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Meehsters gesammelte Erfahrungen

Willkommen in Meehsters Welt! Hier ist Platz für Erfahrungen, Erinnerungen, Theorien, Gedanken und Gedankenexperimente aus dem Hause Meehster - und vor Allem für Verrücktheiten ;)

27.09.2008 02:34    |    meehster    |    Kommentare (48)    |   Stichworte: Kultur, Neoliberalismus, Politik, Praxis, Staat, Theorie, Wirtschaft

Teil 1: Einleitung

 

Ich möchte in meinem Blog mal etwas mehr gesellschaftliches hineinbringen.

 

Ich habe letzte Woche Donnerstag im Fernsehen - genauer: auf arte - zwei sehr interessante Berichte zum Thema Privatisierung gesehen. Mal abgesehen davon, daß sowas nur zu unmöglichsten Zeiten (hier: nach 23:00 in der Woche) und nicht gerade auf Mainstream-Sendern (arte) läuft, finde ich, daß die Leute viel mehr von dem "Dahinter" mitbekommen sollten. Um das auch würdig präsentieren zu können und damit die Serie nicht zu einseitig wird, habe ich in den letzten Tagen schon das Internet durchkramt und werde das auch in den nächsten Tagen gründlich tun.

 

Nicht daß ich Privatisierungen grundsätzlich verachte oder propagiere, ich habe in den letzten Tagen etwas recherchiert und möchte eine kleine Serie mit Beispielen präsentieren, wie es gut läuft und wie nicht. Im letzten Teil wird es ein Fazit von mir persönlich geben. Gerade jetzt, wo mein MT-Blog "Blog der Woche" ist, denke ich, daß dies der richtige Zeitpunkt ist, um damit zu beginnen. Ansonsten gebe ich ja nicht sehr viel auf diesen Titel, aber wenn er schon mal da ist, sollte ich ihn nutzen.

 

Die Grundfrage: Was ist Privatisierung?

Hierzu ein Lexikoneintrag aus dem Weblexikon der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)

 

Privatisierung

 

P. bezeichnet die Veräußerung und Umwandlung öffentlichen Vermögens in Privateigentum. P. basiert auf der (wirtschaftsliberalen) Überzeugung, dass der Anteil des öffentlichen Sektors zugunsten der privaten Wirtschaft zurückgedrängt werden müsse. P. ist daher meistens mit

 

weiteren Formen der Entstaatlichung, Deregulierung etc. und dem Abbau öffentlicher Verantwortung verbunden.

 

Eine wirtschaftspolitische Ausnahmesituation war die P. der staats- und volkseigenen Unternehmen der ehemaligen DDR durch die Treuhandanstalt im Rahmen der dt. Wiedervereinigung. (1)

 

Hierzu wird es also in den kommenden Tagen/Wochen mehr zu Lesen und zum Drübernachdenken geben und ich versuche, meine eigene Einstellung zu dem Thema etwas außen vor zu lassen. Das wird sicher nicht ganz gelingen, doch ich versuche, so objektiv wie möglich zu sein.

Eure Kommentare sind selbstverständlich wie immer herzlich willkommen.

 

Quelle:

(1) http://www.bpb.de/popup/popup_lemmata.html?guid=ZKDVXQ

Bildquelle:

wikipedia

 

 

 

Inhaltsverzeichnis:

Teil 1

Teil 2

Teil 3


27.09.2008 05:40    |    ricoxxx

Aus reinem Interesse, warum hast du die 2 Parteien gezeigt? Ist das deine Wahl oder vertreten die deine Meinung?

Ich sehe die Privatisierung der Bahn auch als sehr heikel, jedoch ist die Monopolstellung und Preispolitik die z.Z. abläuft absoluter Wahnsinn.

 

Autofahren darf sich in meiner Sicht nicht gegen die Bahn durchsetzen... Bei Komfort und Unabhängigkeit ist das Auto eh schon weit voraus, es darf nicht auch noch im Preis führen oder sogar nah dran sein. Im Moment ist es aber für mich jedoch überall vorne. Soll heißen, mich bringen keine 10 Pferde in einen Zug, wenn ich nicht irgendwie auch Fahren kann und die mögliche Einsparung nicht extrem ist. Auch wenn ich Autos sehr schätze, ich finde es ist in diesen Zeiten trotzdem notwendig, billige Alternativen, wie die Bahn zu haben.;)


27.09.2008 08:57    |    onkel_eduard

Das ist gewiss ein interessantes Thema. Aber wie soll ich denn jetzt ein Zitat aus einem Lexikon kommentieren? Ich bin mal gespannt was da noch auf uns zu kommt. Allerdings verstehe ich nicht was die SED, PDS, Linke oder wie auch immer diese komische Partei momentan gerade mal wieder heißt, mit dem Thema Privatisierung zu tun hat.


