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17.08.2016 23:50    |    flo-95    |    Kommentare (11)    |   Stichworte: Mit dem Mazda durch Norwegen

Bergen - die regenreichste Großstadt Europas.

Durch den Zeltabbau sind sind wir noch völlig durchnässt als wir den Mazda am Straßenrad abstellen. Der Wischer wischt noch wild vor sich hin. Wollen wir wirklich aussteigen? Wir schnappen uns unsere Regenschirme, die dank des Windes nicht wirklich zu gebrauchen sind und stürzen ins Atlantis Norweges. Bergen ist wirklich sehenswert. Die kleinen Gassen in Bryggen und der Fischmarkt sind überdacht. Wir gönnen uns einige Spezialitäten auf dem Markt und eilen anschließend wieder zurück zum Auto. Unter der Regenjacke ist es trotzdem nass, die hellgraue Trekking-Hose ist fast schwarz und klebt an den Beinen, beim Auftreten drückt es Wasser aus den Schuhen. Nein, Spaß macht das nicht.

Also ab ins Auto und erstmal trocknen. Kilometer reißen steht mal wieder auf dem Programm. Gegen Nachmittag kommen wir in Haugesund an. Wir mieten eine viel zu teure Hütte auf einem Campingplatz an der Küste. Zelter gibt es hier nicht. Kein Wunder, denn der Wind macht es einem schwer auf der Stelle stehen zu bleiben, der Regen klatscht wie kleine Nadeln ins Gesicht und das Meer tobt. Nichts wie in die Hütte, die großzügig ist und neben einem Heizgebläse sogar eine Koch- / Spülgelegenheit bietet. Super, dann müssen wir heute nicht mehr raus!

 

Am nächsten Tag geht es über Stavanger nach Strand. In Stavanger halten wir kurz und schauen uns die schöne Innenstadt sowie den Hafen an, bevor wir mit einer Fähre 15 km nach Strand übersetzen. Von dort aus geht es Richtung Preikestolen, den wir am nächsten Tag erwandern wollen. Wir suchen eine Hütte für zwei Nächte. Auf Zelten haben wir bei dem Wetter alle keinen Bock. Doch alle Hütten im Umkreis von 30 km sind ausgebucht. Wir wenden uns also notgedrungen an die Touristinformation in Joerpeland mit der Frage nach einer billigen Unterkunft. Uns wird eine Art “Herberge” in ca. 30 km Entfernung empfohlen, die wir dann auch gleich anfahren. Flo und Tobi gehen zur Rezeption und fragen nach ob noch eine Übernachtungsmöglichkeit frei wäre. Die Rezeptionistin überlegt eine Weile und meint dann, dass noch ein Zimmer frei sei. Auf unseren Hinweis dass wir zu dritt seien, weiß sie jedoch keine Antwort - es ist nur ein Doppelzimmer. Erst unsere Frage, ob wir eine Luftmatratze dazulegen könnten entspannt die Lage wieder. Im strömenden Regen laufen wir zum vorletzten Haus auf dem Gelände und gehen in den Keller. Hier ist unser Zimmer und sogar ein Bad ist dabei. Die schmale Luftmatratze passt nur ins Zimmer weil wir die Betten zusammenschieben und in die Ecke rücken. Noch zwei Reisetaschen in das Zimmer und der Boden ist nirgends mehr sichtbar. Aber wir sind ja eh nur zum Schlafen dort drin. Im Empfangsgebäude gibt es einen großen, urig eingerichteten Aufenthaltsbereich mit Esstischen, gemütlichen Ledersofas und einer tollen Aussicht. Auch eine ausgestattete Küche ist vorhanden. Wir belagern gleich eine Sofagarnitur mit Tisch und Blick aufs Landesinnere. Der weitere Abend verstreicht mit Kochen, Essen und Kartenspielen.

