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01.01.2017 19:55    |    jennss    |    Kommentare (56)

vergleichxenon
Vergleichxenon

Ich hatte nach unserem Golf 6 mit Halogenscheinwerfer (4 Jahre gefahren) den Golf 7 mit Xenon bestellt. Der Wechsel war im Oktober 2013. Der Vergleich am Tag des Wechsels zeigte, dass das Xenon-Licht wesentlich heller ist. Das Halogenlicht war jedoch schon 4 Jahre alt. Jetzt ist der Golf 7 39 Monate (3 1/4 Jahre) alt und hat ca. 66000 km runter. Heute bin ich wieder an die gleiche Stelle gefahren und habe versucht, die Ausschnitte genau gleich zu treffen. So 100%ig ist mir das nicht gelungen. Ich hätte mich heute auf dem Sitz wohl nicht vorbeugen sollen, aber es passt so ziemlich. Ich habe die gleichen Einstellungen gehabt und heute auch die alten RAW-Fotos nochmal genauso entwickelt (Lightroom 5.7), also mit gleichem Weißabgleich und so (bei einem Xenon-Bild mit Helligkeitskorrektur, da versehentlich mit Blende 2,2 statt 2 fotografiert). Es sieht ein wenig so aus, als wäre die Belichtung heute etwas heller eingestellt gewesen, aber ich denke, das müssen gewechselte Straßenlampen sein, die nun heller und gelber leuchten, denn nach Exif-Infos der Kameradateien ist alles gleich. Meine Kamera (Nikon D600) war mal beim Service, aber das sollte eigentlich nichts geändert haben.

 

Ergebnis, sofern der Vergleich sauber genug ist: Das Xenon ist dunkler geworden. Es ist zwar noch besser als das Halogen, aber der Vorteil des neuen Xenonlichts ist etwa zur Hälfte verloren.

 

Neue Xenons sind teuer, neue Halogen-Birnen (jedoch ohne übrige Scheinwerferteile) dagegen billig. In Wikipedia steht zu Xenons:

 

Zitat:

Die Lichtstärke nimmt mit steigender Betriebsdauer (Alterung) stärker als bei einer Halogenlampe ab, die Leuchtkraft ist dann jedoch noch immer doppelt so hoch wie die einer Halogenlampe. Im Detail: Während sich die Lichtstärke bei Glühlampen am Lebensdauerende (nach ca. 450 Stunden bei einer H7) auf etwa 80 % Leuchtkraft reduziert (bei einer H7 von etwa 30 auf 24 Mcd/m²), fällt sie bei Xenonbrennern nach ca. 2000 Stunden auf ca. 50 Mcd/m² ab.

Für mich wäre noch die Frage, nach wie viel Jahren bzw. eher Kilometern die Xenons den Level von neuen Halogen erreicht haben? Ich schätze, nach 10 Jahren haben Xenons ihren Vorteil ggü. Halogen verloren.

 

Ich frage mich, wie sehr man bei LEDs eine Alterung erkennen kann. Der Wechsel von LED-Scheinwerfer dürfte noch deutlich teurer sein als von Xenons (Xenonbrenner ca. 2x ~250 €? LEDs das Doppelte?).

 

Auf dieser Webseite steht:

Zitat:

Die Angabe der Lebensdauer macht nur Sinn in Verbindung mit Angabe der Degradation.

z.B. Lebensdauer: 50.000 Std/ L70

(D.h. nach 50.000Std besitzt die LED immer noch 70% ihrer ursprünglichen Helligkeit)

Geht man mal davon aus, dass diese Angabe ein typischer Wert wäre, dann ist die Alterung bei LEDs - im Gegensatz zur Alterung bei Xenons- wohl quasi unbedeutend. Wenn ich mal grob abschätze, dass 100000 km mit 50 km/h Schnitt in 2000 Stunden gefahren werden und davon mit Licht vielleicht die Hälfte (1000 Stunden), so würden Scheinwerfer noch nach 5 Millionen Kilometern 70% Leuchtstärke haben, womit die meisten LED-Scheinwerfer wohl noch deutlich heller sind als Halogenscheinwerfer. (allerdings gibt es auf dem Markt auch LEDs, die so schwach sind, dass sie kaum einen Vorteil ggü. Halogen haben, z.B. beim Seat Leon vor dem Facelift).

