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06.05.2018 09:05    |    KaJu74    |    Kommentare (4)

Ist euch dreckige Luft lieber, als ein Auto sauberer machen zu lassen?

Hallo

 

Dieses Thema hat mich wirklich zum grübeln gebracht:

Gutachten: Hardware-Nachrüstungen von Diesel-Fahrzeugen - Experten: Diesel-Nachrüstungen sind teuer und unwirksam

 

Dort vertreten viele die Meinung, dass die Hersteller die Autos nicht aufrüsten und sauberer machen sollten.

 

Ich habe dort versuche mal eine neutrale Zusammenfassung aufzustellen, bitte korrigieren wenn fehlerhaft.

 

1. Es gibt Thermofenster, wo die Abgasreinigung reduziert oder komplett abgeschaltet wird.

Das passiert bereits ab 18°C, also die Reduzierung und bei 10°C ist sie komplett abgeschaltet.

 

Das findet ihr gut.

 

2. Es gibt Abschaltvorrichtungen zum Motorschutz.

Also der Motor ist so konstruiert, dass er nicht dauerhaft die Abgase reinigen kann.

 

Das findet ihr gut.

 

3. VW (und vielleicht andere) hat zusätzlich eine Betrugssoftware verbaut, wo die Abgasreinigung auch deaktiviert wurde, wenn das Fahrzeug nicht auf einem Prüfstand war.

 

Das findet ihr nicht gut, habt aber damit kein Problem.

 

4. Die Software war ein Fehler eines einzelnen kleinen Mitarbeiters der die Software ohne Wissen der Chefs aufgespielt hat. Was die Chefs aber für nicht gut heißen.

Trotzdem werden neue Fahrzeuge weiterhin mit der Betrugssoftware gebaut und ausgeliefert.

 

Keine Ahnung wie ihr das findet, vermutlich normal.

 

5. Die Softwareänderung läuft mehr als schleppend.

 

Interessiert euch glaube ich nicht.

 

6. Die Fahrzeuge, die die geänderte Software haben, bekommen plötzlich Probleme.

Der Hersteller und einige User hier sagen dann, wer weiß ob das mit der Software zusammen hängt.

 

Also findet ihr das eher normal.

 

7. Die Fahrzeuge, die die geänderte Software haben, fallen jetzt aus und Teile gehen kaputt und VW weigert sich Garantie oder Kulanz zu geben.

Der Hersteller und einige User hier sagen dann, wer weiß ob das mit der Software zusammen hängt, denn es hätte auch ohne so kommen können.

 

Also findet ihr das eher normal.

 

8. Eine dauerhafte Einhaltung der Grenzwerte ist möglich, würde aber etwas Geld kosten

 

Das will hier scheinbar niemand, weil so beim Kauf nie zugesagt, obwohl ich auf keinem Prospekt je gelesen habe, dass die Schadstoffklasse nicht dauerhaft eingehalten werden kann.

 

9. Die Diesel erfahren jetzt einen Wertverlust.

Das ist das Problem der Kunden und nicht der Hersteller.

Man soll besser einen neuen Diesel der Hersteller kaufen.

Die sind dann garantiert sauber, wie auch schon immer versprochen wurde.

 

Stimmt das so in etwa?

 

Als erste Antwort kam:

Zitat:

@ahmettir schrieb am 5. Mai 2018 um 12:57:16 Uhr:

Bis auf den ersten Satz im Punkt 3 kann ich dir zustimmen :) ich finde es sogar gut, dass so eine Einrichtung eingebaut wurde. Das beweist mal, dass man sich als Autobauer nicht verarschen lässt :)

Er bestätigt die (schrecklichen) Aussagen, die ich getroffen habe.

Er geht sogar noch weiter, denn er findet es auch noch gut, das VW die Bertugssoftware eingebaut hat.

 

Später ergänzt er es nochmal wie folgt:

Zitat:

@ahmettir schrieb am 5. Mai 2018 um 23:16:01 Uhr:

Ich arbeite in einer Großstadt, wo die Luft in der Innenstadt manchmal abartig stinkt (die Rede ist nicht mal von Stuttgart, wer weiß wie es dort duftet). Das ist auch ein Grund, wieso ich die 3 km nicht mehr zu Fuß gehe, sondern mit meiner Dieselmühle.

Aber ganz ehrlich: Bevor die ganzen Autos abgeschafft oder verschrottet werden, atme ich lieber die ätzende stinkige Luft ein. Die Freude am Autofahren ist unser Recht, das wir uns von niemandem nehmen lassen werden :)

Und bevor man in seine Mühle kaputtgehen könnende Abgasreinigungstechniken einpflanzen lässt, atmet man doch lieber die würzige Abgasluft ein :D

 

Na ja, nicht jeder muss es verstehen. Ich bin seit eh und je schon immer ein autokranker Typ (auch Autonarr genannt). Daher interessieren mich Abgase grundsätzlich nicht.

....

