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jalopy

Alles und Nichts zum Thema Auto und Motor

04.03.2010 21:56    |    jalopy    |    Kommentare (83)    |   Stichworte: auto, Autos, Oldtimer, R16, Renault, TX

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Wieder mal unterwegs in meinem Kiez, konnte ich nicht umhin dieses Schmuckstück zu fotografieren. Ein Traum in weiß!

 

Dieses Auto entstand zu einer Zeit, in der die Trennung zwischen Limousine und Kombi noch klar war. Gaston Juchet entwarf mutig und visionär eine Karossiere, die in seinem Profil genau diese beiden Typen miteinander verband: eine Limo mit Schrägheck! Damit war der R16 geboren und lief als familientauglicher Mittelklassenwagen 1965 das erste Mal vom Band.

 

Der Motor vorne geparkt, blieb innen Platz im Überfluss, der sich durch das Arrangieren der Sitze sogar noch von 346 auf 1600 Litern ausdehnen ließ. So konnte z.B. die Lehne der Rücksitzbank unterhalb des Dachhimmels festgezurrt und die Sitzbank nach vorne weggeklappt werden. Ein echtes Raumwunder eben.

 

Noch eine Besonderheit sind die unterschiedlichen Randstände links und rechts, die sich aus den hintereinanderliegenden Drehstäben der Hinterradaufhängung ergeben. Bis dahin lagen diese üblicherweise übereinander und verbrauchten damit mehr Platz im Interieur.

 

So, jetzt komme ich aber auf den Punkt und da ich es nicht hätte besser sagen können, nutze ich an dieser Stelle die Worte vom ehemaligen Formel1-Rennfahrer Sir Stirling Moss, der über den R16 folgendes sagte:

 

"There is no doubt that the Renault 16 is the most intelligently engineered automobile I have ever encountered and I think that each British motorcar manufacturer would do well to purchase one just to see how it is put together". Dies gilt natürlich auch für die Deutsche Autoindustrie!


04.03.2010 22:24    |    kandidatnr2

... mein Opa hatte ihn 1965 als Fahrschulwagen zugelassen. Alle 20.000 km mussten die Antriebswellen erneuert weerden.

Warum heißt die Golf-Klasse nicht R16-Klasse?

 

Gruß k2


04.03.2010 23:26    |    JeanLuc69

Den Begriff "Golf-Klasse" gibt es auch nur in Deutschland ...


05.03.2010 00:23    |    andyrx

dann könnte man diese Golf Klasse eher Simca 1100 oder Autobianchi Primula Klasse nennen;)

 

 

der R-16 war eine Klasse höher angesiedelt;)

 

mfg Andy


05.03.2010 01:49    |    Harhir

Die Eltern eines Schulkameraden hatten einen 16TX mit sehr komfortabler Ausstattung. Wenn sie nur nicht so uebel gerostet haetten. Wir hatten zu gleichen Zeit einen R12. Technisch ziemlich unverwuestlich aber was den Rost an betraf eine Katastrophe.....


05.03.2010 09:30    |    Antriebswelle238

... da waren die Franzosen mit den Italienern auf gleicher Welle. Die Autos rosteten schon, wenn der Prospekt gedruckt war.

Der R16 war mein zweites Auto nach einem Ford Taunus 17M P3 "Badewanne". Trotz der wenigen PS ein flottes Fahrzeug. Die Lenkradschaltung entsprach damals durchaus üblichen Gepflogenheiten. Einzig die zu jener Zeit typisch französisch starke Kurvenneigung und für heutige Verhältnisse enorm weiche Federung fand ich nicht so toll. Dagegen lag ein Käfer ja wie ein Brett :D

Auch ungewöhnlich: die platzsparende Unterbringung des Reserverades auf der Beifahrerseite im Motorraum :eek:


05.03.2010 10:33    |    MT-Christoph

Jaja die Franzosen haben schon immer "andere" Autos gebaut. :D

 

Aber ich find den Wagen allemale besser als den modernen Plastemüll. :)


05.03.2010 11:19    |    Polo6NFDTCiV

Das Fahrwerk war wie im R4 eine Klasse für sich, die unterschiedlichen Radstände sorgten für eine einzigartige Strassenlage, vom Platz- Raumangebot her, kann heutzutage mancher Pseudokombi nicht mit dem R16 mithalten...