 

LEDs dürften aufgrund der Haltbarkeit (ich las woanders mal von 15000 bis 45000 Stunden, was immer noch sehr gut ist) auch für spätere Oldtimer besser sein. Ich frage mich, ob man bei Oldies, die mal mit Xenons ausgeliefert wurden, später noch Xenon-Brenner nachkaufen kann. Das erste Auto mit Xenons war der 7er BMW 1991, der ja in 4 Jahren ein Oldtimer sein wird.

j.

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03.01.2017 18:15    |    enrgy

ich denke auch, daß es nicht nur der xenon brenner selbst ist, der nachläßt, sondern auch wie schon richtig beschrieben, die linse oder der reflektor durch verschmutzung ihren anteil am schwächeren licht haben.

 

mir fällt da zb. der halogenscheinwerfer im alten meriva meiner frau ein. der hat, wie viele andere auch (vw golf zb) eine blechkappe vor der abblendlicht birne. diese ist wohl verzinkt gegen rost. durch die ständige starke aufheizung durch die birne ist aber die verzinkung oben schon weitgehend verschwunden (blech dort leicht rostig) und hat sich dafür oben am reflektor niedergeschlagen, der dort natürlich nicht mehr ordenltich reflektiert, weil quasi blind. konnte ich auch schon bei anderen merivas beobachten, daß diese blöde blechkappe ihre beschichtung richtung reflektor verliert. bei vw ist mir das noch nicht aufgefallen, liegt also am material.

da nützt es jetzt auch nix, tolle neue birnen einzusetzten, wenn der reflektor mehr oder weniger unbrauchbar geworden ist.


03.01.2017 18:19    |    BluDiesel

https://www.youtube.com/watch?v=4ImcKD5SByw

 

Ist zwar ein langes Video, aber interessant zu schauen. Man kann den Vorher/Nachher effekt sehr wohl erkennen - und auch wie die Xenonbirne den Reflektor frisst (Minute 3:58). Das liegt nicht am Xenon selbst, sondern an der minderwertigen Materialqualität.


03.01.2017 18:59    |    Dr_Lux

@PIPD black

Danke für die Einladung ;)

 

Es ist schon richtig, dass der Lichtstrom (=abgegebene Gesamtlichtmenge) von Xenon-Lampen mit dem Alter abnimmt. Die hier genannten 70% bei rund 2000 Stunden passen ganz gut. Damit ist Xenon aber immer noch deutlich über einer neuen Halogenlampe. Die Erfahrung, dass Xenon sich Halogen irgendwann annähert, kann ich persönlich nicht nachvollziehen.

 

Wenn eine Lampe richtig schwach wird und rosa/lila leuchtet, dann ist das nicht mehr der oben genannte normale Lichtrückfall, sondern dann hat sie "Luft gezogen" und ist undicht. Das ist eines von mehreren möglichen Fehlerbildern am Lebensdauerende. In dem Fall hat sie dann nur noch ein paar Stunden bis sie komplett ausfällt.

 

Als Faustregel nenne ich immer 100 - 120 Tkm bis zum sinnvollen Lampenwechsel, wenn ein Fahrzeug ständig mit Licht -- also auch am Tag -- gefahren wurde. Wenn jemand nur nachts mit Licht fährt oder das Fahrzeug schon Tagfahrleuchten hat, dann kommt man natürlich auf entsprechend mehr. Die ursprüngliche Information, dass Xenon ein Autoleben lang hält, kommt nach meiner Einschätzung aus den Anfängen, als die Lichtnutzung bei Tag noch eher die Ausnahme war. Ich erinnere mich noch an die Zeiten, als man vom Entgegenkommenden freundlich angeblinkt wurde, weil man offensichtlich "vergessen" hatte, nach dem letzten Tunnel das Licht wieder auszuschalten :D

 

Und zum Schluss spielt natürlich in Einzelfällen auch der Reflektor eine Rolle. Wenn der total verfärbt und die Spiegelschicht quasi nicht mehr vorhanden ist, dann kann natürlich auch die beste Lampe nichts mehr ausrichten.


