Erste eindrücke vom Essen Motor Show 2022 : Egzostive - a car maniac's perspective
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Egzostive - a car maniac's perspective

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03.12.2022 20:54    |    zoldfulu2000    |    Kommentare (8)

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Wir sind zurück aus Essen mit unserem ersten Eindrücke vom Essen Motor Show ( https://egzostive.com/.../ ).

Was denkt ihr? Sind diese Ausstellungen schon tot, oder da besteht noch die Hoffnung?

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03.12.2022 23:02    |    schweik6

Danke für deine bebilderten Eindrücke.

Ich stamme noch aus einer analogen Generation. Für mich sind solche Ausstellungen nicht tot.

Ansehen Im Original und anfassen ist für mich noch wichtig.

05.12.2022 12:25    |    DaChefe75

Ich war am 2.12. auf der Messe und meine Eindrücke sind zwiegespalten. Wieder mal wurde die Messe von den substantiellen Ausstellern (Hersteller etc.) kleiner, dafür gab es wieder mehr Tinnef. Aber das kann natürlich ein gesellschaftliches Problem sein.

 

Gefühlt kaufen/schauen 70% der Besucher nur nach Hoodies, Kappen, Stickern, Kalendern und Autopolituren der entsprechenden (Youtube)Protagonisten. Die verbleibenden 30% scheinen dann an krassen Folierungen oder Bling-Bling-Felgen für ihren Lambo, RS6 oder die G-Klasse interessiert...

 

Wenn man die Klamotten-Stände + die Autopolitur-Stände wegnehmen würde, fehlen min. 1-2 Hallen. Auch die Oldtimer-Hallen waren (zumindest am 2.12.) schlecht gefühlt. Vielleicht ist hier ein Überangebot an Oldtimer-Messen da und die Aussteller sind dann auch nicht mehr gewillt, nochmals eine weitere Woche bzw. 10 Tage außer Haus zu sein bzw. die Kosten zu tragen.

 

Ich bin auch noch ein "Oldschool-Tuner", der solche Messen immer gern besucht, allerdings vorrangig um über Neuheiten und Trends einen Überblick zu bekommen. Dafür ist es natürlich notwendig, dass möglichst viele Markt-Teilnehmer auch ausstellen, und nicht nur die größten/trendigsten. Das sehe ich aber nicht mehr, selbst der VDATev ist ja nur noch rudimentär vertreten, leider.

 

Man muß aber auch sagen ,dass es bei der TuningWorld Bodensee noch schlimmer war.

 

Und was mich auch noch nervt: die sog. "Achsbruch-Halle" braucht auch niemand. Ich weiß, es ist derzeit noch immer aktuell, dass man sein Auto auf den Boden legt. Aber so richtig neu und interessant ist das dann auch nicht mehr.

 

Das Einzig positive dabei: uns geht es noch so gut, dass viele sich ein Zweitauto nur für die Messen "halten", denn fahren ist damit ja meist nicht mehr.

05.12.2022 16:23    |    PIPD black

Wenn du dich über Neuheiten und Trends informieren willst, schaust du bei YT rein. Die teuren Messen „gönnen“ sich wohl die wenigsten. Da hat man mit YT mehr Erfolg und verdient auch noch Geld dabei.

05.12.2022 16:28    |    DaChefe75

@PIPD black: naja, Youtube sehe ich nicht als vernünftige Informationsquelle an. Und ich höre ungern Pfeifen beim schwadronieren zu.

Außerdem kommen die richtig interessanten Dinge dort nicht, erst recht nicht bei den Youtubern, die dafür Geld bekommen.

 

Manchmal muß man mit Leuten von den Firmen reden, um die Technik zu verstehen. Oder was neues zu entdecken, was nicht bei Youtube "besprochen" wird.

 

Es ist fast immer so, dass die wirklich guten Sachen nicht die sind, die ganz laut beworben werden...

05.12.2022 17:34    |    PIPD black

Wie du meinst. Abseits des Influenza-Mainstreams findet sich alles im Netz…..nur eben nicht mehr auf Messen, in Zeitschriften u. ä. Das ist halt der Wandel der Zeit. Und im Zeitalter der schnellen Denunziation ist es u. U. auch besser, eigene Entwicklungen vor der Öffentlichkeit verborgen zu halten. In Zeiten von Soko Autoposer, Strafen für Teilnahme an illegalem Straßenrennen, wenn man von der Ampel weg etwas stärker beschleunigt usw usf…..muss man sich über nix mehr wundern.

 

 

JP hat das in einen seiner Videos vor ein paar Wochen mal schön auf den Punkt gebracht: Tuning für die Straße macht keinen Spaß mehr. Entweder wissen andere alles besser, was tüvig ist oder nicht und zum anderen wird heute fast jegliche Eintragung von den Dorfsherrifs angezweifelt, weshalb er seine „Bastelbuden“ nun verstärkt ohne TÜV-Segen baut und damit alle Möglichkeiten hat.

 

Tuning hat sich mit der Zeit eben verändert und wird es auch weiterhin. Wie man das verfolgt, bleibt jedem selbst überlassen. Corona hat eben eindrucksvoll gezeigt, dass man leibhaftige Konferenzen und Messen NICHT mehr zwingend benötigt. Ausnahmen bestätigen die Regel.

