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26.06.2013 21:46    |    peppar    |    Kommentare (33)    |   Stichworte: Aufbereitung, Plast X, Rotweiss Acryl- und Plexiglas, Scheinwerfer polieren, Scheinwerferpolitur

Einige kennen es...

 

Die eigenen Kunststoff-Scheinwerfer könnte man prima als Sichtschutz bezeichnen, aber die Preislisten für neue Originale treiben einem die Tränen in die Augen. Nachbauten klingen nach einem evtl. Glückspiel, was Ausleuchtung und Dichtigkeit betrifft, und das Auto hat vielleicht schon ein Alter erreicht, in dem es sich auch gut und gerne morgen verabschieden könnte - wenn auch überraschend. Andere müssen das Problem doch auch haben, also sucht man in Foren nach einer guten und günstigen Lösung. So flammt das Thema immer mal wieder auf und spätestens wenn das große Mysterium „Schutzlack“ die Bühne betritt, prasseln die Pro- und Contra-Argumente auf den Hilfesuchenden ein, wie die Steinschläge auf seinen Scheinwerfer... so zumindest des Öfteren mein Eindruck.

 

Ich habe hier ein Beispiel einer Scheinwerferaufbereitung mit der Fotokamera festgehalten. Vielleicht kann dies zumindest ein paar Unklarheiten beseitigen – wie an dem Beispielscheinwerfer selbst. ;)

 

Es handelt sich um den Scheinwerfer eines Passat 3BG, der auf den folgenden Bildern seinen Ausgangszustand verrät. Da die Gesamtaufnahme bei schattigem Tageslicht den Eindruck erweckt, es wäre mit ein bisschen Politurpaste erledigt, wurde mit einer Neonröhre (mittig) und alternativ der LED-Lenser P7 (rechts) der wahre Zustand herausgekitzelt.

 

 

Jaaa, ihr seht richtig ...keine nennenswerte Steinschläge! :D

 

Alles nur Patina und eigentlich nur eine Stelle, die etwas bedenklich wäre.

Sie befand sich im unteren Bereich und zeigte sich erst im Lichtkegel der P7, hier aber auch nur in einen ganz bestimmten Einfallswinkel. Es war nicht erkennbar, ob sich diese Haarrisse durch das ganze Material ziehen oder nur oberflächlich wären, also wäre das eben das gewisse Restrisiko.

 

600er und 800er Nassschleifpapier für das Grobe und als das Gröbste das ich hatte, nahmen zusammen mit den Körnungen 1000 bis 3000, in 500er Schritten, ein Wasserbad und durften erst mal gut durchweichen. Ich testete mit dem 1000er Papier an, wo ich ungefähr stehen würde und griff dann gleich zum 600er Papier, mit dem ich ein paar ordentliche Schrammen an der Oberseite anging. Dies aber nicht bis auf die letzte Kratzerspur, denn im nächsten Schritt folgte ja bereits das 800er Papier, das ebenfalls gut abtrug und nun auch über die gesamte Fläche eingesetzt wurde. Das arbeitete nach meinem Geschmack, weil es in erstaunlicher Weise bekannt gab, was unter ihm vor sich ging. Es brauchte immer einen ganz kurzen Moment bis es Grip hatte, um sich dann aber regelrecht festzubeißen. Mit einem eher scharfen Schleifgeräusch, bei einer fühlbar widerspenstigen Oberfläche, einer Übergangsphase und letztlich einem samtigen Schleifgeräusch, auf dann spürbar weicherem Untergrund endend - ohne dass das Papier aber abgenutzt gewesen wäre. Sehr schräg... mir bis dahin auch unbekannt, also lüpfte ich das Papier und : „Ahhhh... Schutzlack! Du warst das!“ Da wäre er also mal zu sehen...und wie schön! (Lasst euch bei dem Foto nicht von dem Farbstich ablenken, das lag an falschen Kameraeinstellungen.)

