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Meehsters gesammelte Erfahrungen

Willkommen in Meehsters Welt! Hier ist Platz für Erfahrungen, Erinnerungen, Theorien, Gedanken und Gedankenexperimente aus dem Hause Meehster - und vor Allem für Verrücktheiten ;)

05.10.2008 02:53    |    meehster    |    Kommentare (26)    |   Stichworte: Alltag, Kultur, Neoliberalismus, POLITIK, Staat, Wirtschaft, Wissenschaft

Teil 2: Öffentlicher (Nah-)Verkehr

 

Als Einstieg in die Beispielsammlung möchte ich an dieser Stelle öffentliche Verkehrsmittel anführen. Da die Deutsche Bahn AG in nicht allzuferner Zukunft an die Börse geführt werden soll, erscheint mir das sehr passend, zwei Beispiele dafür zu bringen.

 

Das meiner Meinung nach erschreckendste Beispiel hat sich vor einigen Jahren in Großbrittannien zugetragen. Dort wurde allerdings im Gegensatz zu unserer geplanten Bahnprivatisierung praktisch jede Zugverbindung einzeln verkauft und auch das Schienennetz ging an private Investoren, die sich die Nutzung ihrer Gleise bezahlen ließen.

 

Perverse Auswüchse der „einzeln privatisierten“ Zugverbindungen war, daß eine längere Zugfahrt zu einem organisatorischen Kraftakt wurde – auch weil offenbar niemand mit niemandem zusammenarbeiten wollte. Auf Deutschland übertragen etwa so, als müsste man für jeden Bahnhof, den man passiert, wo anders hingehen und eine eigene Karte kaufen. Leicht überspitzt und auf meine Wohngegend in Deutschland übertragen dargestellt etwa so, als müsste man für eine Fahrt von Bremen nach Oldenburg (ich wohne genau dazwischen) zu 7 (!) verschiedenen Firmen gehen. Schnellverbindungen wie unsere IR, IC oder gar ICE sucht man in Großbritannien noch heute vergebens.

 

Die vollständige Privatisierung des Streckennetzes durch Leute, die daran Geld verdienen wollten, hatte zur Folge, daß zwar von den nutzenden Zugfirmen kassiert wurde, aber es gescheut wurde, ins Schienennetz zu investieren. Dies hatte nicht nur schlechter werdenden Fahrkomfort zur Folge. Die Wartung der Gleise wurde so weit vernachlässigt, daß es in den späten 1990er Jahren zu relativ vielen Zugunfällen mit vielen Verletzten und Toten gab.

 

2001 wurde das Schienennetz in Großbritannien staatlicherseits wieder zurückgekauft und die Unfallzahlen gingen seitdem merkbar zurück. Die schlechten Züge und die schlechten Verbindungen blieben allerdings weitgehend bestehen.

 

Eine weitere Perversion der Privatisierung des öffentlichen Nahverkehrs haben die Leute in den USA vor einigen Jahrzehnten erleben dürfen. Die Konkurrenz in Form der Autokonzerne kaufte die eigentlich profitablen öffentlichen Nahverkehrsbetriebe auf, um diese dann stillzulegen und die Autos als einzig wirklich nutzbares Verkehrsmittel zu etablieren.

 

Ergebnis ist, daß es nicht wirklich einfach ist, mit öffentlichen Verkehrsmitteln einen Verwandtenbesuch zu bewerkstelligen und noch auffälliger ist der extreme Verkehrsinfarkt in US-amerikanischen Großstädten. Man schaue sich beispielsweise Los Angeles an, worüber das Gerücht kursiert, Henry Ford selbst habe die dortigen Verkehrsbetriebe aufgekauft, um sie stillzulegen.

 

Ich habe den Beispielteil absichtlich sehr gekürzt, um Euch Lesern nicht zu viel vorzusetzen.

 

 

 

Quellem:

http://www.netzeitung.de/wirtschaft/unternehmen/977997.html

http://www.welt.de/.../...vatisierung_von_British_Rail_wirkt_nach.html

www.arte.tv

http://www.heuer-dialog.de/page.php?...

http://www.dailymail.co.uk/.../...urned-killer-claim-compensation.html

http://picasaweb.google.com/.../LA2008HollywoodDaytrip?...