27.09.2008 10:58    |    meehster

Die beiden Parteilogos habe ich deswegenb ausgewählt, weil sie die beiden Extrema zur grundsätzlichen Privatisierung im deutschen Bundestag dastellen. Ansonsten hat das keinen besonderen Hintergrund.

Und stimmt, eigenlich hätte ich die Linke nicht mit reinnehmen sollen. Wir haben aber keine bekannte(re) kommunistische Partei.


27.09.2008 11:24    |    Spurverbreiterung13728

Wo steht geschrieben, daß "Die Linke" eine kommunistische Partei ist? Es gibt dort eine kommunistische Plattform.Aber irgendwie scheint es heutzutage "in" zu sein, alles was nicht Mainstream als kommunnistisch oder linksradikal zu bezeichnen.Wenn es nachdem Willen der FDP gehen würde, müßte der ganze Staat privatisiert werden, wo das hinführt sehen wir gerade in den USA und GB.Und auch in Deutschland ist man teilweise bereit diesen Weg zu gehen, manche Politiker würden auch für 5,-€ ihre eigene Mutter verkaufen, hauptsache Kohle machen und das deutsche Volk bleibt auf der Strecke und wird weiter geknechtet Wenn eine Privatisierung Erfolg hat, stecken sich die Großaktionäre die Kohle in die Tasche und dann schwarz in's Ausland, geht eine Privatisierung schief darf das der deutsche Steuerzahler löhnen.Armes Deutschland!!


27.09.2008 11:44    |    meehster

Ich habe - dachte ich - gesagt, daß wir keine kommunistische Partei im Bundestag haben und es auch sonst keine kommunistische Partei gibt, die einen gewissen Bekanntheitsgrad hat. Sorry, daß ich mich mißverständlich ausgedrückt habe.


27.09.2008 11:59    |    Turboschlumpf13057

Die Linke ist weniger eine kommunistische Partei, sie ist mehr ein Sammelbecken von chronisch Unzufriedenen, ewiggestrigen Wendeverlierern, "Neidern" & linken Weltverbesserern, gekrönt wird die ganze "Soße" von dem zwergwüchsigen Saar-Napoleon, der durch Deutschlands Talkshows reist und seine dreisten Lügen und Halbwahrheiten verbreiten darf...:rolleyes:

 

Sicher muss nicht alles privatisiert werden, aber gesunder(!) Wettbewerb hat noch nie geschadet, als Beispiel diene nur der Telekommunikationsmarkt oder möchte da jemand den Staatsmonopolisten zurück?

 

Mein Credo: So wenig Staat wie möglich, So viel Freiheit wie möglich!

 

Wohin der Versuch führen kann ein Kollektiv über das Individuum zu stellen, hat Deutschland im letzten Jahrtausend ja leider mit 2 Diktaturen unter Beweis gestellt! Im übrigen hielten beide den "Sozialismus" hoch, die schlimmere von beiden nur noch durch das Wort "National" ergänzt...


27.09.2008 12:24    |    Cyberwarrior

Korrekt, das Beispiel Telekommunikation zeigt wie Privatisierung zum Erfolg werden kann. Heute kostet die Minute nur noch einen Bruchteil dessen was die staatliche Telekom früher verlangt hat. Aber Oskar verschweigt das natürlich bewusst und hackt lieber auf dem Stommarkt rum. Was er dabei vergisst: Beim Strommarkt hat die Privatisierung deshalb nicht geklappt weil es ZU WENIG Wettbewerb gab. Das ist der Grund weshalb heute der Markt kartellartig von wenigen Firmen beherrscht wird. Hätte man dort mehr Mut gezeigt hätten wir das gleiche Phänömen wie bei der Telekommunikation: Sinkende Preise.

Genauso ist es mit der Post, der Bahn etc. Wettbewerb drückt die Preise. Wer das nicht glauben will der schaue sich einmal an was der Döner in Berlin kostet und beim einzigen Dönerladen in Buxtehude.

 

Lafontaine ist ein Volksverhetzer, er verdreht bewusst Fakten wie es ihm passt und selbst wenn er darauf hingewiesen wird dass er schlicht die Unwahrheit erzählt weicht er nicht davon ab. Als Beispiel sei hier die Schliessung des Nokia Werks genannt. Saar-Wannabe-Napoleon schimpft über Raubtierkapitalismus und fordert die Enteignung großer Konzerne. Grund der Schließung war aber eben der staatliche Eingriff in die Wirtschaft. Das Werk wurde mit Millonen von Steuergeldern subventioniert. Ohne diese Gelder wäre Nokia nie nach Bochum gekommen. Dann gab es plötzlich keine staatlichen Hilfen mehr und was macht der logisch denkende und auf das Ergebnis seiner Firma denkende Manger? Richtig er macht das Werk zu.

