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17.07.2009 12:48    |    taue2512    |    Kommentare (3)    |   Stichworte: 5, Bremerhaven, Golf, Mietwagentest, Sixt, United, V, Volkswagen

Der Golf. Er rollt und rollt und rollt. Wer erinnert sich nicht an diesen markigen Werbespruch der Wolfsburger Autoschmiede? Klar, das Auto hat Generationen geprägt und fast jeder kann Geschichten zu diesem Auto erzählen – ein wahrer Dauerbrenner der mittlerweile in der sechsten Generation weiterlebt.

 

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Am letzten Wochenende habe ich ausnahmsweise einmal das bekommen, was ich zuvor im Internet bei Sixt für die drei Tage im Voraus bestellt hatte: Einen Golf – und nichts weiter. Kein Mietwagen-Upgrade und zugegebenermaßen kein sehr außergewöhnliches Fahrzeug sollte man meinen. Und außerdem noch nicht einmal das neueste Modell der Serie.

 

Ein Golf V United sollte es diesmal werden. Neu ist dieses Auto leider nicht mehr bestellbar, aber einige Restexemplare oder Vorführer mit wenigen Kilometern gibt es vereinzelt noch hier und da zu Preisen um die 15.000 EUR bei den örtlichen VW-Händlern.

 

FrontansichtFrontansicht

 

War ja aber auch relativ egal, denn das Mietauto sollte nur ein Schlechtwetter-Ersatz für das Motorrad sein, mit dem ich letzten Donnerstag die knapp 1.700km von Frankreich nach Deutschland in gut 18h angereist war und meine trockene Rückfahrt nebst Gepäck zum Bremer Flughafen am Sonntag sicherstellen.

 

Vorstellung / Fahrbericht (+++OO)

 

Was soll man über dieses Auto groß sagen? Als Passat CC Fahrer fühlt man sich im Golf V United auf Anhieb relativ wohl, die Bedienelemente und -hebel sind genau dieselben wie im CC – jedenfalls von der Aufmachung her – und auch alles andere findet sich am gewohnten Platz. Typisch VW eben. Wenngleich die Mechaniken der Schalter und Hebel im Gegensatz zum CC mit einem etwas wabbeligeren Feedback bei deren Bedienung aufwarten, aber das soll nicht groß stören. Der Golf V United bietet als Sondermodell von Haus aus einige Extras: Neben ABS, Climatronic, Tempomat und Regensensor gesellen sich die Leichtmetallräder, die Sitzheizung und der automatisch abblendende Innenspiegel – der übrigens wieder derselbe ist wie im CC.

 

Die ersten Meter gehen wirklich locker von der Hand, klar denn irgendwann einmal saß wohl ein jeder von uns in einem Golf. Der Klang des Benzinmotors allerdings ist relativ rau bei mittlerer und hoher Drehzahl. Wenn man bereit ist diese Abstriche in puncto Innengeräuschdämmung einmal außen vor zu lassen, ist der Golf V allerdings ein nahezu idealer und vor allen komplett ausgerüsteter Stadtflitzer.

Die Sitzposition ist auch für länger gewachsene Leute akzeptabel, Sitzwangen und Rückenlehne bieten ausreichend Seitenhalt und Schenkel-Auflagefläche. 

 

HeckHeck

 

Das Fahrwerk verhält sich in allen Fahrsituationen neutral, wobei ich denke das das Fahrwerk im Sondermodell United schon einen Hauch straffer wirkt als im normalen Golf V. Klar zieht man mit der Motorisierung von etwas über 100 PS keine Salami vom Teller, aber sobald man in ausreichend hohe Drehzahlbereiche vorgestoßen ist erfreut einem das Auto mit einem fast sportlichen Fahrverhalten. Das ESP bekommt dann auch ausnahmsweise mal etwas zu regeln und der etwas biedere Golf entwickelt sich zur Spaß-Maschine.

 

Bedienbarkeit / Intuitivität (++++O)

 

Wie bereits erwähnt hat der Golf V viele Teile vom CC verbaut, oder sagen wir besser anders herum, denn der CC kam ja deutlich später. Alles ist – VW-typisch - selbsterklärend und ohne Studium der Bedienungsanleitung zu beherrschen.

 

Leider hatte die Firma Sixt in meinem Golf das wohl grottigste Navigationsradio aus dem Programm von VDO eingebaut, das nervt mich immer wieder mit seiner komplett unlogischen Bedienung und hat einen sehr schlechten Radiotuner. Vom Klang der Serienlautsprecher her sollte man gewiss keine Höhenflüge erwarten, die klingen relativ flach und ausdrucks- oder basslos.

 

InterieurInterieur

 

Verarbeitung / Qualität (++++O)

 

Der von mir getestete Wagen hatte knapp 17.000 km auf dem Tacho und wirkte sehr gut in Schuss. Nichts klapperte oder wirkte gar abgegriffen.

 

Verbrauch / Nutzen (++OOO)

 

Ein kleines Auto kann durstig sein – wenn es will. Bei zügiger Fahrt sprengt man sehr leicht die magisch 9l-Grenze. Gottseidank fällt der Verbrauch ebenso schnell ab, wenn man es ruhiger angehen lässt – aber rund 8,2l auf 100km sind in jedem Fall drin. Ehrlicherweise ein wenig hoch für ein Auto dieser doch recht kompakten Klasse.

 

Kosten / Anmietung (+++++)

 

Ich hatte den Wagen für 13h zur Abholung in Bremerhaven bestellt, schlug dort aber frecher weise schon gegen 11.45h auf. Dieser Umstand war für die kleine beschauliche Sixt-Niederlassung aber kein grosses Problem, das Auto war gerade noch in der Vorbereitung und wurde gereinigt. Nach lediglich ein paar Minuten Wartezeit hatte ich die Schlüssel in der Hand. 

 

 

GolfplatzGolfplatz 

 

Gut, die Sixt-Niederlassung in Bremerhaven ist sehr klein – dennoch zum Glück größer als die auf Mauritius –aber sehr verkehrsungünstig in einem Industriegebiet in der Nähe der Stadthalle gelegen. Das Bremerhaven eine touristische Weltstadt ist, zeigt sich das die zweite Sixt-Niederlassung am Kreuzfahrtterminal nur geöffnet wird, wenn Kreuzfahrtschiffe am Horizont zu sehen sind.

 

Jedenfalls bekommt das Team von der Sixt-Niederlassung von mir ein grosses Lob, im besonderen die Damen und Herren von der Fahrzeugvorbereitung die Ihren Job sehr gewissenhaft und genau erledigen – das beweist das Outsourcing wie am Bremer Flughafen nicht die Lösung allen Übels ist.

 

Ach ja, der Golf V lag inklusive der One-Way-Pauschale wegen der Rückgabe in Bremen bei knapp über 90 EUR für drei Miettage im Wochenendtarif.


27.06.2009 20:59    |    taue2512    |    Kommentare (15)    |   Stichworte: C250, CDI, Mercedes, Mercedes-Benz, Mietwagentest, Sixt

zafira-innenraumzafira-innenraum

Da die Auswahl der bei Sixt verfügbaren Automodelle nun doch langsam geringer wird, folgt heute die erste Wiederholung in Sachen Modell: Vor einigen Wochen hatte ich ja bereits schoneinmal das Vergnügen den Mercedes-Benz C180 Kompressor als Benziner zu erfahren.

 

 

Die Tatsache das es dieses Mal wieder eine C-Klasse ist, ist aber weniger schlimm, denn für das aktuelle Wochenende hatte Sixt mir extra die etwas grössere Diesel-Variante an die Hand gegeben. Nicht nur der Mehrpreis von gut 8.000 EUR zum vormals getesteten Benziner - denn der von mir heute getestete C250 CDI liegt laut Prospekt knapp bei strammen 46.300 EUR - ist ein markanter Unterschied, sondern auch die inneren Werte stimmen vollauf und können überzeugen.

 

•Vorstellung / Fahrbericht [+++OO]

 

Zur C-Klasse an sich hatte ich ja bereits im vorherigen C180-Test viel geschrieben (siehe Link im Text weiter oben). Der aktuelle C250 CDI hatte bereits ca. 10.000 km gelaufen als ich ihn in Bremen holte und war nicht gerade pfleglich von den Vormietern behandelt worden: Neben kleineren Riefen im Innenraum und den Türverkleidungen bemerkte ich gleich beim einsteigen den markanten Zigarettengeruch.

 

 

Dafür entschädigt einen der C250 CDI mit einem strafferen Fahrwerk, welches dem Fahrer einen deutlich besseren Kontakt zur Fahrbahn vermittelt. Das vom C250 finde sogar um längen besser als im C180 Kompressor, denn hier passt der Begriff "AGILITY CONTROL" wirklich zum sportlich angehauchten Charakter und zur besseren Motorisierung.

 

Aber leider gibt es auch weniger tolle Unterschiede zum Kompressor: Zum einen ist das manuelle 6-Gang-Getriebe welches - entsprechend dem gravierenden Unterschied beim Fahrwerk - wiederum auf der anderen Seite der Skala einzuordnen ist. Ich finde einfach das die C180'er-Schaltung im Benziner wesentlich besser, mit weniger Kraftaufwand und vor allem weniger hakelig zu bedienen ist als der Schaltknüppel im grossen Diesel. Auch das Kupplungspedal im C250 CDI ist wesentlich schwergängiger (klar wegen der grösseren Motorisierung) aber auf der anderen Seite auch weniger leicht dosierbar.

 

 

Der Motor im C250 ist allerdings der helle Wahnsinn! Gut, er ist sehr laut. Das fällt einam aber nur während der ersten Kilometer auf. Wenn man es nicht anders wissen würde, vermutet man sich aber schon eher in einem Benziner als in einem Diesel - es fehlt einfach das typische Diesel-Nageln. Der Motor bietet einen kraftvollen Durchzug und verfügt eigentlich immer und zu jeder Zeit über genügend Leistungsreserven, sowie eine Vmax von 240 km/h (250 werden angezeigt). Man kann mit ihm gleiten oder auch richtig schnell unterwegs sein. Auch hier die Unterschiede zum C180: Bessere Bremsen und deutlich mehr Fahrspass bei geringem Verbrauch beim grossen Diesel.

 

•Bedienbarkeit / Intuitivität [++++O]

 

Der getestete Wagen war ähnlich ausgestattet wie der C180 Kompressor, bis auf das fehlende Schiebedach. Leider ist die Farbkombination Silber mit den grau/schwarzen Textil-/Ledersitzen mir ehrlich gesagt zu trist. Ich rate jedem von der Wahl dieser Farben ab!

