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MOTORTESTS.de - Test und Erfahrungsberichte aus der MOTOR-TALK Community

Tue Sep 04 18:15:55 CEST 2018    |    nick_rs    |    Kommentare (13)    |   Stichworte: bremsen, C-Klasse, differenzdrucksensor, Mercedes, partikelfilter, S204, w124, w204

Weiter geht's also...

 

Im letzten Artikel erzählte ich von der sporadisch aufleuchtenden MKL. Der Fehlerspeicher schmiss den Dieselpartikelfilterdifferenzdrucksensor (ich liebe deutsche Wörter). Der faule Nick las natürlich nur die Hälfte des Wortes und dachte, der Partikelfilter sei voll. Da das Leuchten der MKL allerdings gar nichts mit den Freibrenn-Fahrten zu tun hatte wurde ich langsam skeptisch. Das Problem wurde teilweise so schlimm, dass das Fahrzeug in den Notlauf fiel, ohne es mit der MKL anzuzeigen. Ein Überholvorgang wurde so einmal richtig knapp. Also nochmal schnell im Forum recherchiert und siehe da: Ein typisches Problem - der Differenzdrucksensor. Knapp 70€ kostet dieser bei MB, der Einbau könnte in 10min erledigt sein (wenn man sich nicht am heißen Motor ständig die Finger verbrennen würde und die blöden Klammern einfach zu lösen wären).

 

Weiter waren die Bremsen hinten langsam fällig. Die gab es einmal neu. Auch Jutta bekam einmal neue Bremsen rundum.

Kurz vor einer langen Fahrt knallte auch noch ein Steinschlag in die Scheibe. Der Schnelligkeit halber wurde das bei Carglass gerichtet. Sehr zufriedenstellend.

 

 

 

Ansonsten erfreut die C-Klasse Tag für Tag, vor allem mit ihrem geringen Verbrauch in der Stadt. Klar, eine 3 Meter lange Leiter transportieren andere Kombis besser, dafür lässt sich die C-Klasse auch immer gut parken. Rundum für unseren Alltag nach wie vor der perfekte Begleiter. Vielleicht schreibe ich mal einen Fahrberichtsartikel.

 

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Sun Jul 08 19:00:38 CEST 2018    |    nick_rs    |    Kommentare (27)    |   Stichworte: 89, Audi, Cabriolet

Dieses Jahr wird alles anders.

Nachdem ich die letzten 5 Jahre immer einen hohen, vierstelligen Betrag im Cabrio versenkt habe dachte ich, dieses Jahr wird das nicht so sein.

„Nick, dieses Jahr gibst du dir ein Budget von 1000€ für das Auto, mehr wird nicht investiert“ sagte ich mir.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

HAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHA

Guter Witz. Es dauerte keine zwei Wochen, da war das Budget komplett gesprengt.

„Na wenn schon, denn schon“ dachte ich mir. Neues Ziel für dieses Jahr: Fertig werden.

 

Fertig. Welch komisches Wort. Jeder der ein Projektauto besitzt weiß, dass dieses Wort eigentlich nie auf das Auto zutreffen wird.

Nungut, fangen wir an. Nach den bereits erfolgten Sattlerarbeiten stand nun der wohl größte Schritt an: Die Komplettlackierung. Darauf spare ich schon, seitdem ich das Auto habe und ich habe schon selbst nicht mehr dran geglaubt, dass das noch klappt. Nun soll es soweit sein, auch wenn die irre aufwändige Aufbereitung eine Woche vorher dann komplett umsonst war. Als vorletzter Schritt zum fertig.

 

Warum? Werden sich jetzt einige fragen. Der Lack sieht doch klasse aus. Ja, aber er hatte leider auch sehr viele nicht polierbare Kratzer. Das störte zwar erst ab ca. 2m Entfernung, nervte mich aber tierisch. An annähernd jedem Karosserieteil war irgendeine Macke oder Kratzer, daher die Entscheidung ihn komplett lackieren zu lassen.

 

 

Das Ergebnis ist echt toll geworden, auch wenn es ein paar Wochen gedauert hat. Leider bin ich jetzt noch pingeliger mit dem Auto aber gut, das liegt wohl in der Natur der Sache. Endlich passt der äußere Zustand auch zum inneren und technischen.

 

Dem aufmerksamen Leser wird auffallen, dass das Auto optisch wieder Serie ist. Der Grund ist simpel: für die Lackierung mussten Spoiler, Logos etc. runter und da die HU wieder fällig war (man vergeht die Zeit schnell) ist es einfacher, dass anschließen erst wieder zu montieren bevor man wieder ABEs suchen muss etc. Die Scheinwerferfolien sind eh illegal. Aber es zeigt mir doch, dass meine Veränderungen mir sehr gefallen haben. Das wird auf jeden Fall alles wieder montiert. Habe ja jetzt wieder zwei Jahre Luft :)

 

So far :)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anbei noch ein paar Detailbilder. Leider habe ich vergessen die Blende dafür etwas hochzuschrauben, so ist die Schärfeebene leider etwas kurz.

 

 

 

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Fri May 11 14:38:04 CEST 2018    |    nick_rs    |    Kommentare (18)    |   Stichworte: C, C-Klasse, Mercedes, S204, W204

Irgendwie sind neue Autos langweilig, zumindest wenn man bloggen möchte. Denn viel passiert ist in den letzten 10.000 km seit dem ich die C-Klasse „übernommen“ habe nicht. Wobei: Zwei kleinere Defekte hat sie sich geleistet. Aber beginnen wir von vorne:

 

Direkt zu Anfang machte sich jemand am Stern zu schaffen. Nach in Summe 2,5 Jahren Stern auf der Haube (0,5x E430; 0,5x 124er; 1,5x C350) wurde es auch mal Zeit. Als „Übergangslösung“ montierte ich wieder den Zentralstern, diesmal im „Edition C“-Grill, den ich noch im Keller liegen hatte. Zwar vermissen wir alle den Stern auf der Haube, aber irgendwie ist es auch mal ein Tapetenwechsel. Und man muss sich nicht den ganzen Tag Gedanken machen, ob der Stern noch am Auto prangt.

 

Ende Februar erlebte Deutschland eine zweite Eiszeit. Selbst im sonst recht milden Hamburg sanken die Temperaturen auf bis zu -17°. Kein Grund für meine Kumpels und mich das Auto nicht zu waschen, immerhin wird es ja trotzdem dreckig. Das warme Waschboxwasser spülte den angefrorenen SnowFoam und Felgenreiniger auch wunderbar wieder runter, aber beim ersten Versuch das Auto abzutrocknen frierte das Handtuch fest und wir kamen zur Einsicht, dass wir den Eispanzer an den Autos nun wohl hinnehmen müssen. Immerhin waren sie jetzt sauber :D

Nicht so einfach hingenommen haben das die hinteren PDC Sensoren. Gleich drei von vier meldete das Steuergerät als defekt. Hier war es vorteilhaft das AMG Paket zu haben. So musste weder die Stoßstange demontiert noch die Sensoren lackiert werden, da sie im Diffusor sitzen, der einfach raus zu clipsen ist.

Da inzwischen die Temperaturen auch zum Frühling passten montierte ich in dem Zug auch gleich die Sommerräder.