Ein weiteres Beispiel: Lafontaine erzählt schon seit Jahren bei jeder Gelegenheit Merkel hätte in Moskau studiert, das wäre nur besonders Parteitreuen möglich gewesen. Schon mehrmals wurde er darauf hingewiesen dass diese Behauptung schlicht FALSCH ist. Merkel hat NIE in Moskau studiert, sie war dort 2 Wochen während eines Austauschprogramms. Trotzdem bleibt er bei seiner Behauptung und entlarvt sich so als dreister LÜGNER.

 

Dann sein Verhältnis zum Osten und der SED. Damals als er noch bei der SPD wirkte war er GEGEN die Wiedervereinigung und heute geht er im Osten auf Stimmenfang. Bravo. Heute bestreitet er selbst die Zwangsvereinigung der DKP un SPD zur SED. Viele Sozialdemokraten sind damals in den Stasi-Knast gewandert. Also auch hier eine glatte LÜGE.

Lafontaine weist immer wieder darauf hin dass auch in der CDU im Osten viele Ex-SEDler zu finden sind. Ja, richtig Herr Lafontaine aber die fordern nicht die Wiedereinführung des real existierenden Sozialismus! Das ist der feine Unterschied zur Linkspartei.

Für mich ist der Oskar der unglaubwürdigste Politiker in Deutschland. Er verbreitet Sozialromantik die sich nur mit massiven Steuererhöhungen bezahlen ließe und benutzt diese Thematik, die es verdient hätte ernsthaft diskutiert zu werden, für seine eigenen Interessen.


27.09.2008 18:13    |    ricoxxx

Schlimm.... nur noch schlimmer ist, dass mein Vater in der letzten Landtagswahl die Linken gewählt hat. :eek::eek:

Er meint es wohl nicht wirklich ernst damit aber ich muss nochmal ein ernstes Gespräch mit ihm Führen.


27.09.2008 19:08    |    Standspurpirat6696

@cyberwarior

 

arbeite bei einem energieversorger, und glaum mir, in 3-4 jahren wirst du monatlich deinen versorger wechseln können, im moment arbeiten alle an der vereinheitlichung der verschieden daten, damit alle automatisch flutscht. derzeit treten noch fehler auf, die manuel behoben werden müssen.

 

ich glaube in irgendeinem skandinavischen land ist sowas schon gang und gäbe.


27.09.2008 19:30    |    Achsmanschette15

Zitat:

in 3-4 jahren wirst du monatlich deinen versorger wechseln können

das ist wie mit den tagesgeldkonten...derjenige der die besten zinsen bietet bekommt mein geld....

Zitat:

Er meint es wohl nicht wirklich ernst damit

da gibts viele die um den "großen parteien" eines reinzudrücken sone extrempartei wählen.....

privatiersierung kann ganz gut sein....allerdings lassen politiker sowas doch nur dann zu, wenn sie einen persönlichen gewinn daraus ziehen..... (es soll ja immernoch leute geben die denken schröder würde bei gazprom "arbeiten" weil es ihm spaß macht).....


27.09.2008 20:06    |    meehster

Bei der Linken ist das sogar erfolgversprechend, da man den "großen" nicht nur Stimmenprozente, sondern auch Sitzplätze an den entscheidenden Stellen (Stadt-, Kreis-, Land-, Bundestag) wegnehmen kann. Leider informiert sich kaum jemand genau, welche Partei welche Ansichten vertritt und was in den Parteiprogrammen steht.

 

Wie dem auch sei: Bevor wir uns hier und jetzt an Beispielen hochhangeln: Ich werde in der nächsten Zeit einige Artikel nachliefern, die sich mit jeweils einem Geschäftsfeld befassen und wir können das Geschäftsfeld dann gern durchdiskutieren. Am Ende wird es ein von mir gezogenes Fazit geben, über das wir auch gern kontrovers diskutieren können.

 

Eins verrate ich aber schon einmal: Ich werde in meinem Fazit auch über Sozialschmarotzer herziehen. Den Rest gibts später :)


27.09.2008 22:06    |    UHU1979

Die Meinung, ob Privatisierung gut oder schlecht ist, hängt aus meiner Sicht unmittelbar mit der Meinung zu den Aufgaben des Staates zusammen.

