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MOTORTESTS.de - Test und Erfahrungsberichte aus der MOTOR-TALK Community

09.10.2015 21:43    |    MrMinuteMan    |    Kommentare (19)

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Es gibt eine Zeit, die mathematisch noch gar nicht so weit weg ist. Und deren Zeitzeugen sogar noch Leben. Quasi direkt um die Ecke. Sagen wir vom Standpunkt 2015 aus vielleicht 40 oder 50 Jahre zurück. Aber wenn wir diese Zeit mit heute Vergleichen, dann kommt es einem vor als ob wir von einer Zeit 400 oder 500 Jahre weiter zurück reden.

 

Kalter Krieg, Blockstaaten, schon mit Ende 20 das eigene Häuschen, dazu Frau und ungefähr zwei Kinder. Am Sonntag wird zur Kirche gegangen und dann der Wagen gewaschen. Ersteres zumindest auf dem Dorf. Aber Auto von Hand waschen, dass war damals noch groß in Mode. Selbst in einer Szene von Manta Manta ende der 80er kann man noch sehen, wie eine ganze Reihe von Herren wochenends am Straßenrand steht und zur Fußballübertragung im Radio das geliebte Auto wäscht.

 

Allgemein war das mit dem Auto damals noch irgendwie anders. Mit dem Auto kam die Freiheit. Wer ein Auto hat war was. Die erste Fahrt nach Italien und somit war das Stück Blech mit Reifen sogar so was wie ein Familienmitglied. Ganze Städte wurden dem Auto zu Reifen gebaut. Wer kein Auto hatte wollte eins und wer eins hatte wollte ein besseres.

 

Das Auto gehörte einfach dazu. Zur Familie, zum Alltag. Unabkömmlich. Und der Autokauf selber war eine Sensation an sich. Mit der ganzen Familie in guten Klamotten zum Händler, dem Herrn Schmidt, Meyer oder Müller im kleinen Autohaus an der Ecke. Das neue Modell bestaunen, welche technische Innovation ist dieses Jahr vom Himmel gefallen? Komplett neue Achskonstruktion, Fahrzeuge ohne Schmiernippel, Vergaser, Motoren bei denen man das Ventilspiel nicht mehr einstellen muss. Eine Innovation jagt die Nächste. Vom Sicherheitsgurt über den Airbag zum ABS.

 

Der Rost frisst die Fahrzeuge im Gegensatz zu heute zwar quasi im Zeitraffer auf, aber dafür gibts nach 7 Jahren schon das nächste Modell. Und das ist so um Welten besser, dass man den alten Karren dann schweren Herzens aber doch erleichtert an irgend einen Studenten für ein paar Mark verkauft. Zur Not noch mal durchschweißen das Ding und dann wirds auf irgend einer Semesterferienparty irgendwo zwischen Flensburg, Hammerfest, Schottland oder Italien verheizt.

 

Anschließend kommt der Blechhaufen zu einem Verwerter, wo er wie hingeworfen liegt. Öl sickert ins Grundwasser, Teilegeier kreisen und dann kommt das Ding in den Schredder. Oder weit draußen aufem Dorf wo keiner so genau hinschaut, wird so was auch schon mal in einer Grube verscharrt, einer Scheune vergessen oder anderweitig entsorgt.

 

Klingt irre. Aber soll so in der Art wirklich alles mal passiert sein. Wenn man sich da heute anschaut.

 

Der End-Zwanziger mit Eigenheim und 2 Kindern samt Ehefrau ist heute eher eine Randerscheinung. Genau wie die glückliche Familie im Inhaber geführten Autohaus um die Ecke. An die Stelle der gemütlichen kleinen Autobude sind große Ketten getreten, die sich teilweise quer durch die Republik erstrecken mit dutzenden von Filialen in lichtdurchfluteten und durchgeplanten Glaspalästen.

 

Auch der Autoerwerb an sich hat sich etwas, aeh, verändert. Wer heute unter 75 ist, überlegt sich oft dreimal, ob er überhaupt ein Auto kauft. Auf Motor-Talk sicher etwas schwer vorstellbar, aber gerade wenn ich mich unter meinen Altersgenossen kurz vor und nach 30 umhöre hör ich immer öffter die Worte "naja ich brauch ja eins, aber lieber würd ich zur Arbeit mit dem Fahrrad. Es kostet halt so viel" (original O-Ton!).

