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10.09.2013 18:34    |    KUESmagazin    |    Kommentare (12)    |   Stichworte: Automatik, Element, Honda, Kunststoffauto, KÜS, Küs Check, KÜS Plus, Skurilität, Studie, USA

Wie gefällt Euch der Honda Element?

Er sieht aus wie selbst gebastelt, sollte aber das Fernsehen ersetzen können: der kantige Honda Element

„Weil Fernsehen so langweilig ist“, hieß einer der Werbesprüche, mit denen Honda 2002 auf den Element aufmerksam machen wollte. Statt Glotze gucken sollten junge Amis und Japaner lieber im Wochenendstau Richtung Freizeitpark stehen. Eine sinnvolle Beschäftigung. Und weil der eckige Element bei 179 km/h elektronisch dicht macht, war er wohl nix für junge Europäer.

 

Die Element StudieDie Element Studie

 

Bis heute ist der Element nie offiziell in Deutschland angekommen. Nur ein paar wenige Exemplare wurden von geschäftstüchtigen Grauimporteuren zum stolzen Preis von 34.700 Euro über den Teich geschippert. Obwohl mittlerweile im fünften Produktionsjahr angekommen, hält sich der hohe Kurs. Der Grund: Während die Elements in New York mittlerweile zerbeult am Straßenrand parken, zählt der Freizeit-Honda hierzulande immer noch zu den gesuchten Raritäten. Wer einen hat, gibt ihn nicht mehr her.

 

Unter 8.000 Euro ist selten ein gebrauchter Element zu haben, Topexemplare mit Allrad und Automatik bringen es auf über 20.000 Euro. Technisch basiert der Honda Element auf der MDX / Pilot-Plattform. Den Element gibt es wahlweise mit Front- oder Allradantrieb.

 

Das lustige Honda CockpitDas lustige Honda Cockpit

 

Bereits 1995 beauftragte das Unternehmen eine Gruppe sehr junger und ehrgeiziger Designer und Techniker, mit der Arbeit an einem Trendauto für junge Kunden. Anregungen und Ideen für das Projekt holten sich die Nachwuchs-Entwickler bei den X-Games in San Francisco, bei Strandpartys, Surfwettbewerben und auf Campingplätzen. Das Resultat steht nun als Element auf den Rädern. Ein Fahrzeug, das ein wenig aussieht wie selbst zusammengebaut.

 

Grobe Plastikplanken lassen die Karosserie kantig und robust erscheinen. Die Zweifarbigkeit erweckt den Eindruck, als sei der Wagen noch nicht ganz fertig - Car in Progress so zu sagen. Viele clevere Ideen stecken allerdings in den Details. Die Türen zum Beispiel öffnen sich wie Saloon-Klappen und geben auf jeder Seite eine große Öffnung frei, weil die Honda-Ingenieure auf die B-Säulen verzichteten. Die Sitze lassen sich komplett umlegen, so dass im Auto eine Liegefläche entsteht. Zudem können die hinteren Plätze an der Seite hochgeklappt werden, um Platz zu schaffen für Ladegut. Gedacht hat das Entwicklungsteam dabei vor allem an Surfbretter, Snowboards, Mountainbikes.

 

Als Zubehör ist eine Art Zelt erhältlich, das am Heck des Element befestigt werden kann, wodurch ein vorübergehendes Zuhause entsteht. Im Honda herrscht denn auch eine wahre Platzfülle, obwohl er sich mit einer äußeren Karosserielänge von 4,3 Metern durchaus im Rahmen des auch in Europa Üblichen bewegt. Vorn sitzt man in luftigem Abstand zum Nebenpassagier, und wer nach hinten geschickt wird, kann dort ganz bequem seine Beine ausstrecken. Der üppig bemessene Kopfraum reicht auch für jene ellenlangen Kerle, die ihren Cowboyhut allenfalls vor dem lieben Gott ziehen. Statt Edelholz und Nobelteppich gibt es eine – zugegeben auf den ersten Blick erschreckende – Ansammlung von Materialien wie aus dem Baumarkt.