 

Das normale Halogenlicht ohne Xenon und sonstige Spielereien ist absolut in Ordnung von der Lichtausbeute her - das Kurvenlicht vom C180 fehlte mir aber doch schon ein wenig.

 

 

•Verarbeitung / Qualität [+++++]

 

Siehe meinen C180-Testbericht - es gibt es eigentlich nicht zu bemängeln.

 

•Verbrauch / Nutzen [++++O]

 

Soviel Fahrspass mit so wenig Verbrauch hatte sonst nur der grosse 5'er Diesel-BMW bislang geboten. Wobei man allerdings ehrlich sagen muss das der BMW-Diesel weiterhin mein persönlicher Favorit beim ansprechsverhalten bleibt. Der Sound des Mercedes ist zwar auch "nagelfrei", aber da klingt ein BMW doch einfach anders.

 

 

Ohne das man sich als Fahrer irgendwie zurückhalten muss, kann man den Verbrauch auf unter 6,3 l/100km drücken. Bei normal-sportlicher Fahrweise klettert der Verbrauch aber denn auch nicht gleich in hohe Spähren: Bei zügiger Fahrweise pendelt er so bei circa 8,3 l/100km.

 

•Kosten / Anmietung [+++OO]

 

Wieder für knapp etwas über 100 EUR im Wochenend-Tarif bei Sixt in Bremen gemietet. Die C-Klasse als 250 CDI ist als Mietwagen auf jeden Fall mehr zu empfehlen als das Benziner-Basismodell, es verbraucht weniger und bietet dazu um so mehr Fahrspass.

 

 

Aber das war ja schon irgendwie zu erwarten. Ein Punkt Abzug gibt es allerdings für den etwas stinkigen Innenraum.

MB_C250CDI.pdf (795 mal heruntergeladen)

15.06.2009 12:10    |    taue2512    |    Kommentare (14)    |   Stichworte: 4x4, Allrad, Diesel, Ford, Kuga, Mietwagentest, Sixt, TDCI

Ford, die tun was! Die Firma Sixt aber auch, denn obwohl es eigentlich immer weniger Auswahl an kleinen Mietwagen geben sollte, kramen die immer noch ueberraschenderweise von irgendwoher Autos fuer einen ausgiebigen Test hervor, die ich bewusst jedenfalls noch nie in deren Mietprogramm wahrgenommen hatte. Ein solcher Vertreter ist der Ford Kuga, den ich am letzten Wochenende ausgiebig erfahren durfte.

 

SeitenansichtSeitenansicht

 

An diesem letzen Wochenende lief eigentlich alles wie immer, AirFrance von Paris hatte wieder einmal gehoerig Verspaetung. Endlich gelandet - schnell rueber zum Sixt-Buero am Bremer Flughafen und der nette Herr hatte wieder zwei Autos zur Auswahl. Die Qual der Wahl: 3'er BMW oder einen nagelneuen Ford Kuga 4x4 Diesel?

 

FrontansichtFrontansicht

 

In Anbetracht meiner leidvollen Erfahrungen mit den Rueckenlehnen im letzten 5'er BMW von vor 14 Tagen nahm ich doch lieber den Kuga, denn gerade der ist mir letztens auch bei mir in der Nachbarschaft aufgefallen. Einer meiner Nachbarn hat sich genau eben diesen gegoennt. Ich mag das Design irgendwie, es ist frech ohne dabei gleich zu uebertrieben zu sein. Wenig japanisch und eben gar nichts von einem BMW X3. Und gottseidank ist Ford ja mittlerweile von ihrem "New-Edge" Design von vor 10 Jahren weggerueckt. "Dann nehme ich den Kuga", entgegnete ich. Sogleich erfolgte eine wirklich gute Einweisung von netten Sixt-Menschen in die Bedienung, denn der Kuga startet mit einem Keyless-Go-System, aber dazu spaeter mehr.

 

Rueber ins Parkhaus direkt nebenan gelaufen und da stand er: Von aussen gibt sich das Blechkleid relativ bullig, obwohl die aeusseren Abmessungen in einer kleineren Liga spielen und das Auto bleibt trotz allen Muskelspielereien noch relativ kompakt. Als neumodischer "Crossover" bietet der Kuga aber eine enorme Bodenfreiheit und ein wirklich gelungenes Ambiente im Innern. Sixt hatte wohl mit Absicht die Farbkombination "graues Textil mit Orange" aus Gruenden der eigenen Corporate-Identity gewaehlt, gut wenn man diese Kombination das erste Mal hoert, denkt man sich seinen Teil aber Ford versteht es ein hochwertig anmutendes Oberflaechenfinish mit angenehmer Haptik und frischen Farben und einen nicht zulest attraktiven Preis von 32.500 EUR fuer den getesteten Wagen zu vereinen.

 

HeckansichtHeckansicht

 

 

* Vorstellung / Fahrbericht [++++O]

 

Erstmieter! Der von mir getestete Wagen war nagelneu, erst knapp 280km auf dem Tacho und der Plastikschutz fuer das Ford-Logo klebte noch in der Mitte der Lenkradnabe. Da ich an einem Wochenende normalerweise so um die 500 bis 600 km fahre, war die ersten Kilometer erstmal sachtes einfahren angesagt - geheizt werden konnte also spaetestens am Sonntag.

 

Die Fahrleistungen bewegen sich wegen der 100kW beileibe nicht in supersportlichen Sphaeren, aber man muss sagen das diese Motorisierung seitens Ford schon weise gewaehlt ist, denn im Gelaende ist das absolut okay und auf Landstrassen erfreut der Dieselmotor durch seinen recht guten Durchzug. Nun in einigen Sondersituationen, wie langen Autobahnfahrten wuenscht man sich schon etwas mehr Power, denn die Vmax des Autos liegt bei 180km/h.

 

* Bedienbarkeit / Intuitivität [+++OO]

 

Die Bedienelemente sind gut platziert, der Allradantrieb ist permanent und die Verteilung des Antriebs, sowie die Kontrolle des Differentials erfolgt vollautomatisch. Der Sixt-Herr gab ja bei der Abholung eine Sondereinweisung fuer den Schluessel: Der kann hier bei diesem Auto getrost beim fahren in der Tasche bleiben, denn gestartet wird der Motor bei getretener Kupplung mit einem Knopf in der Mitte des Armaturenbretts, der sinnigerweise mit "Ford Power" beschriftet ist.

 

Ford Power - StartknopfFord Power - Startknopf

 

Das Problem bei diesem System ist jedoch, das man den Schluessel spaetestens beim Aussteigen wieder muehevoll aus der Jacke zuppeln muss, um das Auto zu verriegeln - oder anders herum beim entsperren vor Fahrtantritt. Ich vermisse einfach einen kleinen Knopf an der Fahrertuer zum verriegeln und einen Sensor zum entriegeln am Tuergriff, so wie bei Renault, denn so ist dieses System alles andere als praktisch. Ford, tut was!

 

Der Diesel ist kaum hoerbar im Innenraum, er surrt relativ sanft und lediglich Windgeraeusche ab ca. 140 km/h trueben ein wenig den Fahrspass mit diesem ansonsten rundum gelungenen Auto.

 

Ein wenig wird der Ford-Neuling auch eventuell mit der Bedienung der Rollos und Abdeckungen hadern: Hier wird ueberwiegend nicht wie bei anderen Automodellen geklipst, eingerastet oder geschoben, sondern beim Kuga ist fast immer biegen angesagt. So muss man z.B. die beiden Sonnenschutz-Rollos des wirklich sehr empfehlenswerten und vor allem sehr grossen Panoramaglasdaches (welches sich leider nicht oeffen laesst), ein wenig in die Schieberichtung biegen und dann erst schieben.

 

PanoramadachPanoramadach

 

Genauso verhaelt es sich mit der Kofferraumabdeckung: Ein wenig nach oben gebogen und dann erst reingeschoben. Aber wenn man einmal gemacht hat, geht selbst dieser Vorgang leicht von der Hand.

 

Grosse KlappeGrosse Klappe

 

Das Fahrwerk ist straff, federt auf Strassen aber sehr gut kleinere Unebenheiten aus - ohne gleich dabei stark in schnelleren Kurven oder bei Lastwechseln nachzugeben. Es unterstreicht etwas die sportliche Note des Designs und wenn man den Kuga erstmal in leichtes Gelaende schickt, wuenscht man sich das alle Strassen aus Schotterpisten bestehen wuerden!

 

Hier einmal in kleines Video, gedreht auf einem leichten Schotter-/Sandweg - man beachte den relativ niedrigen Innengeraeuschpegel und die gute Arbeit des Fahrwerks:

 

 

Relativ sanft gleitet man ueber kleinere Schlagloecher, die fuer andere Autos schon ein enormes Problem darstellen wuerden und ehe man sich versieht liegen auf dem Tacho 80 km/h an.

 

Give me Moor! ;-)Give me Moor! ;-)

 

Die Handschaltung mit Ihren 6 Gaengen laesst sich sehr praezise bedienen und ist gut auf den Motor abgestimmt.

 

Das gut integrierte SONY Radio ueberzeugt durch einen rundum guten Klang sowie eine gute Bedienung, ist aber als Option relativ teuer.

 

* Verarbeitung / Qualität [+++OO]

 

Der getestete Innenraum war die Texilvariante mit Dekorteilen in orange. In dieser Kombination gibt sich die Mittelkonsole in einer Art Soft-Touch-Oberflaeche mit seidenmattem Metallglanz - ist aber alles nur Plastik.

 

InterieurInterieur

 

Doch dieses Plastik ist insgesamt qualitativ recht gut gelungen, bis auf den schmalen Streifen Hartplastik im oberen vorderen Teil des Armaturenbretts, dort wo die Lueftung der Frontscheibe muendet. Jedenfalls klappert und knarzt nix, auch wenn man das Auto ueber ein wenig holperiges Terrain scheucht. Genauso braucht der Kuga m.E. einen direkten Vergleich mit einem X3 nicht zu scheuen, was die Verarbeitung angeht. Klar ist aber, das Design und Material-/Farbkombinationen und nicht zuletzt auch der guenstige Einstiegspreis des Kuga eher auf juengeres Publikum abzielen.

 

ArmaturenArmaturen

 

Die einfachen Textilsitze sind sehr bequem, ein kleines Detail welches mich ein wenig stoerte ist jedoch die Tatsache das der Fahrersitz recht hoch auf einer Art Konsole montiert ist. Durch die relativ kurze Sitzflaeche legt man auf langen Touren frueher oder spaeter den linken Fuss nach hinten und stoesst dabei an eben diese Kante. Das ist etwas unbequem, gerade wenn man lange Beine hat. Die Rueckenlehnen bieten dafuer einen exzellenten Seitenhalt, allerdings sind sie weniger geeignet fuer Leute mit einem "breitem Kreuz".