 

 

Am nächsten Morgen wollen wir zeitig los um auf den Preikestolen zu wandern - ab dem späten Nachmittag soll es wieder regnen. Wir programmieren das Navi. Schon zwei Kilometer vor dem Parkplatz werden wir auf einen Ausweichparkplatz umgeleitet und dürfen 150 Kronen (ca. 16 Euro) Parkgebühren zahlen. Vor dem Start noch was kleines essen und auf gehts. Über steinige Wege geht es knapp vier Kilometer bis zum Ziel. Leider sind wir schon zu spät - Völkerwanderung ist angesagt. Oben angekommen genießen wir eine schöne Aussicht in den Lysefjord. Leider sind wir nicht allein - auch halb Deutschland ist hier oben. Wir suchen uns einen ruhigen, eher windstillen, Platz für die Rast. Neben uns zuerst die typisch schwäbische Familie, danach die typischen Urbayern mit bayrischer Flagge, Bier, nem Flachmann und einer Oma die mit ihrem Organ den ganzen Felsbrocken in tiefstem Bayrisch unterhält (wir haben kein Wort verstanden) - Fremdschämen pur. Nachdem wir uns auch an den Abgrund wagten und ein paar Fotos machten, ging es zurück.

 

 

Was guckst du?Was guckst du?Der Abstieg geht dann deutlich schneller und pünktlich zum Regen sind wir wieder zurück in unserer Unterkunft, wo wir den Tag gemütlich ausklingen lassen. Am nächsten Tag steht nochmal Kilometerreißen an, doch der Tag beginnt mit einem fahrerischen Highlight. Von der Unterkunft geht es in Richtung des Lysefjords, wo wir mit der Fähre bis zum Ende des Fjords nach Lysebotn fahren möchten. Als wir immer näher zum Fjord und damit zum Fähranleger kommen, fragen wir uns doch, ob wir hier überhaupt richtig sind bzw. wie oft die Fähre hier denn wohl fährt, denn uns begegnet weit und breit kein Auto, lediglich Schafe blockieren mal wieder die Straße. Als auch wenige hundert Meter vor der Ankunft am Fähranleger noch nicht an Zivilisation zu denken ist, zweifeln wir schon stark, doch nach der letzten Kurve können wir aufatmen: wir sehen den Fähranleger, an dem ca. 5 Autos warten. Hinten eingereiht, sehen wir auch schon die Fähre auf uns zukommen - besser hätte es nicht laufen können. Als wir auf die Fähre fahren, müssen wir jedoch sehr schlucken, denn die Fährfahrt soll 990 Kronen (über 100€) kosten! Naja, eine andere Wahl haben wir nun wohl leider nicht mehr. In sehr gemütlichem Tempo geht es nun also durch den Fjord nach Lysebotn. Dort angekommen, wollen wir noch kurz warten, da wir gleich eine sehr schöne Strecke fahren wollen und nicht im Kriechgang hinter Bussen, LKWs und langsamen Autos fest hängen wollen. Nach einigen Minuten, die wir als ausreichend empfinden, starten wir auf die Passstraße in Richtung Sirdal, die Flo unbedingt fahren wollte, da er vorher einen Bericht von Top Gear las, in der diese Strecke sehr empfohlen wurde. Zu Beginn geht es in einen Tunnel, der schon die erste “Serpentine” beinhaltet. Mitten in der Serpentine laufen wir jedoch auf einen Pulk sehr langsamer Fahrzeuge auf - wir hätten wohl noch länger warten sollen. So hängen wir nun mehrere Minuten hinter einem Reisebus, da man auf den ersten Kilometern weder überholen kann, noch es Haltebuchten zum erneuten warten gibt. Nach einigen Serpentinen und vielen Höhenmetern entdecken wir einen Parkplatz, auf dem wir direkt anhalten, um einerseits Abstand zu den anderen Fahrzeugen gewinnen zu können und andererseits einen Happen frühstücken zu können. Hier genießen wir auch eine schöne Aussicht auf das Tal auf der einen Seite, sowie einen kleinen Wasserfall auf der anderen Seite. Nach ca. 15 Minuten geht es weiter und wir erklimmen die letzten Serpentinen, die dank wenig Verkehr auch schön zu fahren sind. Oben angekommen, befinden wir uns auf einer Art Hochebene, die sowohl landschaftlich als auch fahrerisch begeistern kann. So fahren wir ca. 25 Kilometer durch diese Hochebene, vorbei an interessanten Felsformationen, Seen und erneut einigen Schafen. Wir können es nur jedem empfehlen, diese beeindruckende Strecke selbst zu erfahren, wenn man schon in der Nähe ist.

