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MOTORTESTS.de - Test und Erfahrungsberichte aus der MOTOR-TALK Community

06.02.2017 23:42    |    jennss    |    Kommentare (113)

Würdet ihr bei einem Mini Cooper S Clubman Allrad oder Frontantrieb nehmen?

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Würdet ihr bei einem Mini Cooper S Clubman (=F54, 192 PS Benziner) den Allrad für 2000 € mitnehmen oder nur den Frontantrieb? (Frontantrieb ab 27800 €, Allrad ab 29800 €)

Ich finde Allrad schon ziemlich attraktiv, aber er hat 0,7 l. mehr Normverbrauch und für 2000 € kann man halt auch schöne Extras bekommen. Was meint ihr? Vergrößert der Allrad den Spaß am Auto deutlich? Die Beschleunigung bei Trockenheit wird nur wenig besser (7,0 statt 7,2 s. mit Handschalter bzw. jeweils 0,1 s. weniger mit Automatik).

j.

 

PS: Bild aus dem Konfigurator bei www.mini.de

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06.02.2017 23:45    |    Dynamix

Was ist das für ein Allrad? Wenns nur so ein Soft Allrad ist wo das Heck nur bei Bedarf zuschaltet würde ich mir die 2000€ sparen oder in Ausstattung investieren.


06.02.2017 23:54    |    jennss

Oh, gute Frage... ich werde mal gucken.

j.

 

Edit: Hab was gefunden:

http://www.focus.de/.../...-clubman-den-vierradantrieb_id_5535300.html

 

Also ein Haldex-Allradsystem der fünften Generation. Das ist wohl das, was du mit "Soft Allrad" meinst, oder? Siehe http://p5.focus.de/.../artikel19720-bild05.jpg


07.02.2017 01:31    |    nick_rs

Der Allrad bringt in einem solchen Auto keinen sportlichen Mehrwert. Gewicht und Leistungsverlust überwiegen.


07.02.2017 08:13    |    Goify

Kommt darauf an, wo man wohnt. Braucht man Traktion, weil man abgelegen lebt, dann muss es mit Allrad sein. Geht es auch zwei, drei Mal mit Schneeketten, dann reicht FWD.


07.02.2017 10:36    |    Tobner

Ich finde, es geht nicht nur um das Fahren im Schnee.

 

Ich selbst fahre permanente Allrad im Sommer (Audi 80 quattro) und im Winter (Subaru) und man merkt einen vernünftigen Allradantrieb auch auf trockener Fahrbahn. Kein (oder kaum) Untersteuern, keine scharrenden Rädern, wenn man mal zügig um ne Kurve oder eine Kreuzung fährt und Winter absolut traumhaftes, sicheres Fahrgefühl. Ich fahre als Firmenfahrzeug einen Passat frontantrieb mit 140PS TDI und es regt mich fast jeden Tag auf, dass nur die vorderen Räder getrieben sind. Man spürt es einfach...

 

Wie es jedoch bei solchen zuschaltbaren System ist, weiß ich nicht. Ich bin auch noch nie einen gefahren.


07.02.2017 10:42    |    Dynamix

Das mit dem nicht untersteuern stimmt nicht. Der Allrad suggeriert dir einfach nur das Gefühl du hättest unendlich Grip. Hast du aber nicht. Er verschiebt den Bereich ab dem du den Grenzbereich spürst einfach nur nach hinten und wenn du es dann überreizt dann richtig.

 

Ein Fahrsicherheitstrainer hat mir das mal erklärt. Beim Frontantrieb merkst du am untersteuern das du an die Grenze kommst. Da hast du meist noch mehr als genug Reserve um den Wagen sicher abzufangen. Das gleiche gilt für den 08/15 Hinterradtriebler, nur halt mit übersteuern.

 

Jetzt kommt da so ein Allrad und der Fahrer glaubt er könnte die Regeln der Physik aushebeln. Das blöde an der Sache ist das wenn du dann mal richtig auf die Kacke haust der Wagen sofort in heftiges Untersteuern übergeht und den Wagen dann zum stehen zu bringen bevor man im nächsten Baum oder Graben landet ist nix für Anfänger.

