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27.01.2022 16:43    |    nick_rs    |    Kommentare (135)    |   Stichworte: 8 (CD), Elektroauto, Elektromobilität, Golf, GTE, VW

Was tun?

„Mit der Lieferung sind wir schon in 23.“

„Kalenderwoche 23?"

„Nein, 2023" antwortete der Audi Verkäufer letzten Dezember als ich meinte, ich möchte mich frühzeitig um einen Nachfolger meines im November 2022 auslaufenden Leasingvertrags kümmern.

 

Ein Elektroauto soll es werden. Das steht fest. Ich fahre so oft Kurzstrecke, da möchte ich keinen Verbrenner mehr anschmeißen. Und das ständige Aufladen des Hybrids nervt mich etwas. Aber neben den alltäglichen Kurzstrecken fahre ich auch oft gerne mal weiter weg. Ein Kleinwagen mit langsamer Ladeleistung kommt folglich auch nicht in Frage.

 

Audi (Q4) etron, VW ID 5, Skoda Enyaq Coupé sind ein paar Beispiele für Autos, die als Nachfolger des Golfs in Frage kämen. Audi Q4 etron und Audi etron SUV haben mir bei einer Probefahrt auch sehr gefallen, aber in Zeiten von Halbleitermangel aka Chipkriese ist die Nachfrage hoch und das Angebot gering. Das bedeutet, dass Leasingfaktoren weit über 1 herauskommen. Zum jetzigen Zeitpunkt definitiv nicht attraktiv.

 

 

Egal ob Tesla oder Polestar 2, die Leasingangebote sind grundsätzlich unattraktiv. Da würde sich ein Kauf wohl eher anbieten. Einen Tesla kann man mit dem Umweltbonus-Trick quasi kostenfrei fahren. Aber das bekomme ich mit meinem Gewissen nicht vereinbart. Als eine Person, die so privilegiert ist, sich ein ~50.000€ Auto leisten zu können, sollte man nicht aus Steuergeldern Profit erzielen bzw. sich sein Luxusleben finanzieren lassen, während z.B. in Schulen die Mittel fehlen. Die Prämie selbst ist sinnvoll, um die Verkehrswende zu erziehen, aber nicht, um damit Profit zu erzielen. Nur weil es das Schlupfloch gibt, muss man es nicht nutzen.

Naja. Einen Tesla möchte ich sowieso nicht. Ich finde ihn optisch einfach nicht sonderlich hübsch. Ich verstehe auch nicht, warum er so gehyped wird. Wenn es ein gutes Angebot gibt, könnte ich mir einen Tesla vorstellen, aber grundsätzlich überwiegen die Nachteile.

Anders ist das mit dem Polestar. Die Probefahrt war wirklich klasse! Man merkt, dass in diesem Auto viel Expertise steckt. Er ist sehr leise und fährt sich fantastisch, vor allem als Dual Motor. Dazu sieht er sowohl von außen als auch von Innen äußerst schick aus. Einzig die Assistenzsysteme funktionieren nicht so ausgereift und umfangreich wie bei VW und Mercedes. Naja, no one is perfekt. Dafür ist es das Wertstabilste Auto (%). Grund genug, sich den Kauf zu überlegen und alleine wegen des Autos selbst, ist der Polestar mein großer Favorit.

Trotzdem sind rund 50.000€ sehr viel Geld. Gerade in einem Alter, in dem man ernsthafte Gedanken über den Kauf von Wohneigentum schmiegt. Die Freiheit in Verkauf & Tuning erkauft man sich im Vergleich zum Leasing mit finanziellem Risiko beim Restwert. Hat man Anfang 2020 einen Polestar gekauft, kann man ihn nun 2 Jahre später mit wenig Wertverlust wieder verkaufen. Aber das kann sich auch ändern. Viele Leasing-Rückläufer, ein Facelift oder eine große Errungenschaft in der Batterietechnik könnten schlagartig tausende Euro Wertverlust bedeuten. Puh.

 

Wie sieht es mit gebrauchten Autos aus?

Mercedes E-Klasse W213, C-Klasse W205 oder 5er BMW G30 gibt es als Plug in Hybrid käuflich zu erwerben. Kaum günstiger wären beispielsweise ein Audi A3 etron oder der Golf 7 GTE. Die VAG Fahrzeuge haben fast den gleichen Antrieb wie mein Golf 8 GTE, aber weniger Leistung, weniger Reichweite sowie ältere Infotaiments und Assistenten.

Will ich das wirklich? Was alle vereint ist, dass sie sehr viel teuerer als ihre nicht elektrifizierten Pendants sind.

Damit einher geht ein unkalkulierbarer Wertverlust —schwierig. Es wäre vielleicht noch eine Option den GTE rauszukaufen. Aber ein verbindliches Angebot bekäme ich dann erst Ende des Jahres. Aktuell werden die ersten Vorführer des Golf 8 GTE weit über den Listenpreis verkauft. Das wäre natürlich keine Option. Außerdem wird der Golf das Auto sein, dass ich am längsten im Alltag gefahren sein werde. Es fällt mir schwer, Autos lange zu halten, denn irgendwie möchte ich immer Abwechslung haben. Die Vorstellung nach den 10 Monaten Restlaufzeit des Leasings das Auto noch länger weiter zu fahren, langweilt mich irgendwie. Deswegen fällt auch ein Leasing eines Cupra Leon oder Formentor raus, da sie das gleiche Auto sind und sie mir optisch ebenfalls nicht gefallen. Einzig ein A3 oder Q3 als 40/45 TFSIe könnte ich mir vorstellen, aber auch hier gibt es aktuell keine attraktiven Angebote.

 

Kommen wir zurück zur Überschrift.

Es gibt so viele Autos, die ich mir lange nicht leisten konnte und bei denen ich immer sagte: „In ein paar Jahren, wenn die Autos etwas älter sind, wären sie ein geiler Daily“. Dazu zählen der Audi A7 C7, Mercedes C63 AMG C204, Mercedes E-Coupé C238, Mercedes CLS Shooting Break X218 und allen voran der BMW 5er Touring der Baureihe F11. Ich habe mir vorgestellt, wie ich alle nacheinander mal besäße. Aber vor allem der F11 hat mich von Anfang an gecatcht. Während der E61 gerade im Innenraum noch sehr speziell war, ist der F11 sehr stimmig geworden. Mit seiner hohen und breiten Front und Schulter sieht er sehr bullig aus, im Innenraum versinkt man tief neben der opulenten Mittelkonsole. Bereits 2016 hatte ich mal einen schön ausgestatteten 530d als Mietwagen, innen mit Individualausstattung. Auch, wenn mir sofort der fehlende Punch im Vergleich zur unserer da noch neuen C-Klasse 350CDI auffiel, überzeugte der 5er dafür mit einer gleichmäßigen Kraftentfaltung und einem entspannten Getriebe. Geräuschkomfort und Gelassenheit sind des 5ers Stärke. Es stand fest, dass ich einen F11 unbedingt mal mein Eigen nennen möchte.

 

Dann kam der Fortschritt in der Elektromobilität und in meinem Fall privat der GTE. Ein Auto, das in der Stadt fast lautlos und so Drehmomentstark fährt, wie es kaum ein Verbrenner bei niedrigen Drehzahlen kann (wozu dann noch einen V8?). Bei dem man sich auf Kurzstrecken keine Gedanken über mechanischen Verschleiß, hohen Verbrauch und mangelnde Abgasreinigung machen muss. Mit gutem Gewissen fährt man auch kurze Strecken und parkt mit E-Kennzeichen auch noch kostenlos. Dank Leasing, Garantie und Wartungspaket verursacht es keine Kosten über die Fixbeiträge hinaus. Ein Auto, das man per App heizen kann und das beim Blinken dynamisch wischt. Dazu fährt es sehr zuverlässig und angenehm mit dem Travel Assist, quasi fast autonom. Dazu verbraucht er dabei fast nichts. Einzige Einbuße ist, dass man nicht so bequem und unaufgeregt schnell wie z.B. mit der C-Klasse fährt. Hier merkt man den Klassenunterschied hinsichtlich des Geräuschkomforts, Fahrwerks, Handlings sowie Motors. Das schont zwar das Portemonnaie in Sachen Sprit und Bußgeldern, schmälert aber die Lust auf weite Strecken, auf die ich mich früher immer gefreut habe, als ich die C-Klasse noch im Alltag fuhr.

 

Da die Vorteile der Elektromobilität, sei es als Hybrid oder als BEV, für mich immer überwiegen, beschäftigte ich mich die letzten Jahre nicht mehr mit den o.g. Business-Karren, bis mein guter Freund Sebastian einen F11 anschleppte. Schick ausgestattet in dunkelblau und mit M-Paket (ein Muss am F11). Da lies ich es mir natürlich nicht nehmen, eine kleine Reise damit zu unternehmen. Der Komfort ist eine ganz andere Liga als im Golf, auch wenn es Gewöhnung bedarf, dass man nicht einfach während der Fahrt das Lenkrad loslassen kann.

Auf der Contra Seite stehen natürlich die Unterhaltskosten. Verbrauch, Steuern und Versicherung fallen deutlich höher aus als beim Golf. Und es bleibt das Risiko, dass evtl. hohe Reparatur- und Servicekosten anfallen könnten.

Außerdem stellt sich die Frage, ob man einen neueren, gut ausgestatteten F11 nimmt, der mit LED Scheinwerfern, Assistenssystemen und Verbrauch punktet. Dann hätte man aber auch einen höheren Wertverlust und sollte den Service lieber in der Vertragswerkstatt machen lassen. Oder man greift unten ins Regal, hat weniger Wertverlust, kann Reparaturen selbst machen, muss aber Kompromisse bei der Ausstattung eingehen.

 

Jedenfalls ist es aktuell eine schwierige Situation. Bestelle ich jetzt einen Neuwagen, die aktuell wegen der hohen Nachfrage nicht wirklich attraktiv sind, oder warte ich und muss zur Not auf einen gebrauchten zurückgreifen, der mir emotional zwar besser gefällt, allerdings nicht so sehr in meinem Alltag passt und weniger finanzielle Sicherheit bietet? Oder gehe ich voll aufs Ganze und „gönne“ mir einen Polestar oder Tesla im Kauf, da sie kurze Verfügbarkeiten haben?

