Sat Apr 14 15:02:10 CEST 2018
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4, Caprice, Chevrolet, Diaries, WHALE
Auch wenn es einige Hardliner nicht so wirklich wahrhaben wollen, so bieten "moderne" Autos doch ein paar Vorteile. Neben Dingen wie Airbags, ABS und Einspritzungen hat die moderne Technik auch weitere Vorteile. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung hat Computertechnik nämlich durchaus dazu beigetragen Autos zuverlässiger und vor allem wartungsfreundlicher zu machen.
Glaubt Ihr nicht? Ich beweise euch das Gegenteil
Was bringt das jetzt dem durchschnittlichen Autoschrauber? Nun, Steuergeräte, Sensoren und der ganze andere Kram liefern nicht nur alle möglichen Werte die einem bei der Fehlersuche helfen können, sondern in einigen Fällen auch gleich einen eigenen Fehlercode der den Fehler entweder gleich ausspuckt oder zumindest eine Hilfestellung zur Fehlerbehebung gibt. Neuere Autos zeigen solche Fehlercodes nicht selten direkt im Display an.
Die Autos der späten 80er/frühen 90er sind da etwas simpler gestrickt. Einen wirklich einheitlichen Standard für die Onboard Diagnose gab es erst 1996 und so haben die Hersteller da alle mehr oder weniger Ihr eigenes Süppchen gekocht. Was macht man als Autoenthusiast wenn man die Möglichkeit haben will Daten auszulesen? Richtig, man besorgt sich das entsprechende "Werkzeug". Je nach Auto gibt es da mehrere Möglichkeiten. Für so gut wie jedes OBD II Auto gibt es mittlerweile günstige Stecker, Sender, Software etc. pp mit der man Fehlercodes auslesen kann. Was macht man aber in einem Fall wie meinen? 1992 gab es noch kein OBD II und damit auch keine günstigen Auslesetools. Jetzt kann man sich ein zeitgenössisches Diagnosetool besorgen das die Außmaße eines ausgewachsenen Nachttisches hat. Aber auch hier gab es damals schon Alternativen! Snap On beispielsweise hatte einen relativ kompaktes Scantool im Angebot, leider sind die gebraucht noch sauteuer! Mit 400€ aufwärts kann man für so ein Tool je nach Angebot schon rechnen und dann muss dieses nicht unbedingt komplett sein. Aber auch hier gibt es eine günstige Alternative. Findige Köpfe haben es sich zur Aufgabe gemacht entsprechende Computerprogramme zu entwickeln. Diese dienen quasi als Grundgerüst welches mit den Daten des jeweiligen Steuergerätes gefüttert wird.
Da auch ich gerne die Möglichkeit hätte die beiden Caprice auslesen zu können habe ich angefangen zu recherchieren. Der Snap On Scanner fiel wie gesagt schon alleine wegen des Preises heraus, einen richtigen Werkstattcomputer mit allen Kabeln hätte ich weder meinem Bankberater, noch meiner besseren Hälfte erklären können. Da ich noch einen Laptop herumliegen habe den ich so nicht mehr benötige kam mir die Idee den als Diagnoselaptop zu missbrauchen, so wie es viele Hobbyschrauber bereits tun. Ok, die Hardware hätte ich damit schon mehr oder weniger komplett. Jetzt fehlte mir nur noch ein passendes Kabel welches auch in meinen Caprice passt. Bis einschließlich 1995 (teilweise sogar noch einschließlich 96!) kamen bei General Motors die 12 Pin ALDL Kabel zum Einsatz. Leider ist das ein Kabel das nicht mal eben an jeder Ecke herumliegt, schon gar nicht mit einem USB-Anschluss welches das Kabel kompatibel zu einem handelsüblichen Computer macht. Meine Recherche förderte genau 2 Anbieter zutage die überhaupt irgendwie in die Nähe von "seriös" kommen. Wer eBay mit dem Begriff "ALDL Cable" füttert stolpert schnell auf die Firma "Red Devil River". Die Jungs haben sogar eine Website, allerdings ist die optisch in einer Zeit hängen geblieben in der mein Caprice noch ein junger Gebrauchter war. Nichts was großes Vertrauen weckt. Das selbe gilt für die Website des Herstellers "OBD Diagnostics Inc." bei denen ich dann schlussendlich bestellt habe. Der Grund dafür war das ich hier die Option auf PayPal Zahlung hatte und deren Stecker war preislich minimal günstiger. Mit allem drum und dran hat das Kabel jetzt 80€ gekostet. Ziemlich happig für ein Kabel, aber was will man machen wenn die einzige Alternative mal eben 5 mal so viel kostet und man sich so ein Kabel nicht mal eben selber zusammenschustern kann? Da geht man dann entweder das Risiko ein oder lässt es bleiben.
US typisch bekam ich bereits nach einer halben Stunde die Bestellbestätigung incl. der Nachricht das meine Sendung bereits auf dem Weg wäre. Gut 2 Wochen später flatterte dann auch schon der Brief vom Zoll ein,also ab zum Zoll und das Teil abholen. Nach dem öffnen kommt ein ordentlich verarbeitetes Kabel zum Vorschein. So wie das Kabel aussieht ist es mit hoher Sicherheit "handgemacht", also nichts was jetzt nach Industriestandard aussieht
Ich war gespannt ob es das Kabel auch tatsächlich tut, auch dafür gibt es im Netz ein Tool mit dem man testen kann ob das Kabel in Ordnung ist und ob es mit dem Laptop kommuniziert. In meinem Falle war es der GM ALDL OBD 1 Interface Tester, dieser stammt von den gleichen Köpfen die auch WINALDL gemacht haben. Wie man auf dem Bild sehen kann hat alles wunderbar funktioniert
Jetzt braucht man nur noch die Software! Hier hat man etwas Auswahl, da es alleine für die GM OBD I Modelle fast 20 Programme gibt. Die Bekanntesten bzw. sind wohl TunerPro, TTS Datamaster sowie WinALDL. Ich habe mir testweise mal TunerPro sowie WinALDL installiert. In diesem Artikel werde ich mich auf TunerPro RT beschränken, da WinALDL bei mir war die Rohdaten geliefert hat, ansonsten für mich aber eher nutzlos war da weder die Dashboard noch die Aufnahmefunktion funktioniert hat. Vielleicht auch nur eine Sache der Einstellung. Für TunerPro braucht es noch die passenden Dateien für das jeweilige Auto, da gibt es aber auf der Webseite schon ein bisschen etwas. An dieser Stelle sei die RT Version empfohlen, diese ist ebenso kostenlos bietet aber mehr Funktionen. Der Wermutstropfen ist dieses nervige Fenster beim Start welches man erst nach 10 Sekunden schließen kann. Abhilfe schafft da nur seine Version für gut 40$ zu registrieren. In Anbetracht der Tatsache das da jemand sehr viel Zeit und Hirnschmalz investiert hat kann man das schon ruhig machen, auch wenn man es wie gesagt nicht muss.
Wenn man die Software hat geht es an die Einrichtung. Hier wird es etwas komplizierter, da man für die jeweiligen Funktionen diverse Dateien als Basis benötigt. Diese Dateien haben die Endungen .bin, .xdf und .adx. Dies sind die wichtigsten Dateiformate mit denen TunerPro arbeitet. Die passenden Dateien findet man mit etwas Suche im Netz. Ich habe mir die passenden Dateien für meine B-Bodies beim Efi Board heruntergeladen. Wenn Ihr die Dateien ebenso für euren Caprice benötigt hier kurz die Dateinamen, dass sollte die Suche erleichtern:
$61-5.0-Auto.bin 61v2.xdf 61.adx
Für die Diagnose ist die XDF-Datei maßgeblich, der Rest wird benötigt falls Ihr vorhabt eure Steuergeräte neu zu programmieren. Falls Ihr dies vorhabt, ist darauf zu achten das Ihr ein Kabel habt welches diese Funktion unterstützt. Die meisten ALDL Kabel können dies nicht, was für mich nicht schlimm ist da ich wirklich nur auslesen möchte. Wer sich an die Reprogrammierung seiner Steuergeräte rantraut sollte wirklich wissen was er tut! Man hat dank TunerPro auch die Möglichkeit die Diagnosesessions aufzuzeichnen. Diese Dateien werden als XDL-Dateien gespeichert.
Wenn man jetzt die Dateien hat muss man diese nur noch in TunerPro laden. Für die Bin Datei geht Ihr dafür einfach nur auf den Reiter "File" und klickt auf "Open Bin". Der Rest des Einbindeprozederes sollte jeder hinbekommen der Windows einmal bedient hat
Für die XDF-Datei geht Ihr au den Reiter "XDF" (irgendwie logisch, oder?) und klickt auf "Select XDF". Um die ADX-Datei zu laden klickt Ihr auf den Reiter "Acquisition" und dann auf "Load Definition File". Jetzt habt Ihr alle Dateien in TunerPro eingebunden die ihr je brauchen werdet. Danach müssen noch ein paar Einstellungen vorgenommen werden damit TunerPro überhaupt Daten empfangen kann. Dazu klickt man auf den Reiter "Tools". Dort gibt es einen Menüpunkt namens "Preferences". Diesen einmal anklicken damit sich das Einstellungsfenster öffnet. Normalerweise sollte der Reiter "Data Acq./Emulation" bereits offen sein. Falls nicht, bitte einmal draufklicken. Jetzt solltet Ihr ein Fenster sehen auf dem Links ein Drop-Down Menü zu sehen ist neben dem "Interface Type" steht. Hier einmal bitte "Use Plug-in" wählen. Danach klickt ihr etwas weiter unten auf "Configure Plug-in Component". Hier wird der Com-Port wieder wichtig von dem wir vorhin sprachen. Geht sicher das euer Kabel eingesteckt ist und die Treiber erfolgreich installiert wurden. Ihr müsst im jetzt folgenden Fenster nämlich den Port angeben über den das Kabel läuft. Als "Port Type" gebt Ihr einfach "Standard Serial" an und bei "Port Number" eben den richtigen Com-Port. Auf beiden Laptops ist das der Com-Port 3, bei euch kann dies allerdings ein anderer sein.
Ist dies erledigt könnt Ihr zur Sicherheit den Testbutton oben anklicken. Jetzt sollte TunerPro eigentlich eine Bestätigungsmeldung ausgeben das alles ok ist. Falls nicht muss noch einmal geprüft werden ob Kabel und Treiber in Ordnung sind. Jetzt geht es dann so langsam ans eingemachte. Die wichtigsten Tools für die Diagnose sind das "Dashboard" und die "Data List Views". Diese kann man sich schon einmal aufrufen. Dies geht ganz einfach über die Buttonleiste unter den Reitern. Das Dashboard erkennt man schnell an dem roten Tachobutton, den Button für "Data List Views" findet man direkt rechts daneben. Jetzt sollte neben dem "Parameter Tree" (den Ihr nicht braucht wenn Ihr eure ECU nicht umprogrammieren wollt!) ein kleines Fenster erscheinen. Dieses vergrößert Ihr am besten entsprechend, macht das Ganze deutlich übersichtlicher! Jetzt habt Ihr einmal das Listenfenster und einmal das Dashboard geöffnet.
Als Dashboard solltet Ihr ein leeres Fenster mit 6 Kästchen sehen. Keine Angst, dass ist normal! Ihr könnt nämlich jetzt jedem dieser Kästchen eine bestimmte Anzeige zuweisen. In der Listenansicht habt Ihr dann alle verfügbaren Infos die euer Auto hergibt auf einen Blick, je nachdem was euer Auto so alles unterstützt kann das Ganze sehr unübersichtlich werden
Wir machen an der Stelle mal einen kurzen Sprung:
Mein Ersatzlaptop läuft dank eines guten Kumpels wieder und ich habe etwas Zeit. Ergo: Laptop raus, Software installieren und ab zum Auto! Zuerst muss man natürlich den Stecker in die dafür vorgesehense Buchse stecken. Den ALDL Anschluss findet man beim Caprice unter dem Armaturenbrett von der Mitte aus gesehen etwas linksbündig zum Lenkrad hin. Sobald die Zündung eingeschaltet ist kann der Rechner theoretisch die Daten empfangen, wobei es sich im Falle einer vernünftigen Diagnose natürlich empfiehlt den Wagen auch einzuschalten
Das war es im Groben und Ganzen auch schon! Wer eh schon einen Laptop hat bekommt so im günstigsten Fall für unter 100€ ein brauchbares Diagnosetool für seinen GM Youngtimer an die Hand.