 

Der Fahrsicherheitstrainer war nicht gerade begeistert von den "Allrad über alles" Typen weil die sich gerne mal überschätzen ;)


07.02.2017 10:52    |    Goify

Subaru-Allrad ist was ganz anderes als hier im Clubman. Im Subaru sind alle 4 Räder ständig angetrieben, sodass man nicht spürt, welche Achse antreibt, da immer gleichmäßig Traktion herrscht. Das ist auch beim Rausbeschleunigen aus Kurven spürbar.

Der Clubman hier hat aber FWD und kann bei Bedarf die hintere Achse mit antreiben. Der fährt sich wie FWD, nur eben mit mehr Traktion bei schlüpfrigem Untergrund.

 

Dynamix, ich war mit meinem Impreza beim Fahrsicherheitstraining und der Wagen hatte lediglich auf der nassen Kreisbahn leichte Vorteile. Bei allen anderen Fahrmanövern war er identisch.


07.02.2017 11:05    |    Dynamix

Man muss dafür halt erstmal an die Grenzen der Autos kommen und das klappt bei so einem Fahrsicherheitstraining meist nicht. Beim Slalom und den ganzen Späßen ist keins der Autos an seine Grenzen gekommen. Wir hatten einen alten Golf II dabei der mit einem guten Fahrwerk und einem guten Satz Reifen aufgemotzt wurde. Selbst der ging verdammt schnell um die Hütchen ohne ins Untersteuern zu kommen. Einzig bei den Bremsungen musste der arme Kerl immer als Negativbeispiel herhalten da er der einzige Wagen ohne ABS war :D

 

Einzige Ausnahme an der so gut wie alle Autos an Ihre Grenzen kamen war die Kreisbahn aber da ging es auch konkret darum zu demonstrieren das dein Auto noch so gut sein kann, wenn die Grenze erreicht ist, dann ist Sie erreicht. Keiner hat mehr als 41 km/h in dem Kreisel geschafft. Nicht mal die Porsche Testfahrer die ne Woche vor uns da waren. Fand ich schon faszinierend das unter diesen Bedingungen ein alter Fiat Panda genauso schnell ums Eck geht wie ein Porsche 911 GT3 :D

 

Ich hätte vor diesem Training meinen Hintern darauf verwettet das der Porsche schneller durch den Kreisel geht. Werde das mit dem Caprice wohl mal machen. Da ich als Beifahrer zahlen musste kann ich das beim nächsten Training geltend machen :D


07.02.2017 11:34    |    nick_rs

Der zuschaltbare Allrad bringt auf Asphalt keinen nennenswerten Grip-Vorteil. Er schaltet sich erst zu wenn die Vorderräder die Traktion verlieren und das passiert dank (elektronischer???) Differenzialsperre und üppigen Reifen sehr selten, trotzdem schleppt man unzählige Kilos umsonst mit sich rum, was man bei einem solch kleinen Auto definitiv merken wird.


07.02.2017 11:44    |    Dynamix

Was noch dazu kommt: Der Mini hat keine besonders hohe Bodenfreiheit. Was will man mit dem Ding also im Gelände oder einer stark schneeanfälligen Gegend?

 

Wer weiß das er in so einer Gegend lebt kauft sich keinen überteuerten Kleinwagen mit Allrad. Da greift man dann lieber gleich zu Autos bei deren Entwicklung man zumindest einmal an Offroad Einsatz gedacht hat.

 

Nicht umsonst sind in den USA auf dem Land Pick-Ups so beliebt. Wenn die nächste asphaltierte Straße mehrere Meilen von deinem Haus entfernt liegt und du mitten in der Hinterwäldler Pampa lebst, kaufst du da keinen Golf ;)


07.02.2017 11:46    |    Goify

Dafür gibt es ja den Kauntriemän!