 

 

Inhaltsverzeichnis:

Teil 1

Teil 2

Teil 3


05.10.2008 03:45    |    Fensterheber8350

Wenn das Geld, das heute in das Schienennetz und in die Bahn gepumpt wird in den Straßenbau fließen würde, gab es selbst bei Stillegung sämtlicher Strecken keinen Verkehrsinfarkt. Und jeder würde bequem und individuell reisen können und auch pünklich ankommen. Für Menschen ohne eigenes Auto / Führerschein wären dann Überlandbusse, die ebenfalls viel Komfort und schnelles Vorwärtskommen sicherstellen eine gute Alternative.

 

Die Bahn ist, zumindest für Personentransporte, zu teuer, langsam, unkomfortabel und unzuverlässig, als daß sie es wert wäre gefördert und benutzt zu werden. Schließlich ist die Bahn auch eine Technologie aus dem vorletzten Jahrhundert und dementsprechend fährt es sich auch mit ihr.


05.10.2008 03:53    |    Fensterheber10225

muss ich (wir) nun genau soviele gegenbeispiele suchen/finden in denen das verstaatlichen kaum erfolgreicher/sinnvoller war?

beides geht auf kosten des volkes, aus meiner sicht.

1x offensichtlich aufgrund von marktwirtschaftlichen kriterien (preis/rentabilitaet/usw...) das andere aus gruenden die sich rechnen KOENNEN, aber in seltenen faellen taten.

die versteckten kosten belasten trotzdem das volk/den staat.

 

nimm doch mal das aktuelle praxisbeispiel der finanzkrise.

jeder kleinbetrieb ist einfach pleite und wird kaum auf grosse staatliche hilfe hoffen koennen, da "peanuts".

je groesser die scheisse aber ist, desto groesser ist auch die einflussnahme des staates (gelogen, denn das wären ja WIR).

 

die alternative wäre (zu oben) ja eine verstaatlichung diverser konzerne/firmen/banken.

aber du glaubst doch nicht wirklich , das unter dem "strich" die sachen besser werden?

 

in teilbereichen kann das zutreffen, aber genauso auch andersrum. ( um den DBAG und regionalbahn part aufzunehmen)

 

um bei der bahn zu bleiben...(aehnlich auch zur damaligen post)

JEDER von uns hat das vorhandene netz eh schon bezahlt (teile des dsl mal ausgenommen)

die benutzung des schienennetzes/daten-telefonnetzes wäre eigentlich kostenlos.

ist es aber durch wartung/erweiterung/verbesserung eben auch nicht.

 

eins der schoensten teile empfinde ich die TEL anbindung mit dem modernsten telefonnetz der welt in die (eher groesseren) staedte der neuen bundeslaender mit glasfaser...

das kleine problem war, dass genau diese endabnehmer kein dsl bekamen ;)

das war aber kein privatisierungs, sondern ein denk und planungsfehler der fuer mich erkennbar war.

nur dadurch das ich die geschaeftsform aendere und wenige koepfe aendere wird von staat zu privat oder auch vice versa kaum was anderes geschehen.

 

Harry

PS

ich waehle trotzdem ned deine partei :)


05.10.2008 03:58    |    meehster

Ist mir klar. Aber warum Du schon auf "Privatisierungswahn? 3" vorgreifst, verstehe ich irgendwie nicht ganz. Immerhin ist er noch nicht einmal bei MT eingegeben...


05.10.2008 04:01    |    Batterietester31465

ich bin überwältigt - von "meehsters" Bildung - respekt. - .. als Frau im westen !

-natürlich ist die zunehmende Privatisierung in Deutschland falsch .

- & das unabhängig von der aktuellen Finanzkriese.

 

klar- wie jeder andere -  kann auch Harry hier 30 Zeilen lang "sülzen",

ich finde -wer das gelesen hat - wie ich eben: ;) - man könnte sich

sowas auch schenken. & unter Ulk verbuchen.


