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Sun Jul 30 15:13:16 CEST 2023    |    jennss    |    Kommentare (256)

225xe Hybrid225xe Hybrid

Mal angenommen, es war wirklich ein Akku, der den Brand auf der Autofähre bei Ameland ausgelöst hat. Es ist zwar aktuell nur eine Vermutung, aber möglich. Welche Konsequenzen könnte das haben?

 

- Verbot von E-Autos, Mild- und PlugIn-Hybriden auf Autofähren? Da Hybride ja deutlich mehr brandgefährdet sind als reine E-Autos, könnte man es auch zunächst bei einem Hybrid-Verbot belassen. Laut verschiedener Auswertungen sind Hybride mit der Kombination aus Verbrenner und Akku wesentlich kritischer als reine E-Autos. Beispiel die Auswertung einer Versicherung:

https://www.golem.de/.../...aeufiger-als-elektroautos-2202-162964.html

Zitat:

Pro 100.000 verkauften Fahrzeugen sind Hybridautos in 3.475 Brände verwickelt, Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor brannten immerhin in 1.530 Fällen von 100.000 Verkäufen. Bei Elektroautos sind es 25 von 100.000 verkauften Fahrzeugen. Für die Studie wurden laut AutoinsuranceEZ die Zahlen für das Jahr 2021 ausgewertet.

 

Die Gesamtzahlen, die ebenfalls in der Studie veröffentlicht wurden, sind angesichts der ungleichen Verteilung der Antriebsarten eher Randnotizen. In den USA kam es zu 199.533 Bränden bei Verbrennern, bei Hybriden waren es 16.051. Dagegen ist die Zahl von 52 Elektroautobränden sehr gering, doch davon gibt es auch deutlich weniger. Zudem ist die Studie natürlich eine Momentaufnahme eines einzigen Jahres.

Es gibt noch mehr Auswertungen, die ähnliche Ergebnisse haben, z.B.:

 

Zitat:

Daten der US-Verkehrswacht und schwedischer Aufsichtsbehörden würden zeigen, dass E-Autos 25 Mal seltener Feuer fangen.

Hybride mit Lithium-Ionen Akkus sind z.B. die eTSIs von VW im Golf etc. Davon gibt es bei Verbrennern schon sehr viele Modelle bei vielen Herstellern, sind ja quasi schon der neue Standard bei Verbrennern. Bei Mercedes sind fast alle Modelle mit Lithium-Ionen-Akku und E-Motoren (Mild- oder PlugIn-Hybride) ausgestattet. Fähren dürften dann nur noch reine Verbrenner transportieren, keine Hybride mehr, egal, ob PlugIn oder Mild. Anders sind die Toyota Vollhybride, da sie einen anderen Akkutyp haben (NiMH). Der ist wohl ohne Risiko, wenn ich mich nicht irre. Ein aktueller Prius hat aber auch NMC-Akkus (PlugIn-Hybrid).

 

- Transport von E-Autos und Hybriden nur, wenn sie einen LFP-Akku oder Feststoff-Akku haben, da nicht oder sehr viel weniger brandgefährdet, z.B. im Tesla Model 3 Standard oder im Volvo EX30 Standard oder bei BYD. Gibt sicher noch mehr E-Autos mit den kobaltfreien LFP-Akkus.

 

- Fähren anders bauen, um im Brandfall besser löschen zu können.

 

- Härtere Prüfungen für NMC-Akkus bzgl. Qualität/Produktionsfehler. (wobei ich nicht weiß, wie die Hersteller aktuell prüfen)

 

Welche Punkte fallen euch noch ein? Eigentlich halte ich die Diskussion aktuell für etwas übertrieben, da auch NMC-Akkus qualitativ i.A. schon sehr gut sind, aber man muss doch mal mögliche Konsequenzen durchdenken. Der Fall vom Chevrolet Bolt/Opel Ampera-e (2017 bis 2019) und Samsung Note 7 zeigte, dass Fehler möglich sind, wie auch immer die entstanden sind.

j.