07.02.2017 11:49    |    Dynamix

Das Ding ist alles, nur nicht geländegängig ;) Bin die Kiste schon oft genug gefahren und das ist eher was für die stylische Mutti die unbedingt ein "kleines" Auto will aber trotzdem hoch sitzen möchte. Der Wagen ist objektiv gesehen ziemlich sinnlos. Kann nichts besser als ein normaler Mini, nimmt aber mehr Platz weg, verbraucht aufgrund der Größe nen Tacken mehr und übersichtlicher wird er durch die Karosserie auch nicht ;)


07.02.2017 11:56    |    Goify

Ach, der kann schon was: http://cdn.gmotors.co.uk/.../MINI-ALL4-Racing-650x406.jpg :D


07.02.2017 11:58    |    Dynamix

Ok, ich gebs ja zu! Der Touareg ist ja auch ab Werk so ein Geländemonster ;)

 

http://www.ultimatecarpage.com/.../Volkswagen-Race-Touareg-3-35943.jpg


07.02.2017 12:04    |    Goify

Den Toareg habe ich sogar in 1:10 von Tamiya. Wenn der mal nicht geländegängig ist.

 

Mit 15 cm Neuschnee kommt jedoch jeder Allradler zurecht, auch wenn er sehr tief liegt.


07.02.2017 12:07    |    Dynamix

Was sind schon 15cm. Die hab ich auch mit meinem 60PS Golf gepackt ;) Dafür braucht man keinen Allrad, es sei denn man ist zu blöd gefühlvoll mit dem Gas umzugehen. Wenn man natürlich im ersten voll auf dem Gas steht das der Motor in den Begrenzer rennt muss sich nicht wundern wenn er keinen Grip hat.

 

Da braucht man allerdings dann auch keinen Allrad für. Der Unterschied zum Frontkratzer liegt dann darin das 4 Räder hilflos nach Grip scharren statt 2 :p


07.02.2017 12:14    |    jennss

Mir geht es eigentlich gar nicht mal um den Kurvengrenzbereich oder um Geländefahrten, sondern einfach nur um eine gute Traktion zu haben und wegen stotternden Antriebsrädern nicht genervt zu sein :). Die Frage ist dann eben nur, ob es sich alleine dafür lohnt. Schnee haben wir ja schon nicht mehr besonders viel, aber Nässe ziemlich oft. Bei Trockenheit im Sommer merke ich bei unserem 140 PS-TSI kaum stotternden Antrieb bzw. Traktionsschwächen, aber bei Nässe sollte man nicht zu viel Gas geben, d.h. lieber langsam beschleunigen, was nicht immer gewünscht ist ;).

 

Im Moment ist es ziemlich ausgeglichen mit den Stimmen. Der Mini mit 192 PS (wie auch der Diesel Cooper SD mit 190 PS) ist ja einer der wenigen, bei denen man die Wahl hat. Beim Clubman Cooper mit nur 136 PS gibt es nur Frontantrieb und beim Clubman JCW mit 231 PS nur Allrad. Beim Golf GTI hat man keine Wahl und beim R auch nicht.

j.


07.02.2017 12:19    |    Goify

15 cm Schnee in Verbindung mit einer steilen Steigung und man ist völlig aufgeschmissen, wenn man keinen Allrad hat. Selbst 10 cm sind meist schon zu viel. Ich bin sogar schon mal an 3 cm Schnee gescheitert, weil es einfach eine ganz dünne Matschschicht gab.

Bei diesen Verhältnissen ist Allrad oder eben Schneeketten Pflicht. Wobei ich Schneeketten für die paar Mal im Jahr für sinnvoller erachte, denn diese kosten einmalig 150 € und man nutzt sie jahrelang. Allrad kostet einmalig mind. 1.000 € plus Mehrkosten bei Sprit und KFZ-Steuer.


07.02.2017 12:26    |    Dynamix

Ich würde den Fronttriebler nehmen. Wie gesagt: Der Haldex bringt dir im Alltag so gut wie überhaupt keinen Vorteil, ist am Ende aber nur unnötig Gewicht was du im Auto mit dir herumschleppst. Die meiste Zeit läuft der Wagen eh nur als Fronttriebler, wozu dann also noch den Allrad mitschleppen?

 

Von den 2000€ Ersparnis kannst du dann ein paar nette Kreuze mehr machen. Ich sag nur Panoramaglasdach ;)


07.02.2017 13:05    |    Tobner

Mitschleppen tust du "nur" das Gewicht, wenn er abgekoppelt ist. Es ist nicht mehr so wie bei permanenten Allrad, der 25PS und einen Liter Sprit frisst.