05.10.2008 09:19    |    Dr Seltsam

Ich weiß sowieso nicht wies mit dem ÖPNV noch schlimmer werden soll als eben über die Schiene "mehr Unfälle und die damit zusammenhängenden Folgen".

Wer es sich irgendwie leisten kann fährt ja ( bis auf ein paar seltene Ausnahmen ) außerhalb der Großstädte mit dem Auto was wohl alles über den ÖPNV aussagt.

 

Chaos haben wir doch schon jetzt, wenn ich das immer höre, permanent fällt irgend ne Bahn aus, ließt man morgens wieder in der Zeitung "Schaden hier und da" und schon wieder eine Verspätung.


05.10.2008 09:21    |    Roland0815

Ein Basis-Infrastrukturunternehmen zu privatisieren ist nie eine gute Idee. Infrastruktur ist fast nie profitabel zu betreiben, und Bedarf immer einer Subvention. Erst recht, wenn es aus den Ballungszentren in die Fläche geht. Wir werden es alle erleben, das von dem (noch) halbwegs Flächedeckenden Bahnnetz in ein paar Jahren Privatwirtschaft nicht mehr viel übrig ist.

Es ist ja jetzt schon unverständlich, dass Großlager und Rohstoff/Produktintensive Industrie abseits eines Bahnanschlusses leben muss. Für den Diesel, den ein LKW für 20to Ladung pro Tag verbraucht, kann die Bahn fast 500to über die gleiche Strecke transportieren... und der nötige Rangierdienst ist da auch schon drin...


05.10.2008 11:16    |    Arnimon

Hier gehts ja auch nicht um Wirtschaftlichkeit.(wäre ja noch schöner)

Hier gehts nur um Rendite!


05.10.2008 14:28    |    Spiralschlauch11740

Hallo,

 

die Privatisierung von Nahverkehr ist so gut wie die Verstaatlichung Automobilkonzerne.

 

In Großbritannien ist es eben so ziemlich weit vorangeschirtten was der Bahn angeht. Jedoch muss man sich hier einmal in die Geschichte zurück gehen (bin Engländer, sowas lernt man in der Schule und hat es auch in Büchern :D):

 

GB war von vielen PRIVATEN Bahnfirmen aufgeteilt. LNER, GWR, GER, LMS, usw. (sind die Abkürzungen der Verwaltungen). Die Strecken wurden auch unter einem anderen Dach geführt. Man zahlte Nutzungsentgelte und durfte diese nutzen.

 

Nach dem 2. Weltkrieg wurden aus den vielen Gesellschaften dann British Rail (eben im Zuge der Nationalisierung, ähnlich wie im Automobilsektor, wo sich dann die größten Autokonzerne jener Zeit bildeten (Roots, Morris, usw.) und teilweise verstaatlicht wurden).

 

Da jede Staatseinrichtung Kosten verursacht, besonders wenn keiner wirklich diese Bahnen nutzen will, wurde eine Privatisierung eingeleitet. Einfache Gründe: der Staat ist in der Planung unflexibel und die EU verlangt Wettbewerb auf den Schienen - ein Staatsunternehmen ist ein Monopol (siehe Post, Telekom, Deutsche Bundesbahn).

 

Die British Rail wurde gesplittet und in viele verschiedene Bahnverwaltungen aufgeteilt. Eins für die Streckenwartung, viele für den Personentransport, einige für den Gütertransport (der seit der Privatisierung stetig steigt!).

 

Man hat nun gute günstige Bahnpreise (bitte in Relation zu den Gehältern in GB sehen!!!), gute Verbindungen jetzt endlich (man gelangt fast mit wenigen Ausnahmen ohne umzusteigen aus jeder Ecke nach London) und noch wichtiger: die Personenzahlen steigen auch immer weiter an.

 

Warum soll eine Privatisierung dann zum Wahn werden? In Deutschland ist die Privatisierung komplett nach hinten los gegangen. Nahverkehr wird langsam von anderen Bahnfirmen übernommen. Flex, Connex, Metronom, West-Bahn, usw. kommen langsam, aber ein Monopol im Fernverkehr besteht immer noch bei der Bahn.

