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ph1

Berichte rund um mein Erbstück aus Italien

29.09.2017 17:58    |    ph1    |    Kommentare (22)    |   Stichworte: 127, Fiat, Import, Italien, Zulassung

Nachdem alles fertiggestellt war ging es zur Nachprüfung zum TÜV. Eigentlich sollte alles glatt gehen aber man weiß ja nie.

 

Der Prüfer vom letzten Mal war auch da, aber heute wollte ein anderer. Nach einer kurzen Runde auf dem Gelände ging es in die Halle.

Die Bremsen waren vorne prima und hinten ok, da muss ich wohl noch an die Nachstellung ran, um etwas mehr Gleichmäßigkeit zu erzeugen. Die Warnblinkanlage kam gut an – wieder Erstaunen, dass diese in Italien nicht notwendig gewesen war. Erstaunlicherweise war meine Garagenwandeinstellung der Scheinwerfer genau passend.

 

Der Rest der Mängel war schnell abgehakt und die AU stand an. Das Gerät fand erst kein gutes Drehzahlsignal, nach einigem Umplatzieren des Sensors war dies geschafft und die Messung konnte beginnen. Der Vergaser war ziemlich fett eingestellt, so dass über 7% CO aus dem Auspuff kamen. Nach etwas Drehen an der Gemischschraube war auch das geschafft. Das Gerät warf den Grenzwert von 3% aus, in meinem schlauen Buch stand 4% +/- 1%. Den Vergaser muss ich wohl auch nochmal nachstellen.

 

Die Berichte wurden ausgedruckt und ich ging davon aus, dass der Zulassung nun hoffentlich nichts mehr im Weg stünde.

 

Nachdem ich nicht mehrmals zur Zulassungsstelle gehen wollte hatte ich mich vorher erkundigt, was ich denn so mitbringen müsste. Auf der Homepage war der Import eines Oldtimers nicht vorgesehen, also anrufen.

 

Am Telefon bekam ich freundlich Auskunft und dann noch eine Durchwahl zur zuständigen Person. Auch dort bekam ich telefonisch Auskunft, dass meine vorliegenden Unterlagen ausreichten. Mitbringen sollte ich:

  • italienische Papiere
  • italienische Kennzeichen
  • §21 Gutachten
  • SEPA-Mandat für die Kfz-Steuer
  • Elektronische Versicherungsbestätigungsnummer (eVB)

 

Wegen der Kennzeichen hatte ich mir vorher Gedanken gemacht, da ich mir nicht sicher war, wie ein Kennzeichen in Standardgröße (20×34 cm) aussehen würde. Das italienische war schmaler (20×28 cm). Nach einigen Beispielen aus dem Forum war ich aber beruhigt und auch einem 34er nicht ganz abgeneigt. Da das H-Kennzeichen noch nicht durch war, habe ich mich für eine Saisonzulassung von März bis November entschieden. Das ist steuermäßig sogar 20 € billiger als eine ganzjährige H-Zulassung.

 

Morgens früh bei der Zulassungsstelle war ich tatsächlich der Erste am Schalter für den Import. Leider stellte sich heraus, dass die FIN in meinem §21-Gutachten eine 9 zuviel enthielt. Nachdem die nette Dame von der Zulassungsstelle geprüft hatte, dass tatsächlich das Gutachten und nicht die italienischen Papiere falsch waren, ging es nochmal zum TÜV.

 

Dort bekam ich alle Papiere nochmal berichtigt. Alles ohne Probleme.

 

Nun muss Mensch auch noch arbeiten, also konnte ich erst wieder kurz vor Schließung der Zulassungsstelle dort hin und die korrigierten Papiere abgeben.

 

Es reichte gerade noch zum Schildermacher, der eigentlich schon zu hatte und wieder zurück zur Zulassungsstelle, die mich tatsächlich wieder rein ließen – 15 Minuten nach Schließung.

 

Ich bekam die Papiere mit Anmeldedatum 44 Jahre nach dem Datum der Erstzulassung. Also ist der kleine nun zum 44. Geburtstag immigriert, nachdem er den Einbürgerungstest ja mit Bravour gemeistert hatte. Einen Brief an die italienische Zulassungsstelle hatte ich auch noch bekommen – der geht erstmal per E-Mail an die Zulassungsstelle Latina. Wenn sie unbedingt möchten schicke ich ihn natürlich auch noch per Post.