 

Ein anderer Freund meiner Person könnte sich mit seinem Gehalt locker den ersten Benz frisch vom Händler leisten. Wäre früher wahrscheinlich auch so passiert, heute fährt er lieber mit dem Dacia durch die Gegend. Auto? Draußen vor der Tür. Sonst noch Fragen? Die letzte Generation, die das Auto als muss betrachtet, marschiert gerade geschlossen ins Altenheim. Was sie hinterlässt, sieht man auf ebaykleinanzeigen und mobile unter der Rubrik "Rentnerfahrzeuge".

 

Zum Teil perfekt gepflegte Fahrzeuge der 90er und frühen 2000er Jahre mit oft lachhaften Kilometerleistungen (BJ 92 und 75.000 KM) die nach dem ableben oder fahruntüchtig werden ihres letzten Besitzers weg müssen weil die Erben nicht wissen wohin damit.

 

Ringt man sich dann doch durch ein Auto zu kaufen, geschieht das meist aus wirtschaftlichen Zwängen. Meistens beruflichen. Und da ist der freundlich grinsende Verkaufskater im Glaspalast oft die allerletzte Adresse. Geld ist knappe wenn man von Zeitvertrag zu Zeitvertrag hangelt. Entweder ein guter Gebrauchter mit Rest-TÜV oder wer mehr auf der Bank hat plündert die Leasinghalde.

 

Den hier kommt der nächste kulturelle Umbruch. Wurden viele Autos früher über Privat in den Markt gebracht, ist es heute das Leasing. Irgendwie müssen all diese Autofabriken am laufen gehalten werden, also wird der Wagen erst im Attraktiven Leasingpaket an gefühlt 1 Drittel Privatkunden verliehen und zu 2 Dritteln an Firmen.

 

Laufzeit 4 Jahre, attraktive Verzinsung, Werkstattbindung, maximale Kilometerleistung pro Jahr und Wertgutachten am Ende der Leasingdauer mit Option auf Kauf über Restwert. Da is überhaupt nix mehr mit "Autoromantik" und dem Geruch von Neuwagen genießen. Ökonomie bis auf den letzten Cent. Und gewaschen wird nicht mehr von Hand am Samstag, sonder für 12 € (wenn überhaupt) in der Waschanlage schnell nach Feierabend.

 

Hat der Leasingwagen diese erste Hürde genommen, müssen die mit etwa 50- bis 100.000 KM belasteten Reste unters Volk gebracht werden. Rabatte, Rabatte, Rabatte. Umtauschprämie, Geld für Ihren Gebrauchten und wer heute in Lederhosen kommt bekommt nochmal 1.000 € geschenkt. Raus mit der Scheisse, von hinten drücken schon wieder 20 Kombis die von der Firma XY zurückkommen nach und der Hof ist eng.

 

Der Alltagswagen als Stolz, gar als Familienmitglied? Klar, in ein paar letzten Ecken gibts das sicher noch. Aber ansonsten gilt die Planung bis auf den Cent und möglichst günstig. Wirds der nicht wirds ein anderer. Autos werden einem an jeder Ecke hinter her geschmissen. Die Höfe müssen irgendwie leer werden, bevor sie vor gebrauchten Altlasten zusammenbrechen.

 

Ist der Wagen dann ein mal in Privathand, wird die Sau weiter gehetzt. Auch hier erfolgen punktgenaue Berechnungen, wie viel der Wagen in Wartung und Verbrauch kostet. Zu verschenken hat heute keiner was. Und auch die Kilometerbelastung. Wer ein Auto heute hat, braucht es. Entsprechend sammeln die Kisten Kilometer.

 

Die offizielle durchschnittliche Jahresfahrleistung eines deutschen Autofahrers liegt bei etwa 15.000 KM mit Tendenz richtung 20.000 KM. Die Fahrzeuge sammeln Kilometer wie andere Bonuspunkte. Schnell sind die 150.000 überschritten, schon kommen die 200.000. Und damit die ersten Reparaturen. Injektoren tot, Steuergerät fritte, ein Unfall oder irgend ein anderes teures Aggregat können da schnell das aus bedeuten. Investieren oder den nächsten von der Leasinghalde picken? Wieder der Griff zum Taschenrechner. Merke, dass Auto ist nur noch ein Haufen Blech. Ein notwendiges Übel.