 

Bsp. Infrastruktur:

Soll die Bahn privatisiert werden, wenn ja mit oder ohne Schienennetz? –> Muss der Staat als Transportdienstleister auftreten? –> Aber soll die Infrastruktur privat sein? –> Dann kann man auch das Straßennetz privatisieren? –> Anderenfalls, muss man dann auch andere Infrastruktur verstaatlichen (Stromnetz, Telekommunikation)? –> Sind nicht die Unternehmen dafür verantwortlich, dass ihre Leistung beim Kunden ankommt? …

 

Die andere Frage ist auch die Frage der Rentabilität der Staatsunternehmen. In Schweden hat der staatliche Bergbaukonzern (Eisenerz) bei einem Umsatz von 18 Mrd. SEK einen Gewinn von 6 Mrd. SEK (eigene Aussagen). Da wäre ich auch dafür, dass der Reichtum der Natur nicht durch Einzelne versilbert wird, sondern der Allgemeinheit zu gute kommt. Aber ist es andererseits notwendig, mit immensen Subventionen in Dtld. den Kohlebergbau am Leben zu halten, wenn er sich nicht rentiert (Als er sich noch rentierte, hat da der Staat davon profitiert?) Verluste sollten nicht sozialisiert werden, wenn die Gewinne privatisiert werden.

 

Dass Lafontaine aber Konzerne enteignen will, ist in jedem Fall aber absolut unakzeptabel.


28.09.2008 02:04    |    Falconer

http://www.nachdenkseiten.de/?p=3451

http://www.nachdenkseiten.de/?p=3454

 

und zum Thema Enteignung und Lafontaine allgemein:

http://mspro.blogspot.com/2008/09/oskar-lafontaine-und-spon.html

 

Manche Leute sollten sich echt mal abseits der Massenmedien informieren, da deren Glaubwürdigkeit nicht wirklich gegeben ist:

 

http://www.nachdenkseiten.de/?p=3428

http://www.nachdenkseiten.de/?p=3350

 

Es sei jedem freigestellt, weitere alternative Webseiten zu suchen - sofern man das überhaupt will und nicht wie bisher der Einfachheit halber vorgefertigte Meinungen übernimmt

 

Hier einige Vorschläge:

 

blog.fefe.de

www.zenzizenzizenzic.de

www.feynsinn.org

www.mein-parteibuch.com

www.spiegelfechter.com


28.09.2008 12:39    |    Standspurpirat13540

Man könnte echt viel Schreiben zu diesem durchaus interesannten Thema....

 

Wir sollten wissen das Politiker im allgemeinen Interessen vertreten, im Bundestag versuchen die Lobbyisten für ihre Ansichten und Interessen immer wieder, und das mit zunehmenden Druck, Politiker zu gewinnen.

Und das ganz Legal, bzw. nach einem Kodex.

 

So ist ähnlich ist es auch mit der Presse, da sind feste Regeln gesetzt, wie und was aus einem Gespräch in die Zeitungen kommt, ob auszugsweise, Zitat usw., alles geregelt.

Auch Reuters und Co. sollte man nicht vergessen....;-)

 

Aaaaber....es gibt auch Gespräche, oder Treffen wo nichts an die Tagespresse gegeben werden darf.

Das ist Berliner Alltag...

 

 

Nun zum eigentlichen Thema...

 

Ich persönlich finde das Grundversorgung wie Energie und Wasser immer in staatlicher Hand sein sollten, es geht ja immer darum wie man sowas angeht und betreibt.

Städte und Gemeinden sollten eigene GmbH´s gründen, und somit alles Unterhalten.

Das kosten anstehen ist Klar, Personal usw...., aber es würde sich rentieren.

Man schaue nur mal in die Jahresbilanzen der Stromriesen im Bundesteuerblatt, die werfen ja noch enorme Gewinne ab.

Das würde dann uns allen zugute kommen.

 

Das Wettbewerb den Markt belebt, möchte ich nicht bestreiten, ich sehe da nur nichts soziales....

Das man für 5 cent statt 10cent telefonieren kann ist enorm und begeistert alle, nur könnte man auch umsonst telefonieren, und das Steuerlich ausgleichen...bitte nicht gleich schimpfen wegen der dann fälligen Steuererhöhung, die wäre so minimal, ich persönlich bezweifel sogare eine Erhöhung.

Mir geht es eigentlich darum, das trotz allem immer noch die oberen drei eines solchen Unternehmens sich alles vergolden lassen.

Die Belegschaft wird natürlich auch beteiligt....1,5% für alle, .....super bei einer Inflationsrate von 2,9%

Mal von der Statistik der gestiegenen Gehälter abgesehen....