Was man aus den Daten macht bleibt einem natürlich selber überlassen, jemand mit etwas Talent für Technik verlässt sich sowieso nicht alleine auf Fehlercodes. Fehlercodes geben nicht selten nur einen Hinweis auf den wahren Fehler, aber dieser Hinweis kann schon der Stupser in die richtige Richtung sein |
Mon Apr 02 21:05:45 CEST 2018
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4, Caprice, Chevrolet, Sheriff, Tales
Zuletzt hatten wir ja die Ventilschaftdichtungen, den Temperaturfühler und die Radlager und Dichtungen an der Hinterachse erneuern lassen. Da war allerdings noch ein Punkt der massiv störte und das war die schwammige Lenkung. Diese war wie bei vielen Amerikanern mit schwammiger Lenkung nicht etwa darauf zurückzuführen das die Amerikaner schlicht zu doof sind eine vernünftige Lenkung zu bauen, sondern schlicht auf ausgeschlagene Lenkungsteile. In unserem Falle ganz besonders der Umlenkhebel.
Das Auto fährt damit zwar noch, allerdings nicht wirklich gut und spätestens beim nächsten TÜV dürfte allein der Umlenkhebel so fertig sein das uns der TÜV die rote Karte zeigt. Auch ein Amerikaner sollte sich ohne 3 Meter Spiel lenken lassen. In unserem Fall war die Lenkung dann leider genau diesem Klischee entsprechend. Schwammig und mit einem mordsmäßigen Spiel gesegnet. Gut, kannte ich ja schon von meinem blauen und da ließ sich schnell Abhilfe schaffen
Da Motor und Getriebe mehr oder weniger mit Ihrem vollständigen Gewicht auf der Vorderachse lasten, verschleißen diese Teile besonders gerne und sind meist nach gut 100.000km ausgeschlagen. Dies mag jetzt nach einer großen Sache klingen, allerdings sind die Teile nicht wirklich teuer und der Aufwand hält sich in Grenzen da man an die Teile mit einer Hebebühne sehr gut rankommt. Da der Dollarkurs im Moment wieder etwas günstiger steht haben wir die Teile bestellt, wer weiß wie lange dieser Kurs anhält. Natürlich haben wir die Teile wie immer via Rockauto geordert
Wir haben uns in diesem Falle für die Teile von Moog entschieden und gegen die AC Delco Teile. Dies liegt daran das die Originalteile zum Bestellzeitpunkt leider nicht vollständig verfügbar waren und bei sowas wollen wir gerne alles vom gleichen Hersteller damit der Kram am Ende auch passt. Dazu muss man aber auch sagen das dies in unserem Falle überhaupt nicht schlimm ist. Moog genießt in Sachen Fahrwerksteile einen exzellenten Ruf! Preislich liegen diese auch nur unwesentlich unterhalb der Teile von AC Delco. Mit den richtigen Moog Teilen macht man nicht viel falsch.
Beim blauen Caprice hat diese Behandlung schließlich wahre Wunder bewirkt und ich bin heute noch begeistert wie toll sich der Wagen nach dieser Behandlung im Vergleich zu vorher lenkt. Gut, die Lenkung ist immer noch ultra leichtgängig aber das Spiel ohne das sich was tut ist komplett weg
Früher oder später erwischt es jeden B-Body, wer also das gleiche Problem kann sich hier anschauen welche Teile wir konkret für die Reparatur bestellt haben:
Idler Arm (Umlenkhebel): Moog K6187T Inner Tie Rod End (Innere Spurstange): Moog ES2020RLT Outer Tie Rod End (Äußere Spurstange): Moog ES2019RLT Tie Rod End Adjusting Sleeves (Spurstangenverbinder): Moog ES 2004S
Die Teile sollten auch bei den 77er-90er Modelljahren passen.
Wir vereinbarten mit ein paar Kumpels uns um Ostern herum in der Werkstatt unseres guten Freundes für die Reparatur zu treffen. Wenn es zeitlich klappen sollte würden wir auch noch ein paar andere Sachen wie die Stoßdämpfer machen die auch schon den einen oder anderen Monat bei uns herumliegen
Am Ende standen folgende Dinge auf unserer Liste die wir mitnehmen mussten:
- Poliermaschine, Pads, sämtlich Reiniger für den Innenraum, Eimer, eigentlich den gesamten Putzkram - Staubsauger
- Spurstangen und Umlenkhebel - Sämtliche Ersatzteile aus der Garage (Kerzen, Zündkabel, Zündverteiler, Stoßdämpfer, Haubendämpfer etc. pp) - Das ganze Equipment (Lautsprecher, Sirene etc.) - Lichtbalken
Da in das Auto ja auch noch zwei Menschen passen sollten, musste der Mii zuhause bleiben. Allein für den Lichtbalken braucht man eigentlich mindestens einen Full-Size Kombi, zumindest wenn die Rückbank dabei oben bleiben soll. Beim Mii dürfte es alleine schon an der Länge des Balkens scheitern, also musste der Wal dafür herhalten. Es sollte ja der ganze Rest auch noch ins Auto! Wir stopften den ganzen Kram also in den Kofferraum des Caprice. Ganz schön voll, aber seht selbst
Am nächsten morgen ging es sehr früh (irgendwas nach 4 Uhr morgens) in Richtung Süden. Bei der Gelegenheit konnten die neuen Birnchen im Caprice zeigen was Sie können. Ich hatte mir ja mal die Phillips X-Treme Vision in H4 gegönnt. Das Abblendlicht hat mich jetzt nicht zu Begeisterungsstürmen hingerissen, umso besser gefiel mir da schon das Fernlicht aber damit kann man ja leider nicht permanent herumfahren
Der Unterschied zu vorher ist deutlich spürbar. Nicht nur das der Leerlauf jetzt absolut sauber und ruhig ist, der Wagen zieht auch tatsächlich merklich besser als vorher. Da hatten sich wohl tatsächlich ein paar Pferde durch die defekten Ventilschaftdichtungen von der Koppel verdrückt. Jetzt sollte es aber endlich in die Werkstatt gehen.
Unsere To-Do Liste für Tag 1 sah wie folgt aus:
- Bestandsaufnahme - Wenn möglich Equipment verbauen - Lichtbalken montieren
Zu aller erst nahmen wir aber den Innenraum auseinander! Wir wollten schließlich bei der Bestandsaufnahme nach Kabelresten suchen die auf altes Equipment hindeuten. Also Sitze raus, Innenraumverkleidungen ab und den Gummiteppich ausbauen. Die Sitze sind relativ einfach zu entfernen, einfach die Schrauben vorne und hinten lösen und dann falls vorhanden die Kabel der Sitzverstellung ab. Den Sitz entsprechend zu verschieben erleichtert die Sache übrigens ungemein
Weiter ging es dann mit den Verkleidungen, diese sind nur verschraubt oder eingesteckt. Kannten wir alles schon von der Aktion mit der Haubenentriegelung. Danach entnahmen wir den vorderen Innenraumteppich, an den hinteren kam man jetzt auch vom Innenraum super ran. Der Innenraum wurde gründlich ausgesaugt da dort der Staub und Dreck der Jahrzehnte lag. Die "Teppiche" reinigten wir mit einer Bürste, der Snow Foamer und der Allzweckreiniger leisteten dabei gute Dienste
Danach waren die Sitze dran. Auch hier kamen wieder die Bürste und der Snow Foamer zum Einsatz. Danach kam der Nasssauger dran. Ihr wollt nicht wissen was für eine widerliche Brühe wir danach aus dem Sauger gekippt haben..........
Da das Wetter warm und sonnig war haben wir die Sitze zum trocknen rausgestellt. Dies dauerte dank dem Wetter auch nur 1-2 Stunden. Sehr schön
Meine Vermutung das die Spuren auf der Fahrerseite besser erhalten sind bestätigte sich. Ich konnte alle vorhandenen Linien erkennen und rekonstruieren. Das sollte bei der Erstellung der Decals helfen. Leider fehlt der Großteil des "Innenlebens" der Buchstaben da diese wohl nicht ausgeschnitten sondern einfach nur gedruckt waren. So konnten sich dann leider keine Schatten auf dem Lack absetzen, aber immerhin! In der Zwischenzeit wanderte wie angekündigt der Balken aufs Auto. Nach ein paar Anpassungsarbeiten und ein bisschen Gefummel saß er fest an seiner Position. Sieht schon echt schick aus! Gegen 2 Uhr morgens ging es dann fürs erste ins Bett, wir beschlossen am nächsten Tag weiterzumachen.
Am nächsten Morgen durchforsteten wir die Teilekiste und schauten was wir an dem Tag noch so alles schaffen könnten. Da meine bessere Hälfte gerne gegen Nachmittag wieder nach Hause wollte blieb nicht mehr für alles Zeit. Wir beschränkten uns auf die akutesten Baustellen, in dem Falle auf den Umlenkhebel und die Stoßdämpfer. Ursprünglich wollten wir die Spurstangen mitmachen, da wir aber feststellten das die alten nur minimalen Verschleiß zeigten und wir auch keine Möglichkeit hatten spontan die Spur einzustellen beließen wir es bei den alten.
So fingen wir mit den Stoßdämpfern an. Da der Wagen keinen ernsthaften Rost hat und an der Lenkung wohl auch schon einmal was passiert ist waren alle 4 Stoßdämpfer innerhalb einer guten halben Stunde getauscht. Normalerweise dauert die Aktion locker 2-3 Stunden da immer mindestens eine Schraube zickt. In unserem Falle aber nicht. Auf die Frage meiner besseren Hälfte was an den neuen Stoßdämpfern jetzt besser ist folgte eine beeindruckende Demonstration. Unser Kumpel stemmte sich mit seinem vollen Gewicht auf einen der alten und auf einen der neuen Dämpfer. Der alte gab viel schneller nach und nach 2-3 Versuchen blieb der alte einfach im eingefahrenen Zustand stecken! Was lernen wir daraus? Kauft keine billigen Stoßdämpfer! Bei der Begutachtung der alten Dämpfer stellen wir fest das die Dämpfer an der Hinterachse noch billiger waren als die an der Vorderachse. Gut das wir die getauscht haben. Jetzt fährt sich der Wagen definitiv besser. Danach kam der Umlenkhebel dran, auch das war innerhalb einer Stunde erledigt. Die Lenkung hat jetzt schon deutlich weniger Spiel als vorher, bei der Gelegenheit stellen wir fest das der Center Link auch mal neu gemacht werden könnte. Gut, ist auch so eine Caprice Krankheit. Ist auch kein großer Akt und kosten tut das Ganze (das Moog Teil kostet keine 40€) auch nicht viel. Kommt mit auf die Einkaufsliste!
Der Rest des Fahrwerks hat längerfristig auch mal eine Überholung verdient, da die Fahrwerksgummis auch schon nicht mehr so dolle aussehen. Ist jetzt aber auch keine große Überraschung, der Wagen ist immerhin 25 Jahre alt! Wenn wir an dem Wochenende eins festgestellt haben dann das der Wagen für sein Alter noch echt gut beisammen ist.
In der Zwischenzeit hatte ich mich daran gemacht die Hauptscheinwerfer mal zu polieren. Durch den Wüstenstaub waren diese leicht blind geworden. Ein mittleres Pad und das Swirl X verschafften Linderung. Danach war es an der Zeit die Achsteile abzuschmieren. Bei einem Teil musste ich soviel Druck anwenden das der Aufsatz des Schlauchs von dem Schmiernippel geflogen ist. Ende vom Lied: Meine Klamotten waren mit einer feinen Fettschicht benetzt. Nachdem die Nippel abgeschmiert waren ging baute ich den Innenraum wieder zusammen. Rückbank montieren, Gurte, Innenraumverkleidungen und der Teppich wanderten Stück für Stück wieder an Ihren angestammten Platz. Dabei machte ich mir die Mühe die Verkleidungsteile wieder einigermaßen gerade und bündig zu montieren. Beim abrüsten hatte man sich damit nicht allzu viel Mühe gegeben. Zum Schluss kamen dann die Vordersitze. Zu unserer Freude hatten wir bei der Demontage festgestellt das der Wagen vorne 3 Gurte hat
Als wir damit durch waren erfolgte noch mal ein kurzer Check aller Flüssigkeiten sowie eine Probefahrt durch meine bessere Hälfte. Während der Probefahrt bastelte ich schnell eine Geschwindigkeitstabelle für meine bessere Hälfte. Der Tacho zeigt ja nur Meilen an und die Tabelle sollte Ihr zukünftig eine große Hilfe sein zu wissen wie schnell Sie gerade fährt
Die Fahrt nach Hause war dann auch sehr entspannt und die Leute schauten den Wagen natürlich alle an. Ausgerechnet an diesem Tag waren auf der Autobahn sehr viele Streifenwagen unterwegs, einer bremste sogar extra auf der linken Spur ab um den Wagen von der Seite betrachten zu können
Unsere To-Do Liste an dem Auto sieht damit wie folgt aus:
Erledigt
Differentialöl getauscht und Dichtung erneuert Haubenzug erneuert Radlager hinten erneuert Umlenkhebel erneuert Ventilschaftdichtungen erneuert Verkabelung Temperaturfühler erneuert Wasserpumpe erneuert Stoßdämpfer erneuert
Damit wäre technisch eigentlich das schlimmste erledigt!