 

 

Kommen wir nun zu dem Absatz, dem der Artikel seinen Namen verdankt. Das Wochenende drauf begann ich mit dem, was ich schon seit 1.5 Jahren machen wollte: Eine Aufbereitung. Sehr aufwendig musste diese gar nicht sein, schließlich ist das Auto vor dem Kauf in der Niederlassung gründlich aufbereitet worden. Allerdings hat das damals wohl der Azubi gemacht, denn der Lack war voll mit Hologrammen. So wurden diese schnell rauspoliert und der Lack sowie die Scheiben und Felgen versiegelt. Die Endrohre wurden poliert, sodass die zweiflutige Anlage, die die Sechszylinder auszeichnet wieder richtig schön zur Geltung kommt. Den Motorraum säuberte ich mit etwas APC Cleaner und einem Pinsel, das ganze wurde dann mit einer Gießkanne abgespült und schon sieht es dort aus wie neu. Etwas mehr Arbeit erforderten die Scheinwerfer. An der Front sieht man der C-Klasse an, dass sie den Großteil ihrer Laufleistung auf der Autobahn verbringt/verbracht hat. So schliff ich die Scheinwerfer gründlich an und polierte annähernd alle Steinschläge aus dem Glas. Leider sind die Streuscheiben auch von innen „angelaufen“. Genau dort, wo der Lichtkegel des Xenons die Scheibe kreuzt. Das Problem ist bekannt und es gibt von Mercedes ein Reinigungsset dafür, dass man über das Abbiegelicht ins Innere führt. Allerdings kostet das 220€ und ist daher keine Option, da man für die Hälfte auch neue Streuscheiben bekommt. Wie ich das Problem löse weiß ich zum jetzigen Stand noch nicht.

Der Innenraum wiederum bedurfte annähernd gar keiner Zuwendung. Regelmäßig wird dort mit Cockpitreiniger „durchgewischt“. Die Sitze sehen aus wie neu! Keine Falte, nicht mal annähernd speckig sind sie. Was das angeht, hat Mercedes wirklich einen herausragenden Job gemacht. Lediglich die Pedale wurden mit APC Reiniger und Pinsel gesäubert und die Fußmatten einmal mit dem Hochdruckreiniger durchgeblasen.

 

 

 

An einem Donnerstagabend machte ich den Motor an und mich strahlte stolz die Motorkontrollleuchte an. Klasse, das war genau das, was ich in dem Moment gebrauchen konnte, denn es war schon 21 Uhr und am nächsten Morgen sollte es zum Ringtreffen in die Eifel gehen. Ich fuhr also zum Auslesen, was den DPF als Fehler ausmachte. Hier fordert der Stadtverkehr doch seinen Tribut. Knapp 6 Wochen hatte ich die Stadtgrenzen nicht verlassen. Die Tage zuvor hatte das Auto gehäuft versucht zu regenerieren, was man durch erhöhtem Leerlauf und längerem halten der Gänge bemerkt. Also Fehler gelöscht und ab auf die Autobahn. Die Automatik im vierten Gang gesperrt und ab nach Lübeck und zurück. Das sollte vorerst genug sein. Im Laufe des Ringtreffens trat der Fehler dann erneut auf, löschte sich aber noch vor der Rückfahrt selbst. Seit dem trat das Problem trotz viel Stadtverkehr nicht mehr auf. Hier heißt es abwarten

 

Anbei noch Bilder vom Ring :)

 

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Fri Apr 20 15:20:37 CEST 2018    |    nick_rs    |    Kommentare (10)    |   Stichworte: 89, Audi, Cabriolet

Die Saison begann wie letztes Jahr pünktlich am 01.04. um 0:00 Uhr. Es nieselt leicht, am Straßenrand liegt noch Schnee. Perfektes Cabriowetter :D

 

Zuvor habe ich mich dazu entschlossen die Felgen doch Silber zu machen. An das Chrom hatte ich mich zwar inzwischen gewöhnt und es gefiel mir auch sehr gut, aber das Silber hebt die Konturen der Fegen schön hervor und sieht – zumindest in Deutschland – deutlich stimmiger aus.

 

 

Leider riss über den Winter die Fahrersitzwange ein. Es scheint, als sei das durch die Kälte passiert. Oder ein übergewichtiger Einbrecher hat sich mehrmals unbemerkt reingesetzt. Ich weiß es nicht. Jedenfalls ist es unzumutbar so durch die Gegend zu fahren. Bei der Gelegenheit wurden auch die Gurte des Dachhimmels wieder angenäht, sodass da nun nichts mehr flattert. Außerdem wurde eine neue Sitzheizungsmatte eingesetzt, da die Alte schon seit dem Kauf vor über 5 Jahren defekt war. In diesem Moment realisierte ich erst, wie sehr mich die beiden Defekte jahrelang gestört haben. Da steck man über die Zeit einen fünfstelligen Betrag ins Auto, aber so elementare Dinge wie die Sitzheizung und der Dachhimmel bleiben jahrelang unrepariert, dabei kosten sie „nur“ wenige hundert Euro. Die Beseitigung der Mängel hat mich so gefreut, dass ich bei der Abholung gestern bei 27°C mit Sitzheizung auf Stufe 6 gefahren bin – einfach weil ich es jetzt kann :D

 

 

Das vorherige, sonnige Wochenende nutzte ich um den Lack außen aufzubereiten. Das hatten Shibi und ich vor fünf Jahren das letzte Mal gemacht, es war also dringend mal wieder nötig. Auch das Dach wurde aufbereitet und neu imprägniert. Zum Lack sei gesagt: Uni schwarz ist unheimlich geil, aber auch unheimlich scheiße. Es gibt keinen Lack, der eine solche Tiefe erzeugen kann. Gepflegt sieht Uni schwarz richtig gut aus. Dafür verzeiht es gar nichts. Man sieht jeden Kratzer, jeden Wassertropfen, jedes Staubkörnchen, alles. Zwei Tage habe ich poliert und geflucht. Warum alles umsonst war, lest ihr dann im nächsten (Cabrio-) Artikel :)

 

 

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Sun Feb 11 18:30:31 CET 2018    |    nick_rs    |    Kommentare (40)    |   Stichworte: 89, Audi, Cab, Cabriolet

Als mich letztens Jemand fragte wie lange ich mein Cabrio schon habe musste ich lange überlegen und war anschließend echt erstaunt.

Laut Kaufvertrag wurde das Auto am 11.02.2013 um 18:30 Uhr an mich übergeben. So sind es jetzt auf die Minute genau 5 Jahre :eek:

Damals war ich noch blutjunge 17 Jahre alt, verliebt bis zum geht nicht mehr in die Grotte und der felsenfesten Überzeugung, dass das Auto mit der Ausstattung mal ein gesuchter Klassiker wird :D

Nun, 5 Jahre und 35.409 km später mache ich mir diese Illusion nicht mehr. Dennoch liegt mir nach wie vor viel daran, das Auto im guten Zustand zu halten.

Ob ich das Auto nochmal kaufen würde? Nein, aber ich bereue den Kauf auch nicht. Damals klang es nach einen guten Kauf, auch wenn er optisch einige Mängel hatte. Dass das Auto trotzdem Tücken hatte war eben Pech. Wenn man sich überlegt, was man für das Geld was dort drin steckt alles hätte kaufen könnte... Wahrscheinlich hätte ich früher den Schlussstrich ziehen sollen, aber es ist wie es ist. :)

 

Letzten Endes erfreut mich das Auto trotzdem regelmäßig durch sein hübsches Aussehen und das fehlende Dach. Meiner Meinung nach ist es nach wie vor einer der schönsten und stimmigsten Cabrios. :)

 

Anbei noch ein paar Bilder bei der Abholung und heute.

 

 

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Sun Feb 04 13:40:15 CET 2018    |    nick_rs    |    Kommentare (75)    |   Stichworte: C, C-Klasse, Mercedes, S204

Nachdem im letzten Artikel festgestellt wurde, dass Jutta mich verlassen muss, gibt es nun endlich die Ergänzung wie es weiter ging.

 

Meine Mutter und ich teilen uns bisher mein Auto, da sich unsere zeitlichen Anforderungen an dieses nicht überschneiden. Mit dem Prinzip, dass wir uns zwei Mal die Woche das Auto übergeben fahren wir seit drei Monten ganz gut - und viel, hochgerechnet ~30.000km/Jahr.

Die viele Fahrerei war ja der Grund, warum ich Jutta abgeben wollte. Als Nachfolger sollte etwas Moderneres her.

