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Wed Aug 08 01:45:51 CEST 2018    |    jennss    |    Kommentare (12)

guenstigstromernguenstigstromern

Mit Elektroautos ist das ein bisschen wie mit iPhones: Neue, günstige Modelle gibt es kaum, man muss sich dann mit älteren begnügen. Das Problem bei so manchen älteren iPhones: Viele hatten kleine Speicher. Das Problem bei alten E-Autos: Die geringe Kapazität. Somit sind ältere E-Autos bis auf ein paar Ausnahmen nur als Zweitwagen sinnvoll. Und genau diese Ausnahmen sind besonders interessant, wenn man etwas relativ Universelles sucht.

 

Entweder hatten schon frühe Modelle große Akkus oder sie hatten einen RangeExtender (kleiner Benziner mit Generator zur Reichweitenverlängerung). Große Akkus gab es da nur von Tesla und die liegen eben in der Oberklasse (Model S) oder beim Roadster (gebraucht ab ca. 65000 €). Die Modelle mit RangeExtender sind der BMW i3 Rex (ab 2013) und der Opel Ampera (1. Generation ab Anfang 2012). Oder kennt ihr noch mehr nennenswerte Modelle, die schon vor gut 5 Jahren auf dem Markt waren?

 

Weiterhin wären da noch frühe PlugIn-Hybriden, die jedoch nicht so hohe E-Anteile erreichen wie die RangeExtender-Modelle und näher am Benziner liegen als am reinen E-Auto (obwohl auch PlugIns oft über 50% E-Anteil schaffen). Der Audi A3 e-Tron kam immerhin auch schon 2013 auf den Markt, mit 8,8 kWh, kostet gebraucht aber noch mindestens ca. 25000 €. Soweit ich mal bei Mobile.de geguckt habe, fangen einige Amperas mit allerdings sehr hohen Laufleistungen über 200000 km bei ca. 10000 € an. Um die 15000 € gibt es schon einige mehr. Der BMW i3 mit dem kleinen 60 Ah-Akku (18,8 kWh) und Rex (38 PS) liegt noch minimal bei rund 20000 €. Also wer gerne viel elektrisch fahren möchte, keine 2 Autos nutzen kann und nicht so viel Geld zur Verfügung hat, wird bei den RangeExtender-Modellen vielleicht fündig. Leider gibt Modelle mit RangeExtender nur sehr wenig, also von Opel und BMW, was mir nicht einleuchtet, denn Ampera und i3 dürften wohl in vielen Fällen ca. 70 bis 90% E-Anteil erreichen, womit sie nah am reinen E-Auto liegen. Im Mitsubishi Outlander ist zwar auch ein Rex, aber aufgrund der PlugIn-typischen Reichweite liegt er nicht so nah am E-Auto.

 

Der Ampera kam vielleicht ein bisschen zu früh für den Run auf E-Autos und zudem war er ziemlich teuer für nur 150 PS (43900 €), aber er war ein Vorreiter des folgenden Elektrotrends. BMW hat es radikaler und vielleicht schlauer angestellt. Der i3 war nicht als reines Vernunftsauto ausgelegt, sondern setzte die Priorität auf unkonventionelle Lösungen wie Carbonkarosse, gegenläufige Türen und einen Innenraum aus ökologischen Materialien. Er sprach (spricht) damit Kunden an, die das Besondere wollten - und fanden. Dies dürfte die passende Strategie für die frühe Elektroautozeit gewesen sein, die auch bei der Kundschaft Pioniere verlangt, die sich trauen, sich auf etwas Neues einzulassen. Lustigerweise liegt das auch erst 5 bis 6 Jahre zurück. Wir sind eigentlich immer noch in der "frühen Elektroautozeit". :)

 

Tesla Model S

Ab 2012

Minimum auf Mobile.de derzeit ca. knapp 40000 € und >200000 km

Max.-Leistung (kurzzeitig) ab ca. 235 PS (ganz am Anfang und der aktuelle S75 D ohne Komfortpaket liegt auch so um die 250 PS herum)

