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24.02.2017 19:36    |    KUESmagazin    |    Kommentare (28)    |   Stichworte: 1972, 1977, D, Galileo, Gebrauchtwagen, Kilometer, KÜS, Küs Check, KÜS Magazin, KÜS Plus, Oldtimer, Opel, Pro7, Rekord, Rekordauto, Rekord D

Warum gibt es kaum noch PÖL-Fahrer?

Rekord D - das D steht nicht für Diesel Rekord D das D steht nicht für Diesel

 

Vor ziemlich genau zehn Jahren startete Opel ein höchst ungewöhnliches Projekt mit der Pro7 Sendung Galileo: Ein auf Pflanzenöl (PÖL) umgerüsteter Opel Rekord D sollte mit zwei gecasteten Zuschauern am Steuer vom Nordkap bis zu den Pyramiden fahren. Und zwar nur mit Pflanzenöl, dass man sich unterwegs am Strassenrand erschnorren sollte. Um es vorwegzunehmen: Er kam tatsächlich in Ägypten an. Seitdem fristet der inzwischen 40jährige Opel Rekord D in einer Rüsselsheimer Tiefgarage sein Dasein. Doch der Reihe nach:

 

Rekord D - das D steht nicht für DieselRekord D - das D steht nicht für Diesel

 

Er sollte bloß nicht nach Diesel klingen: Als Designer Chuck Jordan nach dem Rekord C im Jahr 1972 die Evolutionsstufe D präsentierte, hatte man anfangs bei Opel größte Befürchtungen, das könnte Volk meinen, mit D wäre D wie Diesel gemeint. Also kommunizierte man den Rekord D lieber als Rekord II. Schließlich sollten die Benziner mit 1,7 (60-83 PS), 1,9 (75-97 PS) und 2,0 Litern Hubraum (100 PS) als Volumenmodelle den Markt erobern. Ruppige Selbstzünder galten vor 30 Jahren eher als unschick.

 

Ganz im Gegensatz zur selbst tragenden D-Karosserie aus Ganzstahl: Sie bot fünf Personen Platz, entweder als zwei- und viertürige Limousine, als drei- und fünftüriger Caravan oder schickes als Coupe. Frühe Versionen hatten serienmäßig Lenkradschaltung, die Dieselmodelle sogar bis Produktionsende. Die „Sportschaltung“ genannte Mittelschaltung kostete anfangs sogar Aufpreis und war für die Dieselversionen nicht lieferbar. Auf Wunsch war auch ein 3-Gang Automatikgetriebe erhältlich. Schon 1972 war die Dieselversion mit 2,1 Liter Hubraum zu haben, erkennbar an dem charakteristischen Buckel auf der Motorhaube. Der Motorbuckel war notwendig, da der Dieselmotor durch eine oben liegende Nockenwelle eine größere Bauhöhe als die Benzinmotoren hatte. Die Dieselmodelle gelten heute als ausgestorben: Erstens haben ihnen die utopischen Kfz-Steuern den Gar-Aus gemacht. Zweitens wurden die Diesel-Rekord mit der sexy Buckelhaube regelmäßig für Tuningmaßnahmen an irgendwelchen Opel Commodore geschlachtet.

 

Am 18. Mai 2007 kam der 2100er Rekord Diesel zu spätem Ruhm. Ein Exemplar aus dem Jahr 1973 wurde eigens für einen 10.000 Kilometer langen Höllentrip vom Nordkap bis zu den Pyramiden in Ägypten hergerichtet. Die Fernsehsendung Galileo hatte dem Opel-Museum den rüstigen Rüsselsheimer aus dem Kreuz geleiert und ihn auf Krawall gebürstet. Die Bremerin Alexandra Büch (21) und der Kölner Feuerwehrmann Markus Hauprich (31) wurden als Dauertestfahrer für die Harakiri-Aktion ausgewählt.

 

Die Trittbretter wurden extra für Pro7 montiertDie Trittbretter wurden extra für Pro7 montiert

 

Und sie hatten auch noch eine skurrile Aufgabe mit auf den Weg bekommen: Statt mit Diesel durften sie ausschließlich mit Salatöl fahren. So etwas kann man wirklich nur einem D-Rekord zumuten. Damit der Diesel überhaupt anspringt, wurde ein aufwendiges Heizsystem installiert. Pflanzenöl brennt nämlich nur, wenn es mindestens 50 Grad heiß ist. Oder haben Sie schon mal einen Endiviensalat mit Olivenöl angezündet? Handicap des Umbaus: der Öltank fasst bloß 20 Liter. Nach 20 Flaschen Salatöl oder 270 Kilometern musste nachgekippt werden.