 

Ich kam in kleinen kreisenden Bewegungen von links, um auch den bereits vorhandenen Grip auszunutzen und „kreiselte“ mich langsam voran, wenn das Geräusch vom scharfen Klang in einen Übergang zum Samtigen hin wechselte. Weil sich das Nassschleifpapier immer irgendwelche Angriffspunkte suchte, um dann erst die volle Schleifwirkung zu entfalten, gab es diese lustigen, landkartenähnlichen Gebilde, wenn man in ein neues Gebiet (rechts) vordrang. So mancher alte Kratzer zeigt im mittleren Bereich des Fotos, dass er den Schutzlack komplett durchdrungen hatte. Bis alle „Landzungen“ und „Inseln“ abgetragen wären, wären auch diese Kratzer verschwunden oder zumindest nur noch so zart vorhanden, dass sie die nachfolgenden Körnung beseitigen würde. Ebenfalls gut zu sehen: die verschiedenen Schichten. Als hellste oder milchigste Schicht das freigelegte Polycarbonat, dann eine Linie die wohl dem Haftgrund zuzuschreiben ist und als dunkelste Linie der Schutzlack. Was an diese dunkle Line noch mal angrenzt, ist keine weitere Schicht. Es ist der Schutzlack, der beim ersten Kontakt mit dem Schleifpapier bereits angeschliffen wurde (vergleicht auch den noch unberührten Bereich am unteren Bildrand).

 

Nachdem ich mit dem 800er Nassschleifpapier die ganze Trübungen, Kratzer, Gilb - also zwangsläufig den kompletten Schutzlack - abgetragen hatte, ging ich zum 1000er Nassschleifpapier über, das bei dem geringen Körnungsunterschied zum Vorgänger nun wie ein Kätzchen schnurrte und verbliebene Reste mit sich nahm. Das 1000er Papier behielt ich solange bei, bis ich der Meinung war, dass sich der Scheinwerfer nun wieder einer Transparenz nähern dürfte und nicht, bis ich gerade mal die gesamt Fläche damit abgeschliffen hätte. Es zeigt sich immer erst wesentlich später, wenn man unsauber gearbeitet hat und somit partiell nacharbeiten darf. Also war das 1000er Nassschleifpapier hier so ne Art „Grundsteinlegung“, damit das restliche Geschehen möglichst ohne Rückschritte verläuft. Die restlichen Kandidaten, also 1500er Nassschleifpapier aufwärts, dienten dann quasi der Entfernung von Schleifspuren des jeweiligen Vorgängers und der Findung einer Transparenz.

 

Hier ist mal so ein Zwischenstadium zu sehen. Es ist länger her und ich weiß leider nicht mehr, welchen Schliffbilder zu sehen sind. Ich tippe auf 1000er Korn und 5000er außen, weil ich zeigen wollte, was mit Nassschleifpapier machbar wäre. 5000er Körnung wird ja gerne belächelt - liegt die Vermutung doch nahe, dass ein Zewa dagegen brutal wäre. Man merkt aber tatsächlich auch bei einem 5000er Papier einen Effekt... spätestens dann, wenn man im Trott unaufhörlich mit der Rückseite auf der Fläche nudelt und nichts passiert:cool:. Ein 5000er Papier würde ich persönlich nehmen, wenn ich das Finish mit der Hand erzeugen wollte. Ich hatte für das Finish die Maschine eingeplant, also belies ich es bei dem Schliffbild des 3000er.

 

 

Eine Politur die ich bei Kunststoff sehr gerne einsetze, ist die Plexiglas- und Acrylpolitur von Rotweiss. Sie kann mit der Hand und mit der Maschine verarbeitet werden und bringt eine makellose Oberfläche hervor, sofern es sich um Acrylglas handelt! (Plexiglas ist im Übrigen nichts anderes als Acrylglas oder auch PMMA, es ist nur der geschützte Name der Firma Röhm). Der Scheinwerfer den ich vor mir hatte, war allerdings ein Polycarbonat (PC) und dieses hat nicht die hohe Kratzerresistenz eines Acrylglases, so muss also ein Restschleier einkalkuliert werden.

 

 

 

 

Hier fiel er im Licht der P7 (!) besonders krass aus, weil ich ein Filzpad einsetzte, ist aber nichts, was eine mildere Politur nicht wegzaubern könnte und so ging ich mit Meguiar’s Plast X, welches ebenfalls hand- u. maschinentauglich ist, auf einem weichen Schaumstoffpad hinterher.. Das wäre auf dem Foto der Bereich links der Linie, wenn zu Demonstrationszwecken auch nicht so 100%ig ausgeführt. War natürlich auf die Gesamtfläche kein Thema und alles wurde so, wie ich es mir wünschte, inklusive der bedenklichen Haarrisse am unteren Bereich des Scheinwerfers, die vollständig verschwunden, aber extrem blöd zu fotografieren waren.