Zu machen wären damit noch:
Reifen (ein Satz guter Reifen wäre auf Dauer nicht verkehrt) Spurstangen (kommen bei Gelegenheit mal rein) Verkabelung (da braucht es Zeit für) Konsole Decals
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Tue Nov 21 19:31:53 CET 2017
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4, Caprice, Chevrolet, Sheriff, Tales
Die letzten Monate war es etwas still um unseren altgedienten automobilen Gesetzeshüter. Nun, dies lag zu meinen an der Saisonpause, andererseits daran das an dem Auto soweit nichts neues kaputt gegangen ist. Davon ab ist soooo viel spektakuläres auch gar nicht passiert. Der Wagen lief soweit wie immer, nichts ging mehr kaputt und der Wagen durfte als Hochzeitsauto einer guten Freundin herhalten
Pünktlich zur Winterpause stand bei dem Wagen nicht nur neuer TÜV an, sondern auch Ursachenforschung in Sachen Ölverbrauch auf dem Plan. Wir hatten während der Saison genug Gelegenheit mal zu schauen wann und unter welchen Umständen die Rauchschwaden aus dem Auspuff zustande kamen. Besonders stark fiel uns das in Karlsruhe auf als der Wagen viel im Stand lief. Das Qualmen passierte meist nur dann, wenn der Motor warm war und die Drosselklappe von "zu" in "auf" Stellung ging. Im Leerlauf nur wenn der Motor mehrere Minuten regungslos im Leerlauf irgendwo herumstand, beispielsweise auf der Rückfahrt von Karlsruhe als wir in einen heftigen Stau gerieten. Während der Fahrt gab es keinen Qualm und somit ließ sich das Problem schon ein bisschen einkreisen.
In Karlsruhe wurde uns von sogenannten "Experten" noch gesagt das der Motorblock hin sei (WTF?! Why?!
Das fiese: Die Symptome bei einem zerschossenen Kolbenring und einer kaputten Ventilschaftdichtung sind sich sehr ähnlich. Der Unterschied liegt im Detail! Bei kaputten Kolbenringen müsste der Motor permanent und besonders dann qualmen wenn man mal richtig das Pedal bis zum Erdkern durchtritt. Tat er aber überhaupt nicht, im Gegenteil! Ich hatte eher den Eindruck das die Abgase immer ölfreier wurden je heftiger man den Wagen trat
Er qualmte nur im Stand wenn die Drosselklappe zu war und mann dann losfuhr und selbst das hatte sich dann nach einmal rausrußen erledigt. Ich fuhr an einem Tag mal zu Testzwecken eine Testrunde hinter meiner besseren Hälfte hinterher. Ich gab Ihr Anweisungen was Sie mit dem Wagen mal alles machen sollte um zu schauen was der Wagen in diesen Situationen macht, darunter auch einmal auf der Autobahn richtig Gas geben. All dieses Tests waren bis auf die Ampelsituationen völlig unauffällig. Also blieben da ja eigentlich wirklich nur noch die Ventilschaftdichtungen übrig. Aufschluss kann hier eigentlich nur eine Kompressionsmessung (wobei auch hier nur bedingt) bringen welche in unserem Falle auch vor der Reparatur gemacht wurde um ganz sicher zu sein!
Da die Saison wie gesagt für den 9C1 vorbei war, beschlossen wir in der Werkstatt unseres Vertrauens die Ventilschaftdichtungen erneuern zu lassen. Da er für den TÜV eh schon einmal da war passte das ganz gut. Ein paar Wochen später sollte Operation Ventilschaftdichtung steigen. Leider hatte man festgestellt das sich eine der Simmerringe an der Hinterachse verabschiedet hat. Dies führt dazu das Öl vom Differentialgehäuse in Richtung Bremstrommeln wandert. Naja, wird dann gleich mitgemacht. Die Radlager waren wohl auch nicht mehr so tutti, ist aber alles ein Abwasch. Ich vermute mal das von dort auch die Geräusche von der Hinterachse kamen wenn der Wagen mal stärker beschleunigt hat.
So fingen die Jungs an den Wagen zu reparieren. Die Werkstatt hielt meine bessere Hälfte auf dem laufenden. Die Jungs fingen mit dem Check der Zündkerzen an. 2 waren etwas verkokelt und die anderen waren ölig. Hmmm, soweit so blöd, wäre aber in Anbetracht der Ventilschaftdichtungen wie gesagt auch nicht sonderlich ungewöhnlich. Danach stand der Kompressionstest an. Dieser ergab keinerlei Auffälligkeiten. Alle Werte lagen bei mindestens 10 Bar (was in Anbetracht von Alter und Laufleistung noch echt stramm ist!), von zerschossenen Kompressionsringen kann hier also keine Rede sein. Damit war auch die Werkstatt der Meinung das es mit hoher Wahrscheinlichkeit mit neuen Schaftdichtungen bereits getan ist.
Laut Service Manual sollte die Kompression nicht unter 689 kpa (6,89 bar) liegen. Ebenso sollte der Wert des "schlechtesten" Zylinders nicht unterhalb von 70% des Besten liegen. Da auch dies nicht nicht der Fall war (dafür hätte mindestens einer der Zylinder bei gut 8,5 Bar liegen müssen), konnten wir also von einem relativ gesunden Motor ausgehen.
Jetzt könnte immerhin noch ein Ölabstreifring hin sein, da man diese bei der Messung nicht zwangsläufig erwischt. Nach Betrachtung der Werte war dies allerdings eher unwahrscheinlich. Somit war der nächste Schritt klar: Ventildeckel ab, Stößel weg und Schaftdichtungen prüfen. Nach der Demontage fielen den Mechanikern dann 2 kaputte Ventilschaftdichtungen in die Hände. Damit waren die Übeltäter wohl gefunden, aber noch ist nicht aller Tage Abend. Wer weiß ob da nicht noch mehr lauert und die Schaftdichtungen nur ein Problem von vielen war?
Gute 2 Tage später war der Wagen fertig und das Ergebnis stand fest. Es waren doch nur die Schaftdichtungen! Die Werkstatt machte mehrere Probefahrten um ganz sicher zu sein. Ergebnis: Keinerlei Rauchentwicklung mehr und der noch vorher etwas zitterige Leerlauf in D-Stellung hat sich jetzt auch normalisiert
Damit hat sich die Reparatur doch schon gelohnt und der Wagen kann rauchfrei in die nächste Saison starten
Wir können es kaum erwarten den Wagen zum Saisonstart wieder abzuholen um das Ganze selbst mal auszutesten
Damit Ihr auch was davon habt, haben wir die Videos für euch extra hochgeladen
Das war allerdings noch nicht alles. Da wir natürlich den Wagen irgendwann mit den richtigen Decals sehen wollen habe ich einen Entschluss gefasst. Da scheinbar niemand in der Lage oder Willens ist und die Decals anzufertigen müssen wir es jetzt selber machen. Dafür werde ich mir das passende Vector Programm besorgen und mich da mal einfuchsen. Weihnachten steht vor der Tür uns bis zum Urlaub ist es auch nicht mehr so lange
Hier mal ein kurzer Abriss was bereits gemacht wurde und was noch zu machen ist.
Gemacht:
Wasserpumpe getauscht Neues Kühlmittel Ventilschaftdichtungen Simmerring an der HA neu abgedichtet IAC Valve Haubenzug
Zu machen:
Umlenkhebel (der ist leider nicht mehr der beste, weshalb die Lenkung auch extrem indirekt ist) Spurstangen (sind laut TÜV noch nicht fällig aber wenn man den Umlenkhebel schon macht.......) Reifen (sobald ich einen vernünftigen Satz Straßenreifen finde der mich überzeugt kommen da die richtigen drauf!) Schweller mit Fluid Film fluten (Kinderspiel!) Lautsprecher (vielleicht, kommt wohl auch auf die Lust meiner besseren Hälfte an) KYB Dämpfer einbauen Zündung erneuern (was ja dank der Reparatur nicht mehr wirklich nötig ist)
Die Sachen die jetzt noch auf der To-Do Liste stehen dürften an einem Nachmittag "with a little help of our friends" erledigt sein
Bedenkt man das Alter und die Historie des Wagens so sind die Sachen die bisher angefallen sind erfreulich marginal. Klar, mit einem Neuwagen konkurriert der Wagen in der Hinsicht nicht aber wenn ich mal dran denke was andere schon in Autos gepumpt haben die nicht einmal halb so viel mitgemacht haben.......... |
Wed Nov 01 17:21:24 CET 2017
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4, Caprice, Chevrolet, classic, Diaries, WHALE
Nein, ich werde im Rahmen dieses Blogs keine anzüglichen Lack & Leder Witzchen machen, auch wenn der geneigte Leder beim Lesen der Überschrift vielleicht genau daran gedacht hat
Die Lederausstattung im Caprice ist noch sehr gut erhalten. Damit dies so bleibt, ist es unumgänglich die Sitze regelmäßig zu pflegen. Da die letzte Lederpflege auch schon wieder 2 Jahre her ist war es höchste Zeit hier mal wieder was zu tun. Speziell für diesen Zweck beschloss ich mich noch einmal ein wenig umzuschauen was es so an Mittelchen zur Pflege gibt. Hängengeblieben bin ich dann am Meguiars Ultimate Leather Balm.
Der erste Eindruck
Das Zeug kommt in einer ungefährt faustgroßen Dose und ist von der Konsistenz eher fest und wachsartig. Es riecht auch angenehm nach Wachs mit einem Hauch von Vanille. Erinnert mich an meine geliebten Bourbons, also gibt es in der Kategorie schon einmal einen Gummipunkt
Einsatzgebiet
Das Einsatzgebiet sind natürlich vornehmlich die Ledersitze, aber auch die Kunstlederintarsien an den Türoberkanten. Diese werden sehr schnell und gerne nass wenn man das Fenster bei schlechtem Wetter mal öffnen muss. Die Folge sind meist hässliche Wasserflecken die man so einfach nicht rausbekommt. Hier erhoffe ich mir vom Meguiars zumindest etwas Linderung. Legen wir also mit der Verarbeitung los. Solche Arbeiten sind perfekt für langweilige Sonntagnachmittage, alternativ bieten sich auch langweilige Feiertage dafür an
Verarbeitung
Die Verarbeitung ist wirklich einfach. Im Paket wird ein passender Applikatorschwamm mitgeliefert mit dem sich das Pflegemittel ganz gut verteilen und verreiben lässt. Wie bereits angedeutet kann und sollte man das Zeug sparsam anwenden. Es reicht bereits wen man den Applikator sanft in die Dose tunkt. Selbst ich habe nur sehr wenig von der Dose verbraucht und ich habe im Vergleich zu den meisten europäischen Autos relativ große Sitzbänke zu versorgen
Da ich bei der Suche nach dem Mikrofasertuch plötzlich über die verschollen geglaubte Flasche mit der Gummipflege gestolpert bin habe ich die Gelegenheit genutzt und endlich mal die Türgummis damit bearbeitet. In der Zeit hat das Leder Balmsam auch ein bisschen Zeit zum wirken
Fazit
Das Meguiars aus der Dose macht seine Sache meiner Meinung nach ganz gut. Das Mittel ist unter anderem auch als Lederreiniger beschrieben, allerdings ist die Reinigungsleistung doch eher schwach. Man sieht zwar durchaus Schmutzreste auf dem Schwamm, allerdings hätten sich diese mit einem feuchten Lappen wohl genauso entfernen lassen. Ich sehe das Ultimate Leather Balm eher als Lederpflege und Schutz und das macht es meiner Meinung nach ganz gut
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Tue Oct 31 17:28:43 CET 2017
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4, Caprice, Chevrolet, classic, Diaries, WHALE
Eine der Punkte auf meiner vermutlich nie enden wollenden To-Do Liste waren die Lautsprecher. Schon bei Kauf war der Lautsprecher in der Fahrertür so tot wie Disco. Der Lautsprecher in der Beifahrertür war auch nicht viel besser, da er schon zu Beginn eher durch Arbeitsverweigerung glänzte. Ist aber mittlerweile egal, da auch er mittlerweile ebenso tot ist wie besagte Musikrichtung ein paar Sätze weiter oben. Nun waren nur noch die hinteren beiden Lautsprecher für die Belustigung des Königs zuständig und fürs erste reichte mir das auch. Es gab genug andere Baustellen! Nun bin ich aber an einem Punkt wo schon so viel Zeit vergangen ist und so viel an dem Wagen gemacht wurde das der Lautsprecher hinten auf der Fahrerseite jetzt ebenso den Dienst verweigert. Da sich auf einem Bein bekanntlich schlecht stehen lässt und der Last Man Standing auf der anderen Seite auch nicht mehr so dolle klang war der Entschluss endgültig gefasst: Du besorgst dir endlich mal neue Lautsprecher!