 

Das mit dem Grenzbereich stimmt schon, man sollte auch wissen, was man tut, wenn man so derart schnell durch eine Kurve fährt, dass der Allrad an die Grenze kommt. Ich würde einen Allrader immer und überall vorziehen, auch wenn du (fälschlicherweise) denkst, dass ich einer dieser "Allrad über alles"-Typen bin. Ich bin überzeugt, dass permanent 4 getriebene Räder einfach besser sind. Ist aber wie alles eine subjektive Sache.

Aber ich würde sagen, wir lassen die Debatte hier.

 

Jedem das Seine. Wer Allrad möchte, muss ihn bezahlen, wer ihn nicht braucht und mit fronttrieb zurecht kommt, kann halt sparen und gut.


07.02.2017 13:22    |    Dynamix

@Tobner

 

Das war jetzt in keinster Weise explizit auf dich gemünzt :) Ich sage lediglich das es diese Leute gibt und die Allrad Debatte ist so alt wie der Quattro bei Audi ;)

 

Ich bin halt der Meinung das man den Allrad bei uns in Deutschland in einem 08/15 Straßenauto wie einem Mini einfach nicht braucht.

 

Will gar nicht abstreiten das es Situationen gibt wo der Allrad seine Vorteile hat, allerdings sind das meiner Meinung nach dann die Situationen wo man auch einen richtigen Geländewagen mit genug Bodenfreiheit braucht.

 

Viele Allradfans tun halt immer so als ob die deutsche Autobahn die Qualität eines Feldwegs irgendwo in Bangladesch hat was völliger Blödsinn ist. Und sooo heftige Schneefälle das ich tatsächlich irgendwo stecken bleibe hab ich in meinem ganzen Autofahrerleben noch nicht gehabt. Gut, einmal hab ich mich nach einem heftigen Schneefall in meiner eigenen Einfahrt festgefahren aber da bin Depp auch wie ein blöder aufs Gas gestiegen um nicht nach hinten wegzurutschen.


07.02.2017 13:35    |    nick_rs

15cm Schnee? So viel Bodenfreiheit habe ich ja nichtmal. Einmal ein Stein im Schnee und schon hat man ein Loch im Boden :D


07.02.2017 13:39    |    Dynamix

Ich hab gerade mal mein Lineal rausgeholt. Also die 15cm Bodenfreiheit sollte selbst der Mii locker haben :D Der Caprice sowieso aber der ist ja wie man so schön neumodisch sagt #hochwieeinbus

 

Edit: Ok, hab nachgesehen. Beim Mii sinds tatsächlich 14,5cm. Der halbe Zentimeter macht den Braten dann aber auch nicht mehr fett :D


07.02.2017 13:51    |    Tobner

Ja natürlich, explizit die quattro-Fanboys übertreiben es gern mal und hauen auf die Kacke. Gerade die ganzen neueren Audis mit 4Motion (quattro ist es ja keiner mehr) nerven mich auch mit ihrem Geseier.

 

Direkt brauchen tut man ihn in Deutschland bei Leibe nicht, mir persönlich gefällt es halt einfach einen zu bewegen. Hier im Erzgebirge gab es in diesem Winter zeitweise Schneechaos, gesperrte und zugewehte Straßen, überfordertete Winterdienste und so viel Schnee, dass man ihn mit Kippern aus den Städten fahren musste. Da war ich wirklich froh, einen Allrad zu haben, weil wenn man mit Front- oder Heckantrieb selbst an jeder Kreuzung und Ampel erstmal 3 Minuten leiern muss, bis man voran kommt. Und auch in den Kurven fühlt es sich sicherer an, wenns wirklich mal derb glatt ist. Mein Subaru stand kaum still, wenn ich ihn nicht bewegt, war er an Freunde verliehen, die Angst hatten, bei solchen Schneemassen mit ihren frontgetriebenen Autos zu fahren und waren wirklich froh, sicher und ohne Zwischenfälle auf Arbeit anzukommen.

 

Aber wie gesagt, das sind nur einige Tage, wo man wirklich Nutzen daraus ziehen kann. Und welche Figur da ein Möchtegern-Allrad, wie der Cooper, macht würde mich interessieren. Ich denke aber keine wirklich gute...