 

RuecksichtRuecksicht

 

Das Abblend-Licht ist in der normalen Version nichts herausragendes, das muss man schon sagen.

 

AbblendlichtAbblendlicht

 

* Verbrauch / Nutzen [++OOO]

 

Der getestete Kuga verbrauchte um die 10,1 l/100km, wobei man spaeter guetigerweise jedoch ein wenig abziehen sollte da sich "mein Kuga" noch in der Einfahrphase befand. Wobei diese 10 liter allerdings meilenweit von den im Prospekt beworbenen 5,4 oder 8,1 l/100km entfernt sind. Wenn man bedenkt dan einem in diesem Auto nicht langweilig wurde und hier ein permanenter Allradantrieb werkelt, ist der relativ hohe Verbrauch nicht allzu verwunderlich.

 

ArmaturenArmaturen

 

Laengere Touren sind gross geratenen Pasagieren im Fond allerdings nur eingeschraenkt zumutbar - besonders wenn der Fahrer ebenfalls etwas groesser geraten ist. Es mangelt etwas an Beinfreiheit.

 

Beinfreiheit im FondBeinfreiheit im Fond

 

* Kosten / Anmietung [+++++]

 

Knapp 100 EUR fuer ein Wochenende im Kuga sind ein guter Kurs und auf jeden Fall sehr zu empfehlen. Wie immer alles zur besten Zufriedenheit bei Sixt am Bremer Flughafen gemietet. Der Kuga - Meine Mini-SUV-Empfehlung im Sixt-Sortiment!

Kuga4x4DCI.pdf (822 mal heruntergeladen)

02.06.2009 12:29    |    taue2512    |    Kommentare (6)    |   Stichworte: 520d, 5er, BMW, Diesel, Mietwagentest, Sixt

Aus drei mach' fuenf! Das war sozusagen das Motto dieses letzten langen Autotestwochenendes in Deutschland. Ich mietete im Vorfeld gleich eine etwas groessere Klasse, da ich Pfingsten zusammen mit meiner Partnerin in Deutschland verbingen wollte. Zu dritt - mit meinem Sohn - sitzt es sich einfach besser, wenn man gleich eine etwas hoehere Klasse bucht, dachte ich mir und anstatt wie sonst immer unter der magischen 100 EUR-Grenze fuer das komplette Wochenende zu bleiben, legte ich lieber 30 EUR drauf um somit mindestens einen Wagen vom schlage eines 3'er BMW zu haben.

 

Wie immer hatte Sixt in Bremen eine kleine Ueberraschung fuer mich parat: Hallo Herr Taue2512! Wir haben einen 5'er fuer Sie reserviert. Hoert man doch - wie eigentlich immer - ganz gerne sowas. Dankeschoen Sixt!

 

In freudiger Erwartung mit dem Schluessel in der Hand rueber ins Parkhaus direkt nebenan. Das Auto war relativ neu und noch unter 30.000 km jung. Aussen rundum schon etwas laediert - aber ehrlich gesagt fahre ich lieber einen alten Mietwagen (wenn dieses Auto nicht nach Zigaretten stinkt), der schon irgendwo eine kleine Schramme hat, als einen fabrikfrischen Neuwagen. Ich will ja nicht auf den Laufsteg damit, sondern nur von A nach B. Das hat wohl etwas mit Tiefenpsychologie zu tun, wer weiss?

 

Schoen anzusehen ist allerdings schon der Innenraum in der getesteten Farbkombination Leder Dakota braun und den grauen Interieurleisten. Das passt sehr harmonisch zusammen.

 

Die erste Ernuechterung, kam aber kurz darauf an der naechsten Ampel, als meine Freundin bemerkte das der Beifahrersitz sich nicht mehr im Abstand nach vorne oder hinten verstellen liess (zum Glueck war es die passende Groesse fuer meine Freundin) und wenig spaeter waehrend der Fahrt gab es dauernd klingelnde Geraeusche von eben diesem Beifahrersitz. Naja, aus Termindruck lohnte sich deswegen auch nicht der Rueckweg zu Sixt, denn kann ich halt leider nur mit dem Auto fahren, weil ich nicht auf den Beifahrersitz passe - ein Schelm wer boeses dabei denkt.

 

Es ging am Montag aber trotzdem irgendwie von den Platzverhaeltnissen fuer mich auf dem Rueckweg nach Bremen.

 

SeitenansichtSeitenansicht

 

  • Vorstellung / Fahrbericht [+++OO]

 

Wenn man aber ehrlicherweise realisiert, das man mit diesem Auto in der getesteten Version schon stramm auf die 50.000 EUR-Marke zugeht, macht man sich schon seine Gedanken. Ich persoenlich fand den Innenraum sehr klein und die Sitze einfach zu unkomfortabel, teure Extras wie eine dringend benoetigte Lordosenstuetze hatte Sixt bei diesem Wagen nicht mitbestellt. Auch in dieser Preisklasse uebliche Gimmicks wie Kurvenlicht oder Umfeldbeleuchtung kommen nur als weitere teure Extras. 

 

FrontansichtFrontansicht

 

Auch muss ich hinzufuegen das der Federungskomfort fuer eine Mittelklasse-Limousine einfach zu straff ist und somit wenig an diesem Wochenende geeignet fuer meine hochschwangere Freundin war. Sie beklagte sich jedenfalls besonders bei hohen Tempi auf der Autobahn, das fast jede Nahtstelle der Betonplatten zu unserem Kind durchschlaegt. Das Fahrwerk gibt sich relativ nervoes und taenzelt leicht bei Vmax von 235 km/h.

 

Der Motor zieht kraftvoll durch und schwaechelt eigentlich an keiner Stelle des Drehzahlbereiches. Wunder sollte man von den 177 PS allerdings nicht erwarten. Das manuelle Getriebe bietet kurze knackige Schaltwege, man neigt aber wegen der recht kraftintensiven Kupplung zu manch ruppigen Schaltvorgaengen. Sanft und entspannt gleiten ist aber allein schon wegen des bereits angesprochenen straffen Fahrwerks ohnehin nicht moeglich.

 

HeckansichtHeckansicht

 

Vorhin waren wir gerade bei den Sitzen: Die Kopfstuetzen sind ein Zumutung. Sie liegen einfach zu weit hinten! Und wenn man als Beifahrer mal laengere Zeit seinen Kopf daran anlehnt, wird man das anschliessende Brummen im Schaedel nur schwer wieder los. Diese Kopfstuetzen neigen naemlich bei schnellerer Fahrt dazu unangenehm zu vibrieren.

 

  • Bedienbarkeit / Intuitivität [++++O]

 

Wer den 3'er kennt, hat mit einem 5'er keine weiteren Probleme. Was mich jedoch stoerte war, das die Blinkerkontrollampen sehr weit links und rechts aussen im Armaturenbrett untergebracht sind und leicht vom Lenkradkranz verdeckt werden. Die restlichen Bedienelemente sind in sehr hochwertiger Qualitaet ausgefuehrt und tadellos platziert. Die groesse des Ablagefachs in der Mittelkonsole leidet etwas unter den limitierten Platzverhaeltnissen des Heckantrieb-Konzeptes. Gut geloest ist das Interface des Bordcomputers und die wirklich gut einstellbare Lueftung des BMW. 

 

InnenraumInnenraum

 

Diese manuell einstellbaren Luftmengen und die Kopf/Brust/Beine-Verteilung in gleich 3 Stufen wuerde ich mir auch bei mir im CC auf dem RNS510 wuenschen.

 

  • Verarbeitung / Qualität [++OOO]

 

Tadellos von der Ausfuehrung und Platzierung her, aber gewiss nicht makellos: Der klemmende Beifahrersitz beweist dies.

 

ArmaturenArmaturen

 

Ansonsten gibt sich der Innenraum haptisch sehr gediegen. Die Oberflaechen sind alle sehr hochwertig und die Materialkomposition stimmig.

 

  • Verbrauch / Nutzen [+++OO]

 

Gerade einmal 6,8 l/100km sind fuer ein Fahrzeug dieser Kategorie akzeptabel - aber nicht aussergewoehnlich gering.

 

  • Kosten / Anmietung [++OOO]

 

Auch wenn mich die BMW-Juenger nun oeffentlich hinrichten werden: In dieser getesteten Version ist der BMW auf jeden Fall nicht meine erste Wahl. Zu straff, zu teuer und von der Motorisierung zu behaebig. Bei der Wahl zum naechsten Firmenwagen wird der kleine Diesel-5'er fuer mich leider deswegen keine grosse Rolle spielen - und wenn dann nur als bald erhaeltliches 5'er Coupé-Concept. 

 

SchiebedachSchiebedach

 

Der Mietpreis in Hoehe von nicht einmal ganz 135 EUR fuer 4 Tage ist aber ein guter Kurs fuer ein ansonsten gutes und relativ verbrauchsarmes Auto - von den Sitzproblemen einmal abgesehen.

 

Wie immer von Sixt am Bremer Flughafen.

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18.05.2009 13:04    |    taue2512    |    Kommentare (7)    |   Stichworte: 350, 4MATIC, CDI, Diesel, Mercedes, Mercedes-Benz, Mietwagentest, ML

Am Wochenende war ich wieder einmal in Norddeutschland unterwegs und hatte meinen fahrbaren Untersatz wie immer bei Sixt am Bremer Flughafen im Internet reserviert. Als ich ankam begrüsste mich die überaus freundliche junge Dame mit den Worten: „Hallo Herr taue2512! Wir haben heute wieder einmal etwas grösseres für Sie.“ Sowas hört man doch gerne, dachte ich mir sogleich – denn gemietet und bezahlt hatte ich vorab lediglich eine relativ niedrige Klasse vom schlage Peugeot 407 für knapp unter 100 EUR im Wochenendtarif (ohne Versicherungen).

 

ML350CDI 4MATIC SeitenansichtML350CDI 4MATIC Seitenansicht

 

Ehrlich gesagt war ich etwas baff als die Dame zu mir sagte, das es diesmal ein Mercedes-Benz ML350 CDI 4MATIC sein würde. So viel Generosität hatte ich offen gesagt gar nicht erwartet, aber vermutlich sind die froh, das sich am Wochenende ein guter Kunde eines so grossen Fahrzeuges erbarmt und es sich somit nicht im Parkhaus kaputtsteht. Bei dieser Fahrzeugklasse verlangt Sixt normalerweise stolze 4.000 EUR Kaution und verbietet einem Fahrten in bestimmte Zielländer – aber nach Polen wollte ich ja schliesslich nicht.

