Hadrian S.O.S.
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Hadrian
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Sun Feb 15 16:12:55 CET 2009 |
Hadrian
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Kommentare (21)
Die Gründe, ein bestimmtes Fahrzeug auszuwählen, sind so vielfältig wie die Modellpaletten der Automobilhersteller. Das Ergebnis der Wahl ist in den meisten Fällen dann auch ein Kompromis, abhängig von der jeweiligen Prioritätensetzung. Nur wenige Modelle entziehen sich dem durch ihre absolute Kompromislosigkeit - hierzu zählen nicht zuletzt die Produkte des britischen Herstellers TVR.
Im Jahre 1947 von Trevor Wilkinson im britischen Blackpool gegründet, wird das erste eigene Fahrzeug zwei Jahre später gebaut und verkauft. Als Antrieb dient damals noch ein Vierzylinder von Ford. In den folgenden Jahren entwickelt sich dann jenes Konstruktionsschema, welches bis heute zum Einsatz gelangt - ein Gitterrohrrahmen mit einer Glasfaserkarosserie und einem starken Motor.
Nach der Übernahme durch Peter Wheeler 1982 wird erstmals der 3.5 Ltr. V8 von Rover als Antriebsquelle verbaut. Dieses Triebwerk wird sukzessive modifiziert, der Hubraum bis auf 5.0 Ltr erhöht und die Leistung bis auf 325 PS gesteigert. Auch der 1993 erstmals angebotene TVR Chimaera verfügt über verschiedene Leistungsstufen des Rover V8.
Im TVR Cerbera kommt 1996 erstmals ein eigenständig entwickelter Motor zum Einsatz - der "Speed Eight" ist ein 4.2 Ltr. V8 mit einer Leistung von 360 PS. Im Jahr darauf wird die Motorenpalette durch den "Speed Six" ergänzt und 1998 durch den "Speed Twelve" gekrönt, einem 7.7 Ltr. V12 mit 880 PS.
Nach der Übernahme von Rover durch BMW ist TVR zwischenzeitlich der größte unabhängige Automobilhersteller Großbritanniens. Im Jahr 2004 erwirbt der russische Multimillionär Nikolai Smolenski das Unternehmen und verkündet zwei Jahre später die Verlagerung der Produktion nach Osteuropa. Die Fertigung in Blackpool ist zwichenzeitlich eingestellt worden, wann und wo diese wieder aufgenommen wird, ist derzeit noch offen.
Konzeptbedingt verfügt ein TVR nur über eine eingeschränkte Alltagstauglichkeit, besitzt jedoch als Zweitwagen oder reines Spaßgerät durchaus seine Daseinsberechtigung. Die Fahrleistungen sind im Vergleich zum Kaufpreis absolut konkurenzlos - dies gilt vor allem für Gebrauchtfahrzeuge - insbesondere wenn es sich um rechtsgelenkte Exemplare von der Insel handelt. Für den preisbewußten Käufer von besonderem Interesse sind dabei der TVR Chimaera und der TVR Cerbera.
TVR Chimaera
Auf der Birmingham Motor Show wird 1992 der TVR Chimaera vorgestellt. Der Name Chimaera ist aus der griechischen Mythologie hergeleitet und steht dort für ein feuerspeiendes Monster mit dem Kopf eines Löwen, dem Körper einer Ziege und dem Schwanz einer Schlange.
Basierend auf dem TVR Griffith ist der Cimaera wie dieser ein zweisitziger Roadster. Das Dachmittelteil kann dabei seperat abgenommen und im Kofferaum verstaut werden, das restliche Verdeck läßt sich nach hinten einklappen. Im Hause TVR vorallem als sportlicher offener GT angesiedelt, bietet der Chimaera deutlich mehr Platz unter der Glasfaserkarosserie. Das Modell ist wesentlich länger als der Griffith, was nicht nur dem Kofferraumvolumen zu Gute kommt. Der Chimaera ist bis heute der Erfolgreichste aller gebauten TVR Modelle - von 1993 bis 2003 wurden über 10.000 Exemplare verkauft.
