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JRAV

Vom Fahren und Fliegen

12.09.2013 21:36    |    JRAV    |    Kommentare (50)    |   Stichworte: fahrbericht, Jaguar, katze, X350/358, X358), XJ Mark III (X350, xjr

Jaguar XJ Super V8Jaguar XJ Super V8

 

„Mein Gott, ich muss doch vollkommen bekloppt sein!“

 

Nicht zu ersten Mal an diesem Tage geht mir der Gedanke durch den Kopf. Ich befinde mich irgendwo auf einer Autobahn nördlich von Nürnberg. Wo genau, tut nichts zur Sache. Viel wesentlicher ist die Frage, in was für einem Auto ich sitze.

 

Ich sitze in einem Jaguar. Nein, es handelt sich nicht um irgendeinen Jaguar, den ich zufällig gerade Probe fahre. So etwas kommt ja schließlich öfter mal vor. Nein, nein, es handelt sich vielmehr um MEINEN Jaguar. Ich habe ihn gekauft, und das vor gerade mal einer halben Stunde.

 

Im Moment bin ich mir nicht sicher, ob ich nicht einen schrecklichen Fehler begangen habe. Ich meine, ich habe ein dickes Bündel Geldscheine gegen ein 10 Jahre altes Auto mit fast 240,000km auf dem Tacho getauscht.

 

Und dann auch noch einen Jaguar! Wenn es wenigstens ein Mercedes wäre....wie blöde kann man nur sein!

 

Zumindest handelt es sich um einen besonders hübschen Jaguar der Baureihe XJ 350 – richtig, das ist der mit der Aluminiumkarosserie, der aber prinzipiell genauso aussieht, wie der 1985er Jaguar XJ12 Sovereign meines Großvaters. Nur dass selbiger braun war. Mein Jaguar ist grün, jawohl, wie es sich für einen richtigen Jaguar gehört. British-Racing-Green, selbstverständlich.

 

Gibt es noch ein anderes Grün?

 

Nicht für britische Autos. Innen hat die Katze eine feine Lederausstattung in der Sonderfarbe ‚Ivory’ mit dunklen Kedern in „Warm Charcoral“. Das hellbeige Leder bildet einen wunderbaren Kontrast zum dunklen Lack. Zugegeben, ein wenig Lederpflege hätte der Innenraum dringend nötig, aber ansonsten ist das empfindliche Material überraschend gut erhalten – und das, obwohl es sich um einen Jaguar handelt.

 

Holz und Leder, das können die Briten. Das Lenkrad in meinen Händen ist natürlich ebenfalls aus feinstem Nussbaumwurzelholz, die Airbagabdeckung ist mit dunklem Leder bezogen, der Growler grinst mir zähnefletschend entgegen. Es liegt wunderbar in der Hand und hat sogar eingearbeitete Auflagen für die Daumen. Weich und geschmeidig lässt es sich bewegen – wohin ich es auch drehe, die Katze folgt der mit einer unheimlichen Geschmeidigkeit, wie es eben nur ein Jaguar zu tun vermag.

 

jaguar-xjr-350-3jaguar-xjr-350-3

 

Auch das Armaturenbrett ist großflächig mit Holz verkleidet. Der Dachhimmel ist in feinstem Velours gekleidet, und auch die dunklen Teppiche sehen wie neu aus.

 

Oberhalb des Wählhebels – übrigens eine besonders edel wirkende Skulptur aus Holz und Chrom – befindet sich ein großer Farbmonitor mit Touchscreen, eingebettet in einen Rahmen aus Klavierlack. Zusammen mit zwei weiteren Monitoren, die sich in den Kopfstützen befinden, ist er das einzige Indiz, dass es sich nicht um Opas Jaguar, sondern um ein Modell aus der Neuzeit handelt.

 

Trotz – oder wegen (?) - all dem Luxus bleibt ein ungutes Gefühl. Wie dichtete der Volksmund doch einst: „Lieber Gott, schütze mich vor Sturm und Wind und Autos, die aus England sind!“

 

Warum habe ich bloß einen Jaguar gekauft? Und dann auch noch von privat – ohne jegliche Garantie! Ich muss total...aber lassen wir das.

 

Eigentlich gibt es nichts, vor dem ich mich fürchten müsste. Leise schnurrt der V8-Motor, gelassen zieht die Katze ihre Bahnen durch den dichten Feierabendverkehr. Eigentlich handelt es sich um eine ungeheuer entspannende Form der Fortbewegung. Eigentlich.