 

Must haves:

- Diesel

- Automatik

- Xenon

- Sitzheizung

- 4 Türen

- Mindestens Kompaktklasse, da häufig Langstrecke

- Baujahr ab 2005

 

Nice to have

- ~4,5m Länge

- Memorysitze (wenn man sich ein Auto teilt sehr praktisch)

- Abbiegelicht (in der Stadt ein großes Sicherheitsplus)

- Auto Hold (bei den vielen Ampeln Gold wert)

- Navi und Bluetooth-Audiostreaming

 

Was der Markt so hergibt:

- Audi A3 Sportback 8P

- Audi A4 B7

- BMW 1er E87

- BMW 3er E90

- Mercedes C Klasse W203

- Opel Astra H

- Opel Vectra C/Signum

- VW Golf 5

- VW Passat 3C

- Ford Focus MK2

- Ford Mondeo MK4

 

Schnell wurden Focus, Astra, Golf und C-Klasse aussortiert. Das sind alles drei gute Autos, aber optisch einfach nicht meins. Ich sehe mich darin nicht. Als nächstes fielen Opel Vectra und Signum dem Rotstrich zum Opfer, sie sind mir zu unmodern und angegraut im Vergleich zu den Anderen. Nachdem ich dann den 320dA E91 eines Kumpels gefahren bin fielen auch die BMWs raus, da mir der Antrieb gar nicht zusagte. Übrig bleiben Passat 3C und Mondeo MK4. Mit beiden wäre das Parkplatzproblem nicht gelöst. Der Mondeo ist außerdem noch etwas teuer, der Passat hat ein DSG, was mir eigentlich nicht so gefällt. Ich bin ein Fan des klassischen Wandlers. Beides trifft auch auf den A3 zu, sodass es dort kein wirklich interessantes Angebot gab. Der A4 ist auch schon ganz schön angegraut und ob mir die Multitronic so zusagt? Am Ende bleibt also nur die Erkenntnis, dass ich wohl Kompromissbereit sein muss.

Schlussendlich schaute ich die letzten Wochen hauptsächlich nach Passats und Mondeos. Die Tatsache, dass die meistens mit einigen meiner „Nice to haves“ ausgestattet sind sowie oft auch mit Spielereien wie ACC, Keyless oder E-Heckklappe - was ich alles zu schätzen wüsste - lies über die oben aufgezählten Nachteile hinwegsehen. Bei den Audis und BMWs hätte ich bei einem sehr guten Angebot ebenfalls zugeschlagen.

 

Knallharter Themenwechsel: Jutta

Bevor ein neues Auto gekauft werden kann muss das Alte natürlich weg. Jeder Abschied fällt schwer, aber dieser besonders. So ein alter Benz ist einfach genau mein Ding. Dieses erhobene Fahrgefühl, dazu die tolle Farbe... wehmütig erstellte ich ein mobile.de Inserat.

Zeitgleich schaute ich nach einem Fahrzeug für meinen Vater. Er hat keine Lust mehr auf das Pendeln mit dem Auto. Er möchte ein Auto um von seiner Pendlerwohnung zur Arbeit zu fahren um dann am Wochenende mit der Bahn pendeln. Also suchte ich nun auch für ihn einen fahrbaren Untersatz. Da kam mir die geniale Idee: Warum nicht Jutta an meinem Vater verkaufen? Er mag das Auto sehr, es ist für seinen Zweck ideal, Jutta steht top da und ich würde sie gelegentlich auch mal wieder sehen und fahren können. PERFEKT! So wechselt Jutta nun bei Tachostand 333.001 (+75.000km) knapp den Tausender verpassst den Besitzer.

 

Da das nun geklärt wäre zurück zur Autosuche:

Es fehlt also nur noch ein Auto für meine Mutter und mich. Während ich die ganze Zeit überlege, was denn nun das perfekte Auto für uns wäre übersehen wir alle komplett, dass das perfekte Auto bereits vor der Türe steht: die C-Klasse. Wenn mein Vater mit Jutta fährt, wäre sie ja übrig. Dass das Keinem von uns aufgefallen ist... :facepalm::D

Die C-Klasse ist für unseren Alltag perfekt. Sie hat alle „Must haves“ UND alle „nice to haves“. Die Memorysitze, die AutoHold-Funktion und die mit 4,6m recht kompakten Ausmaße werden uns den Alltag in der Großstadt sehr erleichtern. Der 3L Diesel mit Assistenten wie z.B. der Verkehrszeichenerkennung ist zudem ideal für die Langstrecke und als i-Tüpfelchen prangt der Stern auf der Haube. Besser geht es also nicht.

 

Es ändert sich also Garnichts?

Doch. Die Besitzverhältnisse! Seit ich eigenes Geld verdiene ist es mir wichtig finanziell unabhängig zu sein. Das kann sehr hilfreich sein, z.B. wenn man spontan ein Auto kauft :D. Natürlich durfte und dürfte ich die Autos meiner Eltern alle fahren, aber da ich nun Hauptnutzer der C-Klasse bin möchte ich auch Eigentümer sein und damit einhergehend auch den Unterhalt tragen. So ist Jutta nun nicht mehr mein Auto, dafür aber die C-Klasse, zumindest zum Teil. Wir machen allerdings erstmal einen Beta Test, ob meinem Vater das Reisen mit der Bahn gefällt, ob er mit Jutta und wir mit der C-Klasse zurecht kommen, grundsätzlich spricht aber erstmal nichts dagegen.

 

Das Cabrio ergänzt also von nunan eine S204 C350 CDI. Ziemlich gut ausgestattet mit AMG Paket, Comand Online, Intelligent Light System und und und. Zu viel muss ich hier nicht über das Auto verlieren, es wurde in diesem Artikel ausreichend vorgestellt und im Fahrzeugprofil ist für Interessierte die Ausstattung komplett aufgelistet :).

 

So wird die C ab nun auch Bestandteil dieses Blogs und auch Jutta wird nicht ganz verschwinden.

 

So far :)

 


Fri Jan 26 13:39:43 CET 2018    |    nick_rs    |    Kommentare (48)    |   Stichworte: E-Klasse, Jutta, Mercedes, Unfall, W124

Retro Tuning?

Achtung, Textwand ;)

Das war kurz! Ja, Jutta ist quasi schon wieder weg.

Beginnen aber wir erstmal mit der „Vervollständigung“ von Jutta, chronologisch geordnet.

 

So schön das Auto auch von sich aus ist, ein bisschen „retro-chick“ muss schon sein. Angefangen mit den Radkappen (siehe letzter Artikel), die dem Auto meiner Meinung nach sehr viel Eleganz verliehen haben, geht es Anfang Dezember nach einem langen eBay-Kleinanzeigen-Streit mit einem typischen 80er Jahre Tuningteil weiter: einer Heckleuchtenblende. Fehlt nur noch eine Heckscheibenjalousie :D Leider gibt es diese im Internet nicht.

 

Im Innenraum störte mich vorallem das Radio. Es war optisch nicht passend und konnte auch nur Radio und CDs spielen. Ich habe es gegen ein optisch dezentes Alpine Radio mit Bluetooth getauscht. Zwar bin ich kein Fan von Nachrüstradios, aber ich finde es hält sich optisch zurück, war deutlich billiger als ein Originales und hat mit Bluetooth und Subwooferausgang auch mehr Funktionen. Da kommen wir auch gleich zu einem weiteren Punkt. Der Vorbesitzer hatte scheinbar eine fette Anlage im Auto, die vorhandenen Löcher in der Hutablage wollte ich also entsprechend auch verwenden, wenn sie schonmal da sind. So wanderte eine Endstufe in den Kofferraum und ein Subwoofer in die Hutablage. Leider klemmte ich die Endstufe an Dauerplus an (wir hatten vergessen Zündplus in den Kofferraum zu legen). Das war kein Problem, wenn man täglich damit fährt, sorgte aber während der Feiertage dann zweimal für eine leere Batterie. Somit haben wir nach zwei gerissenen Kühlerschläuchen schon vier mal eine Panne gehabt, wenn auch selbstverschuldet. Inzwischen ist die Endstufe mit dem Rücklicht geschaltet, das ist eh immer an. :)

Da die Hochtöner in diesem Setup dann über waren tauschte ich noch die A-Säulen-Verkleidungen gegen Originale.