Leichter gesagt als getan. Zum einen wollte ich nicht irgendeinen Kram kaufen und zum anderen möchte ich es natürlich so original wie möglich halten. Was macht man also? Man sucht nach originalen Lautsprechern. Allerdings werden die Lautsprecher für den Caprice natürlich nicht mehr neu angeboten
Also begann ich mich etwas schlau zu machen. Was passt am besten zu meinem Serienradio? Was erwarte ich von den neuen Lautsprechern? Was müssen die Lautsprecher können? So fing ich an mich etwas in Sachen Car Hi-Fi schlau zu machen. Wie gut wenn man da zwei Spezis an der Hand hat denen man damit den ganzen Tag auf den Sack gehen kann
An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an alle die mir weitergeholfen haben, besonders Niclas, Joshi und Tecci!
Nach meiner Recherche war mir in ungefähr klar wohin die Reise gehen muss. Sehen wir es realistisch: Sauteure Superlautsprecher an das Radio anzuklemmen wäre wie Perlen vor die Säue zu werfen. Also musste ich rausfinden was das Radio überhaupt an Leistung bringt. Leichter gesagt als getan! Das Service Manual gibt dazu überhaupt keine Info raus, außer das die Lautsprecher 10 Ohm haben. Tolle Info die mir nur nichts bringt. Eine interessante Info hielt das Service Manual dann aber doch für mich bereit. Scheinbar hatten die Caprice sobald man das Kassettenradio orderte einen kompletten Satz Breitbandlautsprecher spendiert bekommen die wohl besser sind als die Standardlautsprecher des Basisradios. Nette Info, aber auch das brachte mich meinem eigentlichen Ziel nicht weiter. Während meiner Recherchen stolperte ich über ein Internetforum in dem ein User behauptete das ca 80% aller ACDelco Radio ab den 90ern mindestens 4x50W liefern. Für ein Serienradio aus den frühen 90ern erschien mir das etwas viel. Im Hi-Fi Forum wurde ich dann aufgeklärt das dies eher nicht realistisch ist. Ich persönlich hatte aus dem Bauch heraus mal auf 4x20W im besten Fall getippt, ein Freund von mir aus dem hohen Norden der sich ebenfalls viel mit den B-Bodies beschäftigt tippte eher auf maximal 4x10W.
Ich setzte also maximal 4x20W als Obergrenze für meine Lautsprechersuche an. Danach ging es an die Größen! Der Caprice hat Lautsprechergrößen die in Europa längst out sind. Vorne sind 4x6" und hinten 6x9" Lautsprecher verbaut. Diese ovalen Lautsprecher gibt es allerdings nicht mehr bei allen Herstellern. Nach ein bisschen stöbern stolperte ich auf der Alpine Seite über die Einsteigerserie, die E-Serie, die laut Alpine als Ersatz für OEM Lautsprecher gedacht ist. Diese gab es sogar in meiner Größe. Kurz den Preis gecheckt, für günstig befunden. Ergo: Genau das was ich suche! Gesagt, getan, gekauft
An dieser Stelle ein paar Details zu den Lautsprechern. Ich habe jeweils einen Satz Alpine SXE 4625 und einen Satz Alpine SXE 6925 besorgt. Im Gegensatz zu den originalen Lautsprechern haben wir es hier nicht mit Breitbandlautsprechern sondern mit koaxialen 2-Wege Lautsprechern zutun. Eine leichte Klangverbesserung dürfte also zu erwarten sein, auch wenn dies nicht das Hauptziel ist! Wir erinnern uns, hautpsächlich sollen alle 4 wieder zusammenarbeiten
Die vorderen Lautsprecher haben eine Leistung von 20W RMS, die hinteren eine Leistung von 45W RMS. Für meine Zwecke mehr als ausreichend. Dazu kommen die Lautsprecher in einem netten silberfarbenen Finish, auch wenn ich davon nichts habe sobald die Dinger einmal eingebaut sind. Das ist aber auch wieder ein Vorteil, so kommen die Lautsprecher nicht mit der originalen Optik in Konflikt. Von der Größe der kleinen Lautsprecher war ich etwas enttäuscht, hatte ich doch erwartet das diese etwas größer sein. Dafür waren dann die hinteren Lautsprecher deutlich größer als ich erwartet hatte!
Hier sind die Dinger auf der Herstellerseite:
https://www.alpine.de/p/Products/SingleView/SXE-4625S
https://www.alpine.de/p/Products/SingleView/SXE-6925S
Jemand der nicht audiophil ist und einfach nur alte oder kaputte Lautsprecher austauschen möchte wird hier für einen guten Preis fündig. Beide Sätze haben mich keine 70€ gekostet, ich denke das ist wirklich günstig für "Markenware". Das es deutlich bessere Systeme gibt sollte klar sein. Wer wirklich vorhat den Klang seines Systems nachhaltig und vor allem gewaltig zu steigern wird um ein neues Radio, eine Endstufe und vernünftige Lautspecher nicht herumkommen, aber das ist wieder ein komplett anderes Thema. Damit solltet Ihr euch entweder an das Hi-Fi Forum hier auf MT oder an den Hi-Fi Profi des geringsten Misstrauens wenden!
Wer wie ich lediglich eine "Reparatur" vornehmen möchte ohne dabei allzuviel im originalen Soundsystem herumzupfuschen ist hier goldrichtig. Sicherlich gibt es auch in dem Bereich höherwertigere Alternativen, aber da ist halt auch immer die Frage was das Radio kann und was wirklich Sinn macht
Solange es passt und funktioniert soll es mir egal sein wie groß die Dinger sind
Also ab auf die Rückbank und die erste Abdeckung auf der Hutablage entfernt. Das geht relativ einfach, ist die Abdeckung doch lediglich mit 5 Klippsen in die Hutablage eingesteckt. Wenn man da etwas Vorsicht walten lässt kann gar nichts kaputt gehen. Danach ist schon der Lautsprecher an der Reihe. Dieser ist mit vier 7er Schrauben gesichert. Da die Nuss wegen des nicht vorhandenen Platzes zwischen Schraube und Lautsprechergehäuse an mindtestens einer Stelle nicht passte war etwas Gefummel angesagt. Mit der Hilfe einer Spitzzange und eines 7er Maulschlüssels kann man das Ganze aber soweit nach oben bewegen das die Nuss greifen kann. Danach kann man den Lautsprecher rausziehen.
Beim Abgleich zwischen altem und neuen Lautsprecher stellte ich die erste Überraschung fest:
Die Anschlüsse am neuen Lautsprecher waren anders. Was tun? Einfach direkt am Kabelbaum irgendwelche Stecker abschneiden wollte ich nicht. Nach kurzer Rücksprache mit meinen Audio Spezis kam mir dann die Idee:
Am alten Lautsprecher war ein Stecker der auf der anderen Seite in sein Gegenstück am Kabel Richtung Radio hängt. Warum also nicht den alten Stecker vom Lautsprecher wiederverwerten? Die Kabel am Stecker waren lang genug als das man Sie via Kabelschuhen an den neuen Lautsprechern anbringen kann. Also ran ans Werk. Alten Stecker vom Lautsprecher lösen, schnell die beiden Kabelenden am Lautsprecher gekappt und diese dann mit 2 Kabelschuhen verschönert. Mann war ich froh das ich am Ende 2 verschiedene Packungen mit Kabelschuhen besorgt hatte da ich nicht wusste welche Größe ich tatsächlich brauchen werde. Tatsächlich brauchte ich genau die beiden Größen die ich gekauft hatte. Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn
Nachdem ich Kabelschuhe, Kabel und Lautsprecher miteinander verheiratet hatte baute ich alles wieder zusammen. Danach ging es direkt an die andere Seite. Hier gabs die gleichen Probleme und die gleichen Lösungen, weshalb der zweite Lautsprecher deutlich flotter ging. Ok, machen wir doch mal einen kurzen Soundcheck! Ergo: Batterie wieder angeklemmt, Radio wieder an und mal reinhören. Joa, das klang schon ganz ok. Der Empfang war leider schlecht aber zumindest werden wieder beide Lautsprecher vernünftig angespielt. Leider scheint die Adapterkassette etwas auf Kriegsfuß mit meinem Smartphone zu stehen, weshalb die Fahrerseite nicht sauber angespielt wird sobald ich die Musik via Adapter auf die Anlage gebe. Im Radiobetrieb herrscht das Problem nicht. Vielleicht probier ich es doch noch einmal mit einem FM Transmitter, wenn das auch nicht klappt klemme ich mal einen alten MP3 Player an beides und schaue mal ob sich dann etwas verbessert. Irgendwie werden wir beide Seiten schon sauber mit Konservenmusik zum laufen bekommen
Nach dem kurzen Test wagte ich mich an die vorderen Lautsprecher. Dafür müssen leider die Türpappen ab. Die Anleitung war leider nicht die detaillierteste und so haben die ersten Schritte extrem lange gedauert. Man merkt schon das so ein Service Manual eher auf erfahrene Schrauber abzielt. Zwischendurch musste mein Kumpel Hendrik immer wieder für blöde Fragen herhalten
Fahrerseitig wären das die beiden Kabel für die Sitzverstellung sowie der Stecker für die Fensterheber. Danach schraubt man am besten den unteren Türgriff ab da man so besser an den oberen kommt. Beides ist mit 2 Kreuzschrauben gesichert. Ist beides demontiert kann man gleich mit der Holzleiste weitermachen in der sich die ZV sowie die Spiegelverstellung befinden. Auch hier ist das meiste nur eingeklippst. Danach noch eine Schraube hinter dem Türgriff lösen und schon kann man das Ganze im Prinzip abnehmen. Dabei bitte aufpassen. Scheinbar ist die Leiste von hinten mit Plastiknieten versehen die beim entfernen natürlich abbrechen. Anders kommt man allerdings nicht an die Verkabelung ran, also muss man da durch. Bei mir war da scheinbar schon mal jemand dran, schlimmer kanns also nicht werden. Der Verstellschalter der Spiegelverstellung ist mit einer winzigen 2er Imbussschraube gesichert. So einen kleinen Imbus hatte ich natürlich nicht, also wieder zum Baumarkt gefahren
Wieder zurück konnte die Schraube dann endlich gelöst werden. Danach kann man sich im Prinzip über die Türpappen hermachen. Ich wurde ich schon vorgewarnt das man die Pappen wohl nur mit einem speziellen Werkzeug vernünftig rausbekommt das sonst die Klippse in jedem Falle unrettbar abbrechen werden. Kurze Bestandsaufnahme ergab: Sollte ich wohl nicht einfach mit einem Schraubenzieher probieren. Da ich keine Ersatzclips hatte und auch das benötigte Werkzeug sich nicht in meinem Fundus befand ging es WIEDER ab zum Baumarkt. Erste Station war der Bauhaus, aber der hatte das Werkzeug nicht. Nächste Station war der Obi ein paar km weiter aber auch der hatte nichts. Aussage des Mitarbeiters: "Sowas hatten wir mal vor Jahren im Sortiment, aber heutzutage nicht mehr"
[bild=24 ]So fuhr ich unverrichteter Dinge wieder nach Hause. Ich beschloss fürs erste aufzuhören und stattdessen einfach das passende Werkzeug zu bestellen. Internet + Expressversand = Ein glücklicher Dynamix. Danke, Amazon! Das Werkzeug sollte 2 Tage später (Wochenendbestellung!) kommen, also ließ ich es wie gesagt erst einmal dabei bewenden.
Abends entschlossen wir spontan noch etwas einkaufen zu gehen, dafür musste dann der Caprice herhalten. Eine kurze Hörprobe durch meine bessere Hälfte führte gleich zu der Frage ob das in Ihrem auch geht
Am nächsten Tag machte ich mich daran die Beifahrerseite entsprechend vorzubereiten damit die Arbeit sobald das Werkzeug da ist deutlich schneller geht. Die Demontage der Schalter auf der Beifahrerseite ging dieses mal deutlich einfacher. Zum einen sind nicht dort nicht so viele Schalter (was weniger Stecker und Kabelbäume nötig macht) verbaut und zum anderen hatte ich ja jetzt schon etwas Übung. So hatte ich beides nach vielleicht 15 Minuten demontiert. Damit war das Wochenende also erst einmal gelaufen. Ab jetzt hieß es warten!