 

PS: Hier noch etwas zu spontanen Selbstentzündungen:

https://www.wiwo.de/.../24457024-3.html

 

Zitat:

„Es gibt, wenn auch sehr selten, auch Spontanbrände“, sagt Winter. Die gibt es auch bei Benzinern und Dieseln. Fast immer sind sie auf Produktionsfehler der Hersteller zurückzuführen, wenn eine Ursache ermittelt werden kann.

PPS:

Das Gerücht, dass es ein Elektroauto gewesen sein sollte, stammt von einem Mitarbeiter der Küstenwache. Um zu sagen, ob es wirklich ein bestimmtes Auto war, von dem zuerst der Brand ausgingen, müsste er im richtigen Moment in der Halle gewesen sein. Und er müsste sich recht gut auskennen mit den Fahrzeugen. Man kann nämlich nicht so leicht unterscheiden ob es z.B. ein BMW i4 ist oder ein 420i und er müsste auch unterscheiden können mit Hybriden. Das ist ja ein großer Unterschied, ob es ein Hybrid oder ein Elektroauto war.

Es ist wohl wahrscheinlich, dass die Elektroautos nicht alle zusammen gestanden haben, sondern im Kreis ihrer Marken mit den Verbrennern standen.

 

In welcher Situation kommt eigentlich ein Mitarbeiter der Küstenwache in den Frachtraum? Wenn er wegen eines Brandes gerufen wurde? Kann man dann den noch sagen, welches Auto es war? Da müsste doch einige Zeit vergangen sein bis er dort unten ist.

 

PPPS: Es würde mich mal interessieren, wie viel Prozent der Leute, die jetzt ein E-Auto verteufeln, zu Hause in der Wohnung ein E-Bike stehen haben. Sollte ein E-Bike-Akku in der Wohnung brennen, dürfte das wohl noch gefährlicher sein, als ein Auto draußen.

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Mon Jul 31 19:20:32 CEST 2023    |    Yaeger

und der eBike Akku ist ggf. auch noch regelmäßig Stössen, Erschütterungen und Korrosion ausgesetzt.....

Mon Jul 31 21:08:06 CEST 2023    |    Tom9973

Zitat:

@jennss schrieb am 31. Juli 2023 um 16:47:24 Uhr:

Es würde mich jetzt mal interessieren, wie viel Prozent der Leute, die jetzt ein E-Auto verteufeln, zu Hause in der Wohnung ein E-Bike stehen haben. Sollte ein E-Bike-Akku in der Wohnung brennen, dürfte das wohl noch gefährlicher sein, als ein Auto draußen.

j.

Ich schätze sehr wenige. Es ist auch nicht so furchtbar üblich sein Fahrrad in der Wohnung aufzubewahren. Ja, in den Innenstadtzonen von Großstädten kommt das vor, aber so oft ist das nicht der Fall.

 

Aber richtig, wenn der brennt, dann ist das klar eine andere Hausnummer, als wenn der Handy-Akku anfängt zu kokeln (dann verfrachtet man es ins Waschbecken oder die Spüle, schaut zu und wenn Flammen raus schlagen, dann ist auch der letzte Funken Hoffnung weg, dass da noch was zu retten ist und man dreht den Hahn auf.

Mon Jul 31 22:06:25 CEST 2023    |    Yaeger

Zitat:

@Tom9973 schrieb am 31. Juli 2023 um 21:08:06 Uhr:

Zitat:

@jennss schrieb am 31. Juli 2023 um 16:47:24 Uhr:

Es würde mich jetzt mal interessieren, wie viel Prozent der Leute, die jetzt ein E-Auto verteufeln, zu Hause in der Wohnung ein E-Bike stehen haben. Sollte ein E-Bike-Akku in der Wohnung brennen, dürfte das wohl noch gefährlicher sein, als ein Auto draußen.

j.

Ich schätze sehr wenige. Es ist auch nicht so furchtbar üblich sein Fahrrad in der Wohnung aufzubewahren. Ja, in den Innenstadtzonen von Großstädten kommt das vor, aber so oft ist das nicht der Fall.

