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31.10.2017 13:21    |    FR-Maddin    |    Kommentare (5)    |   Stichworte: Mit Schrottkarren nach Barcelona

Nachdem unsere Rennwägen der <500€-Klasse rallyetauglich gemacht waren - wir berichteten -, war der Startschuss der München-Barcelona bald in greifbare Nähe gerückt und die Vorfreude auf ihrem Höhepunkt. Der erste gemeinsame Termin war das Vor-Treffen am 21. Juli. Am späten Nachmittag machten sich also die Teams Elschtest und Altmühltal Altmetall auf den Weg in den Englischen Garten im Herzen Münchens.

Nachdem die Benzbesatzung noch auf einen Sprung bei _Mjrage_ und seiner Geburtstagsfeier vorbeigeschaut hatte, zeigte der 124er erste Zicken: die Leerlaufdrehzahl stand plötzlich nördlich von 2000. Ein bunt bemalter Rosthaufen, der mit heulendem Motor an der roten Ampel steht - peinlich, peinlich. Aber so etwas darf einen Rallyefahrer nicht stören - no shame!

 

Als wir dann gemeinsam mit rund 130 anderen Schrottkisten am Treffpunkt angekommen waren, und nebenbei den Verkehr im Englischen Garten gründlich lahmgelegt hatten, konnten wir unsere Carepakete entgegen nehmen. Aufkleber für die Karre, T-Shirts, Roadbook, alles da. Ein freies Plätzchen auf dem nächsten Grünstreifen war schnell gefunden, und der Rallyelook komplettiert.

 

RallyelookRallyelook

 

Natürlich gab es auch erste Instruktionen für den nächsten Tag, an dem es bis an den Lago Maggiore gehen sollte. Treffpunkt um 6:30, weiiit außerhalb Münchens - na wunderbar, das würde schon einmal eine kurze Nacht werden. Also genehmigten wir uns noch ein Bierchen, und dann ging es bald ins Bett...

 

Am nächsten Tag hatte sich AA's Benzinator wieder beruhigt, und wir trafen pünktlich in München-Allach ein. Auch Team Elschtest traf zeitig ein. Da wir sogar ein wenig überpünktlich waren, konnten wir ausgiebig die Freakshow, die sich Starterfeld nannte, begutachten. Der Großteil der Teams war mit deutschen Mittelklasseautos unterwegs - ideenloses Leasingsilber gab es trotzdem kaum zu sehen. Mit 944er Porsche, Jaguar XJ, und BMW 750 waren aber auch ein paar echte Highlights dabei. Und wir waren mittendrin!

Kurz darauf riefen die Veranstalter Thomas und Cornelius zur ersten Besprechung, hießen die gut 300 furchtlosen Fahrer willkommen und händigten ihnen die Streckenempfehlungen aus - und schon ging es los mit Kurs auf Füssen-Reutte!

 

GruppenfotoGruppenfoto VorbesprechungVorbesprechung

 

Erst über die Autobahn gen Grenze und dann über wunderschöne Landsträßchen weiter. Erst zum Plansee, dann weiter über das Hahntennjoch immer weiter durch Österreich. Als nächste Passstraße durften Bus und Benz am Timmelsjoch nochmal zeigen was sie konnten. Nach den Strapazen hatten die Fahrzeuge erstmal wieder etwas Zeit sich zu entspannen bevor es auf den höchsten Punkt der ganzen Rallye ging - das Stilfser Joch. Dank Wohnwagenfahrer vor uns konnten die Autos gemütlich den Berg hochtuckern und konnten diesmal nicht gefordert werden. Trotzdem strandeten hier schon die ersten Teams mit größeren Schäden (Kopfdichtung, Getriebeschaden??). Bei uns war jedoch bestens, nur der 124er zeigte einen gesunden Öldurst. Das ging so weit, dass sich an einer roten Ampel folgender Dialog ergab: "Geiler Benz - is ein Diesel, oder?" - "Nee, 230er Benziner!" - "Oh, weil der qualmt wie Sau!". Solange es nicht mehr ist... :D

 

Gruppenfoto Stilfser JochGruppenfoto Stilfser Joch

 

Ab da hieß es laufen lassen, der Nachmittag war schon lange angebrochen und wir steuerten langsam unser Tagesziel Arona an - 4,5h war die Prognose. Als wir gegen 22 Uhr Arona erreichten trennten sich unsere Wege.

 

Hier findet ihr unser Video zu Tag 1!

