• Online: 3.112

21.03.2016 18:50    |    Hakuna Matata    |    Kommentare (5)    |   Stichworte: Norwegen, Roadtrip, Roadtrips

Quelle: www.exitpoint.deQuelle: www.exitpoint.deIn dieser Blogreihe möchte ich euch meinen diesjährigen Norwegen-Aufenthalt näherbringen. Gemeinsam mit einem Kumpel sollte es ohne Navi und ohne Campingplätze durch das Land der Fjorde gehen.

Die anderen Teile der Reihe findet ihr hier: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4.

 

[...] Der Wecker klingelte uns pünktlich um 7 Uhr wach. Nach dem Öffnen der Augen stellte sich sofort die Frage, ob es draußen bewölkt ist und wir somit eventuell einen Tag mit schlechtem Wetter erwischt haben oder die Sonne unser Zelt lediglich noch nicht erreicht hat, denn es kam uns etwas arg dunkel vor. Der erste Blick nach draußen zauberte uns beiden jedoch ein breites Grinsen ins Gesicht: Ein durch und durch blauer Himmel leuchtete über uns und die Sonne verzauberte die Hügel um uns herum. Nur unsere Senke schlummerte noch im Schatten der Hügel. Wir kochten unser Mittagessen, bereiteten uns auf unsere erste Wanderung vor und bauten das Zelt ab. Obwohl wir uns am vorherigen Abend trotz langer Suche nicht weit vom Preikestolen entfernt haben, standen wir erst um 9 Uhr auf dem Parkplatz am Fuße des Wanderweges.

 

 

Kurz zusammengefasst:

- Preikestolen

- 25x25m großes Felsplateau 604m senkrecht über dem Lysefjord

- Wanderweg pro Richtung: 3,8 Kilometer

- benötigte Zeit pro Richtung: 90 – 120 Minuten

- Höhenunterschied: 350 Meter

 

 

Der Wanderweg beginnt recht sanft und führt über Fels und Stein durch die schöne Natur. Durch die Vegetation liegt der Weg zudem im Schatten. Vegetation ist dabei ein guter Stichpunkt. Auf dem Weg zum ersten Anstieg und auch an ebendiesem spitzten wir nämlich die Ohren. Wir waren von einigen jungen Leuten umgeben, die Deutsch sprachen und wir erkannten ein Mädel davon wieder. Es waren die Hannoveraner, die am vorherigen Tage mit ihrer schwarzen Volkswagen-Kolonne die gleiche Fähre wie wir genommen hatten. Da zwei, drei Kleinstgruppen davon das gleiche Wandertempo wie wir hatten, bekamen wir einige interessante Dinge zu hören, denn dies waren offensichtlich Studenten auf Exkursion. Jeder hatte sein eigenes Fachgebiet und weiste das jeweilige Wandergrüppchen auf Besonderheiten hin, wenn wieder etwas entdeckt wurde. Dazugehörige Hintergrundinformationen durften natürlich nicht fehlen und ich war wirklich überrascht mit wie viel Begeisterung und Spaß diese Informationen flossen. “Siehst du diese Quarzadern?” und “Ist dir schon aufgefallen, wie sich die Vegetationszonen geändert haben?” waren von da an Runnings Gags unserer Norwegen-Reise. :D

 

Ich sagte eben, dass die Studenten das selbe Tempo hatten wie wir: Das stimmt genau genommen nicht. :D

Sie hatten das selbe Tempo wie ich, und das auch nur, weil sie ab und zu stehen blieben um sich irgendwas anzuschauen oder mal kurz abseits des Weges liefen und krabbelten. Und mein Kumpel wäre nach 10 Minuten schon außer Sichtweite marschiert, wenn er nicht immer auf mich hätte warten müssen. Lediglich auf der Ebene konnte ich mithalten. :D Anstiege wurden prinzipiell nach dem dritten Schritt verflucht. Spätestens wenn der erste Rentner, das erste Kleinkind oder der erste Hund an einem vorbeizog. Eventuell sollte man etwas fitter auf Wanderschaft gehen als ich es war.