 

Aber Moment - war da nicht ein Knistern? Ach, es rührt von den Tüten, in denen die Winterräder verpackt sind, die im Fond liegen. Der Vorbesitzer hat sie mir freundlicherweise überlassen, und nun dürfen sie feudal auf einer elektrisch verstellbaren Rückwand durch die Republik reisen.

 

Klug ist die Katze außerdem: ich kann mit ihr sprechen. Und manchmal versteht sie mich sogar und liest mir beispielsweise sämtliche Befehle zur Bedienung des Navigationssystems vor. Und wenn ich einmal den Blick von der Straße abwende, so bremst sie sogar für mich – sofern ich vorher den Tempomaten mit Abstandsradar eingeschaltet habe.

 

Trotzdem werde ich mit dem Jaguar noch nicht so ganz warm. Ob ich nicht doch einen Fehler gemacht habe? Hätte ich nicht doch lieber den alten BMW 750i sanieren sollen? Er rostet zwar praktisch überall und hat überdies einen schweren Hagelschaden, aber er war doch so ein schönes Auto.

 

Die Katze ist mir immer noch fremd. Ein weiterer Spruch fällt mir ein: „Wenn Du Jaguar fahren willst, kauf Dir am besten gleich zwei: einen für die Werkstatt, einen zum fahren“

 

Mein Gott ich bin doch vollkommen bescheuert!

 

Fast schon wütend über meine Dummheit, einen Jaguar gekauft zu haben, trete ich das Gaspedal durch. Schließlich ist die Bahn frei und das Tempolimit wurde schon vor 20 Kilometern aufgehoben.

 

Die 6-Gang Automatik schaltet einige Gänge zurück, der 4,2l V8 mit Kompressor heult auf und lässt seinen 395 britischen Vollbluthengsten freien Lauf.

 

Die große Limousine schießt wie ein wilder Gepard voran - 210, 220, 230, 240...diese Geschwindigkeiten sind mir wohl vertraut, aber der leichte Jaguar erreicht sie viel schneller als mein alter BMW. Viel wichtiger jedoch ist: im Gegensatz zum E38 ist der Super V8 bei diesen hohen Geschwindigkeiten wunderbar zu beherrschen. Die komfortversprechenden Sitze mit den harten Kopfstützen bieten einen wunderbaren Seitenhalt – kein Vergleich zu den durchgesessenen Komfortsitzen im alten 7er, auf denen mein Allerwertester immer mühsam nach Halt suchen musste.

 

Je schneller es vorangeht, umso wohler fühlt sich die Katze. Wir zischen durch die Kurven, dass es eine Wonne ist, fast wie im Porsche, nur mit viel weniger Arbeitsaufwand. Einen schwarzen 5er BMW nach dem anderen nehmen wir ins Visier, jagen ihn und lassen ihn rechts liegen.

 

Das Überholprestige ist enorm: sobald die mächtige Raubkatze im Spiegel erscheint haben es sie meisten Fahrer sehr eilig, ihre Gefährte zurück auf die rechte Spur zu bringen. Mit lautem Kompressorgebrüll dürfen wir passieren – nicht jedoch die schwarzen BMW, die mühsam versuchen, uns zu folgen. Denen fahren LKW brutal vor die Plauze, die dem grünen Jaguar gerade noch bereitwillig Platz gemacht haben.

 

Ja, es hat durchaus seine Vorteile, mit einem exotischen Auto unterwegs zu sein.

 

Würzburg ist inzwischen vorbei, die Autobahn wird kurviger. Alle Spuren sind frei, nur vor uns auf der mittleren Spur befindet sich ein neuer 5er. Der Abstand wird kleiner, der Touring, der ausschaut wie ein Dienstwagen der ‚Men in Black’ kommt langsam näher und mit rund 230 km/h rasen wir im Formationsflug durch die Kurven. Das Fahrwerk wird gut gefordert, die Katze legt sich ein wenig zur Seite, ist der anspruchsvollen Aufgabe aber gut gewachsen. Doch was ist das? Plötzlich sehe ich rote Bremslichter vor meiner Nase: ohne erkennbaren Grund stieg der Fahrer des 5ers in die Eisen. War ihm die Kurve etwa zu eng geworden?

 

Auch der Jaguar wird für einen winzigen Moment aus dem Konzept geworfen, ich bremse vorsichtig – was in der Kurve allgemein eine eher blöde Idee ist – und positioniere mich fürs erste hinter dem BMW. Was für ein Schrecken!

