Prinzip Freude
Das Prinzip Freude kenne ich seit meiner Geburt, als ich in einem 1602 nach Hause gebracht wurde - bei meiner Tochter war es ein 325d Touring. BMW ist Teil unserer Familie und ich beobachte aufmerksam und kritisch, was es Neues gibt...
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Thu Sep 17 13:56:11 CEST 2009 |
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Dienstag, 15.09.2009 - ich habe die Gelegenheit die IAA 2009 direkt am 1. Pressetag zu besuchen. Alle zwei jahre wieder - ein aufregendes aber auch anstrengendes Ereignis. Schließlich gilt es einen tag lang auf den Beinen die weltgrößte Automobilmesse zu erobern.
Ich starte in Halle 11 - der neuen BMW-Halle. In den letzten Jahren hatte BMW den Messestand nicht mehr in einer Halle, sondern in einer eigens dafür konstruierten futuristisch anmutenden Zeltkonstuktion. Doch keiner dieser Entwürfe hat mich damals wirklich zugesagt. Irgendwie hatte ich immer den Eindruck, dass BMW das ganze Geld bereits in die Konstruktion der Außenhaut gesteckt hat, sodass es drinnen ziemlich spartanisch und vor allem eng zu ging. Ganz anders jetzt die Halle 11. Die BMW Group Halle.
Hier ist der Messestand super edel und architektonisch aufwändig. Die Besonderheit: BMW bietet als einziger Hersteller einen Rundkurs an, auf dem Fahrzeuge rund um den Messestand fahren können. Begleitet wird dies von aufwendigen Licht- und Soundeffekten sowie durch eine brilliante LED-Lichtwand und super-scharfe HD-Projektionen. Die Symbolik überzeugt: Dynamik und Effizienz - denn dank umweltschonender Antriebe (und ausgeklügelter Hallenblüftung) ist es BMW gestattet die Fahrzeuge auch wirklich fahren zu lassen.
- Das BMW Standkonzept erhält von mir 5/5 Sterne.
Ganz anders die Entwicklung von Mercedes-Benz. Die Stuttgarter sind traditionell in der alten Festhalle untergebracht. Doch wer erneut einen sensationellen Messestand erwartet, wird enttäuscht. Man merkt, dass Mercedes in diesem Jahr deutlich auf die Kostenbremse getreten ist. Während den Besucher in den Vorjahren auf einen äußerst aufwändigen Innenausbau der alten Festhalle mit mehreren Etage und endlosen Rolltreppen vertrauen konnten, wirkt der Stand im Jahr 2009 deutlich langweiliger. Im Prinzip gibt es nur noch einen tribühnenartigen Rundgang in der ersten Etage von dem man unten ins "Stadion" blicken kann. Die Sicht auf die kleine Bühne ist vom Parkett aus sehr schlecht. Noch vor zwei Jahren war hier Großzügigkeit und High-Tec angesagt; im Boden verliefen elektronisch angesteuerte Diodenstreifen und die Eröffnung verlief mit großer Show. In diesem Jahr jedoch: Langeweile. Auch die LED-Lichtwand war schlicht zu klein. Insgesamt enttäuscht Mercedes mit diesem vergleichsweise schmucklosen Stand - und letztlich auch durch das Fehlen von wirklich wichtigen Neuheiten (den SLS nehmen wir mal als Feigenblatt).
- Das Mercedes Standkonzept erhält von mir 2/5 Sterne.
Porsche tut sich in der Gestaltung des Messestände eigentlich nur deshalb schwer, weil man zwischen Hyundai und Fiat eingepfercht ist. Architektonisch ist der Stand wie in jedem Jahr attraktiv. Nur kommt die Gestaltung angesichts der Enge nicht so zur Geltung. Schade eigentlich. Mehr Raum um die Fahrzeuge herum täte der Präsentation gut - das merkt man z.B. auch am benachbarten Brabus-Stand. Vor allem jedoch wirkt die Gliederung der Fahrzeugklassen dadurch etwas zerrissen - die Übersicht leidet.