Am späten Montagnachmittag kam dann der Hermes Bote mit den Werkzeugen an. Ich hatte auf eine Lieferung am Vormittag gehofft, so hätte ich das Zeug schon einmal ausprobieren können. Da es aber schon dunkel wurde sparte ich mir es spontan zu versuchen. Schließlich gibt es ja noch 2 Feiertage die dafür genutzt werden können. Ich schaute mir stattdessen einmal die Werkzeuge genauer an um mich mit den verschiedenen Hebelwerkzeugen vertraut zu machen.
Heute ging es dann endlich los! Die neuen Werkzeuge geschnappt und ab zum Auto. Dank der Bilder die ich von Hendrik bekommen hatte konnte ich die Befestigungsstellen gut lokalisieren. 2 Sind jeweils an den Seiten und 2 unten. Einmal mit den Hebelwerkzeugen in die Klipse rein und dann vorsichtig aber mit Kraft hebeln. Wenn man nicht zu rabiat ist gehen die Clipse raus ohne das man Sie abbricht. Tatsächlich ist kein einziger abgebrochen und auch die Türpappen haben es ohne Schaden überlebt
Die Turpappe ist danach nur an der Oberkante noch in die Tür eingehängt. Es empfiehlt sich dafür die Fenster nach unten zu fahren, ansonsten macht man es sich nur unnötig schwer. Ist das geschafft muss man das Ganze nur einmal nach oben drücken und schon liegt das innere der Tür vor einem. Der Lautsprecher ist leicht zu lokalisieren und mit wenigen Schrauben befestigt. 3 Schrauben halten den Lautsprecher in seinem Plastikkorb und auch der Plastikkorb ist nur mit 3 Schrauben befestigt. Beim ausbauen stellte ich fest das ab Werk vorne schon 2-Wege Koaxiallautsprecher verbaut waren. Damit hatte ich nicht gerechnet, rechnete ich doch mit irgendwelchen Breitbändern. Ich werde dann wohl doch mal die hinteren Lautsprecher aufschneiden um zu sehen ob das auch 2-Wege Koaxiallautsprecher sind. Somit habe ich aber wohl genau die richtige Wahl beim Ersatz getroffen ohne es zu wissen
Weiter im Text:
Danach, wie schon hinten ,die Kabel des alten Steckers soweit wie möglich am alten Lautsprecher abschneiden, Kabelschuhe dran und dann ab damit an die neuen Lautsprecher. Das Ganze dann nur noch auf der Beifahrerseite und wir haben alle 4 Lautsprecher getauscht. Kurzer Zwischencheck ergab das die Lautsprecher vorne laufen, also waren es glücklicherweise wirklich nur die Lautsprecher und keine kaputten Kabel
Danach den ganzen Kram wieder zusammenbauen und glücklich sein
Nach einer gut einstündigen Fahrt bin ich fürs erste zufrieden. Die Anlage spielt wieder auf allen 4 Lautsprechern und der räumliche Eindruck ist selbstverständlich tausend mal besser als vorher. Irgendwo auch klar bei 3 kaputten Lautsprechern! Man merkt aber schon das gerade die hinteren Lautsprecher stark zum Raumgefühl beitragen was bei vielen Autos eher nicht der Fall ist. Nimmt man die hinteren Lautsprecher weg (ja, mein uraltradio kann sowas!) merkt man sofort das der Druck fehlt. Mit allen 4 gleich verteilt klingt es am ausgewogensten
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Sun Oct 15 18:29:58 CEST 2017
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4, Caprice, Chevrolet, classic, Diaries, WHALE
Schon seit Jahren wollte ich mal die Schweller meines Caprice versiegeln. Besonders die untere Kante der B-Säule ist so eine Stelle die beim Caprice gerne mal durchrostet wenn man nicht aufpasst. Gut, davon wusste ich schon vorm Kauf des Wagens. Der Rest des Wagens ist dank beidseitig verzinkter Bleche für ein Auto aus der Zeit erstaunlich rostresistent, da rostet so manches deutsche Premiumautomobil aus der Zeit deutlich schlimmer. Wer einen Mercedes, BMW oder VW aus den 90ern hat wird mir zustimmen
Verglichen mit einem modernen Auto rostet der Caprice natürlich stärker. Ein Hoch auf die gestiegene Blechqualität!
Damit ich auch bis zum H-Kennzeichen von Rost verschont bleibe habe ich mir vor 2 Jahren eigentlich mal vorgenommen zumindest die Schwachstelle Schweller mit Wachs zu konservieren. Bis jetzt habe ich das allerdings vor mir hergeschoben. Da ich die letzten Wochen Urlaub hatte habe ich mir vorgenommen das Ganze endlich mal in Angriff zu nehmen. Heute gab es dann keine Ausreden mehr. Die bessere Hälfte ist aus dem Haus, das Wetter ist bombig, ich habe eh nix vor und das ganze Zeug welches ich für diesen Zweck gekauft habe vegitiert schon seit gut 3 Wochen in meinem Arbeitszimmer vor sich hin. Ergo: Ran ans Werk!
So hatte ich wenigstens eine gute Ausrede den Wagen mal wieder zu bewegen
Danach ging es dann aber wirklich los
Zuerst einmal eine kurze Auflistung der von mir verwendeten "Materialien":
4x Fluid Film AS-R in der 400 ml Dose 1x Sonde für Sprühdosen, in 3 Richtungen strahlend 1x Aufsatz mit Griff für Sprühdose (man sieht auf den Bildern was ich meine) 1x Endoskop Kamera für das Smartphone
Alles zusammen hat mich keine 100€ gekostet, wenn ihr einen Youngtimer habt und wisst das er bestimmte Schwachstellen hat dann gönnt Ihm die Behandlung. Das Ganze ist auch nicht sonderlich schwer wie Ihr gleich sehen werdet. Beim Caprice ist das Ganze sogar ziemlich einfach da man um an die Schweller ranzukommen lediglich eine Plastikleiste abschrauben muss. An jedem Einstieg gibt es eine davon, vorne 2 lange und hinten 2 kurze. Macht Summa Summarum 4 Leisten die abgenommen werden müssen. Die vorderen sind mit 2 Schrauben oben und 3 Schrauben seitlich gesichert. Zusätzlich ist ganz vorne noch eine Plastikschraube mit der die Leiste an die Karosserie gesteckt wird. Die kann man einfach rausziehen. Dabei sollte man vorsichtig sein um das Ganze nicht einfach abzubrechen.
Hinten geht es nach dem gleichen Prinzip weiter, nur das hier noch weniger Schrauben warten. Hier sind es ingsgesamt lediglich 3 Schrauben, eine oben, zwei an der Seite.
Hat man den ganzen Kram erst einmal demontiert sieht man auch schon einige Löcher im Schweller die groß genug sind um die Sonde und das Endoskop einzuführen. Zuerst einmal habe ich mit der Kamera mal in die Schweller reingeschaut um zu sehen ob nicht bereits eine böse Überraschung auf mich wartet. Wider erwarten sah der Schweller von innen deutlich besser aus als erwartet. Aufgrund erster Rostspuren am äußeren der B-Säule ging ich schon vom schlimmsten aus. Allerdings sagte die Sonde etwas völlig anderes. Also war ich noch nicht zu spät!
Kurzer Einwurf an der Stelle:
Wie man an den Bildern unschwer erkennen kann habe ich für die Kamera die App "Camara Fi" genutzt. Diese gibt es kostenlos und ist vermutlich noch eine der besseren Apps für diese Art Kamera. Auch Camera Fi ist nicht perfekt, aber für meine Zwecke war es ausreichend. Man kann Bilder und Videos damit aufnehmen, ich denke das reicht völlig aus.
Das Handling der Kamera ist gar nicht mal so einfach wenn man mal im Schweller ist. Ich denke das ist einfach nur Übungssache.
Weiter im Text:
Nach der Bestandsaufnahme mit der Kameria, bereitete ich gleich die erste Dose Fluid Film vor. Erst den Sprühkopf mit der Sonde anbringen und dann den Griffaufsatz direkt hinterher. So kann man die Dose besser halten und die Sprühstärke besser dosieren. Man führt also die Sonde in den Schweller ein, schiebt Sie soweit durch wie es geht und lässt das Ganze einfach laufen. Fluid Film AS-R ist relativ dünnflüssig. Somit lässt sich das Ganze relativ gut verarbeiten. Dafür hält es auch "nur" 4-6 Jahre und das auch nur in geschlossenen Umgebungen wie den Schwellern. Für mich allerdings kein Problem. Nachdem ich heute selber ausprobiert habe wie einfach das Ganze ist habe ich kein Problem damit das alle paar Jahre mal neu zu machen.
Das Prozedere habe ich bei jedem Loch in den Schwellern wiederholt und versucht wirklich jede Ecke irgendwie abzudecken. Wie man auf den Bildern erkennen kann habe ich nicht alle Stellen erwischt, allerdings ist ein schlechter Korrosionsschutz immer noch tausend mal besser als gar keiner. Der Grund für die nicht ganz gleichmäßige Verteilung liegt an der mitgelieferten Sonde für den Sprühkopf. Diese sprüht in 3 Richtungen. Da man die Sonde nicht mal eben drehen kann sobald man im Schweller ist erwischt man natürlich nicht jedes Stückchen Blech. Kleiner Tipp: Besorgt euch am besten so eine 360° Sonde. Die gibt es auch für Sprühdosen und diese haben einen kleinen Metallkopf am Ende mit vielen feinen Öffnungen. So sollte man gerade in Hohlräumen deutlich bessere Ergebnisser erzielen. So eine Sonde steht bereits bei mir auf der Einkaufsliste
Weiter ging es dann mit den "Lüftungsgittern" im Bereich der hinteren Türen. Diese sind lediglich mit einer Schraube gesichert und lassen sich sehr einfach lösen. Dort habe ich die Sonde auch einmal reingehalten, schaden tut es mit Sicherheit nicht.
Zur Sicherheit habe ich die Schweller bei der Gelegenheit gleich von außen mit eingesprüht. Dafür eignet sich der normale Sprühkopf ganz gut, da man so eine feine Schicht aufbringen kann. Wie wir bereits dank Bruno Sacco wissen sammelt sich Wasser besonders dort gerne wo Plastikteile ans Blech geschraubt wurden. Die Plastikleisten des Caprice bilden da keine Außnahme, also werden auch diese Stellen mit einer dünnen Schicht Fluid Film behandelt. Schaden tut auch dies sicherlich nicht! Danach kommen alle Plastikteile wieder an Ihren alten Platz. Insgesamt hat die Aktion 1-2 Stunden gedauert, Zeit die wirklich gut investiert ist. Wenn ich den passenden Sprühkopf habe, werde ich die Aktion noch einmal wiederholen und den Streifenwagen gleich mitbehandeln. Letzterer ist dank seines Einsatzes in Kalifornien und Arizona noch erstaunlich rostfrei und da wollen wir natürlich dafür sorgen das es auch noch lange so bleibt
Wie schon gesagt ist die Lösung mit dem Fluid Film AS-R sicherlich nicht die langfristigste aber es ist immerhin schon mal ein Anfang
https://www.oldtimer-markt.de/rostschutztest
Ansonsten sei an dieser Stelle noch einmal gesagt das ein schlechter Rostschutz am Ende immer noch besser ist als überhaupt keiner. Gerade wer ein Auto vor 2000 fährt sollte über eine Hohlraumkonservierung nachdenken.