05.03.2010 11:38    |    Kruegerl

Zitat:

Jaja die Franzosen haben schon immer "andere" Autos gebaut. :D

 

 

 

Aber ich find den Wagen allemale besser als den modernen Plastemüll. :)

Beiden Sätzen kann ich bedingungslos zustimmen. ;)


05.03.2010 13:51    |    bromar

So einen hatte ich auch mal :-))

 

Das weiche Fahrwerk kombiniert mit alten Stoßdämpfern:

auf schlechter Straße ist das nicht mehr "wie auf Wolken", da fliegste dann tatsächlich. Sollte man nur auf gerader Strecke testen.

 

Abgegeben habe ich den dann auch mit gebrochener Antriebswelle.


05.03.2010 14:44    |    Ulfert

Zitat:

Das Fahrwerk war wie im R4 eine Klasse für sich

Ja, nur weicher. Deshalb sind wir immer aufgesetzt auf dem Weg in den Urlaub. Und jedes von uns Kindern hatte zwei Kotztüten bereit

:D:D:D


05.03.2010 15:25    |    go_modem_go

Das Reserverad im Motorraum war gar nicht so ungewöhnlich.

 

War auch am Citroen DS anzutreffen, seit 1955, und bis 1991 im GS-A und Citroen CX Standard.

 

Mit nachträglich angebrachten Reserverad-Zubehörgestänge auch im 2CV als Kofferaumvergrößerung sehr beliebt.

 

Das die Reserveräder nach 3 Jahren Motorhitze vollkommen porös und unbrauchbar wurden, war zweitrangig.... Man kam meist mit 80km/h zur nächsten Werkstatt, bevor auch das Reserverad platzte (ist mir selbst 3x mit vom Profil her "nagelneuen" CX-Reservereifen vom Schrottplatz passiert... :D)

 

Der Renault 16 war ein ganz großer Wurf. Ein ungemein bequemes und geräumiges Auto, ohne die komplexe und non-konformistische Technik eines weit teureren Citroen DS, aber auch keine simple, kernige Bauerntechnik wie in den Versoffenen Peugeot 404 / Basis-504 / Opel Rekord / Ford 15-17M od. Taunus Heckschleudern mit angetriebener Trampel-Starrachse hinten.

 

Allerdings waren R16 selbst in Frankreich ganz schnell aus dem Strassenbild verschwunden, im Gegensatz zum Citroen DS oder Peugeot 404/504. Die R16 sind in den Spät-70ern und 80ern zu Hundertausenden im Zeitraffertempo zugrundegerichtet und Verschrottet worden, ähnlich VW Passat / Audi 80 B1 (1. & 2. Serie) oder Audi 100 C1 in Deutschland.

 

Aber der R16 ist definitiv seinen Nachfolgern vorzuziehen - Die R20 & R30 waren ebenso Rostanfällig, aber dazu im Gegensatz zum R16 auch noch mechanisch & elektrisch meistens Murks.

 

Schnellrost hatten damals Anfang-Mitte der 70er Jahre alle Autos, auch VW's und sogar der inzwischen fast Heiliggesprochene Mercedes /8 war davon nicht gefeit.


05.03.2010 15:34    |    go_modem_go

PS: Die Berliner Trend-Medienfuzzis haben mit ihrer Franco-Schwedophilen Oldiemacke echt einen an der Birne.

 

So einen schönen und seltenen Wagen kann man doch nicht im tiefsten Winter draussen unter die Laterne stellen, noch dazu im Umwelt- Gewaltparker- und Vandalismusverseuchtem Drecksloch Berlin... Hauptsache für €10.000 einen seltenen, durchrestaurierten Renault- Citroen- Alfa oder Saab Oldie vom Meilenwerk fürs Image und die Plakettenfreie Umweltzonenfahrt gekauft, aber dann kein Geld für eine Garage oder einen Alltags- / Winterwagen übrig...? :confused: :rolleyes:

 

Und dann noch die Lüftungsklappe auflassen - auf das es dauerhaft direkt ins Heizgebläse und Armaturenbrett reinregnet & reinschneit, und die Fensterscheiben dann garantiert sofort von Innen her beschlagen, und der eigens nachgefertigte Velourteppich innerhalb einer Preußischen Tundra-Winters komplett vermodert.

 

Echt Grausam, wie in Icketown die Oldtimer behandelt werden... :( ;)


05.03.2010 16:23    |    andythecandy

ich habe das Glück, einen 1966er R16 in schönem, unrestauriertem Originalzustand mein Eigen zu nennen. Die Kurvenlage mag gewöhnungsbedürftig sein - unsicher ist der Wagen keinesfalls, trotz Neigung liegt er sehr brav auch in flotten Kurven, und beginnt dann leicht über die Vorderräder nach aussen zu schieben. Klarerweise hat meiner aber gute Reifen und Dämpfer.