 

Trotzdem wächst meine Sympathie für die mir immer noch fremde Katze: Wir haben quasi unser erstes Abenteuer bestanden, so etwas verbindet. Mein alter 750er BMW hätte die Kurve wohl höchstens mit 180 und dann auch nur unter Protest genommen.

 

In den Kassler Bergen lassen wir es ein wenig ruhiger angehen lassen. Schließlich gibt es hier böse Radarfallen und Lastwagen, die mit Tempo 40 den Berg hinaufschleichen. Das Abstandsradar ist sehr angenehm, weil es auch dann die Geschwindigkeit konstant hält, wenn es bergab geht. Trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, dass der Jaguar lieber Rennen mag – unter dem eleganten Abendkleid befindet sich schließlich eine reinrassige Rennkatze, die sich nicht allzusehr vom Supersportwagen XKR unterscheidet. Deswegen gewähre ich ihr hin und wieder ein wenig Auslauf, lasse den Kompressor ein wenig Luft schaufeln, genieße das wunderbare Gefühl der Beschleunigung, scheuch sie um die Kurven und wundere mich immer wieder, wie viele Autos uns respektvoll den Weg frei machen.

 

Ich habe also einen Jaguar gekauft, und wenn sich das Auto als furchtbare Diva entpuppen sollte, so ist es wenigstens eine athletische Diva.

 

Fast bin ich zuhause. Ich biege an der Anschlussstelle Hannover Anderten von der A7 Richtung Peine ab, cruise durch die Ortschaft Ilten, durchfahre eine niedliche kleine Landstraße mit sanften Kurven, biege in unser Viertel ein und parke direkt vor meiner Tür. Ich stelle den den Wählhebel auf die Parkposition, dann mache ich den Motor aus und steige aus.

 

Zufrieden betrachte ich die elegante Karosse: Wir sind nicht liegen geblieben. Es sind keine Teile abgefallen. Das Display zeigte nicht eine Fehlermeldung. Der Motor brummte, die Bremsen bremsten, die Leuchten leuchteten und die Klimaanlage kli...nun ja, sie produzierte kalte Luft, also genau das, was man nun einmal von einer Klimaanlage erwartet, nicht wahr?

 

Ich habe einen Jaguar gekauft, und er hat mich sicher und komfortabel nach Hause gebracht. Es wird sicher ein Weilchen dauern, bis wir uns aneinander gewöhnt haben. Ein paar Monate, vielleicht ein Jahr. Die eine oder andere Kleinigkeit ist sicher zu reparieren, aber im Großen und Ganzen hat sich die Katze für ihr Alter erstaunlich gut gehalten.

 

Vielleicht war die Idee ja doch nicht so bekloppt...

 

Originalbericht mit Bildern: Jaguar XJ 350 Super V8 - Driving Home | VORWERKZ.COM

 

Liebe Grüße,

 

Johannes


12.09.2013 22:07    |    wiederbmw

Hallo Johannes,

toller Bericht und wunderschönes Auto!

Viel Spaß und kein Ärger damit!


12.09.2013 22:26    |    JürgenS60D5

Ein richtig g* Auto. Viel Freude daran.

Schön geschrieben.


12.09.2013 23:01    |    Zenobia_V6

sehr feines Autochen hast Du Dir da ausgesucht

 

die Zweifel vergehen dann, wenn man sich gänzlich mit dem Fahrzeug identifiziert hat

 

und wenn Du ehrlich bist, hast Du doch nur Angst vor den Sprüchen der Unwissenden, die gerne Floskeln nachplappern ;)


12.09.2013 23:07    |    Toso555

Dieser Bericht gefiel mir auch sehr gut.

Gerne darf man so berichten, egal über welches Auto.


12.09.2013 23:23    |    VectraBSport

Ich finde den Jag richtig LeckeR :) Ich will mehr Bilder sehen.

 

Gruß aus Braunschweig ;)


12.09.2013 23:23    |    cptahab

Liest sich wirklich schön, gerne mehr davon! Und die Katze erst Recht. Diese letzte klassische XJ-Baureihe gefällt mir immer noch am besten, weil sie die klassischen Jaguarformen gekonnt in die Moderne transportiert. Alles was danach kam macht zwar auch was her, hat aber mit den Wurzeln nur noch wenig zu tun.

 

Allzeit gute Fahrt, möge das Tierchen immer stubenrein bleiben.


12.09.2013 23:43    |    Daimler201

Du bist nicht bekloppt. Alleine das Interieuer hätte mich auch ganz schön zum Kauf verleiten können.