Das Leben ist so ungerecht, nicht wahr? :) wer Autos nicht leiden kann, soll nicht an unseren würzigen und tödlichen Abgasen rumhacken, sondern aufs Land ziehen.

Dazwischen geht es nur um seinen Wunsch mit 300km/h zu fahren und das dort die Reinigung eh nicht funktionieren kann.

 

Denkt die Mehrheit der Deutschen oder auch andere wirklich so?

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08.05.2018 16:17    |    Dynamix

Dir ist schon bewusst das der von dir zitierte User mit Absicht so provozierende Beiträge schreibt und man diese bloß nicht ernst nehmen sollte? ;)

 

Daraus zu schließen das alle so denken führt nur dazu das man E-Auto Fahrern am Ende wieder religiösen Fanatismus vorwirft. Mal davon ab sollte man in einem Autoforum voller Autofans nicht erwarten lauter Umweltschützer anzutreffen :D


08.05.2018 16:31    |    KaJu74

Klar.

Aber hat irgendeiner geantwortet, dass er das nicht so sieht? Nö.


08.05.2018 16:36    |    Goify

Ich bin ja auch Umweltschützer und kann das auch in meinem Berufsalltag aktiv praktizieren. Und wahrscheinlich spart es mehr Dreck ein, wenn ich jemandem rate, eine größere Solarthermie-Anlage aufs Dach zu schrauben, als die noch in Deutschland verbliebenen dreckigen Verbrenner-Motoren (auf einen Haushalt umgerechnet).

 

Und so habe ich überhaupt keine Gewissensprobleme, wenn ich einen Euro4-Diesel im Alltag fahre. Er galt damals als sauber, hat einen DPF und ist sparsam - also alles ist gut.

Kommt nun Mercedes auf mich zu und bietet mir an, ihn auf Euro 6 umzurüsten und ich müsste maximal 500 € zuzahlen, würde ich es wahrscheinlich machen, es müsste aber garantiert werden, dass dadurch nicht der Verbrauch steigt, ich kein AdBlue benötige (brauchen auch nicht alle Diesel mit Euro 6) und der Motor weiterhin genau so lang hält. Also sagen wir ab der Umrüstung noch mind. 150.000 km.


08.05.2018 16:48    |    Dynamix

Ich sehe das beispielsweise anders, habe in dem Thread aber nichts gepostet. Macht mich das jetzt zu einem schlechten Menschen oder einem Umweltschwein? Ich hoffe doch nicht!

 

Für Dieselmotoren habe ich nie eine große Liebe empfunden. Nein, ich finde es absolut nicht gut was VW da abgezogen hat und das US Bashing, nur weil sich endlich mal jemand getraut hat dem unantastbaren Megakonzern ans Schienbein zu treten, in dem Zusammenhang finde ich auch zum kotzen. Man kann den Amerikanern ja alles mögliche vorwerfen aber bestimmt nicht das Sie vor jedem großen Konzern zu Kreuze kriechen wie wir Deutschen. Die haben Ihre eigenen Konzerne schon verknackt da wussten wir Deutschen nicht mal was ein TDI sein soll.

 

Um deine Fragen mal aufzugreifen:

 

1. Es gibt Thermofenster, wo die Abgasreinigung reduziert oder komplett abgeschaltet wird.

 

Finde ich grundsätzlich nicht so dolle. Motorschutz ja, aber nicht unbedingt auf Kosten der Umwelt. Ich denke das die EU Ihre Klimaziele eher mal überdenken sollte. Man sieht ja wohin die alleinige Konzentration auf CO2 geführt hat. Dadurch das man überall noch ein Quäntchen einsparen wollte hat man andere, deutlich giftigere Schadstoffe, aus den Augen verloren.

 

 

 

2. Es gibt Abschaltvorrichtungen zum Motorschutz.

 

Siehe Frage 1.

 

 

 

3. VW (und vielleicht andere) hat zusätzlich eine Betrugssoftware verbaut, wo die Abgasreinigung auch deaktiviert wurde, wenn das Fahrzeug nicht auf einem Prüfstand war.

 

 

 

Finde ich nicht gut, wobei man bis auf VW noch niemanden in die Richtung überführt hat. Das die anderen auf der Straße deutlich schmutziger sind ist auch dem völlig unrealistischen NEFZ geschuldet. Wenn die EU sich die Regeln von der Autoindustrie diktieren lässt darf man sich nicht wundern wenn diese das schamlos ausnutzt. Hier sollten sich die Politiker zuerst an die eigene Nase fassen. Wenn man den Bock zum Gärtner macht darf man sich halt nicht wundern wenn was blödes dabei rumkommt ;)

 

 

 

4. Die Software war ein Fehler eines einzelnen kleinen Mitarbeiters der die Software ohne Wissen der Chefs aufgespielt hat. Was die Chefs aber für nicht gut heißen.