 

Das riesige, dünne Lenkrad, die Lenkradschaltung, der Bandtacho... Erinnerungen an eine Zeit, als noch kein Enheitsbrei zu finden war. Man musste schon wissen, welcher der unbeleuchteten Schalter wo zu finden war, und auch Ergonomie war ein Fremdwort.

 

Der weisse auf den Bildern ist übrigens ein 1972er, erkannbar an dem "unvollständigen" Schiftzug seitlich.

 

LG - Andy


Bild

05.03.2010 16:48    |    Polo6NFDTCiV

Bequemes Reisen, wie im DS, im CX, R16, R4 und anderen Franzosen, war damals, ist wie heute in keinem anderen Fahrzeug geboten... Kotztüten brauchte ich in keinem Franzosen, aber Spalttabletten in diversen deutschen Fahrzeugen dieser Zeit die auch in unserer Familie vorhanden waren...

Das Dröhnen aus leerem Kofferraum, nicht nur der Heckflosse war auf betonierten Autobahnen, im Fond, mit Kopfschmerzen verbunden.

Viele R16 sind leider verschrottet, zum Glück gingen die Meisten mit dem Peugeot 404/504 in den Export nach Afrika, wo noch heute ganze Strassenzüge mit Fahrzeugen aus F, aus den 60ern und 70ern, durchwachsen sind...

Der 8/er rostete an den Tür- und Kotflügelunterkanten genauso weg, wie seine Nachfolger W123 /W124 und die SKlassen W116/W126, BMW lies die E12/E21er sogar an den B Säulen unten, an den C Säulen/Dachkanten wegrosten, vom Rostdebakel Golf und Passat, ganz zu schweigen, 74/75er Modelle derer, wie auch viele Suds und Ritmos noch vor Ende der 70er eingezogen und eingestampft wurden, weil der Rost die Fahrzeuge im Ganzen befallen und binnen weniger Jahre durchlöchert hat...

Der R16 hatte leider 2 gefährliche Rostecken, die Aufnahmen der hinteren Achsen, liessen bei Durchrostung eines Räder nach oben in Radkasten einschlagen.

Eines eher als das andere, da jedes Hinterrad einen eigenen Fixpunkt auf der anderen Fahrzeugseite besitzt.

Bei meinem 69er R16 knallte im Mai '91 das linke Hinterrad zuerst hoch.


05.03.2010 18:06    |    DannyWilde

R16: 1965 ! Und BMW redet heute (2009) von einem neuen Konzept mit seinem Gran Turismo...

Das ist eine gaaaanz laaaangsame Leitung ! :p


05.03.2010 19:07    |    Polo6NFDTCiV

Nene gaaanz soooo lang ist sie nicht, :D der BMW 00/02 Touring kam "kurz" nach dem R16 noch lange vor dem Golf auf den Markt, nur der Verbraucher war noch nicht soweit, dass er sich mit der "komprimierten" Fahrzeugklasse anfreunden konnte, auch der Renault R5 und Peugeot mit seinen Coupès schwammen schon längst in der Golfklasse, als dieser noch auf dem Zeichenbrett erste Formen annahm bzw. in Lehm modelliert wurde ..


05.03.2010 19:57    |    Antriebswelle238

Und bitte den Simca nicht vergessen, der auch vor dem Golf fuhr


05.03.2010 20:14    |    Polo6NFDTCiV

meinst Du den Simca 1100 ? Den gab es als 3 und 5 Türer, er lief ab 1967 vom Band


05.03.2010 23:25    |    engineer944

Leute, bleibt mal auf dem Teppich!

 

Einige tun ja geradeso, als hätten die Franzosen die viel zitierte Hohe Kunst des Autobaus erfunden (ha, ha...)!

 

Und dann noch zu behaupten, "Der 8/er rostete an den Tür- und Kotflügelunterkanten genauso weg, wie seine Nachfolger W123 /W124 und die SKlassen W116/W126, " geht schon ziemlich an der Realität vorbei - zumindest, was W124 & W126 angeht, die anerkannter Maßen extrem langlebig und rostresistent sind.

O.k., o.k.... die Zeiten, als Mercedes Autos von der Solidität und Verarbeitungsqualität solcher Vehikel baute, sind lange vorbei - was den o.g. Autos aber keinen Abbruch tut, von den katastrophalen ersten Baujahren der 124er Reihe mal abgesehen.