 

MFG Sven


12.09.2013 23:51    |    gf8800gtx

Habe auch lange mit dem Gedanken gespielt mir einen Jaguar mit dem selben Motor zuzulegen. Letzlich haben mich aber einige Beiträge über Motorschäden, anfällige Elektrik abgehalten. Ich habe mich dann doch für einen Mercedes entschieden, kann aber gut nachvollziehn warum du dennoch den Jaguar genommen hast.

 

Ich wünsche dir auf jeden Fall allzeit unfall und vor allen Dingen pannenfreie Fahrt.


12.09.2013 23:55    |    OPEL-FREAK1988

Sehr schöner Wagen! Ich stand auch kurzzeitig davor einen XJ mit V8 zu kaufen (ja, auch ein 24 jähriger kann sich für einen XJ interessieren ;) ). Ich mag dieses klassische Britische Design der Jaguar-Modelle der letzten Generation. Die neuen sind für mich eine Spur zu "japanisch" und hat nichts mit dem britischem Design zu tun. Das Interieur finde ich sowieso einer der schönsten im Automarkt. Da macht das Wort "Armaturenbrett" seinem Namen alle Ehre! Das ist fast genauso gut und toll anzusehen wie die Bentley Modelle. Naja, am Ende habe ich mich gegen einen Jaguar entschieden, aber ich könnte mir so einen momentan als Zweitwagen für die Stadt vorstellen! Wünsche dir jedenfalls viel Spaß mit der Wildkatze!

 

Grüße


13.09.2013 00:03    |    L-AK3390

Ist doch ein richtig schönes Auto, für mich der schönste Jaguar!


13.09.2013 00:34    |    CLA82MA

Wundervolles Auto!


13.09.2013 01:15    |    AMR90

schade dass es dieses lenkrad, komplett aus holz, nicht auch im s-type gab... hätt ich auch ganz gern in meinem :D


13.09.2013 01:28    |    OPEL-FREAK1988

Komplett aus Holz sieht zwar schön aus, aber wenn es zumindest rechts und links beledert ist, ist der Grip etwas besser. Bei Holzlenkrädern rutscht man nämlich gerne mal ab (kenne ich aus meinem 300C) ;)


13.09.2013 07:19    |    baza

Das ist noch ein richtiger Jaguar ! Ein wunderschönes auto viel freude wünsche ich dir damit und hoffentlich mag deine Katze keine Tierärtzte (Werkstätten) ;)


13.09.2013 08:50    |    Käfer1500

Selbst wenn ich mir den leisten könnte, würde ich mich damit nicht trauen, auf unseren Firmenparkplatz zu fahren! Unser Chef über mehrere tausend Leute fährt einen E320 W211 Firmen-Benz. Käme bei der nächsten Gehaltsverhandlung sicher nicht gut ;)

 

Hat dieser XJ eigentlich auch noch das "Feature", daß zum Bremsenwechsel die gesamte Hinterachse raus muß?


13.09.2013 09:04    |    daytonashelby

Schöner Jag. Fahr seit gut einem Jahr einen 07er XKR (Bilder findest du in meinem Profil). Diese Autos nach der Jahrtausendwende sind qualitativ einwandfrei, leiden aber noch unter dem Ruf aus den 80er Jahren. Gut hast du wie ich auch den 4.2 Liter. Bei den 4.0 machten die Kettenspanner Probleme. 

Ach ja, einen E32 (730i) hatte ich als Arbeitswegschlampe. Den hab ich kürzlich meinem Sohn geschenkt und fahre jetzt mit einem E39 (535i) zur Arbeit. Die damaligen BMWs waren auch keine schlechten Jaguars ;-)


13.09.2013 09:10    |    Ascender

Toller Wagen, und toller Blogbericht! :)

Ich wünsche dir weiterhin eine knitterfreie Fahrt. Möge dir der Jag erhalten bleiben.


13.09.2013 09:20    |    Kickdown-169

Absolut geiles Auto, bin schon lange schwanger mit einem XJ, habe mich bisher noch nicht getraut...


13.09.2013 10:22    |    Dynamix

Schöner Jag und dann noch einen ordentlichen Kompressor V8. Ein Bekannter hatte mal einen S-Type mit dem 4 Liter V8. Wunderbar entspanntes Fahrzeug. Ein kurzer Gassstoß und die Katze zog sanftem Nachdruck nach vorne, während der V8 vorne unaufgeregt und ohne Krawall seinen Dienst verrichtet.