 

Leider hatte es nicht gereicht, die Schilder zu lochen, also mussten sie erstmal mit Pflaster aus dem Verbandskasten befestigt werden.

 

Die italienischen Schilder wurden leider verschrottet – steht auch in dem Brief an die Italiener. Die Papiere kann ich mir hoffentlich in sechs Monaten abholen. Wenigstens die Zeichen „LT“ und „14“ konnte ich mir für das neue Kennzeichen erhalten.

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29.09.2017 19:45    |    PIPD black

Herzlichen Glückwunsch und gute Fahrt.:)

 

Kleiner Tip am Rande:

Schau dir nochmal deine Bilder an. Hast dir viel Mühe mit dem Unkenntlichmachen von Fahrgestellnummer und Kennzeichen gegeben.....aber schau mal auf den TÜV Bericht (eine 9 zuviel) und das Siegel auf dem Kennzeichen (Wieviele Kürzel hat Zulassungsbezirk).


29.09.2017 20:02    |    ph1

Danke für den Tipp - ich hab jetzt mal nachgebessert.


29.09.2017 22:25    |    notting

In https://data.motor-talk.de/.../img-6558-7803982619711024679.jpg würde in den unteren weißen Kasten noch etwas nach unten vergrößern, weil man über dem Datum noch ein paar Buchstaben lesen kann, die wohl zu einem Ortsnamen gehören, den man auch noch in einem anderen Bild klar lesen kann (Stichwort Bankverbindung).

 

notting


30.09.2017 16:29    |    St. Abilus

Glückwunsch zur Zulassung des Oldtimers und allzeit gute Fahrt.:) Alte Fiat sind in D (gefühlt) recht selten...


30.09.2017 22:37    |    motorina

Veerfolge deine Artikel mit dem 127er schon etwas länger - ein nettes Autochen.

Die Mutter eines Freundes hatte auch so einen Fiat, den ich öfters mal gefahren bin.

Leider habe ich vor ca. 15 Jahren mich nicht dazu entschliessen können, das Fahrzeug (mit wenigen km) zu übernehmen ... war mir etwas zu klein:(:rolleyes:. Heute bereue ich es ein bisschen...:rolleyes:

 

Jedenfalls Glückwunsch zur gelungenen "Einbürgerung"!;)

 

Was mich etwas verwundert ist die Rücksendung der Nummerschilder nach Italien. War der Fiat bis zuletzt noch in Italien zugelassen?

Bei uns läuft nämlich ein restaurierter Lancia (mit deutscher Zulassung), und auf Treffen steht dieser Italiener immer mit seinen früheren italienischen Kennzeichen auf dem Veranstaltungsgelände.


01.10.2017 08:33    |    St. Abilus

Mich wundert das als Hersteller in der Zulassungsbescheinigung "Deutsche Fiat" eingetragen ist. Oder wurden alle Fiat zu damaliger Zeit in D als "Deutsche Fiat" zugelassen, auch die Modelle die nicht durch "Deutsche Fiat" in Neckarsulm produziert wurden?


01.10.2017 09:22    |    ph1

Die Rücksendung bzw. Zerstörung der Nummernschilder wird damit begründet, dass man mit den Schildern jederzeit ein Fahrzeug gültig zulassen könnte. Die Siegel sind beim italienischen Kennzeichen ja direkt auf das Schild gedruckt und damit nicht ablösbar wie bei uns.

 

Wie der Mensch mit dem Lancia das geschafft hat, würde ich gerne wissen - ich konnte die Zulassungsstelle jedenfalls nicht überreden, mir die Schilder wieder zu geben.

 

Warum da "Deutsche Fiat" steht hat mich auch gewundert aber das kam mit meiner FIN beim Datenblattservice des TÜV raus.

Der 127 wurde jedenfalls nie in Lizenz von NSU in Heilbronn gebaut. Und 1973 wurde dort die Produktion ja auch schon eingestellt.