 

Wird die Investition dann zu teuer, landet der Wagen schnell mal beim zertifizierten und umweltschonenden Verwerter. Auf großen Plätzen findet man zum Teil überraschend junge Fahrzeuge, eine kleine Auswahl davon gibts in der Bildergalerie. Alternativ geht der Wagen zum Polen oder Afrikaner. Ab ins Ausland und in Polen wird der Wagen für einen Bruchteil der deutschen Kosten wieder flott gemacht und buckelt dann weitere Jahre.

 

Oder man fährt den Wagen doch weiter. Warum auch wechseln? Die Zeiten der wirklich großen Innovationen ist vorbei. Der Sprung vom Verbrennungsmotor zum Elektroauto landete irgendwie im Graben und der Wasserstoffwagen lässt sich bitten.

 

Wo früher komplett neu gestaltete Motoren, komplett neue Achsaufhängungen, neue Sicherheitskonzepte und weniger Wartung (Schmiernippel und Ventilspiel) standen, bietet der neue Wagen heute eine Kaffeetasse die mir sagt ich bin müde, einen Stellmotor mehr im Sitz, ein beheizbares Lenkrad oder eine Verbindung zu Facebook. Steh an der Ampel. Yolo!

 

In Zeiten von knappen Kassen allerorts, kann man damit privat nur noch Leute mit Geld oder einem wirklich Spleen fürs Auto hinterm Ofen vorlocken. Der Sprung vom Golf 6 zu 7 sieht selbst der Autonarr erst nach dem er zweimal hingeschaut hat, ein Astra H ist jetzt nicht wesentlich anders als ein Astra J und die 0,5 Sekunden mehr Beschleunigung die man vielleicht vom Mondeo MK-4 zu 5 bekommt interessieren kaum einen wenn er mal wieder in der Baustelle vor dem Büro festhängt.

 

Klar. Bleibt das Design. Aber das ist wieder so eine Sache für Leute, die Autos als "Freund- und Familienmitglied" ansehen. Wie neulich jemand zu mir sagte auf meine Frage was für ein Auto er will: "Hauptsache sicher, es fährt und frisst mir nicht die Haare vom Kopf."

 

Schöne neue Autowelt. Je nach dem wie mans sieht.

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09.10.2015 22:12    |    bronx.1965

Zitat:

Zum Teil perfekt gepflegte Fahrzeuge der 90er und frühen 2000er Jahre mit oft lachhaften Kilometerleistungen (BJ 92 und 75.000 KM) die nach dem ableben oder fahruntüchtig werden ihres letzten Besitzers weg müssen weil die Erben nicht wissen wohin damit.

Hatten wir das nicht jüngst erst, bei dem Neuerwerb unseres Blechsperzels aus C? Astra F, knappe 106.000, gerade mal eingefahren. Wie schrieb er: "die Erben wussten nichts damit anzufangen".

 

Zitat:

Die Fahrzeuge sammeln Kilometer wie andere Bonuspunkte. Schnell sind die 150.000 überschritten, schon kommen die 200.000.

So ist es bei uns auch. Der Kahn muss laufen! Wartung ist wichtig, schon um Folgeschäden und den finanziellen Exitus zu vermeiden. Neuwagen? Nicht mehr, nein. Und dieses Leasing-Hamsterrad ist für mich keine Option.


09.10.2015 22:24    |    Turboschlumpf6

Schöner Artikel!

 

Ich erlebe allerdings etwas anderes. In meinem Bekanntenkreis fahren viele Dienstwagen. Das deckt sich mit Deiner Beschreibung. Die anderen greifen allerdings fast immer zum Premiumfahrzeug. Leasing ist da aber sehr unbeliebt. Eher wird ein junger Audi gekauft. Man muss sich ja auch zeigen können.

 

Da falle ich mit dem Mondeo schon völlig aus dem Rahmen. Für dieses Auto ernte ich fast immer Spott und Unverständnis.

 

 

So long.....


