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MindFuck

Andy and the 90's

18.05.2020 12:34    |    MindFuck    |    Kommentare (4)

Als ob ichs gewusst hätte, dass ich Anfang 2020 sehr viel Zeit zu Hause verbringen würde, hab ich mich natürlich gleich mit Ersatzteilen eingedeckt.

Auch wenn viele bis heut noch nicht gekommen sind, zum Beispiel ein Kühler für Walter White's Rennauto, so sind doch sehr viele Teile für den Polo gekommen.

Ich hatte ehrlich gesagt mit viel höheren Preisen gerechnet, weil ich nun auch nicht das Billigste vom Billigen genommen hab. Um dem ölenden Motor zu besänftigen wurde ein Motordichtungssatz mitsamt Zylinderkopfschrauben bestellt. Genauso Bremsen und Radlager rundherum, um den Fahrkomfort etwas zu steigern, sofern man bei 45PS und 4 Gängen von Komfort reden kann.

Zwei gebrauchte, in Wagenfarbe lackierte Kotflügel in akzeptablen Zustand sollten auch bald Einzug finden, auch wenn ich dadurch jetzt die Seitenblinker verloren hab, die mir sowieso nie so recht gefallen haben.

Eine rostfreie Heckklappe darf ich nun auch mein Eigen nennen, sehr dekorativ mit Pablo Escobar in der Heckscheibe und dem kleinen Suzuki Esteem von Jimmy McGill (100 Punkte und eine Waschmaschine an den, der die Kiste kennt!) als kleinen Sticker darunter.

Wenn ich so recht überleg wär so ein kleiner Esteem im Serienlook schon echt cool, aber ich muss dem Mole570 ja nicht alles nachmachen...

Bis hier hin sind wir mittlerweile bei ca. 270€ an Ersatzteilen, mit dem Polo an sich also bei ungefähr 320€. Passt, noch sehr gut im Budget!

Nur war die Lust so ein bisschen das Problem. Wenn man tatsächlich noch raus darf macht man irgendwie alles Andere, nur nicht das, was man sich vornimmt. Aber als dann die erste, verschärfte Ausgangsbeschränkung gekommen ist, und Bayern hat es ja ein bisschen ernster genommen als vllt andere Bundesländer, machte ich mich auf ans Werk.

Der Zustand des kleinen Polos, ich nenne ihn (sie) einfach mal Roxy, da in der Windschutzscheibe noch eine grüne Plakette mit diesem Kennzeichen hängt, war echt nicht schlecht. Die Karosserie an sich ist quasi rostfrei, das Fahrwerk noch ganz ok und alle Schrauben im Motorraum gingen super auf. Lag vermutlich aber auch da dran, dass das Ölleck relativ viel Motoröl auf die Lichtmaschine verteilt hat. Und da sich so eine Lichtmaschine bekanntermaßen dreht, naja, malt euch den Rest mal selbst aus :D

Bisschen Rostlöser und alles ging auf. Einfach ein Träumchen, sowas kennt man vom ersten Touran leider nicht mehr. Dennoch ist beim zerlegen schon der sehr schlechte Wartungszustand aufgefallen. Der Zahnriemen ist mir quasi beim zerlegen des Motors schon zerbröselt, war also allerhöchste Eisenbahn, dass der gewechselt wurde. Auch die Wasserpumpe war nicht mehr die Beste, das Lager machte Geräusche und die Plastikschaufeln im Inneren hatten schon kleine Risse.

Gut, also war nun alles zerlegt, keine Schraube rundgedreht, abgerissen oder in eine andere Dimension verschwunden (so Einwegplastikschalen sind sehr empfehlenswert!). Was kann also noch schief gehen?

Genau, die menschliche Komponente in diesem Unterfangen kann versagen. Aber aus Fehlern lernt man ja hoffentlich was...

Als die Dichtfläche am Motor und am Zylinderkopf sauber waren, hab ich den Kopf wieder drauf gesetzt und mit den neuen Zylinderkopfschrauben nach der Herstellervorgabe festgezogen.

Dann nur noch die Kurbelwelle und Nockenwelle auf OT drehen und oh, kleiner Widerstand...

Na wird schon nicht so schlimm sein, vielleicht schon Kompression? Wer weiß das schon.

Also den Kameraden fertig zusammengebaut, nochmal die Einkerbungen auf den Riemenscheiben überprüft, ein paar Umdrehungen durchgedreht und los!

Stellt euch mal mein Gesicht vor, als der Motor einfach nur so ohne große Kompression orgelte. Als wär man den ganzen Tag unterwegs gewesen, nur damit man zu Hause merkt, dass man die Hose vergessen hat. Jeder kennt so Träume, hoff ich mal.

Gut, Ursachenforschung begonnen. Ich wollte die unangenehme Wahrheit so noch nicht hinnehmen, also erst mal alles überprüft. Kriegt er Sprit? Ist alles fest, angeschlossen? Kriegt er nen Funken? Ist der Funke vielleicht zu schwach? Vielleicht hat es der Hallgeber hinter sich?

Fragen über Fragen, als aber alles überprüft war musste ich mich der traurigen Tatsache stellen: Vermutlich hab ich mit meiner brachialen (:D) Kraft mit diesem kleinen Widerstand die Ventile verbogen. Eine Erfahrung mehr, die ich so nicht gebraucht hätte, aber nun gut.

So wie es aussieht benötige ich wohl einen neuen Kopf, und ob der bezahlbar ist oder das Projekt durch meine Dummheit zum Scheitern verurteilt ist werdet ihr wohl im nächsten Eintrag erfahren ;)

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06.05.2020 09:05    |    MindFuck    |    Kommentare (13)

Sollte man Kleinwagen aus Massentierhaltung, äh, Produktion erhalten?

16 (80 %) Klar, gehört zum Automobilen Kulturgut dazu!
4 (20 %) Muss jetzt nich sein. Hatte schon seinen Grund, dass die verschwinden.

Mir gehen so langsam mal die guten Titel aus. Aber ich denke, der fasst das jetzige Thema doch ganz gut zusammen.

Bleibt bei mir, stellt euch vor, November 2019: Eine Zeit vor Corona, die Lust auf was deutsches wächst. Der Benz steht eingemottet und abgemeldet da, der Corsica hat frischen TÜV, es steht ein perfekt laufender Aztek herum und der Buick kann nicht zum TÜV, da die Saison abgelaufen ist. Was kann man da noch tun, wenn die Langeweile mal wieder richtig kickt? Genau, man schaut sich Sachen an, die man sonst nicht tut. In meinem Fall suchte ich nach einem Golf II, haben mir schon immer gefallen. Ich bin dann allerdings fast vom Hocker geflogen, als ich sehen musste, was ein Exemplar dass bei der ersten Fahrt eigentlich gleich am Schrottplatz abgestellt werden kann kosten soll. Gut, ich bin jetzt nicht mehr der Jüngste und als ich meinen Führerschein neu bekam war die Welt laut dem Maya-Kalender noch nicht mal untergegangen. Trotzdem war der Golf II bei mir immer als eine Art Winterauto abgestempelt, weil es damals einfach so war. die wuchsen scheinbar auf Bäumen und kosteten mit einem Jahr TÜV vielleicht 400€. Bitte jetzt den gesammelten Hass in der Kommentarsektion ablassen, dankeschön!

Die für 400€ gibt es so auch noch, allerdings knapp 9 Jahre später hat sich der Zustand doch deutlich verschlechtert. So ist es wohl derzeit als Luxus anzusehen, wenn der Golf noch über 4 Radläufe und das Heckabschlussblecht verfügen soll. Und da ich wegen Langeweile keinen mittleren 4-Stelligen Betrag im Grunde sinnlos verbrennen wollte, weil, sind wir mal ehrlich, wenn einer kein Auto kaufen sollte, dann bis das wohl ich, hab ich mich nach Alternativen umgesehen.

