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jalopy

Alles und Nichts zum Thema Auto und Motor

06.08.2010 09:54    |    jalopy    |    Kommentare (10)    |   Stichworte: Auto, MG B GT, Oldtimer

Irgendwie brauche ich nicht raus aus meinem Kiez in Berlin. Immer und immer wieder stehen hier einfach mal echt schicke und wenn nicht schick, dann auf jeden Fall auffällige Autos rum (siehe Vorgängerblogartikel).

 

Der MG B GT, welcher hier so bequem am Straßenrand parkt, ist ein Sportwagen mit wenig Platz hinten (eigentlich typisch für Sportwagten), dafür ist er aber ein kleines robustes Kerlchen, der sich auch vor langen Strecken nicht scheut (eigentlich auch typisch für Sportwagen).

 

Mir persönlich gefällt das Very British - Aussehen dieses Autos. Irgendwie habe ich James Bond im Kopf, wenn ich das Auto sehe. Noch besser: ich sehe mich im Auto und James Bond neben mir…..huiiiii


06.08.2010 13:24    |    go_modem_go

Ein Kumpel von mir hat so einen - GT wie oben, Chrommodell 1800er Coupé, Anfang der 70er, aus der Schweiz (auch dort zugelassen).

 

Das mit Langstrecke stimmt nicht - die MG 1,8l Langhubermotoren (Bohrung 80mm x Hub 89mm) sind absolut nicht Vollgasfest, daher ist eine Langstreckenfahrt bei höherer Drehzahl auf der Autobahn NICHT zu empfehlen! Der MG B GT 3.5l V8 kann dagegen ausgefahren werden, diese Version ist aber extremst selten, und nur als RHD zu haben.

 

Und für Berlin ist eigentlich jeder Old- und Youngtimer viel zu schade. Die armen Autos werden da von irgendwelchen ahnungslosen Medien- und Marketingbürofritzen regelrecht verbraucht. Hauptsache "cool"... :rolleyes:

 

Sowas fährt man am Besten mit Schwung auf kurvigen Landstrassen in Süddeutschland! ;)


06.08.2010 13:56    |    usf77

Schönes Auto ohne Frage. Hatte bis 2003 selbst 8 Jahre einen MGB Roadster, den ich später allerdings auf 3,5l V8 umgebaut hatte und so 3 Jahre gefahren bin.

 

Das hier wird ein 73 oder 74er Baujahr sein (Chromkühler mit Kunststoffeinsatz)

 

Alltagstauglich - aus heutigem Verständnis - ich weiß nicht. Lucas Erfinder der elektrischen Finsternis sage ich dazu nur. (Zur Info, Lucas war der Hersteller der elektrischen Teile).

Nur Ärger mit der Elektrik.

Sobald es mal nass wurde oder wird, sind alten englischen Klassiker minderer Qualität (und dazu zählte - leider auch der MGB) alles andere als zuverlässig, da die Elektrik - gerade wenn es die originale ist - bei Feuchte eigenartige manchmal (nicht immer - nur meist dann wenn man es nicht braucht) Verbindungen herstellt.

Paradoxerweise sind bei mir bei Regen merhfach die Scheibenwischer ausgefallen. Bremsleuchten waren auch betroffen.

 

Und der Roadster war nicht wasserdicht, da hat es an allen Ecken und Enden - sogar durch die Windchsutzscheibengummis (die Scheibe sitzt in einem Scheibenrahmen, ist anders als heute nicht geklebt) - das Wasser gedrückt.

Ein guter Freund von mir ist damals den 1800er GT gefahren, dar war es besser aber auch nicht dicht.

 

 

Aber war zweifelsohne eine schöne Zeit.


06.08.2010 14:04    |    mr. mountain

man fragt sich, wie konnte man diese schönen autos so luschig zusammenbauen?

 

Sicher der Hauptgrund für das Verschwinden der britischen Autoindustrie (wenn man von den

Werken der Japaner und GM mal absieht)


06.08.2010 14:32    |    go_modem_go

Ewige Streiks in den 60er und 70ern, festhalten an alten (aber schlechten) Traditionen, und vor allem:

 

British Elend war ab 1975 ein STAATSKONZERN!

 

Mit zig gegeneinander konkurrienden Marken unter einem Dach (Austin, MG, Triumph, Rover, Jaguar, Wolseley, Riley, Vanden Plas, Innocenti, Morris, Hillman, etc. usw.). Das ganze Verstaatlicht, und nie Konsolidiert!

 

Das ist so als würde man Opel, VW, Ford, BMW, Mercedes-Benz und Audi mergen, Verstaatlichen, und dem Extremistenflügel der LINKE in den Gewerkschaften die Geschäfts- und Lohnpolitik überlassen.