 

 

 

Natürlich ist das hier gezeigte Beispiel und die Vorgehensweise nur ein Beispiel!

 

Wer sich ein bisschen durch die Weltgeschichte geschliffen hat, ob nun nass oder trocken und unabhängig von Werkstoff und Formgebung, entwickelt so seine eigene Methode. Ich zog hier das Schleifen ohne einen Schleifklotz vor, um das maximale Gefühl für die gewölbte Fläche zu haben und weil der Scheinwerfer ja auch ein eher kleines Objekt ist.

 

Ich hatte Lust darauf, null Zeitdruck und so bummelte ich ganz gemütlich zum Ziel und rannte nicht. Da stand ein Tässchen Kaffee neben dran oder besser gesagt so einige, weil ich im Trott auch mal das Nassschleifpapier in die Kaffeetasse tunkte und ein Päuschen wurde hier und da auch mal eingelegt. Ich habe nicht auf die Zeit geachtet, aber ich schätze, dass es schon ~ 1,5 Stunden erforderte. Das ist schon recht viel, weil ich die werksseitig eingebauten Scheinwerfer, inklusive Abkleben im eingebauten Zustand, beide in dieser Zeit machte... allerdings auch bei weitaus weniger Defekten.

 

Was Langzeiterfahrungen betrifft, kann ich nur auf ~1,5 Jahre Bezug nehmen, in denen ich schon einmal die ursprünglichen Scheinwerfer unseres Passats aufbereitete und keine erneute Trübung oder Gilb wahrnehmen konnte. Steinschläge waren selbstverständlich neue dazu gekommen... hätte mich auch gewundert, wenn die aus Respekt vor meiner Arbeit ausweichen! Wären die Höhenverstellschrauben der werksseitig montierten Scheinwerfer nicht hinüber und diese kleine Scheißerchen nicht auch noch irreparabel gewesen, wäre es zu diesem hier gezeigten Exemplar also gar nicht gekommen.

 

Sicherlich ist zu berücksichtigen, dass durch den fehlenden Schutzlack das weichere Polycarbonat ein paar Steinschläge und sonstige Attacken weniger abwehren wird, aber unser Passat ist ein ältere Herr geworden und so sehe ich diese kostengünstige Sehhilfe für seine letzte Zeit als absolut ausreichend.

 

Mittlerweile werden diverse Lösungen zur Scheinwerferaufbereitung angeboten, darunter auch Sets mit Lack und dem entsprechenden Haftgrund. Die waren zum Zeitpunkt dieser Aufbereitung nicht aktuell und somit kann ich dazu keinerlei Stellung beziehen. Gleiches was den Einsatz von Lackpolituren betrifft: da fehlen mir schlichtweg die Erfahrungen, weil ich die Kunststoffpolituren nun mal habe, verwende und nach diversen Anwendungen mit ihnen quasi per Du bin.

 

Neben der Aufgabenstellung, die der jeweilige Scheinwerfer bietet, wird es bestimmt auch Unterschied bei den verschiedenen Modellen, Generationen und Herstellern geben...

Ist es bei Kunststoffscheinwerfern immer Polycarbonat? Wird immer mit einer Schutzbeschichtung gearbeitet - immer der gleiche? Wie dick oder dünn ist sie?

 

Es gibt einfach mehrere Faktoren die Einfluss nehmen und nicht zuletzt auch das Geschick und die Erfahrungswerte des einzelnen, wenn er sich an diese Sache heranwagt. Das Ganze für sich abwägen, muss jeder letztlich selbst.

 

Ich hoffe aber nun zumindest, dass ich nicht nur bei diesem Exemplar, sondern bei der generellen Thematik Scheinwerferpolitur hier und da etwas „Licht ins Dunkel“ bringen konnte.

 

 

 

 

 

 

 


26.06.2013 21:59    |    el lucero orgulloso

Wie immer ein sehr gehaltvoller und fein geschriebener Blogartikel! :)

 

Mir ging im buchstäblichen Sinne ein Licht auf. :D


26.06.2013 22:13    |    ghostrider78

Vielen Dank! Diese Arbeit steht mir auch bevor und Dein Artikel wird mir Hilfe und Motivation zugleich sein.


