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25.09.2012 18:45    |    KUESmagazin    |    Kommentare (3)    |   Stichworte: Autogas, Autogasfahrzeug, Autogas-Peugeot, Autogas-Rekordfahrzeug, Automechanika, Automechanika 2012, Peugeot, Projekt S1000 Plus, Prototyp

Wie viel Tankreichweite ist für ein Autogas Fahrzeug sinnvoll?

Den ganzen Tag kein Regen. Eine angenehme Erfahrung nach dem Mistwetter vom Vortag. Da die Crew und das Versuchsfahrzeug in Waldesch bei Koblenz übernachtet haben, ist jetzt die in Koblenz erscheinende Rheinzeitung für Testfahrten an der Reihe. Nachrichtenchef Markus Kratzer zweigt einige Stunden seiner wertvollen Zeit ab – immerhin sind drei seiner Kollegen krank und ein vierter im Urlaub. Doch das Projekt mit seinen zahlreichen technischen Facetten interessiert den Redakteur sehr stark.

 

Eine Pause auf der rund 85 Kilometer langen Strecke nach Bad Godesberg wird genutzt, dem Journalisten das Versuchsfahrzeug Peugeot 5008 näher zu zeigen. „Wie Sie sehen, sehen Sie – fast nichts – erklärt Michael Fries, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt S1000plus. Dieses „fast“ ist das selbst entwickelte Steuergerät, das dem Motor die richtigen Kommandos gibt, die er für einen optimalen LPG-Betrieb braucht. Dazu gehört zum Beispiel der Verzicht auf eine Kaltstartanfettung, mit der sonst ein Benzinmotor bei niedrigen Temperaturen in der Startphase bei Laune gehalten wird.

 

Blick unter die MotorhaubeBlick unter die Motorhaube

 

Autogas als eigentlich gasförmiger Stoff braucht dies nicht, da er sofort nach dem Einspritzen in seinen „normalen“ Aggregatzustand wechselt. „Also mussten wir das Temperatursignal „es ist kalt“ manipulieren in „es ist warm genug“, damit keine Kaltstartanfettung stattfindet“, erklärt Fries sehr verständlich. „Das hat im Februar selbst bei –20 Grad funktioniert. Früher hätte man einfach den Choke nicht gezogen.“

Ja früher, da war manches einfacher... Oder auch nicht. Das zeigt sich am Ziel des Abschnitts in Bad Godesberg. Hier gibt es keine Brücke über den Rhein, sondern immer noch eine Fähre.

 

Die – oder besser ihre Vorgänger – pendelt schon seit fast 2000 Jahren über den Strom, ist auf einer Infotafel nachzulesen. Und sie hat jede Menge Prominenz befördert, unter anderem Bundeskanzler Adenauer und den japanischen Kaiser Akihito.

 

Rheinfähre Bad Godesberg - KölnRheinfähre Bad Godesberg - Köln

 

Jetzt also das Projektfahrzeug! Ehre für uns oder für den Altbundeskanzler?!? Das lassen wir mal so im Raum stehen. Markus Kratzer kann an dieser denkwürdigen Rheinüberquerung nicht mehr teilnehmen und wird in die Redaktion zurückgefahren. Sozusagen mitten auf dem Rhein beginnt der reguläre Abschnitt für Gregor Mausolf, der unter anderem für das KÜS-Magazin und Das Autogas-Journal über die Tour berichtet. Am Vortag hatte er schon die letzten Kilometer nach Waldesch gefahren und konnte sich bereits ein Bild vom ruhigen Lauf und der Durchzugsstärke des Versuchsfahrzeug machen.

 

Nächster Halt Köln? Falsch. Die Metropole wurde weiträumig umfahren. Auf kleinen, idyllischen, wunderschön kurvenreichen Sträßchen, bei denen man das Gefühl hat, man steht wenig später auf irgendeinem Acker. Tut man aber nicht. Links ab in die Straße Leffelsend, einige Serpentinen bergab – hoffentlich kommt keiner mit viel Schwung entgegen! – und dann links auf eine Landesstraße nach Immekeppel, am Ortseingang sofort wieder rechts stark bergauf auf Sträßchen wie Weierberg und Hasenbüchel.

 

Nie gehört aber irgendwie spannend. Das Ganze erinnert ein bisschen an Achterbahn fahren.

Nach exakt 200 Kilometern wird das Etappenziel Mettmann erreicht. Der Schnitt konnte trotz der kurvenreichen Gurkerei heute auf 57 km/h angehoben werden. Die geänderte Getriebeübersetzung hat ihre Bewährungsprobe bestanden. Mal sehen, was das für den Kraftstoffverbrauch bedeutet hat. Doch das weiß man erst am Freitag in Münster.