Als letztes TVR Modell verwendet er den Rover V8 als Antrieb, zuerst als Chimaera 400 mit 4.0 Ltr. und 235 PS, ab 1996 auch als 450 mit 4.5 Ltr. und 285 PS und als 500 mit 5.0 Ltr. und 325 PS. Der Fünfliter ist jedoch ausgesprochen selten und entsprechend teuer. Zur Ausstattung gehört neben Ledersitzen, elektrischen Fensterhebern, verstellbaren Pedalen, Alarmanlage und Eiswarner auch ein walnußfurniertes Armaturenbrett sowie viele polierte Aluminiumteile. Der Türöffner ist elegant im Aussenspiegel integriert. Verzichten muß man dagegen auf ESP, ABS, Airbags sowie den ganzen anderen überflüssigen Firlefanz.
Technische Daten:
TVR Chimaera 400 TVR Chimaera 450 TVR Chimaera 500
Bauzeit 1993-2000 1996-2003 1996-2003
Zylinder V8 V8 V8
Hubraum (cm³) 3.950 4.545 4.988
Leistung (PS) 235 285 320
max. Drehmoment (Nm) 350 405 435
Topspeed (km/h) 240 257 269
0-100 km/h (Sek) 4.8 4.5 4,1
Verbrauch (Liter) 14,5 15,4 16,7
TVR Cerbera
Der Cerbera ist die geschlossene Variant des Chimaera, hat aber im Gegensatz zu diesem durch einen verlängerten Radstand zwei Notsitze im Fond. Cerberus ist der Name eines dreiköpfigen Höllenhundes, der in der grichischen Mythologie den Eingang des Hades bewacht. Er wird 1994 auf der Motorshow in Birmingham erstmals der Öffentlichkeit präsentiert und von 1996-2003 in Serie gefertigt.
Der Cerbera ist der erst TVR mit mehr als zwei Sitzen und der erste mit einem eigenständigen, selbstgefertigtem Triebwerk. Dieses, als Speed Eight bezeichnete Achtzylinder-Triebwerk, ist in zwei Ausbaustufen erhältlich, einem 4.2 Ltr. mit 360 PS und einem 4.5 Ltr. mit 420 PS. 1997 wird die Motorenpalette durch den Speed Six Motor erweitert, einem Reihensechszylinder mit 4.0 Ltr. und 350 PS, der im Gegensatz zu den V8 als erster TVR über moderne Vierventieltechnik verfügt. Als der Cerbera 2003 eingestellt wird, endet auch die Produktion der Achtzylinder, alle nachfolgenden Modell werden ausschließlich durch unterschiedliche Versionen des Speed Six angetrieben.
Im Jahr 1998 stellt TVR einen dritten selbst entwickelten Motor vor, den mächtigen Speed Twelve, der aus 7.7 Ltr. 880 PS entwickelt. Dieser V-Zwölfzylinder wird im TVR Cerbera Speed Twelve angeboten, der jedoch bis auf einige optische Anleihen nichts mit dem normalen Cerbera gemein hat.
Technische Daten:
TVR Cerbera TVR Cerbera TVR Cerbera
Speed Six Speed Eight 4.2 Speed Eight 4.5
Bauzeit 1997-2003 1996-2003 1996-2003
Zylinder R6 V8 V8
Hubraum (cm³) 3.966 4.280 4.475
Leistung (PS) 350 360 420
max. Drehmoment (Nm) 445 435 515
Topspeed (km/h) 260 265 285
0-100 km/h (Sek) 4.4 4.2 3,9
Verbrauch (Liter) 16,0 15,5 16,5
Fazit
Da ich schon immer eine starke Affinität zu nicht alltäglichen Fahrzeugen gehabt habe, noch dazu aus dem angelsächsichen Sprachraum, hat der TVR schon immer auf meiner Wunschliste einen oberen Platz eingenommen. Im Sommer dieses Jahres werde ich mich daher auf die britische Insel begeben um mir dort diesen Wunsch endlich zu erfüllen. Leider kann ich mich bis jetzt noch nicht entscheiden, was es letztlich werden soll.
Der Chimaere ist klar das ausgewogenere Angebot, wesentlich häufiger vertreten, dazu variabel in der Gestaltung des Daches und mit dem erheblich zuverlässigeren Triebwerk versehen. Dagegen stehen natürlich die überlegenen Fahrleistungen des Cerbera. Lassen wir uns einfach überaschen.
Obwohl, vielleicht wird es ja auch etwas ganz anderes. In letzter Zeit beschäftigt mich in zunehmendem Maße der TVR Tuscan Speed Six. Aber dazu später mehr...