Wie würdet ihr entscheiden?


23.08.2021 14:32    |    nick_rs    |    Kommentare (137)    |   Stichworte: 8 (CD), Fahrbericht, Golf, Golf 8 Erfahrungen, Golf gte, Golf gte Erfahrungen, VW

15.000 km/Jahr stehen im Leasingvertrag. Die sind nun geknackt, nach etwas mehr als einem halben Jahr. Autsch. „Ich fahre damit ja nicht zur Arbeit, da reichen 15.000 km Jahr“. Upsi. Naja, die Mehrkilometer sind günstig und dank Umzug fällt auch die Pendelei weg. Das sollte sich also wieder einpendeln. Aber darum soll es ja gar nicht gehen. Wir sind hier, weil es Zeit wird, ein kleines Zwischenfazit zu ziehen.

Einen ersten Eindruck habe ich ja bereits ein paar Wochen nach der Abholung geteilt. Ich empfehle, diesen Artikel nochmal zu lesen, um die Ergänzungen in diesem Zwischenfazit zu verstehen. Nun, einen halben Winter und halben Sommer später muss ich einige Punkte revidieren. Manche zum positiven, andere jedoch zum negativen. 

 

Bedienung & Alltag

 

Nach wie vor bin ich großer Fan des neuen Bediensystems. Ich hatte zwischenzeitlich mal das Vergnügen mit einem 2021er Polo, der aber noch das „alte“ System hat. Das empfand ich als unnötig verschachtelt und unintuitiv. Nervig ist nur, dass das Klimamenü lange zum hochfahren braucht. Möchte ich nach dem Start die Sitzheizung ausschalten (habe es so eingestellt, dass sie bei kalten Temperaturen automatisch an ist), tippe ich mit zwei Fingern auf den Temperatur-Slider - soweit intuitiv. Da sich aber dann sekundenlang die Anzeige nicht ändert, drückt man nochmal und macht seine vorab getätigte Eingabe quasi wieder rückgängig.

Auch die nette Dame von „Hallo Volkswagen“ und das Navigationssystem brauchen recht lange bis sie bereit sind. Radio, Touchscreen, CarPlay & co. kann man alle direkt bedienen, aber um ein Ziel einzugeben, muss man ca. 30 Sekunden lang „Navigation wird geladen“ abwarten. Ist es erstmal hochgefahren, geht die Routenberechnung und Stauumfahrung sehr schnell, aber wenn ich schon in der Parklücke nicht weiß in welche Richtung ich muss, dann wünsche ich mir ein schnelleres Hochfahren des Navis. Daher nutze ich bei kurzen Strecken Apple Karten über CarPlay. Das geht schneller, erlaubt aber leider nicht die Kartenanzeige im Tacho sowie die Einbindung der Route in die Assistenten. 

 

Aber auch ohne die Routeneinbindung funktionieren Effizienzassistenz & Co wunderbar. Warum mich die typischen Assistentzsysteme so überzeugen, habe ich im letzten Artikel bereits erklärt. Kurzum: Sie „denken“ einfach sehr wie ein Mensch, nicht wie ein stumpf programmierter Computer. Daher sind sie eine tolle Hilfe, ohne dabei zu nerven. 

Was ich später erst entdeckt habe, ist die automatische Rekuperation. Alles, was das ACC kann, macht die Rekuperation im Alltag ohne eingeschalteten Travel Assist bis zur größtmöglichen Verzögerung ohne Bremseingriff. 

Kurz erklärt: Geht man vom Gas, rollt der GTE grundsätzlich, um möglichst effizient die Energie zu nutzen. Läuft man auf ein vorausfahrendes Auto auf, ist eine Kurve voraus, überschreitet man die erlaubte Höchstgeschwindigkeit oder fährt auf eine Kreuzung zu, rekuperiert das Auto so, dass man bis auf die letzten 5kmh quasi nicht bremsen muss. Das funktioniert inzwischen sogar mit roten Ampeln, die Car2X unterstützen. Es wird nur noch das Gaspedal genutzt, um zu beschleunigen oder den Rekuperationsvorgang zu beeinflussen. Das ist sehr angenehm, aber auch ein bisschen gefährlich, wenn man wieder andere Autos fährt, die nicht selbstständig verzögern. 

Mit eingeschaltetem Travel Assist (bei Tesla heißt es AutoPilot) geht das auch mit Übernahme der Lenkung und Bremsen bis zum Stillstand. Das Auto fährt dann auch selbstständig wieder an. Allerdings hält er nur dann an roten Ampeln, wenn ein Auto vor einem ist. Seltsam, da es bei ausgeschaltetem Assistenten mittels Rekuperation bei Car2X Ampeln ja funktioniert. 

Ohne passende Überleitung: Die Lüftung zieht. Durch die tief angebrachten Luftausströmer ist es IMMER kalt am Knie. Selbst eine andere Ausrichtung der Düse hilft nicht. Und wenn man sie zudreht, wird es mir persönlich zu stickig. Ich mag den frischen Luftzug um die Nase, aber nicht am Knie. Dafür hilft es natürlich, dass man den GTE auch ohne zu Laden vorab heizen und kühlen kann. 

 

Fahren

 

Ich muss zugeben, dass die Zeiten des typischen untersteuernden Golfs vorbei sind. In einem Fahrsicherheitstraining konnte ich das Fahrwerk mal an seine Grenzen bringen. Natürlich bleibt es ein sicher abgestimmter Frontkraxler, aber die erreichten Kurvengeschwindigkeiten können sich echt sehen lassen. Das ESP ist komplett abschaltbar und wenn man die Rekuperation auf „stark“ stellt und das Auto etwas aufschaukelt, sind im Schnee und auf der Gleitfläche des Fahrsicherheitszentrums kontrollierte Heckschwenker kinderleicht zu provozieren :D, wenngleich das natürlich kein Vergleich ist mit super spaßig ausgelegten HotHatches wie Focus ST oder Megane RS. 

Zum Antrieb: Das Konzept der „kleinen“ VAG Hybride ist meiner Meinung nach eines der Besten. Während viele andere Hersteller ihre Plug-ins im Hybrid Modus starten lassen und selbst im „E-Mode“ nur im Teillastbereich rein elektrisch fahren, startet der GTE immer im E-Modus und schaltet auch bei Vollgas (ohne Kickdown-Widerstand) den Verbrenner nicht hinzu. Dabei hat er auch ordentlich Bums und fährt quasi wie ein Elektroauto. Das sofort verfügbare Drehmoment lässt unterhalb der Landstraßengeschwindigkeit selbst die C-Klasse (350 CDI 620Nm) langsam und träge wirken. Spontane Spurwechsel, Überholvorgänge oder das Einfädeln werden da zum Genuss. Auch in Kombination mit dem recht leisen und unaufdringlichen Benziner ändert sich das erstmal nicht. Lediglich über 140km/h wird die Abstimmung sehr unharmonisch. Hier schaltet das DSG unnötig früh runter und lässt den 1,4er unnötig hoch drehen. Das massive Drehmoment des E-Motors bleibt im Teillastbereich nahezu vollkommen aus, kommt aber umso überraschender, wenn man das Gas etwas weiter durchdrückt. Dann „boostet“ er und wird dabei so schnell, dass man wieder vom Gas gehen muss. Da lässt die Souveränität sehr zu Wünschen übrig. Spaß macht da nur, dass selbst jenseits der 180kmh der Motor immer wieder ausgeht und man ohne Kraftstoffverbrauch rollt. Bei Abschnitten, die bergab verlaufen, hat man auch gerne mal 2-3km mehr Reichweite im Akku, während reine Verbrenner mit dieser Energie nur die Felgen dreckig bremsen. 

Die Intelligente Steuerung des Hybridantriebs bei eingeschalteter Navigation und dem abgreifen der überschüssigen Energie beim Halten des Motors im idealen Lastbereich habe ich ja im letzten Artikel schon ausführlich erklärt. 

 

Verbrauch & Kosten

 

Der ganze Aufwand des Systems resultiert in wirklich guten Verbräuchen. Selbst mit leerem Akku auf der Langstrecke kommt man (mit meiner Fahrweise) nicht über 6L/100km. Mein Rekord mit leerem Akku lag bei 4,6L/100km auf 550km Strecke. Mit vollem Akku gibt es je nach Fahrstrecke nach unten hin ja keine Grenze, mehr als 5L/100km auf Langstrecken habe ich bisher aber noch nicht gebraucht. 

Reine Elektrofahrten sind im Sommer aber auch unter 16Kwh/100km möglich, im Schnitt sind es die letzten Monate ca. 19-20. Im Winter meckerte ich ja noch über den hohen Stromverbrauch und der daraus resultierenden geringen Reichweite. Das ist wohl auf die Heizung zurückzuführen, denn selbst mit Klimaanlage sind 60km innerstädtisch mit einer Akkuladung kein Problem. 68km bin ich bisher maximal rein elektrisch gekommen. Ich bin gespannt wie der Winter wird, wenn die Reichweite wieder unerwartet einbricht :D

Im Mix von Sommer & Winter liege ich aktuell bei 7,67€/100km für Kraftstoff. 

Zum Vergleich, laut Spritmonitor liegen die GT-Derivate da deutlich drüber: 

* GTD: 9,23€ (7,1L x 1,30€)

* GTI: 13,281111€ (8,8L x 1,51€)

auch die schwächer motorisierten Varianten verlieren hier:

* 2.0 TDI 150PS: 7,93€ (6,1L x 1,30€)

* 1,5 eTSI 150PS: 9,72€ (6,7L x 1,45€)

(BTW: interessant wie nah die Verbräuche des Diesels und des Benziners hier beisammen liegen)

 

Sicherlich vergleiche ich hier den Durchschnitt mit meinem persönlichen, recht sparsamen Fahrprofil, allerdings fahre ich sehr viel innerstädtisch und Kurzstrecken, was den Verbrauch eines reinen Verbrenners in die Höhe treiben würde. 