 

InnenansichtInnenansicht

 

Bei der momentanen wirtschaftlich schlechten Lage und der ebenso gearteten Zahlungsmoral meiner Kunden, sowie der Tatsache das ich viele im Voraus gebuchte Flüge bereits auf meine Kreditkarte in diesem Monat genommen hatte dachte ich mir schon das das wohl meinen noch verfügbaren Kreditrahmen auf meiner deutschen ADAC-Visakarte sprengen würde. Seit dem letzten Datenskandal ist die Landesbank Berlin was Kreditrahmen angeht ja so dermassen pingelig geworden.

 

ML350CDI 4MATIC FrontansichtML350CDI 4MATIC Frontansicht

 

Ich gab der Dame also meine französische private Mastercard und Sie reduzierte die Kaution auf läppische 1.000 EUR – das nennt man einen guten Service.

 

• Vorstellung / Fahrbericht [+++OO]

 

Insgeheim wollte ich den ML ja immer schonmal erfahren, nach den ersten Touren im holländischen Sixt-Outlander vor einiger Zeit habe ich den besonderen nutzen, sozusagen deren „Added-Value“ dieser Fahrzeuge erkannt – gerade hier bei uns im hohen Norden, denn in meiner Heimatregion gibt es viele zum Teil unbefestigte Wege, die einfach erkundet werden möchten. Und das Sixt mir quasi den Wunsch nach einem Diesel von den Lippen ablas, passte in diesem Fall wie die Faust aufs Auge.

 

Blick nach hintenBlick nach hinten

 

Der ML350 CDI als 4 MATIC beginnt nackt bei stolzen 55.200 EUR Einstandspreis. Dafür bekommt man eigentlich nichts weiter als einen zugegebenermassen dürftig ausgestatteten Soft-Offroader. Der von mir getestete Wagen hatte schon einige Extras verbaut, die den Umgang mit ihm wesentlich spassiger und vor allem komfortabler gestalten. In weniger spassige Sphären klettert dann allerdings auch der Preis: Rund 70.000 EUR sind dann fällig – Hut ab, aber wir fahren ja schliesslich einen Mercedes.

 

Ich wähle bewusst die Bezeichnung „Soft-Offroader“, denn wer nun erwartet das man mit diesem Auto zum Preis einer kleinen 1-Zimmer-Wohnung an der Rally Paris-Dakar teilnehmen kann, irrt sich: Die verfügbare Bodenfreiheit ist gerade noch als „ausreichend“ zu bezeichnen und es fehlen vernünftige Ausstattungen wie manuelles Sperrdifferential oder eine wirklich wirksame Geländeuntersetzung. Trotz des im Testwagen verbauten Off-Road Pakets „Pro“ für knapp 1.800 EUR, das einem einen Bergabfahrassistenten, Geländeübersetzung und eine automatische Differentialsperre bietet, ist es in manchen Fahrsituationen etwas überfordert. Überhaupt nehmen einem die ganzen elektronischen Helferlein für meinen Geschmack einfach zu viel Arbeit ab, denn wenn man einen Ausflug ins Gelände macht will man doch auch noch ein wenig selber arbeiten, oder?

 

In allen Fahrsituationen bremst und regelt der Bordcomputer zuverlässig, so dass man keine Grenzen überschreitet. In Kurven bekommt man das schwere Fahrzeug sogar auf Schotterpisten maximal in ein neutrales Schieben über die Vorderräder und das war es dann auch schon. Insgesamt ist das Fahrverhalten also recht gutmütig. Das bevorzugte Revier dieses Autos sind eben Autobahnen, Landstrassen und ab und an eben auch mal ein paar Sand- oder Schotterwege. Der 350’er Diesel wäre meine absolute Mindestmotorisierung für einen ML, denn auf Autobahnen bietet er in etwa die gleiche Elastizität wie ein normaler 140PS Diesel-Passat, wobei die Vmax dieser fahrenden Schrankwand schon bei 215 km/h erreicht ist.

 

Leider schaltet die 7-Gang-Automatik bei schnellen Beschleunigungsvorgängen relativ ruppig durch den ersten beiden Gänge. 

 

Die Lichtleistung der direktionalen Xenon-Scheinwerfer mit Kurvenlicht und ist als hervorragend zu bezeichnen, plötzlich vor dem Fahrzeug auftauchendes Grosswild kann sehr früh erkannt werden.

 

FernlichtFernlicht

 

Sehr sinnvoll sind auch die Sonnenblenden.

 

Sinnvoll: Steppentaugliche SonnenblendenSinnvoll: Steppentaugliche Sonnenblenden

 

Ein wenig unharmonisch hingegen fügt sich die abnehmbare Anhängerkupplung in das schöne Heck ein - aber bei der hohen Zuglast des ML sicher ein sehr sinnvolles und vor allem nützliches Zubehör.

 

Die unschöne AHKDie unschöne AHK

 

Stauraum und Platz auch auf den hinteren Sitzen ist mehr als ausreichend verfügbar. Lange Reisen werden durch die recht guten hinteren Sitze nicht zur Tortur für die Mitreisenden und auch bei grossen Fahrern ist der hintere Beinraum noch ausreichend.

 

Grosse Klappe - viel dahinterGrosse Klappe - viel dahinter

 

• Bedienbarkeit / Intuitivität [++++O]

 

Mercedes-typisch gibt es an der Platzierung der Bedienelemente kaum etwas zu meckern. Ergonomieprobleme bekommen höchsten sehr lange Fahrer, denn die relativ kurzen Sitzflächen der sehr flach und wenig kontouriert gepolsterten Frontsitze bieten nur wenig Schenkelauflagefläche und leider lassen sich die Sitzflächen nicht zusätzlich in der Länge verstellen. Ein kleineres aber zu verschmerzendes Übel ist ferner die Tatsache, das die Knöpfe für das Dimmen der Instrumente, sowie der Rückstelltaster im äussersten oberen Teil des Instrumententrägers untergebracht sind, dadurch wird man gezwungen jedes Mal durch das Lenkrad hindurchzugreifen. Die restlichen Elemente kennt man von anderen Mercedes-Modellen und man kommt sofort mit deren Bedienung zurecht.

 

Was sehr grosse Freude am getesteten Wagen bereitete war das grosse Command APS mit eingebauter Festplatte, Kartenslot und Kartennavigation. Die Verständigung und Bedienung durch Sprachkommandos erfolgte einwandfrei. Der Klang des Radios ist ausgewogen und gut, doch wer desöfteren sehr laute Musik hört, wird mit dem maximalen Lautstärkepegel nicht zufrieden sein. Die Kopplung mit meinem N95 Mobiltelefon klappte wie eigentlich immer bei Mercedes einwandfrei aber ohne rSAP-Profil, wenngleich der Lautstärkepegel eingehender Gespräche gerade noch akzeptabel ist.

 

MittelkonsoleMittelkonsole

 

Zur Kartennavigation: Die Darstellung wirkt etwas fade, leider gibt es keinen 3D-Modus für die Ansicht und vielerorts mangelt es einfach an der Abdeckung oder der Genauigkeit, gerade kleinere Feldwege oder Verbindungsstrassen sollte ein Off-Road Navigationssystem kennen. Naja, für diese Fälle gibt es ja denn noch für die norddeutschen Savannen einen Kompass-Modus. 

 

Etwas fad: NavigationEtwas fad: Navigation

 

• Verarbeitung / Qualität [++++O]

 

Hier gibt es nicht zu viel Worte zu verlieren: Tadellose Verarbeitung im ganzen Auto. Gut, ein oder zwei Dinge sind noch verbesserungswürdig. Zum Beispiel ist da der Aschenbecher in der Mittelkonsole für die hinteren Passagiere, dessen komplizierte Mechanik neigt dazu sich permanent irgendwie zu verhaken.

 

Nicht sehr pflegeleichtNicht sehr pflegeleicht

 

Der getestete Wagen hatte ferner als Innendekor der Mittelkonsole eine Art Hochglanz-Plastik mit einem aufgedruckten Riffelmuster, dieses kann ich wirklich keinem ML-Interessenten ruhigen Gewissens empfehlen! Man sieht darauf wirklich jeden Dreck, angefangen von Fingerabdrücken bis hin zu mikrofeinem Staub – hier besser in ein gediegeneres Design investieren.

 

• Verbrauch / Nutzen [+++OO]

 

Wow! Mercedes hält sich bei diesem Auto fast peinlich genau an die Versprechungen von 11,6 bis 12 l/100km. In der Praxis genehmigte sich der ML350 bei meiner ausgewogenen Fahrweise ebenfalls rund 11,5 liter. Wenn man es genüsslich angehen lässt kann man auch manchmal den Verbrauch bis auf unter 9 Litern drosseln, aber dazu muss man sich schon sehr anstrengen und sich arg zusammen reissen.

 

Lässt man es hingegen ordentlich krachen konsumiert der ML selten mehr als 15 Liter. Wenn man bedenkt das man hier 3 Liter Hubraum und 6 Zylinder befeuern muss, eigentlich ein erstaunlich schlanker Wert für die gebotene Fahrzeuggrösse und vor allem das hohe Gewicht. Jedenfalls sind das die komfortabelsten 15 Liter meines Lebens.

 

• Kosten / Anmietung [+++++]

 

Alles wie immer top in Ordnung und in der gewohnten Servicequalitaet bei der netten Mannschaft von Sixt am Bremer Flughafen gemietet! Gut, nicht mal 100 EUR (ohne Versicherung) für ein komplettes Wochenende ist für einen ML schon ein Zufall aber vor allem ein nettes Geschenk. Danke Sixt!

ML350CDI4MATIC.pdf (1020 mal heruntergeladen)

04.05.2009 18:54    |    taue2512    |    Kommentare (10)    |   Stichworte: C180, C-Klasse, Kompressor, Mercedes, Mercedes-Benz, Mietwagentest, Sixt

Es ist schon ein wenig schwierig ueber ein Auto zu schreiben, das fuer viele Leute in dieser Klasse Massstaebe gesetzt hat: Die Mercedes-Benz C-Klasse. Ich bin Donnerstag wieder einmal in Hamburg gelandet und hatte mir diesen Wagen bis Montag bei der Firma Sixt dort geliehen. Alles in allem ein schoenes Auto, das in der getesteten Konfiguration bei rund 38.000 EUR liegt. Dafuer werden einem aber lediglich die Einstiegs-Motorisierung und ein paar nette Spielereien geboten, wer allerdings Wunder erwartet kann schon eine Menge Geld in dieses Auto stecken.