 

Das Pflanzenöl durfte nicht einmal gekauft werden. Die beiden Testfahrer mussten es sich aus sämtlichen Frittenbuden und Privathaushalten, die auf ihrem Weg von Russland nach Gizeh liegen zusammenklauben. ?Grundsätzlich sind alle Pflanzenölsorten und auch tierische Öle zum Betrieb in umgerüsteten Diesel-Fahrzeugen geeignet. Vereinzelt setzen Autofahrer auch gefilterte Altöle und flüssige Speisefette ein. Sie mussten jedoch vor der Nutzung sorgfältig gereinigt, entwässert und manchmal auch neutralisiert werden. Insgesamt gab es 2007 in Deutschland zwischen 20 000-30 000 Pflanzenölfahrer. Übrig davon geblieben sind heute vielleicht nur noch ein Zehntel.

 

Die Gründe: Nachdem statt Frittierfett nur noch zertifiziertes, frisches Pflanzenöl von Politik und vom Zoll erlaubt wurden, stiegen die Preise über Diesel-Niveau. Dann folgte die ethische Debatte: Dürfen Lebensmittel überhaupt in den Tank? Die Todesspritze für die PÖLer kam mit den modernen Common-Rail-Motoren: Kaum ein Hochdruckdiesel verträgt noch mehr als die 7% beigemischten Biodiesel gemäss der deutschen Biodiesel-Norm DIN EN 14214.

 

Im Jahr 2007 war noch alles anders: Zusammen mit zehn anderen PÖL-Fahrern (PÖL = Pflanzenöl) wurden die Rekordler auf Ihrer Fahrt durch Deutschland begleitet. Die meisten waren noch mit Wirbelkammerdiesel und alten TDI-Triebwerken unterwegs.

 

Die Tester fuhren durch ganz EuropaDie Tester fuhren durch ganz Europa

 

Bis auf den Pommes-Geruch am Auspuffrohr verhielt sich der umgebaute Rekord D unauffällig: Der komplett restaurierte D-Rekord sprang mit laut starkem Nageln und blauweißer Frittenfahne an. Die Beschleunigung erinnerte an eine Wanderdüne: Es sind geschätzte 25 Sekunden von Null auf Tempo 100. Fahrerin Alexandra auf die Frage nach der Höchstgeschwindigkeit antwortete damals: „Einmal im Polen, da habe ich richtig drauf getreten, mehr als 120 km/h habe ich mich aber nicht getraut.“

 

Immerhin: Statt Rücken malträtierender Sofasitze hatte Recaro für die Tour zeitgenössische Sportsitze aus beigem Leder organisiert. Ansonsten sorgten aufgeklebte Alu-Riffelbleche für einen hellen Innenraum. Schließlich sollte die Inbord-Videokamera jeden der 30 Rallyetage aufzeichnen. Bislang fuhr der arme Vorkammer-Diesel so ziemlich mit jedem Fett. Sogar altes Frittenöl, das zuvor in einer finnischen Sauna auf Temperatur gebracht wurde, verquarzte der Vierzylinder klaglos. Mit sinkender Außentemperatur und teilweise erschreckend ekliger Ölqualität erhöht sich allerdings die Zahl der Anlasserumdrehungen, bis der Selbstbrenner zündet.

 

Nach Wochen aufreibender Fahrt kam der Opel Rekord D 2100 Diesel am 18. Mai 2007 bei den Pyramiden an. Danach sollte der Rekordler eigentlich ins Opel-Museumwandern. Doch zur Zeit parkt er vergessen in der Rüsselsheimer Tiefgarage. So, als würde er vielleicht doch irgendwann wieder zum Einsatz kommen.