Des Weiteren darf man nicht vergessen, dass der GTE aktuell steuerbefreit ist. Im Falle der Diesel-Derivate kommen da bei 15.000km/Jahr nochmal rund 1€/100km oben drauf. 

Ein BEV könnte in der Stadt noch mithalten (ID3 13kWh), wäre aber auf langen Strecken dank der neuerdings überall gestiegenen Ladepreise deutlich teurer (11,96€ ID3 23kWh x 0,52ct DC Laden). 

 

Fazit  

 

Günstiger kann ICH mit MEINEM Fahrprofil und MEINEN Ansprüchen aktuell kaum fahren.

Dieser Vergleich zielt aber natürlich nur auf meinen persönlichen Bedarf ab. Sicherlich gibt es Autofahrende, die mit einem Diesel oder Kleinwagen besser bedient sind. 

Ab und zu denke ich, ein BEV wäre die bessere Wahl gewesen, da es doch nervt, nach jeder 2.-3. Fahrt wieder an eine öffentliche Ladesäule zu fahren und später wieder umzuparken, da man da nicht unbegrenzt lange stehen darf. Das wird sich aber demnächst in der neuen Wohnung dank Tiefgaragenstellplatz mit hoffentlich zeitnah einer Wallbox erübrigen.

Auf weiten Strecken, die im letzten halben Jahr recht häufig gefahren wurden, ist es doch entspannter noch einen Benziner an Board zu haben, wenngleich ich mit den Ladepausen kein Problem hätte. Ein reiner Verbrenner hätte mich lange nicht so zufrieden gestellt. Es entspannt, sich auf meist kurzen Strecken keine Gedanken über die Umweltverträglichkeit dieser Fahrt, der Verbrauch sowie den erhöhten Verschleiß machen zu müssen. 

Der Golf hat für mich die richtige Größe (größer ist immer besser, aber eben auch teuerer) und gefällt mir nach meinen optischen Veränderungen so gut wie kein anderes elektrifiziertes Auto in diesem Preissegment. 

Einzig bei den Sitzen bereue ich, nicht die Variante mit Leder und Memory genommen zu haben. Zwar sitzt man unheimlich gut und bequem, jedoch nehmen die Stoffsitze dem Innenraum einen riesige Portion Wertigkeit. Und wenn man aus der Vergangenheit hauptsächlich Autos mit Leder gewöhnt ist, fällt die Umstellung schwer. 

 

Einen Punkt habe ich weggelassen: Zuverlässigkeit & Serive. Der Absatz hätte den Rahmen gesprengt, daher bekommt das Thema einem gesonderten Artikel in naher Zukunft. 

 

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17.03.2021 00:16    |    nick_rs    |    Kommentare (76)    |   Stichworte: 8 (CD), Fahrwerk, Felgen, Folie, Golf, GTE, Tiefer, Tuning, VW

„Morgen höre ich auf zu rauchen“, „dieses Jahr mache ich mehr Sport“ oder „dieses Auto bleibt Serie“. Es gibt Sätze, die sind einfach immer gelogen. Und die meisten Autoliebhaber wissen über den Wahrheitsgehalt speziell des letzten Satzes bescheid.

 

Als erstes war der Innenraum dran. Die Zierleisten aus günstigem Kunststoff mit undefinierten Mustern wirkten sehr trist. Außerdem sieht man jeden Fingerabdruck. Alcantara Folie sollte hier Abhilfe schaffen. Die Farbe dessen passend zum Mikrofaser in den Sitzen. Die erste Folie war leider tief schwarz und viel zu dunkel. Die jetzige ist zwar heller geworden als gedacht, aber dennoch passt sie ganz gut in den Innenraum.

 

 

 

 

 

 

 

 

Den Diffusor hat VW total verbockt. Zwar geht oberhalb dessen bishin zu den Rädern nochmal eine Art „Lippe“, im Grunddesign ist sie allerdings identisch mit dem Standard Golf. Kein bisschen sportlich. Ein 1.0 TSI mit R-Line Paket sieht da um ein Vielfaches besser aus. So besorgte ich mir den originalen R-Line Diffusor direkt von VW. Die Auspuffblenden wurden noch in Hochglanz schwarz foliert. Von hinten ist es nun ein ganz anderes Auto!

 

 

 

Zeitgleich kamen die Winterräder aufs Auto. Schon seit Jahren fallen mit die VW Salvador Felgen immer wieder auf. Ich finde sie einfach richtig gut gelungen. Das sind schicke „Serienfelgen“, genau nach meinem Geschmack. Dezent, aber trotzdem ein bisschen dynamisch.

 

Folierarbeiten sind zwar nervenaufreibend, aber nicht teuer. Das Panoramadach nahm ich eigentlich nur, damit das Dach schwarz ist. Leider ist es das nicht durchgängig. Daher wurde das Dach und der Heckspoiler foliert. Ebenfalls foliert wurde die blaue Leiste im Kühlergrill vorn und - mit Tönungsfolie - die blaue Leiste in den Scheinwerfern. Passend dazu gab es Spiegelkappen in Hochglanz schwarz. Wahnsinn, was so ein bisschen Folie ausmacht. Das Auto wirkt viel flacher und gedrungener.

 

 

Lange überlegt habe ich, ob ich die Lippe von CSR kaufen soll, aber auch sie verändert das Auto stark. Aber sie muss inzwischen auch ganz schön oft leiden. An Bordsteinen oder wenn ausfahren etwas steiler sind.

 

 

Hoch wie ein Bus ist noch untertrieben. Im GTE bekommt man Höhenangst! Die Kombination aus den GTE typischen Verspoilerungen und der Höhe eines Serien-Golfs (um die Batterie nicht „zu gefährden“) sieht unheimlich bescheuert aus. Eine Dezente Tieferlegung sollte her. Das Ding soll nicht aussehen wie Santanders Golf auf dem Kevin-Treffen, nur ein bisschen stimmiger und den 245PS angemessen. Da sind Federn eine gute und preiswerte Option. Aber warum 30er Federn nehmen, wenn man fürs selbe Geld auch eine 45er Tieferlegung bekommt :D?

 

 

Ja, das sind ganz schön viele Umbauten für 2 Jahre Leasing. Aber nun ist es ein Auto, dem ich nach jedem Parken lange hinterherschauen muss. Und das ist es mir definitiv wert. Im Sommer werde ich wohl noch eine Lösung für die Schwellerverkleidung finden, da ich diese ebenfalls gerne in Hochglanz schwarz statt Kunststoff hätte. Mal schauen.

 

 

 

 

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11.12.2020 18:37    |    nick_rs    |    Kommentare (46)    |   Stichworte: 8 (CD), Car2x, Elektro, Golf, Golf8, GTE, Hybrid, Pluginhybrid, Technologie, VW

Knapp einen Monat ist es jetzt her, dass ich den Golf aus Wolfsburg abholen durfte. Zeit für ein erstes Zwischenfazit.

 

Abholung

 

Am 11.11. um 11:11 rollen mein Kumpel und ich auf den Parkplatz der Autostadt (kein Scherz). Leider gibts hier Aufgrund des Corona Lockdowns nichts zu erleben. Ist mir auch recht, ich bin sowieso viel zu aufgeregt. Nach deutlich kürzerer Wartezeit als angenommen darf ich den Golf in Empfang nehmen. Kilometerstand: 11km. :D

Auf dem Parkplatz der Autostadt wird erstmal alles erkundet und eingestellt. Und da gibt es reichlich Möglichkeiten. Sollen Sitz- und Lenkradheizung bei kalten Temperaturen automatisch eingeschaltet werden? Klar! Vorheizen, sobald man sich dem Auto nähert? Geil! Handy anlernen, die Ambientebeleuchtungsfarben anpassen, den „Homescreen“ personalisieren. Es gibt sehr viel Spielerei! Was aber sofort auffällt: das System ist selbsterklärend, intuitiv, sehr gut aufgelöst und super schnell. Darauf gehe ich später auch nochmal ein.

Erstmal machen wir uns auf den Weg zurück nach Hamburg. Der Verbrauch nach 250km Autobahn und 50km Stadtverkehr in Hamburg (Mutti und Kumpel wollten jeweils noch eine ausgiebige Probefahrt): 4,5L/100km.

 

Pro & Contra

 

Nun, der Golf fährt wie ein Golf nunmal fährt. Der E Motor hat aber mit 110PS richtig bums, der Verbrenner muss noch eingefahren werden. Der GTE ist etwas härter, aber die sehr bequemen Sitze mit trotzdem guten Seitenhalt gleichen das wieder aus. Sehr schön wäre es, wenn sie wie beim 7er in Teil(Kunst)Leder wären, im 8er muss man sich mit Stoff und Microfaser zufrieden geben. Meine aus der C-Klasse heiß geliebten Memorysitze gibt es nur in Kombination mit Vollleder für mehrere Tausend Euro. Schade. Auch der Hartkunststoff in den Türen ist beim 8er weit hochgezogen. Sonst kann man aber über Verarbeitung und Materialien nicht meckern. So Kleinigkeiten, wie dass die Leselampen dimmbar sind oder das Innenraumlicht bei Ankunft erst an geht wenn man sich abschnallt erfreuen dagegen im Alltag.

 

Technologie im Alltag

 

Der Golf ist noch sehr neu auf dem Markt und nennt sich „der digitale Golf“. Da sind die Erwartungen sehr hoch. Wie schon angeteasert finde ich die oft kritisierte Bedienung sehr intuitiv. Mit zwei Fingern zoomen oder eine Mitteilungszentrale von oben reinwischen? Ging bisher nur bei Smartphones. Aber es ist nur logisch, mit diesen bekannten Gesten auch das Navi zu bedienen. Sogar die Gestensteuerung per Handbewegung ist im Alltag ganz praktisch. Bei der Klimaanlage brauche ich nicht mehr als wärmer und kälter. Den Rest kann das System gern automatisch machen. Beim Licht ebenso. Ich habe mal geschaut, welche Tasten ich in der C-Klasse benutze. All diese sind auch im Golf sofort erreichbar. Dabei sind mir in der C-Klasse auch Tasten aufgefallen, die ich in all den Jahren noch nie wahrgenommen habe. Braucht man sie also? Nein. Wer ein Smartphone bedienen kann kommt im Golf wunderbar klar. Wer sein Handy in der linken Hand hält und es mit der rechten bedient, der kauft besser keinen Golf. Ob ein „Test“ in einer „Fachzeitschrift“, in welchem man vergeblich versucht die Umluftfunktion in einem Auto einzuschalten, dass man noch nie zuvor bedient hat (wozu brauche ich die Umluft-Funktion, wenn diese auch automatisch funktioniert?) wirklich aussagekräftig über die alltägliche Bedienung ist, sei also mal dahingestellt.