.....

und wenn man nur den Akku abnehmen kann und zum Laden mit in die Wohnung nimmt ?!

 

im Hof oder Flur laden geht ja auch oft nicht....

Mon Jul 31 22:13:26 CEST 2023    |    Turbotobi28

Zitat:

@Yaeger schrieb am 31. Juli 2023 um 22:06:25 Uhr:

Zitat:

@Tom9973 schrieb am 31. Juli 2023 um 21:08:06 Uhr:

 

 

Ich schätze sehr wenige. Es ist auch nicht so furchtbar üblich sein Fahrrad in der Wohnung aufzubewahren. Ja, in den Innenstadtzonen von Großstädten kommt das vor, aber so oft ist das nicht der Fall.

.....

und wenn man nur den Akku abnehmen kann und zum Laden mit in die Wohnung nimmt ?!

 

im Hof oder Flur laden geht ja auch oft nicht....

Es gibt ja inzwischen Ladeboxen. Also Feuerfeste Kisten in denen man seinen Akku sicher laden kann.

 

Eigentlich sollte man alle Akku in solchen Boxen laden und auch aufbewahren. Also z.B. auch Akku von Werkzeugen.

Mon Jul 31 22:25:07 CEST 2023    |    Tom9973

Am Ende des Tages spielen Dimensionen immer eine Rolle.

100kWh (BEV), 10 kWh (PHEV), 0,5 kWh (E-Bike) oder 0,02 kWh (Smartphone) ... das macht Unterschiede aus, wenn es hoch geht ;). Und die Konsequenzen sind einfach auch andere.

 

Und wenn man eben nur klein unterwegs ist, dann passiert trotz dessen, dass es passiert, in der Regel recht wenig.

Mon Jul 31 22:45:01 CEST 2023    |    jennss

Wenn du oben schläfst und im Wohnzimmer unten geht der Laptop-Akku in Brand, sind das auch ordentliche Dimensionen bis du es bemerkst.

j.

Mon Jul 31 23:16:24 CEST 2023    |    Bnuu

Nicht, wenn man Rauchmelder hat, die Dinger piepen sofort, da sieht man ggf . noch nicht mal den Rauch in etwas dunkleren Zimmern. Am besten vernetzt, längst einfach anwendbar.

 

Und allgemein sollte man nicht so viel whataboutism konstruieren, um das E-Auto-Akku-brennt-Thema zu verharmlosen.

 

So ein BEV oder PHEV Akku ist aufgrund der Kapazität / Energiedichte potentiell sehr gefährlich. Diese Aussage kann sofort kassiert werden, wenn im Fall eines Brandes kein großer Schaden entsteht, z. B. weil irgendwelche Selbstlöschmechanismen zuverlässig greifen. Nur ist das halt absehbar nicht der Fall.

Tue Aug 01 05:50:31 CEST 2023    |    Tikibar1965

Was, Wäre, Wenn ??????

Solche Fragen sind doch absolut unsinnig. Da kommt sicherlich der Nächste und erzählt was vom Modellbau-Akkus.

Das sind (meine Erfahrung) noch "Unsichersten" Typen.

Es kommt doch einfach auf die Größe Akku bzw Brandlast an.

Das ein brennender E-Auto-Akku extrem schwer bis gar nicht löschbar ist.........wurde doch schon mehr als einmal bewiesen. In beengten Räumen nochmals schwieriger - auch klar.

Da braucht man auch nix relativieren - da ist so.

Wieso ist den der Auto-Dampfer Felicity-Ace abgesoffen ??????

Tue Aug 01 06:16:12 CEST 2023    |    Schwarzwald4motion

Wegen dem Kunststoff.

Tue Aug 01 08:39:27 CEST 2023    |    T5-Power

Weiß man eigentlich etwas Verbindliches über den Rest der Fahrzeuge?

Waren es Altfahrzeuge mit Ziel Nordafrika oder Neufahrzeuge?