Mein Volvo war damals schon eine Seltenheit und Rarität, diesmal wollte ich was typisch deutsches finden, das langsam aber sicher immer seltener wird. Mir ist dann eingefallen, dass der VW Derby ja quasi komplett ausgestorben ist, obwohl er irgendwie doch ein recht charmantes Auto war. Dann musste ich an den Steilheck-Polo denken, und wann ich das letzte Mal einen gesehen hab. Gut, die üblichen Portale mal angeschmissen und geschaut, wo die so preislich zur Zeit stehen. Sehr gute kosten wohl so knapp 3000€ was, auch wenn da einige G40 und andere gute Motorisierungen dabei sind. Allerdings gibt es auch welche, die einen 2-stelligen Betrag kosten sollen. Genau so einen hab ich mir mal rausgesucht und angerufen.

Standort war München, so konnte ich also, falls der Wagen nur Kernschrott war den Ausflug einfach auf mein Lieblings-Fast-Food-Restaurant umwälzen. Wie sehr man doch die kleinen Dinge im Leben vermisst wenn man nicht mal mehr zu Five Guys fahren darf...

Der kleine 2F war ein roter Fox mit Steilheck und einem bunten Lenkrad. Nachgerüstet waren ein undichtes Faltdach und ein Disco-Blinklicht-Jahrmarktradio. Der Motor ölte, der Wartungszustand war unter aller Sau und ein kleiner Schaden an der Front war semi-professionell repariert worden. Ich finde jeder sollte einen lackierten Keilriemen haben.

Trotzdem lief er wie eine Eins, lenkte und bremste und der allgemeine Karosseriezustand war sehr in Ordnung. Die Kotflügel müssten wohl neu und die Türkanten hatten Rost. Aber bei der Auswahl an Schrottplätzen sollte sich das doch einfach und günstig gestalten.

Also Geldbeutel gezückt, 65€ gelöhnt und mit einem kleinen, fahrbereiten Polo mehr im Fuhrpark zu besagtem Fast Food Lokal getuckert. Zum Glück war ich so schlau, mir einen Fahrdienst aka Freunde zu organisieren :D

 

Nach einer netten kleinen Heimfahrt, bei der ich unterwegs auf einem Rastplatz die ganzen Sitzbezüge, den Müll und sonstigen Unrat entsorgen musste um meinen Seelenfrieden zu erhalten, bin ich dann zu Hause angekommen.

Natürlich kann man kein dreckiges Auto in eine staubige Halle stellen, und da ich den Kleinen am Montag abmelden musste, bin ich dann noch kurz durch die Waschstraße gefahren, bei der ich dann feststellen musste, warum undichte Faltdächer im Winter kein sehr großes Vergnügen sind.

Nachdem ich den Staubsauger kurz durch geschwungen hab, war er dann doch sehr ansehnlich. Zudem hab ich noch etwa 13€ in klein gefunden, was ich dann ganz beherzt vom Kaufpreis abziehen werde.

Somit hat mein kleiner Polo bis hierher 52€ gekostet. Das Budget setz ich mir mal auf knapp 400, bis er optisch gut bei der Hauptuntersuchung stehen soll.

Das ich dann doch durch Eigenverschulden etwas über meinem geplanten Budget gelandet bin werd ich wohl im nächsten Artikel berichten müssen. :)

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05.05.2020 11:49    |    MindFuck    |    Kommentare (12)

Manche lieben ihn, manche hassen ihn. Obwohl er ganz klar einige Stärken hat gibt es viele Dinge, die ihm deutlich als Schwäche ausgelegt werden können. Er ist groß, kann auch mal sportlich sein, ist aber die meiste Zeit eher gemütlich. Zudem noch das Vieraugengesicht.

 

Nein, diesmal red ich ausnahmsweise nicht von mir, sondern von einem weiteren Helden meiner Kindheit, zu dem mich eine Hassliebe verbindet.

Der W210, damals wegen seines Stylings durchaus umstritten und wegen seiner Rostanfälligkeit verschmäht, war tatsächlich das einzige Auto, welches sich mein Vater damals neu und frisch aus dem Werk gekauft hat. Es handelte sich um eines der ersten Mopf-Modelle mit dem 220er CDI-Aggregat. Im Grunde ein praktischer, sparsamer Kombi, der durchaus die typischen Mercedes-Qualitäten versprach. Hätte Mercedes nicht damals die bewährten Turbodiesel-Motoren gegen die noch recht neue Commonrail-Technologie eingetauscht. Gesprengte Überwurfmuttern der Injektoren, unterdimensionierte Teile, die nur ein Ingenieur so entwerfen konnte und eine Wassergekühlte Lichtmaschine, weil Gründe.

 

Gut, um nicht den gleichen Fehler zu machen wie mein alter Herr würde ich natürlich keinen werksfrischen Mercedes kaufen. Würd auch wohl nicht in meine Sammlung von Altmetallresten passen, um es mal so auszudrücken. Auch wär ein biederer kleiner Diesel nicht die allererste Wahl gewesen. So war doch ein schöner 6-Zylinder das Maß der Dinge, was Sachen Sparsamkeit und Spaß angeht. Nur sollte es anders kommen als gedacht.

 

Eines Tages im Dezember 2017 war ein doch recht besonderer Mercedes in der Gegend um Aschaffenburg inseriert worden.

Rot Metallic und innen rotes Holz. Hatte ich bisher noch nie gesehen und ist ganz klar eine Frage des Geschmacks. Da mir rot allerdings schon immer zusagte und ich lieber auffalle als in der Masse unterzugehen dacht ich mir, dass wir den doch mal anschauen könnten. Als kleines Sahnehäubchen oben drauf war es zudem auch noch ein E430. :)

 

Nach dem Telefonat, bei dem mir der Autohändler versprach, dass der Wagen keine Durchrostungen hat (Ja, ich weiß, ein 210er hat immer Rost) packte ich meine 7 Sachen, einen guten Freund mit sparsamen Diesel und ließ mich dort hinauf Chauffieren.

Oben angekommen machte der Kiesplatz einen eher verwitterten Eindruck. Ein paar rostige 124er standen im Eck, sonst eher leichte Kost à la Fiat Punto und Mazda 6.

Einzig der rote Benz stach ein wenig aus der Masse hervor, es lag ja schließlich Schnee rundherum.

 

Nachdem augenscheinlich alles halbwegs ok war, klar gab es die ein oder andere Roststelle und die Kotflügel mussten definitiv neu, hat mich der Schrecken im Kofferraum angelacht.

Zum Glück war der Verkäufer, ein junger, sehr höflicher und professionell wirkender Mann mit dabei.

Unter dem Ersatzrad in der seitlichen Kofferraumtasche lachte mich nämlich durch ein ca. 5-cm großes Loch der besagt Kiesplatz an.

Mit der Bemerkung "Da müssen wir aber auf alle Fälle noch am Preis reden" ging es dann los zur Probefahrt. Was soll ich sagen? Ein V8 auf feuchten Straßen mit abgefahrenen Sommerreifen macht doch ganz gut Laune :D

 

Fahrwerk war soweit ganz gut, die Kurbelwelle hat ein wenig wegen der hinteren Hardy-Scheibe gebrummt. Trotz 360.000 auf der Uhr lief der Motor wie ein Uhrwerk und das Getriebe hat keinerlei Alterserscheinung. Da muss man doch mal an dieser Stelle ein Lob an Mercedes aussprechen. Wenn sie was können, dann definitiv Automatikgetriebe und Benzinmotoren.

Nach erfolgreicher Verhandlung war der Kaufpreis tatsächlich um die Hälfte gedrückt worden, und weil der 210er noch 1,5 Jahre TÜV hatte stand einer Anmeldung nichts im Weg.