Dass Apple CarPlay wie im Golf kabellos funktioniert ist bei der Konkurrenz auch 2020 noch nicht selbstverständlich. Dabei finde ich es nur logisch. Bei kurzen Fahrten jedes Mal das Handy einzustöpseln wäre nervig und würde jegliche Vorteile des Systems vernichten. Im Golf kann man ebenso kabellos laden.

Übrigens hat sich bei mir bisher weder das Multimedia System aufgegangen, noch gab es irgendwelche Fehlermeldungen. Nach den vernichtenden Berichten über die Software bin ich darüber doch sehr froh. In entsprechenden Golf Gruppen betrifft es nämlich sehr viele Nutzende.

 

Was Assistenzsysteme angeht ist der GTE absolut beeindrucken. Matrix LED, ACC & Co sind nichts neues, aber es erfreut im Alltag unheimlich wie ausgereift die Systeme sind. Beispiele: Das Kurvenlicht leuchtet dank Navigationsdaten schon in die Kurve bevor man lenkt. Macht ja auch Sinn, wenn man lenkt, ist man ja schon in der Kurve. Der Abstandstempomat arbeitet sehr feinfühlig und rekuperiert automatisch auf Geschwindigkeitsbeschränkungen, Ortschaften, Kreuzungen oder Kurven runter. Er überholt bei höheren Geschwindigkeiten nicht rechts, wenn es in der Mitte langsamer läuft. Außerdem bremst er auch nicht ab, wenn ein schnelleres Auto in die Spur schneidet, auch nicht wenn’s knapp ist. Der Notbremsassistent hat noch keinen Mucks von sich gegeben, nicht so wie in älteren Autos, wo er ständig piepst, wenn man zum Beispiel auf ein abbiegendes Auto aufläuft. Der Travel Assist hält das Auto auch in Baustellen und bei unübersichtlichen Linien zuverlässig in der Spur. Man muss zur Bestätigung seiner Aufmerksamkeit keinen Widerstand in der Lenkbewegung machen, dank des kapazitiven Lenkrads reicht das simple Berühren aus, damit das System aktiv bleibt. Der Stau Assistent funktioniert auch an Ampeln in der Stadt sehr gut, da das Auto auch nach langer Standzeit noch selbständig ohne Bestätigung wieder los fährt.

Positiv überrascht hat mich auch die Car2X Technologie. Ich wurde bereits ein Mal auf ein Krankenwagen von hinten hingewiesen, obwohl ich nicht mal das Martinshorn hörte. Ein tolles System. Wenn jetzt noch wie bei Audi die Grünphasen angezeigt würden und das System in den Travel Assist integriert würde, sodass bei roten Ampeln Automatisch angehalten wird, wäre das der Hammer.

 

 

Verbrauch & Reichweite

 

Im letzten Kapitel hören die Lobeshymnen auf und es wird etwas durchwachsener. Wir müssen über den Verbrauch sprechen! Die erste Tankfüllung nach 1119 km ergab 3,3 L/100km (Bitte berücksichtigen, dass neue Motoren die erste Zeit etwas mehr verbrauchen). Das finde ich gut, angesichts der Tatsache, dass ich den Hybrid nicht so nutze wie vom Erfinder angedacht. Zwar fahre ich in der Stadt ausschließlich elektrisch, da ich zur Arbeit aber das Rad nutze beschränken sich diese Fahrten auf einmal Einkaufen pro Woche und vielleicht noch einen kurzen Ausflug am Wochenende. Viele Kilometer kommen da nicht zusammen. Dafür fahre ich jedes zweite Wochenende 2x 160km nach Hannover und zurück mit dem Verbrenner. Das zerhaut mir mein E - Benzin Verhältnis natürlich gewaltig. Umso wichtiger ist hervorzuheben, wie gut der Effizienzassistent arbeitet. Abhängig vom Höhenprofil berechnet er bei aktiver Zielführung, wann er elektrisch oder mit dem Verbrenner fährt oder wie er die Systeme kombiniert. Läuft der Verbrenner nicht im effizientesten Lastbereich, wird mehr Last gegeben und mit dem Generator Strom erzeugt, um den Wirkungsgrad besser zu nutzen.

Doof ist die Positionierung der Ladebuchse auf der Fahrerseite wenn man öffentlich am Straßenrand lädt.

Nicht schönzureden ist der Stromverbrauch. Dass die Reichweite von offiziell 70km im Alltag eher auf 40km sinkt, war angesichts der Tatsache, dass ich das Auto gerne per App vorheize und Lenkrad- sowie Sitzheizung eigentlich immer an sind abzusehen.

Sogar etwas schockierend finde ich die errechneten Verbräuche, wenn man eine komplette Akkuladung ohne Verbrenner gefahren ist. Diese liegen gerne bei bis zu 40kwh/100km. Zum Vergleich: So viel verbraucht ein Audi Etron bei Vollgas auf der Autobahn. Das ist sicherlich der Tatsache geschuldet, das E-Motor und Batteriemanagement aufgrund des Bauraums des Verbrenners nicht so effizient konstruiert werden können wie bei einem rein elektrischen Auto.

Leider gleicht der GTE das auch nicht mit einer zeitgemäßen Ladegeschwindigkeit aus. Volladen dauert via AC 3-4 Stunden. Bei einem 40km Ausflug am Wochenende konnte der Hinweg elektrisch absolviert werden, aber 3 Stunden aufladen reichten nicht aus um den Akku für den Rückweg wieder voll zu bekommen. Dafür war die Ladung - wie so häufig - kostenlos. Auch an meinem Supermarkt kann ich kostenlos laden (auch wenn das dank der schlechten Ladeleistung meist nur den Hin- und Rückweg ausgleicht). Häufig vergessen auch die Anbieter der Ladekarten eine Akkuladung zu berechnen. So kam das jetzt schon sehr häufig vor, dass eine Stromfüllung komplett kostenfrei war, obwohl das gar nicht so vorgesehen war. Und das ist wiederum bombastisch!

 

Ich hoffe, ich konnte euch die Vor- und Nachteile des Golf 8 und des Plug-in Hybrids ein wenig näher bringen und freue mich auf Fragen, die ihr vielleicht noch dazu habt :)

 

 

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20.10.2020 15:17    |    nick_rs    |    Kommentare (15)    |   Stichworte: E-Klasse, Mercedes, W124

Vor mir war die Luise über ein Jahr lang inseriert, nun reichte eine WhatsApp Nachricht für den Verkauf aus.

Verkauf? Wie? Wo? Was? Warum?

Ja, eigentlich sollte die Luise auf Ewig bleiben. Auch, da sich solch ein Auto kaum verkaufen lässt. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

 

Fangen wir im März 2019 an. Mit meinem eBay Suchauftrag "V124" möchte ich seltene Ersatzteile, die etwas mit der Länge des Fahrzeugs zu tun haben, finden. Frei nach dem Motto "haben ist besser als brauchen". Stattdessen finde ich das Inserat "Suche V124 als Hochzeitsauto". In diesem hält ein junger Mann namens Fabian nach einem langen 124er Ausschau. Zwar nicht zum Kauf, sondern für seine eigene Hochzeitsfahrt. Denn schon seit Jahren hat er davon ein Modellauto in seiner Vitrine stehen und plant an diesem besonderen Tag in der Limousine chauffiert zu werden. Im August 2019 ist es dann so weit. Ich mache mich auf den Weg zur 200 km entfernten Hochzeit. So angetan Fabian auch ist dieses Auto zu sehen, gilt an diesem Tag das Interesse logischerweise hauptsächlich seiner frisch angetrauten Frau. Aber nur ein paar Tage später hagelt es WhatsApp Nachrichten mit Inseraten und dem Kommentar "ich brauche auch so etwas". Doch der Markt ist sehr klein und die Suche nach einem vernünftigen 6 Türer (kann man das so sagen? :D) gestaltet sich als äußerst schwierig. So halten wir weiterhin den Kontakt.

 

 

Zurück zu mir. Die fehlgeschlagene Reparatur des Kraftstofffilters führte mir nochmals deutlich vor Augen, was ich eigentlich schon lange hätte wissen können: Ich bin zu alt für diesen Scheiß!

Die Luise ist nicht schuld daran. Ich wusste um die Mängel und dass ich noch viel Zeit und Geld hätte investieren müssen. Und genau das war ja der Reiz, wieder etwas zum Basteln zu haben, nachdem das Cabriolet "fertig" war.

Aber ich bin nicht mehr der Student, der nachmittags oder an freien Tagen am Auto hängt. Ich verbringe meine Wocheneden nicht mehr in einer Schrauberhalle, sondern mit Freunden im Café oder aufgrund meiner Fernbeziehung in einer anderen Großstadt. Und so werden die Gelegenheiten knapp sich wenigstens um die vielen kleinen Macken zu kümmern, die eigentlich nicht viel Zeit in Anspruch nehmen würden. Die rissfreie Zierblende oder der nicht abgenutzte Heckscheibenheizungsschalter liegen seit anderthalb Jahren im Keller. Der Einbau würde höchstens 20 min. dauern und doch habe ich mich nie überwinden können. Das sind lediglich zwei von unzähligen Bespielen.

 

Hinzu kommen die Kosten. Zwei Garagen, zwei Versicherungen, zwei Steuerfresser inklusive Nahverkehrskarte und bald noch ein drittes Auto, ohne, dass ich das Auto für meinen Arbeitsweg nutzen werde. Das passt nicht, wenn man finanziell auch noch an die Zukunft denkt und nicht nur bis zum Monatsende.