26.06.2013 22:37    |    MonaLisa_22

Ganz, ganz toller Artikel! :p

 

Schade, dass Du es nicht früher beschrieben hast - als ich den Clio gemacht habe. Da hätte ich vor der Aufbereitung mich gleich um das Papier gekümmert... In meiner Naivität dachte ich, dass ich unter 2000 Körnung nicht gehen muss....:(


26.06.2013 22:41    |    Mr. Moe

Sehr informativ und gleichzeitig amüsant geschrieben.:D

 

Die Vorher-Nachher Bilder sind wie immer der Hammer!


26.06.2013 22:47    |    peppar

@MonaLisa: Wären die bösen Kratzer nicht drin gewesen, hätte 1000er sicher gereicht...so wars bei unseren Ursprungsscheinwerfern. Ich glaube aber für 2000 darf wirklich nicht viel dran sein und so sah der Clio nicht aus!

 

@Ghostrider78: das würde mich freuen, wenn mein Artikel eine Hilfestellung ist! So eine Aufbereitung kann auch echt Spaß machen! Beim Tippseln habe ich gerade wieder Lust gekriegt und schnappe mir nun ne Abdeckhabe von einem alten Tonbandgerät. Da wird das Geräusch aber wohl eher das ängstliche Zähneklappern des Besitzers sein...:D

 

@Mr. Moe: beim Fotografieren im Ausgangszustnad vergißt man immer nur leider eins...was jetzt noch super zu fokussieren ist, ist nach Erreichen der Transparenz einfach nicht mehr da... und dann auch noch ne Klugscheisserkamera, die meint einfach alles besser zu wissen! ;)


26.06.2013 23:30    |    SkyNet1991

Hast aber eine feine Arbeit geleistet ;)

 

Wie sieht das nach dem Schleifen mit Klarlack auftragen aus? Habe mal auch sowas schon gehört.


26.06.2013 23:38    |    Mr. Moe

Fokusieren mit nicht-manuellem Focus geht ganz gut indem man einen Finger auf die Flache hält, diese fokusiert, Finger wegnimmt und dann den Auslöser durchdrückt. Wird nur etwas schwieriger nicht zu verwackeln;)


26.06.2013 23:42    |    peppar

@Skynet1991: wie schon im Artikel erwähnt, habe ich noch keinen Scheinwerfer lackiert und kann deshalb dazu keine Stellung beziehen. Rein nur Klarlack - ohne Haftgrund,- kann ich mir nicht so recht vorstellen und jeder Haftgrund für Kunststoff, den ich bisher hatte, war nie 100% transparent. Es gibt aber mittlerweile speziell auf Scheinwerferlackierung ausgelegte Sets...da mußt du selbst mal nachforschen, was Erfahrungswerte betrifft.


26.06.2013 23:48    |    MonaLisa_22

Zitat:

Fokusieren mit nicht-manuellem Focus geht ganz gut indem man einen Finger auf die Flache hält, diese fokusiert, Finger wegnimmt und dann den Auslöser durchdrückt. Wird nur etwas schwieriger nicht zu verwackeln;)

Mache ich auch so. Habe allerdings aus diesem Grund eine ganze Gallerie Bilder, auf denen mein Finger zu sehen ist.... :D:D:D


27.06.2013 00:05    |    peppar

@MonaLisa + Mr. Moe:

Beim Lack geht das, aber beim durchsichtigen Kunststoff leider nicht immer, weil die Kamera gerne sagt: "Da ist nix! Ich hab hin- und her fokussiert - da ist nix an der Stelle wo du meinst! Ich blockier jetzt den Auslöseknopf, wenn du mich nervst!"

So...und versuche dann mal mit einer Hand, die Kamera zu halten, alternativ voll manuell einzustellen und gleichzeitig noch eine P7 genauso zu halten, wie beim Ursprungsfoto, aber bloß nicht zu wackeln oder den Winkel zu verändern!

Ein echter Spaß und irgendwann wirst du von deiner besseren Hälfte ganz komisch angeguckt, weil du bereits seit einer halben Stunde laut mit deiner Fotokamera diskutierst und ihr beide auf keinen gemeinsamen Nenner kommt! :D


27.06.2013 00:09    |    PIPD black

Ich habe auch meine 3BG-Xenons so behandelt. 1200-er, 2000-er und 3000-er. Danach mit Rotweiss, wie du, drüber und gut.....ich war damit zufrieden. Ich habe schlussendlich natürlich festgestellt, dass ich nicht gründlich genug oben an den Kanten gearbeitet hatte und das noch nacharbeiten wollte.....aber dann ich den Kombi verkauft....