Tue Aug 01 08:43:47 CEST 2023    |    jennss

Jupp. Wenn ein Auto komplett abbrennt, ist es egal, ob Verbrenner oder E-Auto. Aber beim Verbrenner kann man evtl. noch etwas retten, wobei es fraglich ist, ob das bei der Enge der 3800 Autos an Bord geklappt hätte.

j.

Tue Aug 01 08:53:18 CEST 2023    |    E.Otto

Bei uns sind E- Autos in der Tiefgarage verboten.

Es gibt nur 1 Mittel um E-Autos zu löschen und das ist Stickstoff.

Tue Aug 01 09:18:50 CEST 2023    |    jennss

So ein Verbot für Tiefgaragen ist schon mal gerichtlich aufgehoben worden:

https://efahrer.chip.de/.../...cht-schafft-endlich-reinen-tisch_108320

j.

Tue Aug 01 10:30:44 CEST 2023    |    Tikibar1965

Zitat:

@jennss schrieb am 1. August 2023 um 09:18:50 Uhr:

So ein Verbot für Tiefgaragen ist schon mal gerichtlich aufgehoben worden:

https://efahrer.chip.de/.../...cht-schafft-endlich-reinen-tisch_108320

j.

Super Lösung !

Man hebt gerichtlich ein Verbot auf .....und schon hat man die Lösung ?!?

Wäre ja toll, sofern das dann im "Brandfall" eine tatsächliche Erleichterung wäre.....

Tue Aug 01 10:46:31 CEST 2023    |    Tom9973

Zitat:

@jennss schrieb am 1. August 2023 um 08:43:47 Uhr:

Jupp. Wenn ein Auto komplett abbrennt, ist es egal, ob Verbrenner oder E-Auto. Aber beim Verbrenner kann man evtl. noch etwas retten, wobei es fraglich ist, ob das bei der Enge der 3800 Autos an Bord geklappt hätte.

So pauschal einmal mehr nicht richtig. Für die Ladung (die Autos) ist so ein Brandfall vermutlich egal, die Ladung ist hinüber. Nicht schön, aber keine Katastrophe.

 

Katastrophe wäre es (und die Gefahr ist noch immer nicht komplett gebannt), wenn die Kiste auseinander bricht, untergeht oder ähnliches passiert. Ob das passiert, da spielen die Temperaturen, die durch den Brand entstehen natürlich eine wesentliche Rolle und damit sind wir wieder bei der Brandlast. Die ist nun einmal bei E-Autos deutlich höher als bei Verbrennern. Und eben auch die Möglichkeit den Brand unter Kontrolle zu bringen, ist bei Verbrennern viel eher gegeben (immer noch, ist das Auto im Anschluss so oder so Schrott).

 

Zitat:

@jennss schrieb am 1. August 2023 um 09:18:50 Uhr:

So ein Verbot für Tiefgaragen ist schon mal gerichtlich aufgehoben worden:

https://efahrer.chip.de/.../...cht-schafft-endlich-reinen-tisch_108320

Jein, das gilt nur, wenn wir bei einer Eigentümergemeinschaft sind.

Damit ist das Hausrecht eines Alleineigentümers nicht ausgehebelt. Es gibt also keine allgemeinen Beschränkungen, spezifisch sind sie aber natürlich weiter zulässig.

Tue Aug 01 11:01:18 CEST 2023    |    the_WarLord

Zitat:

Das Gerücht, dass es ein Elektroauto gewesen sein sollte, stammt von einem Mitarbeiter der Küstenwache. Um zu sagen, ob es wirklich ein bestimmtes Auto war, von dem zuerst der Brand ausgingen, müsste er im richtigen Moment in der Halle gewesen sein. Und er müsste sich recht gut auskennen mit den Fahrzeugen. Man kann nämlich nicht so leicht unterscheiden ob es z.B. ein BMW i4 ist oder ein 420i und er müsste auch unterscheiden können mit Hybriden. Das ist ja ein großer Unterschied, ob es ein Hybrid oder ein Elektroauto war.