 

Am Mittwoch geht´s weiter, zunächst am Ruhrgebiet vorbei nach Hamm und dann nach Stukenbrock bei Bielefeld. Der fünfte Testfahrer von der Recklinghäuser Zeitung musste leider absagen. Seine Kollegin ist plötzlich krank geworden. Wir wünschen von hier gute Besserung.

 

Markus Kratzer von der RheinzeitungMarkus Kratzer von der Rheinzeitung


25.09.2012 19:06    |    meehster

Bei der Frage würde ich eigentlich mit "um die 650 km" antworten - zumindest für mein Nutzungsprofil bis Ostern. Toll wäre gewesen, wenn ich mir mit genug Reichweite das dreimalige Tanken von Benzin im Dänemarkurlaub hätte sparen können ;) Aber ich glaube, da hätte ich einen Gasvorrat von etwa 300 Litern haben müssen - was dann eine erlaubte Zuladung von etwa Null bedeutet hätte ;)

 

Wie viel Reichweite gebraucht wird oder wünschenswert ist, ist nutzerprofilabhängig Ich bin mit meinen normalerweise etwa 650 km eigentlich zufrieden.

Der große Vorteil der Autogasnachrüstung ist ja, daß man sich die Tankgröße aussuchen kann ;)

 

Zum Artikel:

 

Die Sache mit dem Verzicht auf die Kaltstartanfettung ist eine gute Sache. Bei mir ist nicht auf diesen Verzicht verzichtet, das Gaseinspritzen läuft über das originale Volvo-Steuergerät. Da der Wagen aber Kurzstrecken unter ca. 50 km gar nicht zu Gesicht bekommt, ist das vernachlässigbar glaube ich. Spätestens dann, wenn man die eventuellen Kosten fürs Steuergerätumbauen mitzählt.

 

Was wurde eigentlich bei der Getriebeübersetzung gemacht? Ich kenne zwei Autos, bei denen das "falsche" Getriebe drin ist: Einen Peugeot 205 1,6 XS mit dem Getriebe des Diesels (herrlich lang :)) und meinen Mazda 323F GT, der das Getriebe der schwächeren Version durch die Gegend schippert und damit eine 4+E-Übersetzung hat. Den Mazda kannte ich auch vorher, die Ersparnis liegt etwa bei einem Liter auf 100 km.


26.09.2012 16:05    |    Trackback

Kommentiert auf: Gaskraftstoffe:

 

Was machen bei euch aktuell die Gaspreise?

 

[...] einer zu gesonderten Schiene. Deswegen bitte nicht hier darüber diskutieren.

 

 

Einführung

Tag 1

Tag 2

[...]

 

Artikel lesen ...


26.09.2012 19:40    |    KUESmagazin

Hier noch nachgereicht die Modifikationen zum Getriebe: Die Getriebeuntersetzung wurde verlängert:

Am Beispiel des 6. Ganges zeigt sich, dass durch die veränderte Übersetzung der Zahnradpaarung von 47 zu 33 auf 52 zu 31 Zähnen – bei gleicher Geschwindigkeit – eine Drehzahlverringerung von etwa 17 Prozent erreicht wird. Im 5. Gang (Zahnradpaarung statt 45/37 jetzt 46/35) sinkt die Drehzahl um rund 8 Prozent und im 4. Gang (Zahnradpaarung statt 39/40 nun 40/39) um circa 5 Prozent. Die ersten drei Gänge blieben unverändert.

Durch die neuen Zähne wird der Verbrauch gesenkt und der Wirkungsgrad erhöht. Trotz der längeren Übersetzung, so hat die Forschungsgruppe Automotive powertrain errechnet, sind Steigungen von 5,5 Prozent im 6. Gang bei einer Geschwindigkeit von 130 km/h kein Problem für den Peugeot 5008. Dies veranschaulicht das so genannte Zugkraftdiagramm. Aus ihm können die Techniker ablesen, in welchem Gang unter Volllast welche Steigungen befahren werden können und ob man weiterhin beschleunigt oder in einen niedrigeren Gang zurückschalten muss. Deutlich macht dies der Abstand zwischen den Gang- und Steigungslinien. Sobald sich diese schneiden, wird ein kleinerer Gang benötigt, um die gefahrene Steigung bei konstanter Geschwindigkeit zu überwinden.

 

Noch mehr Infos zu den Modifikationen gibt es hier:

http://www.projekt-s1000plus.de/neue-zahne-fur-weniger-verbrauch/


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