 

 

SeitenansichtSeitenansicht

 

* Vorstellung / Fahrbericht [++OOO]

 

 

Da bezeichnet die Firma Mercedes das Fahrwerk der Ausstattungslinie "Avantgarde" vollmundig mit den Worten "Agility Control". Dies suggeriert einem zumindest einen Hauch von Sportlichkeit, sollte man meinen - aber Fehlanzeige: In Kombination mit dem relativ durchzugsarmen 1.6l-Motor - der mit 156 PS und einem relativ hohen Verbrauch aufwartet - verhaelt sich das Fahrwerk alles andere als sportlich. Es ist fuer meinen Geschmack viel zu weich gefedert, denn das Auto tendiert gerade bei holperigen Landstrassen zu einem zum Teil sehr instabilen Fahrverhalten.

 

InnenraumInnenraum

 

Das manuelle 6-Gang-Getriebe kann zwar durch die hakelfreien und gut abgestimmten Gaenge zwar wieder ein wenig punkten, aber zunichte gemacht wird dieser Punktvorteil dann schlussendlich von den schlaffen Bremsen. Sie sind insgesamt sehr undefiniert und verfuegen ueber keinen merklichen Bremspunkt. Dies verleitet den Fahrer oftmals bei schnellerer Fahrt die Bremsen in Grenzsituationen etwas zu stark zu dosieren, was das Auto sofort mit einem nervoesen Hecktritt quittiert. Das ESP regelt in diesen Situationen aber dann auch sehr wirkungsvoll und trotz des Heckantriebes ist der Wagen nur schwerlich in grenzwertige oder gar gefaehrliche Fahrzustaende zu bringen, es sei denn es hat gerade geregnet.

 

Ein weiterer Punkt ist die relativ breite und weit nach vorne verlegte B-Saeule der Karosserie. Grosse Fahrer wie ich sitzen bei korrekt eingestelltem Sitz regelrecht daneben, was besonders den Blick zur rechten Seite etwas einschraenkt. Da kann leicht mal ein Vorfahrtsberechtigter uebersehen werden, wenn man sich nicht als Fahrer desoefteren nach vorne beugt. Da wir gerade bei grossen Fahrern sind: Die normalen Textilpolster-Sitze sind ebenfalls wenig ergonomisch im unteren Rueckenbereich und wie das Fahrwerk viel zu weich im Lendenbereich.

 

* Bedienbarkeit / Intuitivität [++++O]

 

 

Alle Bedienelemente sind weitestgehend selbsterklaerend ung sehr gut platziert. Mich als Fahrer stoerte jedoch das der Blinkerhebel am Lenkrad fuer meinen Geschmack zu weit nach unten angeordnet wurde, das ist irgendwie ein wenig unergonomisch geloest. Die Rundinstrumente sind klar ablesbar, jedoch stoert das die Blinkerkontrolllampen und die ESP-Leuchte bei strahlendem Sonnenschein nur sehr schwer auszumachen sind - hier ist endeutig weniger Design und mehr Funktionalitaet gefragt. Das Glashub-/Schiebedach ist ausreichend gross dimensioniert und lueftet den Innenraum fast zugfrei bis Tempo 90, bei schnelleren Tempi wird es allerdings schon etwas lauter - wobei der Gerauschpegel im Vergleich zu anderen Autos noch angenehm ist.

 

HeckansichtHeckansicht

 

Das Navigationssystem Audio 50 APS mit Pfeildarstellung ist fuer die gelegentliche Nutzung absolut ausreichend wenn man auf Umgebungskarten verzichten kann und in puncto Bedienung eingaengig und tadellos. Gesteuert werden alle Navi-Eingaben ueber einen Aluminium-Dreh-/Druckknopf wie bei anderen Automodellen auch auf der Mittelkonsole. Das zentrale Farbdisplay auf dem Armaturenbrett laesst sich manuell mit einer Klappe vor neugierigen Blicken verdecken.

 

FrontansichtFrontansicht

 

Das Auto verfuegte ueber eine glasklar verstaendliche Bluetooth-Freisprecheinrichtung, die sich (ohne rSAP) problemlos mit meinem NOKIA N95 koppeln liess. Der Klang des Radios ist gut, wenn auch zum Teil fuer meinen Geschmack zu sehr bassbetont.

 

KurvenlichtKurvenlicht

 

Das Xenonlicht ist sehr hell und besitzt ferner ein Kurvenlicht das ueber die Nebelscheinwerfer arbeitet, es ist allerdings nicht direktionell - was aber bei der guten Lichtleistung zu verschmerzen ist.

 

* Verarbeitung / Qualität [+++++]

 

 

Alles an diesem Auto ist in gewohnter Manier in bester Verarbeitungsqualitaet ausgefuehrt. Hier knackt und knarzt rein gar nichts, obwohl der Testwagen bereits ueber 20.000 km gelaufen hatte.

 

* Verbrauch / Nutzen [++OOO]

 

 

Zu seiner Mogelpackung BlueEFFICIENCY muss ich hier keine grossen Worte mehr verlieren, oder? Was die B-Klasse beweist fuehrt die C-Klasse weiter. Jedenfalls laesst die Verbrauchsangabe des Herstellers von 6,7 - 7,3 l/100km so gut wie gar nicht einhalten. In der Praxis genehmigt sich der Motor zwischen 8,5 und 9,2 l/100km. Dafuer bekommt man aber eine recht geraeumige Limousine mit akzeptablen Fahrleistungen.

 

* Kosten / Anmietung [++OOO]

 

 

Da ich aus dem Wochenend-Tarif durch meine Anmietung am Donnerstag Nachmittag bis zum Montag frueh rausgefallen bin, belaeuft sich der Tasgessatz auf rund 27 EUR ohne Versicherungen. Eigentlich ganz akzeptabel fuer so eine Augenweide von Auto. Leider hatte die Dame bei Sixt im Flughafen einige Probleme den Schluessel bei der Abholung zu finden, nach dem oeffnen aller Tresen-Schubladen und ca. 5 Minuten Wartezeit war dieser letztendlich dann doch irgendwann da.

 

Die Rueckgabe am Montag war auch ein wenig chaotisch: Ein einziger Mitarbeiter fuer eine Autoschlange von gut 15 Autos im unteren Parkdeck an der Rueckgabestation. Hinter mir reihte sich ein Sixt-Porsche ein, dessen Fahrer-Gesicht mit von irgendwoher bekannt vorkam: Es war der bekannte Talkmaster Oliver Geissen! Herr Geissen war genauso perplex wie ich ob man nun warten oder einfach weggehen sollte. Nach ein paar Minuten des wartens kam der Angestellte dann zuerst zu ihm (VIP-Bonus) und dann zu mir mit den Worten: "Lassen Sie den Wagen einfach stehen! Vollgetankt isser? Brauchen sie Unterlagen?".

MBC180Kompressor.pdf (810 mal heruntergeladen)

21.04.2009 12:10    |    taue2512    |    Kommentare (14)    |   Stichworte: 140, 407, Diesel, HDi, Mietwagentest, Peugeot, Sixt, Sport

Was? Schon wieder sind die letzten 14 Tage wie im Fluge an mir voruebergezogen und es wurde mal wieder Zeit fuer mich, das ich mich um einen fahrbaren Untersatz fuer das anstehende Besuchswochenende in Norddeutschland kuemmere. Obwohl ich diesmal wieder in Bremen - also einem relativ kleinen Sixt-Flughafencenter - landete, wurde ich trotzdem zusammen mit der netten Dame am Sixt-Schalter schnell fuendig.

 

Da ich bereits die B-Klasse wahrend meiner Testfahrten erfolgreich demoliert und deshalb in schlechter Erinnerung hatte und irgendwie auch gerade keine Lust auf einen Ford Focus Kombi verspuerte, entschied ich mich kurzerhand fuer die angebotene Peugeot 407 Limousine als Diesel mit einem Ladenpreis von rund 28.500 EUR.

 

  • Vorstellung / Fahrbericht [++OOO]

 

Diese Mittelklasse-Limousine ist aber recht gross geraten! Das denkt man zwangslaeufig als erstes wenn man mit diesem Auto in Kontakt kommt. Die Ueberhaenge der Karosserie sind relativ weit und ausladend, der Innenraum deswegen grosszuegig und breit.

 

Peugeot 407: SeitenansichtPeugeot 407: Seitenansicht

 

Beim ersten reinsetzen als Fahrer greift man nach ein paar Sekunden unweigerlich an die Sitzhoehenverstellung, denn die Sitzposition auf den sehr weich gepolsterten und fuer eine "Sport-Ausstattungslinie" zu wenig kontourierten Sitzen kommt einem zuerst ein wenig ungewohnt und sehr hoch vor. Nach den ersten Metern faellt einem ferner auf, das sich der Diesel doch relativ lautstark als solcher im Innenraum bemerkbar macht. Hier haette die Gerauschdaemmung ruhig etwas besser sein koennen.

 

Aussen hui und inn pfui will ich nicht gerade sagen, aber was das Innendesign angeht gibt sich der Franzose relativ nuechtern: Wenig gewagte Design-Spielereien und verschiedene Materialien auf dem Armaturenbrett und kaum Dinge die einem direkt ins Auge springen und erkundet werden moechten. Alles sehr nuechtern und funktional. Dies bietet ein gewisses Understatement, sowie einen Hauch im Retro-Look der ersten Renault Megane-Familie.

 

Peugeot 407: HeckansichtPeugeot 407: Heckansicht

 

Da verwundert es kaum, das die Fahrleistungen genauso durchwachsen sind wie das Design - zumindest mit dem fuer meinen Geschmack genauso wie bei den Sitzen zu weichen "Sport"-Fahrwerk. Das Fahrwerk ist einfach noch viel zu weich abgestimmt, in schnellen Kurven und bei Lastwechseln zeigt die Vorderachse deutliche Grip-Probleme und das Auto tendiert zum ploetzlichem Ausbrechen, was in manchen Faellen den Fahrer schon sehr ueberraschen kann.

 

Wenn das ESP nicht waere, welches m.M. nach viel zu oft und zu frueh den Fahrer im Zaum haelt, waere das Auto noch schlechter zu fahren. Strassen, die ohne Probleme auch in hoeheren Tempi mit dem kleinen Bravo zu meistern waren, verlangten mit dem 407 deutlich mehr Konzentration am Steuer. Wenn man es aber langsam angeht mit diesem Auto, ist der Federungskomfort nahezu ideal. Die etwas hakelige Schaltung und die zu kleinen Aussenspiegel trueben das Gesamtbild zusaetzlich.