Euer Auto wird es euch danken! |
Sun Jul 30 19:49:16 CEST 2017
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4, Caprice, Chevrolet, Sheriff
Am 11. Juni fand in Karlsruhe mal wieder die Tribut an Carl Benz Oldtimer Show statt. Hunderte Oldtimer versammelten sich rund um das wunderschöne Gelände am Karlsruher Schloss. Auch wir waren dieses mal zusammen mit unseren Vereinskollegen vor Ort da unser Verein dieses Jahr sein 20 jähriges Bestehen feiert und wir die Einladung des Veranstalters nutzten um diesen Anlass im Rahmen eines schönen Treffens zu feiern
Für uns ging es Samstag vormittag los. Vorher noch kurz alle Flüssigkeiten gecheckt, die Sachen eingeladen und los gings. Das Wetter zeigte sich jetzt schon von seiner besten Seite und wir waren über die Klimaanlage im Wagen mehr als froh
Vorher mussten wir aber erst einmal zusehen das wir eine neue Sicherung bekamen. Leider hatte sich während der Fahrt der Doppeladapter für den Zigarettenanzünder in seine Bestandteile aufgelöst was zu einem Kurzschluss führte. Somit brannte die Sicherung durch und fortan waren der Zigarettenanzünder, das Radio und die Kofferraumentriegelung tot. Zum Glück gab es nicht weit vom Kino einen Elektrikfachhandel der neben Autoradios auch die passenden Sicherungen im Angebot hatte
Eine 15 Ampere Sicherung später lief das ganze dann auch wieder. Interessanterweise hatte irgendjemand vorher eine 20 Ampere Sicherung verbaut obwohl die da laut Belegungsplan gar nicht reingehört. Wie auch immer, Hauptsache es funktioniert und das tut es auch mit der 15er Sicherung Zurück am Kino war auch mittlerweile der Rest der Truppe eingetroffen. Zum Anfang gab es eine kleine Rückschau auf vergangene Treffen, danach folgte mit "Bosten" der Hautpfilm. Nach dem Kinobesuch checkten wir erst einmal in Rastatt im Hotel ein, durch den etwas straffen Zeitplan waren wir dazu noch nicht gekommen. Nachdem das wir die ganze Check-In Prozedur hinter uns gebracht hatten ging es auch schon zum Restaurant. Wir ließen den Abend mit einem leckeren Abendessen ausklingen und irgendwann nach 12 fielen wir dann auch endlich ins Bett.
Nach einem guten Frühstück am nächsten Morgen ging es auch direkt zum Treffen. In Kolonne ging es erst einmal Richtung Messe Karlsruhe, da wir uns dort vor Ort mit dem Veranstalter trafen. Leider blieb auf dem Weg ein Kollege mit Vergaserproblemen liegen. Der Wagen hatte am Tag davor schon ein paar kleine Probleme, allerdings hatten diese sich kurzerhand wieder von selbst erledigt. Dieses mal war allerdings Feierabend. Für Ihn war das Treffen leider gelaufen
Für den Rest ging es dann auf das Gelände. Wir hatten einen Spitzenplatz direkt vor dem Schloss bekommen! Wir stellten uns im Halbkreis auf und fingen an soweit wie möglich alles aufzubauen. Es war eine gute Idee das Vereinszelt mitzunehmen, so waren wir gut vor der Sonne geschützt. Das Wetter selbst war traumhaft. Sonnig, wolkenlos und relativ heiß! So kam es auch das einige einen Sonnenbrand von der Veranstaltung mitnahmen
Als alles aufgebaut war drehte ich meine Runden über das Gelände, schließlich brauchte ich ja noch ein paar Bilder für den Artikel
Da es mittlerweile auch relativ spät war machten wir uns im kleinen Konvoi zurück ins Rheinland. Ein Kollege aus Hessen begleitete uns. Bevor es aber losging mussten wir alle erst einmal tanken, ganz besonders unser Kollege auf dem Motorrad hatte es bitter nötig
Nach dem Tanken mussten wir noch kurz beim güldenen M anhalten, der Kollege wollte sich für die Fahrt noch ein kühles Getränke besorgen. Wer kann es Ihm verdenken bei der Hitze
Mit einem Streifenwagen fällt man natürlich im Stau dieser Größenordnung auf wie ein bunter Hund und so starrten die meisten Leute den Wagen an. Irgendjemand schrie sogar im Vorbeifahren irgendetwas undefinierbares aus dem Seitenfenster
Wenigstens konnte ich durch die relativ freie Autobahn noch flott ein paar Meter gut machen und so hieß es auf den letzten Kilometern "Pedal to the metal"! |
Sun Jul 09 21:22:36 CEST 2017
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4, Caprice, Chevrolet, Diaries, Schönheitskur, WHALE
Es fing alles vor ein paar Wochen an:
Der Wagen war wieder bei mir und er war dank des etwas wechselhaften Wetters und seinem Parkplatz unter einem Baum vor allem eins: Dreckig!
Der Lack war stellenweise schon sehr matt und so wusste ich vorher schon das ich mit einmal waschen wohl nicht davonkommen werde. Was macht man also wenn man sein Auto liebt? Richtig, man poliert es! Da ich allerdings keine Lust mehr hatte das Ganze so wie früher per Hand zu machen fing ich an mich etwas schlau zu machen. Eine Poliermaschine musste her! Da mir vorher schon klar war das ich mit einer billigen 20€ Maschine nicht weit kommen würde fing ich an nach einer Maschine zu suchen die auf der einen Seite was taugt, auf der anderen Seite aber auch nicht zu teuer ist.
Dabei stieß ich am Ende eigentlich immer wieder auf die gleiche Maschine, nur eben mit anderen Markenlogos. Da ich die Maschine relativ kurzfristig wollte/brauchte schaute ich nach wer in meiner Ecke sowas überhaupt verkauft. Ich stieß relativ schnell auf einen großen Onlinehändler in meiner Stadt der allerdings auch eine richtige Filiale hat. Zu allem Überfluss war diese auch noch bei mir um die Ecke, also stand fest das ich da unbedingt hin musste
Die Einkaufsliste sah also wie folgt aus:
- Anfängertaugliche Poliermaschine - Polierpads - Brauchbare Schleifpaste - Brauchbares Feinschleifmittel - Brauchbare Politur - Abklebeband - Ordentliches Verlängerungskabel
Als erstes besorgte ich mir im Baumarkt ein 25 Meter Kabel das auch für den "Outdoor" Einsatz taugt. Danach fuhr ich zu dem Händler um mir die ganzen Sachen die ich mir ausgesucht hatte einmal anzusehen und bei Gefallen gleich mitzunehmen. Bei der Poliermaschine dachte ich an die Dodo Juice Buff Daddy Pro DA900. Die DA 900 ist eine Exzenter Poliermaschine wie sie für Anfänger häufig empfohlen wird. Die Maschine leistet 880W und hat einen Polierhub von 8mm.
Zum Lieferumfang gehören neben der Maschine noch 1 Klett-Teller mit 125 mm Durchmesser mit dem passenden 5/16" Ende für die Maschine. Dazu gibts noch einen praktischen Handgriff, eine Bedienungsanleitung und eine formschöne Umhängetasche! Die Maschine sollte für meine ersten Gehversuche in der ernsthaften Fahrzeugaufbereitung mehr als reichen. Der Händler empfahl mir dazu gleich ein Set mit Polierpads welche für die Pflegeprodukte bzw. deren Einsatzzweck geeignet waren.
Als Pflegemittel hatte ich mir folgende Produkte ausgesucht:
Schleifpaste: Meguiars Scratch X
Feinschleifmittel: Meguiars Swirl Remover
Politur: Meguiars Ultimate Polish
Den Rest wie Eimer, Schwämme/Handschuhe, Autoshampoo und was weiß ich nicht noch hatte ich alle noch zuhause. Ein alter Freund aus dem US-Car Forum und glühender Anhänger der Autoaufbereitung hatte mir netterweise nach dem Kauf des Caprice eine Art Carepaket für die Autopflege bereitgestellt. Erst jetzt realisierte ich was ich da eigentlich alles für feine Sachen hatte! An dieser Stelle einen großen Dank an martinb71 aus dem Pflegeforum für die Hilfe mit den ganzen Produkten und die Aufklärungsarbeit!
Kommen wir aber zurück zum Carepaket dessen Inhalt sich in etwa wie folgt aufschlüsseln lässt:
1 Flasche Chemical Guys Autoshampoo Citrus 1 Flasche Victoria Wax Super Soap 1 Flasche Victoria Wax Deep Cleanse 1 Flasche Victoria Wax Detailer 1 Dose Victoria Wax Concours Wachs
Dazu bekam ich noch einen ganzen Haufen exzellenter Microfasertücher und Applikatorschwämme! Mir ist bisher nichts besseres zum Auto trocknen über den Weg gelaufen
Mein erster Stop war die Saugstation, schließlich wollte ich erst einmal die ganzen Tannennadeln aus den Ritzen des Autos saugen. Sobald die Dinger nass sind kleben die wie die Hölle am und im Auto und das wollte ich unter allen Umständen vermeiden! Klappte soweit auch ganz gut und so war der nächste Stopp die Waschbox. So bereitete ich schnell meine Eimer vor. Als Shampoo nutzte ich das Chemical Guys Shampoo welches mir von mehreren Seiten wärmstens empfohlen wurde. Ich spritzte den Wagen schnell ab und ging dann mit dem Waschhandschuh den ganzen Dreck an. Nach gut 2 Stunden war der Wagen zumindest oberflächlich wieder sauber. Für das polieren ging es dann zurück nach Hause.
Als erstes musste natürlich die Poliermaschine ausgepackt und ausgiebig befingert werden
Die Maschine hat einen UK Stecker! Die Maschine wird zwar wohl auch mit D-Stecker angeboten, aber das war jetzt kein großes Problem für mich. Ich habe mal für eine sehr kurze Zeit in UK gelebt, also hatte ich noch die ganze Bandbreite an Adaptersteckern zuhause
Nach gut 6 Stunden war ich mit der Politur durch. Man konnte jetzt schon sehen das die Politur dem Lack gut getan hat. Das Scratch X hinterließ eine leicht ölige Optik, als ob auf dem Lack ab jetzt eine ganz feine Schicht Sonnenblumenöl trägt. Ist leider schwer zu beschreiben. Eigentlich wollte ich noch jeweils eine Schicht von dem Swirl Remover und danach im letzten Schritt das Ultimate Polish auftragen, leider fehlte mir dafür die Zeit. So entschloss ich mich erstmal mit den Tüchern die Politurreste abzunehmen (was im Vergleich zur Handpolitur geradezu spielerisch ging!). Das Ergebnis überzeugte mich jetzt schon! Da mir kurz vor Schluss leider die Sicherung im Adapter durchbrannte war ich erst einmal gezwungen es dabei bleiben zu lassen. Eigentlich wollte ich am nächsten Tag weitermachen, aber das fiel dann leider aus
Stattdessen entschied ich mich am nächsten Tag dazu, mal das Concours Wax auszuprobieren. Dieses kann und soll mit der bloßen Hand aufgetragen werden. Dazu nimmt man eine sehr kleine Menge, verreibt diese in den Handballen und trägt das Wachs danach mit den Fingerspitzen auf. Da sich das Wetter pünktlich entschieden hatte auf Regen umzustellen blieb leider nicht viel von dem Plan übrig
Auch wenn die Nummer nicht ganz so geklappt hatte wie ich mir das vorgestellt hatte, so übertraf das Ergebnis jetzt schon meine Erwartungen. Der Lack glänzte wieder richtig schon und sogar die Neidgravur die mir irgendeine mieses Stück ******* in die Seite geritzt hatte ging größtenteils durch die Politur weg. Leider hab ich keine vernünftigen vorher/nachher Bilder hinbekommen, seht es mir also bitte nach das in dem Artikel so gut wie keine Bilder vom Endergebnis sind. Die Sonne stand ziemlich suboptimal für vernünftige Bilder und so waren auf 99% der Bilder nur Reflektionen von der Umgebung zu sehen statt des Lacks
P.S.: Das hier war mein erstes Mal alleine mit einer brauchbaren Poliermaschine, also übt ein wenig Nachsicht mit mir |
Wed Jul 05 12:35:42 CEST 2017
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Caprice, Sheriff
Im letzten Artikel hatten wir ja berichtet das am Sheriff der Haubenzug gerissen ist. Da dies unsere zukünftigen Bemühungen die Flüssigkeitsstände regelmäßig zu kontrollieren torpedierte mussten wir hier also ran.
Los ging es wie üblich mit der Suche nach Teilen. Vor ein paar Wochen fing ich an bei den üblichen Verdächtigen zu stöbern, aber zu meiner Verwunderung musste ich feststellen das ich das Teil bei keinem der üblichen Verdächtigen finden konnte
Es half nichts, da musste ich jetzt durch. Somit bestellte ich für einen knapp 3 stelligen Betrag das Teil. Wenigstens war es ein NOS Teil und dazu auch noch mit einem neuen Griff für die Haubenentriegelung sowie einer neuen Dichtung für die Feuerwand. Der alte Griff fiel bei Belastung immer wieder ab was mehr als nervig war. Gleichzeitig bestellte ich einen originalen Öldeckel mit. Der "alte" war irgendein billiges Ding von "Motorad" welches nicht mal im Ansatz gehalten hat und somit das Ganze nicht dicht gehalten hat. Die Lieferung sollte ein paar Wochen dauern da die meisten Verkäufer in den USA über USPS verschicken.