Akku ab 40 kWh (die allerersten), aber dann schon bald mit mindestens 60 kWh

https://de.wikipedia.org/wiki/Tesla_Model_S

 

Opel Ampera

Ab 2012

Minimum auf Mobile.de ca. 10000 €

Max.-Leistung (kurzzeitig?) 150 PS

Verbrenner-Leistung 86 PS

Akku 16 kWh

https://de.wikipedia.org/wiki/Opel_Ampera

 

BMW i3 Rex

Ab 2013

Minimum auf Mobile.de ca. 20000 €

Max.-Leistung (kurzzeitig) 170 PS

Verbrenner-Leistung 38 PS

Akku 18,8 kWh (netto)

https://de.wikipedia.org/wiki/BMW_i3

 

Ansonsten: Die günstigen, neuen E-Autos kommen ja nun auch bald, schon unter 20000 €, jedoch mit dem Problem der kleinen Akkus und teilweise auch ohne Schnellladung. Modelle mit entspannteren 60 kWh kommen erst jetzt langsam für ca. 40000 € neu.

 

Den frühen Modellen ohne besondere Reichweiteneinschränkungen (und dazu zähle ich auch den i3 Rex trotz nur 9 L.-Tank, da man schnell tanken kann) gebührt meiner Meinung nach eine besondere Anerkennung, insbesondere auch dem recht unterschätzten Ampera der 1. Generation.

j.

 

PS: Gerade bemerkt: Mein Blog hat die Blogempfehlung bekommen. Freue mich, danke! :)

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Wed Aug 08 07:01:33 CEST 2018    |    158PY

Gut, dass du den Vergleich mit dem Eifon gebracht hast, da ist was dran. Ich bin mir nicht sicher, ob du auf den E-Gebrauchtmarkt abheben willst mit diesem Beitrag, falls ja, dürfte bald klar sein, dass Furzkarren und Stromer technisch unterschiedlich sind und deshalb die Preisverläufe anders aussehen werden. Ich glaube z. B., dass die Laufleistung bei E-Autos viel größer sein kann, ohne dass verbrennertypische Verschleißerscheinungen auftreten und das wirkt sich auf die Preise aus.


Wed Aug 08 12:02:13 CEST 2018    |    jennss

Ja, das denke ich auch, wobei große Akkus dann aber auch einiges ausmachen. Hier gibt es einen Bericht über einen Tesla, der nach 320000 km nur 6% Kapazität verloren hat:

https://ecomento.de/.../

 

Wenn der Antrieb dann nicht mehr das wesentliche Verschrottungskriterium ist, müssen andere Eigenschaften als Grund dienen, ein neues Auto anzuschaffen :). Die Industrie muss sich was überlegen... Ich vermute auch, dass die Lebensdauer der E-Autos größer sein wird als die der Verbrenner. Das wird spannend.

j.


Wed Aug 08 16:18:00 CEST 2018    |    Trackback

Kommentiert auf: Opel Ampera-e & Ampera:

 

Kein Ampera-Nachfolger?

 

[...] genial. Man hat 2 Infrasturkturnetze zur Verfügung, Strom und Benzin. Warum gibt es so wenig REx-Modelle?

 

https://www.motor-talk.de/.../...n-ohne-reichweitenangst-t6413891.html

 

Der Ampera scheint jetzt ein Gebraucht-Tipp zu sein.

j.

[...]

 

Artikel lesen ...


Wed Aug 08 21:45:19 CEST 2018    |    Goify

OT: Glückwunsch zur Blogempfehlung! :)


Wed Aug 08 22:07:31 CEST 2018    |    jennss

Danke! Hab mich auch richtig gefreut dazu. In 2018 bin ich noch der erste. 2017 waren es zwei, 2016 vier.

j.


Fri Aug 10 09:20:47 CEST 2018    |    notting

Auch von mir Glückwunsch zur Blog-Empfehlung.

 

- Das Model S gab's AFAIK nie mit einem Akku, der physisch <60kWh hatte. Ist wohl nur elektr. begrenzt.