 

Ich wollte nicht ausholen, habs aber wieder gemacht...:-)

 

Grüße

House70

 

 

Ps:

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten....


28.09.2008 13:52    |    onkel_eduard

Das größte Problem an der SED 3.0 ist wohl, dass kein Mensch wirklich versteht, für was sie eigentlich steht. Man denke nur mal an die Studiengebühren in Hessen. Deren Einführung wurde von der Linken verteufelt und anschließend handwerklich dilettantisch bekämpft. Begründet wurde die Antipathie gegenüber dieser neuen Finanzierung mit der angeblichen mangelnden sozialen Ausgewogenheit. Es sei unsozial, wenn die Studenten einen Teil ihres Studiums selbst bezahlen müssten. Die Allgemeinheit soll das übernehmen. Mit anderen Worten, der 22 jährige Maurer subventioniert mit seinen Steuerzahlungen die Ausbildung des 22 jährigen Studenten. Aber das soll gerecht sein.

 

Doch es wird ja noch besser. Wer sind denn die Maurer und die Studenten? Wenn man sich die Kritik der SED 3.0 am deutschen Bildungssystem anschaut, wird es deutlich. Die soziale Herkunft bestimmt maßgeblich die Bildungschancen, so dass tendenziell die Kinder reicher Eltern auf das Gymnasium gehen, die Schüler aus einem armen Elternhaus finden sich auf der Hauptschule wieder. Das heißt, dass auf der Universität überdurchschnittlich viele junge Mitglieder der Oberschicht anzutreffen sind. Mit einer Studiengebühr würden also tnedenziell die Wohlhabenden belastet werden. Aber die SED 3.0 bekämpft dies und proklamiert die Umverteilung von unten nach oben.

 

Nun ist der Volksverhetzer Oskar Lafontaine ja selbst ein Bonze, wie er im Bilderbuch steht. Sein Palazzo Potzo im Saarland ist sicherlich ein Domizil, das die wenigsten von uns ihr eigen nennen könnten. Na ja, links reden und rechts leben ist nichts Neues. Aber wenn man genau hinschaut, dann entlarvt sich die ganze Linke als wenig prinzipientreu, da ihre programmatische Positionierung wachsweich ist.


28.09.2008 14:00    |    Falconer

Durch Studiengebühren werden die Kinder armer Eltern zusätzlich vom Studium abgehalten, eben dadurch wird die Chancengleichheit ausgehebelt!

 

Aber Hauptsache, man hat ein paar Spiegelartikel gelesen und kann sich somit als politisch informiert und die Linkspartei als SED 3.0 bezeichnen.

Hast du dich eigentlich mal näher mit den sicherheitspolitischen Gebahren der "etablierten" Parteien der letzten Jahre näher beschäftigt?

Dann würdest du sehen, daß diese weit mehr Ähnlichkeiten mit der SED aufweisen als die Linkspartei (ich verweise nur mal auf Geruchsproben, Personenkennziffer (Neusprech: Steueridentifikationsnummer), heimliche Wohnungsdurchsuchungen und einiges mehr - alles unter dem Deckmantel der Terrorbekämpfung, mit der ja sowieso alles und jedes durchgewunken werden kann.

 

Aber dafür müsste man sich ja informieren wollen...


28.09.2008 15:30    |    meehster

@ Falconer: Über die Nachdenkseiten sind wir auf die Sendung auf arte gekommen :)

Auch sonst gebe ich Dir in weiten Teilen Recht. Was Bürgerrechte und sowas angeht würde ich eher CDU/CSU als SED-Nachfolgepartei sehen.


28.09.2008 16:19    |    Turboschlumpf13057

@Falconer: Das ist schlicht und ergreifend Unsinn, wohl bei Lafo in die Lehre gegangen:D Es gibt Darlehen für die "Kinder armer Eltern", die erst nach Studiumsende zurückgezahlt werden müssen... Also sollte das niemanden vom Studium abhalten können, ausser er hat nie vor einer Erwerbsarbeit nachzugehen und vielleicht Dauerstudent und Unterstützer der SED 3.0 (gefällt mir der Begriff:D) zu werden, und diesen Leuten muss nicht zwingend ihr Studium finanziert werden...

 

Ich bin auch kein Freund der lückenlosen Überwachung und man sollte Schäuble und Kollegen durchaus auf die Finger schauen, aber den Kopf in den Sand stecken und eine Terrorgefahr leugnen ist ziemlich naiv...

 

@OnkelEduard: Salonsozialisten waren schon immer so Wasser predigen und Wein trinken...