 

 

 

124er typisch hatte Jutta Risse in den Zierelementen. Das schaut einfach unschön aus. Kurz abschleifen und neu lackieren sollte ja kein Problem sein, dachte ich. Weit gefehlt, die Klarlackschicht ist mehrere Millimeter dick, während das Holz, das man ja nicht beschädigen möchte nur sehr dünn ist. So war das eine Scheißarbeit die Teile zu schleifen. Ebenso war das Holz so saugfahig, dass es 6 Schichten Klarlack benötigte. Dafür sieht es nun deutlich besser aus.

 

 

An einem Sonntagnachmittag Mitte Dezember fahre ich mit der C-Klasse zu meinen Eltern. Auf dem Weg dorthin schneit es schon ein wenig. Für mehr als ein paar Heckschwenker ist es aber zu wenig. Als ich spät Abends dann wieder nach Hause will liegen aber gut 10cm Neuschnee auf den Straßen. Schnell mit einem Kumpel kurzgeschlossen und so treffen wir uns ohne Umweg im Hamburger Hafen. Bis dato habe ich schon festgestellt, dass Jutta dank Sperrdifferential auf Schnee unfassbar zickig ist. Direkt in der ersten Kurve erfolgte auch der erste Dreher. Es ist quasi unmöglich mit dem Auto nicht quer zu fahren.

Kurze Technikerklärung: Das ASD ist ein Automatisches Sperrdifferential, das über eine Grundsperrung von 35% verfügt und bis zu 100% sperren kann.

Im Hafen angekommen erwartet uns das Paradies eines jeden Querfahrers. Schneebedeckte, breite Straßen, viel Auslaufzone, weder Fußgänger noch andere Autofahrer Sonntagnachts. Da viele Halbinseln im Hafen nur eine Zufahrt haben ist schnell kontrolliert, ob sich dort noch andere Personen rumtreiben. Die ganze Nacht sehen wir kein einziges Auto - abgesehen von der großen Hauptstraße Veddeler Damm / Köhlbrandbrücke. Wir driften durch die Straßen als gäbe es kein Morgen mehr. Von außen muss das aussehen wie Szenen aus The Fast & the Furious. Alleine schon der Blick in den Rückspiegel und den Kumpel ebenfalls driften zu sehen ist unfassbar cool. Bis vier Uhr nachts und laut Tageskilometerzähler 130km graben wir den Schnee im ganzen Industriehafen einmal um.

Vergesst die Nordschleife, vergesst Fahrevents, vergesst Ringtaxen, vergesst Sex. Diese Nacht ist die spaßigste meines Lebens!

Wir filmen nur wenig, aber hier habt ihr einen kleinen Eindruck der Nacht: Video

Auch auf dem Youngsters Wintertreffen zeigt das ASD was es kann. Auf einem irre glatten Feldweg zieht uns das Auto rückwärts eine kleine Böschung hoch. Niemals hätte ich gedacht, dass das funktioniert.

 

Der Kuss von hinten

 

Wir schreiben das erste Wochenede im neuen Jahr. Mit einem Kumpel war ich gerade Auto waschen und wir wollen auf ein Parkhausdeck um zu fotografieren. Ich fahre gemütlich mit dem Verkehr fließend auf der rechten Spur einer sechsspurigen Straße mitten in Hamburg. Die Sonne steht tief und blendet tierisch. An der Ampel stehend denke ich mir, dass ich seltenst so sehr geblendet wurde. Kurz darauf geht es weiter. Da wir es nicht eilig haben fahre ich gemütlich, der Abstand zum Vordermann ist sehr groß als wir auf die nächste Kreuzung zufahren. Nachdem das vorausfahrende Auto schon über die Kreuzung gefahren ist fällt mir auf, dass die Ampel bereits rot zeigt. Ich bremse ab, komme zum stehen, schaue in den Rückspiegel und sehe sowie höre, dass die Polofahrerin hinter mir sowie die E-Klasse dorthinter die Ampel wohl übersehen haben und die Bremsen, das ABS und die Reifen gerade das beste tun, die Autos noch rechtzeitig zum stehen zu bekommen. Solche Situationen hat man gelegentlich als „Stadtfahrer“ und so denke ich auch diesmal: „das wird schon passen“

RUUUUMPS

„Oh, hat wohl doch nicht mehr gepasst“

Etwas verwundert darüber, dass es nicht gereicht hat und ich sogar kräftige 2-3 Meter nach vorne gestoßen wurde schaue ich wieder in den Rückspiegel und sehe die Polofahrein geschockt mit den Händen vor dem Mund. Schlagartig macht sich Mitleid in mir breit. Nun gut. P einlegen, Warnblinker an, Motor aus und erstmal schauen was passiert ist. Die Kotflügel des Polos verheißen nichts gutes. Das Mädel muss die Tür unter lautem Krachen aufdrücken. Oh je, wie sieht dann wohl mein Heck aus, wenn der moderne Polo schon so im Arsch ist? Nachdem wir abgecheckt haben ob es einander gut geht und sie sich tausendfach entschuldigt hat, während ich mehrfach betonte, dass das nunmal passieren kann um sie zu beruhigen schaue ich mein Heck an und sehe fast garnichts :eek:. Interessant.

Die E-Klasse steht immer noch ziemlich knapp hinter dem Polo, berührt aber wohl nicht. Zumindest kümmert sich der Fahrer garnicht darum, was gerade passiert ist sondern setzt bei der nächsten Grünphase zurück, wechselt die Spur und düst weiter, ohne uns eines Blickes zu würdigen. Komischer Mensch.

 

 

Nachdem wir Fotos gemacht und die groben Trümmerteile aufgesammelt haben fahren wir um die Ecke in eine Haltebucht und klären alles weitere. Ich schaue mir mein Auto genauer an. Im Trägerblech sind nur ein paar Kratzer, es ist aber gerade. Die Reserveradmulde ist ebenfalls unberührt. Selbst die Stoßstange ist ganz geblieben und sitzt sogar noch 1a. Es sind Tatsächlich nur Kratzer vorhanden. WOW.

 

 

Nun, wenn es dem Auto noch so gut geht, warum dann nicht reparieren und weiterfahren?

Das ist kurz erklärt: ich hatte schon länger überlegt Jutta wieder abzugeben. Nicht, weil ich sie nicht mag, im Gegenteil. Sie ist aber für meinen Alltag schlicht und einfach nicht die geeignete Begleiterin.

Warum das so ist habe ich zuletzt in Dynamix Diner etwas zusammengefasst:

 

Hauptpunkt ist die Fahrleistung. Ich dachte ich fahre mit dem Auto nicht mehr als mit dem Cabrio, habe in der Rechnung aber vergessen, dass ich die unzähligen Mietwagenfahrten - die auch einen fünfstelligen Anteil meiner Jahreskilometerleistung ausmachten - ja jetzt auch mit Jutta mache. Außerdem hatte meine Mutter direkt nach dem Kauf Bedarf angemeldet und so fährt sie das Auto Mo-Mi, während ich an der Uni das Auto nicht brauche. Meist lasse ich das Auto nach dem gemeinsamen Sonntagsessen dort und sie bringt es mir Donnerstagmorgens vor der Arbeit wieder zurück. Eigentlich eine sinnvolle Art des CarSharings innerhalb der Familie, aber so kamen seit Anfang November bis Anfang Januar als der Unfall passierte bereits über 7000km zustande, ohne besondere Reisen o.Ä. Hochgerechnet auf das Jahr wären das rund 40.000km. Zwar habe ich im Sommer noch das Cabrio und werde sicherlich auch einiges mir der C-Klasse fahren, aber 25-30.000km werden das locker. Nun fährt das Auto auch hauptsächlich in der Stadt, wo es trotz gemütlicher Fahrweise ~12L nimmt. Kombiniert mit den Autobahnfahrten bin ich bei 10,8L. Das ist zwar in der alten Automatik sowie dem veralteten Motorenkonzept in Kombination mit der Größe des Autos irgendwie gerechtfertigt, dennoch für den Zweck etwas zu viel, wenn man so viel fährt wie wir.