 

Zitat:

Modelle mit entspannteren 60 kWh kommen erst jetzt langsam für ca. 40000 € neu.

Der Hyundai Kona Elektro 64kWh kostet ab ca. 35kEUR (wenn man die staatl. Prämie mit 50% Hersteller-Anteil bekommt, gibt Hyundai nochmal 480EUR drauf). Den Ampera-e gibt's ab 39kEUR (auch inkl. Prämie). Was haben die beiden gemeinsam? Keine Wärmepumpe (Hyundai nur in der untersten Ausstattungslinie, Opel aber AFAIK alle), was wohl deutl. auf die Reichweite geht.

Beim Hyundai kann man lt. Konfigurator nur die Ausstattungslinie, ggf. Motorisierung (in der obersten Ausstattungslinie gibt's nur die große Motorisierung/Akku), die Gratis-Standardfarbe oder was anderes für 590EUR und ggf. die Dachfarbe für 600EUR auswählen.

Bei Opel sieht's wohl ähnl. aus, nur dass die Farbe teurer ist...

Also soviel Luft nach oben gibt's da wohl nicht beim Preis, wenn man mal eine Ausstattungslinie gewählt hat.

Bzw. beim Hyundai könnte auch die Akkukühlung besser sein. Und natürl. lädt er schneller über CCS.

 

notting


Fri Aug 10 13:50:21 CEST 2018    |    jennss

Zitat:

Auch von mir Glückwunsch zur Blog-Empfehlung.

Danke :).

 

Zitat:

- Das Model S gab's AFAIK nie mit einem Akku, der physisch <60kWh hatte. Ist wohl nur elektr. begrenzt.

Laut Wikipedia gab es noch 2013 eine Version mit 40 kWh.

https://de.wikipedia.org/.../Tesla_Model_S?...

j.


Fri Aug 10 13:57:24 CEST 2018    |    notting

@jenns: Da steht nicht "40 kWh", sondern "40 kWh(1)". Und dort steht auch: "(1) Elektronisch auf 40 kWh limitierter 60-kWh-Akkumulator."

 

notting


Fri Aug 10 14:17:21 CEST 2018    |    jennss

Trotzdem hat man nur 40 kWh zur Verfügung, oder? Für den Fahrer ist es ein 40 kWh-Akku. Kann man nachträglich upgraden? Kosten?

j.


Fri Aug 10 14:23:17 CEST 2018    |    notting

@jennss: Weiß ich nicht. Bzgl. auf 60kWh gedrosselter 75kWh-Akkus steht ja was dabei. Aber es ist durchaus mögl., dass man schneller von 0-100% laden kann, weil die 100% (bei 40kWh) ja nur 67% des physischen 60kWh-Akkus sind und der Ladevorgang bei 70-80% Ladezustand des physischen Akkus massiv gedrosselt werden muss. Bzw. bis zu der Grenze kann der Akku so geladen werden wie wenn's ein 60kWh wäre, also entspr. höhere Ströme im anfängl. Schnelllademodus mögl. Außerdem müsste er länger halten, weil er nicht so sehr ausgereizt wird.

 

notting


Fri Aug 10 14:26:14 CEST 2018    |    jennss

Ja, ok., das wäre immerhin ein Vorteil. Ansonsten ist es nicht so ideal, einen großen Akku elektronisch zu beschneiden. Ein echter 40 kWh-Akku hätte einen kleineren CO2-Rucksack. Die Frage ist dann auch, was aus den Akkus wird, wenn das Auto ansonsten schon kaputt gefahren ist. Gerade bei Tesla kommt es sicher vor, dass die Akkus länger halten als das übrige Auto. Wo kommen die dann hin und bekommt man da noch einen Wert heraus?

j.


Fri Aug 10 16:40:33 CEST 2018    |    notting

@jennss: Wenn du im Internet mal suchst, was mit ausgedienten Akkus so gemacht wird, wirst du einiges an Projekten finden. Bzw. Nissan bietet inzwischen wohl auch "aufgefrischte" Akkus für den Leaf.

 

notting


Deine Antwort auf "Günstig stromern ohne Reichweitenangst"

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