07.12.2022 07:46    |    25plus

Die Bilder sind echt toll, ich war früher auch mal in Essen dabei. 2006 stellte sogar Daihatsu dort aus, da gab es dann auch bezahlbare Autos zu sehen. Überhaupt war früher vieles anders. In den 80er Jahren stellte Vestatec Front- und Heckschürzen, Seitenschweller und Heckspoiler für den Daihatsu Cuore her. Dann noch Nebelscheinwerfer, Alufelgen und eine Tieferlegung und das Ding fuhr mit seinen 600 kg und 40 PS wie ein Gokart. Ein paar Stufen darüber hatten die Tuningautos dann um die 100-150 PS, 200 PS war schon eher Oberliga. Aber auch Golf 2 mit 55 PS hatten meine Mitschüler um 2005 noch getunt und Spaß damit.

 

Heutzutage bedeutet "Tuning" oft, tödliche Waffen auf illegale Art noch tödlicher zu machen. Bei minutenlangen Burnouts und Drifts in den Innenstädten und Parkhäusern und extremen Beschleunigungsorgien (in 10 Sekunden sind viele dieser Autos heute auf knapp 200 km/h) - meist nachts zwischen 2 und 4 Uhr aber teilweise auch tagsüber mit Feuerwehreinsätzen aufgrund extremer Rauchentwicklung - da hört der Spaß doch wirklich auf. Auch wenn die Poser das Hobby Tuning in den Dreck ziehen, ist eine klare Grenze eben schwer zu ziehen.

 

Ja, früher ist jeder mal etwas schneller gefahren. Da waren selbst die Bundesstraßen noch frei und man konnte mit 120-140 km/h unbehelligt fahren. Und das fühlte sich mit den damaligen Autos sogar schnell an. Heute sind 50 % auf 80 km/h und weniger begrenzt, Baustellen gerne auf 50 oder 30 km/h. Gearbeitet wird dort 16 Stunden am Tag nicht. An jeder Kreuzung steht eine Ampel. Da staut sich bei vielen offenbar etwas auf. Wenn man dann die "Profis" auf Youtube sieht, die sich mit ihren getunten Autos nicht an die Regeln halten und damit auch so gut wie immer durchkommen, das möchten viele dann nachmachen.

 

Wo das endet (an Bäumen, Schildern, Verkehrsinseln oder anderen Verkehrsteilnehmern) sieht man regelmäßig und die Zahl der Verkehrstoten macht dieses Jahr wieder einen guten Satz nach oben. Autos sind so sicher wie nie zuvor, Konstruktionen aus den 90er Jahren, die bei Unfällen mit 60 km/h zusammenklappen wie Pappkartons, sind aus dem Alltag verschwunden. Nur hält der Mensch nur bestimmte Beschleunigungskräfte aus, das hat sich nicht geändert. Und da hilft nunmal nur eine hohe Kontrolldichte, um die krassesten Fälle von der Srraße zu bekommen.

 

Ich selbst fahre inzwischen mit Telematiktarif. Da wird jeder Tempoverstoß direkt erfasst und gespeichert. Man kann nur hoffen, dass das nicht als Konsequenz steigender Todeszahlen irgendwann zur Pflicht wird und die Verstöße sogar geahndet werden könnten. Die große Mehrheit der Autofahrer hätte dann nach kurzer Zeit keinen Führerschein mehr.

07.12.2022 10:09    |    PIPD black

Du wirfst da aber einiges durcheinander.

Die innerstädtischen Raserrennen - und unfälle passieren in der Mehrheit nicht mit irgendwelchen "Bastelbuden" sondern mit hochmotorisierten Mietwagen. Das hat mit Tuning 0,0 zu tun. Dass es in jeder Gruppe schwarze Schafe gibt, braucht man nicht zu schreiben. Aber das eine hat mit dem anderen nix zu tun. Die typischen Diskounfälle, wie es sie in den 90ern zu Hauf gab, sind längst Geschichte. Zum einen weil es die Dorfdissen nicht mehr gibt, zum anderen weil die Straßen inzwischen alle eingeplankt sind.

 

Die eklatante Steigerung der Verkehrstoten geht einher mit der Verbreitung der E-Bikes, wo sich Radfahrunfähige auf die Dinger werfen und meinen, sie könnten damit umgehen, dabei fehlen ihnen Koordination, Weitsicht und Reaktionsvermögen. In Autos sind diese Personen schon nicht leicht im Straßenverkehr zu ertragen (wobei sie da meist nur leichten Schaden anrichten, wenn sie vom Gas rutschen und im Schaufenster landen), auf E-Bikes geht das dann tödlich aus.

07.12.2022 10:31    |    DaChefe75

Hat jetzt auch eigentlich nix damit zu tun, wie es mit Automessen insgesamt weitergeht oder eben speziell der Motorshow.

 

Das da manches schiefläuft und neue Entwicklungen auch neue Probleme aufwerfen, die man vorher nicht hatte und auch nicht vorhersehen konnte, ist natürlich klar.

Ich glaube dennoch, dass wir in D die sichersten Straßen haben, und dass auch noch ohne Tempolimit :-)

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