03.01.2017 23:25    |    jennss

Dank euch für die interessanten Beiträge!

 

Zitat:

https://www.youtube.com/watch?v=4ImcKD5SByw

Besonders die letzten 5 Sekunden sind interessant, wo man vorher und nachher im Vergleich sieht.

j.


04.01.2017 06:16    |    BluDiesel

Aber Achtung; ich denke dass das Ganze auch nicht rechtens ist; oben ist das Trübe original, unten die Reinigung. Der Reflektor wurde ja ausgetauscht, man kann dabei sehen dass die Symmetrie der Ausleichtung nicht mehr dieselbe ist. Ob das Nachteile fürs TÜV hat weiss ich nicht.


04.01.2017 08:56    |    the_WarLord

Das dachte ich mir angesichts des Umbaus (raustrennen von Ecken etc.) schon...

 

Den TÜV wird's, vermutlich, nicht interessieren. Dennoch ist's ein Umbau, welcher strenggenommen, geprüft werden müsste. Neu beschichtete Originalreflektoren sind besser.


04.01.2017 13:00    |    Guzzi97

OSRAM empfiehlt die Xenon-Brenner schon nach ~ 5-Jahren zu tauschen, da sie

dann 50% Ihrer Leuchtkraft verlieren.

Nach 10-Jahren sinkt die Leuchtkraft auf nur noch 10 bis 15%, somit fast "gleich" hell

wie eine herkömmliche Halogen-Lampe.

Desweiteren sollte, wie bei den Halogen-Lampen, das vielfältige ein-/ausschalten

vermeiden werden, hierdurch altern die Brenner schneller (ähnliches Problem wie

bei den Stromspar-Lampen).

Ergo, lieber das Licht von Hand einschalten, als es der "Licht-Automatik" zu überlassen.

 

Interessanterweise interssiert den TÜV nur dass da "vorne" überhaupt was leuchtet

und das sie richtig eingestellt sind.

Selbst "fast" blinde / matte Scheinwerfer "interesiert" den TÜV oft nicht, hauptsache,

das "Streubild" passt.

 

Zu den Kosten der Brenner, kauft mann sie am freien Markt (Osram od. Philips) kann mann

einige hundert EUS sparen.

Die Preise liegen bei ca. 50 (D2 ) bis 100€ (D1) pro Paar, beim "freundlichen" bist Du hier schnell

bei ~500€ pro Paar.

 

Btw. solche und ähnliche Themen gibts seit ~2006 hier in MT ;)

z.b.

http://www.motor-talk.de/.../...tungsabfall-xenonbrenner-t3106553.html

 

Grüße


04.01.2017 14:16    |    PIPD black

Die 500 € aber incl. Einbau.;)

Zu dem gibt/gab es das Gerücht, dass man entsprechende gleichfarbige (idR blauleuchtende) Xenonbrenner nur über die Markenwerkstatt erhält. Kauft man die baugleichen Brenner im Handel, sollen diese dann nur weiß leuchten.

 

Bestätigen kann ich das nicht. Bekannter war aber mit seinem Audi in der Werkstatt und hat einseitig den Brenner wechseln lassen, weil ihm die 250 € (Preis weiß ich nicht mehr, kann auch mehr gewesen sein)schon etwas viel vorkamen. Ergebnis: der neue Brenner hat die gleiche Lichtfarbe wie der alte.


04.01.2017 18:33    |    BluDiesel

Ich glaube dass es sich hierbei nur um ein Gerücht handelt. Die Brenner kommen alle vom selben Hersteller und dieser produziert nur eine Charge, dafür stellt der seine Produktion nicht um.

Die Brenner sind übrigens genormt, Abweichungen dürfen nur sehr minim ausfallen, ansonsten hätten sie ein Problem mit der Materialprüfstelle.. Somit halte ich das wirklich für ein Gerücht.

