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07.10.2020 14:53    |    rogertennis2    |    Kommentare (2)

07.10.2020

 

Stadler-Prozess: Wie erwartet, alle Angeklagten fühlen sich unfair behandelt.

 

Der frühere Audi-Chef Stadler und Konzern-Konsorten kassierten jährlich zig. Millionen € an Gehältern plus Bonis plus Pensionsversorgungen, wollen aber heute, nachdem über 11 Millionen Kunden und Behörden dreist „beschissen“ wurden, dafür keine Verantwortung übernehmen. Die Entscheidungen für den Betrug sollen ausgerechnet bei der durch Piech/Winterkorn geschaffenen Angstkultur im Betrieb untere Hierarchien getroffen haben. Darüber schütteln alle Mitarbeiter der Konzern-Entwicklung nur den Kopf. Allen Konzernvorständen war die letzten Jahre bewusst, wie schwierig es ist, kostengünstig die sich über Jahre verschärfenden Grenzwerte von NOX und CO2 wegen der drohenden Klimaerwärmung einzuhalten. Sogar Winterkorn als damaligem Audi-Chef und studiertem Physiker waren die Schwierigkeiten bekannt. Wegen der dramatischen Verkaufseinbrüche in USA, dem zweitwichtigsten Markt des Konzerns, beschlossen 2006 die Konzernvorstände mit Ferdinand Piech als Aufsichtsratsvorsitzenden, speziell für den US-Markt einen neuen sauberen Dieselmotor zu entwickeln, weil Dieselmotoren in PKW bisher in USA nicht ankamen. Mit dem bisher beliebten, leistungsstarken und teuren Pumpe-Düse-Motor waren die Grenzwerte nicht zu erreichen. Als die Motorenentwickler merkten, dass auch bei dem neuen EA 189-Motor die Grenzwerte ohne größeren Kostenaufwand nicht zu erzielen waren, stellte die Fa. Bosch als Lieferant für Motorensteuerung eine Lösung vor, dieses Problem über die Software, aber nur für Testzwecke zu beheben. Diese illegale „Defeat Device“ wurde dann brutal im gesamten Konzern in Serie umgesetzt. Vorstände wurden danach auf US-Messen gelobt und erhielten Dieselehrungen mit „green Diesel“ und „car of the Year“. US-Experten rätselten Monate, wie Audi und VW das schaffen konnten. Sogar ein weißes Spitzentaschentuch blieb beim Anblasen vom Auspuff ohne Rußfärbung. Als 2014 erste Meldungen über Unregelmäßigkeiten aus USA Konzern-Vorstände in Wolfsburg und Ingolstadt erreichten, hieß es nur lapidar: „Ihr Amerikaner seid zu blöd zum Messen“. Zu dem Zeitpunkt hätte spätestens durch Konzernvorstände gehandelt werden müssen. Nur die hatten die Legitimation dazu. Das hätte dem Konzern statt 32 nur 1-2 Milliarden € gekostet. Stattdessen wurde versucht, den Betrug zu verfeinern, Behörden wurden weiter belogen und es wurden massiv Beweise vernichtet. Arrogante Vorstände, wie Winterkorn, Pötsch, Stadler und Hackenberg waren rechtzeitig vom Feuerwehrmann Bernd Gottweis, dem Mann für schwierige Probleme im Felde, über die hohen sich nachziehenden finanziellen Folgen für den Konzern gewarnt, handelten aber nicht. Heute, wo es ihnen mit Recht an den Kragen geht, fühlen sich alle unschuldig, unfair behandelt und haben als frühere Konzernlenker ohne Duldung von Widersprüchen, jetzt wo langjährige Haftstrafen drohen, riesige Erinnerungslücken. Einfach lächerlich, wie die Anwälte der Angeklagten jetzt im Prozess gegen alle Beschuldigten ihre Verteidigungsstrategie zur Schau stellen. Sicher auch eine Blaupause für den baldigen Prozess gegen Winterkorn in Braunschweig.

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07.10.2020 15:14    |    dettilein123

Die sollen alles zugeben.. Bleibt uns ein jahrelanger Prozess erspart. Steuergelder werden auch gespart.


07.10.2020 17:46    |    Biber20

Wer als Gesetzgeber Bestimmungen erlässt die nicht eingehalten werden können oder mehr Nachteilewert als Vorteilewert haben sollte angeklagt werden. Das kann oder wird hier der Fall sein.

Von diesem Grundsatz kann nur abgewichen werden wenn das Volk direkt entschieden hat.

Im Volksmund heißt das: Ein Problem gelöst und 1,5 Probleme gemacht (oder mehr).

Bei geschulten heißt das: Die Kosten Nutzen Analyse geht nicht auf. (Wobei das Ergebnis eindeutig sein muss)

Weiter: In einem Großbetrieb geht man nie zum Chef mit den Worten: "Es geht nicht".

Vor sehr vielen Jahren habe ich mein Automotor inkl. Abgas eingestellt und bin dann zur Werkstatt gefahren um ASU Plakette zu bekommen. Dann sagte der Mechaniker: Alles stimmt einwandfrei, nur wir müssen etwas wieder verstellen sonst wird das Auto nicht einwandfrei laufen.

Guten Morgen!


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