So war noch ein bisschen Zeit den Wagen zu genießen. Mitte Mai stand der Harley Dome in Köln an an dem auch der PCOOA seit dem ersten Meeting teilnimmt. Eine gute Gelegenheit dem Wagen mal ein bisschen Auslauf zu gönnen. Also ein paar Tage vorher noch im Stile eines Einbrechers die Haube entriegelt und noch mal schnell alle Flüssigkeiten gecheckt. Öl sah ok aus, Kühlwasser ebenso. Sah doch schon mal ganz gut aus!
Am nächsten Morgen beschloss ich mit dem Wagen zur Arbeit zu fahren. Der Wagen brauchte mal wieder Sprit und da der Wagen wieder ein paar Wochen gestanden hatte wollte ich kein Risiko eingehen und mal sehen wie gut er läuft. Ausgerechnet an dem Tag schüttete es aus Eimern! Wir erinnern uns: Die Reifen mögen Nässe ÜBERHAUPT NICHT!
Jetzt hieß es vorsichtig fahren. Leider kam es an diesem Tag ganze 3 mal vor das mir das Heck trotz vorsichtiger Fahrweise ausbrach. Der Wagen ist zwar relativ gutmütig und lässt sich auch gut wieder einfangen, wirklich glücklich war ich damit trotzdem nicht. Kurz mal an der Ampel einen Mikrometer zuviel Gas gegeben und schon drehen die Reifen durch
So ging es am Tag danach auch zum Veranstaltungsgelände. Wir trafen uns in der Nähe an einem Supermarktparkplatz und warteten auf die Nachzügler. Während wir auf die Nachzügler warteten, wurden natürlich die Autos der anderen begutachtet
Der gute Redmex hatte es auch zum Treffen geschafft und so fuhr er bei mir im Auto die Parade mit. Da ich ganz hinten fuhr musste ich teilweise ganz schön drauftreten um den Anschluss nicht zu verpassen. Ampeln durften während der Fahrt getrost ignoriert werden. Die Zufahrtsstellen auf dem Weg wurden sowieso komplett abgesperrt so dass kein Verkehr in die Kolonne kam. An so eine Polizeieskorte durch die Innenstadt könnte ich mich gewöhnen
Spulen wir an dieser Stelle ein paar Tage/Wochen vor:
Die Teile waren endlich angekommen und somit konnten wir die Reparatur des Haubenzugs endlich angehen. Da ich das Wunder mit dem entriegeln der Haube über das Loch unterhalb des Schlossträgers nicht mehr hinbekommen habe entschied ich mich für die brachialere Methode. Kick Panel ab (musste eh weg für den Tausch!), altes Seil an der Halterung abschneiden, Isolierung am Ende wegschneiden und dann mit der Zange direkt am Zug ziehen. Um an den Hebel ranzukommen müssen ein paar Teile im Innenraum weg. Zuallererst widmeten wir uns der Verkleidung der B-Säule. Diese geht erst ab wenn man den Gurt demontiert hat. Dieser wird von einer wirklich massiven Schraube in der Karosserie gehalten. Ein großer Torx oder ein bisschen Trixerei mit einem passenden Imbus helfen hier schon. Am besten nimmt man hier etwas mit Hebelwirkung
Hat man diese Verkleidung entfernt kann man sich dem demontieren des Kick-Panels widmen. Das Kick Panel ist im Prinzip eine riesige Plastikverkleidung die sich vom Hebel der Haubenentriegelung bis zum hinteren Radkasten zieht. An dem Teil hängen auch die inneren Schwellerverkleidungen. Wir haben das Teil nicht komplett entfernt sondern nur soweit gelöst das man das Ganze auf Höhe des Entriegelungshebels zur Seite schieben kann damit man Platz hat. Jetzt mussten wir nur noch das alte Seil irgendwie aus dem Auto bekommen. Im Reparaturhandbuch bekamen wir den Tip an das Ende des Zugs ein "Seil" anzubringen. Wir umwickelten das Ende mit einer dicken Angelschnur und sicherten das Ganze fachmännisch mit 2 Wirbelknoten. Das hält bombensicher!
Danach hakte meine bessere Hälfte das Seil im Motorraum aus, während ich im Fußraum herumkroch um das Seil auf der anderen Seite zu lösen sowie das ganze Gedönse an dem der Entriegelungshebel hängt. Als das alles erledigt war stand das ziehen des Seils auf dem Programm. Das Seil musste erst einmal durch den Schlossträger, danach unter dem Wischwasserbehälter durch und schlussendlich einmal samt der Dichtung durch die Feuerwand. Natürlich blieb das blöde Seil an den dämlichsten Stellen (Schloßträger, sämtliche Kabel, Wischwasserbehälter, Feuerwand, weitere Kabel) hängen, aber ohne hängen geht es eh nicht
Das rausziehen war somit relativ einfach, richtig lustig wurde es jetzt beim Einbau des neuen Seils! Wir befestigten die Angelschnur die wir durch das halbe Auto gezogen hatten jetzt an dem neuen Seil und zogen das Ganze in die entgegengesetzte Richtung wieder in den Motorraum. Blöderweise war die neue Dichtung deutlich klobiger und so hatten wir so unsere Schwierigkeiten diese an den ganzen Kabeln im Fußraum vorbeizuführen ohne das die blöde Dichtung an den ganzen Kabeln hängen blieb. Stellt euch vor Ihr müsstet einen Gummiklotz mit 5cm Durchmesser durch ein Loch mit 2cm Durchmesser ziehen
Da die Dichtung so nicht flutschen wollte, halfen wir dem ganzen mit etwas Schmierfett nach. Schadet der Karosserie sicherlich nicht wenn an der Stelle neben der Dichtung noch ein wenig Fett ist welches die Stelle konserviert
Während meine bessere Hälfte die letzten Schrauben der Verkleidungen festzog widmete ich mich einmal der Sitzverstellung auf der Beifahrerseite. Bisher gingen wir ja davon aus das diese im Eimer ist. Allerdings förderte ein erster Blick bis auf eine riesige Feder die ausgehangen war nichts ungwöhnliches zu Tage. Alles andere schien noch ordnungsgemäß in Position zu hängen. Also griff ich einmal beherzt in den Mechanismus und schaute nach wo es genau hakt. Zu meiner Verwunderung funktionirete der Mechanismus einwandfrei. Nach ein bisschen herumspielen an den Federn fiel mir dann auf das sich der Verstellhebel seitlich bewegt. Dann fiel endlich der Groschen! Die Verstellung ist überhaupt nicht kaputt, wir waren bisher nur zu dämlich den Hebel in die richtige Richtung zu ziehen. Bei den meisten europäischen Autos zieht man den Hebel der Verstellung nach oben, in unserem Falle muss man den Hebel seitlich in Richtung des Getriebetunnels ziehen damit sich der Sitz bewegt
Gut, zumindest wissen wir das jetzt für die Zukunft
Die nächste Baustelle wird wohl mal eine ordentliche Reinigung des Wagens sein. Wir haben in den Schwellern tonnenweise alten Wüstendreck (Staub, Steine) gefunden. Da müssen wir wohl mal beide Kick Panels entfernen und dann mit einem spitzen Gegenstand und einem Staubsauger ran bevor das Zeug noch zu Rost führt. |
Im Gegensatz zu wirklich modernen Autos sind die ersten Gehversuche der Autoindustrie mehr oder weniger simpel. Stellt euch den Vergleich Telespiel gegen Playstation 4 vor und Ihr bekommt eine ungefähre Vorstellung von den Unterschieden.
Jetzt war testen angesagt. Es gibt im Netz ein Treiberpaket, für den Fall das der Rechner das Kabel nicht erkennen sollte. Freudig fahre ich also meinen Ersatzlaptop hoch den ich um Weihnachten herum für diesen Zweck neu aufgesetzt hatte (die Idee schwirrt mir halt schon länger im Kopf herum). Dabei stellte ich dann fest das der Rechner nicht mehr wirklich hochfahren wollte. Was war passiert? Scheinbar hat sich die alte Festplatte verabschiedet. Der Rechner findet das Betriebssystem nicht mehr und damit kann er auch nicht laufen. Mist! Gut, ich habe noch einen zweiten Laptop, probieren wir es mit dem bis der andere wieder läuft. Bei mir hat es 2 Anläufe gebraucht bis Windows die Treiber gefunden hat. Schaut auf jeden Fall in der Systemsteuerung nach über welchen Port das Kabel läuft, diese Info wird später noch einmal wichtig!

Dafür hatten wir auf der Rückfahrt keinerlei Stau und ich habe somit nicht mal eine halbe Tankfüllung für die gut 380km gebraucht. Damit komme ich im Kopf auf ca. 11,x Liter. Gar nicht mal so schlecht dafür das mein Schnitt so bei 120-140 lag und die Strecke viele Bergstücke zu bieten hatte auf denen der Wagen auch schon mal in den zweiten runterschaltete um das Reisetempo zu halten
) und wir doch direkt einen neuen Shortblock bestellen sollen. War natürlich der mit Abstand größte Bullshit ever, dafür lief der Motor noch viel zu stramm. Eine weitere Idee waren die Kolbenringe, allerdings hätte der Wagen dann wirklich IMMER qualmen müssen. Zudem macht sich sowas für gewöhnlich durch einen Leistungsverlust deutlich bemerkbar. Da er aber selbst in diesem Zustand immer noch Kreise um meinen Caprice fährt, der immerhin einen frisch überholten Motor spazieren fährt, machte dies für mich nicht wirklich Sinn. Die Ventilschaftdichtungen machten da schon irgendwie mehr Sinn, da die von den vielen beschriebenen Symptomen auch in unserem Fall am besten ins Bild passten.
Wenn mal ein Satz angeboten wird der passen KÖNNTE ist er entweder unverhältnismäßig teuer und/oder uralt. Da mir geraten wurde keine Lautsprecher zu kaufen die unter Umständen 20 Jahre lang und länger in irgendeinem Regal gelegen haben verwarf ich den Gedanken wieder. Traurig, aber was will man machen?
Richtige Klopper die ich da aus der Kiste gezogen habe

Sun Apr 22 21:12:09 CEST 2018 |
Dynamix
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Kommentare (19)
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4, Caprice, Chevrolet, Diaries, WHALE
Heute gibt es nach langer Zeit mal wieder einen Rückblick, der Anlass dafür ist ein erfreulicher!
Alles fing vor gut 4,5 Jahren an. Bei Herrn und Frau Dynamix sollte nach langer Überlegung ein Spaßauto her. Dank Herrn Dynamix Vorliebe für amerikanisches Blech, von der sich Frau Dynamix hat anstecken lassen, sollte es entsprechend ein amerikanisches Auto werden. Nur welches? Es ging etwas Zeit ins Land bis Herr und Frau D. sich einig waren und das Modell fanden welches es werden sollte. Es sollte ein Chevrolet Caprice werden, blau, Classic Ausstattung mit allem was dazu gehört
Versuchen wir das Ganze mal in Form einer kleinen Hommage:
Am 19.05.1992 bist du in Willow Run im amerikanischen Bundesstaat Michigan vom Band gelaufen. Willow Run, das grenzt direkt an Detroit. Du darfst dich also mit Stolz "Detroit Iron" nennen
Du bist als einer der letzten Autos von diesem Produktionsband gelaufen, da das Werk Ende 1992 geschlossen wurde. Danach gab es nur noch das Getriebewerk welches mittlerweile aber auch zu ist. Dein Geburtsort war sehr geschichtsträchtig da dort nicht nur Fords sondern auch die B24 Liberator sowie einige Autos der Kaiser Corporation gebaut worden bevor das Werk 1953 an General Motors ging. Da du eins der wenigen Modelle warst die für Deutschland bestimmt waren hast du von deiner Heimat nur das Werk und den Weg zum Schiff kennengelernt. Nach einer langen Reise wurdest du dann im Oktober 1992 zum ersten mal zugelassen. Leider habe ich nie herausgefunden wer dein Erstbesitzer war, aber er muss dich sehr gemocht haben, schließlich hat er eine Menge Geld für dich ausgegeben. Man munkelt es waren über 80.000 DMark, dass war Anfang der 90er eine Menge Geld! Immerhin verrät ein kleiner Aufkleber in deiner Frontscheibe das du dein erstes Leben in Hamburg verbracht hast
Danach gingst du durch mehrere Hände bis du schlussendlich bei mir gelandet bist.
Der Einzug
Vor gut 4 Jahren kamst du zu uns. Vier Jahre, dass ist länger als jedes andere Auto bei uns verweilen durfte. In der Zeit haben wir 26.000 wunderbare Kilometer zurückgelegt
Es gab Höhen und Tiefen, aber so ist das in leidenschaftlichen Beziehungen nun mal. Der jüngste bist du mit deinen 26 Jahren wahrlich nicht mehr, dafür aber immer noch ziemlich rüstig. In Sachen Verlässlichkeit machst du so manchem Jungspund noch etwas vor auch wenn du ab und an mal etwas mehr Zuwendung benötigst. Dies kann ich dir aber nicht übel nehmen, ein bisschen Pflege braucht schließlich jeder und du dankst Sie einem mit Treue und Zuverlässigkeit
Ja, wir haben schon ein paar Sachen zusammen durchgemacht aber das hat uns nur stärker zusammengeschweißt.