27.06.2013 00:13    |    peppar

@PIPD black: ging mir beim ersten mal in eingebautem Zustand genauso...hatte die obere Kante nicht so perfekt erwischt und es erst später gemerkt. Wie gut, daß dann klar wurde, daß die Höhenverstellung hinüber ist, bevor ich nachgearbeitet hätte!


27.06.2013 08:49    |    PIPD black

Ja, die Höhenverstellungsschrauben waren bei mir nach ein paar Jahren auch abgebröselt.....wenn man wollte, hätte man die Stifte, wo diese Kunststoffdinger draufgepresst waren, mit ner Spitzzange oder ähnlichem drehen können.....ich hab es nie probiert......ich wollte nur wieder Licht vorm Auto auf der Straße haben und nicht bei hinterfahrenden Autos in meinem eigenen Schatten fahren.:eek:


27.06.2013 11:05    |    peppar

Bei uns war an einer Seite dieser Stift komplett weg und an der anderen Seite konnte man nix sehen...da rettete die Werkstatt mit einem Klebepunkt für eine vorsichtige, letzte korrekte Scheinwerferseintellung die Situation. Keine Ahnung wie die Dinger verschwinden können oder ob die jemand irgendann einmal ins Gehäuseinnere überdreht hatte... aber interessant, da das Rädchen ohne Halt noch da war?! Echt schade, wenn wegen so einem kleinen Teil der ganze SW dran glauben muß...


27.06.2013 11:16    |    PS-Schnecke27822

Das Versiegeln am Ende dürfte aber das eigentliche Problem sein, wenn ich mich nicht täusche.

Hab an meinem Bora im oberen Bereich Nähe Motorhaubenkante auch das Problem der zunehmenden Trübung, die aber nach Fühltest im wesentlichen auf Mikro-Steinschläge zurückzuführen ist, offenbar.

Dort ist das "Glas" also sehr rauh und der Schutzlack, sofern mal vorhanden, offenbar nicht mehr vorhanden oder doch zumindest massiv "durchlöchert".

 

Konnte jetzt vorm TÜV in 6/2013 mit "Bordmitteln" noch soweit aufpolieren, dass es bei der HU keine Beanstandungen gab, aber irgendwann muss ich da ran.

Nur: Das Nassschleifen und anschließende Polieren ist ja das eine. Damit hat man dann den Schutzlack vollständig abgetragen.

Ergo wird die Freude, wenn man die SW in diesem polierten, aufbereiteten Zustand so belässt, m.M.n. nicht von langer Dauer sein.

 

Daher warte ich noch auf Tipps der Leute, die hinterher auch neu versiegelt haben.

Andernfalls werde ich mich mal bei prof. Fahrzeugaufbereitern umtun und fragen, wie die vorgehen bzw. ob und wie die versiegeln (meine Befürchtung ist allerdings: Da wird auch nur verkaufs- oder TÜV-fähig aufbereitet und das böse Erwachen kommt dann später).


27.06.2013 11:25    |    ghostrider78

@ peppar: Wenn die Kamera ein Objekt nicht fokussieren kann, weil ihrer Meinung dort nichts ist, dann hilft beim nächsten Mal vielleicht folgendes:

 

- merke Dir den Abstand, in welchem Du das Objekt fotographieren möchtest

- suche ein Ersatzobjekt mit vergleichbarer Helligkeit, welches die Kamera erkennen kann

- visiere das Ersatzobjekt in dem gewünschten Abstand an, drücke den Auslöser halb durch, halte den Auslöser halb gedrückt, richte die Kamera im gewünschten Abstand auf das eigentliche Objekt und drücke den Auslöser vollständig durch

 

Liest sich ein wenig umständlich, geht in der Praxis aber recht schnell und wird mit etwas Übung immer schneller. Ob diese Methode jetzt leichter umzusetzen ist als die bereits beschriebene "Finger-Methode", weiß ich mangels Erfahrung nicht- auf jeden Fall braucht man dafür nur eine Hand.


27.06.2013 11:31    |    PIPD black

Was denn für'n böses Erwachen?