 

In den Staaten wurde der Autofahrer nach dem 2. Weltkrieg gefördert. Autobahnen mit zig Spuren wurden errichtet. Siedlungen weit außerhalb den großen Städten, in den "Suburbs" wo das gutbürgerliche Leben startete. Man hat die Städte mit riesigen breiten Straßen versorgt. Alle kommen mit dem Auto, dazu das Grundrecht auf verbilligte Mobilitätskosten (Benzin) usw.

Vielleicht sind hier welche, die mit dem "Super Chief" der Santa Fe, dem "Mercury" der New York Central, usw. was anfangen können? Das sind berühmte Personenzüge aus den Staaten. Diese fuhren in den 40er und 50er Jahren bis das Auto aufkam. Die Züge fahren heute (noch) nur deutlich kleiner. New York - San Fransisco? Kein Problem. Sind mal just ca. 2000 km die man ohne umzusteigen binnen 15 Stunden @ 160 km/h erreichen kann. Wenn man mit dem Auto und 90 km/h fährt, kann man ja gucken wie lange man braucht ;)

 

Generell habe ich nichts gegen eine Privatisierung der Nahverkehrsbetriebe, aber bitte ohne Staatliche Einflüße. Das macht aus einer Marktwirtschaft dann etwas Bestimmtes ohne ein Einfluss des Marktes.

 

Welchen ökologischen Sinn macht es, ein Zug bestehend aus einem Triebwagen + einem Beiwagen auf einer Strecke los zu schicken, mit ein Verbrauch von 10l je Kilometer (doof gerechnet), wo vielleicht insgesamt am Tag 20 Personen einsteigen? Das wäre für mich eine Strecke, die ich sofort abstoßen würde. Das ist ideal für eine Busverbindung. Und dann hätten wir eine gelunge Privatisierung.

 

Aber wahrscheinlich bin ich weit am Ziel vorbei und somit Thema verfehlt :D


05.10.2008 14:34    |    Fensterheber10225

@ der_deppen_daemel

ich find die meinung gar ned so verkehrt


05.10.2008 15:47    |    Duftbaumdeuter6566

@Harry999

Was will ich mit lächerlichem DSL, wenn ich mit einer Glasfaserleitung am Telefonnetz angebunden bin? Da kann ich in ganz andere Geschwindigkeitsbereich vordringen, von denen DSL Benutzer derzeit noch träumen.

 

Der Fehler war nur, das man für diese Anschlüsse keine gescheiten Angebote gemacht hat. Und eine Standleitung kostet nun mal richtig Geld!

 

DSL ist im Grunde auch eine veraltete analoge Technik, was man spätestens merkt wenn man ohne Splitter telefoniert!


05.10.2008 16:20    |    Fensterheber10225

die alternative war JAHRELANG keine flatrate bei neuester technologie....

DA lag das problem. die leute wurden eben nicht angebunden, sondern lieber danach nochmal neu kupfer verbuddelt.


06.10.2008 20:07    |    meehster

Schon wieder wird auf Teil 3 vorgegriffen... Nee, nee, nee...

 

@ der_deppen_daemel: Insgesamt finde ich Deinen Beitrag sehr gelungen und wünsche mir mehr davon. Solche Beiträge sind der Hauptgrund, warum ich so heftig gekürzt habe :)

 

P.S.: Es hat schon seinen Grund, warum in der Überschrift ein Fragezeichen steht ;)


07.10.2008 13:28    |    Spurverbreiterung2626

Habt ihr irgenwelche seriösen Quellen dafür, dass Glasfasertechnik, die in den neuen Bundesländern verlegt wurde nicht DSL tauglich ist und Kupferleitungen nachträglich verbuddelt wurden? Danke im Voraus.