09.10.2015 22:30    |    bronx.1965

Zitat:

(...)Eher wird ein junger Audi gekauft. Man muss sich ja auch zeigen können.

Finde ich ganz übel, solche Denke . . . Aber, nur zu! "Premium" will gekauft werden. :rolleyes:

 

Zitat:

Da falle ich mit dem Mondeo schon völlig aus dem Rahmen. Für dieses Auto ernte ich fast immer Spott und Unverständnis.

Völliges Unverständnis von mir. Wer das Auto als verlängertes P*** Symbol braucht, bitte. :D Diese Zeiten sind doch wohl vorbei.


10.10.2015 00:54    |    Christian8P

Zitat:

Aber, nur zu! "Premium" will gekauft werden. :rolleyes:

Wie schlecht sollen dann "Nicht-Premium-Fahrzeuge" sein?

Vielleicht ist es nur die Macht der Gewohnheit bei mir, aber auch die sog. Premiumhersteller kochen nur mit Wasser und das muss nicht unedingt das bessere Wasser sein. - Ist halt nur teurer...


10.10.2015 00:59    |    bronx.1965

Zitat:

Wie schlecht sollen dann "Nicht-Premium-Fahrzeuge" sein?

Wenn es nach den Definitionen der "Premium"-Hersteller geht, taugen die natürlich nichts. Deswegen kauft MB ja auch Motoren von Renault. Citan, A-Klasse, etc. . . :rolleyes:


10.10.2015 01:01    |    Christian8P

Eben!


10.10.2015 04:46    |    ToledoDriver82

Ich denke,wir sind heut auf einem Stand wo glaub ich alle etwa gleich gute Autos bauen(können).....das Premium wirklich "besser" ist,möcht ich bezweifeln.....vielleicht in den Dingen die nur eine Rolle spielen wenn man das Geld dazu hat aber ansonsten fahren alle mehr oder wenige gut,eine gewisse Sicherheit müssen alle bieten,die normale Ausstattung bringt heut eigentlich alles mit was man braucht (oder auch nicht),die Auswahl ist riesig......also warum mehr ausgeben für nicht wirklich mehr Auto?

 

Und was die Sache mit den Reparaturen angeht.....welche Reparatur soll so teuer sein das sie den Preis eines Neuwagen rechtfertigt,wegen mir auch eines sehr jungen Gebrauchten.....nach der Reparatur fährt der Alte wieder und auch bei neuen bedeutet es ja nicht das der Hobel immer läuft ;) klar,die Reparaturen muß ich dann nicht bezahlen,hab ich aber ja auch vorher bezahlt.

Jetzt könnte man sagen "Klar und nächste Woche haste die nächste Reparatur"...richtig aber wer sagt denn das der neue nicht auch wieder nächste Woche in der Werke steht;) allein bei MT könnte man mit Problemen von Neuwagen oder jungen Gebrauchten ganze Wolkenkratzer füllen und ja,auch von Gebrauchten aber die haben auch schon was erlebt in ihrem Leben und in der Anschaffung meist nur einen Bruchteil vom Neuwagen gekostet.

 

So oder so,ich bleib beim Alten,für das Geld eines Neuwagen kann ich mehrere Gebrauchte fahren und auch wenn im Moment eher der Nutzen im Vordergrund steht,bissel Herz ist immer dabei,reiner Nutzgegenstand geht bei mir irgendwie nicht ;)


10.10.2015 08:39    |    Goify

Kann ich voll nachvollziehen, MMM. Auch ich habe kein Privatfahrzeug mehr, weil ich privat nirgends hin will, es ist alles zu Fuß oder mit dem Rad zu erreichen. Für Geschäftsfahrten gibt es den geleasten Geschäftswagen, den ich in der Tat vorher akribisch durchgerechnet habe und bis auf wenige € genau weiß, was er in den 4 Jahren gekostet haben wird. Das ist Null Risiko und natürlich Null Romantik, eben Vollkaskomentalität. Die Kiste muss sicher und zuverlässig sein und darf keine Kunden abschrecken.