 

Das mit dem Preis kann schon stimmen, je nach Fahrzeug muss dafür die ganze Stossstange ab und der Scheinwerfer raus. Wie schon geschrieben: Der Arbeitsaufwand ist meist teurer als der Brenner selber.

 

Die Lichtfarbe kann sich aber noch ändern. Der neue Brenner muss sich zuerst noch "einbrennen". Das Dauert ungefähr 30-50 Betriebsstunden bis der seine richtige Farbe hat.


04.01.2017 18:53    |    Dr_Lux

Wenn der Lampentyp identisch ist, dann gibt es mit Sicherheit keinen Unterschied zwischen der Markenwerkstatt und dem Handel.

 

Allerdings bietet Philips im Handel bewusst eine andere Version als "Standard-Austauschlampe" mit einer etwas höheren Farbtemperatur an (Bezeichnung Vision). Diese höhere Farbtemperatur gleicht die Farbwanderung in den ersten 150 Stunden aus und ist damit auch gut für den einseitigen Lampenwechsel, z.B. nach einem kleineren Unfallschaden geeignet.


05.01.2017 16:20    |    Taxidiesel

Das von mir ersetzte Leuchtmittel war von Philips. Da der Wagen nur einen Vorbesitzer hatte und stets bei MB gewartet wurde, könnte ich mir vorstellen, dass dort auch das Leuchtmittel mit "Originalersatzteilen" getauscht wurde. Ob das Ding eine MB-Teilenummer hatte, müsste ich nachsehen. Es liegt noch im Kofferraum, da ich noch nicht weiß, wo ich es entsorgen soll.

 

Sollte es nicht mal eine Verordnung geben, dass die Leuchtmittel mit Bordwerkzeug zu tauschen sind? Stoßstange ab und Scheinwerfer rauf scheint mir komisch. Zumal es die meisten AUtos ja auch mit Halogen gibt, da kann der Wechsel doch nicht auch so kompliziert sein?


05.01.2017 16:34    |    Dr_Lux

Diese Verordnung gibt es für neue Fahrzeugmodelle seit 08/2006. Aber nur für den Wechsel von Glühlampen. Für den Wechsel von Xenonlampen soll man nach offizieller Herstellervorgabe in die Werkstatt. Daher ist der Lampenwechsel in der Regel im Handbuch auch nicht beschrieben.


05.01.2017 16:55    |    Taxidiesel

Das ist ja spitze für die Hersteller. Na ja, gute Hersteller achten vielleicht auch auf Wartungsfreundlichkeit.


08.01.2017 19:14    |    lrlr

kann ich bestätigen, so nahc 5-6 Jahren sind die Xenons schon sehr dunkel (vorallem bei Regen)

 

teuer sind sie ja nicht mehr, aber wechseln je nach auto sehr mühsam


19.01.2017 20:29    |    jennss

Jetzt ging ein Scheinwerfer zeitweise aus: :confused:

http://www.motor-talk.de/.../xenon-nach-3-jahren-defekt-t5922037.html

Bin gespannt, was VW morgen dazu sagt.

j.

 

PS: Video direkt: https://www.youtube.com/watch?v=K9ejo731ntc


22.01.2017 22:49    |    the_WarLord

Jetzt kannst ja nochmal ein Foto machen. ;)


16.03.2017 14:40    |    jennss

Den linken Scheinwerfer hatte ich bei VW austauschen lassen. Er war einen Tick heller als der alte rechts. Jetzt war ich zur Inspektion bei VW und da hat man an einem Dämpfer hinten links möglichen Auslauf gesehen, soll ich beobachten. Auf dem Nachhauseweg gestern abend sah ich, dass die Scheinwerfer zu tief eingestellt waren, das Licht zu kurz. Also heute nochmal hin. Ich habe gewartet und der VW-Mann kam zurück "Wir haben ein Problem"... Der rechte Scheinwerfer ist nun auch noch kaputt. Allerdings gab es keine Anzeichen dafür. Erst in der Werkstatt wurde das festgestellt. Heute morgen waren noch beide ok. :(. Kulanz gibt es weder auf die Scheinwerfer, noch auf Dämpfer... So'n Schiet. Das Auto ist 3,5 Jahre alt.

j.


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