 

Da kommt nix. Es gibt schon diverse Langzeiterfahrungen mit der oben beschreibenen Lösung.

 

Nach dem Polieren, kannst du ja gerne noch ne Konservierung (Hartwachs o. ä.) auftragen. Benötigt wird das aber nicht. Sollten die SW nach 5 oder was weiß ich wieviel Jahren tatsächlich anlaufen, wovon ich aber noch nirgends gelesen oder gehört habe, polierst du einfach mal drüber und alles ist wieder chic.

 

btw: Ob die Aufbereiter das kennen? Vielleicht, aber eher nicht. Auf meine Frage, ob er das für mich machen könnte: "Was Scheinwerfer polieren? Nee, sowas haben wir noch nie gemacht. Sowas funktioniert tatsächlich?"

 

Außerdem muss man sich mal vor Augen halten, wann werden die SW blind? Die Kisten sind dann im Normalfall so ca. 10 Jahren alt. Wie lange willst du den Wagen dann noch fahren? Wenn es für 3-5 Jahre mit dem Aufbereiten reicht, ist doch alles gut......oder nicht?


27.06.2013 13:55    |    PS-Schnecke18282

Ich bin auch gerade dabei einen e39 BMW Scheinwerfer zu polieren und bin am schieren verzweifeln. Ich habe Poliermaschine (1200W) die gleiche Politur aber ich bekomme die Schleifspuren nicht heraus. Keine Ahnung was ich falsch mache....


27.06.2013 13:57    |    peppar

@ghostrider78: Danke...ich lerne stetig dazu und muß mich nur einfach mal mit meiner Kamera auserinandersetzen, sprich manuelle Einstellungen wählen, anstatt Automatik und einfach mal in das Thema Fotografie reinknien.

 

@Taubitz: wie PIPD black auch schon schreibt, hält selbst das "unversiegelte" Ergebnis recht lange. Leider habe ich ja nur die 1,5 Jahre beobachten können, aber da war nichts zu beanstanden- außer eben neuer Steinschläge, sonst war alles noch klar und ohne Gilb oder sonstiges. Wäre das PC also nicht UV-Fest und würde deswegen vergilben oder eintrüben, dann nicht von heute auf morgen.

Je nachdem wie lange der Wagen noch läuft, kann man ja auch einfach irgendwann nochmal drüber polieren. Die Entfernung des Schutzlackes und das Ebnen mit Nasschleifpapier trägt nicht gleich soviel ab, daß das "Glas" nur noch hauchdünn wäre... gesunder Menschenverstand beim Schleifen vorausgetzt.

 

@chiefcom: du meinst die Rotweiss-Paste? Wie waren die Schritte vor der Paste?


27.06.2013 15:58    |    PIPD black

Die Politur hilft nur bei feinen Kratzern oder eben Schleifspuren. Bei groben Kratzern und Schleifspuren wie z. B. 180-er (Achtung übertrieben) Schleifpapier wirst du damit nichts ausrichten. Im übrigen richtet man mit der Politur bei den oben gezeigten Scheinwerfern allein auch nichts aus, außer dass man das Zeug nur verschwendet.


08.07.2013 23:52    |    Master G

Hallo,

 

nach dem Lesen hab ich mich entschieden meine Scheinwerfer auch zu polieren. Hab alles bestellt was du beschrieben hast, hab aber leider keine Poliermaschine. Kann ich die Politur mit der Hand ordentlich hinbekommen?

 

Danke


09.07.2013 01:03    |    peppar

@Master G:

 

Ich habe das Finish bisher immer mit der Maschine gemacht und deswegen auch dem 3000er Papier aufgehört. Wenn ich mir aber das Schliffbild eines 5000er Papiers ansehe, denke ich schon, daß man diese zarten Spuren mit der Rotweiss-Paste und dem Plast X heraus bekommt, ohne graue Haare zu kriegen...bei anderen Plexiglasteilen gelang mir das zumindest problemlos. Bei einem Schliffbild eines 3000er hätte ich zumindest leichte Zweifel, ob man es "perfekt" hinkriegt.