 

 

 

Opel Rekord 2100 D Technik-Info:

Bauzeit 1972-1977, Hubraum: 2068 ccm, Bohrung x Hub: 88 mm x 85 mm, Bosch-Einspritzpumpe, Wirbelkammerprinzip, Leistung: 60 PS bei 4400 U/min, Drehmoment 118 Nm bei 2500 U/min, Höchstgeschwindigkeit 135 km/h, Verbrauch 8,7 l/100km, Dieselmotor mit 58 PS, nur für Italien, Vorderachse: Einzelradaufhängung an doppelten, ungleich langen Querlenkern mit Schraubenfedern (mit progressiver Rate), Drehstab-Stabilisator und Teleskopstoßdämpfer, Hinterachse: Starrachse mit Panhardstab an Doppel-Längslenkern, Schraubenfedern mit progressiver Rate, Drehstab-Stabilisator und Teleskopstoßdämpfer, Bremsen: vorne Scheiben, hinten Trommeln, Zweikreis mit Servo, Getriebe: vollsynchronisiert, 4 Vorwärtsgänge, 1 Rückwärtsgang, Mittelschaltung.

 

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24.02.2017 20:10    |    cng-lpg

Einer der 20.000 bis 30.000 Pflanzenölfahrer war ich. Renault Rapid mit serienmäßig beheiztem Dieselfilter. War damals eine gute und preiswerte Lösung. Biodiesel? Was für ein Blödsinn, wenn man das Öl direkt aus der Pflanze tanken konnte.

 

 

Gruß Michael


24.02.2017 20:41    |    Joehlinger

Ja bei uns ist sogar ein Stadtbus rumgefahren!


24.02.2017 20:53    |    Black Rider

Nach Wochen aufreibender Fahrt kam der Opel Rekord D 2100 Diesel am 18. Mai 2017 bei den Pyramiden an.

 

Ä Moment :D


24.02.2017 21:24    |    PIPD black

Zitat:

Die Todesspritze für die PÖLer kam mit den modernen Common-Rail-Motoren: Kaum ein Hochdruckdiesel verträgt noch mehr als die 7% beigemischten Biodiesel gemäss der deutschen Biodiesel-Norm DIN EN 14214.

War das so?

Bei VW hielten die CR bekanntlich recht spät Einzug. Die PD-Diesel konnten umgePÖLt werden. Hatten im Forum auch einen, der das gemacht und lange gefahren hat.

Den Todesstoß gab meines Wissen der DPF. Damit war Biodiesel nicht mehr fahrbar. Mein Caddy hatte den 2007 ab Werk verbaut.


24.02.2017 22:14    |    Harhir

Die alten Wirbelkammer Dieselmotoren haben eigentlich so alles geschluckt, was irgendwie gebrannt hat. Von Salatoel, Petroleum ueber Diesel bis zu Benzin. Ja meinem Kadett D Diesel konnte man im Winter bis zu 30% Normalbenzin zumischen damit der Kraftstoff bei Minus 20 Grad noch fluessig blieb. Damals war Winterdiesel nicht immer und ueberall verfuegbar.

Zum Auto:

Die Rekord Diesel Modelle waren damals sehr sehr selten. Ausser in Italien. Da hat man sie oefters gesehen. Und neben dem Rekord D und E gab es ja auch noch den Ascona B mit Diesel. Und alle hatten die Beule in der Motorhaube.



24.02.2017 23:05    |    Creeper45

Dieser Rekord war für mich der Bestaussehende, wobei der letzte Record (auch als Senator A2) auch schick war.

In der Flash ist ein blauer Record E mit implantierter Omega 2.4 Maschine, der brauchte also auch den Buckel.

Was machen die Leute die keine Buckelhaube mehr bekommen? Scoop einbauen (Ihr wißt schon, 3 rote Punkte und so :D ) um einen Grund für das Loch in der Haube zu haben?


24.02.2017 23:24    |    Harhir

Einen habe ich noch vergessen. Da gab es ja noch den Senator Comprex Diesel. Gebaut von Irmscher. Auch mit dem Buckel:

https://de.wikipedia.org/wiki/Comprexlader


Bild

25.02.2017 07:13    |    Magnus-Vehiculum

Wäre ja interessant zu erfahren, wie das gute Stück denn nun in dieser Garage gelandet ist, nachdem es damals, nach Beendigung des Events plötzlich "verschwand".

 

Das Salatölauto ist verschwunden 11. Juni 2007 / Oliver Lauter / AUTO BILD-Blog


25.02.2017 10:35    |    Trennschleifer36554

"Die „Sportschaltung“ genannte Mittelschaltung kostete anfangs sogar Aufpreis und war für die Dieselversionen nicht lieferbar."

 

Und:

 

"Opel Rekord 2100 D Technik-Info ... Mittelschaltung"

 

Ja wat denn nu, ich dachte die gabs nicht für Diesel.