 

Der R16 war zweifelsohne ein konzeptionell gelungener Entwurf und als Fließheck (wenn man denn Fließheckautos mag) in dieser Form seiner Zeit voraus - wie andere Autos anderer Hersteller allerdings auch.

 

Die versetzten Radstände mögen als Detaillösung im Hinblick auf die Drehstabfedern zwar clever sein, dennoch erscheint es mir als eine Murkslösung, die die Fahrsicherheit eines Autos nicht gerade verbessert... Wahrscheinlich haben die Franzosen sich das Ganze bei zwei Flaschen Rotwein zu viel ausgedacht und waren beim Abgabetermin der letzten Änderungsvorschläge donnerstags um 13 Uhr schon im Wochenende...

 

Schmunzeln musste ich bei den drastischen Worten des Kollegen, der sich darüber aufregt, einen solch wunderschön erhaltenen Youngtimer ausgerechnet im Moloch Berlin auf die Straße zu stellen. Vordergründig betrachtet hat er ja nicht ganz unrecht. Andererseits: Weghexen kann der Halter das gute Stück ja nu auch nich!


06.03.2010 09:36    |    SERIENMÄSIG

einfach nur krass dass die leute sowas im winter an die strasse stellen. ich habe da ja schon problem das mit nem 2er golf zu machen.

 

 

EDIT:

Zitat:

05.03.2010 15:34    go_modem_go

 

PS: Die Berliner Trend-Medienfuzzis haben mit ihrer Franco-Schwedophilen Oldiemacke echt einen an der Birne.

 

So einen schönen und seltenen Wagen kann man doch nicht im tiefsten Winter draussen unter die Laterne stellen, noch dazu im Umwelt- Gewaltparker- und Vandalismusverseuchtem Drecksloch Berlin... Hauptsache für €10.000 einen seltenen, durchrestaurierten Renault- Citroen- Alfa oder Saab Oldie vom Meilenwerk fürs Image und die Plakettenfreie Umweltzonenfahrt gekauft, aber dann kein Geld für eine Garage oder einen Alltags- / Winterwagen übrig...? :confused: :rolleyes:

ganz genau das meinte ich! insbesondere das mit dem winterauto. unglaublich.


06.03.2010 11:17    |    Polo6NFDTCiV

Damit habe ich kein Problem, schliesslich macht man eine Restauration, wenn man sie gründlich macht, so, dass sie ganzjahrestauglich ist...

Pfusch, der das Fahrzeug nach dem nächsten durchfahrenen Winter bröseln lässt, bekommt man immer wieder, leider auch ab und an Fahrzeugen mit H Kennzeichen zu sehen :rolleyes:

Unser Käfer Cabrio wurde nach der Totalzerlegung, Entrostung, Konservierung, nach anschliessendem Zusammenbau, über Jahre Sommer wie Winter gefahren, vor kurzem, mit frischem TÜV, mit WGA zu damaligem Neupreis zum Wechselkurs 1:1 verkauft.


06.03.2010 13:20    |    renesis01

Zitat:

Einige tun ja geradeso, als hätten die Franzosen die viel zitierte Hohe Kunst des Autobaus erfunden

Warum auch nicht, da ist ja was wahres drann.

Allein schon die einführung der Fließbandfertigung von Citroën hat den Automobilbau in Europa revolutioniert.

Den TractionAvant kann man als urvater aller modernen Autos sehen.

Und immerhin kommt DAS Jahrhundertauto aus Frankreich ;)

 

Vergleich doch nur mal Citroen DS mit Mercedes /8 oder den CX mit dem W123.

Da kannst du sehen weit die franzosen und Citroen insbesondere der Zeit voraus war.

In deutschland wäre so ein Fahrzeug undenkbar, dazu ist man hierzulande viel zu konservativ.

So baut man vielleicht gute Golf, aber keine gute innovative Autos.

 

Gruß


06.03.2010 14:02    |    italeri1947

Mein zweites Auto und mein erster Neuwagen im Jahre 1970! Was war ich stolz auf diesen Wagen. Er war dunkelgrün mit einem wunderschönen Interieur in Beige, unheimlich komfortabel und acht Jahre mein treuer Begleiter. Dann stieg ich auf einen R30 um, den ich bis 1987 fuhr; dann kaufte ich meinen ersten Wagen der Marke BMW.


06.03.2010 14:14    |    jalopy

Zitat:

PS: Die Berliner Trend-Medienfuzzis haben mit ihrer Franco-Schwedophilen Oldiemacke echt einen an der Birne.