 

Das Team AA suchte sich ihr Hotel. Das Team Elschtest traf am Strand des Lago Maggiore noch auf zwei Fahrzeuge die zum Startpunkt des nächsten morgens, Aglie - nochmal über 2h entfernt, weiterfahren wollten. Wenn man nach solch einem anstrengenden Tag am Lago Maggiore ankommt muss man was tun? - Richtig erstmal baden! Im Team MayKai fand Telsch einen Mitstreiter und auf gings ins kühle Nass. Genau das Richtige nach einem solchen Tag. Danach sollte es zügig weitergehen. Leider verschwand im Team MayKai noch der Kühlwasserdeckel in den Untiefen des Motorraums - doch mit den Rampen von Elschtest war das Auto schnell hochfahren so dass die Unterbodenverkleidung abgenommen werden und die Suche beginnen konnte. Dank Platzregen ging die Suche und die folgende Abbauaktion dann auch recht zügig :D Also die Autos gestartet, nochmal getankt, italiensche Pizza genossen und ab nach Aglie. Es war mittlerweile nach Mitternacht weshalb wir uns für die Autobahn entschieden. 2 Uhr Nacht Aglie: Die drei müden Teams wollen sich auf den Marktplatz (Treffpunkt des nächsten morgens 8 Uhr) stellen, doch es gibt noch Teams in Partylaune - an Schlafen war also nicht zu denken. Team Elschtest verabschiedet sich und sucht sich im nahegelegenen Wäldchen ein ruhiges Schlafplätzchen - es dauert nicht lange bis die anderen beiden Teams nachkommen. 20h auf Achse - da heißt es erstmal ausschlafen - Moment 8 Uhr gehts weiter, also kurze Nacht und auf zum Treffpunkt.

 

Dort treffen wir pünktlich auch auf unsere Altmetaller, bevor die Unterlagen für den nächsten Tag verteilt werden. Nach hartem Kontakt mit einem Betonpoller war deren 124er sauber auf dem Marktplatz von Aglie eingeparkt. Ab heute gehts immer zu dritt weiter, Altmühltal Altmetall, MayKai und Elschtest bestreiten den Rest der Rallye zusammen.

Es geht los nach Westen, das Ziel heißt Cote d'Azur - erst gemütlich und dann langsam Richtung Schotterpiste. Der Bus der gerne mal Richtung warm geht und damit auch die Insassen bei voller Heizleistung im Innenraum weiter zum Schwitzen bringt, zeigt auf der steilen Offroadpiste plötzlich einen kalten Motor an - da kann irgendwas nicht sein. Also anhalten, Lüftergitter entfernen und den Kühlmittelsensor suchen. Bisschen dran wackeln, Verschraubung überprüfen und schon gehts wieder. Zusammenbauen und weiter gehts. Auf dem Pass angekommen wollen Elschtest und Altmetall noch einen Abstecher machen. Das Team MayKai hats so schon nur mit Mühe geschafft und lässt den etwas trägen BMW mal lieber verschnaufen. Wir fahren also einen Stich hinauf - oben stehen schon weitere Teams und kümmern sich gerade um die aufgerissene Ölwanne eines E34. Es gibt noch ein richtig steiles Stück Richtung Skilift. "Versucht es nicht, das geht nicht." - Ansporn mal zu gucken was der Bus kann...

 

Erste ReparaturErste Reparatur GipfelfotoGipfelfoto

 

Erstaunlich viel, auch die Rufe der anderen sprechen für sich. Aber wie gehts wieder runter? Beim Wendemanöver am Hang wirds einem dann schon etwas schwindelig, auch das Runterfahren ist anspruchsvoll - es rutscht mit blockierten Rädern halt einfach. Bergabfahrhilfe oder ABS hat der Bus halt einfach nicht. Unten angekommen gehts weiter - den Schotterpass auf der anderen Seite wieder runter. Am nächsten Parkplatz trennen wir uns von MayKai. Wir wollen weiter ins Hinterland Nizzas zu felyxorez der uns zu Pool und Abendessen eingeladen hat. Unterwegs noch tanken und Ups - der Hinterreifen ist platt. Also noch ein kurzer Radwechsel beim Bus zwischendurch. Dann aber endlich Zieletappe und gemütlich den Abend am Pool mit Ausblick ausklingen lassen. Danke Felix :)

 

Auch zu Tag 2 gibt es ein Video - hier klicken!

 

TagesausklangTagesausklang

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31.10.2017 16:34    |    Luke-R56

Gar niemand erster? oO


31.10.2017 16:44    |    HalbesHaehnchen

Ich war der erste Liker :D

 

Schöner Artikel ;)


01.11.2017 18:12    |    Schlawiner98

Irgendjemand ist immer erster :D

 

Der Bericht macht auf jeden Fall Lust! :)


02.11.2017 08:35    |    pico24229

Like :)


10.12.2017 20:17    |    Trontir

Wirklich gelungener Reisebricht! Als ob man mitfährt. :)


Deine Antwort auf "Rallye München-Barcelona - Startschuss (Tag 0 bis 2)"

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