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Einstecker

Meine Erfahrungen mit der Elektromobilität

21.03.2013 17:55    |    Einstecker    |    Kommentare (49)    |   Stichworte: Autokauf, BMW 3er touring, Opel Ampera, Prius, Toyota, Toyota Prius Plug-In Hybrid

Prius Plug-In HybridPrius Plug-In Hybrid

Der alte war zu klein und ständig waren Reparaturen fällig. Zeit für ein neues Auto. Und wenn schon neu, dann gleich richtig sparsam und modern und mit Automatikgetriebe. Also Probefahrten gemacht: BMW 3er touring, Toyota Prius Plug-In Hybrid, Opel Ampera.

 

BMW: Erstklassiges Fahrwerk, wunderbares Interieur, niedriger Verbrauch des Diesels. Bei der Probefahrt war ich dann aber schon einigermaßen enttäuscht, wie unkultiviert sich der Diesel mit Start-Stopp-Automatik im Stadtverkehr verhält. Beim Abbremsen an Kreuzungen leichtes Ruckeln, als hätte die 8-Gang-Automatik Probleme, das Drehmoment des Motors (sanft) zu kontrollieren. An der roten Ampel geht der Motor dann aus, und irgendwann wenn er möchte wieder an, meist aber schon bevor die Ampel wieder grün wird. Einen großen Vorteil hat das: An einer roten Ampel schläft mit so einem Auto keiner ein, denn wenn der Motor wieder startet, wird man erst mal nett durchgeschüttelt.

Das bei dem Preis geht irgendwie gar nicht, dachte ich mir, zumal ich recht viel in der Stadt fahre.

 

Toyota Prius Plug-In Hybrid: Den Prius fand ich früher schon interessant, konnte mich aber mit der Form (Prius I, Prius II) überhaupt nicht anfreunden. Und ich dachte mir immer: Hätte der doch mehr Batteriekapazität, könnte ich damit auch zum Supermarkt und zurück fahren. Nun, Toyota hat nicht geschlafen, und seit 2012 gibt es den Prius Plug-In Hybrid, mit bis zu 25 km elektrischer Reichweite. Der ist zwar teuer, liegt aber auch in der Preisklasse des obigen 3er tourings.

Probefahrt: "Anlassen" - Piep - Nichts. Kein Brummen, kein Ruckeln. Wow. Aber klar, der PiP (Plug-In Prius) fährt ja auch elektrisch. Gutes Raumgefühl, sehr einfaches, aber futuristisches Interieur. Die relativ hohe Sitzposition sorgt für gute Übersicht. Absolut entspanntes Fahren.

 

Und noch ein Auto wollte ich kennenlernen: Den Opel Ampera. Er wird teilweise als Elektroauto angepriesen, im Grunde ist er aber auch ein Plug-In Hybrid, nur mit größerer elektrischer Reichweite als der PiP. Man sitzt gut, aber mitnehmen kann man nicht so viel. Hinten nur zwei Einzelsitze und der Kofferraum ist ziemlich klein und nur behelfsmäßig zu den Rücksitzen abgetrennt. Das Fahren macht aber großen Spass, mehr als mit dem 3er BMW. Klasse Drehmoment aus dem Stand und dabei fast geräuschlos. Ich war begeistert. Aber zwei Dinge sprachen aus meiner Sicht gegen ihn: Kein Platzgewinn gegenüber meinem jetzigen Auto, und kein Verbrauchsvorteil auf langen Strecken, denn der Ampera fährt (fast) immer elektrisch, und wenn der Akku leer ist (nach 60-80 km, bei sportlicher Fahrweise und kaltem Wetter aber schon eher), erzeugt er mit seinem "Range Extender", einen 0815-Ottomotor, den Strom, den er zum Fahren braucht. Das ist nicht sehr effizient. Aber Spass macht er wirklich!

 

Die Vernunft hat natürlich gesiegt und ein Prius Plug-In Hybrid wurde bestellt. Jetzt, vier Monate später, ist er da!