 

So einen schönen und seltenen Wagen kann man doch nicht im tiefsten Winter draussen unter die Laterne stellen, noch dazu im Umwelt- Gewaltparker- und Vandalismusverseuchtem Drecksloch Berlin... Hauptsache für €10.000 einen seltenen, durchrestaurierten Renault- Citroen- Alfa oder Saab Oldie vom Meilenwerk fürs Image und die Plakettenfreie Umweltzonenfahrt gekauft, aber dann kein Geld für eine Garage oder einen Alltags- / Winterwagen übrig...? :confused: :rolleyes:

 

Und dann noch die Lüftungsklappe auflassen - auf das es dauerhaft direkt ins Heizgebläse und Armaturenbrett reinregnet & reinschneit, und die Fensterscheiben dann garantiert sofort von Innen her beschlagen, und der eigens nachgefertigte Velourteppich innerhalb einer Preußischen Tundra-Winters komplett vermodert.

 

Echt Grausam, wie in Icketown die Oldtimer behandelt werden... :( ;)

Sagen wir es mal so: hätten diese "Berliner Trend-Medienfuzzis" diesen Wagen nicht draußen geparkt, hätte ich keine Fotos machen können. Einen Tag später, war der Wagen übrigens auch nicht mehr dort, wo ich ihn fotografiert habe. Vielleicht wurde er ja dort nur kurz geparkt? Wer weiß!


06.03.2010 14:34    |    meehster

Zitat:

Original geschrieben von engineer944

Leute, bleibt mal auf dem Teppich!

 

Einige tun ja geradeso, als hätten die Franzosen die viel zitierte Hohe Kunst des Autobaus erfunden (ha, ha...)!

Na ja, immerhin gabe es über 100 Jahre vor der "Erfindung" des Autos durch die Herren Daimler und Benz den ersten Autounfall mit einem französichen Auto ;) Das war im Jahre 1771.


06.03.2010 14:41    |    go_modem_go

Zitat:

Original geschrieben von jalopy

Sagen wir es mal so: hätten diese "Berliner Trend-Medienfuzzis" diesen Wagen nicht draußen geparkt, hätte ich keine Fotos machen können. Einen Tag später, war der Wagen übrigens auch nicht mehr dort, wo ich ihn fotografiert habe. Vielleicht wurde er ja dort nur kurz geparkt? Wer weiß!

Ja, toll das du Photos im Top Zustand hast!

 

Lange wird das nicht mehr so bleiben.

 

So ein schöner Wagen gehört im Winter einfach nicht auf die Strasse! Denn dann ist ein Wagen, der 40 Jahre in der Südfranzösischen Provinz überlebt hat innerhalb von 4 Jahren nur noch Schrott. Da kann man noch soviel Mike Sander Fett in die Hohlräume giessen, diese alten Wagen rosten an Stellen die man gar nicht kannte!

 

Der R16 ist deswegen selbst im sonnigem Süden Frankreich ein extrem seltenes, erhaltenswertes Kulturgut geworden...

 

Bei mir in der Nähe steht auch ein seltenes Mercedes W111 280SE 3.5 V8 Flachkühler-Coupé aus ca. 1970 auf der Strasse rum. Zu jeder Jahreszeit, seit Jahren, aber nur am Wochenende ab und zu genutzt!

 

Nach der Restauration vor ein paar Jahren ist der Wagen inzwischen wieder komplett verrostet (inklusive Durchrostungen, weil durch andere verursachte Park- und Lackschäden nie grundiert wurden), und z.T. verbeult. Der Besitzer hat wohl mehr Geschmack und Geld als Verstand....:mad:

 

Es mag zwar ein wenig Neid meinerseits dabei sein, aber ich finde es einfach Schade wenn so ein seltener Wagen langsam vor die Hunde geht...

 

Meine eigenen Oldies sind im deutschem Winter eingemottet. Obwohl ich keine eigene Garage habe (sowas gibt es hier in der engen Altstadt nicht), stehen die Teile bei Freunden und Verwandten rum.