 

Das nenn ich entspanntes cruisen! :cool:


13.09.2013 12:04    |    Drahtfahrer

Gefällt mir sehr ,und in Grün einfach pervekt


13.09.2013 12:07    |    hoc777

Tolles Auto und wirklich nett geschriebener Bericht. Dankeschön dafür.

Vielleicht noch eine Frage dazu. Welchen Betrag muss man für die Katze ca. hinlegen?


13.09.2013 12:15    |    204er

Toller Bericht. Vielen Dank dafür!

 

Übrigens: Der MK III ist meiner bescheidenen Meinung nach der schönste XJ der Neuzeit. Nur eins irritiert mich doch - ich habe noch nie einen Jaguar XJ neueren Baujahres heizen sehen. Üblicherweise gleiten doch ältere Herren darin rechts gemütlich vor sich hin....


13.09.2013 12:23    |    Cleandevil

Und jetzt bitte mal paar Verbrauchsdaten! :D:D


13.09.2013 12:31    |    L-AK3390

Würde mich auch mal interessieren was der gute so verbraucht.


13.09.2013 12:31    |    Dynamix

Benzin :D


13.09.2013 12:34    |    L-AK3390

Das glaube ich auch nur die Frage in was für rauen Mengen :DDD


13.09.2013 12:39    |    JürgenS60D5

Ist der Verbrauch nicht "xdixx-egal"??? sorry. So einen Wagen fährt man von 11-22 Liter. je nach Pedalstellung.


13.09.2013 13:18    |    JRAV

Hi,

 

danke für die vielen lieben Kommentare :-)

 

Um einige Frage zu beantworten:

 

Nein, die Bremsscheiben sind nicht mehr am Differential befestigt, das hatte Jaguar nach der Übernahme durch Ford aufgegeben. Der XJ Super V8 hat wie der XJR eine Bremsanlage von Brembo.

 

Der Verbrauch ist mir nicht vollkommen egal, aber auch kein entscheidendes Kriterium. Er verbraucht gut 2l weniger als der Zwölfzylinder BMW, den ich vorher hatte, und viel weniger als der Maserati Quattroporte, der für mich eine Alternative gewesen wäre.

 

Man kann mit einem solchen Auto auch bei Tempo 130 mit 8l Verbrauch durch die Republik cruisen, geht alles, ob das wirklich Spaß macht ist jedoch eine andere Frage. Ich vermute mal, langfristig werden es wohl um die 12-13l werden, aber bei meiner Jahresfahrleistung von vielleicht 5,000km im Jahr ist das wirklich nicht ausschlaggebend. Für alle, die weniger verbrauchen möchten, gibt es ja noch die anderen Motorvarianten, u.a. sogar einen Diesel.

 

Ich habe früher den Fehler gemacht, ein Auto mit "vernünftigem" Motor zu kaufen und dann von der "unvernünftigen" Variante zu träumen. Anschließend schaute ich stundenlang bei mobile.de nach der größeren Motorisierung, statt zu arbeiten, und das macht einfach keinen Sinn, deswegen wähle ich inzwischen lieber gleich den größten Motor, der bei Gebrauchtwagen tendenziell eher preiswerter ist als die normalen Maschinen.

 

Das Lenkrad ist schon etwas rutschiger als ein Lederlenkrad, andererseits hat mir meine Liebste ein paar wunderbar weiche Lederhandschuhe zum Autofahren geschenkt, die haben richtig Stil und sind sehr griffig. Das beheizte Vollholzlenkrad gab es soweit ich weiß ausschließlich beim Super V8.

 

Die Preise für ein solches Auto lassen sich am besten bei Mobile.de erfassen, meiner war aufgrund der sehr hohen Laufleistung recht günstig (weit unter 10k).

 

Liebe Grüße,

 

Johannes


13.09.2013 13:40    |    OPEL-FREAK1988

Wen interessiert der Verbrauch? Einen V8 kauft man nicht zum Spritsparen sondern zum Spaß haben :D


13.09.2013 15:08    |    Bofrostmann_89

Hallo Johannes.

Toll geschrieben. Auch das Auto gefällt mir ganz wunderbar. Jaguars sind schon besondere Autos. Nicht zuletzt, weil sie doch eher selten sind. Aber das verstärkt den Reiz ja erst recht.

Wünsche viel Freude und allzeit gute und mängelfreie Fahrt!

VG, Bofrost


13.09.2013 17:14    |    eleonor

schönes Auto! Glückwunsch- der X350 geistert mir als XJR oder Daimler SV8 auch immer mal wieder durch den Kopf!