 

Kurz und schmerzlos schrieb ich also Fabian: "Möchtest du die Luise haben?" Es wurde als eine rein rhetorische Frage seinerseits aufgefasst und der Rest war nur noch Formsache.

Gestern wurde die Luise abgeholt. Aus terminlichen Gründen über anderthalb Monate nach der Kaufzusage. So hatte ich genug Zeit mich zu verabschieden und alles mit der Luise zu machen, was ich noch tun wollte. z.B. dieses Video zu drehen:

 

 

Die Luise kommt in gute Hände. Fabian ist Feuer und Flamme für sein Hochzeitsauto und ich werde ab und zu die Gelegenheit haben, die Luise wieder zu sehen. Eine bessere Lösung hätte sich nicht finden lassen. Und auf meinem Unterarm bleibt sie auch erhalten ;)

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17.09.2020 09:41    |    nick_rs    |    Kommentare (24)    |   Stichworte: E-Klasse, Mercedes, W124

Saisonkennzeichen am Cabriolet, bald das E-Kennzeichen am GTE, was fehlt noch für eine ordentliche Kennzeichensammlung? Das H-Kennzeichen! Und die Luise war nun bereit. Mehr oder minder. Mehrere Anläufe und viel Zeit hat es gebraucht. „Ihr Prüfer hat auf dem Gutachten einen Zahlendreher, wir haben in zwei Wochen wieder einen Termin für die Ummeldung“ „Ähm danke“ ...

Aber erstmal für Alle, die sich dachten „HH WV 124 ist doch das perfekte Kennzeichen, weil es ein V124 bzw. ein W124 ist. Warum hat er das gegen ein komisches HH L 5540 getauscht?“ Weil mir das Kennzeichen ein paar Monate nach der Zulassung gestohlen wurde. In dieser Nacht wurden in meinem Viertel alle Kennzeichen mit frischer Plakette entwendet. Das Kennzeichen wird dann für 10 Jahre gesperrt. Super. Und natürlich war auch nichts Passendes mehr frei. L für Luise und 5540 für die Länge in mm habe ich mir dann aus den Haaren gezogen. Sei‘s drum.

 

Ähnlich war’s beim Cabrio, das sollte nun endlich mal auf meinen Namen umgemeldet werden. Dazu musste ich leider meine Kombination aus süddeutschem Kennzeichen mit NRW Plakette in Hamburg abgeben. Aber HH V 626 (V6 2,6L) war noch frei. Super! Also das Kennzeichen für 13€ reserviert und mir für knapp 80€ 3D Kennzeichen prägen lassen. Der lange Dialog mit der F**** netten Dame bei der Zulassungsstelle hier für euch in Kurzform:

"vier Variablen geht nur bei Motorrädern"

"Aber ich habe doch ein Saisonkennzeichen, das auch eine Stelle einnimmt"

"trotzdem, bei PKWs müssen es 5 Variablen sein, das steht so im Kleingedruckten".

"Im Kleingedruckten steht nichts davon, dass der PKW 5 Variablen haben muss"

"Wie dem auch sei, da steht jedenfalls, dass die Reservierung nicht verbindlich ist"

"ich habe knapp 100€ für Kennzeichen und Reservierung ausgegeben und sie sagen mir jetzt, dass das nicht geht?"

"Das ist Ihr Pech, wenn die die Kennzeichen vor der Zuteilung prägen lassen."

 

Meine Laune könnt ihr euch denken. Im Prinzip sitzen sie am längeren Hebel und es mag auch sein, dass es Regulären gibt, aber wie herablassend und unfreundlich sich die Beamten immer verhalten ist eine Sauerei. Da hat man echt Lust auszuwandern!

 

Im Zuge der Ummeldung hat das Cabrio auch frischen TÜV und ein Wertgutachten bekommen. So ist das Auto nach den ganzen Umbauten endlich mal auf den Fahrzeugwert versichert. Außerdem habe ich mich für eine Classic-Versicherung entschieden, da das Auto sowieso kaum bewegt wird. So wird der Unterhalt unverschämt günstig.

 

Das war eine gute Gelegenheit das Cabrio dann nach ein paar Jahren nur in Hamburg wirklich auch mal wieder zu nutzen. Der Wander-Urlaub in der Sächsischen Schweiz mit Trips nach Tschechien und Prag brachten dem Cabrio mehr Kilometer ein als die letzten zwei Jahre zusammen :D.

Aber so schön das Cabrio vor Ort auch war, ohne Klimaanlage und mit den unbequemen Sitzen ist es absolut nicht reisetauglich. Ja ich mag verwöhnt sein und früher sind alle Familien mit 15 Leuten im Käfer nach Italien gefahren, aber wenigstens eine Klimaanlage wäre nett gewesen. Mit offenem Dach war es durch die Fahrräder im Wind unerträglich laut, mit geschlossenem zu heiß. Ungeil.

 

Da war der Urlaub letztes Jahr mit der Luise in Dänemark dank Klimaanlage deutlich angenehmer. Wenngleich man auf dem Campingplatz und am Autostrand keinerlei Ruhe fand, da einen ständig Leute auf das Auto ansprachen. An einem Tag zählte ich mal mit. 27 Leute sprachen uns auf das Auto an! Das nächste Mal wird nicht in der Hauptsaison Urlaub gemacht!

 

 

Noch in Dänemark wollte ich mich um den defekten Tempomat kümmern. So weite Strecken sind mit dem Helferlein deutlich angenehmer. Also habe ich den Hallgeber hinter dem Kombiinstrument getauscht. Nach unzähligen gebrochenen Fingern und Schnittwunden ging der Tempomat immer noch nicht. Die Economyanzeige war auch ausgefallen. Ich hasse alte Autos. Also alles wieder ausbauen und wenigstens letzteres wieder anklemmen. Wieder Zuhause angekommen tauschte ich den Bremslichtschalter, der letzte Verdacht vor dem teuren Steuergerät. Dank der ungünstigen Position und der vielen Kabel durch den ehemaligen Taxiumbau eine riesen Fummelei. Und wieder ohne Erfolg. Ich Hasse Alte Autos!

 

Die Krone setzte aber die Reparatur des Krafstofffiltera auf. Da der Motor im warmen Leerlauf ab und zu ruckt hatte ich schon die Zündanlage erneuert. Ein neuer Kraftstofffilter könnte laut Forum auch helfen und stand sowieso an. Der Einbau war einfach und die Dichtungen hielten auch dicht, nicht aber der Filter selbst. Er war am Flansch undicht und ich musste das Auto kurzfristig für teuer Geld in die Werkstatt geben. Nicht die Schuld der Luise, trotzdem: ICH HASSE ALTE AUTOS!

 

Auch nicht die Schuld der Luise war, dass ich vergangenes Jahr für teuer Geld die komplette Bremsanlage hinten neu machen musste. Auf der Fahrt zum Ringtreffen vergaß ich an der Raststätte die Feststellbremse zu lösen. Durch 6 schwere Personen on Board und strahlende Sonne auf dem Kombiinstument bemerkte ich das weder beim Fahren noch die Kontrollleuchte. Erst 120km später fiel es mir auf. Schöne Scheiße.

 

Ebenfalls neue Bremsen bekam die C-Klasse. Diesmal vorne. Scheiben, Beläge,... das komplette Programm. Leider hatte meine Mutter an einem abgebrochenen Boardstein auch noch den Reifen kaputt gefahren. So war auch ein neuer Satz Sommerreifen auf der Vorderachse fällig.

Genau zur Sommerhochsaison fiel die Klimaanlage aus. Die Werkstatt machte einen Schlauch am Klimakühler aus, der wahrscheinlich durch einen Steinschlag beschädigt wurde. Als ich den Wagen abholte und die 300 Meter nach Hause fuhr frierte ich schon fast. Klasse!

Abgesehen davon läuft die C-Klasse absolut unauffällig und mit 7,2L im Langzeitschnitt bei hauptsächlich Stadtverkehr weiterhin sehr sparsam. Auf einer Fahrt nach Berlin letztens mit einem Geschwindigkeitdurchschnitt von 140kmh Tür zu Tür (also wenn es ging immer 200km/h und mehr) lag der Verbrauch bei 8,3L! Klasse, ein echter Autobahnbomber.

 

 

Soviel zum aktuellen Stand ;)

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27.08.2020 22:24    |    nick_rs    |    Kommentare (36)    |   Stichworte: 8 (CD), Golf, VW

Für den Kauf eines modernen Autos hatte ich nur wenig Prinzipien:

 

- Kein Golf

- Kein VAG

- Auf jeden Fall Elektro

- Auf keinen Fall ein Verbrecherwagen Volkswagen

- NIEMALS EINEN GOLF!

 

Fahrer eines Volkswagens habe ich immer leicht verachtend angeschaut. Vor allem Golf-Fahrer (sorry, ich kann das nicht steuern). Wie naiv muss man sein, für ein solch langweiliges Auto viel zu viel Geld auszugeben? Ein Auto, dass meiner Meinung nach völlig überbewertet ist. Von einem Konzern, der mit unzähligen Skandalen gefühlt Dauergast in der Presse ist. Manager, die tief in den Rakta der Politiker stecken und umgekehrt. Unzuverlässige Autos mit ölfressenden Motoren, defekten Steuerketten und DSG Problemen bis heute. Ein Hersteller, der sich nicht zu seinen Serienfehlern bekennt, in den meisten Fällen überhaupt nicht kulant ist und die Kunden im Regen stehen lässt. Und die kaufen sich nach ihrem Totalschaden nach Materialfehler einfach wieder einen VW. Wie blöd kann man sein? Die Krone setzte dem Ganzen dann der Abgasskandal auf. Und beim Golf 8? Gleich mal rassistische Werbung dazu. Ekelhaft!

Ja, ich schiebe alle über einen Kamm. Denn der Hass sitzt tief. Vielleicht etwas zu tief, gebe ich zu. Viele Großkonzerne haben Dreck am Stecken. Aber wenn ich schon meine Bank wechsle, weil ich ethisch nicht vertreten kann, dass sie mein Geld in die Rüstungsindustrie investiert und mit Grundnahrungsmitteln spekuliert, dann kann ich einfach keinen VW kaufen. Das geht nicht.