28.09.2008 16:32    |    Falconer

Diese Darlehen müssen allerdings zuerst bewilligt werden (ich weiß, wie das abläuft, bin selber Student) und das ist oftmals aus Amtswillkür schlicht nicht gegeben.

 

Zudem hat nicht jeder Lust, nach dem Studium zusätzlich zum ohnehin entstandenen Schuldenbetrag durch Darlehen/Bafög nochmal 500€ für jedes Semester draufzuzahlen.

Diese aufgelaufenen Gebühren "verschwinden" nämlich nicht einfach, nur weil man ein Darlehen aufnehmen kann.

 

Die Terrorgefahr zu leugnen ist schon ziemlich naiv, stimmt, ich traue mich vor lauter Terroristen überall ja kaum noch aus dem Haus...

 

Angesichts eurer Begrifflichkeiten wäre es ja auch kein Problem, die Union als NSDAP 2.0 zu titulieren, oder? Aus welcher Tradition die Union kommt, welche Zeitgenossen nach dem Kriege ihre Geschäfte leitete, was sie heute so repressionstechnich treibt ist ebenso bekannt, wie die Geschichte der Linkspartei.


28.09.2008 17:00    |    Turboschlumpf13057

Wenn man sich nicht allzu doof anstellt (und zügig studiert!) ist man nach einem Studium durchaus in der Lage ein Darlehen zurückzuzahlen... Nutzt man die Uni allerdings als "Wärmehalle" bis in die 40er (ich kenne da so einige "Patienten") wird das natürlich schwer...

 

zum Thema Terrorgefahr: verfolgst Du eigentlich das Weltgeschehen? Dann sollte Dir nicht entgangen sein das diese Gefahr existiert (wohlgemerkt ich bin da auch kein Freund der Hysterie)... Ausser man legt sich natürlich gewisse Verschwörungstheorien zurecht...

 

Und das nach WK2 nicht alles "tutti" gelaufen ist mit dem Übergang in die Demokratie, bedeutet nicht das man Ähnliches noch mal tolerieren sollte!


28.09.2008 20:20    |    Achsmanschette15

Zitat:

Zudem hat nicht jeder Lust, nach dem Studium zusätzlich zum ohnehin entstandenen Schuldenbetrag durch Darlehen/Bafög nochmal 500€ für jedes Semester draufzuzahlen.

tja...und der allgemeine "pöbel" mit hauptschulabschluss hat halteben nicht lust dem studenten neben dem verbilligtem kino-/zoo-eintritts und sonstigen ermäßigungen auch noch die bildung zu zahlen....

würde mand as geld was man an den unis durch einführung einer generellen studiengebühr sparen würde in die "grundbildung" (grund-/haupt-/realschule) bzw. die schulen die jeder durchläuft stecken könnte man den ein oder anderen lehrer mehr einstellen was sicherlich allen zugute käme...


28.09.2008 21:07    |    meehster

Wenn Du forderst, daß Studenten für ihre Ausbildung bezahlen sollen, dann soll bitte das Gleiche auch für sämtliche anderen Ausbildungen gelten.

Sprich: Beispielsweise der Malerlehrling soll bitte auch kein Lehrgeld bekommen, Berufsausbildungsbeihilfe beantragen, die er nur bekommt, wenn die Eltern nicht zu viel Vermögen und/oder Einkommen haben. Davon soll er das Material, das er in der Ausbildung braucht (in dem Fall Farben und Pinsel) selbst bezahlen und 1000 € pro Lehrjahr für die Berufsschule abdrücken. Er kann ja notfalls auch nen Kredit dafür aufnehmen :rolleyes:


28.09.2008 21:19    |    Achsmanschette15

der malerlehrling streicht im gegensatz zu den studenten jeden tag etliche m² und ist für seinen betrieb eine billige arbeitskraft, denn wenn er den betrieb mehr kosten würde als er einbringt (was vllt. im ersten lehrjahr noch zutrifft) würde kein malerbetrieb mehr ausbilden.....studenten hingegen sitzen zumeist nur rum und kosten geld, ohne das sie aktiv welches einbringen.....

im übrigen sieh es doch mal so: ein student geht regulär 13jahre auf die schule bevor er dann studiert.....ein auszubildender regulär 9-10jahre und dann nochmal 3jahre auf die berufsschule, von daher "gleicht es sich wieder aus"....

versteh mich nicht falsch, aber das thema studiengebühr wird schlichtweg zuviel dramatisiert und es wird so getan, wie als wenn nurnoch studenten deren eltern ein netto-monatseinkommen von 20.000€ haben studieren gehen könnten.....