Also unter der Woche schnell zur Zulassungsstelle, die alte Nummer die mein Vater auf seinem Mercedes hatte war zuuuuufälligerweise noch frei, und am Wochenende darauf wieder mit einer Mitfahrgelegenheit rüber Richtung Frankfurt. Dennoch hatte ich ein wenig Angst, es war ja noch Dezember und die Sommerreifen waren, wie schon erwähnt, nicht die allerbesten.

Zum Glück hat mir das Wetter aber gut mitgespielt, denn es war die komplette Nacht trocken und der angenehme 8-Zylinder brummelte mich schön nach Hause.

Das Gefühl, nach so langer Zeit im Cockpit eines 210er zu sitzen war eher unbeschreiblich. Als ob man einfach wieder 10 Jahre alt ist und gleich vom eigenen Vater vom Fahrersitz verbannt wird, weil man mit 10 wohl noch nicht selbst fahren darf.

 

Am nächsten Tag juckte es mich in den Fingern und ich machte mich direkt an die Arbeit.

So war von einem Vandalen der Stern abgebrochen worden, doch der elektronischen Bucht sei Dank ist dieser schon da gewesen. Auch die Stoßstange hatte seine besten Zeiten schon hinter sich, aber nichts, was man nicht reparieren kann.

Was mich positiv überrascht hat, war der Zustand des Wagens. Klar gab es die Durchrostung im Kofferraum, ein paar hässliche Lackplatzer und Roststellen rundherum und auch sonst ein paar Baustellen. Nach Demontage der Stoßstangen und Schwellerleisten jedoch war klar, dass der Allgemeinzustand für einen 210 mit einer derartigen Laufleistung dennoch sehr positiv ist.

Auch nach Abnahme der Kotflügel (hatte über das 210er Forum mit einer Sammelbestellung 2 bereits lackierte bestellt) war ich positiv überrascht.

Bei Mercedes ist ja die Dokumentation der Fahrzeuge sehr schön nachvollziehbar und so machte ich mich mit einem sehr guten Freund, durch dessen Adern definitiv Mercedes fließt, ans Werk um den Neupreis meines kleinen Wägelchens mal zu ermitteln.

Immerhin hatte dieser Designo Lack, Holz, Leder, AMG-Schwellerverkleidung und Stoßstangen, das kleine Navi, Autotelefon und sonst jeden Schnickschnack, den man sich damals wünschen konnte.

Wir sind tatsächlich auf einen Preis von 153000 Mark gekommen, was 1997 sicherlich eine gute Stange Geld war!

Der Wagen wurde auch bei AMG in Affalterbach zusammengebaut, was eventuell den Mangel an gravierenden Rost erklären könnte.

 

Habt ihr auch schon so derartige Reisen in die Vergangenheit gemacht? wie verliefen diese so? Und meint ihr, meine Krankenversicherung würde mir eine psychiatrische Behandlung zahlen? Fragen über Fragen, schreibt doch einfach mal in den Kommentaren was :D

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14.11.2019 16:19    |    MindFuck    |    Kommentare (4)

Wenn man über Mäuseprobleme googlet, dann findet man meist irgendwelche Artikel über Schädlingsbekämpfung fürs Eigenheim oder man liest Sachen über Katzen, die nicht ganz tote Nager mit nach Hause bringen.

Nur ganz selten liest man über Probleme in Verbindung mit Autos und Wohnmobile, und noch weniger, wie man den Gestank vertreibt, ohne das Auto komplett aufzugeben. Deswegen hier mal ein kleiner, schneller Artikel zu eben diesem Thema :)

 

Es war März 2019. Im Mai sollte die Saison wieder losgehen und ich wollte mal die Autos abchecken.

Ich hatte allesamt vernünftig eingewintert, auch wenn sich die Unterkunft im Nachgang als eher suboptimal herausstellen sollte.

Schon beim Öffnen der Tür stieg mir ein etwas beißender, unangenehmer Geruch in die Nase. Meine erste Vermutung war, dass ich vielleicht etwas im Auto vergessen habe, das jetzt über die paar Monate ein Eigenleben entwickelt hatte. Als ich dann ein Rascheln hörte und einen kleinen, bräunlichen Blitz in Richtung Armaturenbrett wahrgenommen hatte, wusste ich schon fast, was Sache war.

Mäuse hatten sich über den Winter in meinem Buick ausgebreitet und dort respektablen Schaden angerichtet.

 

Ganz wichtig ist der Punkt Sicherheit. Mäuse und Ratten gelten als Krankheitsüberträger und denemtsprechend sollte man sich auch ausstatten. Handschuhe und Atemschutz sind ein Muss, besser wäre noch ein Einwegoverall.

 

Zu allererst, noch bevor man mit einer Reinigung oder einer Restaurierung anfangen sollte, sollte man seine Versicherung kontaktieren. Mit viel Glück ist nämlich ein entsprechender Nagetierschaden in der Kasko-Versicherung mit inbegriffen. Dementsprechend muss sich ein Gutachter ein Bild über den Schaden machen können, sonst bleibt ihr auf euren Kosten sitzen.

 

Den Buick hab ich zuerst ausgeräumt, grob abgesaugt und alle Verkleidungen und Sitzbänke entfernt. Nachdem ein Nest zum Vorschein gekommen ist und ich vermeintlich eine Maus auf der Flucht gesehen hab, wurde von mir eine Lebendfalle ins Auto gestellt. Am nächsten Tag hatte diese ausgelöst und der kleine Nager wurde von mir auf die Straße gesetzt.

Das Nest, welches sich unter der Rücksitzbank versteckte, wurde von mir mit Handschuhen untersucht (damit keine Babymäuse oder dergleichen drin waren) und dann entsorgt.

Der Teppich, der auch definitiv schon bessere Zeiten erlebt hatte, wurde aus dem Auto mitsamt den Dämmmatten darunter entfernt.

Eine Reinigung mit Desinfektionsmittel ist für das Fahrzeugblech danach unabdingbar. Desweiteren sieht man gleich noch in welchem Zustand die Bodenbleche sind :D

Sollte das Fahrzeug danach nicht mehr stinken, so haben wir den 0-Punkt erlangt. Alle Mäuse sind drausen, der Wagen ist bestmöglichst geruchsneutral und wir können anfangen, den geliebten Oldie wieder aufzubauen. Sollte das nicht der Fall sein, so hilft eine Behandlung mit einem Ozongerät. Sollte danach noch Gestank das Auto füllen, so wurde wohl ein Nest übersehen.

 

Ich hatte durchaus Glück. Für amerikanische Autos gibt es fast alles, was man jemals brauchen kann. Und was es nicht gibt, gibt es bei Forenmitgliedern, die das entsprechende Modell schlachten.

So hatte ich also in den Staaten einen neuen Teppich mit neuen Fussmatten bestellt und über Phil aus dem PA-Forum in Facebook eine gute, gebrauchte blaue Lederausstattung bekommen. Ein bisschen Glück muss man auch haben!

Die Ausstattung wurde noch durch meinen Aufbereiter aufbereitet und der Teppich musste noch zurecht geschnitten werden. Man sollte dabei nicht verzweifeln, wenn der Teppich anfangs noch falten wirft. Mit ein bisschen Zeit und Gewichten auf dem Teppich legt sich das relativ schnell.

Der Einbau geschah in umgekehrter Reihenfolge, und wenn man alles richtig gemacht hatte, sollte das Auto auch wieder anspringen :D

 

Um weitere Angriffe durch Mäuse zu verhindern würde ich empfehlen, die Halle oder Garage nach weiteren Schädlingen abzusuchen und entsprechend Nagetiersicher zu machen. Große Löcher und Schlitze an Wänden, Toren, Türen und Fenster verleichtern den Tieren das Reinkommen. Die Nager kommen leider selbst durch die kleinsten Ritzen, aber wenn man es ihnen erschwert, so kommen sie vielleicht nur beim Nachbarn rein und man selbst wird verschont. Auch Essensreste und sonstige Abfälle sollten schnellstmöglich verschwinden.