Ich erinnere mich noch an den Tag an dem ich dich zum ersten mal sah. Wir waren spontan ins schöne Nordhessen gefahren um dich zu besichtigen, da dein damaliger Besitzer nicht so wirklich viel mit dir anzufangen wusste. Du warst in einer Scheune abgestellt und entsprechend schmutzig. Umso imposanter war deine Erscheinung als dich dein Vorbesitzer aus der Scheune holte. Du wirktest auf den ersten Blick ziemlich groß, dein Lack in Dark Sapphire Metallic funkelte in der Sonne. Etwas misstrauisch beäugte ich dich überall, schließlich wusste ich nicht ob du die Jahre davor gut behandelt wurdest. Sehr erstaunt war ich über deinen Blechzustand da ich trotz aller Warnungen und Vorbereitungen an keiner der neuralgischen Stellen Rost finden konnte. Dein Unterboden zeigte nur vereinzelte Flugrostpickel ebenso wie der Lack. Diese waren nicht ernst was mir sehr gefiel. Auch dein Innenraum überrasche mich, nicht nur wegen der Farbe passend zur Außenhaut, sondern auch wegen des neuwertigen Zustands. Dein Leder hatte keinerlei Risse, Löcher oder ernsthafte Falten. Dein Armaturenbrett war nicht gerissen und auch im Innenraum war noch alles an seinem Platz. Auch auf der Probefahrt konntest du mich überzeugen. Es war nach einer Nacht des Überlegens quasi sicher das du es werden solltest. Beinahe wärst du wegen eines abgelaufenen Personalausweises an jemand anderen verkauft worden, mein Glück war das die nachfolgenden Interessenten kein ernsthaftes Interesse an dir hatten und ich so genug Zeit hatte alles zu regeln
So kam es das wir dich am 15.4.2014 mal eben nach der Arbeit nach Hause holten. Waren ja nur 2,5 Stunden pro Strecke
Die erste Fahrt war dafür umso schöner. Wie schön du über die Autobahn gleitest, wie viel Platz du bietest, wie komfortabel du bist, all das begeistert mich noch heute
Die Reaktionen auf dich waren und sind bis heute noch zwiespältig, aber das ist mir egal. Ich mag dich genau so wie du bist. Weder werde ich dich für irgendein europäisches Auto versetzen, noch verbasteln nur damit du vermeintlich "cooler" aussiehst. Nein, du bleibst genauso wie du bist, denn nur so bist du perfekt!
Die ersten Jahre
Da du ein Modell bist das schon ab Werk für Deutschland vorgesehen war wusste ich das es nicht immer einfach werden würde bestimmte Teile zu finden. Einer deiner Vorbesitzer hatte dich mangels Suchwillen für das originale Ersatzteil (oder Sinn für Ästhetik) deines originalen Haubenlogos beraubt. Ebenso entriss man dir dein seltenes Radio und ersetzte es durch ein billiges Nachrüstradio das nicht mal einen besseren Klang brachte, eher im Gegenteil. Ebenso entriss man dir alle Erkennungsmerkmale, als ob man nicht wollte das man sieht wer oder was du bist. All dies haben wir rückgängig gemacht. Du bekamst wieder einen Namen, ein originales Radio (natürlich das Radio mit europäischen Frequenzen!) das deinen Schacht wieder voll ausfüllt und als i-Tüpfelchen ein brandneues und vor allem korrektes Haubenlogo!
Auch technisch gab es ein paar Dinge zu machen. Zuerst spendierte ich dir einen neuen Satz an der Vorderachse da deine Bremsen jämmerlich rubbelten. Bei der Gelegenheit gab es neue Radlager vorne und einen neuen Benzinfilter den dein Vorbesitzer netterweise noch spendierte. Dann war da noch die Handbremse, aber das ist ein anderes Thema. Mehr gab es an dir 2014 nicht zu machen
Als Krönung der Saison haben nick_rs, Frau D. und ich dir noch eine kurze Aufbereitung gegönnt. Das Ergebnis konnte sich wahrlich sehen lassen. Dein dunkler Lack hat wunderschön im Nachtlicht der Stadt geschimmert
2015 gab es bis auf normalen Service und eine defekte Benzinpumpe nichts gravierendes, dafür hatte es besonders letzteres Problem in sich. Da du so aus eigener Kraft nicht mehr fahren konntest musste ich dich auf einem Anhänger in die Werkstatt bringen lassen. Ein Glück das du einen verrückten Besitzer mit mindestens genauso verrückten Freunden hast
Die Benzinpumpe wurde gerichtet und bei der Gelegenheit wurde endlich deine spinnende Tankanzeige gerichtet da es dabei gleichzeitig einen neuen Schwimmer gab. Leider entwickeltest du kurz darauf eine unerfreuliche Angewohnheit. Nicht nur das du auf deiner nachgerüsteten Gasanlage nicht mehr richtig laufen wolltest, du wolltest auch plötzlich schneller fahren als sonst. 80 km/h liefst du plötzlich ohne das ich dein Gaspedal auch nur angerührt hatte. Bei der näheren Fehleranalyse wurde dann festgestellt das einer deiner Zylinderköpfe an den Ventilen von Zylinder 8 aufgrund der Gasanlage schon etwas mitgenommen war. Nicht ernsthaft defekt, aber stärker verschlissen als er bei der niedrigen Laufleistung sollte. So wurde ein zugegebenermaßen radikaler Entschluss gefasst:
Die Gasanlage kommt endlich raus und dein Motor wird überholt!
So bekamst du neue rundüberholte Köpfe, dein Block bekam eine Frischzellenkur und du bekamst einen neuen Satz Kolben und Pleuel sowie alle möglichen neuen Lager, Sensoren und andere Teile. Bei der Gelegenheit gab es ein paar kleine Optimierungen. Zum einen wurde dein Block in einem schlichten Schwarz lackiert und zum anderen bekamen deine Auslasskrümmer einen Satz Dichtungen die Sie ab Werk nie hatten. Zusätzlich wurden deine Köpfe feinbearbeitet
Das Ganze dauerte leider qäulend lange und ich musste sehr lange ohne dich auskommen aber das Ergebnis entschädigt für die Entbehrungen.
Seitdem läufst du noch einmal etwas ruhiger und dein Durst ist spürbar heruntergegangen
In der selben Zeit war dein TÜV fällig geworden und für den wollten noch ein paar Sachen gemacht werden. Eine deiner Spurstangen und dein Umlenkhebel waren ausgeschlagen, dies resultierte darin das deine Lenkung indirekt war. So ganz gut können diese Teile bei dir schon länger nicht gewesen sein, schließlich kannte ich dich nur mit einer Lenkung die um die Mittellage eher von der indirekten Sorte ist. Nachdem das erledigt war konnte ich gar nicht glauben wie gut du dich lenken lässt. Das Spiel war weg und man konnte dich deutlich präziser durch die Straßen dirigieren, einfach herrlich! 
Hach ja, es ist viel passiert in der Zeit. Fast hätte ich vergessen deinen Bruder zu erwähnen den wir 2015 angeschafft haben damit du dich nicht ganz so alleine fühlst. Wie du ja weißt ist er ein Polizist und in seinem Auftreten und Gepflogenheiten nicht ganz so adrett und kultiviert wie du aber als Polizist darf man auch nicht zimperlich sein. Um deinen Bruder darf sich aber hauptsächlich Frau D. kümmern, du bist und bleibst meine persönliche Nummer 1
Nach all der langen Zeit die wir getrennt waren gab es dann 2017 endlich die Zusammenführung, gleichzeitig durfte dein Bruder dann auch endlich dauerhaft auf die Straße. So durftet Ihr beiden endlich zusammen nach Hause. Wie du dich erinnerst hat dein jüngerer Bruder dabei einen über den Durst getrunken und so musstest du dafür sorgen das er wieder nach Hause kommst. Es war eine lange und harte Nacht und du hast Sie mit Bravour gemeistert, genauso wie du die ganze nachfolgende Saison gemeistert hast. Zum Dank hat dir dein Besitzer ein paar Extras gegönnt.
Da dein Lack nicht mehr so schön funkelte beschloss dein Besitzer sich in das Thema Lackaufbereitung tiefer einzuarbeiten damit du wieder schön dastehst. Dafür wurde extra eine Poliermaschine und unzählige Pflegemittel angeschafft. Die Maschine wurde am ersten Tag noch eingeweiht und das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Dein Lack glänzte wieder wunderschön und war schön glatt. Deine Altersspuren habe ich natürlich nicht wegbekommen aber die gehören nun mal zu dir, schließlich bist du kein junger Neuwagen mehr
Als nächstes habe ich dir neue Lautsprecher spendiert, schließlich waren die alten kaputt. Das hat zwar etwas gedauert weil ich zum einen Lautsprecher wollte die den alten entsprechen, zum anderen deine Verkabelung so original wie möglich erhalten wollte. Die Operation ist gelungen und nun ertönen wieder die schönsten Melodien aus allen 4 Ecken
Danach habe ich deine kleine Schwachstelle mit Wachs versiegelt damit du nicht irgendwann an dieser Stelle durchrostest wie so viele deiner Artgenossen. Als i-Tüpfelchen gab es dann noch eine kleine Behandlung deiner Sitze damit dein Leder auch die nächsten 25 Jahre noch aussieht wie neu.
Zurück in die Gegenwart
Mittlerweile schreiben wir 2018, du bist mittlerweile 4 Jahre bei mir und dein 26. Geburtstag steht schon bald an. Wir hatten sehr schöne Zeiten zusammen. Erst heute wieder haben wir eine schöne Tour bei bestem Wetter gemacht. 200km über Autobahnen, durch Städte und über Landstraßen. Einem Audi Fahrer bist du an der Ampel besonders aufgefallen, er hatte sich immerhin bei mir über dich erkundigt
Du magst nicht der Schnittigste oder der Schnellste sein, aber dies ist mir egal. Mir gefällt deine gelassene Art, deine ganz eigene Form der Eleganz. Sollen die Anderen doch hastig von A nach B sprinten, du bringst deine Insassen lieber komfortabel und entspannt ans Ziel. Das merken die meisten die in dir Platz nehmen durften auch sehr schnell. Selbsternannte Sportfahrer rümpfen aufgrund deiner Fahrleistungen die Nase, aber ich weiß was ich an dir habe. Besonders die Frauenwelt scheinst du mit deinen Eigenschaften zu betören, schließlich bekomme ich von fast jeder zu hören das du ein tolles und cooles Auto für einen Familienurlaub wärst
Selbst im hohen Alter kannst du also bei den Frauen noch punkten, dass kann nicht jeder von sich behaupten 
Die ersten vier Jahre sind nun also vorbei. Witzigerweise dauert es weitere 4 Jahre bis du das H-Kennzeichen tragen darfst womit der deutsche Staat alle Autos adelt die es geschafft haben sich so lange so gut zu halten wie du
Bis dato wird es sicherlich noch ein paar Sachen zu tun geben und ja, es gibt im Moment noch ein paar Dinge die erledigt werden müssen aber diese kann ich hoffentlich diese Saison noch angehen. Zum einen will ich dich noch ein bisschen hübsch machen, zum anderen möchte ich gerne den neuen Klimakompressor und die neue Antenne einbauen die schon etwas länger für dich bereit liegen. Aber das rennt ja nicht weg
An dieser Stelle möchte ich einmal Danke sagen. Danke für all die tollen Kilometer, danke dafür das du trotz deines Alters ein relativ unkomplizierter Geselle bist! Ich kenne Autos die nicht mal halb so alt sind wie du und 10 mal mehr Probleme bereiten.
P.S.:
Ein ganz großer Dank geht an meine ganz große Liebe, in diesem Text Frau D. genannt! Ohne diese Frau kann diese Geschichte dieses Autos nicht erzählt werden und ohne Sie wäre Sie wohl auch gar nicht erst zustande gekommen. Hätte Sie mich damals nicht geschickt in die Richtung dieses Autos gesteuert wäre ich diesen ersten Schritt in Richtung Amerikanisierung meines Fuhrparks wohl nie gegangen
So möchte ich an dieser Stelle meiner besseren Hälfte danke sagen:
Danke, mein Engel! Danke für deine Leidensfähigkeit und deine Geduld und besonderen Dank dafür das du meine Leidenschaft nicht nur unterstützt sondern mittlerweile auch teilst