 

Nur in Südfrankreich (wo wir ein Ferienhaus haben) fahre ich auch im Winter mit meinen Oldie-Bikes rum (Kawasaki Zweitakter aus den 70ern), bzw. lasse die Fahrzeuge z.T. draussen stehen (teilw. unter Planen). Da gibt es aber auch kein Salz auf den Strassen, Rost ist wegen der Mediterranen Witterung kein größeres Problem... ;)

 

Klar, Autos sind zum Fahren da, auch Oldies - meinen Eigenen sind auch keine "Trailer Queens" und "Spit & Polish" Austellungsstücke. Aber Fahrten auf Schnee und gestreuten Berliner Strassen sind nicht gerade förderlich um einen alten, eh schon rostanfälligen Franzosen über die nächsten Jahrzehnte rüberzuretten ;)


06.03.2010 18:04    |    H1B

Zitat:

Trotz der wenigen PS ein flottes Fahrzeug

Das stimmt nur bedingt. Ich habe als ich noch bei Renault in der Lehre war für ein paar Monate einen 16TX gehabt, mit 93PS und 5Gang war das schon GTI-Niveau. Und dank der drehfreude des Motors brauchte man sich vor einem GTI auch nicht verstecken, im Gegenteil ;)


06.03.2010 18:38    |    go_modem_go

Der R16 wog ja auch nur knapp eine Tonne (ab 980-1060kg) - und das als ein Fahrzeug der oberen Mittelklasse (zumindestens auf den TX in Frankreich zutreffend).

 

Da ging die TX Version natürlich schon flotter voran, speziell für ein Fahrzeug aus den 60er Jahren. Wobei die TX erst in 1973 nachgereicht wurden.

 

Die meisten R16 waren wohl eher gemütlich motorisiert:

 

Bedingt durch das französische KfZ-Steuersystem trifft das auf alle Franzosen bis spät in die 80er Jahre zu... Lange Übersetzungen und wenig Hubraum bedeuteten bezahlbare Steuer-PS Einstufung. Alles was Spass machte, wurde zu Tode besteuert (inklusive kleinerer Motoren mit viel PS und kurzer Übersetzung: Strafsteuer! Die franz. Steuer PS wurden nämlich nicht nur nach Hubraum, sondern auch Beschleunigung im höchsten Gang gemessen. Je lahmer, desto bezahlbarer... :rolleyes:).

 

Man muss sich beim Renault 16 immer vor Augen führen, das er Anfang der 1960er Jahre entwickelt wurde, und schon ab Anfang 1965 in Massen produziert wurde - insgesamt fast 2 Millionen Mal. Der R16 hatte schon Vollaluminium Motoren (sehr haltbare noch dazu, überlebte fast immer die Karosserie :D), große Heckklappe, Frontantrieb, gute Strassenlage / super Komfort, sowie einen Vollvariablen Riesengroßen Innenraum, natürlich Einzelradaufhängung rundum und auch Scheibenbremsen (das gab es noch nicht einmal bei doppelt so teuren Einstiegs-Mercedes!).

 

Mit diesem Hintergrund sollten man den R16 dann mit dem Beinahe-Vorkriegs-Gelumpe vergleichen, das bei ALLEN Deutschen Autoherstellern zur absolut gleichen Zeit normal war:

 

VW Typ 3 1500TL , Mercedes-Benz Mercedes 180 (W120 Ponton) bzw. 190 (W110 Heckflosse) , Ford 12M Taunus P4. DKW F102 Zweitakter, Opel Rekord P2... ;)

 

Die eine Hälfte hatte noch Pendelachsen, oder angetriebene Starrachsen mit Blattfedern, die anderen waren noch Luftgekühlte Heckschleudern oder Zweitakter, und keiner hatte einen variablen Innenraum bzw. große Heckklappe. Trommelbremsen rundum waren vielfach bis in die obere Mittelklasse Standard, und Alu-Motoren gab es überhaupt gar keine...

 

Abgesehen vom BMW 1500 "Neue Klasse", der um einiges teurer war, sah die deutsche Konkurrenz Mitte er 60er ganz schön alt aus - fast schon antike Pferdekutschen wurden da angeboten, erst recht bei VW, DKW (Audi) und Opel, aber auch bei Mercedes und Ford!

 

Elektrische Fensterheber und getönte Scheiben? Das bekam man Mitte der 70er nur bei Renault serienmäßig dazu (TX), bei deutschen Herstellern in dieser Klasse erst sehr spät in den 80er bzw 90er Jahren eingeführt - gegen Aufpreis, selbst in der S-Klasse :rolleyes:...

 

In diesem Sinne: Die konservative deutsche Autoindustrie befand sich in den 60er Jahren in der absoluten Innovationskrise, auch bedingt durch den unglaublichen Exporterfolg des Käfers, einfacher Opels und des Mercedes 190er. Innoviert wurde aber woanders...