Und dann wären da noch die praktischen Aspekte. Anfangs in der Stadt habe ich mal gesagt, Kleinwagen sein unnötig, denn wenn es eine Parklücke gibt, dann kommt man da mit jedem Auto rein. Das war mit dem Cabrio auch fast immer der Fall. Tatsächlich muss ich aber mit Jutta feststellen, dass es eben oft doch nicht passt. Ich fahre jeden Abend im Schnitt an 1-2 Parklücken vorbei, in die ich gerade so nicht reinpasse. Zwar kann man in Jutta im Gegensatz zum Cabrio hinten raus schauen, das macht den halben Meter mehr Auto aber auch nicht wett. Sich dann mit einem 4,8m Auto in eine 5m Parklücke zu quetschen während der Verkehr der großen Straße drängelt ist einfach nur stressig.

Selbes gilt für „mal eben schnell in den Laden/Tankstelle,... springen“ wenn man das Auto manuell abschließen muss. Das hat zwar seinen Charme, ist im Alltag aber nervig.

Weiter gehts mit den Reisequalitäten. Langer Radstand und geringe Windgeräusche sind angenehm, die Sitze bequem, keine Frage. Aber der Motor ist ab 120 doch schon sehr präsent. Außerdem ist das Auto unheimlich Windanfällig. Mit der nach 400.000km nicht mehr allzu präzisen Lenkung ist das anstrengend.

Die Leistung reicht in der Stadt und auf der Autobahn voll aus, auf der Landstraße merkt man aber, dass es doch recht wenig ist. Geht es ein bisschen bergauf quält sich das Auto einen ab, das ist irgendwie unangenehm.

Fehlende Sitzheizung und schlechtes Licht (gerade, wenn man aus der C mit ILS umsteigt) tun ihr übriges.

 

Bei einem Zweitwagen könnte ich über alles hinwegsehen, das gehört ja zum 124er, aber in den modernen Alltag gehört es mMn nicht mehr. Es ist schade, ich werde die Community vermissen, die tollen Rückmeldungen von anderen Leuten und natürlich auch das Auto an sich. Einen solchen Glücksgriff bei Farbe und Zustand, gerade beim Rost, macht man in der Preisklasse wohl nur einmal. Trotzdem, wenn's nicht passt, dann passt's nunmal nicht :(

 

So musst Jutta nun leider gehen. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

 

to be continued...

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Wed Nov 22 16:19:14 CET 2017    |    nick_rs    |    Kommentare (62)    |   Stichworte: E-Klasse, Flankenschutzfarbe, Jutta, Mercedes, Radkappen, Radzierblenden, Rost, rot, W124, Wagenfarbe

Knapp einen Monat und schon über 4000 Kilometer ist es her, dass Jutta Plaketten an Bug und Heck trägt. Zeit für einen ersten Zwischenbericht: (Achtung, viele Bilder)

 

Direkt am ersten Tag in Hamburg gab es schon die erste Panne: Ein Kühlerschlauch löste sich und verteilte das Kühlwasser auf der Straße, am vollsten Knotenpunkt Hamburgs, auf der mittleren Spur. Erst ein paar Minuten später konnte ich rechts ran fahren. Das Problem war mit dem Fixieren des Schlauchs aber wieder behoben. Quasi als Dankeschön gab es noch am selben Abend die gelieferten orangenen Blinker. Weiß passt einfach nicht zum Mopf 1.

 

 

 

 

Am darauffolgenden Wochenede erfolgte erstmal eine umfangreiche Aufbereitung. Das muss bei einem neuen Auto erstmal erfolgen, bevor es „mein“ Auto ist. Außen wurden sämtliche Einstiege/Zwischenräume gereinigt und poliert. Der Lack wurde geknetet, maschinell poliert und versiegelt. Ganz kraterfrei im Licht von Neonröhren (der Feind eines jeden Aufbereiters) bekommt man das mit einer Exzentermaschine nicht, aber der Vorher/Nachher-Vergleich ist irre. Auch die Kunststoffe wurden gepflegt, sodass sie wieder schön schwarz sind. Die Türgummis eingeschlossen, damit sie im Winter nicht festfrieren. Schlussendlich gab es noch eine Scheibenversiegelung für alle Scheiben sowie einen neuen Wischer für guten Durchblick.

 

 

 

 

Innen wurde mit dem Tornador der Schmutz aus sämtlichen Ritzen geholt. Ein Teppichreinigungsgerät reinigte Polster und Teppich.

Bei der Aktion wurde der Karosseriezustand genauer unter die Lupe genommen und ich war unheimlich positiv überrascht. Bis auf die typischen Wagenheberaufnahmen, die sich aber noch im Rahmen halten sowie etwas Pest an der linken Heckleuchte hat Jutta keinen Rost. Nicht an den Radläufen, nicht an den Türen, nicht am Unterboden, Federdomen, Scheibenrahmen,... nichts. Nichtmal kleine Bläschen. In der Hinsicht ein wirklicher Glücksgriff.

 

 

Nach Ablauf des Kurzzeitkennzeichens blieb Jutta erstmal noch zwei Wochen stehen, da ich die Zeit noch mit dem Cabrio genießen wollte. In der Zeit bot sich auch die Gelegenheit ein weiteres Ausstattungsmerkmal nachzurüsten: Code SA 263 „Radzierblenden in Flankenschutzfarbe“. Aufpreis 102,60 DM. Es gab sie nur in einem Produktionsjahr weshalb sie sehr sehr selten sind. Sie geben dem Auto aber unheimlich viel Charakter. Das Lackieren war einfach, ein bisschen Übung hatte ich auch schon, da wir bereits 2015 Mario solche Radkappen für seinen Janosch zu Weihnachten schenkten. So ist die Idee natürlich von Mario geklaut, aber ich finde das so cool, dass ich mir das einfach mal erlaube.

Eine Kleinigkeit am Heckdeckel wurde auch noch erledigt: Das Spaltmaß musste wieder richtig eingestellt werden. Außerdem wurde die Kofferraum-Beleuchtung und die der Klimaanlage gewechselt.

 

 

 

Dann bekam Jutta noch einen Großen Service. Das Öl mit Filter wurde gewechselt, das Kühlwasser musste natürlich auch gemacht werden (nach der Panne war erstmal nur normales Wasser drin), neue Zündkerzen gab es noch sowie einen neuen Luftfilter. Damit ist eine solide Basis geschaffen um gut durch den Winter zu kommen.

 

 

Auf der "großen Fahrt" vergangenes Wochenende verlor Jutta heimlich und unauffällig ihren Blinker. Hmm. So musste ich tief in die Tasche greifen um kurzfristig Ersatz zu beschaffen. Ärgerlich, aber anscheinen passiert das häufiger bei alten Mercedes. Na dann :D

 

Soviel zu den Arbeiten, nun zum Auto ansich: überrascht bin ich immer wieder, wie leise und vibrationsarm so ein alter 124er ist. Vom Vierzylinder hört man nur bei höheren Drehzahlen etwas, die Windgeräusche sind sehr gering und selbst die Lüftung gehört zu den leisesten die ich kenne. Die Automatik Schalter butterweich und unmerklich, das Fahren ist wirklich angenehm und entspannt. Auch die Resonanz auf das Auto ist durch die Bank positiv. Mitfahrer, Freunde und Kollegen finden das Auto Klasse und freuen sich immer auf‘s mitfahren, selbst von Fremden würde ich schon „gespottet“. Das kenne ich in dem Umfang vom Cabrio nicht.

Der Verbrauch pendelt sich auf Langstrecken bei 8,5 L, in der Stadt bei 10,5 L ein, hier fordert die alte Automatik doch ihren Tribut.