 

Dazu dirigistische, nationale Einkaufspolitik mit "preferred Suppliers" (also Monopolen) à la DDR, die nur Schrott und Schund lieferten (z.B. Lucas, Pressed Steel-Fisher oder Smiths)

 

Ich habe in England selbst zwei Austin Mini Clubman Estates (Kombis) gefahren. 1981er und 1977er. Viele Teile des Minis finden sich auch im MB B GT wieder (Innenaustattungselemente, Elektrik).

 

Katastrophale Verarbeitung und Elektrik! Da stimmte der Spruch: "Gott schütze uns vor Sturm und Wind, und Autos die aus England sind!"

 

Das Design & Engineering aus den späten 50ern war aber einfach genial - die Kisten haben echten Charakter, und sind ultraspaßig zu fahren.


06.08.2010 14:34    |    usf77

Das war früher öfters so und MGB zählte halt nicht zu den besseren Marken. Schön anzusehen, aber Teile so eine Sache und britische Eignarten - z.B. die ersten Baujahre waren noch positiv geerdet.

Die Engländer machen halt mehr oder wenige alles andersrum :-)))

 

Worüber man sich heute relativ einig ist, daß ein wesentlicher Grund für das Verschwinden die fehlende Weiterentwicklung war (die Gründe sind natürlich unterschiedlich uns sicher spielt auch die Firmenpolitik und die das "englische Problem" eine Rolle). Der MGB wurde 18 Jahre lang gebaut. Das Modell lief gut und wohl daher die Notwendigkeit einer Weiterentwicklung zu wenig vorangetrieben.

Klar gab es Modellüberarbeitung die sich aber im Wesentlichen auf das Aussehen beschränkten (mit großeren Änderungen 1969, 1973 und letztlich 1976 mit dem Gummimodell), aber die Technik blieb die alte.

 

Als man dann Mitte bis Ende der 70er Jahre, immer noch mit dem alten Motor (dessen einzige Änderungen er 1965 bekommen hatte, indem die hoffnungslos überforderte 3-fach gelagerte Kurbelwelle, gegen eine 5-fach gelagerte Ersetz wurde) mit den Abgsvorschriften, insbesondere in den USA, konfrontiert, wurde, war man nicht konkurrenzfähig.

An Stelle aber die letzte Möglicheit zu nutzen doch noch eine Neuentwicklung auf den Markt zu bringen, beschränkte man sich darauf die vorhandene Technik zu modernisieren. Z.B. zentral liegender Einfachvergaser mit Vorwärmung.

So was wird von Kunden halt abgestraft... zumal das Gummimodell nun wirklich nicht mehr so schick aussah.

 

Sicher kommen auch wirtschaftliche Einflüsse hinzu, aber Hauptgrund ist der, daß die Innovation und Weiterentwicklung nicht bis zur Serienreife vorangetrieben wurde. Leider.

Und das zieht sich mehr oder wenier durch die ganze britische Automobilindustrie... und wenn man dann 1994 (oder war es 1993) die Marke MG wiederbelebt in dem man einen MGF auf dem Markt wirft, der aber im Prinzip von der Technik ein Honda ist und asiatisch aussieht, dann trifft man sicher nicht den Geschmack, den sich britische Automobilliebhaber vorstellen.

Die fahren die Autos ja eben wegen dem typisch, britischen Wiedererkennungswert und nicht weil MG draufsteht.

 

Ist wirklich schade... denn ich hab meinen MGB wirklich "geliebt".


06.08.2010 17:22    |    der_deppen_daemel

Schönes Ding... Obwohl eines der schlechtesten Autos aus dem Hause MG!!! ;)


08.08.2010 04:47    |    Speedy1st

Nen sehr guter Freund ist Bordmechaniker eines Rennfahrers der solch einen MGB in Klassik Rennen bewegt, auch bei 3Std Nordschleife. Ist so oder so nen imposantes Teil.

 

Finde ich gar nich so schlecht, vorallem weil mir der Roadster gar nicht gefällt.


02.10.2010 21:30    |    Reiwei

Ich hatte 8 Jahre einen MGB Bj.74 und kann vieles meiner Vorredner nicht bestätigen! - Natürlich kann man ein Fahrzeug, welches in den 50er konstruiert wurde, nicht mit dem heutigen Standard vergleichen. Wenn man die üblichen Schwachstellen, wie z.B. die Elektrik, Motorkühlung und Stoßdämpfer im Griff hat, ist der MGB eines der fahrstabilsten Oldtimer überhaupt. Ich hatte in den 8 Jahren und rd. 30.000Km nur 4 größere Probleme, wie z.B. gerissener Gaszug, Kupplungsnehmer defekt oder Stoßdämpfer ausgefallen. Derzeit fahre ich einen 1302 Cabrio aus 1972 und auch der VW hat seine Schwachstellen, wie z.B. Spurstangen, Getriebe, Lenkungsdämpfer.