 

Ich kann hier weiter vom Wanderweg erzählen, jedoch würden meine Worte das alles nicht ausreichend darstellen können. Deshalb habe ich ein Video von youtube herausgesucht, das einen kurzen und guten Eindruck vermittelt: Hike to Preikestolen

 

Wie man sieht wechseln sich Anstiege mit Ebenen ab. Die stärksten Anstiege sind leider nicht vorgekommen. Ob selbst diese Windhunde aus dem Video dort beschwert aussahen und diese Szenen deshalb nicht mit ins Video geschnitten haben? :D

 

Die Preikestolen-Wanderung gilt als eine der einfachsten Wanderungen der norwegischen Sehenswürdigkeiten und daher sieht man hier auch Menschen von A bis Z. Von Kleinkindern bis zum Rentner, vom Europäer bis zum Asiaten, von etwas kräftigeren Menschen bis hin zu Sportlern, die nur in Sportbekleidung und mit einer 0,5L-Wasserflasche bewaffnet den Weg hochsprinten. Da kommt man sich dann noch langsamer vor..

 

Ein erster Höhepunkt nach etwa einer Stunde der Wanderung ist der Blick auf den in der Weite erkennbaren Lysefjord. Man beendet gerade einen der Anstiege, ehe man endlich wieder auf der Sonnenseite ankommt und das erste Mal eine wahnsinnige Aussicht genießen kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein weiteres Highlight ist die zweite Ebene. Diese ist sehr groß, wird ziemlich weitläufig, sodass sich die ganzen Wanderer darin verlieren und man wieder das Gefühl der norwegischen Einsamkeit bekommt. Diese Ebene ist durchzogen von mehreren kleinen Tümpeln und Seen und wird von einigen Menschen als Übernachtungsebene genutzt. Sie wandern abends bis dorthin, bauen ihr Zelt windgeschützt an den kuriosesten Stellen auf (manchmal fragten wir uns, wie die dort überhaupt hingekommen sind) und gehen dann am nächsten Morgen den kurzen Weg zum Preikestolen, wenn dort noch nicht so viel los ist.

 

 

Doch die eigentliche Attraktion ist und bleibt der Preikestolen. Dieser Moment, wenn man die letzten Meter absolviert, links von dir der Abgrund und der zum greifen Nahe Fjord, rechts von dir weitere Felsformationen, und plötzlich kannst du den ersten Blick auf diesen riesigen Block mit seinen klaren Linien und Kanten direkt vor dir werfen. Phänomenal! Das entschädigt in diesem Moment definitiv für sämtliche Strapazen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Durch eine Pause und einige Umwege auf der großen Ebene brauchten wir knapp über zwei Stunden für den Weg nach oben. Nach einer kurzen Stärkung mit unserer übersalzenen Reis-Kidneybohnen-Mais-Pampe und fünf Minuten Abschalten in der Sonne wagten wir uns an die Felskante und ließen den Fjord 600 Meter unter uns auf uns wirken. Habe ich schonmal erwähnt, dass dies ein phänomenaler Anblick ist? ;)

 

 

 

Wo der 0815-Tourist sein obligatorisches 0815-Foto schießt und wieder den Rückweg antritt, gingen wir andere Wege, denn wir kamen nicht nach Norwegen um Foto-Trophäen zu sammmeln. Deshalb brachen wir auf, um den Hügel neben dem Preikestolen zu besteigen und und vielleicht einen Blick von oben auf ihn und die zerklüftete Umgebung zu werfen.

 

Das Gelände ist dort merklich schwieriger zu begehen, doch hat man definitiv einen noch besseren Blick und vor allem seine Ruhe. Das rege Treiben der Ameisen auf dem Preikestolen malt einem dann nur noch ein kleines Schmunzeln ins Gesicht.

 

Nach knapp einer Stunde dort oben traten wir den Rückweg an. Oder besser: Wir hüpften den Rückweg an. :D Die Endszene nach dem Sonnenuntergang des verlinkten Youtube-Videos zeigt bis auf den Sturz ziemlich genau, wie wir die Abstiege des Rückweges angingen. Die anderen Wanderer ungläubig links liegen gelassen und von Stein zu Stein ging es Meter um Meter zurück. Nicht nur, dass dies einen Heidenspaß machte: Nein, es war auch noch schnell und gefühlt nicht so anstrengend. Für den Rückweg brauchten wir daher nur eine geschlagene Stunde.

