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jalopy

Alles und Nichts zum Thema Auto und Motor

05.01.2009 18:43    |    jalopy    |    Kommentare (10)    |   Stichworte: New Orleans, USA

typisches french quarter haus
Typisches french quarter haus

Wie versprochen folgt nun der erste Bericht zum Thema „wie bereiste jalopy den Süd-Westen der USA“. Der Anfang der Reise hat mich aber nicht gleich in den Westen der USA geführt, sondern erst einmal in die Stadt des leckeren Essens, der ausgefallenen Friedhofskultur, des Mardi Gras, des Jazz und der ältesten Straßenbahn der Welt, die heute noch existiert und vor allem fährt: New Orleans.

 

Insgesamt 3 Tage waren wir in dieser wunderbaren Stadt unterwegs und es wurde nie langweilig. Die Leute sind super nett, die Shops ausgefallen, am Tag wandert man im French Quarter umher, schaut sich die Friedhöfe an (nicht immer ganz ungefährlich, was nicht an den Toten, sondern eher an den Lebenden liegt, deshalb immer vorab im Turi-Zentrum informieren), macht eine Raddampferfahrt auf dem Mississippi oder gondelt mit der Straßenbahn durch den Garden District, um sich die wunderschönen alten Häuser anzusehen.

 

Nachts geht man in dieser Stadt essen. D.h. bevor man einen Tisch bekommt, wartet man an der Bar mit einem Aperitif auf einen frei werdenden Tisch um dann dort die vielen kreolischen Köstlichkeiten zu probieren oder sich an dem scharfen Cajun Food zu versuchen. Ich empfehle das Lokal „jacques imo´s “. Um zu seinem Tisch zu kommen, muss man erstmal durch die Küche. Das Lokal selbst ist laut, dunkel und eng, da versucht wird, so viel wie möglich Gäste zu platzieren. Aber das macht es erst recht gemütlich und das Essen ist sowas von lecker!!!! Zu seinem Hauptgericht darf der Gast 3 Beilagen wählen z.B. Süßkartoffeln, roten Bohnen und Spinat. Das Essen ist reichlich und wenn man danach gesättigt nach draußen tritt, dann ist 2 Türen weiter gleich ein Club, in dem man sich bei Live-Musik ein paar Kalorien wieder abtanzen kann.

 

Das Thema „Hurrican Katrina“ ist noch immer ein Thema, welches man überall spürt. Wir haben mit dem Freund, den wir besucht haben, eine „Tour“ durch dieses Gebiet gemacht und ich kann nur sagen, es war echt gruselig: weites Grasland, vereinzelt Häuser, nur teilweise bewohnt, Fundamente im Boden und dazwischen irgendwo ein neugebautes, extravagantes und nach ökologischen Gesichtspunkten gebautes Haus, erdacht von einem Berliner Architekturbüro und Brad Pitt mitten im Armenviertel von New Orleans. Die Häuser stehen zwar jetzt auf „Stelzen“ und die Aktion trägt den Namen „Make it right“, aber nur blöd, dass keiner daran gedacht hat den Damm, der davor liegt und der das Wasser nicht abhalten konnte, mal entsprechend zu optimieren, als nur „auszubessern“.

 

So, bevor ich mich jetzt hier noch künstlich aufrege und damit die wirklich schönen und interessanten Eindrücke aus den ersten beiden Absätze schmälere, überlasse ich Euch für heute meinen Text zum lesen und Feedback geben. Weitere Eindrücke meiner Reise folgen – demnächst.

 

PS. NOLA steht übrigens für "New Orleans Louisiana"

 

PPS. Auf die Nachfragen zur Sicherheit der Friedhöfe und deren Besonderheit, hier noch die gewünschte Ergänzung.

 

Zum einen werden in New Orleans die Toten nicht unter die Erde "gebracht" (ich muss dabei immer direkt an die Serie "Six Feet Under – Gestorben wird immer" denken), so wie es in den USA üblich ist, sondern in Grabkammern bestattet. New Orleans liegt über dem Meeresspiegel was wohl in der Anfangszeit der Stadt dazu führte, dass wenn der Mississippi mal wieder über seine Ufer getreten war, angeblich die Särge durch die Stadt schwammen. Das sieht nicht nur unschön aus, sondern ist auch ziemlich unhygienisch (Seuchengefahr). Deshalb werden die Toten über der Erde in Mausoleen bestattet. Die Friedhöfe sind übrigens wohl in Anlehnung an den wirklich wunderbaren Pére Lachaise Friedhof in Paris erbaut wurden.