Fazit: Jeder Oldtimer hat seine Reize. Der MGB und auch der GT ist in seiner (Preis)-Klasse eines der schönsten und interessantesten Roadster aus meiner Sicht und ich habe in gerne gefahren!

 

Mit freudlichen Grüßen vom Niederrhein

Reiwei


26.07.2015 17:58    |    KJ121

Was den B GT betrifft - mit Sicherheit eines der unanfälligsten und robustesten Sportcoupe´s seiner Zeit und mit etwas Pflege auch heute noch als Alltagsklassiker zu fahren!

Mir sind andere Sportwagen aus dieser Zeit bekannt, die um ein Vielfaches mehr Pflege und Zuwendung beanspruchen, vom finanziellen Aufwand gar nicht zu sprechen!

Die Teileversorgung ist sehr gut bei niedrigem Preisniveau.

 

Was die Anmerkung eines "Insiders" angeht, dass der 1800-er 4 Zylinder nicht für lange Strecken taugt, da er nicht Dauervollgasfest sei, so sei mir dazu eine Anmerkung gestattet:

Werter "Insider",

der DU doch einen der raren originalen V8 GT´s Dein Eigen nennst,

Du solltest wissen dass:

Der MG BGT war nicht für Dauervollgasorgien konzipiert, sein langhubig ausgelegter Motor spielte sein Potential auf anderem Terrain aus.

Lange Strecken konnten aber durchaus mit diesem Auto abgespult werden, bei Tempo 160 sogar erstaunlich entspannt! Mit Overdrive ganz locker!

Mir ist ein Fall bestens bekannt, bei dem mit einem MG BGT Mitte der 1980-er Jahre über Monate hinweg jedes Wochenende 700km hin und wieder zurück gefahren wurde.

Sowohl Fahrer aks auch Auto haben es absolut unbeschadet überstanden, das kann ich versichern!

Ausserplanmässig ausgefallen ist dieser MG BGT aus dem Jahre 1972 nur ein einziges Mal und das mit einer undichten Kraftstoffpumpe.

Ich möchte behaupten, dass nur wenige Klassiker so simpel zu reparieren und so günstig instandzuhalten sind.

Wenn man die Zeit doch zurückdrehen könnte ... es gibt Autos, die sollte man einfach nicht verkaufen!


27.07.2015 18:51    |    KJ121

Wobei mir grade noch was einfällt ...

Vor etwa drei bis vier Jahren überkam mich mal wieder der "MG BGT-Virus" und ich gab bei Google einfach mal

MG BGT gelb ein.

Gelb deshalb, weil meiner damals gelb war, genauer gesagt, ich habe ihn in Gelb umlackieren lassen.

Ja ja ... ich weiss, ich könnte mich dafür heute auch ohrfeigen,

aber da an dem Auto schon einige Dinge nicht mehr im Originalzustand waren als ich ihn etwa 1987 übernahm,

sah ich das seinerzeit als nicht so wild an.

Asche auf mein Haupt!

 

Tja, was soll ich sagen? Ich habe tatsächlich Bilder von "meinem" MG BGT gefunden!

Aufgenommen wurden diese auf der Motorwelt-Ausstellung in Berlin auf dem Stand des MG-Clubs.

Dort muss er mehr als einmal ausgestellt worden sein.

Ich traute meinen Augen nicht,

aber aufgrund einiger Veränderungen, die nicht ohne grösseren Aufwand wieder rückgängig zu machen waren,

konnte ich das abgebildete Coupe´als das ehemals Meinige zweifelsfrei identifizieren.

Erstaunlich immerhin, da ich den MG am 8. Juli 1995 Richtung Osnabrück verkauft hatte.

Nun war das gute Stück also in Berlin gelandet und hatte ein berliner Kennzeichen das besonders gut zu dem 72-er BGT passte.

Sachen gibts ... vor allem in Berlin scheint wenig unmöglich zu sein.

 

Vor etwa zwei Jahren stolperte ich wieder über dieses Auto.

Auch wieder eher zufällig, weil ich mal wissen wollte, wie die Dinger heutzutage gehandelt werden.

Inzwischen war der MG BGT in Bayern gelandet und stand dort zum Verkauf.

Leider fehlte mir der Platz dafür, sonst ... wer weiss!?

Auf eine Mail von mir hin teilte der Verkäufer mit, dass er den MG vor einigen Jahren aus Berlin gekauft habe ...

Ich konnte ihm einige spezielle Details dieses Autos nennen, er bestätigte diese und ich nannte ihm noch ein paar Daten, die Historie des MG betreffend.

Die Welt ist manchmal wirklich ein Dorf ...


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