29.09.2008 02:51    |    andyrx

muss ich mich doch glatt dem letzen Luden anschliessen;)

 

Mein Credo: So wenig Staat wie möglich, So viel Freiheit wie möglich!

 

trifft auch auf mich zu,habe noch nie FDP gewählt beim nächsten mal dann aber doch....scheint es mir doch von allen das kleinste Übel zu sein;)

dem Stichwort Privatisierungswahn halte ich das Wort Regulierungswahn entgegen:cool:

 

mfg Andy


29.09.2008 02:59    |    Fensterheber10225

das ist ja mit das problem andy...

das kleinste uebel ist eben thematisch auch moeglicherweise weit weg vom "volkswohl".

das wir uns bei wahlversprech er n nachträglich alle ueber tisch gezogen fuehlen und kurzfristig auch keine moeglichkeit der aenderung besteht ist klar.

 

leider fuehrt das auch zu wahlverdruss/nichtwaehlern, die DANN den eigentlichen nicht gewollten stimminhabern eher zuspielen.

 

in der form und auch der aussage der koepfe "der linken" ist es keine fuer mich waehlbare partei, der ich meine stimme geben moechte bzw sie fuer eine art sammelbecken der propaganda halte.

Harry


29.09.2008 03:06    |    andyrx

nun die FDP ist mir programmatisch am nächsten;)

 

aus der History war es für mich ein Partei die sich immer nach der Macht wendete wo es gerad welche zu verteilen gab,

anderereists fand ich es gut dass man in Hessen nicht umgefallen ist und bei der Wahlaussage blieb und Ypsilanti einen Korb gab;)

 

früher habe ich SPD gewählt und zu Schröders Zeiten auch geschätzt,eine pragmatische Politik des mach und umsetzbaren wurde durchgesetzt...jetzt kloppen sich Linker und Rechter Flügel der Partei und die Linke räumt ab:p

 

mfg Andy


29.09.2008 03:14    |    Fensterheber10225

ich kann ned sagen ob es andere auch so sehen....

fuer mich ist die FDP seit jahren eine partei deren faehnchen eher den wind anzeigt als eine wirkliche programmatik.

zur zeit sehe ich parteiubergreifend eben nur die moeglichkeit vertrauen, durch einhalten der versprechungen, zu schaffen.

 

das wird selten der fall sein und somit den rechten und linken fluegeln tuer und t(h)or oeffnen.

 

"bekaempfen" kann man aber den anderen nur indem man was bewegt (z.b. waehlen/ damit auseinandersetzen) und nicht durch untaetigkeit.

Harry


29.09.2008 03:18    |    Batterietester31465

ich denke, die Wahlergebnisse sprechen eine eindeutige Sprache,

das heute war Bayern. - mal abwarten was die nächste Wahl ergibt .. 


29.09.2008 03:21    |    Fensterheber10225

das in bayern ist hausgemacht und altersstarrsinn ;)

welcher CSU politiker von format und zukunft ist denn da?

das es bayern recht gut geht, ist bemerkenswert, aber nicht rein parteiarbeit.


29.09.2008 13:08    |    Faltenbalg5989

Das Amüsante an Lafos Behauptung Merkel habe in Moskau studiert ist, das er bei "Hart aber fair" auf Wikipedia verweist.


29.09.2008 15:31    |    XC70D5

Ich frage mich die ganze Zeit nach meehsters Intention!? Das ist doch bestimmt fürs Studium :D ;)

 

Auch interessant, wenn man fragwürdige Blogs und "Nachdenkseiten" als objektive(re) Berichterstattung darstellt. Jeder sucht sich die Informationsquelle, die dem eigenen Empfinden am nächsten kommt. Ich lese nur MT, aber gerade in diesem Blogbeitrag frage ich mich, ob das wirklich als einzige Informationsquelle ausreicht, um durchs Leben zu kommen!?

 

Zum eigentlichen Thema schließe ich mich dann mal andyrx an, der sich letzterlude angeschlossen hat.

 

 

Gruß

 

Martin


29.09.2008 22:56    |    meehster

Ich verrate so viel: Mit dem Studium hat das nichts zu tun.


30.09.2008 02:09    |    Llama

Na ja, ich hab gerade mein Studium fertig und will auch mal ein paar Dinge einwerfen:

 

Studiengebühren: OK, wenn nachweisbar zugute der Bildung kommt und Erhebung erst bei Einkünften nach dem Studium.

 

Studiumfinanzierung: Machbar über KfW-Studienkredit oder/und Bafög

 

Maler vs. Student:

Leider hat sich aus irgendeinem Grund das Bild eingeprägt, ein Student wäre jemand der um 11Uhr aufsteht, in der Mensa sitzt und ein bisschen in einem Buch liest, das war vor 1968 wohl noch anders.