01.10.2017 09:44    |    max.tom

Herzlichen Glückwunsch zur Deutschen Zulassung :)

Vielleicht wurde er vor der Schliessug des NSU Werks noch dort gebaut ,oder mal im Werk selber anrufen und dort mal genauer recerschieren :)


01.10.2017 09:48    |    ph1

In Heilbronn wurde kein 127er gebaut. Und das Typenschild ist aus Turin. Das ist also ziemlich sicher.

 

Ich vermute, dass alle Import-Fiats von der deutschen Niederlassung homologisiert wurden und als „Deutsche Fiat“ verkauft wurden. Ich werde mich mal schlau machen.


01.10.2017 09:57    |    max.tom

01.10.2017 11:52    |    ph1

Ich hab jetzt mal nach der HSN 4001 geschaut - diese ist für alle Fiats egal ob definitiv in Heilbronn gebaut, wie die Typen "Neckar" und "Jagst" oder für die in Italien gebauten gleich.

Vermutlich wirft 4001 einfach "Deutsche Fiat" als Text aus.


01.10.2017 12:01    |    max.tom

Des wirds vermutlich sein:)


01.10.2017 12:45    |    St. Abilus

OK habe auch noch was gefunden... "Fiat" und "Deutsche Fiat" tragen zwar diesselbe HSN 4001, dann dürfte der 127 wohl bei der Zulassungsstelle falsch hinterlegt oder eingegeben worden sein.;)

 

https://www.gtue-oldtimerservice.de/automobil/datenblatt/?hersteller=DEUTSCHE+FIAT

 

[https://www.gtue-oldtimerservice.de/automobil/datenblatt/?hersteller=FIAT+%28I%29


01.10.2017 13:23    |    ph1

Ich hab inzwischen den Fehler gefunden. Der TÜV hat den Hersteller falsch vom Datenblatt in das §21-Gutachten übertragen. Im Datenblatt steht "Fiat (I)" im Gutachten "Deutsche Fiat".

 

Die Zulassungsstelle hat die Angaben aus dem Gutachten übernommen.


01.10.2017 13:34    |    max.tom

Ahh aber im Prinzip iss des aber kein Fehler wo Gravierend ist ..:)


01.10.2017 16:48    |    motorina

Zitat:

"... ich konnte die Zulassungsstelle jedenfalls nicht überreden, mir die Schilder wieder zu geben..."

 

ph1, ich werde da mal nachhaken, wie der Lancia-Besitzer das gemacht hatte; vielleicht treffe ich ihn in 14 Tagen bei dem letzten Treffen in unserer Region (ansonsten erst nächstes Jahr :rolleyes:).


01.10.2017 18:34    |    ph1

Das würde mich freuen, auch wenn es für meine Schilder zu spät ist. :(

Vielleicht finde ich ja jemanden, der mir für Veranstaltungen welche "fälscht".


01.10.2017 18:37    |    PIPD black

Ich wollte gerade sagen: „....vllt. sind das keine originalen aus Italien.“


01.10.2017 20:50    |    Lichtviech

Glückwunsch zur Zulassung des Autos - ich hätte die Zulassungsstelle wohl angezündet.

Allein die Begründung mit den Schildern zeugt nur von Dummheit par excellence.

Diese Nummernschilder sind auch in Italien schon seit Jahrzehnten nicht mehr für Neu-und Wiederzulassungen gültig - auch nehmen die Italiener diese Schilder nicht mehr zurück, hier im Süden sind die Zulassungsstellen anscheinend besser geschult.

 

Nun ja, trotzdem allzeit gute Fahrt mit dem Zwerg :)


03.10.2017 14:55    |    ElHeineken

Glückwunsch und Gratulation! Gerüchtehalber könnte es bei mir auch bald soweit sein, aber wie du schon schriebst .. "man weiß ja nie" :-)


03.10.2017 19:06    |    ph1

Danke. Und dann drück ich dir die Daumen, dass du fertig wirst.


01.10.2018 21:00    |    Trackback

Kommentiert auf: ph1:

 

Ich habe sie wieder: Die alten Fahrzeugpapiere

 

[...] von seiner Geschichte, mit handschriftlichen Eintragungen und den Revisione-Aufklebern (HU).

 

Bei der Zulassung musste ich die Papiere (bzw. den Teil, der dem Fahrzeugschein entspricht) abgeben. Den anderen Teil, [...]

 

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