 

Nimm dir auf alle Fälle viel Zeit und versuche keine Riefen von vorherig verwendeten Papieren "mitzuschleppen"- heißt: es geht nicht darum, daß man mit jeder Körnung einmal drübergefahren ist, sondern daß man erst dann zu nächsten Stufe übergeht, wenn man das Gefühl hat, da die Fläche nun gleichmäßig ist und frei von Riefen des Vorgängerpapiers, ohne unnötig viel abzutragen. Arbeiten/ Riefen zeigen sich nämlich unheimlich gerne erst ganz zu Schluß und können herrlich nerven! Falls dann doch welche hervortreten, dann versuche es erst gar nicht mit der Finishpolitur - kostet nur Nerven- sondern gehe partiell an diesen Stellen noch einmal ein paar Schritte / Körnungen zurück und baue von da aus wieder auf...500er Staffelung beim Papier fand ich bisher generell immer ausgewogen...um riefenfrei durchzukommen, größere Abstände wie z.b. von 1000 auf 2000 auf 3000 birgt die Gefahr von Riefen... empfinde ich zumindest.

Mit Kraft oder Druck arbeite ich beim Nasschleifen nicht, nur soviel, wie man braucht, um das Papier "rutschfrei" und sicher zu führen, was bei grober Körnung dann schon automatisch mehr ist, als bei einem zarten 3000er z.B. Das mag zwar etwas länger dauern, als viel Kraft aufzuwenden, aber auch hier empfinde ich die Gefahr von Riefen geringer.

 

Spare nicht an Wasser, so daß der Schlabber immer abfließen kann und das Papier auch schön greifen kann. Schwenke das Papier zwischendrin immer mal in einem Schüsselchen aus, damit du merkst ob es noch gut arbeitet oder schon zu abgelutscht ist ( hört man aber auch ) und reinige zwischendrin auch immer mal dein Werkstück, trockne es ab und betrachte dein Werk.

 

Ich kenne dein handwerkliches Geschick und die Geduld für die Sache nicht, auch nicht den Zustand der Scheinwerfer. Ich sehe auch bei reiner Handarbeit kein Problem...wenn es auch länger dauert als mit Maschine...kann aber unbekannterweise schlecht Garantien abgeben, zumal ich so ein Bastlwastl bin.

 

Wenn du sowas noch nie gemacht hast, dann rate ich dir eine kleinen Testlauf zu machen, bevor du an die Scheinwerfer gehst und evtl. die Nerven verlierst, während sie noch völlig blind sind.

Greife dir irgend etwas ähnliches und wenn es zur Not eine alte CD-Hülle ist, versetze es mit ein paar anständigen Kratzern und Schrammen und übe, um einfach das Gefühl für die Sache zu entwickeln, optimalerweise einen vergleichbaren Kunststoff.

 

Dann kannst du immer noch entscheiden, ob du dir das eigentliche Projekt zutraust oder das Risiko zu hoch ist.

 

Ich würd mich freuen, wenn es so klappt, wie du des dir wünschst und hoffe auf Rückmeldung, falls du dich an die Sache wagst.

Wenn noch Fragen sind, her damit! :)

 

 

Ach so ja...für die Verabeitung der Rotweiss-Paste mit der Hand, nehm ich persönlich sehr gerne eine festen und feinen Schaumstoff, wie den Rotweiss-Handpolierschwamm...schneide ihn mit mit einem scharfen Messer handlicher...aber finde ihn sehr gelungen und lange haltbar, wenn man ihn danach gleich ausspült. Nur so als Tipp, falls du für die Verarbeitung der Pasten nichts hast.


09.07.2013 08:42    |    Master G

Vielen Dank!

 

Ich werds erstmal mit der CD-Hülle probieren, wenns klappt mach ich die Scheinwerfer. Werde berichten wies geworden ist.


11.07.2013 08:42    |    Pingback

Kommentiert auf: Streuscheiben poliert - Bilder : Mercedes E-Klasse W210


11.07.2013 10:54    |    peppar

Danke, Master G!


28.03.2014 15:30    |    Trackback

Kommentiert auf: BMW 5er E60 & E61:

 

Scheinwerfer polieren

 

[...] getestet.

Werde es dieses WE mal versuchen und kurz ne Rückmeldung geben. "Mit Maschine"

 

Hier mein Tipp

http://www.motor-talk.de/.../scheinwerfer-polieren-t4583945.html

[...]

 

Artikel lesen ...


29.05.2014 19:06    |    frank-knut

Ich habe heute nach dieser Anleitung einen Scheinwerfer meines VW Touareg (2006) bearbeitet.