Leider wird nicht verstanden, das ein Studium nichts anderes als eine Ausbildung mit 100% Theorie-Anteil ist. Und die Volltheorie ist nunmal nötig da die Inhalte des Angestrebten Berufes ein so komplexes theoretisches Vorwissen benötigen um überhaupt ausübbar zu sein. Soll heissen, dass Wissen was ich als Maler brauche um zu malen ist nicht besonders viel und kann mir einfach und schnell durch Kollegen gezeigt werden. Das Wissen was ich brauch um z.B. Ingenieur zu sein ist nunmal gewaltig viel mehr, weswegen man es leider nicht in drei Jahren in einem Betrieb erlernen kann.


30.09.2008 11:36    |    Turboschlumpf12399

Halt und Moment ! ! !

Du kannst nicht einen Ingeneur und einen Malergesellen vergleichen !

Wenn musst Du hier schon zum Malermeister greifen - und der hat neben 3 jahren Ausbildung , 5 Gesellenjahren und einem Jahr Meisterschule (die er im übrigen komplett aus eigener Tasche zahlen muss) auch einiges lernen müssen .

Dies beginnt mit chemischen Formeln für Farben , Lacke , etc... bis hin zur Beschaffenheit von Wänden und deren Zusammensetzung ...

 

Ich bin zwar kein Malermeister , aber ein guter Freund (der inzwischen Malermeister ist) und ich haben damals zusammen für die Meisterschule gelernt - und das war wirklich nicht ohne ....


02.10.2008 15:00    |    Spiralschlauch7745

Gut, dass der Vergleich Maler (nicht Meister) und Ingenieur etwas hinkt, seh ich ein. Ansonsten stimme ich Llama´s Ausführungen voll und ganz zu.

 

MagirusDeutzUlm`s Meinung ("studenten hingegen sitzen zumeist nur rum und kosten geld, ohne das sie aktiv welches einbringen") ist schlichtweg falsch und äußerst kurzfristig gedacht. Sorry, aber ich würde sogar dumm sagen!

 

Gruß


02.10.2008 20:48    |    Achsmanschette15

ich habe das beispiel zwar etwas übertrieben aber fakt ist nunmal, das 99% der studenten, während ihres studiums nur geld kosten anstatt welches durch ihre arbeit der uni/dem staat einzubringen......quasi wie ein schüler der in der schule rumhockt.....das war darauf bezogen das meeh meinte "und 1000 € pro Lehrjahr für die Berufsschule abdrücken", woraufhin ich die gegenrechnung erbrachte, das der student ja auch insg. 13jahre in der schule rumhockt bis er studieren geht (also zu dem zeitpunkt wo ein regulärer lehrling seine gesellenbrief bekommt).

 

und im übrigen dieses gejammere vonwegen studienbgebühr "studieren nurnoch für reiche" geht mir ziemlich auf den sack!

meine meisterausbildung kostet alles in allem 20.000-25.000€ da fragt auch kein hinz-und-kunz wie ich die dem lehrgangsträger überweise (dafür gibts z.b. bafög, und sowas können studenten ja schließlich auch beziehen!).......wenn ich etwas beruflich werden will, muss ich etwas dafür opfern, sich das recht rauszunehmen 'nie etwas einbezahlt zu haben' und dann alles kostenlos zu bekommen stößt sich mit meiner rechtsaufassung...und gearde die studiengebühr ist doch nur künstliche panikmache der 45jährigen dauerstudenten im 135'sten semster, weil die sich darin bedroht sehen das ihnen ihr warmes nest weggenommen wird....


02.10.2008 20:51    |    Faltenbalg5989

Meister A8 TDI grüßt Meister Magirus ! :)

 

Ich habe gestern auf Focus.de einen Bericht gelesen über Studentinnen die sich über StudiVZ prostituieren. Find ich gut das die Mädels sich wenigstens so dem Arbeitsmarkt zu Verfügung stellen.

 

 

Es grüßt euer Semester-Lude,

 

A8 TDI


02.10.2008 20:54    |    andyrx

man kann das nicht verallgemeinern denn es gibt solche und solche;)

 

die einen machen was draus und andere fahren dann für den rest ihres Lebens Taxi weil sie die Kurve nicht bekommen haben...;)

 

mfg Andy


02.10.2008 20:57    |    Faltenbalg5989

Wie ? Taxifahrende Nutten gibts auch ?


Deine Antwort auf "Privatisierungswahn? 1"

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