 

Was meinen Buick angeht, so ist dieser mittlerweile komplett von Gestank befreit. man riecht nur noch das aufbereitete Leder und den neuen Teppich. Eine doch eher ungewohnte Erfahrung, wenn man sich so lange an den modernden Duft im Auto gewöhnt hat. Glaubt es oder nicht, ich vermisse den Geruch tatsächlich schon :D

Lange Freude hatte ich allerdings nicht an dem Wagen, da er bereits im Juli 2019 zum Lackierer ging, um die ganz groben Schnitzer mal auszubessern. Fotos vom fertigen Innenraum werd ich dann genauso nachreichen.

 

Also, seid gespannt, wie es weitergeht!

 

 

Habt ihr entsprechende Erfahrungen mit Schädlingsbefall, Mäusen, Ratten und Mardern? Wie habt ihr das Problem gelöst und gibt es Hausmittel, die tatsächlich funktionieren? ;)

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04.11.2019 14:53    |    MindFuck    |    Kommentare (9)

Heuzutage sieht man sie rumfahren: Toyota Auris, die neue A-Klasse, Kia Cee'd (dank Jeremy Clarkson werd ich diesen Wagen nie wieder richtig aussprechen können), Renault Mégane, Dacia Logan und weitere Autos, die alle in der sogenannten Golf-Klasse spielen. Aber anders als den Namensgeber dieser Klasse und vielleicht den Mercedes wird man den Rest dieser Autos in ca. 20 Jahren vergessen haben.

 

Als kleines Beispiel möchte ich hier mit dem Volvo 340 einen Blick in die fast vergessene Vergangenheit werfen. Den von 1976 bis 1991 in respektabler Stückzahl verkauften Kleinwagen findet man mittlerweile meist nur noch auf Schrottplätzen, da sich nur ein kleiner Teil der Volvo-Fans auf den kleinen Holländer, der kein "echter" Schwede war, eingeschworen hat.

Durch die Variomatik, die Rückwärts genauso schnell wie Vorwärts fahren konnte, und den irrwitzigen Rückwärtsrennen, die mit den 340ern und DAFs dieser Zeit veranstaltet wurden wurde die Stückzahl nochmals um einiges reduziert.

Was hat nun dieser kleine Volvo, dass er außerhalb von Deutschland trotzdem eine recht große Fangemeinde hat?

Die Antwort ist Gewichtsverteilung.

Durch die ursprüngliche Konstruktion als DAF 77, die von Volvo übernommen wurde, war für die Hinterachse ein Transaxle-Konstrukt angedacht. Um diese Konkurrenz zum VW Golf nun zeitig und kostengünstig auf den Markt zu bringen, wurden nur die Front- und Heckpartie etwas abgeändert, um so etwas näher ans Familiengesicht zu kommen. Da die Variomatik aber als Sprit- und Spaßvernichtend galt, wurde bald das 4-Gang-Getriebe des Volvo 240 nachgereicht, was die Verkaufszahlen deutlich anstiegen ließ.

 

Wie komme ich nun auf dieses doch etwas skurrile Fahrzeug?

 

Um diese Geschichte in vollem Umfang erzählen zu könne muss ich nun etwas weiter ausholen.

Wir schreiben das Jahr 2009, ich war noch unschuldige, liebenswerte 14 Jahre alt und mein Vater fuhr noch seinen W210, den er damals frisch aus dem Werk gekauft hatte. Da dieser damals aber rostmäßig schon in den letzten Zügen lag und in der Familie durch einen Todesfall ein Auto günstig abzugeben war nutzte mein Vater diese Gelegenheit.

Als er mir von einem alten Volvo erzählte, den wir die Woche darauf holen sollten, rechnete ich ehrlich gesagt mit einem dieser riesen Kombis, Volvo 240, 740 und Konsorten.

Als wir dann vor Ort eintrafen und die Garage öffneten, war ich ehrlich gesagt etwas geschockt.

Darin stand ein kleiner, etwas hochbeiniger Volvo in der damaligen Trendfarbe weiß. Baujahr 1989, keinerlei Extras, nur ein altes Grundig-Kassettenradio war verbaut.

Puh, das sollte von nun an für die nächste Zeit unser Auto sein? Naja gut, immerhin ist er anders.

Nachdem der Wagen ungefähr 3 Monate unbewegt in der Garage stand ist er allerdings sofort angesprungen. Hier war auch mein erster Berührungspunkt mit Vergasermotoren und manuellen Chokes. Es war auch das erste Mal, dass ich diesen charakteristisch heiseren Anlasserklang hören durfte. Dieser sollte mich so schnell nicht mehr loslassen ;)

 

Ungefähr 3 Jahre hat uns der Wagen begleitet, ich habe ihn kennen und lieben gelernt, war es auch ich, der das Auto immer waschen durfte (musste). Als er dann 2012 weggegeben wurde, weil der Rost mittlerweile so dermaßen fortgeschritten war, dass eine Reparatur nicht mehr wirtschaftlich gewesen wäre, brach mir tatsächlich das Herz.

Ich hatte mir damals tatsächlich gewünscht, dass dieser kleine, weiße Volvo mein erstes Auto werden könnte. Aber dazu kam es leider nicht.

Spulen wir mal ein paar Jährchen vor, 2019, genauer gesagt Juni.

Ich hatte mir bereits einen anderen Helden meiner Kindheit gekauft, war sehr zufrieden und überrascht, was für Flashbacks man in so einem alten Bekannten bekommen konnte.

Als das Bedürfnis, wenigstens einmal im Leben so einen Volvo fahren zu dürfen immer größer wurde, wurde ich zum Schrecken aller Autoverkäufer: Ich wurde zum Probefahrtouristen!

 

In den Kleinanzeigen gab es allerdings nur Fahrzeuge ohne Handschaltung. Wenn, dann musste es ein handgerissener sein, sonst wäre das Gefühl verfälscht. Als dann ein handgeschakelder (Man muss diese Sprache an dieser Stelle einfach nur lieben :D) in der Gegend um Mannheim inseriert wurde, musste ich einfach hin. Also eines Freitags angerufen, Termin ausgemacht und hingefahren.

Vor Ort wurde ich dann von diversen Trabis und einem Wartburg begrüßt. Der Holländer wurde tatsächlich für eine Reparatur in Zahlung genommen, Sachen gibts. Rost gabs zwar hier und da, und auch minimaler Schweißbedarf, aber alles in allem hielt es sich im Rahmen. Der Innenraum war da schon etwas verwohnter. Der Fahrergurt war bis auf die Hälfte ausgefranst, es war vieles dreckig und ein unbekanntes Radio ohne Marke wurde mit einer Holzleiste, auf der Elke eingraviert war, in Position geklemmt. Aber die Emotionen, die beim Anblick des rechteckigen Cockpits geweckt wurden, waren einfach unbeschreiblich :) Und einen Namen hatte er/ sie nun auch schon.

Auf der Probefahrt musste ich feststellen, wie weich ein Auto mit Blattfedern hinten gefedert sein konnte. Das Fahrgefühl war fast mit meinem Buick vergleichbar. Dennoch hat man aufgrund des Hinterradantriebs das Gefühl, ein deutlich größeres Auto zu bewegen. Auch durch die Transaxle-Bauweise des Antriebsstrangs, das Getriebe war tatsächlich hinten, liegt der Wagen sehr gut auf der Straße.