 

Aber schöner Artikel, die Erinnerungen, ein Nachbar von mir hatte damals einen Frittenfett Golf, das war aber schon eine üble Geruchsbelästigung wenn der morgens gestartet hat. Das war so ein richtiger klischeehafter Öko, mit Ringelsocken und Riemensandalen, der hätte nie verwendbares Pflanzenöl in den Tank gekippt, der hatte in der Garage sogar eine selbstgebastelte Filtrieranlage :-). Zum Glück konnte der nicht fahren und hat die Kiste zügig verschrottet und man konnte morgens wieder lüften.


25.02.2017 10:55    |    Trottel2011

Ein Freund von mir war lange Pöler, bis die Umweltzonen kamen.

 

Allerdings hatte sein Pölfahrzeug, ein Volvo 940 TDIC (also 6 Zylinder LT Diesel mit Turbo und Ladeluftkühler) sogar eine Tankerweiterung, welches auch noch beheizt war. Damit konnte er dann sogar Schweineschmalz fahren. War immer lustig. Auf Pöl starten und wenn das Kühlwasser den Schmalz ausreichend flüssig, wurde das Schmalz dem Pöl beigemengt (Zusatzpumpe zum "Umpumpen"). Das roch immer herrlich und die Kiste hatte auch ausreichend Wumms (statt 122 ps wie es serienmäßig hatte, waren es danach irgendwann 170 ps, zu einer Zeit als man aus 2.4l Diesel knapp 140 ps rausholte).


25.02.2017 11:32    |    Federspanner231

Servus,

war bei uns auch gross in Mode als es noch die "alten" Diesel gab.Nach einer langen Debatte bot die Baywa eine

Biodieselzapfsäule.Der Hauptaktivist fährt heute Citroen E.-Auto und will von seiner"russigen"Dieselära nichts mehr wissen....

Schönen Fasching


25.02.2017 12:27    |    Rockport1911

Schönes aber sehr aufwendiges Experiment, in Ländern wie Tunesien mit deren Temperaturen sogar recht zuverlässig.

 

Von der Salatöl, Frittenöl oder Biodiesel- Fraktion hört man heute nicht mehr viel....


25.02.2017 13:43    |    Schnuffel99

In den 80er jahren hatte ich einen von 1750 Ascona mit 2.1 Dieselmotor. Er war kein Renner dafür ein Dauerläufer. So manch verdutzten Blick mußte ich mir gefallen lassen wenn die Leute bemekten das ich mit einem Diesel da war. Zu dieser Zeit war Diesel in Dänemark ( ich bin in Flensburg) nur halb so teuer wie hier, Der Ascona hatte zwar das damas übliche Schüttelproblem, er hat sogar das Masseband Motor / Karosserie abgewackelt und die geteilet Batterie 2 x 44 AH eine liks und eine rechts im Motorraum dafür war er sehr simpel aufgebaut. Den konnte man hervorragend selbst warten/instandsetzen. Zu jener Zeit hatte ich eine kleine Schrauberkiste im Kofferraum, mit Messingbürste einem Satz Steckschlüssel Hammer und Kombizange. Berlin , Rom , Paris, Freiburg und München, Kopenhagen Starwanger und Oslo hat er Wagen gesehen. War eine tolle Zeit und ein gutes Auto es wollte halt gern fahren.

Danach gab es einen MB 200 / 8 mit 55 PS im Vergleich ein Schiff doch in der Folgezeit hatte ich mein Herz an Bikes verloren GPZ 1100 / R100 RT / SR 500 und zum Start gabs eine Güllepumpe CX 500 C.

Aber das ist eine andere Geschichte.

LG Schnuffel 99


25.02.2017 13:51    |    Mercedesfreak16

Der Hauptgrund war schon die Besteuerung, die ja im Text auch genannt wird. Auch Altöl darf man allerdings noch verfahren (Frittenfett) aber bei fast 50ct. Steuer pro Liter lohnt es eben nicht mehr. Auch einige CR-Diesel kann man mit guten 2-Tank-Systemen fahren. Aber die Infrastruktur hat sich mit der Steuererhebung langsam aufgelöst.

 

"Pflanzenöl brennt nämlich nur, wenn es mindestens 50 Grad heiß ist."

 

Das allerdings stimmt nicht. Es kann auch mit 0° eingespritzt werden, solange der Motor gute Kompression hat.

