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M0tti

über Golf II GTI und dem täglichen Autoleben

30.07.2012 18:00    |    Dr Seltsam    |    Kommentare (14)

Nun, lange waren wir nicht mehr hier. Auf diesem Schlachtfeld, auf dem sich das Schicksal eines 84er Golf GTI entscheiden soll. Zuviel Stress und zuviel zu tun außerhalb dieser alten Scheune. Doch nun sind wir wieder da. Und aufgrund des Zeitverlust haben wir uns Back-Up organisiert.

Genauer gesagt, wir haben Dan samt Freundin für unser Projekt begeistern können, so das 4 Hände, 4 Augen, 4 Füße und diverse andre Körperteile mehr zur Verfügung standen, um den Golf weiter strippen zu können.

 

Gegen Samstagmittag am 28.7.2012 ging es dann los. Als erstes entfernten Motti und Dan die Motorhaube. Dadurch war schonmal Zugriff zum Motor gewährleistet. Darauf begeisterten sich beide für den rostigen Schlossträger und schraubten diesen ab, während ich mit Werkzeug und blöden Sprüchen auf dem Hof einschlug. Nachdem wir dann zu dritt drei lausige Stecker abgezogen hatten, die sich bis zu letzt wehrten, sah der Golf vorne schonmal recht nackt aus.

 

Fehlte nur noch. Genau. Die Stoßstange. Nachdem der Wagen aufgebockt war, wollten wir uns darum kümmern. Nur wie geht die ab? Wir sucht hier und suchten da, aber auf die entscheidende Idee kam keiner. Daher wollten wir erstmal die Kotflügel vorne lösen, um zu sehen wo den was noch wie festhängt.

 

Gesagt getan. Die ersten vier HALT STOP! Vor den Kotflügeln kommen die Räder, weil sonst ist kein rankommen an unter die Kotflügel. Also Räder ab. Was bei einem normalen Auto eine Sache von wenigen Minuten wäre, sollte uns hier zu einigen martialischen Gesichtsausdrücken verleiten. Der Wagen war ja mittlerweile schon aufgebockt, klassischer Physikfail den jetzt drehten die Räder frei.

 

Alle versuche erstmal etwas unterzulegen scheiterten, am Ende drehte Dr Seltsam nicht nur am Rad, sondern drehte so hübsch, dass das Rad jegwedes Unterlegmaterial erstmal wegschob und sich dann der ganze Motor mitdrehte. Also innerlich. Nicht das jetzt jemand denkt wir drehen den kompletten Motorblock. Nur die Zylinder. Kurbelwelle. Und so. Ach ihr wisst was ich meine :D

 

Aufjedenfall, irgendwann war ich schweißnass wie ein altes Handtuch auf der Tour de France und bat jemanden auf die Bremse zu tretten. Dadurch konnte ich dann vorne mit viel Gewalt und nochmehr WD40 schlussendlich die 4 Bolzen Fahrer/Beifahrer vorne abdängeln. Hinten hatten wir dann das Problem, dass die Hinterradbremse nicht mehr funzte. Also nix mit Bremse. Bei einem Rad hielten dann Dan und Motti mit den Füßen gegen, damit es sich nicht wegdrehte. Beim andren stopften wir weil andrer Felgentyp, einfach einen Holzhammerstiel zwischen Bremse und Felge und blockierten so das Rad.

 

Wiedereinmal stimmte damit auch der Spruch "die ganze Welt sitzt auf einer Achse und an der Kurbel dreht ein Sachse". Dank MC Hammertime konnte ich zum schluss auch noch die letzten 4 Radbolzen mit dem Raddrehkreuz freidrehen. Durchgeschwitzt, kaputt, aber glücklich war ich danach. WIE KEIN APPLAUS? Ach verdammt :D

 

Danach ging es dann an die Radhäuser. Während Dr Motti und Dr Dan zur Visite Mercedes aufbrachen ( wir erinnern uns, Rauch, geschmolznes Plastik, nein kein Grillabend bei mir ) fummelte ich die Radhäuser vorne ab. Dreck von 300.000 KM rieselt auf mich, ein veritabler Haufen Sand. Sandburgbauen war aber nich, die Dinger mussten ab. Während Dans Freundin Sabaton auflegte, waren irgendwann dann auch alle 8 Schrauben mal 2 ab ( also insgesamt 16 ) und beide Radhäuser unten.

 

Dan und Motti hatten derweil die Mittelkonsole im Merc abgebaut und dank Endoskopkamera von Dan ( großen Dank an der Stelle ! ) die Kernschmelze im W202 festgestellt. Zwischenzeitlich hatte Mottis Mutter ein erstklassiges Catering spendiert und der Freund der Mudder von Motti der, ach egal, der sympathische Herr R half uns die letzten zwei Trollschrauben oberhalb des Kotflügels abzubekommen.