07.02.2017 13:54    |    Dynamix

Ich hatte im Harz mal bei starkem Schneefall einen 116d, den hab ich auch irgendwie den steilen Berg raufgeprügelt wobei ich gestehen muss das mir bei der Aktion echt die Düse ging. Ohne Anlauf wäre ich da wohl kaum hochgekommen und das ESP und die Traktionskontrolle haben auch echt ordentlich was zu tun gehabt :D

 

Wenn ich da stecken geblieben wäre hätte man den mich und den 1er aus dem nächsten parkenden Auto puhlen können.


07.02.2017 14:00    |    Goify

Dynamix, wärst du nicht so fett, wären es sogar 15,5 cm Bodenfreiheit. :D

 

Jeder muss einfach selbst wissen, ob er Allrad benötigt und wenn ja, welchen. Der eine glaubt eben, permanenten Allrad auch im Sommer unbedingt zu brauchen (ja, auch da macht er eine gute Figur) und manche ziehen hin und wieder Schneeketten auf.

Wenn es ganz übel kommt, habe ich hier noch einen Forester und wenn es noch übler wird einen Allrad-Traktor mit 3 Sperren und 4 Schneeketten. :)


07.02.2017 14:03    |    Dynamix

Hey, gemessen an meiner Körpergröße bin ich gar nicht mehr fett! Wenn ich mit meiner Diät durch bin (2/3 sind geschafft :cool) dürfte ich einen ziemlich normalen Body Mass Index haben ;)

 

Edit und BTT: Mit dem Trecker dürftest du im Winter eh die besten Chancen haben überall durch zu kommen :D


07.02.2017 14:46    |    Goify

Ooopsi, dachte, du wärst auch so dünn wie ich. Da kommt der Witz besser. Fettnapf gesucht, Fettnapf gefunden, mit Anlauf rein. :D


07.02.2017 15:08    |    jennss

Ich bräuchte Allrad auch nicht wirklich. Aber 192 PS ebenso wenig :). 100 PS und Frontantrieb genügen für den Alltag vollkommen. Ich wüsste jetzt gar keine Stelle, wo ich in den Kurvengrenzbereich gehen könnte. Naja, vielleicht am ehesten im relativ sicheren Kreisverkehr, aber auf der Landstraßen mit den Bäumen am Straßenrand oder auch in der Ortschaft würde ich gar nicht darauf kommen, so schnell in die Kurven zu gehen.

 

Der einzige wirklich relevante Punkt für mich wäre das Anfahren bei Nässe (wozu auch der vergleichsweise seltene Schnee gehört). Als wir den 140 PS-TSI neu hatten (vorher 105 PS-TDI) hatte es mir hin und wieder genervt, wenn das Auto auf Nässe nur stuckerig anfährt (und wohl auch mehr Reifenverschleiss hat). Ich habe mich aber auch schon daran gewöhnt und sage mir, dass ja selbst GTIs das haben :). Manchmal nervt es trotzdem noch und da frage ich mich, ob sich der Allrad alleine deswegen lohnt. Zum Anfahren (bis vielleicht 50 km/h, je nach Nässe und Straße) dürfte es wohl egal sein, ob es sich um einen permanenten Allrad handelt oder ein HangOn-System. Ich denke, die Unterschiede zeigen sich wohl erst bei Kurvenfahrt, wobei ich eigentlich dachte, dass die aktuelle Generation vom Haldex doch schon ganz gut sein müsste. Auf der Autobahn sehe ich keinen Sinn mit Allradantrieb zu fahren.

 

Derzeit liegen die Stimmern 7 zu 6 pro Frontantrieb. Ein knapper Stand, der zumindest die Entscheidung von Mini, beides anzubieten, als richtig zeigt.

 

Allgemein sollte der Allrad bei mir eher dem Fahrspaß dienen als der Sicherheit, genauso wie mehr PS. Die Alternative zum Clubman Cooper S All4 ist für mich nicht nur der günstigere normale Clubman Cooper S (mit mehr Extras), sondern auch der stärkere Golf GTI. Rein antriebsmäßig frage ich mich, ob mir der Allrad mehr Fahrspaß bringt als die zusätzlichen 38 PS des GTIs. Das Auto selbst (Mini Clubman vs. Golf) ist dann noch eine andere Sache.

j.