 

Den ganzen Wagenboden beispielsweise bedeckt eine Kunststoffmatte, deren Oberflächen von runden Noppen geziert wird. Auch der Rest des Interieurs ist dem Kunststoff verpflichtet – bis hin zu den Sitzbezügen. Letztlich hat das alles natürlich auch Vorteile, was nicht nur die in dieser Beziehung betont praktisch denkenden Amerikaner zu schätzen wissen. Nehmen wir den Gartenschlauch, und die Welt ist wieder in Ordnung. Den Eindruck, es mit einem praktischen Auto zu tun zu haben, verstärkt sich durch die zweigeteilte Heckklappe, die das Beladen des Kofferraums leicht macht.

 

Für Party PeopleFür Party People

 

Gleichzeitig lädt sie zum Picknick ein, weil auf der unteren Heckklappen-Hälfte alles bis zum Hotdog-Grill Platz findet und im hinteren Teil des Autos angebrachte Lautsprecher für musikalische Untermalung sorgen. Dass man den MP3-Player direkt einstöpseln kann, darf als selbstverständlich gelten, denn ohne diese Möglichkeit traut sich in Amerika mittlerweile kein neues Auto mehr auf die Straße.

 

Der Element ist ein von Grund auf witziges Auto. Bloß beim Verbrauch hört der Spaß auf: Honda gibt den Konsum mit 10,7 (Stadtverkehr) bis 13,9 Liter (Autobahn) an. Hier waren die kreativen Techniker dann wohl doch etwas einfallslos.

 

Technik-Info Honda Element:

4 Zylinder Reihe, 16 Ventile, 2354 cm³,

118 kW (160 PS), Drehmoment 218 Nm bei 4500/min,

179 km/h, 0 bis 100 km/h: 11,9 s, 5-Gang,

(optional: 4-Gang-Automatik), Frontantrieb (optional 4WD), L/B/H: 4300/1815/1790 mm, Verbrauch 10,7-13,9 L/100 km, Leergewicht: 1535 Kilogramm, Neupreis 22.300 Dollar (15.833 Euro), Gebrauchtwagen 4WD Automatik in Deutschland 8.000 bis 20.000 Euro. Allerdings sind nur eine Hand voll Autos in den grossen deutschen Gebrauchtwagenbörsen zu finden.

 

In New York erwischtIn New York erwischtCube wohin man siehtCube wohin man sieht2-geteilte Heckklappe2-geteilte HeckklappeDie Honda LiegeDie Honda LiegeEuropäische AusmasseEuropäische AusmasseRitter Sport als AutoRitter Sport als AutoMerkwürdige FarbenMerkwürdige FarbenStrandwürfelStrandwürfel


10.09.2013 21:26    |    Standspurpirat38000

Der gefällt mir genauso gut, wie der Nissan Cube.

Das Element ist nicht nur parktisch sondern auch ein Auto, das auch von kleineren, als von über 1,85 m großen Personen gefahren werden kann, ohne das man, mangels ausreichender Augenhöhe, auf Piepser angewisen sein muss, weil es ihm nicht an, üblicher Weise, ausgebauter Rundumsicht mangelt.


11.09.2013 10:51    |    PreEvo

Die Studie war/ist interessant. Das fertige Auto lächerlich hässlich....vielleicht noch getoppt vom Fiat Multipla...


11.09.2013 13:20    |    Reachstacker

Interessant ist das der Wagen fuer Jugendliche gedacht war aber von >40 Jaehrigen gekauft wird. Entgegen der behauptung im Artikel gibt es auch Stoffsitze, es gab sogar ein Sondermodel mit Denim Sitzen (Blue jeans Stoff) Soviel zum marketing an Zielgruppen. :D

 

 

Ich finde den Wagen nicht sehr huebsch, die Plastikecken stoeren mich. Er ist aber Wahnsinnig praktisch! :cool:

 

Bei uns ist er keineswegs die "Raritaet" die er in D zu sein scheint...

Zusammen mit Kia Soul, Scion XB und einen weiteren ist er eben ein Vertreter des praktischen Schuschachtel Designs das bestimmte Kunden anspricht die in der Regel immer ueber 40 sind.

 

 

 

 

Gruss, Pete


11.09.2013 13:51    |    Ingo.M

Zitat:

Die Studie war/ist interessant. Das fertige Auto lächerlich hässlich....vielleicht noch getoppt vom Fiat Multipla...

Das sehe ich genauso!