 

Dan rollte und trollte derweil unterm Auto herrum und entfernte in einem Kraftakt im Sinne des Wortes Kraftack die entscheidenden Schrauben um die Stoßstange abzubekommen. Bekam dabei einen Rollwagen ins Gesicht, Dreck in die Augen und musst ganzschön leiden. Aber er hat sich tapfer gehalten und tauchte entsprechend derangiert aber lebendig wieder unterm Auto auf. Und die Stoßstange war natürlich auch ab :)

 

Waren dann nur noch drei Schrauben. Unter Massen von Rostschutzlack, Dreck und Rost. Auf der einen Seite haben wir die drei Burschen nach viel Hammer und Meißel abbekommen, auf der andren Seite steht die Aufbockkonstruktion, noch mehr Wachs und mehr im Weg. Wies weitergeht? Weiter gehts mit Tag2!

Hier war erstmal Feierabend und wir bollerten ins Restaurant für ein mehr als königliches Mahl. Nicht ohne uns vorher zu waschen. Den unsre Arme waren dermaßen schwarz, man hät denken können wir sind Verwandte vom Polo-Neger :D

 

Tag 2

 

Frisch gewaschen und geduscht mit altem Elan an neue Aufgaben bzw das, was gestern so liegen blieb. Während Dan und MOtti bereits die Türpappen amputierten, spielte ich noch ein bisschen mit dem Hammer im Radhaus und löst die letzten zwei Schrauben dort. Dan bekam dann die ehrenvolle wenn auch staubige Aufgabe, die letzte Schraube zu lösen. Die war ja wie wir von gestern wissen unter der Aufbockkonstruktion verschwunden und musste deswegen heut erstmal freigelegt werden.

 

Nun aber zurück zu den Kotflügeln. Wir erinnern uns. nachdem die Stoßstange ab war, waren die Kotflügel noch dran. Die müssen aber auch weg. Leider war VW damals mehr als gut was den Rostschutz angeht, sie waren verdammt-verteufelt gut. Das Zeug klebte selbst heute noch wie Hölle Flügel und Karosse zusammen. In einer Wühlaktion, hatte ich aber in meinem Keller noch einen Industriefön von Aldi gefunden.

 

Werft jetzt meinetwegen mit fauligen Tomaten, aber das Ding tat seinen Zweck ;) Meisterföner Dan föhnte den Golf ganzschön zu, Motti zog am Kotflügel und bald hatten die beiden das Ding endgültig abgerupt. Weiter ging es für beide im Innenraum. Lenkrad weg, Lautsprecher weg, Beifahrertür war schon weg um besser an Beifahrerkotflügel herran zu kommen.

 

Und wo war ich? Am Arsch! Genau, am Arsch und fummelte die Leuchten und den dortigen Kabelbaum ab. Kleinkramarbeit ohne Ehre, aber nur so rumstehen und gucken wär auch nicht lustig gewesen. Dans Freundin ließ derweil die Bohrmaschine kreisen und berreinigte den Kühler von Flugrost wo er schonmal so nackig rumstand.

 

Während die drei vorne noch mit einem verdammt hartnäckigen Kotflügel rangen, hatte ich meinen Job hinten erledigt und versuchte die Heckstoßstange für den Ausbau vorzubereiten. Was mir allerdings gründlich misslang, ich habe noch nie SO dermaßen festgerostet Schrauben erlebt. Bevor sich da was gedreht hätte, hät ich wohl eher das Auto von den Böcken gedreht.

 

D und M waren da schon wesentlich erfolgreicher, der rechte Flügel hatte kapituliert und der Zweite sah nun ein das er keine Chance hatte. Sein Wiederstand hielt nur wenige Minuten, dann war auch er Historie. Auch wenn sich das alles so kurz ließt, es dauerte doch einige Zeit. Die Uhr war vorwärts geschritten, Dan nebst liebreitzenden Anhang mussten wieder heim die Autobahn hochreiten richtung holländisches Grenzgebiet irgendwo zwischen Düsseldorf und Käskopland.

 

So den wurde aufgeräumt, die Halle gefegt und alles verstaut. Der Golf hat nun einen geöffneten Brustkorb um es medizinisch zu sagen. Das Herz, der Motor liegt frei und ist bereit zum Ausbau. Das Heck ist soweit ebenfalls gestrippt bis auf die Stoßstange. Was jetzt noch da ist, ist eigentlich unterhalb des Autos zu finden.

 

Freuen sie sich daher auf die Nächste Ausgabe, wenn wir dem Golf unter den Rock schauen und gucken was man dort so alles findet und abbauen kann ;)


30.07.2012 19:17    |    _RGTech

Zitat:

Hinten hatten wir dann das Problem, dass die Hinterradbremse nicht mehr funzte.