 

Das andere Extrem ist unser Familien-Subaru: als junger Gebrauchter gekauft, wird er penibel gewartet und gepflegt, alles was kaputt sein könnte wird getauscht, in jedem Herbst der Unterboden eingejaucht und nach jeder dritten Salzfahrt der Wagen gewaschen. Natürlich steht er immer in der gut durchlüfteten Garage und wird niemals mit dreckigen Klamotten bewegt. Das ist unser Heiligtum und wird mit uns gemeinsam alt.

 

Jeder hat da so seine Prioritäten und in meinem Bekanntenkreis ist der Unterschied ganz klar am Wohnort festzumachen. Wer auf dem Land wohnt, hat ein Auto, welches er mit Hingabe pflegt, weil es sein Zug in die Freiheit ist. Wer in der Stadt wohnt, nutzt CarSharing, den ÖPNV oder/und das Fahrrad.


10.10.2015 17:05    |    h0rnet

Super geschrieben und spiegelt mMn perfekt die aktuellen Stand der Gesellschaft wieder.


11.10.2015 10:26    |    Rockport1911

Super geschrieben, meiner Meinung nach klafft da eine riesige Lücke zwischen denen die sich ein Auto zulegen um täglich möglichst preiswert zur Arbeit zu kommen, und denen die Dienst- oder Firmenwagen gestellt bekommen.

Wenn dann also schon ein Auto mit 1%-Regelung vorm Haus steht muss man schon ein großer Autonarr sein um sich dann noch ein schickes Hobbyfahrzeug zuzulegen.

 

Andererseits möchte Ich das Risiko eines reperaturbedürftigen Gebrauchtwagens nicht eingehen wenn Ich nicht muss. Mein letzter Gebrauchter war aus Rentnerhand und hat sich gut verhalten, aber das musste nicht so kommen. Ich bewundere Leute die sich einen alten SUV oder Luxuslimosine zulegen und den Wagen noch wie früher genießen, aber auch immer ein gewisses finanzielles Risiko tragen. Für deratige Individualisten bietet der Gebrauchtmarkt sehr viel Auswahl vor allem im Luxussegment verlieren dieFahrzeuge astronomische Wertbeträge um nach dem Leasingleben noch irgendwo unterzukommen.

Das Thema Premiumfahrzeuge kann jeder halten wie er will, aber wenn Ich schon privat ein Auto fahre dann such ich mir natürlich etwas aus was nicht schon vor 5 Jahren ein Brot- und Butter- Auto war.

 

Teilweise haben viele auch einfach keine Zeit mehr sich um den fahrbaren Untersatz zu kümmern, da wird im Sommer der Fliegendreck auf der Scheibe mit der LKW- Bürste weggeschrubbt, der Rest löst sich im Regen auf der Autobahn...

 

 

Das gleiche Thema kann man fast für Häuser formulieren, ein Haus Stein für Stein nach eigenen Wünschen bauen?, Pah, Katalog auf, hinbauen lassen, der Rest sind Individualisten...


11.10.2015 15:20    |    Habuda

Naja, das "finanzielle Risiko" des Gebrauchtwagens bezahlt ja der Neuwagen bzw. Firmenwagenfahrer auch und das nicht nur eventuell, sondern definitiv.

 

Da kann man ruhig das "Risiko" eingehen, dass der Gebrauchte mal eine teurere Reparatur benötigt.

 

Ich bewundere da eher die Leute, die es sich leisten können/wollen stets Neuwagen zu fahren, denn das kostet einfach recht viel Geld. Und in aller Regel bekommt man ja keine "exclusiven" Autos als Firmenwagen, sondern die "0815-Autos". Also meine Welt wäre das nicht.

 

Ansonsten: Man merkt eben, dass viele gar kein Auto benötigen (z.B. in der Großstadt). Klar, dass die sich dann keines kaufen. Leute, die nur möglichst günstig von A nach B kommen wollen gab es früher auch schon. Ebenso Leute, die sich keien Neuwagen der sog. "Premiumklasse" leisten können.

 

Das Einzige was ich sehe ist, dass viele heute finanziert/geleast werden. Aber das Geld dafür muss man ja auch erstmal haben. Zudem sehe ich nicht, dass das Auto eher Last- als Lustobjekt ist. Zumindest nicht hier in meinem Freundeskreis. Da wird eher nach Leistung entschieden als nach finanziellen Gesichtspunkten im Hinblick auf möglichst geringe laufende Kosten.