 

Naja. Was wollte ich noch gleich erzählen? Achja: Ich habe einen VW Golf GTE bestellt. Ups :D

 

Ja ich weiß, Doppelmoral on fleeeek. Aber Hey! Ich habe gute Argumente!

Machen wir dort weiter, wo der letzte Artikel endete. Ich ging nach Hause und war mir ziemlich sicher, dass es der BMW i3s wird. Trotz der besten Ausstattung und damit des höchsten Listenpreises bot mir die Niederlassung die geringste Leasingrate. Und der Verkäufer deutete auch an, dass da noch ein wenig Spielraum sei. Trotzdem wollte ich das Angebot nochmal vergleichen und überdenken. Dank Cookies (die in diesem Internet drin, nicht die zum Essen) waren meine besuchten Websites voll mit Leasingangeboten. Neben Fiat 500, Seat Mii und Skoda Fabia tümmelte sich dort ein Golf GTE zu einem unverschämt günstigen Preis. Nungut, dass das Lockangebote mit niedriger Kilometerleistung und "nackte Muttis" (keine Ausstattung) sind war mir bewusst.

"Fragen kostet ja nichts". Also schmiss ich den Konfigurator an und stellte mir ein Auto zusammen, wie es gerade so meinen Ansprüchen entspricht. Aber meine Ansprüche sind ja bekanntlich hoch. Die großen Felgen, Matrix LED, Keyless und das große Assistenzpaket müssen schon sein. Ich schickte den Code einfach mal an den Händler und fragte nach einem Angebot für meine Kilometerleistung.

15 min später war das Angebot da und immer noch unverschämt gut. "Was soll der Geiz" dachte ich mir. Dann nehmen wir eben Panoramadach, Lenkradheizung, Sitzheizung hinten, Rückfahrkamera & co. auch noch mit. Ich habe mir einfach alles reinkonfiguriert was geht, bis auf die Anhängerkupplung, die Lederausstattung und den Parkassistenten (letzteres habe ich in 4 Jahren mit der C-Klasse genau 0x benutzt). Trotz über 48.000€ Listenpreis lag die Leasingrate unverändert über 100€ unter der des BMW. Der Leasingfaktor damit unter 0,5. Wahnsinn!

 

Immerhin ist der Golf auch halb ein Elektroauto und ich gebe zu, dass mich die Tatsache auf die Ladesäulen nicht angewiesen zu sein bei meiner mangelnden e-Erfahrung doch ein wenig beruhigt. Auch wenn ich versuchen werde so oft wie möglich Strom zu tanken. Dazu ist der Golf 8 ein Auto das bei der Connectivity aktuell ganz vorne mitfährt. Das Handy ersetzt den Autoschlüssel, Apple CarPlay funktioniert wireless und das Fahrzeug fährt fast von alleine, während der BMW nichtmal Matrix LED bietet. Und das für deutlich weniger Geld. Doch, ich gebe zu ich freue mich, wenn das Auto Ende Oktober schon kommt (noch ein Pluspunkt!). Und dass er 245PS hat finde ich auch okay ;)

 

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26.08.2020 22:48    |    nick_rs    |    Kommentare (27)    |   Stichworte: autoabo, BMW, corsa e, Elektroauto, eniro, i3s, Kaufberatung, kia, mazda, mx30, nicksblog

Welcher Stromer wäre eure Wahl?

Nicht umsonst nennen mich meine Freunde Tech-Nick. Meine Uhr ermahnt mich wenn meine Körperhaltung krumm ist, ein Portmonee besitze ich dank mobile Pay nicht mehr und wenn ich "Hey Siri, Sexy Time!" sage, dann fahren die Jalousien runter, das Licht wird rötlich gedimmt und aus allen Ecken ertönt "You can leave your hat on" von Joe Cocker. Du entriegelst deine Haustür mit einem Schlüssel? Pff, du bist ja sowas von 2010!

Ich will alles was neu und teuer ist! Und das auch beim (Alltags)Auto: Matrix LED? Brauche ich! Ein Auto, das fast von alleine fährt? Will ich! Mit dem iPhone das Auto aufsperren und überall Displays? Gib! mir! mehr!

Und dank Fernbeziehung habe ich nun endlich die Gelegenheit mir ein Alltagsauto schön zu rechnen. Das wird ein Spaß :)

 

Elektro soll es sein. Das ist sicher. Ich habe keine Lust mehr auf den vielen Super-Kurzstrecken ein schlechtes Gewissen zu haben, dass der Motor nicht warm wird aber der hektische Stadtverkehr doch ab und zu einen beherzten Gasfuß erfordert. Ich finde es total bescheuert im Jahre 2020 im Stau zu stehen und da vorne werkelt vollkommen unnötig eine große Maschine vor sich hin. Warum muss ich zum Umparken wieder einen Motor anschmeißen? Und warum ständig hundert Euro in eine Füllung Brennstoff investieren wenn man an unzähligen Säulen rund um die Wohnung für 3€ oder gar komplett kostenlos vollladen kann? Ein reiner Verbrenner wird es definitiv nicht!

 

"Was geht? Einfach loslegen? Geht! Mehr wollen? Geht! Alles in einem Paket? Geht! Aber festlegen? Geht! gar! nicht!" sagt die farblich komplett übersättigte junge Dame in der aktuellen Congstar-Werbung und spricht mir damit aus der Seele.

24 Monate Leasingvertrag? Bäh! Zulassung- und Überführungskosten? Igitt! Und Versicherung ist da auch nicht bei? Das muss doch auch anders gehen?! Klar! Mit Auto-Abos.

Also habe ich mich mal informiert, aber die Auswahl an E-Autos ist dort sehr beschränkt. Renault Zoe - zu klein; Nissan Leaf - kein CCS; e-Golf - zu alt.

Also doch wohl oder übel ein 24 Monate Leasing.

 

Was sagt eigentlich meine Anforderungsliste?

- 200km reale Autobahnreichweite um von HH nach H zu kommen

- gutes LED Licht

- ACC und Stauassistent (Freitagabends auf der A7 goldwert)

- Apple Car Play

- Memory-Sitze (hat die C-Klasse und möchte ich dank regelmäßigem Fahrerwechsel nicht missen)

 

Mazda MX-30

 

Mein Favorit! In der First Edition sind für unter 500€ schon Keyless, Matrix LED und Memory-Sitze drin. ACC, Stauassistenz und Apple Car Play sind sowieso Serie. Ein immenser Preisvorteil durch das Paket und das sowieso schon günstige Auto. Der Mazda ist mit großem Abstand der günstigste in meiner Auswahl und mein Mazda-Autohaus ist viele Jahre in Folge als bester Händler ausgezeichnet. Zuallererst hat er mich aber optisch umgehauen. Der MX-30 ist auffällig anders, aber irgendwie auch nicht. Die gegenläufig öffnenden Türen, das farblich abgesetzte Dach und die sehr dreidimensionale Front wirken modern, ohne dass das Auto schreit "HALLOOOOO, ICH BIN EIN ELEKTROAUTOOOOO!!!!11!!1". Dazu ist der Innenraum wirklich eine Wucht, sehr "europäisch" designt, ohne japanische Schrulligkeiten. Es sieht sehr edel, hochwertig verarbeitet und modern aus. Mit dem braunen Kunstleder dazu wirklich eine Wucht. Die nachhaltigen und veganen Materialien sind ebenso ein Pluspunkt wie die aus Umweltschutz- und Kostengründen recht klein ausgefallene Batterie. Die Vorteile des geringen Gewichts, der weniger aufwändigen Produktion und des günstigeren Preises nehme ich gerne mit. Ich brauche keine 400km Reichweite. Oder doch? Kurz vor der Bestellung habe ich also nochmal die Vernunft walten lassen und erfahrene Elektroautofahrer nach ihrer Meinung gefragt. Schaffe ich die 160 Kilometer mit eventuell etwas Umweg auch zuverlässig im Winter? Mit Heizung an und 130 auf der Bahn? "Das wird schon ne knappe Kiste" wurde mir relativ einstimmig gesagt. Dazu lädt der MX-30 zwar DC mit 50 KW, aber AC nur einphasig. Das mag global kein großes Problem sein, in Deutschland gehen damit über einen 22 KW Lader aber nur 6,6 KW und über einen 11 KW Lader - wie sie in Hannover an meinem Ziel noch hauptsachlich vertreten sind - sogar nur 3,6 KW. Da komme ich also abends mit unheimlich leerem Akku an, finde im besten Fall noch eine freie Ladestation und am nächsten Morgen ist er immer noch nicht voll. Ne Mazda, das geht besser!

Für alle die Zuhause laden können ist er aber definitiv eine Empfehlung wert.

 

BMW i3s

 

Etwas ernüchtert machte ich mich dann auf den Weg um "Autohäuser abzuklappern". Genug von Online-Rechnern, ich möchte verbindliche Angebote. Zum Glück sind annähernd alle großen Autohäuser von mir aus fußläufig zu erreichen, so kann ich das als gesunden Spaziergang rechtfertigen.

Mein erstes Ziel war die BMW Niederlassung. Der sehr nette Verkäufer rechnete für mich meine Konfiguration für den i3s aus. Trotz, dass der Bruttolistenpreis mit über 47.000€ deutlich über dem Mazda lag (bei BMW kostet jedes Extra happig Aufpreis), endete die Leasingrate "nur" 50€ über der des Mazdas. Allerdings lenkt der BMW nur bis 30 km/h alleine auf der Autobahn und Matrix LED oder besondere Connectivity sucht man vergebens. Hier zeigt sich, dass der i3 doch schon 7 Jahre alt ist. Dass es dank der BAFA Prämie keine Lagerfahrzeuge mehr gibt und die Bestellung bis 2021 dauern würde hatte ich gar nicht bedacht. Also erstmal weiter zum

 

Kia eNiro

 

und damit zum exakten Gegenteil des sehr freundlichen BMW Verkäufers (ehrlich gesagt hätte ich es umgekehrt erwartet).