Hmm. Handbremse auch schon verkauft? :D


30.07.2012 19:23    |    Dan41747

Nunja, lass es mich mal so Ausdrücken, pack die hinteren Bremsenan und Stampf sie so wie sie sind in die nächtbeste Tonne ein, hinten ist die Bremse komplett tot, weder Fussbremse noch Handbremse tun es da, die ist einfach nur komplett in die Fritten. :D

 

Gruss

 

Dan


30.07.2012 19:26    |    1.0815

Zitat:

Alle versuche erstmal etwas unterzulegen scheiterten, am Ende drehte Dr Seltsam nicht nur am Rad, sondern drehte so hübsch, dass das Rad jegwedes Unterlegmaterial erstmal wegschob und sich dann der ganze Motor mitdrehte. Also innerlich. Nicht das jetzt jemand denkt wir drehen den kompletten Motorblock. Nur die Zylinder. Kurbelwelle. Und so. Ach ihr wisst was ich meine :D

 

Aufjedenfall, irgendwann war ich schweißnass wie ein altes Handtuch auf der Tour de France und bat jemanden auf die Bremse zu tretten.

zu schön...:D

aber dann scheint ja doch die vernunft gesiegt zu haben...


30.07.2012 19:26    |    7406

Jungs und Mädels,

wenn ihr mit dem Tempo weiter macht, müsst ihr die Kiste sogar noch ein Jahr ohne H-Kennzeichen zulassen.


30.07.2012 19:48    |    Antriebswelle19813

Geil geschrieben, habe mich königlich amüsiert...:p


30.07.2012 20:01    |    carisim

Wie gehts denn eigentlich mit dem Motor weiter, ist da noch was zu retten? Vielleicht habt ihr ja schon was drüber geschrieben und ich habs vergessen.


30.07.2012 20:03    |    Dan41747

Der Motor müsste eigentlich ohne Probleme laufen, sobald der raus ist und die Karosse, beim Spezi, werden wir das Ding überholen und dann wird es schon laufen. :)


30.07.2012 21:34    |    Goify

Coole Geschichte und erinnert mich an meine Taten zur Zeit: Stoßstangen raus, Innenkotflügel raus, Rücklichter weg, alle Stöpsel weg und schön das Wachs reinlaufen lassen, restlichen Unterboden inkl. Achsteile mit Seilfett einpinseln, damit der Wagen nie wieder rostet.

Morgen flugs die Zylinderkopfdichtung tauschen, Wagen waschen und der Benz rollt wieder. :)

 

Ich mache das aber nicht allein, mein Bruder, angehender Fahrzeugtechnik-Ingenieur, hilft mir dabei, denn er will das Wachs auch in seinem Wagen spüren. Und der Wagen meiner Mutter schrie auch schon laut, dass er Wachs ganz dufte findet. ;)


30.07.2012 22:47    |    M0tti

Danke :)

 

Dan hat alle Fragen ja schon richtig beantwortet :D

 

@Goify: Hehe ja dieses Wochenende kamen wir wirklich gut weiter. Man merkt schon, dass 4 Hände mehr doch hilfreich sind.

Als nächstes ist dann vermutlich der Motor dran - also mit ausbauen.

 

Wachs kommt auch wieder in den Golf, wenn er fertig ist. Er wird zwar nur im Sommer bewegt, aber sicher ist da sicher :D

 

Grüße,

Motti


31.07.2012 09:57    |    dodo32

Moin :) was darf man sich unter "Karosserie kommt zum Spezi" vorstellen? Schweißen und lackieren, nehme ich an? Wenn das alles zeitnah geschieht, ok. Ansonsten hätte ich geraten mit dem zerlegen etwas langsam zu tun..., das muss auch alles wieder zusammen irgendwann und man sollte sich noch erinnern, wie ;). Ein Forenkollege hat auch alles bis auf die letzte Schraube zerlegt und ist nun am Puzzeln...

Nur ein wohlgemeinter Rat :)


31.07.2012 10:17    |    Schwarter

Tolle Geschichte, ich bin gespannt wie es weiter geht! :)


31.07.2012 19:03    |    1.0815

Zitat:

Ein Forenkollege hat auch alles bis auf die letzte Schraube zerlegt und ist nun am Puzzeln...

hat er die karre 1980 zerlegt?....heut hat doch jedes lumpige telefon eine kamera an bord...


31.07.2012 19:08    |    dodo32

Zitat:

 

hat er die karre 1980 zerlegt?....heut hat doch jedes lumpige telefon eine kamera an bord...

tja, dazu muss man sie aber auch benutzen. War nur ein wohlgemeinter Rat..., kann ja jeder machen, wie er will ;). Ich hab meinen auch Stück für Stück...


31.07.2012 19:24    |    Dan41747

Um die Montage machen wir uns ehrlich gesagt gedanken wenn es soweit ist, Motti hält ja auch alles schön auf Foto fest und wir haben jede menge Anleitungen, Werkstattbücher von VW und natürlich den obligatorischen "So wirds gemacht" das mit dem Zusammenbau wird schon werden, zudem bin Ich ja auch nicht so ganz unerfahren, muss aber zugeben dass dies bisher das grösste Projekt ist an dem Ich mitarbeite und Tipps und Erfahrungswerte nehmen wir immer gerne an. :D

 

Gruss

 

Dan


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