 

Peugeot 407: FrontansichtPeugeot 407: Frontansicht

 

Von 0 bis 60 km/h bringt der kleine 140 PS Selbstzuender zwar fuer jegliche Fahrsituation genuegend Dampf und vor allem eine aufdringliche Geraeuschkulisse, aber ab Tempo 90 geht dem Triebwerk dann schon deutlich die Puste aus. Die Vmax liegt bei 215 km/h an. Bei Beschleunigungsmanoevern jenseits der 110 km/h kann man als Fahrer sich noch so sehr bemuehen das Gaspedal sehr frueh durchzutreten - und mit dem doch etwas merkwuerdigen und ueberdeutlich spuerbaren "Kickdown"-Knackschalter am Ende des Pedalwegs versuchen ein paar zusaetzliche Pferde abzufordern - aber das alles bleibt ohne merklichen Erfolg. Reisen und nicht rasen scheint das Motto des 407'ers zu sein und dazu laedt der vorhandene Stauraum auch geradezu ein.

 

  • Bedienbarkeit / Intuitivität [+++OO]

 

Wie bereits eingangs geschrieben, zeigt sich der 407'er im Innenraum erstaunlich bieder. Die vielen Tasten des Multifunktions-Radios, besonders der Bedienungssatellit am Lenkrad sind etwas gewoehnungsbeduerftig. Auch die Bedienung des kombinierten Tempomaten/Begrenzers ist alles andere als selbsterklaerend. Was allerdings gut geloest ist, ist das das Radiodisplay auf Knopfdruck zwei voneinander getrennte Bordcomputer oder wahlweise die Reichweite anzeigen kann. Das Auto war uebrigens so programmiert, das bei jedem abschliessen der Tueren die Spiegel einklappten. Es gibt eine Vielzahl von Einstellungsmoeglichkeiten, auf Wunsch gibt der Bordcomputer auf einer Seite alle derzeitigen Parameter und deren Status aus.

 

Die Parkdistanzkontrolle ist den relativ hohen Aufpreis wert, hinten und vorne sorgen je zwei Stereo-Lautsprecher dafuer das der Fahrer akkustisch immer weiss auf welcher Seite des Fahrzeuges sich gerade ein Objekt befindet. Trotz der exzellenten Rundumsicht durch die grossen Scheiben nach vorne und zu den Seiten, ist die Situation nach hinten dank des ausladenden Hecks nicht ganz einfach einzuschaetzen.

 

Peugeot 407: InnenraumPeugeot 407: Innenraum

 

Ein Detail, welches mich allerdings nerven wuerde: Dank der grossen und recht flachen Frontscheibe kommt es zu sehr starken Reflektionen durch das Armaturenbrett, die gerade bei Nachtfahrten (beleuchtete Innenstaedte und Strassenlampen) oftmals sehr stoerend sind.

 

  • Verarbeitung / Qualität [++++O]

 

Durch gemeinsame Nutzung von serienuebergreifenden Teilen bedient sich der Peugeot an gaengigen Loesungen aus den Tochterkonzernen: Alles wirkt qualitativ gut verarbeitet und solide. Die Spaltmasse der Karosserie und die Verarbeitung sind okay.

 

Peugeot 407: ArmaturenbrettPeugeot 407: Armaturenbrett

 

Auch "unsichtbare" Installationen wie Kabelbaeume oder Kofferraumabdeckungen sind allesamt sorgfaeltig ausgefuehrt. Leider geniesst der 407'er in Deutschland wie ich finde zu unrecht ein sehr negatives Ansehen als ein sehr fehleranfaelliges Fahrzeug.

 

  • Verbrauch / Nutzen [+++OO]

 

Wer ein grosszuegiges aber dennoch guenstiges Fahrzeug fuer den sicheren und nicht allzu sportlichen Transport von 4 Erwachsenen samt Gepaeck von A nach B benoetigt, ist beim 407'er gut aufgehoben. Die Verbrauchswerte pendelten sich zwischen 6.9 und 8.6 l/100 km, je nach fahrweise ein.

 

  • Kosten / Anmietung [++OOO]

 

Da ich mit der Anmietung wieder im guenstigen Wochenendtarif inklusive aller Kilometer lag, beliefen sich die Mietkosten wieder knapp unterhalb der magischen 30 EUR pro Tag. Dafuer bekommt man in diesem Fall eine sehr ausgewachsene und komfortable (Reise-)Limousine. Wie immer mit dem gewohnten superfreundlichen Service der Firma Sixt in Bremen am Flughafen. Lediglich der doch fuer einen Nichtraucher sehr aufdringliche Tabakgeruch des Innenraums und Textilsitze truebte ein wenig den Fahrspass an diesem ansonsten tollen Wagen.


07.04.2009 21:57    |    taue2512    |    Kommentare (26)    |   Stichworte: Bravo, Diesel, Fiat, Mietwagentest, Sixt

So langsam wird die Luft eng und die moegliche Auswahl im Kleinwagensegment bei Sixt fuer mich immer schwieriger. Zum Glueck bin ich am letzten Donnerstag in Hamburg gelandet, da dort die bereitgehaltene Mietwagenflotte ja zum Glueck etwas groesser ist als bei den Kollegen von Sixt in Bremen am Flughafen hatte ich trotzdem Erfolg.

 

SeitenansichtSeitenansicht

 

Nach ein wenig suchen hatte am Donnerstag die nette junge Dame am Schalter einen passenden Testkandidaten fuer mich schnell gefunden: Der Fiat Bravo mit mittlerer Diesel-Motorisierung. "Achja, und sogar mit Navi!" sagte sie noch mit einem bezubernden laecheln als ich mit dem Schluessel in der Hand in freudiger Erwartung wegging, aber dazu gleich mehr.

 

Ansonsten haette ich selbstverstaendlich Vor-Ort auch auf die noch kleinere Mietklasse vom schlage Corsa und Co. umsatteln koennen - gegen Erstattung gegenueber dem Buchungspreis natuerlich, aber das wollte ich meinem Hintern nun wirklich nicht antun, denn ich musste noch einige Kilometer fahren bis heute Vormittag (Dienstag) und da kam der etwas besser motorisierte Diesel gerade recht, dachte ich mir.

 

  • Vorstellung / Fahrbericht (++++O)

 

Der Fiat Bravo kommt schon sehr stylish daher, von aussen wirklich ein lecker und vor allem optisch wie ich finde gelungener Kleinwagen mit genau den richtigen Proportionen. Wenn man die Tuer oeffnet kommt schon ein kleiner "Wow-Effekt" beim ersten Anblick des Innenraumes. Soviel Eleganz haette ich dem kleinen ja ehrlich gesagt gar nicht zugemutet: Die Polster wirken edel, ebenso wie die gesamte Materialanmutung der Oberflaechen. Auf den ersten Blick wirkt alles richtiggehend solide und qualitativ gehoben. Das Armaturenbrett mit diesem Riffel-Schachbrettmuster im "Moechtegern-Carbonlook" ist vielleicht nicht gerade Jedermanns Sache, aber es macht schon was her und gibt dem Innenraum einen gewissen Touch.

 

FrontansichtFrontansicht

 

Kaum zu glauben das die kleinste Version des Bravo dabei schon bei knapp 16.000 EUR beginnt, der von mir getestete Wagen summiert sich allerdings bereits mit allen Extras auf gut und gerne 24.500 EUR - eine Menge Holz. Gut: Diesel, Klimatronik, Lederlenkrad, Fensterheber, Bluetooth-Radio mit Navi und vieles mehr gehen schon deutlich - wenn zum Teil auch im Rahmen von Ausstattungslinien oder Paketen - ins Geld. Da kommt man schon ins gruebeln, ob da nicht doch eine andere Marke in Frage kommen wuerde - man hoert ja so viel schlechtes ueber Fiat...aber die Bedenken zerstreuen sich spaetestens nach den ersten Metern Fahrt.

 

HeckansichtHeckansicht

 

Wie viele andere Modelle von Fiat besitzt auch der Bravo eine "Stadtschaltung" fuer die Servolenkung, damit kann man quasi mit dem kleinen Finger lenken. Das Auto ist nach vorne hin sehr uebersichtlich - der Fahrer weiss stets wo die rundliche Karosse endet. Fuer Schattenparker hat Sixt extra die Einparkhilfe hinten mitgeordert, was bei der doch recht eingeschraenkten Sicht nach hinten eine gute Investition ist.

 

Die ersten Autobahnkilometer festigen den Eindruck eines ziemlich "erwachsenen" Kleinwagens. Durch die recht gute Verarbeitung klappert nichts und die Innengeraeuschdaemmung ist sehr effektiv. Am Stauende vor dem Elbtunnel musste ich mich gleich mehrmals versichern, ob der Diesel noch dreht, so leise und kultiviert laeuft der 88kW-Selbstzuender in dem kleinen Fiat.

 

  • Bedienbarkeit / Intuitivität (++OOO)

 

Alle Schalter und Bedienelemente sind gut platziert. Alle? Nein, es gibt zwei eklatante Ausnahmen: Die Taster fuer die Nebelleuchten und das Nebelschlusslicht zum Beispiel! Welcher Innenraumdesigner platziert diese fast vor der Nase des Beifahrers ganz rechts im Armaturenbrett? Was ebenfalls ein wenig nervig ist, ist die zwar superverstaendliche aber komplizierte und zudem teilweise unlogische Sprachbedienung des Blue&Me Audiosystems. Die Kopplung mit meinem NOKIA N95 funktionierte via Sprachbefehl auf anhieb (leider kein RSAP).

Warum aber brauche ich so eine Sprachbedienung, wenn ueber 80% der Optionen nur im Stillstand genutzt werden duerfen?

 

InterieurInterieur

 

Und das Navi? Naja, Sixt platzt ja gerade vor Selbstsicherheit, das die einem dieses Auto mit dem Vermerk "Navi" unterjubeln: Via Sprachkommando "Navigation" und "Adresse eingeben" (was dann wiederum erfordert das das Auto stillsteht weil man wie ein bloeder auf den Lenkrad-Schalttasten rumkloppen muss, bis man den richtigen Ort endlich gefunden hat), erwartet man als gediegener Nutzer doch eigentlich auch nur, das man eine komplette Wohnadresse - vielleicht sogar mit einer Hausnummer - eingeben kann, oder? Aber Fehlanzeige: Sogar in der touristischen Weltstadt Cuxhaven kennt das Navi sage und schreibe nur einen einzigen Zielpunkt (POI), naemlich den "Hauptbahnhof". Vielleicht sorgt Fiat mit dieser Mogelpackung so vor, das die gehaltenen Lenker zumindest jederorts eine Anbindung an den oeffentlichen Personennahverkehr finden, wenn der im Volksmund als sehr fehleranfaellig verspottete Fiat (Fehler In Allen Teilen) mal wieder streikt. Aber naja, es gibt schlimmeres und ihr wisst nun Bescheid das dieses "einfachst-Navi" sein Geld als Option auf jeden Fall nicht wert ist - denn lieber das richtige Navi nehmen, falls ueberhaupt noetig.