 

Es ist wohl wahrscheinlich, dass die Elektroautos nicht alle zusammen gestanden haben, sondern im Kreis ihrer Marken mit den Verbrennern standen.

Was macht man halt nicht alles für fünf Minuten fame? :D

Tue Aug 01 11:42:20 CEST 2023    |    Rainer0849

Nach meiner Kenntnis - und ich bin ehemals Zollbeamter und jetzt seit 10 Jahren im Ruhestand - waren es komplett Neufahrzeuge und Zielgebiet war Singapur. Und nicht Ägypten, wie vielfach falsch berichtet wurde.

Bei Port Said geht es bekanntlich in den Suez - Kanal.

Tue Aug 01 11:54:21 CEST 2023    |    Salsa59

Warum macht man eigentlich nicht auch die Fähren sicherer, z.B. durch Brandschutz-Abteilungen des Lageraumes? Für jeweils max. 5 Pkws (= 2-3 Lkws) z.B. ...

 

Ganz klar, das geht auf die Ladekapazität. Mehr Frachtraum ist gleich höhere Erträge...

Alles auf Kosten der Sicherheit, und dann kommt so etwas dabei heraus.

Dann muss es auch noch dalli-dalli gehen, weil die Fähre ein stramm kalkuliertes Zeitfenster hat... Zeit kostet Geld - viel Geld!

Tue Aug 01 13:04:47 CEST 2023    |    jennss

Zitat:

@Tom9973 schrieb am 1. August 2023 um 10:46:31 Uhr:

 

Katastrophe wäre es (und die Gefahr ist noch immer nicht komplett gebannt), wenn die Kiste auseinander bricht, untergeht oder ähnliches passiert. Ob das passiert, da spielen die Temperaturen, die durch den Brand entstehen natürlich eine wesentliche Rolle und damit sind wir wieder bei der Brandlast. Die ist nun einmal bei E-Autos deutlich höher als bei Verbrennern.

Genau fa habe ich schon öfter anderes gelesen, also dass die Brandlast praktisch gleich ist Das bedeutet doch, dass es ähnlich lange brennt, wenn man eh nichts löschen kann.

j.

Tue Aug 01 18:38:14 CEST 2023    |    Kurbl

https://www.tagesschau.de/.../...troautos-niederlande-nordsee-100.html

 

Die ersten Regeln zum E-Autotramsport sind auf dem Weg.

 

Die Einstufung als Gefahrgut, ist für E-Autos überfällig.

Tue Aug 01 19:06:50 CEST 2023    |    Schwarzwald4motion

Ich würde jetzt „Fach“-Expertisen aus dem Lager der Naturschutzvereinigung, BUND oder Greenpeace nicht unbedingt als Referenz für eine Objektive Einschätzung zitieren.

 

Generell sollte das Thema sicherlich allein schon wegen dem extrem stark gestiegenen Kunststoffanteil angegangen werden, das mit dem E Auto ist nach wie vor nur eine Vermutung, eine Chimäre der ahnungslosen.

Tue Aug 01 19:35:09 CEST 2023    |    jennss

Zitat:

@Kurbl schrieb am 1. August 2023 um 18:38:14 Uhr:

Die Einstufung als Gefahrgut, ist für E-Autos überfällig.

Sollte man E-Autos mit LFP-Akku davon ausnehmen? (z.B. Model 3 Standard, Volvo EX30 Standard, BYD etc.)

Sollten Mild- und PlugIn-Hybride mit NMC-Akkus eingeschlossen werden? (Das sind vielleicht schon fast 50% aller Verbrenner?)

j.

Tue Aug 01 19:40:40 CEST 2023    |    T5-Power

Zitat:

@Salsa59 schrieb am 1. August 2023 um 11:54:21 Uhr:

Warum macht man eigentlich nicht auch die Fähren sicherer, z.B. durch Brandschutz-Abteilungen des Lageraumes? Für jeweils max. 5 Pkws (= 2-3 Lkws) z.B. ...

 

Ganz klar, das geht auf die Ladekapazität. Mehr Frachtraum ist gleich höhere Erträge...