07.02.2017 15:09    |    JochenBW

Bei einem Fronttriebler mit 192 PS merkst Du den Allrad (auch wenn es "nur" ein Haldex ist) bei jedem etwas zügigeren Anfahren, und allein schon der deutlich geringere Vorderreifenverschleiß macht über die Nutzungsdauer einen erheblichen Anteil der Mehrkosten wett. Die deutlich nach hinten verschobenen Grenzen der Fahrdynamik (wenn man sie wie jeder normale Fahrer nicht überreizt) und der Vorteil im Winter (besonders auch bei Spurwechseln auf Schneematsch) kommen noch dazu. Also ich würde für das Geld lieber auf anderen Schnickschnack verzichten.


07.02.2017 15:15    |    jennss

Dank euch allen schon für die Kommentare. Ich finde alle Ansichten interessant!

 

Die Sache mit dem Vorderradverschleiß war bei mir erstmal nur Theorie und das letzte Posting von JochenBW bestätigt dies. habe schon oft gemerkt, dass der "scharrende" Frontantrieb sicher nicht gut für die Vorderreifen sein kann.

 

Preislich liegt der Golf GTI bei meiner Konfiguration ziemlich genau zwischen den beiden CooperS-Varianten. Da es bei Mini attraktive Extras gibt (die rotumrandeten Dynamica-Sitze sind echt fein, wie auch das doppelte Schiebedach), hat der CooperS ohne Allrad natürlich auch seine Reize. Selbst den kleineren 5-Türer (F55) mit 192 PS ziehe ich schon in Betracht, entweder um Geld zu sparen oder um mehr Extras reinzuschmeißen :D. Aber der Clubman gefällt mir beim Heck super und wir können den zusätzlichen Platz auch wirklich nutzen. Clubman und Golf sind ziemlich gleich groß (nicht der alte Clubman. Der war 30 cm kürzer).

j.


07.02.2017 15:25    |    Tobner

Genau, die Reifen kommen noch dazu. Ich bin 4 Jahre und 60tkm mit dem Audi mit einem Satz Sommerreifen hingekommen, da waren am ende immernoch 3-4mm Profil drauf. Ich dachte, es liegt an meiner Fahrweise. Aber auch mit dem Subaru habe ich auf 40tkm nur ca. 4mm Profil eingebüßt (und da sind 175er Reifen drauf...) Und der Subaru fliegt förmlich schon öfter mal über Feldwege/Waldwege/Stock&Stein/Landstraßen.

 

Vllt hast du die Chance, mal beide Systeme zu fahren? Wenn dein Autohaus den All4 nicht hat, leih dir mal nen Subaru mit permaneten Allrad aus und probier ein wenig. Am Ende ist es sehr subjekiv. Der eine merks beim ersten Anfahren, der andere kriegt es nichtmal auf Schnee mit... Probier es aus und entscheide dann.


07.02.2017 15:36    |    Dynamix

Wobei man bei den Reifen auch wieder sagen muss das der Reifen selbst einen größeren Einfluss auf die Haltbarkeit hat. Die Michelin Primacy die mein Peugeot ab Werk hatte haben relativ lange gehalten und auch gröberer Vergewaltigung auf Landstraßen und Rennstrecken einigermaßen standgehalten. Die Dunlops die ich später hatte sind dagegen im Zeitraffer gealtert und damit bin ich lediglich eine einzige Runde auf der Rennstrecke gewesen und sonst relativ gesittet gefahren.

 

Die waren nach einer Saison bereits zur Hälfte runter :eek:

 

Bei den Michelins hab ich mir noch extra 2 neue besorgt weil ein paar noch soviel Profil hatte. Mit dem Satz bin ich dann noch 2 Jahre gefahren bevor die Fratze waren :)


07.02.2017 15:45    |    jennss

Zitat:

Wobei man bei den Reifen auch wieder sagen muss das der Reifen selbst einen größeren Einfluss auf die Haltbarkeit hat.

Aber ist es nicht so, dass Reifen, die lange halten, eben auch weniger Grip haben, was gerade bei Frontantrieb nerviger sein könnte? (vermute ich)

j.


07.02.2017 15:50    |    Dynamix

Kommt auf die Mischung an ;) Wenn du jetzt natürlich irgendeinen billigen Ling Long Riggadiggadingdong Reifen kaufst der ab Werk schon brutal ausgehärtet ist dann magst du recht haben.