 

Was aber wirklich der helle Wahnsinn im wahrsten Sinne des Wortes an diesem Auto ist, ist das durch die Nebelscheinwerer realisierte Abbiegelicht. Sogar in Kombination mit den "normalen" Ellipsoid-Halogenscheinwerfern ist das Plus an Sicherheit eindeutig zu erkennen.

 

AbbiegelichtAbbiegelicht

 

Zum Fahrwerk hingegen hege ich persoenlich gemischte Gefuehle, es ist ein wenig zu weich. Ein wenig straffer taete dem Bravo sicherlich ganz gut. Was auffaellt ist jedoch, das laengere Bodenwellen den Aufbau zum aufschaukeln bringen, waehrend kurze knackige Schlagloecher fast vollstaendig abgefedert werden - irgendwie komisch. Egal, das Auto macht schon riesig Spass und der Motor bringt einen schneller auf 130km/h auf kleinen Nebenstrassen oder Wirtschaftswegen, als einem lieb ist. Der Diesel ist sehr durchzugsstark und kaum als Selbstzuender waehrend der Fahrt zu identifizieren. Die Schaltung ist wunderbar praezise und laedt geradezu zum sportlichen Heizen ein, und das Lederlenkrad in dieser Ausstattungslinie ist ein Traum und liegt wunderbar in der Hand (manchmal drueckt man allerdings aus Versehen in sportlich gefahrenen Kurven auf irgendeine Taste).

 

  • Verarbeitung / Qualität (+++OO)

 

Nix klappert, klemmt oder regt einen allzusehr auf - von den vorhin geschilderten Ergonomie-Schwachpunkten einmal abgesehen. Bei schnellen Autobahnstuecken bei Vmax (195 km/h) hingegen vibrieren die Aussenspiegel sehr deutlich und lassen den Blick hinter das Fahrzeug ein wenig verschwimmen - aber Italiener sind ja bekanntlich eher optimistisch und schauen sowieso nur nach vorn.

 

  • Verbrauch / Nutzen (++OOO)

 

Leider ist der tolle Diesel ein verkappter Saeufer: Man muss sich schon arg anstrengen, den Verbrauchswert auf unter 5,5 l/100km zu druecken. In der Praxis im gemischten Einsatz sollte man eher zwischen 6,3 und 6,5 l/100km einkalkulieren, das macht die Sparsamkeits-Vorteile einer Diesel-Motorisierung leider wieder etwas zunichte.

 

NachtdesignNachtdesign

 

Groessere Fahrer werden auf langen Strecken auf Dauer sicherlich weniger Freude am Fahren wegen der relativ kurz geratenen Sitzflaeche haben, aber die bekommen sicherlich denn auch spaetestens schon beim Einsteigen ein paar Probleme. Ab einer Fahrer-Koerpergroesse von ueber 180cm haben dann auch Personen im Fond keinen grossen Spass mehr am mitreisen mangels Beinfreiheit. Kofferraumvolumen ist dagegen reichlich vorhanden.

 

InnenraumInnenraum

 

  • Kosten / Anmietung (+++OO)

 

Da ich dieses Mal ganze 6 Tage mit dem Wagen fahren musste, fiel ich aus dem guenstigen Wochenend-Tarif heraus. Das Auto kostete mit 20% Standortzuschlag inklusive 1250km knappe 49 EUR pro Tag - immer noch akzeptabel. Und wieder einmal 1A und tadelloser Service von den Maedels (und Jungs) der Firma Sixt - diesmal am Flughafen Hamburg.

Fiat_Bravo_198_PL.pdf (1368 mal heruntergeladen)

31.03.2009 10:55    |    taue2512    |    Kommentare (3)    |   Stichworte: Getz, Hyundai, Klasse B, Mauritius, Mietwagentest, Sixt

AbholungAbholung

 

Der Hyundai Getz wurde erstmals im Jahre 2002 in Genf der Oeffentlichkeit vorgestellt. Klar, das bei einem vom Konzept her nun fast 7 Jahre alten Kleinwagen ein paar Details im Vergleich zu heutigen Autos in dieser Klasse hinken, aber eines muss man dem kleinen jedoch eingestehen: Er ist sehr sparsam, ausreichend motorisiert und relativ flott unterwegs (Naja, relativ weil im Urlaub ist man ja zum Glueck eher gemuetlich unterwegs). Leider ist der knuffige Getz als Neuwagen in Deutschland mittlerweile offiziell nicht mehr zu bekommen, in der neuen Hyundai-Modellpalette wird er vom i20 und dem i30 abgeloest, die bei Preisen um die 11.250 bzw. 15.200 EUR liegen.

 

Die beiden kleinsten KlassenDie beiden kleinsten KlassenGroessenvergleich Getz vs. AtosGroessenvergleich Getz vs. Atos

 

Bislang wurden knapp 550.000 Einheiten vom Getz verkauft und der Getz ist somit das erfolgreichste Modell im Hause Hyundai, denn produziert wird er immer noch fuer Afrika und Australien. Inzwischen hat der Kleinwagen auch ein leichtes Facelift erfahren mit neuem Aussenstyling und zusaetzlichen Innenfarben, sowie einer breiteren Motorenpalette und dem seit laengerem faelligen ESP.

 

Vorstellung / Fahrbericht (++OOO)

 

Rechts lenken, links schaltenRechts lenken, links schalten

 

Die kleine 1.3-Liter Maschine mit ihren 60.3 kW ist fuer einen Ferien-Mietwagen gerade noch akzeptabel, wenn man nicht durch seinen Urlaub rasen moechte. Klar kann man selbst bei dieser mittleren Motorisierung riskante Ueberholmanoever vergessen, aber wenn der kleine einmal in voller Fahrt ist macht das fahren mit ihm sogar manchmal Spass. Und mit dem Wissen, das dies noch nicht einmal der kleinste Motor ist und alles noch viel schlimmer haette kommen koennen bei "nur" 1.1 Liter Hubraum und sagenhaften 46 kW, ist der Gram auch sehr schnell verflogen. Ferner gibt es noch die Top-Motorisierung mit 1.6 Litern und 76.5 kW, aber soviel Getz braucht wohl niemand im Urlaub. Der 1.5 Liter-Diesel mit 60.3 kW wird uebrigens ausschliesslich in Australien verwendet.

 

Das Fahrwerk ist okay, was aber noch viel wichtiger ist ist die verfuegbare Bodenfreiheit. Nicht selten trifft man auf Mauritius oder in anderen Urlaubslaendern auf unbefestigte Strassen. Und auch diese meistert der Getz recht gut. Richtigen "Federungskomfort" jedoch sollten die Insassen nicht erwarten. Die gleiche Erwartungshaltung gilt auch fuer die Servolenkung, sie ist "da" - aber nicht wirklich spuerbar.

 

Bedienbarkeit / Intuitivität (+++OO)

 

Da haben die das Lenkrad und Schaltung doch glatt auf der falschen Seite eingebaut! Und was mir noch auf Mauritius auffiel: Die Leute da sind besonders "entgegenkommend" und betaetigen gerne die Lichthupe weil sie sich so doll ueber jeden Touristen freuen. :D

 

Nee, aber mal im Ernst: Alles in diesem Wagen ist da wo man es vermutet. Leichte und eingaengige Bedienung - von den Rechtslenker-Unterschieden mal abgesehen. Ich finde uebrigens den Blinkerhebel rechts ganz gut - koennte mir auch hier in Frankreich bei den Kreisverkehren gefallen.

 

Die Lueftungs- und Klimaanlagenkontrollen sind alle im Zentralelement untergebracht.

 

Verarbeitung / Qualität (++OOO)

 

Was nerven koennte - gerade in feuchteren Urlaubslaendern - ist die Tatsache, das das Regenwasser wegen einem fehlenden Abweiser sehr gerne durch die geoeffneten Seitenfenster in das Auto eindringt. Zum Glueck wird der dadurch entstehende Wasserschaden durch die massive Verwendung von Plastikteilen im Innenraum minimiert. Bei einem Alltagsauto wuerde mich das viele Plastik etwas stoeren, aber in den Ferien kommt es in erster Linie auf "Pflegbarkeit" an und wer schonmal mit einem muffigen Innenraum eines Ferienautos zu tun hatte, weil der letzte Strandbesuch oder der letzte tropische Regenguss auf Textilverkleidungen und Polstern Schimmelbildung verursacht hat, weiss was ich damit meine. Die elektrischen Fensterheber vorne und hinten besitzen keinen Einklemmschutz.

 

Verbrauch / Nutzen (++++O)

 

GepaeckstauGepaeckstau

Klappe klappt sogar noch zu!Klappe klappt sogar noch zu!

 

Trotz voller Besetzung mit 4 Erwachsenen und flott gefahrenen (Autobahn-)Teilstrecken mit 80 kg Gepaeck begnuegte sich unser Getz mit gerade einmal 5,8 Litern im Durchschnitt. Der 45-Liter-Tank ermoeglicht so sehr lange Touren ohne staendige Tankstopps. Zum Thema Gepaeck: Es hat uns wirklich sehr erstaunt, was alles so in den kleinen Getz reingeht. Neben 4 Erwachsenen fanden unsere 4 grossen Sporttaschen von je 20 kg, sowie unsere kleineren Rucksaecke immer irgendwo ihren Platz. Gut, etwas Origami-Technik und die neigungsverstellbare Rueckenlehne der hinteren Bank trugen nicht unwesentlich zu diesem Ergebnis bei.

 

Kosten / Anmietung (+++OO)

 

Weltkonzern Sixt: Schalter 7B bitte!Weltkonzern Sixt: Schalter 7B bitte!

 

Ich habe den Getz fuer 11 Tage bei Sixt auf Mauritius fuer gerade einmal knapp 260 EUR bekommen. Die Reservierung taetigte ich im Voraus auf der deutschen Sixt-Internetseite. Dieser unschlagbar guenstige Mietpreis ist fuer die kleinere Klasse A (Hyundai Atos), ich erhielt ein kostenfreies Upgrade auf die Klasse B und darueberhinaus die Vollkasko. Im Vergleich zu lokalen Anbietern ist der Tagespreis von gut 24 EUR unschlagbar guenstig, die meisten Atos lagen so um die 30 - 40 EUR/Tag, was immer noch etwas unter den knapp 50 EUR/Tag fuer die Tagesmiete eines Taxis auf Mauritius liegt.