 

In den nächsten Wochen kommen noch ein paar Veränderungen, seid gespannt ;)

 

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Tue Oct 31 20:22:37 CET 2017    |    nick_rs    |    Kommentare (19)    |   Stichworte: 89, Audi, Cab, Cabriolet, Lippe, Spoiler

Und schon ist wieder November und damit Saisonende für viele Fahrzeuge, inklusive meines Cabrios.

Nun, die Saison verlief verhältnismäßig unkompliziert und zuverlässig. Die Investitionen in Ersatzteile und Zubehör blieben diese Saison zum ersten Mal "nur" im dreistelligen Bereich, wenn auch nur ganz knapp. Eine super Saison also? Leider nicht ganz, aber das habe ich mir selbst zuzuschreiben. Ich hatte mir vorgenommen dieses Jahr - wenn jetzt technisch endlich mal alles läuft - viel auf Treffen zu fahren und einige Ausfahrten zu machen. Leider habe ich das kaum geschafft und so geht diese Saison zusammen mit dem Sommer mal wieder viel zu früh zu Ende, obwohl ich ja noch so viel vor hatte. Das lag zum einen am Zeitmangel, zum anderen an der Tatsache, dass ich gefühlt ständig nur mit der C-Klasse unterwegs war.

 

Ein Grund dafür war, dass sich die Ummeldung des Autos etwas komplizierter gestaltete. Da mir mehrmals andere Autos mit der Anhängerkupplung ins Kennzeichen gefahren waren (leider auch mit Rissen in der Stoßstange verbunden :rolleyes:) war das Kennzeichen vorne sehr verbogen. Um dem in Zukunft vorzubeugen wollte ich Diese gegen 3D Kennzeichen tauschen, dabei aber trotz Umzug die "Kennzeichennummer" an sich behalten, was ja theoretisch möglich ist. Das ganze gestaltete sich aber sehr kompliziert, erschwerend kam hinzu, dass meine Zulassungsstelle beim Kauf 2013 vergessen hatte Fahrzeugbrief- und Schein zu stempeln. Jedefalls war ein unheimliches hin und her, sodass das Auto zwei Wochen stand. Schlussendlich fahre ich jetzt mit Nordrhein-Westfälischer Plakette auf Baden-Württembergischen Kennzeichen in Hamburg rum. Wenn das mal alles so richtig ist...

 

Die gelben Blinker und Nebelscheinwerfer die ich Mitte des Jahres montierte gefielen mir zwar nach wie vor, waren aber irgendwie doch auffälliger als ich mir das vorgestellt hatte, also experimentierte ich etwas rum. Wieder ganz weiß war mir zu langweilig, so bestellte ich mir eine "geringe Tönung". Leider ist diese garnicht so gering wie angenommen, sodass die gelben Ecken - die eigentlich nur noch einen kleinen Kontrast an der sonst schwarz/silbernen Front geben sollten - doch etwas zu präsent sind. Ohne wirkt es aber auch einfach zu trist. Hier muss ich mir noch etwas überlegen.

Neben einem neuen Design an der Front sollte auch das Heck nicht in Vergessenheit geraten. Wir erinnern uns: Ich möchte - zumindest vorübergehend - einen Tapetenwechsel. Die etwas herausstechenden Rückfahrstrahler bekamen eine Behandlung mit der Folie von vorne. Den Rest der Rückleuchten bleibt aber ungetönt. Außerdem gab es eine kleine Hecklippe. Am Anfang sehr gewöhnungsbedürftig, inzwischen gefällt mir das richtig gut.

 

Nachdem beim Kauf damals einige Birnen der Tachobeleuchtung defekt waren tauschte ich diese gegen LEDs. An dem weiß habe ich mich allerdings satt gesehen und ich wollte wieder die originalen, roten Birnchen. Das schob ich aber immer auf, da diese bei Audi 6,95€ kosten. Das Stück! Und ich brauche zwölf davon, da ich so doof war die funktionierenden Birnen damals weg zu schmeißen. Man muss kein Mathematiker sein und zu errechnen, dass es Arschteuer wäre wieder originale Birnchen einzubauen. Ende letzten Jahres entdeckte ich dafür eine Alternative aus dem Internet und bestellte diese. Leider verschwanden die neuen Lämpchen irgendwo in meiner Wohnung. Nun, bei einer Keller-Aufräum-Aktion im September tauchten sie wieder auf. Lange Rede kurzer Sinn: Ich machte mich daran ein hoffentlich letztes mal mein Kombiinstrument auszubauen (das ist eine undankbare Fummelei). Damit, dass der Drehzahlmesser gelegentlich um ~ 200 U/min falsche Werte anzeigte und die Kühlwassertemperaturanzeige ab und zu ausfiel hatte ich ich inzwischen abgefunden. Das ist eine bekannte Krankheit und es Hilft nur ein Austausch (bis das Austauschteil dann auch wieder kaputt geht) nur der Tausch der Kondensatoren, was ich schlicht und einfach nicht kann. Aber wieder zurück zum Thema: Beim Austausch der Birnen fiel mir mein Kombiinstrument vom Schoß auf den Boden und die Platine brach an zwei, teils komplizierten Stellen. Und das zwei Tage vorm Ringtreffen... Ein Kommilitone der auch ein Audi Cabriolet fährt half mir hier Kurzfristig aus, mit einem Kombiinstrument aus einem Vierzylinder. Da Drehzahlmesser und Minicheck zwischen 4- und 6 Zylinder nicht tauschbar sind und der V6 Tacho bis 260 km/h statt bis 220 km/h geht mussten beide Instrumente in annähernd alle Einzelteile zerlegt und die Komponenten untereinander hin und her getauscht werden. Dafür konnte ich meinen Kilometerstand ebenso übernehmen wie meine vergangen Winter aufwändig polierte Tachoscheibe am Gehäuse mit den Tachoringen (diese auszubauen wäre zu aufwendig gewesen). Goodies waren noch, dass das Austauschinstrument die vollständige, funktionstüchtige originale Beleuchtung noch hatte. Ebenso übernahm ich die Kühlmitteltemperaturanzeige die jetzt ebenso wieder einwandfrei funktioniert wie der Drehzahlmesser, dessen Fehlerquellen scheinbar auf der Hauptplatine lag. Dazu konnte ich das defekte Kombiinstrument noch zu einem unverschämten Preis an den Mann bringen, sodass mit wenig Geld alle Fliegen mit einer Klatsche geschlagen wurden. Aber es wäre nicht mein Auto wenn das alles gewesen wäre. Beim Einbau zog ich etwas zu stark an einem Kabel und seit dem ist sämtliche Instrumentenbeleuchtung im Innenraum tot. Nicht nur der Tacho ist betroffen, auch die Klimabedienung, sowie das Radio, dass nur noch im "Tag-Modus" leuchtet. Da kümmere ich mich aber nächstes Jahr drum, Elektrik kann ich gerade nicht mehr sehen.

 

 

Seit dem Tausch meines Fahrwerks vor 3.5 Jahren störte mich, dass das Auto vorne höher ist als hinten. Abhilfe versprechen Tieferlegungs-Federteller. Diese senken das Auto zwischen 1 und 2 cm ab, was für mich voll ausreicht. Leider waren sie lange nicht lieferbar, aber im September tauchten sie plötzlich wieder auf. Sehr widerwillig baute Niclas sie mir ein, was den Abend noch zu rauchenden Köpfen führte, da das Fahrwerk bei jeder Probefahrt klapperte als würde es gleich herausfallen. Es dauerte ein paar Stunden bis wir eine Mutter unterm Domlager als Fehlerquelle ausfindig machen konnten. Seit dem fährt sich das Fahrwerk wieder 1a, eben wie vorher. Leider habe ich nie ein Foto auf ebener Fläche genau von der Seite gemacht um einen Vergleich zu ziehen, aber knapp 1cm Tieferlegung kommt ungefähr hin.