Da waren aber nicht nur matte Stellen dran, sondern 2 dicke aufgequollene Spuren irgend eines Reinigers oder so.

Da hat der Vorbesitzer mal was verbockt.

Aber das Ergebnis ist wirklich super geworden, wobei ich an der Schutzlackschicht fast verzweifelt bin.

Die war dermaßen hart, habe fast 1h nur dafür gebraucht.

Danach gings dann aber, wobei die Rot/Weiss Pasten auch nicht den letzten Schleier entfernen konnte.

Da das PlastX noch unterwegs ist, habe ich Sonax lackreiniger probiert, klappt perfekt!!

Ich probiere mal je ein vorher/nachher Bild anzuhängen.

Danke schon mal für diese ausführliche und gut verständliche Anleitung!!

Jetzt kommt noch der 2.SW, dann ist alles wieder gut.


Bilder

29.05.2014 23:04    |    peppar

Danke für deine Rückmeldung!

Der Schutzlack war bei meinen Exemplaren auch recht hart und vermutlich war es auch deshalb gut zu hören, wenn diese Schicht "geknackt" war. Da obige Exemplare aber schon so runtergeritten waren, dass der Schutzlack feine Risse hatte, gab er recht schnell auf und deine hatten -abgesehen von diesen Verätzungen- ja einen wesentlich besseren Zustand bzw. einen noch robusteren Schutzlack.

Die Acryl- und Plexiglaspoltur von Rotweiss ist wirklich rein auf PMMA ausgelegt und hinterlässt dort dann auch ein einwandfreies Ergebnis. Da Polycarbonat weicher ist, bleibt ein Schleier zurück, der dann etwas Milderes im Nachgang erfordert, wie z. B das Plast X. Deine Lösung hat ja aber auch wunderbar geklappt, also alles bestens!

Am 2. SW kannst du ja im ersten Schritt in der Körnung ne Stufe runtergehen...je nachdem wie du sortiert bist...auch um mit dem richtigen Papier die Schleifspuren vom Vorgängerpapier wieder stressfrei rauszukriegen. Ansonsten eben weiterhin Geduld...gut Ding will Weile haben! ;)

Weiterhin viel Erfolg!


30.05.2014 11:34    |    frank-knut

Bei den dicken gequollenen Stellen hatte ich mit dem 600 er Papier auch keine Chance, da habe ich mit 400 gestartet.

Geht auch gut, solange man eben die kleinen Schritte mit dem feineren später einhält.

Ein wenig bange wird einem schon, wenn der 800€ Sw danach ganz blind ist.....

Aber man kann nur Mut machen, das wird dann wieder!


15.06.2014 11:39    |    Trackback

Kommentiert auf: Fahrzeugpflege:

 

Xenonscheinwerfer von innen reinigen?

 

[...] meinem Touareg die Scheinwerfer von außen geschliffen, und poliert, nach einer Anleitung von peppar (http://www.motor-talk.de/.../scheinwerfer-polieren-t4583945.html).

Das hat super geklappt, ich bin begeistert, ist auch eine super Anleitung!!

Aber nun sieht man innen [...]

 

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15.06.2014 18:40    |    Trackback

Kommentiert auf: Fahrzeugpflege:

 

Flecken auf Scheinwerfer

 

[...] Guck mal hier rein:

http://www.motor-talk.de/.../scheinwerfer-polieren-t4583945.html

 

So habe ich das auch gemacht, klappt mit etwas Geduld prima!

[...]

 

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29.03.2015 10:44    |    Trackback

Kommentiert auf: VW Touareg 1:

 

Mattes Scheinwerferglas

 

[...] Guck mal hier rein:

http://www.motor-talk.de/.../scheinwerfer-polieren-t4583945.html

 

Genau so habe ich es auch gemacht, und mein Scheinwerfer war von irgend einer Flüssigkeit stark angeätzt. [...]

 

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01.12.2015 17:07    |    Trackback

Kommentiert auf: Fahrzeugpflege:

 

Welcher MOTOR-TALKer hat Dir im Fahrzeugpflege Forum in den letzten Monaten besonders geholfen?

 

[...] Da fällt mir sofort peppar ein.

Der Blog ist TOP, und hat mir sehr geholfen!!

http://www.motor-talk.de/.../scheinwerfer-polieren-t4583945.html

[...]

 

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