"Sind sie frei?" fragte ich nach etwas Schlendern durch den Showroom den Verkäufer, der dann recht widerwillig von seinem Handy aufblickte "Ich interessiere mich für einen eNiro" "Was ist denn ihr Budget" "So ca. 45.000€" "Dann ist aber höchstens ein Vision drin. Und wir haben Lieferzeiten bis März" (will der Typ kein Auto verkaufen?) "Okay danke, dann weiß ich ja bei wem ich das Auto sicher nicht kaufe" verkniff ich mir dann. "Ich würde mir das Auto gerne erstmal anschauen" "Steht da hinten" sagte er und blickte sofort wieder auf sein Handy. Der Vorführwagen war bis unters Dach ausgestattet. Sitzheizung hinten und -lüftung vorn fand ich ja im Sportage Dauertester schon etwas "over the top". Der Innenraum hat durch die ganz frische Modellpflege unheimlich gewonnen. Leider ist der Innenraum wie auch beim Sportage übersäht von Hartplastik. Sehr schade.

"Ich würde das trotzdem gerne einmal durchrechnen". Etwas wiederwillig ging der Verkäufer mit mir den Konfigurator durch. Trotz knapp 5000€ geringerem Listenpreis und 36 Monate Laufzeit (um die Rate wenigstens noch ein wenig zu drücken) sollte der Kia 70€ mehr kosten als der i3s. "Ich vergleiche das mal und melde mich dann wieder" sagte ich. Plötzlich wurde der Verkäufer wach und rief mir hinterher "da kann man bestimmt noch etwas machen, melden Sie sich einfach!". Nein Danke...

 

Opel Corsa e

 

Eigentlich mag ich keine Kleinwagen, aber der Corsa F (e) ist echt schick geworden, deshalb wollte ich mir den mal genauer anschauen. Das sagte ich auch dem Verkäufer, der dann beruhigt war, dass er mir Leasingraten um den Kopf schmeißen konnte für die man auch die 'größeren' Autos in meiner Auswahl bekäme. "Wir haben das beste Elektroauto und unsere Kunden wissen das, daher sind wir nicht günstig". Aha. Und gleich wollte er mir seinen Vorführer andrehen. Na gut, dachte ich mir. Wenn er dann deutlich günstiger ist als ein Neuwagen abzüglich BAFA Prämie hätte ich da nichts gegen. Also schaute ich mir den Wagen an.

Nein! Das ist nicht was ich suche. In Kleinwagen fühle ich mich immer wie Mr Incredible im Auto nach seinem Bürojob. Dazu bietet der Corsa nicht die Assistenzsysteme, die die anderen Kandidaten OnBoard haben. Und die Leasingrate für den laut Exposé 24.999€ günstigen Vorführer? Bei mindestens 36 Monaten teurer als der i3s. Zur Erinnerung: der sollte über 47.000€ kosten.

 

 

 

Ziemlich enttäuscht machte ich mich auf den Weg nach Hause und kam noch bei Hyundai vorbei. "Ach komm, gib dem Kona-E mal eine Chance" dachte ich mir. Aber dieses potthässliche Ding stand direkt neben dem Eingang und deshalb traute ich mich gar nicht erst rein. Sorry an alle Kona-Fahrer. Geschmäcker sind ja verschieden. Aber wer baut noch knatschorangene Spiegelei-Blinker als Rücklichter in ein Auto, 25 Jahre nachdem das total aus der Mode gekommen ist (zum Glück)? Grauenvoll!

 

Also habe ich zu Hause nochmal das Internet bemüht und siehe da.....

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11.11.2019 23:59    |    nick_rs    |    Kommentare (74)    |   Stichworte: 89, Audi, Cabriolet

Was machen mit dem Cabrio?

Ach, wer kennt das nicht. Man hat ein Auto an dem man irgendwie hängt, aber es passt absolut nicht ins Fahrprofil. So richtig genießen kann man es nicht, man hat ja schließlich auch noch 163.274 andere Projekte.

 

Es ist ein offenes Geheimnis, dass das Cabrio seit (lasst mich lügen) Juni zum Verkauf steht. Der Grund ist simpel: Es ist seit der Volllackierung bzw. spätestens seit dem neuen Dach sowohl optisch als auch technisch genau in dem Zustand in dem ich es immer haben wollte. Der Lack glänzt 1a, die optischen Veränderungen sind dezent aber gelungen. Die Felgen und die Tieferlegung bieten den perfekten Kompromiss aus Serienoptik und modernem Look.

 

Aber irgendwie wird es langweilig. Was noch verändern? Was noch dran tun?

Und wohin fahren? Wenn man den Alltag nicht mehr mit dem Auto unterwegs ist, werden die Gelegenheiten Cabrio zu fahren rar. Sehr rar.

Und selbst bei den wenigen Gelegenheiten überlegt man sich das dreimal, wenn das Auto frisch lackiert ist. Kann ich am Ziel sicher parken oder haut mir jemand die Tür in die Seite? Ist alles asphaltiert oder könnten Steinschläge passieren?

Man ist deutlich vorsichtiger und weniger entspannt.

Und so kommt es, dass diese Saison mehr Euro in Fixkosten geflossen sind als Kilometer gefahren wurden.

Und dann wäre da ja noch die Luise, die noch viiieeeelll Liebe braucht.

 

Den Gedanken, das Cabrio zu verkaufen hatte ich gefühlt jedes Jahr. Jeder, der näheren Kontakt mit mir hat(te) kann davon ein Lied singen. Aber dieses Jahr wurde es dann konkret. So richtig realisiert habe ich das aber erst, als ich mit einem Interessenten verabredet war. Beim Verlassen der Wohnung zitterten die Knie, der Puls ging hoch, vielleicht floss auch ein Tränchen (ihr werdet es nie erfahren). Die Begleitung fragt mich, warum man solch ein Auto denn verkaufe, das sei ja dumm. Recht hat er. Und so war ich ganz froh, dass wir uns nicht geeinigt haben.

 

Aber was tun? Dass das Auto mehr steht als fährt wird noch mindestens ein paar Jahre so bleiben. Allerdings würde ich wenn ich wieder ein Cabrio fahren wollen würde - unabhängig vom Budget - immer ein Audi Cabriolet wählen. Exakt in dieser Konfiguration. Was also, wenn ich den Verkauf bald bereue und ein solches Auto nie wieder finde? Und nicht zu vergessen, dass im Falle eines Verkaufs ein finanzieller Verlust im 5-stelligen Bereich. Die Alternative wäre, es für die nächsten Jahre weg zu stellen und sich dann irgendwann mit einem frischen Designkonzept daran zu erfreuen.

 

Ich lasse das hier mal so offen stehen ;)

 

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01.07.2019 14:58    |    nick_rs    |    Kommentare (27)    |   Stichworte: 89, Audi, Cab, Cabriolet, Neues Dach

FERTIG

Wow, dass ich das mal sagen werde. Seit 6.5 Jahren ist das Cabrio bei mir. Und schnell fasste ich den Entschluss das Auto in einen Zustand zu versetzten der seines Gleichen sucht. Absolut bescheuert, finanziell das dümmste was man machen kann, aber ich habe das durchgezogen. Warum auch immer. Aber nun ist das „Projektauto“ endlich fertig. Er ist genau wie ich ihn mir vorgestellt habe. Die Felgen, das Fahrwerk, die Optik. Ich würde nichts verändern wollen.

 

Was fehlt nach einer Motorüberholung, überarbeitetem Innenraum und einer Volllackierung denn noch zum Glück? Richtig: Ein neues Dach.

Das Dach war noch das Erste, inzwischen 23 Jahre alt und dafür noch in richtig gutem Zustand, allerdings war die Heckscheibe trüb. Dank schwarzer Folie stieß das nicht ins Auge und störte mich auch nicht wirklich, als dann aber schlussendlich die Heckscheibe auch noch einriss war's dann so weit. Zwar kann man die Heckscheibe auch so wechseln, aber ich investiere keinen Haufen Geld in ein 23 Jahre altes Dach. Also einmal neu bitte. Hier seht ihr das Resultat:

 

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13.06.2019 09:04    |    nick_rs    |    Kommentare (42)    |   Stichworte: 6türer, E-Klasse, Mercedes, v124, W124, w124lang

Goify stieß mich an, mein letzter Beitrag sei schon 3 Monate her. Stimmt. Seit MT die Redaktion eingestellt hat ist es irgendwie nur noch selten interessant hier. Da dachte ich mir, sorge ich eben selbst für interessanten Content :D.

Kleiner Scherz am Rande. Eigentlich ist mein Leben mit einem 5,6m Auto doch recht beliebig. Die, die es trotzdem interessiert dürfen aber gerne weiterlesen.

 

Nach der Standzeit kommen die Reparaturen

 

Nun jut. Die Luise gab ich nach Ablauf des Überführungskennzeichen in meine Werkstatt des Vertrauens. Zwei kleine Löcher am Unterboden und die Querlenker mussten gemacht werden. Nur 4 Wochen später (ich bereue immer noch den Satz „es eilt nicht“) war das Auto dann bereit für die für die Zulassung notwendige Vollabnahme

 

„Sie wollen ein Auto zulassen? Einige Wochen müssen sie da schon einplanen!“

 

Einfach beim TÜV vorbei fahren ist nicht in Hamburg. Erstrecht nicht, wenn man eine Vollabnahme braucht. Man benötigt einen Termin. Der nächste ist in 3 Wochen. Doof. Also wurden alle möglichen anderen Prüfinstitutionen angerufen, Vollabnahme darf nur der TÜV. Die COC Papiere bei Mercedes zu besorgen ginge auch nicht schneller und ist auch deutlich teurer. Nungut, dann sitze ich die Zeit halt aus.

Nach dem TÜV steht auch noch die Zulassung an.

„Ein Importfahrzeug wollen Sie anmelden? Das geht spontan nicht. Dazu brauchen sie einen Termin. In zwei Wochen haben wir wieder was frei“. Danke für nichts.