07.10.2008 14:05    |    Fensterheber10225

leider nur aus erinnerungen zu damaligen meldungen.

muesste so ca 2001-2002 gewesen sein.

evtl findest du unter www.onlinekosten.de noch etwas aus der zeit

wenn ich mich recht erinnere wurden falsche bzw ungeeignete glasfaser hausuebergabegeräte verbaut bzw andere waren der telekom zu teuer.

eine geeignete flatrate fuer die moegliche bandbreite gab es ja damals auch nicht und somit wäre es fuer den endverbraucher auch unsinn gewesen.

jedenfalls konnten SEHR viele buerger aus den neuen bundeslaendern eben deshalb nicht kostenguenstig online sein.


07.10.2008 14:17    |    Spurverbreiterung2626

Also nicht :D. Einfach mal nach DSLAM suchen, dann wird man um einiges schlauer. Dass sich die Umrüstung in so einem grauen Straßenkasten natürlich nicht schnell rentiert, wenn nur ein angeschlossener Teilnehmer Interesse an DSL zeigt, ist wohl verständlich. Die Stammtischparolen, dass Glasfaser nicht DSL tauglich wäre, oder Flächendeckend der Boden erneut aufgerissen wurde um überall parallel neues Kupfer zu verlegen sind mMn trotzdem falsch....

 

Wo jetzt genau der Planungsfehler sein soll, dass man zukunftsträchtige Technologie verlegt hat, erschließt sich mir somit nicht so ganz. Hätte man Kupfer verlegt, hätten alle sofort DSL nutzen können und alle hätten gejubelt. Nur irgendwann ist da halt auch Schluss mit der Leitungskapazität und alle würden in 5-10 Jahren rummeckern, wie man denn so fehlplanen kann, dass alles wieder raus muss, weil ja VDSL und 100MBit Standleitungen für Privatverbraucher über Kupfer nicht möglich wären...


07.10.2008 14:27    |    Fensterheber10225

07.10.2008 14:41    |    Spurverbreiterung2626

Ja ich kenn die Bericht von 2002-2004. Mir erschließt sich nun immer noch nicht, wo der Planungsfehler liegen soll, dass anstatt Kupfer, passive Glasfaserleitungen verlegt worden sind. Das die neueste Technologie nunmal nicht von Tag 0 an, all das bietet, wie eine etablierte, ist wohl verständlich (siehe z.B. Angebot an BlueRay Filmen zu DVD). Nur die Möglichkeiten der neuen Technologie mit dem Blick in die Zukunft sprechen wohl für sich. Heute regen sich doch die Leute schon auf, wenn ihre Leitung nur eine Kapazität von 2-4 MBit erreicht (was 2002-2004) zu den maximalangebotenen Bandbreiten zählte.


07.10.2008 14:52    |    taue2512

Neben der Privatisierung habe ich tagtaeglich viel eher mit anderen Hirngespinsten zu tun, die - leider nicht nur in den Koepfen der deutschen Wirtschaftsbosse allein - leider vorhanden sind. Privatisierung trifft i.d.R. den Privatmann - ganz Klar. Kleine und mittelstaendische Unternehmen koennen als Dienstleister sogar von einer Privatisierung profitieren, denn die dadurch "geoeffnete" Marktposition ermoeglicht neue Ansaetze im Business-Bereich.

 

Deswegen moechte ich aus Unternehmersicht nicht gegen Privatisierung schimpfen, sondern eher als Privatmann. Klar vernichtet die Privatisierung auch Arbeitsplaetze, denn "Schnarchnasen" und alles ueberfluessige was Geld vernichtet, wird meistens als erstes abgeschafft sobald man erkennt das wirtschaftlich gehaushaltet werden muss.

 

Was mir allerdings die Zornesroete ins Gesicht treibt ist das immer mehr umsichgreifende "Outsourcing". Da wird in grossen Unternehmen vor dem Vorwand der Kostenreduktion lieber der EK-Preis fuer Material und Menschen auf Teufel komm raus vom Einkauf gedreuckt und es werden "Arbeitspakete" (Bundles) geschnuert, die aufgrund Ihrer groesse nur von wenigen grossen Monopolisten handlebar sind. Kleine Unternehmen werden gezwungen Allianzen einzugehen und die grossen, schwerfaelligen Unternehmen kassieren an den Rechnungen der kleinen mit.