Alles auf Kosten der Sicherheit, und dann kommt so etwas dabei heraus.

Guck Dir mal die Transporte von Schrottautos Richtung Afrika an,da wird mit Gewalt reingestopft,was noch geht.

Jedes zusätzliche Auto mehr bringt Kohle.

Tue Aug 01 19:43:46 CEST 2023    |    jennss

Es gibt doch diese Auswertung der amerikanischen Versicherung AutoinsuranceEZ https://www.autobild.de/.../...erhoehte-brandgefahr-aus--18793633.html :

 

Zitat:

Eine Studie des amerikanischen Versicherers AutoinsuranceEZ ergab, dass gerade 25 von 100.000 versicherten Autos mit batterieelektrischem Antrieb brennen. Bei Verbrennern sind es 1530 von 100.000 Fahrzeugen. Die Überraschung: Bei den Plug-in-Hybriden stellt sich die Situation anders dar. Da gingen 3474 von 100.000 Einheiten in Flammen auf.

Da dürften Selbstentzündungen genauso dabei sein wie Unfälle. Maximal möglich sind von den 100000 E-Autos also 25 Selbstentzündungen bei null Unfallbränden, was eher unwahrscheinlich ist, aber man als Maximum nehmen könnte. Wie viele der 1530 Autos von 100000 Verbrenner Selbstentzündungen sind, kann man auch nur spekulieren, dürften aber recht selten sein (lt. Wikipedia unter "Fahrzeugbrände" gibt es das auch bei Benzinern und Dieseln). Eigentlich müsste die Versicherung doch wohl auch sagen können, wie groß der Anteil der Selbstentzündungen sein dürfte, oder? Diese Aussage fände ich nun wichtig. Es machen den Leuten ja eigentlich nur diese Angst, nicht Brände durch Unfall.

j.

Tue Aug 01 20:20:47 CEST 2023    |    jennss

Hab gerade mal geguckt, wie es bei Mercedes Verbrennern aussieht. Bei C-Klasse und S-Klasse sind nur noch Fahrzeuge mit Akkus dabei (Mild- oder PlugIn-Hybride). Bei der E-Klasse gibt es aktuell keinen Konfigurator. Bei der A-Klasse gibt es noch Diesel ohne Akkus. Andere Marken habe ich jetzt nicht geprüft, sieht aber ähnlich aus. Ein Golf eTSI hat ja auch Li-Io-Akkus. Also alle vom Schiff verbannen?

j.


Tue Aug 01 21:08:12 CEST 2023    |    Tom9973

Zitat:

@jennss schrieb am 1. August 2023 um 20:20:47 Uhr:

Hab gerade mal geguckt, wie es bei Mercedes Verbrennern aussieht. Bei C-Klasse und S-Klasse sind nur noch Fahrzeuge mit Akkus dabei (Mild- oder PlugIn-Hybride). Bei der E-Klasse gibt es aktuell keinen Konfigurator. Bei der A-Klasse gibt es noch Diesel ohne Akkus. Andere Marken habe ich jetzt nicht geprüft, sieht aber ähnlich aus. Ein Golf eTSI hat ja auch Li-Io-Akkus. Also alle vom Schiff verbannen?

j.

Ja, Mercedes elektrifiziert sie alle durch. Die E-Klasse steckt grade im Modellwechsel. Der neue bekommt nur noch Motoren mit HV-Akku. Und selbst vor dem Modellwechsel hatte 8 von 12 bereits einen HV-Akku.

Tue Aug 01 21:15:06 CEST 2023    |    jennss

Es können auch 48 V-Akkus sein, aber ich denke, das spielt keine Rolle. Entscheidend ist, ob es NMC-Technik ist, was ich vermute.

j.

Tue Aug 01 21:34:00 CEST 2023    |    Swissbob

So ein 48V Akku kostet um die 1500€ , da kann man auch einen ähnlichen LFP Akku verbauen.