 

Ich fahre mit dem Zeuch manchmal heute noch rum - aus ideologischen Gründen...


25.02.2017 14:12    |    Daemonarch

Heule gilt es doch sogar als Steuerhinterziehung, wenn man PÖL fährt?


25.02.2017 15:56    |    KUESmagazin

Es dürfen nur zertifizierte Kraftstoffe getankt werden, für die eine Energiesteuer abgeführt wurde. Nachgewiesen werden kann das bei einer Zollkontrolle z.B. mit der letzten Tankquittung von der PÖL-Tankstelle. Rapsöl aus dem Supermarkt oder Frittenfett macht den Fahrer leider zum "Steuerschuldner". Hier noch die Quelle: https://www.zoll.de/.../verwenden-von-kraftstoffen_node.html


25.02.2017 16:58    |    Creeper45

Da könnte dem Fiskus doch glatt was entgehen :( Da werden wohl noch einige andere Ideen totgebissen worden sein auf diese Weise

 

Weiß nicht, wo ich das mal gelesen habe, aber:

"Du sollst nicht stehlen, rauben und betrügen. Der Staat haßt Konkurrenz"

(und die Autolobby ölt gut)


25.02.2017 20:25    |    Jo144

Naja, ich fahr jetzt seit 5 jahren oder so nen Diesel, aber bei mir hat noch nie jemand in den (zugegenermassen auch immer legal gefüllten) Tank geschaut...


25.02.2017 23:32    |    luki8

Wieso Vorheizen ?

Hab das Pflanzenöl aus'm Aldi im Sommer immer direkt in den Tank

von meinem Nissan Sunny 2.0 Diesel geschüttet !

Bin jeden Tag 200 Km Autobahn gefahren ...!

3 Jahre lang ....natürlich nur von März bis Mitte Oktober ...!

Hab ihn nur abgegeben wegen der hohen Steuern!

OK er räucherte manchmal beim Kaltstart morgens...


26.02.2017 15:19    |    Neoctavianer

Mit dem 190D 2.5 hab ich einfach bei Aldi getankt, später dann an ein PÖl-Tanke. Nix Umbau oder vorheizen. Im Winter 50/50 Diesel. Lief super und hat mit PÖl weniger gerußt als mit Diesel. Pommesfahne war natürlich auch, wurde aber mit zunehmender Temperatur geringer, weil Oxikat. Das Beimischungsgebot und die veränderte Steuergesetzgebung haben PÖl getötet. Brauchbare Autos gibt es noch genug.


26.02.2017 15:21    |    unpaved

Ich oute mich hier auch als ehemaliger PÖL Fahrer. Toyota HZJ79 mit zusätzlichem 140l Tank fürs PÖL und 90l Tank für Diesel.

Anders, als viele heute meinen, ist PÖL kein Raps Methylalkohol Ester wie Biodiesel. Der muss erst aufwändig und teuer aus PÖL hergestellt werden. Und RME ist außerdem höchst problematisch, zum Beispiel gegen Dichtungen in Leitungen, Pumpen usw.

Ab rund 2004 sprach sich immer mehr rum, das PÖL ökologisch und ökonomisch äußerst vorteilhaft ist. Es bildete sich relativ schnell eine Umbauszene mit Anleitungen und Werkstätten und ein Vertriebssystem für alle, die nicht direkt beim Bauern tanken konnten.

Die Mineralöl Lobby hat dann massiv gegen PÖL interveniert und die hohe Besteuerung durchgesetzt.

Eines der wenigen Foren, das aus dieser Zeit noch übrig geblieben ist:

http://www.fatty-fuels.de


26.02.2017 15:32    |    luki8

@unpaved

Da hast Du recht ...leider hat man dem schnell einen Riegel vorgeschoben ! Pflanzenöl wurde sehr schnell so teuer das es nicht lohnte ....!


26.02.2017 17:03    |    unpaved

PÖL wurde trotz aller ökologischen Vorteile uninteressant, weil die Besteuerung hochgesetzt wurde. Verbunden war das mit einer starken Verknappung von Pflanzenölen, weil auf Teufel komm raus von den Raffinerien Biotreibstoff erzeugt werden musste. Die kauften dann, was sie bekommen konnten. Damit stieg dann auch der Rapsöl Preis bei den Discountern drastisch an.