Wenigstens lief die TÜV Abnahme problemlos. Der Prüfer rätselte erst, ob das Auto auf die Bühne passt, schlussendlich war es aber kein Problem. Er bestätigte mir den tollen technischen Zustand. Wirklich interessant, wie ein technisch so gepflegtes Auto optisch so verkommen konnte. Gerade als der Prüfer und ich den Vergleich mit einem Smart ziehen, fährt ein solcher hinter der Luise in die Halle. Welch Ironie.

 

Wie weißt du denn, ob die Ampel rot oder grün ist?

 

Diese Frage bekommt man immer gestellt, wenn man von seiner rot-grün-Sehschwäche erzählt. Ähnlich nervig aber mindestens genauso häufig ist die Frage „Wo parkt man denn mit einem solchen Auto in der Stadt?“ hmm. Mal überlegen. Am Straßenrand? Auf einem Parkplatz? Wo man mit einem Auto nunmal parkt. Zugegeben, nicht immer ist die Länge praktisch, aber mit Anlauf geht er immer rein irgendwie findet man immer eine passende Lücke.

 

 

Probleme schaffen im Alltag aber eher die Anderen. Jeder guckt, viele sprechen einen an. Unbeobachtet an der Ampel in der Nase popeln geht nicht. Wenn man aus der Tanke oder dem Supermarkt kommt stehen die Leute schon wieder ums Auto. Nahezu jeder findet das Auto interessant. Von Kindern über potente Jugendliche bis hin zu Rentnern. Und letztere haben natürlich Zeit. Vieeelll Zeit, um von den guten früheren Jahren zu erzählen als 124er noch das Straßenbild prägten. Nur ich habe die Zeit meistens nicht. Einen Punkt, den ich vor dem Kauf des Autos definitiv unterschätzt habe.

 

124er läuft und läuft, manchmal, vielleicht.

 

„Der letzte echte Mercedes“ „das war noch Qualität“ „die sind für die Ewigkeit gebaut“. Jaja und der Sonne erzählen wir mal, sie solle weniger scheinen damit die Erderwärmung nicht weiter zunimmt.

Mag sein, dass die Motoren ewig halten. Mag sein, dass unzählige einen 7-Stelligen Kilometerstand haben. Aber man darf nicht vergessen: der 124er ist ~30 Jahre alt. Und da geht nunmal immer mal wieder etwas kaputt. Oder man vergisst zu tanken (kein weiteres Kommentar dazu). Eines Morgens war plötzlich die Batterie leer. Einfach so. Den Morgen danach auch und den Tag darauf ebenso. Zum Glück hat man ein Auto zum überbrücken dabei (viel praktischer als eine Powerbank). Nach dem 3. mal war wieder alles tutti. Selbstheilung also, cool.

 

 

 

Nicht selbst geheilt hat sich das Überspannungsschutzrelais (tolles Wort), dass perfekt passend zum Ringtreffen kaputt ging. Das Auto startet sehr unzuverlässig, hält die Drehzahl bei 2000 U/min, das E-Gas funktioniert nicht (ja, 124er mit ASR haben schon E-Gas) und an der Ampel geht das Auto gerne aus. Sehr praktisch wenn man mit 6 Leuten 600km in die Eifel fahren möchte. Glücklicherweise half ein Oldtimerteilehändler auf halber Strecke spontan aus.

 

 

 

Manchmal ein Segen, manchmal ein Fluch.

 

Praktisch solch ein Dachträger. So findet ein Sofa recht einfach den Weg zur Deponie.

Wenn man in die Waschstraße fährt, muss er allerdings ab. Sagte mir der ziemlich überforderte Waschstraßenmitarbeiter, nachdem mich zuvor schon eine Tankstellenanlage aufgrund der Fahrzeuglänge abgewiesen hatte. Nungut, dann nehme ich den Träger eben schnell runter. Während des Abbaus überlegte er es sich dann doch anders und lies mich und die ca. 10 Autos hinter mir rückwärts rangieren. Ich musste mit einem dreckigen Auto aufs 124er treffen. „Fachkräftemangel“ scheint nun schon bei den einfachsten Arbeiten angekommen zu sein.

 

 

Weitere Bilder in der Galerie :)

 

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20.02.2019 21:29    |    nick_rs    |    Kommentare (46)    |   Stichworte: E-Klasse, Mercedes, W124

"der ist aber lang, schöne Weiterfahrt" sagte der Polizist bei der Straßenkontrolle, nachdem er mich nur für den Satz angehalten hatte.

Joa. Jutta ist etwas in die Länge gegangen und heißt nun lange Luise.

 

Luise ist ein V124 (V steht für den langen Radstand) 260E, einer von sehr wenigen original von Mercedes ausgelieferten 6-Türern (die meisten sind Umbauten) und stammt aus der Sammlung eines verstorbenen Herrens aus der Schweiz.

 

Key-Fakts:

- 218.000km

- EZ 06.1990

 

Die Ausstattung ist sehr üppig:

- Tempomat

- Umfeld-/Pfützenbeleuchtung

- Multikontursitze

- elektrisches Heckrollo

- elektrische Fensterheber 6x

- elektrisch verstellbare Mittelsitzbank

- Klimaanlage

- Standheizung

- ASR

- Sommerreifen auf Alu (Gullideckel)

- Economy-Anzeige

- beleuchtete Make-Up Spiegel

- Leseleuchten im Fond

- Außentemperaturanzeige

und das beste:

- Radkappen in Wagenfarbe. Das sind nämlich nicht die Radkappen von Jutta.

 

Der technische Zustand ist wirklich top, man merkt den verhältnismäßig geringen Kilometerstand an allen Ecken. Der Motor sieht super aus, läuft wie eine Eins, das Fahrwerk ist frisch wie am ersten Tag, selbst der Blinkerhebel fühlt sich deutlich neuer an als in Jutta.

Die Karosserie hingegen hat alledings noch ordentlich Bedarf. Neben einem stümperhaft reparierten Streifschaden und Lackplaztern sorgen Nachrüstungen wie die Antenne auf dem Heckdeckel und Rost am Unterboden für Arbeit.

 

Das Auto wurde von mir importiert und darf mit den Kennzeichen noch bis Ende des Monats fahren. Dann kommt es in die Werkstatt für die wichtigen Karossieriearbeiten und eine Vollabnahme beim TÜV.

 

Aber warum das Ganze? Ist ein 5,6m Auto nicht etwas unpraktisch in der Großstadt? Sicherlich.

Auf den 6-Türigen 124er wurde ich schon vor zwei Jahren aufmerksam und fand ihn einfach unheimlich cool, weil ich einen mit 6 E-Fenstern gesehen hatte. Seit dem beobachte ich den sehr kleinen Markt nach einem 6-Türer, der

 

- 6 E-Fenster hat

- orignial von Mercedes ist

- ein Mopf 1 ist

- ein 260er ist (original hab es nur 250D, 260E und ab Mopf2 E280)

- linksgelenkt ist

- nicht silber oder weiß ist

- einen Tempomat und Klimaanlage hat

 

seit Oktober war die Luise bereits inseriert und ich konnte nicht aufhören daran zu denken, weil Farbe und Ausstattung mehr als perfekt sind!

Aber das Auto wäre super sinnlos gewesen.

Durch meinen neuen Job in dem ein Alltagsauto überflüssig ist fahre ich sowieso nur noch wenig. Jutta wird (wenn überhaupt) nur noch einmal die Woche bewegt. Auch die C-Klasse ging wegen Wenignutzung an meine Mutter über. Wann soll ich dann noch Cabrio fahren?

Dazu ist das Cabrio (demnächst) fertig. Es gibt keine Macken zu beheben, keine Veränderungen mehr vorzunehmen. Das Projekt ist abgeschlossen.

Daher habe ich mich entschlossen aus zwei Autos eines zu machen und die lange Luise sowohl für gelegentliche Alltagsfahrten, als auch als Projektauto zu betreiben.

 

Leider habe ich mich im Herbst dazu entschlossen 16“ Winterreifen mit W140 Radkappen zu fahren, daher sind die Radkappen beim Fotoshooting nun nicht identisch, obwohl sie es sein könnten. Trotzdem hier ein paar Bilder :)

 

 

 

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04.09.2018 18:15    |    nick_rs    |    Kommentare (19)    |   Stichworte: bremsen, C-Klasse, differenzdrucksensor, Mercedes, partikelfilter, S204, w124, w204

Weiter geht's also...

 

Im letzten Artikel erzählte ich von der sporadisch aufleuchtenden MKL. Der Fehlerspeicher schmiss den Dieselpartikelfilterdifferenzdrucksensor (ich liebe deutsche Wörter). Der faule Nick las natürlich nur die Hälfte des Wortes und dachte, der Partikelfilter sei voll. Da das Leuchten der MKL allerdings gar nichts mit den Freibrenn-Fahrten zu tun hatte wurde ich langsam skeptisch. Das Problem wurde teilweise so schlimm, dass das Fahrzeug in den Notlauf fiel, ohne es mit der MKL anzuzeigen. Ein Überholvorgang wurde so einmal richtig knapp. Also nochmal schnell im Forum recherchiert und siehe da: Ein typisches Problem - der Differenzdrucksensor. Knapp 70€ kostet dieser bei MB, der Einbau könnte in 10min erledigt sein (wenn man sich nicht am heißen Motor ständig die Finger verbrennen würde und die blöden Klammern einfach zu lösen wären).

 

Weiter waren die Bremsen hinten langsam fällig. Die gab es einmal neu. Auch Jutta bekam einmal neue Bremsen rundum.

Kurz vor einer langen Fahrt knallte auch noch ein Steinschlag in die Scheibe. Der Schnelligkeit halber wurde das bei Carglass gerichtet. Sehr zufriedenstellend.

 

 

 

Ansonsten erfreut die C-Klasse Tag für Tag, vor allem mit ihrem geringen Verbrauch in der Stadt. Klar, eine 3 Meter lange Leiter transportieren andere Kombis besser, dafür lässt sich die C-Klasse auch immer gut parken. Rundum für unseren Alltag nach wie vor der perfekte Begleiter. Vielleicht schreibe ich mal einen Fahrberichtsartikel.

 

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