- Das Porsche Standkonzept erhält von mir 3/5 Sterne.
Volkswagen hat erneut eine komplette Messehalle für die Marken VW, Skoda, Seat und Audi in Beschlag genommen. Der Geminschaftsmessestand der wie die norddeutsche Tiefebene durch Halle 3 zieht, wirkt gestaltungstechnisch wie aus dem Jahr 2007 - Neues ist kaum auszumachen. Sympatisch ist aber die Weite und die die Ton-in-Ton Farbgebung in Weiß. Weiß ist übrigens die totale Trend-Farbe auf der IAA - nahezu alle neuen Modelle stehen in der schicken "Saubermann-Lackierung" parat.
Die Präsentation der Fahrzeug gelingt gut - auch wenn der Stand ansich keine Faszination ausstrahlt.
- Das Volkswagen Standkonzept erhält von mir 4/5 Sterne.
Fiat macht auf Kindergarten. Alfa macht Männer an. Diese stereotypen sind altbekannt und Alfa Romeo ja auch schon legendär für die attraktivsten Hostessen. Die Italiener spielen hier mit knallroten Autos und schwarzem Ambiente, was dank der Mädels auch durchaus verführerisch wirkt - mehr aber auch nicht. Gleiches bei Lancia: auch hier versuchen verführerische Mädchen das Haben-Wollen-Defizit der Autos auszugleichen. Fiat macht ein bisschen auf "Wolkenkuckucksheim" und "Kindergarten" - mich hat aber diese gezwungene "Niedlichkeit" nicht angesprochen.
- Die Italiener erhalten für ihren Messestand 2/5 Punkten.
Opel spart. Das sieht man dem Messestand an. In diesem Jahr gibts keinen Erlebnisparkours und kein Gras, keine Bäume, kein nix, kein gar nix. Grundsätzlich muss das nicht schlecht sein, denn der messestand besitzt Weite und genug Platz für die Präsentationen. Allerdings wirkt der neue Slogan "wir leben Autos" nicht so, als würde er sich im Messestandkonzept wiederfinden. Emotional war am Opel-Stand kaum etwas. Besonders schlecht: Die Akustik während der Pressekonferenz. Vom Cateringbereich war von der Pressekonferenz kaum etwas zu sehen oder zu hören. Andererseits wirkt das diesjährige Sparkonzept nicht billig oder gar misslungen, denn es symbolisiert die verantwortungsvolle Sparpolitik ohne dem Kunden jedoch zu signalisieren: Ihr seid uns nichts mehr wert. Deshalb...
... erhält das Opel Standkonzept 4/5 Punkte.
Lexus erhebt den Anspruch eine Premium-Marke zu sein. OK, die Autos auf dem Messestand waren fast alle weiß - und damit im Trend. Aber der Stand selber war im Prinzip nur eine nackte unnahbare billig wirkende Freifläche vor einer schwarzen Mauer. Exklusivität durch Weglassen - das kann Chanel. Bei Lexus jedoch wirkt das wie gewollt und nicht gekonnt.
- Deshalb nur 1/5 Punkte für Lexus.
Ford ist wie in den Vorjahren schlecht beraten sich auf eine 1. Etage abschieben zu lassen. Die Kölner wirken dabei, als würden sie schon in der 2. Bundesliga spielen. Auch wenn das Rolltreppenfahren unpraktisch ist - der Messestand ist praktisch und weitläufig wie eh und je. Aber auch gleichzeitig ziemlich schmuck- und emotionslos. So richtig lange möchte man es hier nicht aushalten, weil man den Eindruck hat, woanders mehr zu verpassen. Eine Bewertung fällt schwer, weil der Stand einerseits dem Image der Autos entspricht, andererseits aber kein wirklicher Publikumsmagnet ist.
- Deshalb 2/5 Punkte für den Ford-Messestand.