 

Nun, was soll ich sagen? Das Thema Selbsthilfegruppe wurde schon öfter angesprochen und ich war durchaus überzeugt, dass der Wagen eine 3-Stunden-Strecke nach Hause auf eigener Achse schaffen könne. Also schnell noch bei der Bank vorbei fahren und den Verkäufer mit etwas Bargeld locken.

Die erfolgreich verlaufende Verhandlung hatte den Volvo in meinen Besitz gebracht, nur musste ich mir überlegen, wie ich beide Autos nach Hause bringen soll. Abschleppwagen wäre zu teuer, den ADAC kann man bei solchen Aktionen leider auch vergessen. Also mit dem Werkstatteigentümer kurz geredet, vereinbart, dass ich den Wagen die Woche drauf holen würde und dann erschöpft aber glücklich den Heimweg angetreten. Ich bin wohl echt ein sehr schlechter Probefahrtourist. :rolleyes:

 

Die Woche drauf hab ich mit dann von meinem Vater mitsamt Kennzeichen für den Volvo hinfahren lassen, um hoffentlich unbeschadet nach Hause zu kommen.

Die erste Strecke war auch gar kein Problem, das schwammige Fahrverhalten hat sich auch deutlich verbessert, nachdem die Reifen von 0,9 auf 2,4 Bar aufgepumpt wurden. Auch das schwer-gängige Lenkverhalten, der Wagen hat natürlich keine Servolenkung, war dann auf ein Minimum reduziert :D

Bei Tempo 120 musste ich allerdings feststellen, dass die Temperatur langsam aber sicher stieg, bis sie in den roten Bereich ging. Mist!

Also bin ich schnell runter von der Bahn an die nächste Tankstelle. Beim Abfahren durfte ich schon feststellen, wie Qualm aus dem Motorraum stieg. Die Motorhaube, die nach vorne aufgeht, hat dann einen geplatzten Schlauch entblößt. Eine ganz interessante Konstruktion versteckt sich hinter diesem Kühlsystem, der Thermostat ist nur in eine verdickte Stelle des Kühlwasserschlauchs eingesteckt und mit einer Schlauchschelle an Ort und Stelle gehalten. Als Werkzeug hatte ich nur mein mir sehr treues amerikanisches Multifunktionsmesser (ich möchte an dieser Stelle eigentlich keine Werbung machen :D) bei mir, welches mir dann geholfen hat, den Schlauch an der entsprechende Stelle zu kürzen. Nachdem der Thermostat im Kofferraum lag, der Schlauch wieder fixiert und das Kühlsystem mit frischem Wasser gefüllt war konnte die Fahrt endlich weitergehen. So ein kleines Tool ist manchmal einfach nur Gold wert!

Der Rest der Reise war weniger erwähnenswert, ich musste nur feststellen, wie verwöhnt ich von moderneren Autos war. Das Licht der alten H4-Birnen gleicht eher einem dunklen Teelicht hinter Milchglas als einem tatsächlichen Scheinwerfer.

Wie es dann mit dem Holländer weiterging wird wohl einer der nächsten Artikel verraten, aber hier zum Abschluss noch ein Link zu einem alten Werbevideo:

 

https://youtu.be/nf2ATS44osA

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28.10.2019 13:05    |    MindFuck    |    Kommentare (15)

Was Tarantino kann, kann ich schon lang! Also, Zeitsprünge und sowas meinte ich natürlich...

 

Kennt ihr das? Ihr seht ein Auto in einem Film oder einer Serie und denkt euch: "Der wärs doch!"

Dann müsst ihr jedoch feststellen, dass ihr ein derartiges Auto in Deutschland nicht ohne Import oder ähnliches bekommen könnt und vergesst die Sache wieder. Trotzdem lässt ihr den Suchfilter weiterlaufen, kostet ja nichts.

 

Bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Suchfilter nach ungefähr 7 Jahren auslöst...

 

Aber mal ganz von Anfang an. Ich kannte den Wagen schon vor der Serie und fand ihn nicht mal hässlich. Eher etwas ulkig, wie man mittlerweile den AMC Pacer oder den Gremlin sieht. Als aber damals eine der populärsten Serien, die es heuzutage gibt, rauskam, in dem der Protagonist, ein Chemielehrer dem die Zeit davonrennt, in dieser Gurke durch Albuquerque fährt und damit den ungeliebten SUV/Crossover/Wissendiedochselbstnichtwasdasist in der Popkultur beliebt macht, hab ich mich doch mal über das Auto eingelesen.

 

Der hässliche Cousin des Buick Rendezvous ist im Grunde ein verkürzter Pontiac Montana, bzw. hier in Deutschland eher als Chevrolet Trans Sport bekannt. Ihr kennt sicher noch den Opel Sintra, genau die selbe Basis. Motor ist der LA1 mit seinen 3,4 Litern und 188PS. Den Motor kannte ich durchaus sehr gut, da mein Vater einen Trans Sport fährt und bei diesem schon einen kompletten Motor und 2 mal die Kopfdichtung (jeweils an unterschiedlichen Motoren) gewechselt hat.

Das Getriebe ist das 4T65E in der Allradversion. Der Ruf dieses Getriebes ist zwar besser als der des Vorgängers, dem 4T60E, dennoch gilt es als Schwachstelle. Gut, mein Hirn hatte nun weitere, sinnlose Fakten inhaliert, die es wohl nie wieder brauchen wird, was aber nichts neues ist.

Sinnlose Sachen sind aber auch so schön zu merken!

 

Der Suchfilter wurde also ungefähr 2012 erstellt (Ich hab die Serie tatsächlich noch als DVD-Boxen daheim, damals hatte noch fast niemand Netflix) und bis ungefähr Mitte 2019 vergessen, dass es ihn überhaupt gibt.

Bis er im August 2019 auslöste.

Ich hab die Benachrichtigung gesehen und dachte mir, dass wieder irgendjemand einen Peugeot falsch inseriert hatte. Als ich jedoch in die Kleinanzeigen-App rein ging, und mich tatsächlich das Auto angrinste, welches zu einem der hässlichsten der Welt gewählt wurde, schlug mein Herz doch ein bisschen höher.

 

Wer nocht nicht selbst drauf gekommen ist und/oder die Bilder noch nicht gesehen hat, die Rede ist natürlich vom Pontiac Aztek in seiner schönsten Farbe. :D

Der Preis war noch etwas höher als mir Lieb war, aber darüber konnte man sicher reden. Also Nummer getippt und angerufen.

Die nette Verkäuferin war sehr geduldig, hat mir fleißig Infos und Bilder geschickt, über Reparaturen und sonstige Schäden Auskunft gegeben und kam mir auch gut mit dem Preis entgegen.

Als ich mir sicher war, dass ich diesen Wagen kaufen möchte, hab ich natürlich alles organisiert. Der Wagen war noch angemeldet, also hier schon mal kein Problem. Was allerdings ein Problem war, war die Entfernung von ca. 550 Km, die ich niemandem so Recht zumuten wollte. Also hab ich meine Lieblingsmitfahrplattform wieder aktiviert und tatsächlich ein sehr nettes, junges Pärchen gefunden, die mich auf dem Weg Richtung Norden mitnehmen würden. Die Fahrt verlief fast ohne größere Probleme, die Unterhaltungen waren gut und sehr interessant und ich hoffe tatsächlich, dass der Umzug von Passau Richtung niederländische Grenze gut funktioniert hat!