 

 

Der Reifendruck ist erhöht, das Verdeck entspannt, die Batterie abgeklemmt, das Katzenstreu platziert und das Staub-Cape übergezogen. Jutta sagt auch noch gute Nacht. Wir sehen uns im nächsten Jahr!

 

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Wed Oct 11 18:32:38 CEST 2017    |    nick_rs    |    Kommentare (50)    |   Stichworte: E-Klasse, Mercedes, W124

Audi, BMW, Mercedes, Saab, Fiat, Ford,... alles schon gehabt, alles auf seine Weise besonders. Besonders an Saab war ich hängen geblieben und ein großer Fan geworden. Aber es gibt eine Marke zu der ich immer wieder zurück kehre, bei der ich mich in jedem deren Autos zu Hause fühle, wo ich beim Fahren sage: „ja, das ist es“. Es ist die Marke mit dem Stern.

 

Schon 2,5 Jahre ist es her, dass Rösti gehen musste. Seit dem komme ich ganz gut ohne „Alltagsauto“ zurecht. Mietwagen, Carsharing, Bahn und im Sommer gelegentlich das Cabrio bringen mich durch den Alltag. Oft hatte ich überlegt, mir doch wieder ein zweites Auto zuzulegen. Immer waren die Kandidaten Benze. Auch, dass meine Eltern inzwischen Mercedes fahren ist kein Zufall, aber ich hatte schlicht und einfach keine Verwendung für ein zweites Auto.

Gut, eine Verwendung für ein zweites Auto habe ich immer noch nicht. Strenggenommen nicht mal für das Erste. Aber immer wenn ich die C-Klasse fahre denke ich mir: „Nick, du brauchst wieder einen Benz! Das gehört zu dir wie das Handy in der Hosentasche“.

Das Fass zum Überlaufen brachte Mario, der mal wieder mit seinem über jeden Zweifel erhabenen „Janosch“ zum Ringtreffen kam. „Jetzt mache ich ernst!“

 

So findet nun - mit etwas Mühe und viel Einsatz von Paul, danke dafür - Jutta ihren Weg zu mir.

Jutta ist ein hundertvierundzwanzger‘ als 230E in Pajettrot Metallic, hat 25 Jahre auf dem Buckel und ist mit 400.000km - wie die ach so lustigen Forenclowns sagen würden - „gerade erst eingefahren“ (haha :rolleyes:).

Jutta kommt aus erster Hand, ist frisch TÜV geprüft und hat für einen 124er erstaunlich wenig Rost. Außerdem verfügt sie über verhältnismäßig viel Ausstattung, was damals für einen Vierzylinder nicht üblich war. Z.B.:

 

- ASD (Automatisches Sperrdifferenzial)

- Niveauregulierung

- Klimaanlage

- Schiebedach

- E-Fenster

- Anhängerkupplung abnehmbar

- Mittelarmlehne

- Kopfstützen hinten

- Colorverglasung

- uvm.

 

Gut, auf der anderen Seite ist es praktisch für mich nicht viel. Sie hat kein Leder, keine Sitzheizung, kein Tempomaten und mit dem 136PS Vierzylinder ist sie das mit Abstand langsamste Fahrzeug, dass ich bisher besessen habe (der Fiat mal außen vor). Aber das braucht sie auch nicht, denn vorne auf der Motorhaube prangt stolz ein Stern - und das reicht um glücklich zu sein.

Wer jetzt erwartet, Jutta sei eine Prinzessin auf dem Weg zum Klassiker, den muss ich enttäuschen. Jutta hat 400.000km gelebt, ein paar Kratzer hier, ein paar Dellen dort, hin und wieder etwas Rost. Aber sie trägt diese Macken mit Stolz, denn jede einzelne erinnert sie an harte Aufgaben, die sie zuverlässig gemeistert hat. Jutta hat das Lackgelecke und Ausststtungsgehype garnicht nötig :cool:

 

Sagt hallo zu Jutta!

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Sat Oct 07 17:48:46 CEST 2017    |    nick_rs    |    Kommentare (5)    |   Stichworte: C200, C-Klasse, Fahrberichte, Garmin Map Pilot, Mercedes, W205

Hallo liebe Leser,

 

das Vorwort zu meiner Fahrbericht-Reihe findet ihr hier.

 

Heute geht es um einen seltenen Antrieb in dieser Fahrzeugklasse: Die Mercedes C200

Den dazu gehörigen Fahrzeugtest findet ihr hier. Ich bitte um eine positive Bewertung, wenn euch der Test überzeugt :)

 

Wichtig: Dieser Artikel ist eine Ergänzung zum Fahrbericht des Mercedes C220d T, weswegen ich die Kapitel "Geschichte", "Karosserie und Innenraum" sowie meine Eindrücke zum Fahrwerk nicht wiederholen werde. Es empfiehlt sich den Artikel vorher gelesen zu haben.

 

Die Vorgeschichte

 

Dank des Vielmieterprogramms einer großen Autovermietung hatte ich die Möglichkeit ein Wochenende kostenlos ein Auto zu mieten. Da ich an einem Wochenende im August ca. 3000km zu bewältigen hatte bot es sich an, den Mietwagen dafür zu nutzen. Ausgehändigt wurde mir eine C200 - als Benziner. Sehr ungewöhnlich in dieser Fahrzeugklasse aber ich lasse mich gerne überraschen. Auch wenn ich mit der A180 schlechte Erfahrungen mit kleinen Mercedes-Benzinern gemacht habe.

 

Die Fahreigenschaften

 

Als allererstes fiel mir auf, dass der Motor sehr leise ist. Überhaupt sind in der C-Klasse kaum Geräusche zu hören. So kann es sehr entspannend sein einfach mal die Musik auszuschalten und nichts zu hören. Auch wenn man den Motor etwas höher dreht klingt er nicht angestrengt sondern angenehm kernig. Noch mehr Lob gebührt aber der neuen 9G Tronic (im vorherigen Test war noch die 7G + verbaut). Sie schaltet schnell und unaufgeregt. Das Highlight des Getriebes ist aber die Segelfunktion im Eco-Modus. Auf der Autobahn ist das wirklich eine Bereicherung: Nicht nur, dass das System wunderbar funktioniert, es wurde auch noch mit dem Radar verknüpft. So "kuppelt" die C-Klasse automatisch wieder ein wenn man auf der Vordermann aufläuft, sodass man dann mit einem Abstand den ich manuell nicht anders gewählt hätte bei der Geschwindigkeit des Vorausfahrenden ankommt. In 98% der Fällen klappt das prima und seither vermisse ich diese Funktion in anderen Autos.

Zurück zum Motor: Neben der Tatsache, dass er sehr leise ist überzeugt er mit einer nahezu gleichmäßigen Leistungsentfaltung und ausreichend Power. Ich würde das Fahrzeug als etwas überdurchschnittlich motorisiert bezeichnen und man vermisst keine einzige Pferdestärke. Was mich schlussendlich aber am Meisten überzeugt hat war aber der Verbrauch von unter 7L/100km (90% Autobahn. Stau oder meist um die 160 km/h, 10% sehr schnelle Landstraße), was gerade mal 0,5L mehr sind als ich mit den Diesel-Mietwagen bei vergleichbarer Fahrweise üblicherweise benötige.

 

Sonstige Eindrücke

 

Während meine erste getestete C-Klasse noch das Becker Navi hatte, war dieses Exemplar schon mit dem neuen Garmin Map Pilot ausgestattet. Zwar ist das Navi nun optisch besser in das Media-System integriert, aber es ist unfassbar langsam und nicht intuitiv. Bis man die Route geladen hat ist man quasi schon da. So muss man bei der Bestellung wohl auf das teure Comand Online zurückgreifen, denn auch die Musikqualität ist miserabel. Zwar hat die Anlage etwas Bass, aber sie ist unausgeglichen und klingt eher nach billigen Computerboxen. Auch hier sollte man also nochmal etwas mehr Geld in die Hand nehmen.