25.03.2013 23:40    |    aamperaaa

Zitat:

Kostet zum einen keine 9000€, zum anderen ist davon vieles einfach praktisch. Wenn jemand 9000€ mehr investiert, nur damit er mit dem exakt gleichen Auto ein paar Kilometer mehr Elektrisch fahren kann, dann ist das einfach sehr..."idealistisch". Denn ausser dem Fakt, dass man elektrisch fährst bekommt man dafür nichts

So etwas kann nur jemand schreiben, der noch nie elektrisch gefahren ist. Elektrisch zu fahren ist um soviel besser als mit Verbrenner, dass der Mehrpreis mehr als gerechtfertigt ist. Ich bin erst kürzlich mit einem 50K Premium Allrad SUV gefahren, und er war einfach nur laut, lahm, veraltet.

 

Was viele nicht sehen ist die permanente Leistungsbereitschaft eines E-Motors. Beim Verbrenner muss man erst den richtigen Gang einlegen und den Motor auf Drehzahl bringen um die Leistung abrufen zu können. Beim E-Motor kann man gemütlich durch die Stadt fahren und wenn man im Kreisverkehr kurz in die Lücke stoßen möchte reicht ein antippen des Gaspedals um das maximale Drehmoment sofort abzurufen. Wenn man das mal gewöhnt ist und es als "normal" empfindet ist jede Fahrt mit einem Verbrenner einfach nur eine "Reise in die Vergangenheit".


26.03.2013 00:14    |    dodo32

Zitat:

Wenn man das mal gewöhnt ist und es als "normal" empfindet ist jede Fahrt mit einem Verbrenner einfach nur eine "Reise in die Vergangenheit".

Ich habe die Erfahrung nicht bei PKW, jedoch bin ich viele Jahre professionell RC-Car gefahren und da, ist es auch so. Ein E-Motor ist da eindeutig die bessere Variante. Verbrenner fahren ist halt irgendwie emotionaler und hat auch noch andere Vorteile. Ob der E-Antrieb diese auf längere Sicht überbieten kann, wird sich zeigen. Ich gehe allerdings davon aus, wenn es möglich sein wird die Energie zu speichern. So lange das nicht in ausreichendem Maße gelingt, bzw. die Ladezeiten "zu lang" sind, wird der reine E-Antrieb im Personenverkehr eine Nebenrolle spielen. Die Bahn ist im übrigen ein sehr gutes Beispiel! Die machen das seit Jahrzehnten, allerdings gibt es da auch eine Oberleitung und einen Pantographen. Naja, noch will das am PKW niemand haben. Induktion ist auch ein Thema. Ich denke, da liegt noch viel Potential brach und daher, lasse ich mich einfach überraschen wenngleich ich mir heute schon vorstellen kann, wie es morgen theoretisch aussieht.


26.03.2013 08:11    |    friespeace

@CaptainSlow:

 

Das ist genau der Punkt: vieles, nein - ein Großteil - der häufig bestellten Features ist nicht im Mindesten praktisch. Große Felgen sehen nur nett aus, helfen nichts. Metallic Lack hilft nichts. Ledersitze sind selten bequemer als normale Sitze. etc. pp. Die wirklich sinnvollen und sicherheitsrelevanten Features werden tatsächlich eher selten gekauft.

 

Und es ist eben nicht exakt gleich, wenn man plötzlich 20km geräuschlos durch die Stadt fahren kann.


26.03.2013 09:21    |    Superdino

Insgesamt ein interessantes Konzept, wenn auch noch ein bisschen teuer. Die relativ geringe Vmax bei Elektrobetrieb finde ich ein bisschen enttäuschend. Wenn ich soviel Aufpreis hinlege, würde mehr erwarten. Bin mal auf den A3 und Golf Plug-in gepannt, da kursieren ja schon Reichweiten von 50 km.


26.03.2013 10:12    |    Goify

Zitat:

Zitat:

Bei mir rechnet sich die Gasanlage auch nicht und trotzdem habe ich sie drin. Einfach weil das Tanken billiger ist.

Sag mir bitte, dass du das nicht ernst meinst.