 

Oben angekommen musste ich allerdings feststellen, dass der Kühlkreislauf leer war. Qualm, den eine Werkstatt dem Krümmer zugeordnet hat, war leider einem abgebrochenen Rohr im Heizkreislauf zuzuordnen. An der Stelle, an dem das Kühlwasser den Motor verlässt und in den Heizschlauch übergeht, befindet sich eine Plastikkupplung, die wohl aufgrund des Alters gebrochen war. Wie lange jedoch die Verkäuferin in dem Auto ohne Kühlflüssigkeit gefahren ist, war leider unbekannt. So schrillten bei mir die Alarmglocken, weil ich nun nicht wusste, ob der Motor nicht einen bleibenden Schaden erlitten hat, und wie ich nun heimkommen sollte. Allerdings war mir auch klar, dass ich ein derartiges Auto so in Deutschland wohl kein zweites Mal bekommen konnte.

 

Also hab ich mit der anderen Partei nochmals über den Preis gefeilscht, aus dem Supermarkt gegenüber sehr viel Wasser gekauft, versucht, die Leitung irgendwie halbwegs dicht zu kriegen und mich langsam aber sicher auf dem Weg zum nächsten Baumarkt gemacht.

Ich wusste, dass derartig gebrochene Kupplungen gern mit Schlauchklemmen temporär repariert können. Dies war auch der Plan beim Aztek.

 

Beim Baumarkt angekommen hab ich mich gleich nach den wichtigsten Dingen dieser Operation umgesehen: Schraubenzieher, Schlauchklemmen in der ungefähren Größe, ein bisschen Kühlerfrostschutz für die Wasserpumpe, ein billiger Leatherman-Verschnitt, mit dem man die Reste der Kupplung entfernen konnte und natürlich ein Eis von der Kasse, für die Nerven. :)

 

Die Kupplung war schnell entfernt und aus dem 6er-Set Schlauchklemmen war auch schnell die Richtige gefunden. So war der Schlauch schnell und effektiv abgedichtet und ich konnte damit anfangen, das System zu befüllen.

Nach dem Befüllen und Entlüften des Systems (GM setzt noch auf gute alte Entlüftungsschrauben links und rechts) hab ich noch abgewartet, ob denn die Kühlerlüfter anspringen. Nachdem diese anliefen und ich definitiv beruhigter war, hab ich mich kurz auf der Baumarkttoilette frisch gemacht und langsam aber gemütlich die Heimreise angetreten. Es lagen ja schließlich noch knapp 550 Km vor mir, kurz vor 20:00 Uhr.

Dank FM-Transmitter und meiner mittlerweile auf fast 28 Stunden langen angewachsenen Classic Rock Playlist gingen die ersten 250 Km auch relativ zügig vorbei, bis mir mein Bauchgefühl verriet, dass ich Hunger hatte. Da ich getreu der Divise "Lieber mit einem König dinieren als bei einem Clown essen" lebe, hab ich natürlich Ausschau nach dem entsprechenden Franchise gehalten. Da ich aber mindestens zweimal die Ausfahrt aufgrund unübersichtlicher Straßenverhältnisse verpasst hab, musste ich doch zum Gasthof zur goldenen Möwe einkehren. Aber gut, sich zu beschweren wäre Jammern auf hohem Niveau ;)

 

Gestärkt und Munter bin ich dann die letzten 300 Kilometer angetreten, die auch recht zügig vorbei waren. So gegen 4 Uhr morgens bin ich dann letzten Endes zu Hause aufgeschlagen und beim Fallen ins Bett schon eingeschlafen.

Der Blick aus dem Fenster am nächsten Morgen erschien mir dann dennoch etwas surreal. Wenn man ein Auto, welches man seit so langer Zeit nur von der Mattscheibe kennt, plötzlich live in der Einfahrt stehen hat, hat man irgendwie das Gefühl, noch in seiner Traumwelt gefangen zu sein.

Nur, dass es wirklich kein Traum mehr ist :)

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23.10.2019 10:04    |    MindFuck    |    Kommentare (10)

Stellt euch vor, Mai 2017.

Es gibt da einen fahrbaren Untersatz, von dem ihr auf eurem alten Rechner entdeckt habt, dass ihr als Kind schon Bilder davon gespeichert habt, und habt einen Haufen Ersatzteile für eben dieses herumstehen.

Neues Zündmodul, neue Bremsleitungen, sogar eine neue Windschutzscheibe konntet ihr günstig auftreiben. Was wäre euer erster Gedanke? Richtig, meiner auch.

 

Los gehts!

 

Zu aller erst möchte ich klar stellen, dass mir nur wichtig war, dass das Auto technisch gut ist. Um die Optik wollte ich mich im Laufe der Zeit kümmern.

 

Nachdem mein Vater als gelernter Maschinenbauer relativ gut Schweißen kann, durfte er sich gleich an den Radkästen und dem Schweller austoben, bevor es weiter an den mechanischen Part ging.

Da der TÜV ja etwas gegen gesprungene Scheiben hatte, und ich von einem deutschen US-Car-Teilehändler günstig eine Neue erwerben konnte, ließ ich mir einfach eine Schicken.

Ungefähr eine Woche nach Aufgabe der Bestellung erreichte mich jedoch ein Anruf, dass die Scheibe, welche ich bestellt hatte beim Verladen zu Bruch ging. Gut, passiert, schicken ne Neue raus.

Ungefähr wieder eine Woche später, selbe Nachricht, selber Vorgang, bisschen Nervig aber alles gut.

Wieder streicht eine weitere Woche ohne Scheibe ins Lande, ich ruf den Händler an. Dieser wisse jedoch auch nicht, was mit meiner Scheibe passiert sei, er würde sich jedoch umgehend darum kümmern. Als mich dann später am Tag eine Mail erreicht traue ich meinen Augen nicht. In dieser Mail war ein Foto von einem länglichen, relativ hohem Karton. Am unteren Ende des Kartons stehen aber Staplerzinken hervor. Ein Schelm wer böses denkt.

In einem darauffolgendem Telefonat wurde mir erklärt, dass eine neue Scheibe nicht mehr auf Lager wäre, ich jedoch mit einem Nachlass eine Scheibe zweiter Wahl haben könne. Gesagt, getan, ein Drittel gespart.

Diese letzte Scheibe kam letztendlich doch an und wurde von einem Freund und mir verklebt.

Jetzt nur noch an der einen Ecke ganz leicht hindrü... Knack.

 

Puh, ich muss sagen, an diesem Zeitpunkt hätte ich den Wagen fast aufgegeben.. :D

 

Zum Glück war der Buick mittlerweile in der Sammlungsversicherung mit aufgenommen worden und nach einem netten Telefonat zeigte sich die Gesellschaft kulant. Man schickte mir einen Wagen des Unternehmens mit dem relativ eindringlichen Slogan vorbei. Als dieser beim dritten Termin endlich vor Ort auftauchte, wurde auch schnell und unkompliziert die Scheibe getauscht.

Immerhin schon mal ein großer Punkt weniger auf der Liste!

 

Als nächstes waren die Bremsleitungen dran, was sich jedoch auch als schwierig herausstellen sollte.

Bei kleinsten Berührungen sind die alten Bremsleitungen, sofern noch vorhanden, wie in einem schlechten Comic zu Staub zerfallen. Das bedeutet, dass die neue, ungebogene und ungebördelte Leitung komplett nach Gefühl zurechtgebogen werden musste. Sinnvoll ist es natürlich auch, wenn vorm Bördeln die Mutter auf die Leitung gesteckt wird, da es sonst zu Komplikationen beim Verbau kommen könnte. :eek:

Nach Entlüften der Bremsen und Verbau des neuen Zündmoduls mitsamt Kerzen und Kabel konnte das Fahrzeug endlich auf eigener Achse gefahrlos bewegt werden.

Die erste Fahr verlief ganz gut, nichts ausgeschlagen, Fahrwerk weich und schaukelig wie man es sich bei einer großen, amerikanischen Limousine vorstellt. Motor ist durchzugsstark, das Getriebe schaltet kaum merkbar, auch der Overdrive funktioniert. Einzig die Reifen waren aufgrund des Alters etwas hart, aber weder brüchig noch abgefahren. Der Blinker war etwas langsam, aber das sollte den TÜV nicht stören, also ab dafür!

