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Berichte rund um mein Erbstück aus Italien

Sun Mar 18 14:10:04 CET 2018    |    ph1    |    Kommentare (12)    |   Stichworte: 127, Blutersatz, Fiat, MB10, Münchner, Rettungsbox

img-2851img-2851Im Kofferraum meines Oldies liegt schon seit ich mich erinnern kann diese Box.

 

Was es damit genau auf sich hat, war mir selbst nicht genau klar. Da mein Opa Arzt war, waren sämtliche Autos damit ausgerüstet – auch der kleine Fiat in Italien.Die Besonderheit als Abgrenzung zum normalen Verbandkasten ist wohl der auf der Box beschriebene „Blutersatz“.

Gleich aufgefallen sind mir die Cramer-Schienen, mit denen man Brüche ruhig stellen kann – die Vorgänger der Sam-Splints, die ich noch aus den Anfängen meiner Jugendrotkreuz-Zeit kenne.

 

img-2819img-2819Laut der innen gefundenen Inhaltsliste müsste im Original folgendes enthalten gewesen sein:

 

  • 500ml Blutersatzlösung MB10
  • 1 Cramer-Schiene mit Schaumstoffpolsterung
  • 2 Ampullen Novalgin
  • 1 Ampulle Novadral
  • 1 Ampulle Coramin
  • Alkoholtupfer, Verbandschere, Arterienabbinder, Jod-Tupfer
  • 1m Verbandmull, 3 Mullbinden, 1x5m Heftpflaster, Wundschnellverband
  • Injektionsspritze mit Nadel
  • Trinkflasche mit Haemostyptikum
  • Beatmungstubus
  • Unfallkarten

 

Interessanterweise war das Teil einfach so für jedermann frei verkäuflich. Die Medikamente sind nicht mehr vorhanden. Dafür befindet sich eine schwarze eingeschweißte Verpackung darin, die ich nicht öffnen möchte und deshalb auch nicht weiß was sie enthält – außerdem noch ein umwickeltes sterilisiertes Päckchen. Die Mullbinden und das Verbandpäckchen scheinen tatsächlich noch die originalen zu sein.

 

Es würde mich freuen, hier mehr Infos vor allem zu den zwei unbekannten Päckchen. bekommen – ich würde sie dann mit Quellenangabe gerne in meinem privaten Blog veröffentlichen. Auch was es mit dem ominösen MB10-Blutersatz auf sich hat wüsste ich gerne - War das einfache Ringer-Lösung oder etwas anderes?

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Sun Mar 18 16:29:53 CET 2018    |    St. Abilus

Interessant, was es so alles gab. Wenn man etwas googelt findet man auch was zu den Hintergründen und warum die Box für jedermann käuflich war. Google spuckt nur die Zusammensetzung von der Blutersatzlösung MB10N aus. Das im schwarzen Beutel ist wohl was original nicht in der Box war.;)


Sun Mar 18 16:42:46 CET 2018    |    ph1

Die Begründung wird direkt in der Broschüre zur Box geliefert. Leider war der Rettungsdienst damals nicht so flächendeckend ausgestattet wie heute.


Bild

Sun Mar 18 16:55:28 CET 2018    |    ElHeineken

Interessant dass im Brief auf einen Unfall am Schloss Solitude eingegangen wird. Dem Straßenverlaufs dort nach vermutlich an der Gerlinger Steige die links am Schloss vorbeiführt. Ansonsten kenne ich dort keine Kuppen.. die alte Rennstrecke hat auch Kuppen zu bieten ist aber einiges weg vom Schloss.


Sun Mar 18 19:44:13 CET 2018    |    Fordlover1975

Gab es auch mit der Aufschrift Arzt Gesucht die man neben das Warn Dreieck stellen konnte. Im Klima der Angst vor Aids in den 80er Jahren erfuhr die Münchener Rettungsbox einen Boom. sehr beliebt bei allen die aus immer welchen Gründen keine Blutübertragung wollten. Die Kochsalzlösung sollte den Volumenverlust ausgleichen. Ging auch mit Ringer Laktat Lösung. Der ADAC Hatte bis 60er / 70er Jahre noch Blutkonserven im Gelben Engel.


Sun Mar 18 20:40:40 CET 2018    |    ph1

Die Box selbst kann zum "Arzt gesucht"-Aufsteller umgerüstet werden. Also waren es NaCl-Infusionsmischungen? Mit der Bezeichnung MB10 kann ich nichts anfangen, ich kenne nur reine NaCl, Ringer und Jono.


Bild

Sun Mar 18 20:47:24 CET 2018    |    ElHeineken

Auf die Schnelle (aber vermutlich bist du da auch schon gelandet) habe ich das hier zu MB10N gefunden: https://myhealthbox.eu/.../321884


Sun Mar 18 20:55:09 CET 2018    |    ph1

Ja das hatte ich schon gefunden. Zu kaufen bekommt man das aber wohl nirgends mehr - wäre interessant warum.


Mon Mar 19 07:33:45 CET 2018    |    Slash74

Bei dem schwarzen Pack dürfte es sich um ein Verbandpäckchen handeln, wir haben beim DRK vor Unzeiten mal Bestände der Bundeswehr zu Übungszwecken bekommen, die sahen genauso aus lediglich die Farbe war olivgrün. Die waren ebenso eingeschweißt (fühlt sich die Oberfläche leicht gummiartig an?) damit sie Staub und Wasserdicht verpackt sind.


Mon Mar 19 14:13:58 CET 2018    |    Vritten

Exakt, das schwarze Päckchen sieht der Schrift nach zu urteilen nach Besitztümern des Vorbesitzers aus seiner Jugend aus, so in etwas wie das hier: http://www.sauer-militaria.de/images/DSC05561-001.JPG

 

Aber auch das andere Verbandpäckchen sieht nach Machart und Grammatik ("im Dampfe") eher nach 1935 als nach dem aufgedruckten 1985 aus. :D


Mon Mar 19 18:55:49 CET 2018    |    ph1

Ich hab jetzt auch ein Bisschen daran rumgeschoben. Es heißt tatsächlich "1935" und auf dem schwarzen steht in Frakturschrift "hier einreißen", so wie auf dem Verlinkten.

Nachdem mein Opa vor seiner Landarztzeit Sanitäts-Offizier war, ist die Herkunft dann auch ziemlich eindeutig. Danke für den Link.


Mon Mar 19 19:06:54 CET 2018    |    ElHeineken

Gute Detektivarbeit :)


Fri Apr 27 14:43:25 CEST 2018    |    deKoch

Die Binding Brauerei Frankfurt hatte in den 70iger alle Fahrzeuge ihrer Außendienstmitarbeiter damit ausgerüstet.

Mein Vater hatte auch so eine im Auto.


Deine Antwort auf "Die Münchner Rettungsbox - was ist das denn?"