12.10.2015 09:26    |    pico24229

Andererseits sehe ich auch, dass Autos trotzdem noch viel Freude bereiten und Hobby sind. Es wird in allen Kreisen viel über Autos geredet, es gibt viele Auto-treffen und auch bei Jungen Leuten sind Autos immer ein Thema. Außerdem gibt es immer mehr Leute, die sich ein Hobby-Auto (zB Oldtimer) zulegen.

Das kaufverhalten ist natürlich etwas anders, aber das ist normal.


12.10.2015 10:47    |    Dynamix

Meiner Meinung nach eher eine Folge aus dem Wandel unserer Gesellschaft. Früher waren die Ansprüche an die Bildung der Leute nicht so hoch. Da hat man nicht bis 19 in der Schule gehockt um dann noch mal ein mehrjäriges Studium dranzuhängen weil man sonst keinen vernünftigen Job bekommt.

 

Da hats ausgereicht wenn man bis zum 14. Lebensjahr die Hauptschule besucht hat und dann direkt danach seine Lehre gemacht hatte. Da hat man mit 17 schon voll angefangen zu arbeiten und hatte dann mit Ende 20 natürlich schon das Geld verdient um eine Familie zu gründen und sich entsprechend den schicken Familienwagen leisten zu können.

 

Heute ist das ne ganz andere Nummer. Zum einen schmeißen Firmen mittlerweile mit Firmenfahrzeugen um sich sobald der MA mal auf einem bestimmten Gehaltsniveau gelandet ist. Man will den MA der wöchentlich 60 Stunden und mehr kloppt ja mit möglichst vielen Leckerlies und Incentives im Unternehmen halten und motivieren ;) Die Hersteller wollen Ihre Autos nur noch loswerden weil man ja ewig wachsen muss und entsprechend produziert man mehr. Witzigerweise sind Autos effektiv eigentlich gar nicht wirklich teurer geworden, es kommt uns nur so vor weil das Lohnniveau schleichend sinkt und die bürgerliche Mittelschicht entsprechend gar nicht mehr das Geld hat sich für 40.000€ ein Auto zu kaufen und sich dann noch den teuren Unterhalt ans Bein zu binden. Weiterhin sind im Laufe der Jahre Lebenshaltungskosten dazugekommen die man früher gar nicht hatte. Kosten für Internet? Gabs damals nicht. Handy? Gabs auch nicht bzw. es war so teuer das sich das wirklich nur Geschäftsleute geleistet haben. Weiterhin steigen die Mietpreise gerade in Ballungsgebieten stetig, so dass man für die Wohnung irgendwo Abstriche macht und das ist dann gerade in Städten mit gutem ÖPNV eben das Auto. Wer sich trotzdem ein Auto leistet der hat das meist als Hobby so wie ich. Paradoxerweise komme ich als Autofan wunderbar ohne zurecht, eben weil es in der Stadt ne gute Anbindung gibt und wenn man doch mal Bedarf nach einem Auto hat gibts an jeder Ecke gleich 4 Carsharing Mühlen die darauf warten von Hinz und Kunz verheizt zu werden. Wozu dann noch ein Alltagsauto?

 

Das führt auch dazu das meine Generation es gar nicht mehr immer einsieht sich einfach mal eben so ein neues Auto zu kaufen wie das früher war. Der Wertverlust ist exorbitant und mal eben innerhalb von 2-3 Jahren 5.000-20.000€ verbrennen ist auch nicht wirklich lustig. Da kann ich mir auch einen gepflegten Youngtimer oder irgendwas anderes gefragtes gebrauchtes holen. Da kommt man am Ende mit Glück beim Vergleich Kauf- vs. Verkaufspreis noch bei +-0 raus.


12.10.2015 12:26    |    driver191

Gut geschrieben, allerdings gibt es doch individuelle Unterschiede .

Ich habe zwei Neuwagen gekauft, da habe ich kein Geschiss drum gemacht, den ersten nach 2 Jahren geschrottet, den zweiten habe ich nach einem Jahr an meine Schwester verkauft, war mir zu langweilig .

Heute würde ich nur noch Gebrauchte kaufen, der Wertverlust ist doch abartig, alltags wird ne olle Karre ohne Pflege gefahren, zum Spaß steht ein Oldie und ein altes Motorrad in der Garage, die verlieren keinen Euro an Wert .