 

Finde ich nicht normal, zeigt doch aber sehr gut wie unser Land bei sowas tickt. Diejenigen die einen Haufen Geld dafür bekommen Verantwortung zu übernehmen tun dies am Ende nicht. Da wird dann abgestritten bis zum geht nicht mehr und ein Bauernopfer nach dem anderen vorausgeschickt. Mir kann keiner erzählen das in einem Konzern wie VW, der bekannt dafür ist das die damalige Chefetage sich sehr genau mit der Technik beschäftigt hat, bis auf die böse Putzfrau keiner wusste was dort verbaut wurde.

 

 

5. Die Softwareänderung läuft mehr als schleppend.

 

Typische VW Taktik. Vielleicht hoffen Sie mal wieder das so aussitzen zu können. Vielleicht haben Sie auch nur Angst vor zu vielen Kundenbeschwerden auf einmal da das Update ja scheinbar wirklich die Zuverlässigkeit negativ beeinflusst. Der 1.6 TDI einer Freundin hat seit dem Update ein paar ungesunde Eigenheiten entwickelt. Erst war kurz nach dem Update plötzlich das AGR Ventil fällig und seit ein paar Monaten zappelt der Motor sehr ungesund vor sich hin als ob er gleich flüchten wolle.

 

 

 

6. Die Fahrzeuge, die die geänderte Software haben, bekommen plötzlich Probleme.

 

Man kann natürlich sagen das dies nicht mit der Software zutun hat, allerdings ist es schon sehr auffällig das sich solche Probleme nach dem Update zu häufen scheinen. Siehe Antwort zu 5.

 

 

7. Die Fahrzeuge, die die geänderte Software haben, fallen jetzt aus und Teile gehen kaputt und VW weigert sich Garantie oder Kulanz zu geben.

 

VW weigert sich gar nicht mal in allen Fällen. Im Falle meiner Freundin ging meines Wissens zumindest das AGR auf Kulanz.

 

 

8. Eine dauerhafte Einhaltung der Grenzwerte ist möglich, würde aber etwas Geld kosten

 

Ganz ehrlich? Zeig mir einen einzigen Menschen der sich einen Diesel aus Umweltschutzgründen gekauft hat. Das Totschlagargument der Dieselfahrer ist doch eher der günstigere Sprit. Das sich das bei vielen aufgrund der Jahresfahrleistung gar nicht lohnt und Sie dank der höheren Wartungs- und Reparaturkosten am Ende sogar noch draufzahlen, geschenkt!

 

Klar würde eine vernünftige Lösung Geld kosten, aber dann wäre man noch teurer als die Konkurrenz und das würde ja wieder die Verkaufszahlen beeinflussen. Danach muss man Vater Staat nur noch was von gefährdeten Arbeitsplätzen erzählen und schon kriegt man auch eine ungenügende Abgasreinigung durchgeboxt ;)

 

Das was der Staat da gerade durchzieht ist eh mehr als peinlich. Während in den USA die Autos alle mehr oder weniger zurückgekauft wurden reicht in Europa ein Plastiksieb im Ansaugsystem und eine neue Software? Aha!

 

 

9. Die Diesel erfahren jetzt einen Wertverlust.

 

Wundert das jetzt irgendjemanden? Das Thema ist seit dem Abgasskandal in den Medien dauerpräsent, die DUH macht Panik mit Ankündigungen von blauen Plaketten die noch überhaupt nicht spruchreif sind und was weiß ich nicht noch alles. Klar sind da alle verunsichert. Klar das da niemand einen gebrauchten Diesel kauft, geschweigedenn einen neuen. Weiß ja keiner ob man mit dem Ding in 1-2 Jahren noch fahren darf. Autos wechselt man ja nicht mal im Leasing so oft durch.


Deine Antwort auf "Lieber schlechte Luft als saubere Autos"

Über mich

Ich bin, wie mein Username verrät Baujahr 74.

Ich habe Kfz-Mechaniker bei VW/Audi gelernt und war damals Jahrgangs bester.

Beim Landeswettbewerb wurde ich dann 5.ter.

Nach meinem Umzug ins Emsland habe ich dann in einer Papierfabrik angefangen.

Vom ungelernten Arbeiter habe ich mich bis zum geprüften Industriemeister Fachrichtung Papiererzeugung hochgearbeitet.

 

Ich bin Auto und Technik verrückt.

Ich hatte bereits 13 Autos und das in 26 Jahren.

 

Nach einem Problem mit Audi habe ich mich anderweitig umgesehen und bin durch einen Fernsehbericht bei Tesla gelandet.

 

Seit dem schwärme ich für E-Mobilität und erneuerbare Energie.

 

Ich werde NIE wieder einen Verbrenner kaufen.

Hybrid schon gar nicht.

 

Ich wünsche der deutschen Autoindustrie nicht den Untergang, sie sollen bloß endlich brauchbare Elektroautos bauen und nicht diese CO2-Flottenverbrauchs-Alibi-Autos.

 

Ich bete auch nicht Elon Musk an, sehe ihn aktuell (Oktober 2018) eher als Gefahr, als als Lösung für Tesla.

 

Ohne ihn hätte es Tesla in der Form aber nie gegeben und deshalb werde ich ihm immer Dankbar sein.

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