06.03.2010 19:58    |    otti 01

Ja, das waren noch Zeiten, mein Onkel hatte so einen, wenn ich mich recht erinnere einen TS.

 

Renault 16 der Anfang der Kompakt-Klasse.

 

War ein tolles Auto, ich freue mich immer wenn ich mal einen davon sehe, ein paar laufen ja noch auf der Strasse.

 

Gruß otti


06.03.2010 20:12    |    Polo6NFDTCiV

Zitat:

Innoviert wurde aber woanders..

Wird... denn viele Neuentwicklungen werden erst später in D von deutschen Herstellern als "Neuheit", oft in überteuerter Sonderaustattung, nachgereicht.


07.03.2010 00:23    |    Prussiacus

Eine Kombilimousine war beim Erscheinen des R 16 schon nichts Neues mehr, er erschien 1 Jahr nach der AUTOBIANCHI Primula.

 

Ich entsinne mich, daß man R 16-Unwissende beim R 16 TA (Automatic) total ratlos machen konnte mit der Aufforderung, den Wagen zu starten - - da war nichts mit Ganz-nach-rechts-Drehen des Zündschlüssels, nach dem Einschalten der Zündung mußte der Lenkrad-Schalthebel (hier für das Einlegen der Fahrstufen) nach oben gezogen werden, um den Anlasser zu betätigen - fast eine Diebstahlsicherung ;)

Der TA hatte übrigens das erste elektronik-gesteuerte Automatik-Getriebe weltweit!

 

Die erste deutsche Schrägheck-Limousine kam 1 Jahr später als der R 16 heraus (1966), es war ein GLAS 1004/13004 CL, der nach der Übernahme durch BMW im Nov. 1966 noch bis April 1968 gebaut wurde.

 

Die stärkste Version dieser Serie, der 1304 TS, lief mit 85 PS 170 km/h! Damit konnte man schon eine Menge weit teurerer Sportwagen ärgern...

 

Apropos Innovationen: Mit dem GLAS 1004/1204/1304 wurde erstmalig ein Zahnriemen zum Antrieb der obenliegenden Nockenwelle verbaut!


07.03.2010 02:11    |    go_modem_go

Na ja - Grosse Heckkappe in einer Limousine gab es auch in Frankreich schon weit vorher - und zwar schon 1939-57 mit dem Citroen Traction Avant C... mit umklappbarer Sitzbank, und sogar 3 Sitzreihen in der Familiale Version - der erste 9-Sitzer Kombivan (sogar mit Frontantrieb und selbstragender Karosserie ab 1934... ) ;)


07.03.2010 07:38    |    H1B

Zitat:

Der TA hatte übrigens das erste elektronik-gesteuerte Automatik-Getriebe weltweit!

Passt nicht ganz hierhin, aber grade bei der Automatik hatte Renault viele gute Ideen. Ab '63 oder so gab es schon den R8 Automatic mit einer rein elektrisch/mechanischen Automatik. Dort wurde der Gang mit verschiedenen Druckschaltern am Armaturenbrett geschaltet, die Kupplung war elektromagnetisch, vorne im Kofferraum war eine große "Schaltzentrale" mit vielen riesigen Relais...fazinierende Technik, leider der Zeit weit vorraus...ein Bekannter von mir besitzt noch einen R10 Automatic, ich staune heute noch wie gut dieses System (immer noch!) funktioniert...


07.03.2010 19:47    |    merivski

Ein herrliches Auto! Meine Eltern kauften nach einem 1963er Opel Rekord, einen gebrauchten R16 TL aus 1969. Eine Murcksgurke, zuviele Vorbesitzer und rasant rostend. Aber vom Konzept her anderen völlig überlegen, besonders den damaligen saufenden, luftgekühlten VW-Kisten. Der R16 war fast unverkäuflich und wurde beim Renaulthändler für 300 DM in Zahlung gegeben. Sein Nachfolger wurde ein "schlüpferblauer" R16 TS als günstiger Vorführwagen gekauft. Ein toller Wagen mit 83 PS und Rundinstrumenten und Kopfstützen vorn, ein schnelles Sofa, zuverlässig und kaum rostend. Im Gegen- satz zu dem R16 TX unserer Nachbarn, der echt toll aussah, aber die Werkstatt reich machte. Unser R16 wurde von einem Granada 2.0 V6 abgelöst. Nur Ford wollte den "Franzosen" nicht. So ging er für einen Trostpreis an einen Gebrauchtwagenhändler. Im Winter vermisste mein Vater den Frontantrieb. der Ford brauchte teils Schneeketten um voranzukommen.