12.10.2015 17:38    |    Mad_Max77

Zitat:

Die letzte Generation, die das Auto als muss betrachtet, marschiert gerade geschlossen ins Altenheim. Was sie hinterlässt, sieht man auf ebaykleinanzeigen und mobile unter der Rubrik "Rentnerfahrzeuge".

 

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

 

Diese Aussage halte ich allerdings für Blödsinn, ich bin noch weit entfernt vom Altersheim und betrachte mein Auto auch als Muss.

Und ich bin mir sicher, vielen Leuten, die in Kleinstädten oder auf Dörfern wohnen, geht es genauso.


12.10.2015 21:24    |    Multimeter48651

So ist unsere Gesellschaft leider heutzutage. Der Motor des Kapitalismus will am Laufen gehalten werden ;)

Immer mehr, mehr und noch mehr.


13.10.2015 08:25    |    Goify

Ich frage mich gerade, zu welcher Generation MMM gehört. Er ist ja noch nicht in dem Alter, in dem man in ein Heim abgeschoben wird, trotzdem ist ein Auto für ihn ein unverzichtbarer Gegenstand. Irgendwas ist da faul an seiner Aussage. ;)


13.10.2015 23:06    |    Sitzheitzung

Toller Blogartikel, danke!

 

Hier in Irland ist es wirklich der Hammer mit den Autos.

 

Ich habe hier schon u.a einen Audi A4 B8 von 2008 beim Schrott gesehen, wegen eines Getriebeschadens.

 

Opel Vectra C, Astra H, Golf 5 und Co. Fallen schon garnicht mehr auf.

 

Habe vor ein paar Tagen einen Volvo V70 von 1998, mit 200.000 km für -festhalten- 100€ bekommen.

 

Der Besitzer sagte nur: Hab den jetzt drei Jahre hier stehen gehabt, kann nichts mehr damit anfangen.

Fährt noch, hat aber keinen NCT (irischer TÜV), kann ich nicht brauchen, nimm für nen Grünen mit.

 

Der Wagen ist super, auch wenn ich ihn nicht brauche. Durch den TÜV ohne Probleme bis auf ein kaputtes Fernlicht gekommen und bremsen, die es hinter sich haben.

 

Ist zwar ein fast Basisausstatter, aber fast geschenkt. ich verkaufe ihn warscheinlich weiter.

 

 

Gruß Sitzheitzung.


05.07.2016 21:06    |    Taxidiesel

Ich wohne in einer Großstadt, 1,5 km von meiner Arbeit entfernt, habe ein Fahrrad und mehrere Bahnhaltestellen vor der Tür. Einkaufen kann ich gegenüber und einen Kasten Bier kann man die paar Meter tragen. Ich brauche kein Auto. Und außerdem sind die Parkplätze knapp und laufend werden Autos durch aufgehende Türen, passierende Fußgänger und schlecht einparkende Menschen beschädigt.

 

Trotzdem habe ich eins. Ein viel zu großes. Macht Spaß :)


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162. PIPD black

163. PIPD black

164. Null

165. V8-Junkie (Wien)

166. Bronx

167. ToledoDriver (Chemnitz)

168. Bronx

169. Christian (Warnemünde)

170. Bronx

171. PIPD black

172. ToledoDriver (Chemnitz)

173. Bronx

174. Christian8P (Warnemünde)

175. Christian8P (Warnemünde)

176. MrMinuteMan (Lübeck)

177. Christian8P (Warnemünde)

178. V8-Junkie (Wien)

179. Volker (IZ)

180. PIPD black

181. Christian8P (Warnemünde)

182. PIPD black

183. Christian8P (Warnemünde)

184. Christian8P (Warnemünde)

185. MrMinuteMan (Lübeck)

186. MrMinuteMan (Lübeck)

187. Volker (IZ)

188. Christian8P (Warnemünde)

189. PIPD black

190. Christian8P (Warnemünde)

191. PIPD black

192. PIPD black

193. PIPD black

194. ToledoDriver (Chemnitz)

195. Volker (IZ)

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201. Christian8P (Warnemünde)

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204. Christian8P (Warnemünde)

205. Bronx

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