Wed Aug 02 06:42:52 CEST 2023    |    Maddin5e

Wenn man sich überlegt, wie viele Schrottmöhren in den letzten Jahren, wenn nicht jahrzehnten, eng gequetscht auf Frachtern richtung Afrika verschifft wurden und wie selten so ein Teil dabei Feuer fing, kann und will ich hier nicht sagen, dass Verbrenner gefährlicher wären als E-Autos. Aber das ist immer so. wenn mal was passiert wird die Gelegenheit gleich genutzt, eine bestimmte Technolgie zu versuchen platt zu machen. So wie das vor ein paar Jahren mit den (erd)gas Autos der Fall war. als ein Tank explodiert ist. Stellt man sich mal vor, wie viele Autos an der Tankstelle durch statische Entladung bereits Feuer gefangen haben...

 

Aber zurück zum Thema! Wir wissen, dass die Gefahr eines Thermal Runway, des Durchgehens des Akkus besteht. wie oft, oder wie selten das vorkommt? Das soll hier jetzt garnicht Thema sein. Ich sehe aber das Problem darin, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis die batterielektrischen Fahrzeuge dominieren. Wenn dann so ein Frachter, vollgestopft mit fast auschließlich batterieelektrischen Fahrzeugen erst mal brennt, dann bleibt effektiv nur zuzuschauen, bis die Show vorbei ist.

 

Wir haben jetzt also exakt drei Möglichkeiten:

 

1. Hinnehmen, dass so was ab und an passiert, und die Versicherung es regeln lassen

2. Verbieten Elektroautos zu verschiffen

3. wesentlich strengerere Standarts für den Transport schaffen

 

Im Bezug auf Punkt 3 denke ich da an: Autos nicht aufs Schiff lassen, wenn der Akku zu voll oder zu leer ist. In beiden Zuständen steigt das Risiko dass der Akku durchgeht. Außerdem das Schiff in viele, kleinere Brandabschnitte einteilen und wesentlich effektivere Früherkennung.

 

Ich könnte mir gut vorstellen, dass z.B. Warnsysteme mit einer festgelegten Funkverbindung nebst Löschanlagen etc. standart werden könnten. Nicht nur auf dem Schiff, sondern auch in Tiefgaragen oder in der heimischen Garage etc...

 

gruß, Martin

Wed Aug 02 06:51:51 CEST 2023    |    Kurbl

Der Trouble geht erst richtig los. Wenn das mal auf einer Passagierfähre passiert.

Wed Aug 02 06:55:49 CEST 2023    |    Schwarzwald4motion

Ich könnte wetten dort ist die Besatzung deutlich besser ausgebildet.

 

Wie schon geschrieben die Brandlast durch den Kunststoff steigt schon seit Jahrzehnten; etwas bewegen sollte sich also auf jeden Fall.

Abgesehen davon sollte man auf Fähren laden können, was einige ja schon ermöglichen.

Wed Aug 02 07:27:02 CEST 2023    |    Maddin5e

Zitat:

Abgesehen davon sollte man auf Fähren laden können, was einige ja schon ermöglichen.

Genau da möchte ich wiedersprechen. Gerade beim Laden steigt eben das Risiko.

 

Das klingt natürlich immer so, als wäre das Laden eines E Autos gefährlich, aber wenn man sich mal die wirklich sehr sehr wenigen Selbstentzündungen so wohl beim Verbrenner als auch beim E Auto, schließen wir mal die E-Bikes ein, anschaut, stellt man fest, dass ein sehr großer Teil davon beim Laden bzw. Tanken geschah.

Wed Aug 02 07:36:39 CEST 2023    |    Schwarzwald4motion

Die PHEV sind für mich sowieso nur ein Fehlgriff der Geschichte entstanden aus dem dringenden Bedürfnis die Mangelware Akku und das Überangebot von Verbrennungsmotoren in einem begrenzten Zeitraum in Einklang zu bringen.

Sowas hält man aus der Rechnung raus, die müssen übrigens auch nicht laden, kann man gerne verbieten.

