeugen im Vergleich zu Fahrzeugen mit herkömmlichem Antrieb keine großen Unterschiede gibt. Bislang können die Kfz-Versicherer keine Auffälligkeiten wie beispielsweise häufige Batteriebrände statistisch feststellen.

(Quelle)


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