 

StavangerStavangerAm Auto angekommen packten wir unsere Rucksäcke weg und gingen noch runter zum See, dessen Wasser nach Aussage des Mädels im Info-Häuschens nicht so kalt sein solle. Nach norwegischen Maßstäben vielleicht. Und der Wind machte es auch nicht besser. Trotzdem genossen wir auch die Zeit am See, ehe wir uns aufmachten gen Forsand. Unser Programmpunkt für den nächsten Tag war nämlich eine weitere norwegische Sehenswürdigkeit: Kjerag, dass 40 Kilometer entfernt am anderen Ende des Lysefjords lag. Doch dafür mussten wir noch heute die Fähre erwischen, die in Forsand ablegt..

 

to be continued..

Hakuna Matata

Hat Dir der Artikel gefallen? 12 von 12 fanden den Artikel lesenswert.

25.03.2016 14:25    |    Steam24

Atemberaubende Landschaften fotografisch toll umgesetzt, Danke für diesen Bericht.


26.03.2016 17:39    |    ZwoNullDrei

Die Wanderung zum Preikestolen ist ein echtes Erlebnis. Streckenweise recht anstrengend, wenn man es nicht gewohnt ist - aber die Belohnung sind einige tolle Aussichten, die ich auf den Bildern wieder erkenne. Fast so wie auf der eigenen Exkursion vor einigen Jahren, ebenfalls von Hannover aus. ;) Ähnlich beeindruckend sind allerdings auch manche Wanderer, die den Aufstieg joggend bewältigen.

 

Danke für den schönen Bericht!


27.03.2016 19:09    |    Faltenbalg44087

Der Trip ist sehr empfehlenswert, allerdings ist die Strecke stark frequentiert. Ist zwar schon einige Jahre her, dass ich da war, aber so viel wird sich nicht verändert haben...

Der Aufstieg ist in der Tat für den ein oder anderen beschwerlich, so besteht ein Großteil des Weges aus steinigem Untergrund inform von mittelgroßem Geröll. Bei meinem Aufstieg hatte es außerdem fast 30°C. Trotzdem sichtete ich oben auch einige stark übergewichtige Amerikaner. Die pumpten zwar mächtig, schafften den Aufstieg aber trotzdem. Andere Experten sind tatsächlich mit Flip-Flops unterwegs. Würde ich nochmal da hoch wollen, dann auch als Jogger und ziemlich früh am Morgen.


28.03.2016 16:14    |    Hakuna Matata

@MichelvomKattulthof Es ist durchaus recht viel los. Wir waren Ende August dort, und je später der Tag wird, desto mehr Leute sind auf dem Weg nach oben. Wir waren zum Glück noch vor der großen Masse oben auf der Kanzel, sodass der Ansturm uns dann entgegen kam. :D

Die Flip-Flop-Leute sind uns aufgefallen. Und die bereuen das glaube ich nicht mal, wenn sie umknicken. Es muss ja immer erst etwas Ernsteres passieren..

Die Jogger haben meinen Respekt. :D


03.04.2016 20:27    |    Trackback

Kommentiert auf: Hakuna Matata: Erfahrungen eines Unerfahrenen.:

 

Norwegen Roadtrip - Teil 6: Planänderungen und Tankmissgeschicke

 

[...] Navi und ohne Campingplätze durch das Land der Fjorde gehen. Den vorherigen Teil der Serie findet ihr hier.

 

[...] Unser Programmpunkt für den nächsten Tag war [...] eine weitere norwegische Sehenswürdigkeit: [...]

 

Artikel lesen ...


Deine Antwort auf "Norwegen Roadtrip - Teil 5: Preikestolen"

Blogempfehlung

Mein Blog hat am 08.01.2020 die Auszeichnung "Blogempfehlung" erhalten.

Der Autor

Hakuna Matata Hakuna Matata

roadtrippin'


 

Willkommen in meinem Blog

 

www.instagram.com/theroadtrotter

Zaungäste

  • anonym
  • lef2704
  • kacksack
  • Espredo
  • Rezinox
  • dooley
  • shorty840
  • lelele
  • leista
  • Badland

Logenbesitzer (108)

Fahrzeuge

Hersteller: Mitsubishi

Modell: Pajero

Baujahr: 1994

Motor: R4 (2.8l, 125PS)

Getriebe: 4-Gang-Automatikgetriebe

Farbe: Grün

unbekanntes Ereignis

Es ist soweit...

Spritmonitor

Letzte Kommentare