Auch wenn er mir geringe Mängel aufgeschrieben hat, so hat der Buick trotzdem die Hauptuntersuchung im ersten Anlauf gemeistert. Und ich war immer noch weit unter meiner Budgetgrenze. So entschied ich mich dazu, den Park Avenue so wie er war ein bisschen zu fahren. Gut gereinigt sah er auch im Innenraum bei weitem nicht mehr so schlimm aus. Die abgeplatzten Lackstellen an den Stoßstangen wurden natürlich höchst-professionell mit passendem Lack aus der Dose ausgebessert. Immerhin hatte ich TÜV bis Juni 2019 und wollte erst mal sehen, ob sich das Auto bewährt.

 

So fuhr ich dann knapp 1,5 Jahre ohne Probleme. Alles lief ganz gut, fast zu gut, für einen Wagen, der knapp ein Drittel seines Lebens in einer Garage gestanden hat.

Vor dem zweiten Einwintern hab ich nochmals alle Flüssigkeiten gewechselt, sonstige Liqui Moly Motor- und Kühlerspüler ausprobiert und zumindest gefühlt gute Ergebnisse erzielt.

Das Auto wurde in einer verschlossenen Scheune abgestellt, alle Fenster geschlossen, abgedeckt und sich in der geschützten Umgebung vermeintlich sich selbst überlassen.

Als ich im März dann den Wagen wieder aufsuchte, so musste ich mit Entsetzen feststellen, dass der Innenraum mit einem beißend-süßlichen Gestank gefüllt war. Die Polster waren verschmutzt und haben sichtlich gelitten, genauso der Teppich. Aus diesem haben zum Teil Stückchen gefehlt, überall lagen kleine, schwarze Köttel und Schaumstoffreste herum.

 

Ich hatte wohl ziemlich fleißige Mäuse.

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21.10.2019 19:28    |    MindFuck    |    Kommentare (7)

Wir schreiben das Jahr 2016.

Ich war damals dabei so ein bisschen in der amerikanischen Automobilkultur herumzuschnuppern, auf der stetigen Suche nach neuen, günstigen Projektautos mit viel Potential.

Mit dem Corsica hatte ich Blut geleckt, mit dem Corsa weiter das Schrauben geübt. Ich dachte tatsächlich ich könnte ein Auto wieder zum Leben erwecken (Wie falsch man liegen kann :D )

 

In den Kleinanzeigen tat sich eines Tages tatsächlich ein sehr interessantes Inserat auf:

Ein recht seltener Buick Skylark von 1993. Außen Weinrot, innen plüschiges rot, durchgehende Sitzbank, rote Blinker und Amerikana soweit das Auge reicht. Quasi ein richtiges Granny-Auto.

Also schnell alle nötigen Sachen zusammengepackt und hingefahren.

Das auf den Bildern verheißungsvoll aussehende Auto hat sich leider schnell als echte Grotte herausgestellt. Motor lief nicht rund, Bremsleitungen komplett hinüber und, was dann leider der letzte Nagel im Sarg dieses Wagens war, Späne im Getriebe. Getriebetausch würde mein gestecktes Budget von 1500€ bis zum TÜV um mindestens das Doppelte sprengen. Sehr schade um einen schönen Wagen.

 

Zu diesem Zeitpunkt wurde mir allerdings klar, dass es unbedingt ein Auto mit Sitzbank vorne und Lenkradautomatik sein musste. In das offene Raumgefühl, der bequemen Bestuhlung und dem lässigen Schalten am Lenkrad kann man sich doch nur verlieben ;)

Also weiter Suchfilter erstellt und nach guten Angeboten Ausschau gehalten.

 

Eins, zwei Monate später dann der nächste Treffer: ein 1991er Buick Park Avenue in der Gegend um Passau. Nur als VB inseriert, schlechte Bilder, wenig Infos. Derartige Inserate kennt und verabscheut jeder.

Rufen wir mal an!

 

Laut dem Verkäufer ist der Buick knapp 7 Jahre in der Garage gestanden, bremst nicht mehr und muss aufgrund eines Unfalls, bei dem die Front und das Heck durch das geschlossene Garagentor beschädigt wurden, einfach nur noch weg.

 

Vor Ort dann die Ernüchterung:

Der Motor lief, das Getriebe schaltet. Recht viel mehr konnte man zu diesem Zeitpunkt nicht zum Wagen sagen. Die Windschutzscheibe war gesprungen, der Himmel hing durch, die Bremsleitungen waren vom ABS-Block an weggefault. Fast alles war irgendwie beschädigt, dreckig oder einfach nur unschön. (Einzig und allen den modernden Geruch innen vermiss ich mittlerweile fast schon!)

 

Nach einem langen, angenehmen Gespräch mit dem Verkäufer, welcher der Sohn des Erstbesitzers ist, wurden wir uns dennoch einig. Er war froh, den Wagen in gute Hände zu geben, auch wenn er dafür nur einen niedrigen 3-stelligen Betrag bekommen hat. Der Grund für die damalige Stilllegung war übrigens der relativ hohe Steuersatz für ein Euro-1-Auto mit 3,8 Litern Hubraum.

Beim Unterzeichnen des Vertrags durfte ich auch den Vater des Verkäufers kennen lernen. Ein rüstiger, älterer Herr in seinen 80ern, sofern ich das Alter richtig geschätzt habe. Guten Geschmack hat er jedenfalls!

In der Zwischenzeit hat mein Bekannter, der bis dahin immer bei meinen automobilen Eskapaden eine Schlüsselrolle gespielt hat, den Buick kompett ohne Bremsen und komplett allein auf den Hänger bugsiert. Wie er das geschafft hat weiß ich leider bis heute nicht :D

 

Auf dem Heimweg musste ich dann doch mal meinen Vater über die Geschehnisse aufklären. Mit dem Kommentar "Den kannst gleich auf dem Hänger lassen und weiter zur Schrottpresse bringen" hat er wohl meine Zurechnungsfähigkeit und geistige Gesundheit etwas in Frage gestellt. Rückblickend wenn ich alte Bilder des Fahrzeugs anseh kann ich ihn aber durchaus verstehen!

 

 

Die Bestandsaufnahme ergab, dass zwar einiges zum Schweißen war, aber bei weitem nicht so schlimm wie angenommen. Ein Schweller war vorne unterm Kotflügel durch, im Radkasten gab es ein paar kleinere Unannehmlichkeiten, aber nichts was bei einem derart seltenem Fahrzeug das Aus entscheiden würde. Der Buick hatte wohl so ziemlich jede Schachstelle, die man sich hier im Park Avenue Sammelfred (Hier ein großes Danke an all die Jungs und Mädels, die da drin aktiv sind!) aussuchen kann. Vom unterwanderten Rostschutz im Radkasten, bis hin zu undichten Rückleuchten und defekten Zündmodulen.

Dazu muss man aber lobend erwähnen, dass es eines der sehr wenigen US-Modelle in Deutschland ist. Kleines Kennzeichen, rote Blinker, amerikanische Gurte (wusste garnicht, dass da ein Unterschied ist), Cornering Lights, alles war original und eingetragen!

 

Rockauto war mir zu diesem Zeitpunkt zum Glück schon ein Begriff und durch diverse Facebookgruppen hatte ich auch schon ein paar Kontakte geknüpft, so gingen also die ersten, großen Ersatzteilbestellungen raus.

 

Da es aber schon recht kalt wurde und ich noch keine eigene Werkstatt hatte, musste ich den PA über den Winter unterstellen und ruhen lassen.