07.03.2010 20:17    |    Polo6NFDTCiV

Ein schwerer V6 auf der Vorderachse, macht die Hinterachse natürlich sehr leicht, der Mittelmotor des R16 liegt wesentlich günstiger hinter der treibenden Vorderachse im Verbund mit den recht teuren 145/14er Reifen...


07.03.2010 21:18    |    opkad

Boahh: ich hatte vier von den Dingern! Die waren soo saubillig (um 500 DM) zu kriegen und boten den Komfort schlechthin, sonst für Studenten unerreichbar, mir kommen jetzt noch die Tränen. Rost etc, klar, (Das mit den hochklappenden Rädern, oh ja...) außerdem furchtbar konstruiert, ich hab viel selbstgemacht (nasse Laufbuchsen, Ventile und und ...) und viel Spaß. 2002 dachte ich nochmal an Renault und kaufte einen neuen Laguna, eigentlich der natürliche Nachfolger des R16 - aber sowas von abgrundtiefen Qualitätsmängeln!! Wie es so schön heißt: "Never buy french", was Autos betrifft werde ich mich eisern daran halten, die können noch so innovativ sein!


08.03.2010 00:07    |    XX-Ghost

Mein Vater hatte 1968 einen neuen R16 in weiß gekauft. Einen TL mit 1,6 Litern und nur 55 PS (oder 65?).

Verbrauch nur knapp 6,5 Liter/100 km. Und das in der damaligen Zeit!

 

Großer Motor, wenig Leistung, niedrige Drehzahl, unkaputtbar.

 

Und dann fing er gleichzeitig an, ein Haus zu bauen.

 

Was der Gute da alles geleistet und transportiert hat. Unglaublich!

Die Antriebswellen waren aber ein Schwachpunkt und auch der Anlasser (immer einen Hammer dabei gehabt - draufschlagen, ging wieder ;)).

 

Mit 10 Jahren starb er dann den Rosttod. Leider! Die Mechanik war noch sehr gut.

 

Gruß vom Ghost


08.03.2010 00:24    |    Eginhard

Nun, in der Tat: ich erinnere mich sehr gut an den R16 , wir hatten zu der Zeit einen R8, eine Heckschleuder mit sehr temperamentvollen Motor! Der R16 war damals, wie eine MotorFachzeitschrift schrieb:" Eine Ohrfeige für den deutschen Automobilbau!"

Die Mängelliste war lang, aber die grundsätzlichen konstruktiven Details und Lösungen waren zu der Zeit in dieser Klasse eine Spitzenleistung! Die Unterbringung des Reserverades war nicht ideal, in der Heckmotorbaureihe (Dauphine-R10) war das besser gelöst (Extra-Fach hinter dem Nummernschild).

Die Antriebswellen waren leider bei den R4 bis zum R12 ein Schwachpunkt! Das änderte sich erst als das Kugel-Kreuz-Gelenk gegen das "Rzeppa-Gelenk" getauscht wurde. Auch der Rost war ein Punkt, der dank der gesalzenen mitteleuropäischen Straßen noch gefördert wurde!

Dennoch war der R 16 (den ich mir nie leisten konnte, nur fahren) ein wichtiger Meilenstein in seiner Konzeption und zwang auch andere deutsche Hersteller sich über ein derartiges variables Fahrzeug Gedanken zu machen.

Die Exemplare die es jetzt noch in Deutschland gibt sollte man lieber in einer angemieteten Garage (auch evtl von der Wohnung entfernt) aufbewahren und nicht auf der Straße stehen lassen.

Gruß

Eginhard


08.03.2010 09:45    |    MT-Christoph

Kann doch jeder selber entscheiden was er mit seinem Eigentum macht. Am Strassenrand vergammeln lassen, aufem Dach rumspringen oder anzünden..

 

Ich finde diese Hausmeistermentalität und dem Besitzer vorzuschreiben was er zu machen hat etwas befremdlich.

 

Sofern mat mit dem Wagen nur gelegentlich im Winter fährt und nach jeder Fahrt am besten gleich durch die Waschanlage mit Unterbodenwäsche fährt sollte es so eigentlich lange Zeit keine Probleme geben. Hohlraumkonservierung natürlich vorrausgesetzt.

 

Außerdem heißt es "Fahrzeug" und nicht "Stehzeug" ;)


Deine Antwort auf "Schräges Raumwunder aus Frankreich – der Renault 16"

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