 

Bei den Michelins wars im Vergleich zu den Dunlops so:

 

Die Michelins stehen ja generell im Ruf etwas härter von der Mischung zu sein. Davon hab ich aber beim Grip auf trockener Straße nichts gemerkt und ich bin mit dem Wagen wirklich gerne mal flott gefahren. Dafür hat man bei Nässe gemerkt das der Grip dort stark nachlässt.

 

Dann zum Vergleich die Dunlops. Der Grip auf Trockenheit war gefühlt etwas schlechter, dafür war der Nassgrip im Vergleich zu den Michelins deutlich besser.

 

Dann hatte ich auf dem Golf damals noch die Rainexpert 2(oder 3) drauf. Kein Sportreifen aber der einzige Reifen bei dem ich bei Nässe tatsächlich keinerlei Unterschied zum Trockengrip gespürt habe. Der Reifen hat sich selbst bei starkem Regen sehr sicher angefühlt und einen Gripverlust habe ich da auch nicht spüren können. Fand ich für den Golf ganz gut da ich damit eh nicht geheizt bin und es damals in meiner Ecke oft und heftig geregnet hat wo man mit den anderen Reifen schon mal eher an die Grenzen kam, gerade beim Bremsen.

 

Das mit den durchdrehenden Reifen kriege ich übrigens auch schon mit 60 und 75 PS hin ;) Wenns extrem nass ist und man auf dem Gas etwas unsensibel ist drehen auch da schnell mal die Vorderräder durch.


07.02.2017 16:01    |    jennss

Vielleicht kann man statt auf Allrad auch einfach auf beste Reifen setzen und mehr Verschleiß in die Rechnung einkalkulieren. Ist sicher immer noch billiger als Allrad, aber zumindest beim Anfahren auch nicht so perfekt. Beim Bremsen hilft dagegen auch kein Allrad, gute Reifen dagegen schon.

 

Zitat:

Das mit den durchdrehenden Reifen kriege ich übrigens auch schon mit 60 und 75 PS hin ;) Wenns extrem nass ist und man auf dem Gas etwas unsensibel ist drehen auch da schnell mal die Vorderräder durch.

Stimmt und je mehr PS, desto höher die Geschwindigkeitsgrenze, wo es noch durchdreht. Je mehr PS das Auto hat, desto größer sind die Unterschiede zwischen Nässe und Trockenheit bei Frontantrieb. Ist man es gewohnt bei Trockenheit satt anfahren zu können, so ist das Anfahren bei Nässe vielleicht besonders nervig, weil in den unteren Geschwindigkeiten nicht schneller als mit wenig PS.

j.


07.02.2017 20:06    |    jennss

Habe jetzt mal die Elastizitätswerte gecheckt. Der 90 kg-schwere Allrad verschlechtert diese etwas. Alles 80-120 km/h im 5. Gang:

 

Unser Golf TSI mit 140 PS: 8,5 s.

Golf GTI 230 PS: 6,0 s.

Golf R 310 PS: 5,0 s.

Mini Cooper John Cooper Works 3-Türer 231 PS: 5,6 s.

Cooper S 5-Türer 192 PS: 6,7 s.

Clubman Cooper S 192 PS: 7,6 s.

Clubman Cooper S 192 PS: All4: 8,1 s.

Clubman JCW 231 PS: 6,9 s.

Polo GTI 192 PS 6,5 s.

 

Zum sportlichen Fahren sagt 0-100 wohl mehr, aber 80-120 ist durchaus interessant für den Alltag. Der von mir bisher favorisierte Clubman Cooper S All4 ist da also nicht viel schneller als unser jetziger Golf, bei immerhin 52 PS mehr. Jetzt geht mir sogar durch den Kopf, ob auch der Cooper S 5-Türer in der Größe ausreicht... :)

j.


08.02.2017 07:49    |    nick_rs

Danke für die interessanten Werte. 0,5 Sekunden wird man sicherlich merken.


08.02.2017 08:12    |    Dynamix

Mal ne andere Frage: Brauchst Du zwingend einen Kombi?


Deine Antwort auf "Clubman Cooper S: Besser mit Allrad?"

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