 

Die Top-Gear Strecke auf dem NaviDie Top-Gear Strecke auf dem Navi

 

Im Anschluss an dieses Highlight steht noch ein relativ straffes Programm, denn Ziel ist es, nocheinmal kurz vor Kristiansand wild zu campen, was weitere etwa 4 Stunden Fahrt bedeutet. Wir finden ca. 40 km vor Kristiansand eine schöne Wiese mit einem See auf der wir unser immer noch klatschnasses Zelt in der Sonne aufbauen um es endlich trocknen zu lassen. Wir machen es uns am See gemütlich, doch vor dem Kochen lassen wir es uns nicht nehmen, endlich einmal baden zu gehen. Der Abend wird dann kühl, so dass wir uns zum Kartenspiel ins Zelt zurückziehen. Am nächsten Morgen werden wir durch lautes Geprassel geweckt - nicht schon wieder Regen. Es schifft und wir dürfen mal wieder im strömenden Regen das Zelt abbauen. Danach geht es direkt nach Kristiansand, wo am frühen Nachmittag unsere Fähre startet. Da wir 2,5 Stunden vor Anfahrt da sind, fahren wir noch kurz durch die Stadt. Aussteigen möchte bei dem Regen aber keiner.

 

Auf der Fähre nach DänemarkAuf der Fähre nach DänemarkDie Fähre ist ein kleiner Katamaran und das Meer wilder als erwartet. Ganz schlechte Voraussetzungen für Seekranke. Tobias geht daher lieber mal an Deck - zwei Minuten später kommt er wieder zurück nach unten - klatschnass. Das Spritzwasser der Fähre durchweicht einen sofort - hohe Wellen und Fahrgeschwindigkeiten über 60 km/h zeigen da Wirkung. Nur hinten kann man es aushalten, da spritzt es zwar auch, aber weniger, dafür stinkt es nach den Abgasen. Nach ca. zweieinhalb Stunden geht die Qual zu Ende und wir dürfen endlich zurück aufs Festland. Am Abend erreichen wir Hamburg, essen unterwegs noch etwas kleines und Tobi fällt dann erschöpft ins Bett. Flo und Nick lassen es sich trotz der Uhrzeit nicht nehmen noch ein kleines Tuningtreffen zu besuchen, wo auch ein paar Kumpels von Nick sind, die den Mazda begutachten (und für sehr schick befinden).

 

 

Am Samstag wird nach dem ausschlafen der Mazda einer Komplettreinigung unterzogen. Die fleißigen Männer von Mr.Wash haben ordentlich was zu tun. Anschließend bringen wir Nicks Cabrio noch zu Niclas, wo es bald einer Revision unterzogen wird. Bevor in Windeseile das halbe Auto zerlegt wird, darf der Mazda noch auf die Bühne. Für ein anderthalb Jahre altes Auto sehen Beschichtungen und Gummis garnicht mal so gut aus…

 

 

Abends gehen wir essen und schießen noch ein paar Fotos des schicken Gefährts in der Stadt (Bilder folgen im Abschlussartikel). Sonntagmorgen um 7 Uhr starten Flo und Tobias dann nach Berlin um den Mazda wieder sauber und vollgetankt zurück an MotorTalk zu übergeben. Über 4900 km sind wir mit dem Mazda nun in zwei Wochen gefahren. Unsere Meinungen und Eindrücke werdet ihr demnächst in einem eigenen Testbericht lesen können.

Von Berlin aus geht es dann wieder mit Tobias’ 5er zurück in die Heimat für Flo und Tobias. Die Rückfahrt verläuft problemlos, so dass am frühen Abend alle wohlbehalten Zuhause sein können.

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18.08.2016 22:04    |    h0rnet

"Für ein anderthalb Jahre altes Auto sehen Beschichtungen und Gummis garnicht mal so gut aus… "

 

Kannst Du das etwas näher erläutern?

 

Ansonten schöner Bericht.


19.08.2016 08:09    |    nick_rs

Es löst sich eben viel schon an. Gut, mit 50.000km ist er kein Neuwagen mehr, aber von einem 2015er Auto erwarte ich anderes. (Auf den Bildern etwas schlecht zu erkennen).



19.08.2016 11:18    |    h0rnet

Ok, dann möchte ich nicht wissen wie das mit 5 Jahren aussieht.


19.08.2016 11:46    |    nick_rs

In 5 Jahren hätte er hochgerechnet auch schon 250.000km :D


06.09.2016 09:36    |    gato311

Aus ein bisschen abgekratzten Dreck von der Bremsleitung und an der Koppelstange sehe ich wirklich rein gar nichts!

 

Bitte nochmal genauer erläutern.


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