Doch, das meine ich. Ich habe mal errechnet, dass die Gasanlage nach 8 Jahren wieder rein ist. Wer weiß, ob ich das Auto dann überhaupt noch habe.


26.03.2013 13:47    |    meehster

Zitat:

Originl geschreibt von aamperaaa

Zitat:

Kostet zum einen keine 9000€, zum anderen ist davon vieles einfach praktisch. Wenn jemand 9000€ mehr investiert, nur damit er mit dem exakt gleichen Auto ein paar Kilometer mehr Elektrisch fahren kann, dann ist das einfach sehr..."idealistisch". Denn ausser dem Fakt, dass man elektrisch fährst bekommt man dafür nichts

So etwas kann nur jemand schreiben, der noch nie elektrisch gefahren ist.

Absolut.

 

Ich meine ich kenne das elektrische Fahren jetzt nur aus dem "normalen" Prius, aber schon dort ist es sehr erhebend, rein elektrisch durch einen Ort zu fahren und solche Sachen.

 

Den 9-k€-Aufpreis für den Prius PHV wäre es mir persönlich nicht wert, da ich die elektrischen Mehrkilometer in meinem Fahr- und Streckenprofil kaum nutzen könnte. Die über 10 k€, die ein "normaler" Prius III mehr gekostet hätte als mein Volvo, wäre der Mehrkomfort mir schon wert gewesen - wenn ich denn mit dem Prius den Wohnwagen ziehen dürfte...

 

Na ja, so ist es eben ein Volvo mit Gasanlage geworden. Ich habe die Gasanlage aber schon wieder drin :)


08.10.2013 01:37    |    Pingback

Kommentiert auf: Hybrid-Autos – Gründe für die Wahl eines energieeffizienten Auto | INFOBLOGHUB.COM


08.10.2013 07:42    |    Superdino

Zumal der Prius nur bis 85 km/h rein elektrisch fahren kann. Auch stellt sich die Frage, ob in Steigungen sofort der Verbrenner anspringt. 9k€ für ca. 20 km sind ein Witz.


08.10.2013 22:05    |    Einstecker

Die Grenze mit 85 km/h finde ich ok:

1. Schneller geht's auf der Stadtautobahn eh nicht.

2. Wenn man schneller fährt, fährt man i.d.R. auch weiter, dafür ist der Benzinmotor einfach besser geeignet

3. Braucht das Auto bei höheren Geschwindigkeiten auch deutlich mehr Strom pro km als bei niedrigen Geschwindigkeiten, wohingegen der Verbrenner bei höheren Geschwindigkeiten sehr effizient läuft

 

20-25 km sind perfekt, weil man in der Stadt fast nie weiter fährt, ohne Nachladen zu können und man so nicht unnützes Akku-Gewicht durch die Gegend fährt (= Gewicht = Mehrverbrauch).

 

Mit dem Aufpreis bekommt man auch ein viel ruhigeres und komfortableres Fahren, das elektrische Fahren eben. Andere gönnen sich eben einen 6-Zylinder wegen der Laufruhe, elektrisches Fahren entspricht von den Vibrationen und Geräuschpegel aber eher einem 12-Zylinder (ist natürlich noch ruhiger). Mir ist das viel Wert.


08.10.2013 22:29    |    Superdino

Mit 85 km/h wird man schnell zum Ärgernis von LkW. Die angegebene Reichweite gilt für ideale Bedingungen und ich will meine Parkplatzsuche nicht ständig von Ladesäulen abhängig machen.

Den Aufpreis im Verhältnis zum normalen Prius finde ich lächerlich. Bei vernünfiger Getriebeauslegung läuft auch die E-Maschine bei höherer Geschwindigkeit effizient. Bei Verbrennern steigt mit zunehmender Geschwindigkeit die Auslastung, was nur zu einem relativ moderatem Verbrauchsanstieg führt. Bei E-Maschinen ist Wirkungsgrad gleichmäßiger, was zu einem geschwindigkeitsabhängigerem Verbrauch führt. Bei ausreichender Akkukapazität gibt es dennoch keinen Grund, frühzeitig den Verbrenner anzuschmeißen.


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