 

Fazit

 

"4-Zylinder Mittelklasse? Immer nur mit Diesel" dachte ich bisher. Und ja, moderne Diesel sind inzwischen auch sehr salonfähig: Kaum mehr laut, relativ kultiviert,... , aber der Benziner kann das sogar noch ein wenig besser. Die Zeiten träger kleiner Saugbenziner sind vorbei und trotzdem ist die Leistungsentfaltung deutlich angenehmer als bei Dieseln. Die Verbrauchsunterschiede sind geringer und kultivierter sind die Benziner nach wie vor. Klar, schlussendlich muss man auch wirtschaftlich denken: Für die meisten Kunden einer C-Klasse rechnet sich der Diesel schlicht und einfach finanziell. Aber für Wenigfahrer ist der 200er eine sehr gute, empfehlenswerte Motorisierung.

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Sun Sep 10 01:00:48 CEST 2017    |    nick_rs    |    Kommentare (220)    |   Stichworte: C, C-Klasse, Mercedes, S204, Spritsparen, Spritspartipps, Startstopp

Hallo liebe Leser,

 

Beim Verbrauch gibt es immer Optimierungspotential, deswegen teste ich immer wieder ein paar Tricks und werde sie in meiner Reihe "Spritsparen" vorstellen.

 

 

Heute: Was bringt Start-Stopp?

 

Es wird mal wieder Zeit diese Blogreihe wiederzubeleben. In letzter Zeit bin ich quasi durchgängig mit unserer C-Klasse unterwegs. Da ich in den Semesterferien Vollzeit arbeite und jeden Tag die selbe Strecke zur Arbeit fahre bietet es sich doch an ein paar "Langzeit"-Experimente zu machen.

Im C-Klasse Forum sind immer wieder Stammtischweisheiten über die Start-Stopp Automatik zu lesen und so möchte ich in diesem Artikel ein wenig damit aufräumen und das ganze mit einer Statistik untermalen.

 

Meine Erfahrungen

 

Zuerstmal bin ich ein großer Fan der Start-Stopp Automatik. Ich mag die Ruhe im Stand und das gute Gewissen, dass ich gerade nicht unnötig Abgase in die Unwelt schieße. Das geht sogar so weit, dass ich auch das Cabrio (kein Start-Stopp) bei längeren Rotphasen ausschalte. Das lohnt sich ab 10 Sekunden, sagt der TÜV Nord. Bei Start-Stopp Systemen schon im Schnitt ab 3 Sekunden. Nichtsdestotrotz fordert das Fahren mit Start-Stopp Konzentration. Zum einen, müssen sich die "Ampelroller" diesesen Schwachsinn abgewöhnen - da es zu Missverständnissen kam: mit Ampelrollern sind die Leute gemeint, die mit schleifender Kupplung oder kriechendem Wandler an der Ampel stehen und Millimeter für Millimeter vorrücken –, zum Anderen muss man auch in normalen Situationen wachsam sein: Fährt man beispielsweise an eine Schlange an der Ampel ran während die Lichtzeichen schon wieder grün zeigen lohnt das Abschalten nicht, ebenso beim Abbiegen an Stoppschildern. Mercedes hat es in dem Fall gut gelöst und der Motor geht nur aus, wenn man das Bremspedal fest drückt. Dann nutzt man auch die praktische "Hold" Funktion. Überhaupt hat Mercedes laut Autobild das beste Start-Stopp System, da eine elektrische Getriebeölpumpe den Druck im Wandler der 7G-Tronic "Plus" aufrecht erhält und so keine Verzögerung beim Start mit ausgeschaltetem Motor messbar ist. Aber auch wenn man ein Auto eines anderen Herstellers fährt sind die Verzögerungen so gering, dass sie im Alltag kaum relevant sind. Also stellt sich die Frage: Warum nicht abschalten?

 

Und der Verbrauch?

 

Die Werte entnehme ich dem Boardcomputer. Eine interessante Auffälligkeit ist, dass das Auto auf dem Weg zur Arbeit mit einem Kaltstart am Morgen im Schnitt 0,5L mehr verbraucht als auf der Rückfahrt, auf der sogar dank der sonnigen Tage die Klimaanlage ordentlich arbeitet. Wenn ich nach 8h Arbeit ins Auto steige hat das Kühlwasser noch ~60°. Es ist schon erstaunlich wie lange ein V6 Diesel die Wärme hält.

 

 

Aber zurück zum eigentlichen Test. Mein Weg zur Arbeit ist 25km reiner Stadtverkehr mit roten Ampeln alle 100-300m. Da Hamburg das System der grünen Welle noch nicht ganz verstanden hat steht man wirklich viel, daher erhoffte ich mir eine klare Ersparnis durch das Start Stopp System.

 

KW 34 Start-Stopp aktiv

 

 

KW 35 Start-Stopp inaktiv

 

 

Unterm Strich haben wir also eine Einsparung von 0,91 L/100km.

 

Fazit

 

Das Start-Stopp System drückt den Verbrauch im Stadtverkehr also auf rund 7.5L, was ich für einen schweren 3.0L Diesel wirklich gut finde. 0,9L Ersparnis wären in meinem Fall nur für die Strecken zur Arbeit und zurück eine Ersparnis von 130€ pro Jahr. Mit zusätzlichen Freizeitfahrten dürfte die Ersparnis pro Jahr auf geschätzte 160-200€ ansteigen, je nach Nutzung und Fahrprofil.

 

Nun behaupten die Start-Stopp Gegner, dass der Verschleiß den Verbrauchsvorteil ja wieder wett macht. Anlasser, Batterie, Turbos,... alles würde frühzeitig kaputt gehen.

Dann schauen wir uns ein modernes Start-Stopp System mal genauer an:

Start Stopp Systeme besitzen verstärkte Anlasser. Zum einen, damit die Motoren schneller anspringen, aber auch um die vielen Starts zu verkraften. Außerdem halten Motoren beim "Start-Stopp-Stopp" so an, dass der Anlasser nur 60° drehen muss - sprich 1/6 Umdrehung - bis der Motor wieder läuft. Einspritzung, Zündung & co. stehen ja noch wartend bereit. Mit einem vorzeitigem Verschleiß des Anlassers ist also nicht zu rechnen. Dazu haben die meisten modernen Autos garkeinen Anlasser mehr sondern starten über einen Elektromotor wie bspw. die Lichtmaschine. Elektromotoren arbeiten verschleißfrei. Desweiteren haben Start-Stopp Systeme (zumindest das von Mercedes) eine extra Start-Stopp Batterie die für viele kurze Stromstöße um das Auto zu starten ausgelegt ist. Außerdem umgeht man so einen Spannungsabfall im Boardnetz und damit ein flackern der Lampen beim Starten an der Ampel. Eine elektrische Wasserpumpe sorgt weiterhin für ausreichend Kühlung der Komponenten und das Argument, die Kette sei nicht gespannt ist bei solch kurzen Stopp-Phasen im warmen Zustand auch hinfällig, so schnell sackt der Öldruck nicht ab. Höchstens die Lager werden durch die geringen Drehzahlen beim Starten und Stoppen höher belastet. Das ist allerdings so marginal, dass es wohl kaum messbar ist. Und sind wir mal ehrlich: wie viele Autos erleiden einen Lagerschaden?

Fakt ist: Start-Stopp Systeme sind seit 10 Jahren häufig anzutreffen und seit 5 Jahren in praktisch jedem Neuwagen vorhanden. Von besonderen Ausfällen der Komponenten die die Start-Stopp Technologie auch nur im geringsten betreffen ist immer noch nichts zu hören. Sollten die Bauteile stärker belastet werden, müsste man doch irgendwann von einer Reihe von Defekten Wind bekommen?

 

Wir merken uns also: erhöhter Verschleiß ist nicht messbar, auf der "Haben" Seite steht aber ein deutlich geringerer Verbrauch. Damit verbunden eine deutliche Geldeinsparung und der Umwelt tut man auch was gutes. Mein Start-Stopp-System bleibt also eingeschaltet!

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