Wed Aug 02 08:41:01 CEST 2023    |    jennss

Ich frage mich, ob die Größe vom Akku auch einen Einfluss darauf hat, wie hoch die Gefahr der selbstentzündung ist. Ist es einen Unterschied ob, man einen 100 kWh E-Auto Akku hat, oder einen 20 kWh Phev-Akku oder einen 2 kWh Mild-Hybrid Akku oder einen 0,5 kWh E-Bike Akku?

j.

Wed Aug 02 09:49:15 CEST 2023    |    Kurbl

Die Grösse des Akku ist nur insoweit relevant. Das bei größeren Akku die Menge der Möglichkeiten grösser ist. Also zB. mehr Zellen. Damit erhöht sich das Risiko natürlich, da die Wahrscheinlichkeit sich erhöht, dass etwas passiert.

 

Risiko = Schaden x Eintrittswahrscheinlichkeit

Wed Aug 02 09:57:59 CEST 2023    |    Swissbob

Zitat:

@Schwarzwald4motion schrieb am 2. August 2023 um 07:36:39 Uhr:

Die PHEV sind für mich sowieso nur ein Fehlgriff der Geschichte entstanden aus dem dringenden Bedürfnis die Mangelware Akku und das Überangebot von Verbrennungsmotoren in einem begrenzten Zeitraum in Einklang zu bringen.

Sowas hält man aus der Rechnung raus, die müssen übrigens auch nicht laden, kann man gerne verbieten.

Dem muss ich widersprechen, bei PHEV geht es ausschliesslich um steuerliche Vorteile und um den Flottenverbrauch.

 

In Europa geht es um den Flottenverbrauch, in China und mehreren europäischen Staaten geht es um steuerliche Vorteile.

 

Besonders krass sieht man das an Frankreich, Österreich und Skandinavien. Dort kostet der PHEV nach Steuern teilweise über 50000€ weniger als der Verbrenner.

 

Ein weiterer Vorteil ist die Leistung in Staaten mit Hubraumbesteuerung, der E-Motor liefert 100-200PS zusätzlich.

Wed Aug 02 10:33:59 CEST 2023    |    Tikibar1965

Seltsam, das nun plötzlich der Kunststoff im KFZ als Brandbeschleuniger lokalisiert wurde.....

Den gibts doch bereits seit Jahrzehnten, oder ?

Wieviele der PKW-Massentransporter von Europa nach Afrika liegen den nach einem Brand auf dem Meeresgrund des Mittelmeeres ???

Wed Aug 02 11:14:03 CEST 2023    |    TH-H

Akkubrand als Ursache, könnte sein, aber das werden die Brandspezialisten nach dem Begutachten dann klären,

Aber Elektro und Salzluft oder salzhaltiges Seewasser, dass ist etwas, was sich nicht verträgt!

Und ich glaube kaum, dass Elektroautos und deren Akkus, daraufhin geprüft sind.

Auf Spritzwasser ja, aber eben Trinkwasser bzw. Süßwasser, nicht auf Salzwasser.

Ebenso könnte es auf einer Fähre durch Gischt etc. ein feuchtes nebliges und Salshaltiges Milieu bilden, das bei Elektrischen Verbindungen starke Korrosion verursachen könnte ung ggf. auch Kurzschlüsse.

Wed Aug 02 12:13:35 CEST 2023    |    the_WarLord

Wäre das ein Problem, hätte es das auch in der Vergangenheit gegeben (nicht in Form eines Brandes, aber in Form von Schwierigkeiten). Ein Verbrenner hat genügend elektrische Verbindungen...

Wed Aug 02 12:19:51 CEST 2023    |    jennss

Zitat:

@Tikibar1965 schrieb am 2. August 2023 um 10:33:59 Uhr:

Seltsam, das nun plötzlich der Kunststoff im KFZ als Brandbeschleuniger lokalisiert wurde.....

Nicht Brandbeschleuniger, sondern nur Brandlast. Wenn man nicht löscht, dürften E-Auto und Verbrenner etwa gleich lange abbrennen.

j.

Deine Antwort auf "Fährenbrand: Angenommen, es war wirklich ein Akku..."

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