Im übrigen arbeitet die Lobby der deutschen Fahrzeughersteller und der Mineralölproduzenten gerade schon wieder daran, einen preiswerten und umweltfreundlichen Konkurrenten zu Diesel und Benzin aus dem Rennen zu werfen. Natürlich auch wieder mit voller Unterstützung von Schäuble speziell und CDU/CSU/SPD Bundesregierung ganz allgemein.

Diesmal geht es gegen LPG, dessen Steuerbegünstigung mit Ende 2017 ausläuft. Danach wird es teurer, was die Akzeptanz reduziert und die modernen DI Motoren sind so konzipiert, dass eine Umrüstung für die meisten Modelle fragwürdig ist.


26.02.2017 20:43    |    Schreinermonteur

Das Auto war ein Traum. Das es diesen Rekord auch als Diesel gab, wusste ich damals aber nicht. Mein Vater hatte sich diesen Rekord 1900 damals gekauft, allerdings als Benziner mit Mittelschaltung gekauft. Der war recht lang im Vergleich zu heute.

Als ich damals meinen Lappen machte, lernte mein Vater mich damals weiter an auf diesen Auto, bis ich ihn später selbst hatte und bevor ich bei einem guten Kollegen, welcher Ralley-Werksfahrer war, den letzten Schliff sozusagen erhielt.

Aber dieser Opel war und blieb mein Traum. Aber im Winter mit viel Schnee brauchte es schon Gewichte hinten im Kofferraum, das muss man schon sagen.

Sogar mein Schwiegervater fuhr den gleichen Typ damals, was meiner Frau als Juegenderinnerung hängenblieb.

 

Ja, dieser Opel schien ein Erfolg gewesen zu sein und nicht nur in Deutschland!

 

Was mir an dieser Zeit hingegen noch hängen geblieben war, das ich einige Leute kannte, die tatsächlich mit Salatöl tankten. Ich fand das immer lustig, wenn statt dem Zapfhahn, die Salatflasche im Stutzen hing. Damals allerdings glaubte ich nicht an daran, das es für das Auto gut war oder im allgemeinen vorteilhaft war, zudem man damals eher negativ über Dieselautos sprach, was mein Entscheid damals beeinflusste, nur Benziner fahren zu wollen und auch über 30 Jahre machte.

Seit Mitte Januar fahre ich meinen ersten Diesel, aber ohne Salatöl!:D


27.02.2017 08:27    |    sushis

Auch zumThema PÖL- Diesel-> Kaltreiniger. Es gab eine Firma die Maschinen entwickelt hat um die Mio.Tonnen Kaltreiniger die jährlich teuer entsorgt werden mußten , zu reinigen und als Kraftstoff zu nutzen. Leider wurde diese Idee auch "gekauft". Der Kraftstoff hatte nach Analysen bessere Eigenschaften als normaler Diesel. Wäre also auch in CR Dieseln gelaufen...


27.02.2017 20:43    |    ppuluio

KLar kann man jeden Kraftstoff tanken!

Man muß bloß nachweisen, daß man es versteuert hat oder es versteuert, per steuererklärung.

 

kleinstmengen unter 10 liter pro tankfüllung sind steuerfrei.


28.02.2017 09:20    |    BMWX3_3.0d

Ich fuhr von 2003 bis 2006 einen Sprinter 213 CDI mit zugetanktem Rapsöl. Im Sommer bis ca. 50 %. Allerdings war das mit Ablauf des Leasingvertrages u. danach gekauften Vito CDI u. Partikelfilter nicht mehr möglich. Damit hatte sich der Rapsöltank in der Garage auch erledigt.

 

Technisch war das alles einwandfrei. Keine Probleme u. absolut o.k.


01.03.2017 21:56    |    Ascender

Mein Nachbar kippte früher alles in seinen W124-Diesel was irgendwie ölig war. Völlig egal was. Hauptsache irgendwie flüssig. Egal ob altes Frittenfett, welches er bei Imbissbuden oftmals kostenlos bekam, oder ob nun Schweineschmalz. Ging alles durch. Roch auch so. Sehr unangenehm wenn man hinter ihm herfuhr. Aber günstig war es allemal.

Das Aus kam zum einen mit der Besteuerung, zum anderen aber natürlich auch, dass moderne Fahrzeuge sowas nicht mehr verkraften. Ich glaube ich habe sogar mal einen Bericht auf Galileo gesehen, wo das mit einem aktuellen VW versucht wurde. Da war dann nach kurzer Zeit Feierabend. Einspritzdüsen, etc. verstopft.


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