 

Doch damit erst mal genug für diesen Artikel ;)

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21.10.2019 13:30    |    MindFuck    |    Kommentare (7)

Mit Erschrecken musste ich feststellen, dass ich seit ungefähr 2 Jahren keinen Artikel mehr veröffentlicht hab.

 

Nun sind 2 Jahre eigentlich keine lange Zeit, dann wiederum aber irgendwie doch.

 

Liebe kommt, Liebe geht, man wechselt seine Unterkünfte, und vor allem wechselt man auch seine fahrbaren Untersätze. Manchmal reicht es einfach, ein Auto, welches man schon sehr lange bewundert auch nur für ein halbes Jahr zu haben, bevor es an würdige Nachfolger weitergeht.

 

Oft hat man auch starke Gewissensbisse, ein Auto an "unwürdige" Nachfolger gegeben zu haben, die keine emotionalen Bindungen zum Auto haben, und es als das Benutzen, was es ist: Ein Gebrauchsgegenstand. Schwierig wirds da vor allem, wenn es sich um ein Auto der Klasse Corsa B handelt. Es werden nur wenige (wohl eher gar keine) aufgehoben, entsprechend sind die meisten die Art von Letzthandautos, die als Winterauto oder als Pizzalieferauto verwendet werden. Falls doch mal ein größerer Defekt Auftritt wird meist sofort für einen niedrigen, 3-Stelligen Betrag ein äquivalentes Fahrzeug besorgt und das Alte bei einer Fahrzeugverwertung entsorgt.

 

 

Nun, was hat sich in Sachen automobiler Unvernunft bei mir getan?

 

Ich habe viele Sprünge in die Vergangenheit gewagt. Manche waren gut und halten bis heute an, andere waren eher von kurzer Dauer.

 

Den Audi aus dem vorherigen Blogeinträgen gibt es tatsächlich noch, und er sieht unverändert aus. Der W201, der nach dem Audi kommen sollte, hat ein eher schlechteres Schicksal erlitten. Nach seinen guten Zeiten bei mir und dem Besitzer danach, welcher angehender KFZ-Mechatroniker ist, ging er an einen jungen Wilden, der mit eher spartanischen Methoden das Auto am Laufen hielt. Mitte September diesen Jahres ging der Wagen dann für einen kleinen Obolus als schrottreifes Schlachtfahrzeug an den wohl letzten Besitzer über.

 

Tatsächlich gibt es den Corsica noch, 2 andere US-Cars haben sich auch noch bei mir eingefunden, und die wohl umstrittenste E-Klasse, die es bisher gab, darf ich mittlerweile auch mein Eigen nennen.

Um meine Gewissensbisse und Sehnsucht zu stillen sind noch 2 weitere kleine Fahrzeuge in meine Sammlung gewandert, die vielleicht nicht ganz so reinpassen. Aber Vielfalt ist doch auch was schönes!

 

Doch dazu später mehr ;)

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02.10.2019 11:13    |    MindFuck    |    Kommentare (0)

Aus den unveröffentlichten Chroniken des Andi W:

Stand 05.07.2017

 

Zitat:

So, Anfang 2017 war nun der Audi 80 B4 da. Ein schöner Wagen, bis auf die optische Makel und elektrische Mängel.

Das Optische war weniger schlimm, bisschen Lackstift hier, bisschen Polsterschaum da, nur zuverlässig war er nicht.

Der Kabelbaum zur Heckklappe war komplett gebrochen, was ein typisches Problem dieser Fahrzeuge ist. Ebay sei dank kommt man aber relativ günstig an komplette Ersatzkabelbäume, seien es gebrauchte oder neue. nachdem dieser schnell reingelötet wurde gingen auch wieder alle Lichter am Heck.

Es ist wohl ein weiteres bekanntes Problem der frühen 90er-Jahre-Audis, dass der Zündanlassschalter einen Knack bekommt und deswegen in einer Stellung stehen bleibt, was dafür sorgt, dass obwohl die Zündung vermeintlich aus ist, weiterhin elektrische Fensterheber, die Lüftung etc. weiterhin so funktionieren, als wäre die Zündung auf Stuffe eins. So auch bei meinem Rubinroten 80er.:rolleyes:

Eigentlich wäre es kein Problem, wenn bisschen was weiterläuft bis zum nächsten Start, aber es war Winter, weswegen der Mangel regelrecht die Batterie leergesaugt hat.

Also, ab zu Audi und den Zündanlassschalter bestellt (am Schrottplatz sind die meisten auch hinüber, also kauft euch lieber nen neuen, der kostet auch nicht soooo viel mehr ;) )

Der neue Schalter lässt sich sehr einfach einbauen. Es müssen weder das Zündschloss raus, noch das Lenkrad runter. Es muss lediglich der Tacho ausgebaut werden und eine kleine Madenschraube gelöst werden, um den Schalter freizulegen. Schnell den Schalter wechseln, alles wieder zusammenschrauben und dann: Probe aufs Exempel

Der Wagen startet normal, keine Probleme. Scho mal nicht schlecht :)

Doch nach ausschalten des Motors blieb der Innenraumlüfter weiter an. Mist. Weiter suchen.

 

Da ich zu jedem meiner Fahrzeuge die Reparaturhandbücher (und zu den ganz seltenen Kisten auch die Werkstatthandbücher) kaufe, war ich da schonmal im Vorteil. Die Stromlaufpläne zeigten einen gewissen Wiederstand X, der noch mit an den Kabeln hing. Mehr durch Zufall fand ich heraus, dass es sich hierbei um das Relais für den Fensterheber auf der Fahrerseite handelt. Seltsam, der funktioniert doch einwandfrei? Gut, trotzdem mal abstöpseln, schaden kanns nicht. Siehe da, aus dem Gruselkabinet wurde wieder ein ganz normal funktionierendes Auto :confused:

 

Nach weiteren Recherchen hat sich herausgestellt, dass das Relais mehr wie ein Steuergerät funktioniert und dafür sorgt, dass der Fensterheber automatisch komplett runterfährt, wenn man den Schalter drückt. Zudem ist eine art Zeitschaltrelais mit drin, welches die Fensterheber nach ausschalten der Zündung noch so lange weiter funktionieren, bis eine Tür geöffnet wird. Da soll noch mal einer sagen, dass alte Autos noch keine Elektronik drin haben :D

 

Ein längst überfälliger großer Service mit Zahnriemenwechsel wurde auch noch erledigt. Beim kleinen 4-Zylinder geht das sogar ohne Ausbau des Kühlers, nur die Kühlerlüfter wurden demontiert, um mehr Freiheiten für die Hände genießen zu können. Der alte Riemen hatte überall schon Risse, er war also schon längst überfällig. :rolleyes:

 

Nach Abstellen der Mängel und Ausbessern der optischen Makel hatte ich also ein eigentlich tolles Auto, welches mit bestimmt zuverlässig von A nach B bringen würde. Irgendwie wollte ich ihn aber nicht behalten. Er ist alt, aber nicht zu alt. Kultig, aber nicht kultig genug. Ich habe ihn, so lustig wie ich bin, in ein bekanntes Kleinanzeigen-Portal zu einem Preis inseriert, bei dem es mir wohl war, den Wagen herzugeben. Als sich ein Käufer meldete und den Wagen fast für den angebotenen Preis mitnehmen wollte, musste ich ihn einfach hergeben. Er bleibt weiterhin in Burglengenfeld und hat einen Besitzer gefunden, der sich gut um das Fahrzeug kümmert.

Nun hatte ich ein Auto weniger und war bereit für neue Abenteuer! :)

Der Blogeintrag sollte schon seit über 2 Jahren veröffentlicht sein, aber das Leben kommt leider immer erstens anders, und zweitens als man denkt. Ich versuche jedoch jetzt hier wieder aktiver zu werden, also habt Nachsehen mit mir :D

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