13.09.2013 18:08    |    911westie

Ich habe den gleichen Jaguar XJR vor Jahren als Neuwagen besessen und ihn nach zwei Jahren - weiß der Teufel, warum - wieder verkauft.

Ich trauere heute als DB-Fahrer diesem zeitlos schönen Auto noch immer hinterher.

 

Dagegen ist der aktuelle XJ - vor allem das Heck - ein Trauerspiel. Der XF sieht viel stimmiger aus und kostet dafür gerade mal die Hälfte. Vielleicht komme ich deshalb irgendwann mal wieder auf eine "Katze" zurück.


13.09.2013 18:27    |    xHeftix

Toller Wagen, toler Bericht! :D


13.09.2013 18:40    |    benutzername001

Zitat:

Baureihe XJ 350 – richtig, das ist der mit der Aluminiumkarosserie, der aber prinzipiell genauso aussieht, wie der 1985er Jaguar XJ12 Sovereign meines Großvaters.

Naja, der 350 hatte bereits etwas Hüftspeck, bei Weitem nicht so filigran und sexy wie noch der 300, aaaaber - durch und durch Jaguar.

Ich hatte kurzzeitig auch mal einen Super V8 (allerdings einen Daimler) in BRG, der wurde mit über 280.000km verkauft und lief völlig problemlos.

 

Ich finde es klasse, dass du nicht auf den Mainstreamzug aufgesprungen bist und einen Diesel gekauft hast. Jaguar-Diesel...grauenhaft...

 

Viel Spaß mit der eleganten Katze.


13.09.2013 23:20    |    JRAV

Diesel sind nicht so meine Welt. Selbst der "Sport-Diesel" im BMW 550d konnte mich nicht überzeugen. Für einige Leute mag ein Diesel ideal sein, insbesondere für Fahrer, die hohe Drehzahlen nicht mögen und frühzeitig schalten.

 

Abgesehen davon kenne ich viele Leute, denen ein Schaden beim Turbolader die gesamte ach so günstige Diesel-Kalkulation durcheinander gebracht haben.


13.09.2013 23:45    |    L-AK3390

Das Problem bei den heutigen Diesel Modellen ist ja der DPF wenn der einmal kommt wird es sehr teuer....


18.09.2013 13:41    |    Ascender

Schäden an Turboladern liegen aber auch häufig an den Fahrern selbst. Wenn man den Wagen gut behandelt, dann sollte es kein Problem geben. Also immer schön Warm- aber auch wieder Kaltfahren.

Das scheinen viele Heizsporne nicht zu können. Zumal die Turbos ja mittlerweile alle recht klein ausfallen um ein Turboloch zu vermeiden, und dann mit Chips getunt werden, weil das ja bei Turbomotoren so gut geht... :rolleyes:


18.09.2013 14:06    |    Dynamix

Hat der Jag nicht einen Kompressor? Gilt für die das gleiche?


18.09.2013 14:26    |    daytonashelby

Der V8 hat einen Kompressor. Da kann man natürlich nicht per Chip den Ladedruck erhöhen, wie das die Billigtuner bei 08/15 Turbos tun. Der Kompressor funktioniert rein mechanisch und der Druck wird über die Grösse der Pulleys geregelt.


Deine Antwort auf "Jaguar XJ Super V8 - Wie konnte ich nur so blöd sein?"

Johannes Vorwerk

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Jaguar

Johannes Vorwerk begeistert sich seit seiner frühesten Kindheit für Autos - insbesondere für angejahrte Luxuslimousinen, die angesichts der zu erwartenden Reparaturanfälligkeit bei den Mitmenschen eher für Mitleid als Mitneid sorgen. Durch Probefahrten in interessanten Fahrzeugen hält Johannes sich auf den aktuellen Stand der Technik und berichtet über seine ausführlich und mit einer guten Prise Humor auf seinem Blog http://www.geniale-fahrberichte.de .

 

Seit 2014 macht Johannes Vorwerk nicht nur die Straßen, sondern auch den unteren Luftraum unsicher: als frischgebackener Privatpilot fliegt er mit den antiken Flugzeugen des lokalen AeroClubs mit 200 km/h am Stau vorbei. Übers Fliegen schreibt mit großer Begeisterung auf http://www.Alpha-Flying-India.de und hat über seine Erfahrungen in der Flugausbildung das Buch "Alpha Flying India - Vom Flugsimulator ins reale Cockpit" verfasst, welches bei Amazon und auf iTunes erhältlich ist.

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