11.09.2013 15:55    |    Twinni

An der Karre ist ja nun wohl so gut wie nichts erstrebenswert. Wenn ich stattdessen Fernsehen schauen soll, dann bitte ein paar Crash-Videos mit genau diesem Auto. :D

 

Andreas


11.09.2013 20:57    |    scion

In USA sieht man den sehr oft, aber auch hier wieder, frage ich mich, wie schon bei FJ-Toyota... was will der Designer uns damit sagen? Klar praktisch ist gut und viel Platz ist auch nicht zu verachten, wenn man den braucht. Aber die grauen Kunststoffflächen sind häßlich und auch sonst finde ich an dem Wagen nichts hipp.

Wenn man Platz braucht, tuts auch ein Honda Odysee oder mit 4x4 der Pilot... naja die werden wohl etwas teuerer sein, dafür aber schicker:)


11.09.2013 22:08    |    Standspurpirat38000

Über Geschmack lässt sich streiten :D

Wem gefallen schon die seltsamen Gebilde die VW und Audi mit Einheitsnasen präsentierten die, mit gewolltem und nicht gekonntem bösen Blick und mit in der Mitte haftenden Kennzeichen verziert sind?

Statt mal bei Alfa abzugucken, wie man die Nase präsentieren kann baut man einen Balken ins Frame..

Dann lieber sowas, was zudem ein knuffiges Gesicht hat. :)

Kunststoff in den Flanken hat auch Vorteile, vor allem, Abseits befestigter Strassen.


11.09.2013 22:27    |    Reachstacker

Viel dummes Gelaber hier. Mein Verdacht ist alles Leute die den Element noch nie gefahren haben.

Wahrscheinlich nichtmal live gesehen. :o

 

Das Fahrzeug ist Kult. :)

 

Nissan Cube

Kia Soul

Scion XB

 

 

 

Gruss, Pete


12.09.2013 14:36    |    mat619

Für mich der coolste all dieser Japan-/Korea-Würfel. Mal was erfrischend anderes, bei dem man sich echt wundern muss, dass ein Hersteller mal die (Verzeihung, aber is' doch wahr!) Eier in der Hose hatte, so etwas tatsächlich nicht beim Concept zu belassen, sondern in Serie zu schicken. Und dabei so praktisch!

 

Von den Bildern find ich den "Strandwürfel" am besten. :D Rollende Surferhütte! Hat was.


12.09.2013 16:17    |    Reachstacker

Was mich wundert ist das der Wagen in Deutschland besprochen wird, 2 Jahre nach Produktionsende...

Gebaut wurde er seit 2002, etwa 350'000 wurden verkauft bevor die Produktion in 2011 eingestellt wurde.

 

Die Qualitaet ist dem CRV aehnlich, das heisst gut und auf hohen Niveau wie alle Honda's.

 

 

 

 

Gruss, Pete


12.09.2013 16:59    |    scion

Ganz einfach, kein Diesel lieferbar... dann kaufts auch keiner von den Rußfetischisten und dann werden zahlreiche auch recht attraktive Modelle, hier erst garnicht angeboten. Das wird in Zukunft noch schlimmer, weil Hybride hier auch nahezu unverkäuflich sind und nicht VW draufsteht.


12.09.2013 22:09    |    Harhir

Er ist praktisch aber nicht sehr familientauglich.

In meinen Augen hat er zwei Nachteile.

- Es ist fuer diese Groesse (4.3m lang, 1.8m breit) nur ein 4 Sitzer. Hinten sind nur zwei Sitze. Jedes gleich grosse SUV hat hinten mindesten einen Sitz mehr.

- Die hinteren Tueren lassen sich nur oeffnen, wenn man die vorderen Tueren zuerst aufmacht. Wenn man Personen, die hinten sitzen, auf der dem Verkehr abgewandten Seite rechts rauslassen will ist das alles Andere als praktisch.

Man muss sich entweder ueber den Beifahrersitz nach rechts beugen und die Beifahrertuer von innen aufmachen so dass die Passagiere hinten die hintere Tuer oeffneb koennen. Oder man muss ums Auto maschieren und die Tueren von aussen aufmachen.

 

Letzterer Punkt ist fuer mich ein K.O. Kriterium. Da bleibe ich lieber beim Minivan mit Schiebetueren hinten, die meine Kinder von selbst aufmachen koennen, wenn sie aussteigen wollen.

Aber zugegeben, er ist auch nie als Familienfahrzeug vermarktet worden. Er war eher als Freizeitfahrzeug fuer junge Leute gedacht.


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