 

Das "Material" - also auch die Arbeitskraefte - wird dann viel lieber im Ausland (auf jeden Fall ausserhalb der EU) fuer etwas weniger Geld eingekauft und die Kosten im nachinein fuer das lokale Mangement "schoengerechnet". Ist ja auch egal, der Fachinformatiker aus Indien kostet denn halt nur noch 120 EUR pro Tag, aber niemand erkennt das alle Leute die mit ihm arbeiten erstmal gut 50% weniger effektiv sind, da es Verstaendnisprobleme und anderes gibt. Transportkosten fuer benoetigtes Material werden ja erst mit einiger Verzoegerung in der naechsten Bilanz hinzugerechnet, macht ja nix. Niemanden scheint es auch nur am Rande zu interessieren, das dabei kleine und mittelstaendische Unternehmen und im besonderen die Arbeitnehmer auf der Strecke bleiben.

 

Wie lange dauert es noch, bis die Wirtschaftsbosse aufwachen und diese Fehler erkennen?


08.10.2008 18:38    |    meehster

Ich glaube, das hier wäre mit einem rein privaten Nahverkehr mit Gewinnabsicht nicht möglich.


10.10.2008 03:39    |    Trackback

Kommentiert auf: Meehsters gesammelte Erfahrungen:

 

Privatisierungswahn? 3

 

[...] http://www.tariftip.de/rubrik2/17045/0/2/10+Jahre+Deutsche+Telekom.htm

http://www.brekom.de/historie.html

http://t-off.khd-research.net/Hist/TK_Chronik1.html

http://t-off.khd-research.net/Hist/TK_Chronik2.html

http://www.dgpt.org/DE/home.php [...]

 

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17.10.2008 17:37    |    ricoxxx

Das die US-Autoindustrie in den 80ern die öffentlichen Verkehrsmittel lahmlegten, habe ich schon sehr oft gehört. Da ist auf jeden Fall was dran.

Es gab selbst in Chicago mal eine Straßenbahn (Tram), diese wurde von der Autolobby bekämpft und deshalb gibt es diese heute nicht mehr. Es gibt zwar eine Hochbahn heutzutage aber jene verbindet nur die Innenstadt und ist somit für die Vorstadt nicht zugänglich. Die Vorstadt.... das sind knapp 7 Millionen Menschen.


17.10.2008 17:54    |    Spiralschlauch11740

Es gab ja auch in New York eine Straßenbahn. Aber die wurde nach dem Krieg abgebaut damit Platz war für breitere Straßen...

 

Ich denke aber echt nicht, dass die Autohersteller den Nahverkehr bekämpfte. Eher, dass der Nahverkehr vom Staate (wie alle Verkehrsbetriebe weltweit) immer mehr und mehr an die Finanzierungsgrenze kam. Sprich: die Subventionen wurden gekürzt, gekürzt und nochmals gekürzt und schon wurden Linien eingestellt.

 

Läßt sich auch wunderbar in Zusammenhang mit den Greyhound Bussen der USA in Verbindung bringen...


17.10.2008 18:11    |    KKW 20

Ein Beispiel für mangelhafte Verkehrsplanung aus good old Germany. in Frankfurt wurden ab den 60ern Jahren mit dem verstärkten Ausbau des U-Bahn Netzes und der Umkliederungen des Straßennetzes. kontinuierlich Straßenbahnen stillgelegt bis auf wenige verbliebene Linien. Alte Leute vermissen diese natürlich bis heute weil man da einfacher aus -und einsteigen konnte. Heute werden kurioserweiße wieder Straßenbahnlinien eingerichtet (z.B. die Linie 17 vom Rebstock zum Hauptbahnhof).


15.07.2010 13:59    |    Trackback

Kommentiert auf: videoblog:

 

So, wir machen dann Schluss für heute! Die Klimaanlagen der DB schalten sich ab 32°C automatisch ab

 

[...] Hmm, irgendwie hab ichs ja schon vorausgesagt...

[...]

 

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