 

Aufgrund der Hitze und des Sauerstoffes verrotten die Leichen wohl ziemlich schnell, so dass in einer solchen Grabkammer immer ganze Familien Platz fanden. Wer es sich natürlich leisten konnte, der erhielt ein Einzelgrab. Aufgrund der großen „Grabhäuser“ nennt man die Friedhöfe auch „Cities of the Dead“. Die Toten bekommen, wie sicher aus dem einen oder anderen Film bekannt, meist ein Jazz-Begräbnis (Jazz-Funeral). Dies ist eine feierliche Prozession zum Friedhof, welche von einer Marching Band begleitet wird. Diese spielt traurige Musik auf dem Hinweg, gefolgt vom fröhlichen Zurücktanzen, der so genannten Second Line.

 

Und nun noch ein paar Worte zur Sicherheit. Ein paar wirklich schöne Friedhöfe liegen leider nicht gerade in den sichersten Gegenden von New Orleans, und die Kriminalität ist in dieser Stadt leider wirklich hoch. Da die Friedhöfe wie oben beschrieben eher kleinen Städten gleichen, sind sie natürlich auch groß und unübersichtlich. Ideales Terrain für Straßenräuber. Man geht also am besten mit einer Reisegruppe (sowas kann man überall in der Stadt buchen und die fahren gleich mehrere Friedhöfe an), oder man begibt sich zu Zeiten dorthin, in denen sich dort auch Reisegruppen aufhalten (meist Vormittags). Das soll Euch jetzt keine Angst machen, aber selbst unser einheimischer Freund hat uns dazu geraten. Wir waren übrigens auf dem Friedhof Lafayette No.1 der in Uptown liegt, ein am Tage sicheres Gebiet. Hier hat auch Anne Rice Mayfair (bekannt als Autorin von „Interview mit einem Vampir“) ihr Familien Grab.


05.01.2009 19:38    |    game-junkiez

Oh toll,

 

ich freue mich auf weitere Teile !

 

Dieser hier, löste schon massives Fernweh aus;)

 

Viele Grüße

 

g-j:)


05.01.2009 19:38    |    Patriots

Warum ist es auf den Friedhöfen gefährlich ?

Wir einem da aufgelauert oder was ?

 

Wolfgang


05.01.2009 20:10    |    XC70D5

Netter Einstieg, ich warte auf mehr und versuche mir zwischenzeitlich vorzustellen, wie das Essen geschmeckt hat :D

 

 

Gruß

 

Martin


05.01.2009 21:37    |    Bucklew2

Ja New Orleans ist ne sehr schöne stadt, vorallem das French Quarter (war vor Katharina da) - allerdings selbst im Frühjahr war es dank 100% Luftfeuchtigkeit unerträglich heiß :(


05.01.2009 22:06    |    Druckluftschrauber2011

Hab mich schon gewundert, was NOLA bedeutet.. zum Glück wird es ja am Ende aufgeklärt.

 

Aber was hat es denn nun mit den Friedhöfen auf sich? Also nicht nur das mit der Gefahr. Warum sind diese dort so ausgefallen?


05.01.2009 23:32    |    jalopy

Ich habe den Beitrag um die Antworten zu Euren Fragen "erweitert". Viel Spaß beim lesen.


05.01.2009 23:35    |    Patriots

Super Erklärung.


06.01.2009 10:04    |    Spurverbreiterung466

Ein sehr schöner Reisebericht :)


06.01.2009 10:09    |    game-junkiez

Wie heißt der Bond Film nochmal, bei dem man so ein Jazz Funeral beobachten kann ? War Dr. No oder ?

 

Viele Grüße

 

g-j:)


06.01.2009 10:45    |    jalopy

ich glaube das war "Leben und sterben lassen" (Live and Let Die) mit Roger Moore als Geheimagent


Deine Antwort auf "NOLA - oder wie jalopy ihre Reise begann..."

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