 

Sicherheit und Urlaubsmietwagen

 

Die vielen Kontrollaufkleber und Plaketten auf der Frontscheibe koennen taeuschen!

 

Statt Plaketten: ScheibenaufkleberStatt Plaketten: Scheibenaufkleber

 

Was mir in Mauritius auffiel ist jedoch, das fast alle Mietwagen deutlich zu wenig Luft in den Reifen hatten! Anscheinend wird das Thema Sicherheit auch von den grossen Vermietern dort ein wenig vernachlaessigt. Unser Getz rollte mit gerade einmal der Haelfte des normalen Luftdrucks von 20 psi durch die Lande, was an einem der Reifen bereits deutliche Spuren hinterlassen hatte.

Ich empehle daher dringend direkt nach der Ankunft unbedingt eine Tankstelle aufzusuchen und selber Kuehlfluessigkeit und Reifendruck zu pruefen!

 

Reifenschaeden wegen UnterdruckReifenschaeden wegen Unterdruck

 

Ansonsten befanden sich die Wagen in einem guten technischen und sauberen Zustand und waren sogar mit Feuerloeschern und Notmaterialien ausgeruestet. Waere die Sache mit den Reifen nicht gewesen, haette es die volle Punktzahl im Bereich "Kosten / Anmietung" von mir gegeben.


09.03.2009 10:50    |    taue2512    |    Kommentare (23)    |   Stichworte: 330, 330d, BMW, Mietwagentest, Sixt, xDrive

Wow! Etwas knapperes - aber zugleich treffenderes - will mir einfach nicht in den Kopf kommen, wenn ich den 330d mit xDrive beschreiben soll: Was BMW da fuer einen Einstandspreis von rund 43.500 EUR auf die allradgetriebenen Beine stellt ist einfach schwer zu kritisieren. Der von mir getestete Wagen verfuegte ueber ein paar Extras, die den Endpreis allerdings auf etwas ueber 55.000 EUR treiben - sicherlich viel Holz fuer so einen kleinen Wagen, aber was soll's? Der Fahrspass bleibt jedenfalls nicht auf der Strecke.

 

 

Der BMW 330d mit xDrive aus der Sixt-Flotte erhaelt von mir den Wanderpokal: Diesel-Mietwagenempfehlung des Jahres!

 

Vorstellung / Fahrbericht (+++++)

 

 

Nun bauen die Bayern den aus Ihren Soft-Offroadern her bekannten intelligenten Allradantrieb Namens xDrive seit einiger Zeit auch in die Limousinen - anscheinend mit sehr viel Erfolg, denn der 3'er faehrt sich nicht zuletzt auch wegen der fein abgestimmten Fahrhilfen sogar in Grenzbereichen aeusserst gutmuetig. Selbst in schnell gefahrenen Kurven bekommt man das Auto hoechstens in einen sachten Drift. Nun weiss ich auch warum die bayerische Polizei auf diese Autos schwoert: Sie lassen sich beinahe idiotensicher und dazu recht flott bewegen.

 

 

Das Fahrwerk ist deutlich haerter als in der normalen Limousine, gleicht langgezogene Bodenwellen dennoch sehr gut aus und bietet schon ausreichenden Reisekomfort. Was das Chassis allerdings absolut nicht mag, sind groessere Schlagloecher auf der Strasse: Diese werden so gut wie gar nicht abgedaempft und erschrecken den Fahrer mit einem lauten Knall, weil man denkt das eine der Felgen soeben kaltverformt wurde.

 

Dieser Rapsoel-Tourenwagen ist sehr schnell unterwegs mit bis zu knapp 250 km/h, wobei Rapsoel oder andere Bio-Kraftstoffe - auch in minimalen Anteilen - laut BMW im Tank unerwuenscht sind beim neuen 330d. Ampelsprints machen am meisten Spass mit diesem Auto, denn sogar auf feuchtem Untergrund beissen sich die Pneus nicht zuletzt dank des Allrad-Antriebes erbarmungslos in den Asphalt. Der Motor klingt sportlich und rauh und wenn die 6-Gang-Automatik waehrend des Beschleunigens bei knapp 4.350 U/Min sanft und fast ohne Kraftunterbrachung hochschaltet, klingt das ganz und gar nicht nach einem Diesel.

 

 

Ein einziger Kritikpunkt: Die Bremsbalance wird durch die vielen technischen Spielereien kuenstlich nach hinten verlegt, so das man bei schnellen Kurven oder Autobahnausfahrten manchmal den Eindruck hat das man gegen die Lenkkraefte ankaempfen muss. Darunter leidet etwas das ansonsten tadellose Handling.

 

Bedienbarkeit / Intuitivität (+++OO)

 

 

Im inneren ueberwiegt eine moderne und stylische Atmospaehre, die Bedienelemente sind sehr gut platziert und eingaengig zu beherrschen. Warum man allerdings in einem solchen Wagen partout einen Bergabfahrassistenten benoetigt, bleibt mir unerschlossen.

 

Andere Spielereien gibt es ebenfalls zu Hauf: Der von mir getestete Wagen hatte den Fernlichtassistenten eingebaut. Wer von dieser Spielerei allerdings Wunder erwartet, wird etwas enttaeuscht sein: In der Praxis nimmt diese Funktion dem Fahrer lediglich ca. 80% der Lichtschalter-Aktionen ab und irrt sich manchmal, wenn z.B. Strassenlampen an Hofeinfahrten fuer entgegenkommende Fahrzeuge gehalten werden. Da diese Funktion aber u.a. ein Bestandteil des grossen Lichtpaketes mit Xenon-Scheinwerfern und Abbiegelichtern ist, bekommt man ihn quasi als Gimmick kostenlos obendrauf. Das Xenonlicht ist sehr gut und die Ausleuchtung der Fahrbahn hat beinahe Referenzqualitaet, denn beim Umschalten von Abblend- auf Fernlicht verschieben sich die Lichtkegel sogar jedes Mal ein wenig in Richtung Seite um eine optimale Beleuchtung der Fahrbahn zu gewaehrleisten. Das Licht reagiert per Leuchtweitenregulierung auch sehr schnell auf Lastwechsel, lange bevor die Bremsen greifen sind die Scheinwerfer auch schon nach oben verstellt. Das sind kleine aber sehr fein durchdachte Details, die dem Fahrer einfach Spass machen.

 

 

In puncto Bedienung kann man nicht meckern, das grosse Radio-/Navigationssystem mit Festplatte, Sprachsteuerung und Bluetooth-Freisprecheinrichtung mit dem grossen Farbbildschirm ist eine bedien- und designtechnische Augenweide. Dank dem 7-Wege Jog-Dial auf dem zentralen Getriebetunnel laesst es sich kinderleicht bedienen. Schade, das bei meinem NOKIA N95 nur das "normale" Freisprechprofil genutzt wird und kein echtes rSAP - aber das laesst sich verschmerzen denn zumindest alle Telefonkontakte werden uebertragen. Der Klang des Audiosystems ist ausgewogen und gut, die normalen Lautsprecher sind gut auf das System abgestimmt. Wer allerdings sehr oft sehr laut hoert sollte entweder die anderen etwas besseren Lautsprecher nehmen oder technisch selber aufruesten, die maximale Lautstaerke wird lange vor der knarzgrenze abgeriegelt.

 

Was mir beim Navi sauer aufgestossen ist, ist die relativ fade Darstellung im 3D-Modus der Navigation: Die Fahrtroute wird lediglich als etwas dickerer weisser Strich von den kleineren weissen Strassen hervorgehoben und kann - besonders im Innenstadtgewuehl - leicht fuer Verwirrung sorgen. Hier koennte BMW ruhig etwas Mut zur Farbe beweisen und die Fahrtroute mit rot oder blau deutlich hervorheben. 

 

Die Sitze koennten auch etwas mehr Seitenhalt bieten, besonders die relativ flachen Sitzflaechen verleiten den Fahrer zu Rutschaktionen, waehrend die Rueckenlehnen - wohl passender fuer die grobe bayerische Weissbier-Anatomie - insgesamt sehr breit sind und die Stuetzfunktion auch hier den durchschnittlichen Fahrer von einer Seite zur anderen wippen laesst.

 

Verarbeitung / Qualität (++++O)

 

 

Hier knarzt und klappert absolut nichts und die Verarbeitung ist tadellos. Der Wagen war rund 10.000 km alt und befand sich in einem insgesamt guten Zustand. Was einem aber schon ins Auge fiel, waren die leichten Dehnfalten auf den Sitzflaechen und den unteren Rueckenlehnen der Vordersitze.

 

 

Verbrauch / Nutzen (++++O)

 

 

Der tatsaechliche Verbrauch weicht nur wenig von den Herstellerangaben von 5,5 / 6,5 / 8,3 l/100km ab. Ich erreichte bei sachter Fahrweise Werte um die 5,8 l und wenn es zuegiger war bei sehr schneller Autobahnfahrt um die 9,7 l/100km, dann aber mit "digitalem Gaspedal" (entweder 0 oder 1). Fuer die gebotenen Fahrleistungen durchaus ein spitzenmaessiger Wert. Der Geldbeutel wird geschont - spaetestens beim naechsten Tankvorgang.

 

Kosten / Anmietung (++OOO)

 

Dieses Mal war ein kleiner Schaden in Form einer Beule am Schloss der Fahrertuer noch nicht neben dem bereits vermerkten Steinschlag in der Scheibe in dem Mietvertrags-Kassenbon eingetragen als ich den Wagen im Parkhaus von Sixt in Bremen holen wollte. Da es dank Umstellung auf moderne EDV mittlerweile auch nicht mehr die gute alte Schadenkarte im Handschuhfach zur Kontrolle bei der Firma Sixt gibt, musste ich also zurueck in das Vermietbuero laufen. Die junge und aeusserst nette Dame ging daraufhin mit mir zusammen ins Parkhaus, begutachtete den Schaden und vermerkte dies handschriftlich im Protokoll. Am Sonntag jedenfalls war die Beule dann auch bereits elektronisch erfasst und den "Fuhrparkmanagern" an der Rueckgabestation bekannt. Bis auf diese etwas laengere Abhol-Prozedur und den kleinen Umweg zurueck ins Buero wieder einmal alles anstandslos bei Sixt am Bremer Flughafen fuer knapp 28 EUR pro Tag im Wochenendtarif gemietet.

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