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19.03.2021 20:28    |    Dynamix    |    Kommentare (12)    |   Stichworte: Caprice, Diaries, WHALE

Wo die Saison 2020 für unseren Blauwal so ruhig und ereignislos verlaufen war, sollte es 2021 wieder etwas weitergehen. Der TÜV war mal wieder fällig! :rolleyes: Da ich bei der Gelegenheit noch ein paar andere Dinge angreifen wollte, vereinbarte ich mit einem Kumpel das ich den Wagen bei Gelegenheit mal zu Ihm bringe.

 

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Zum einen sollte die Anhängerkupplung endlich ab, zum anderen sollte er sich die Klimaanlage noch einmal ansehen. Die Anhängerkupplung habe ich in 7 Jahren Eigentümerschaft nicht EIN EINZIGES MAL benutzt. Bisher war meine Argumentation pro Anhängerkupplung immer "falls man Sie doch mal braucht" aber ganz ehrlich? Ich habe Sie 7 Jahre lang nicht gebraucht, ich brauche Sie sicherlich in den nächsten 7 Jahren nicht. Warum also behalten? Mal davon ab das der Haken an dem Auto wirklich nicht schön aussieht und es mir zumindest das einparken in der Garage erleichtern würde da ich damit ja auch mal eben 10cm zur Wand gewinne ;)

 

Bei der Klimaanlage sollte noch einmal nach dem Leck gesucht werden, welches dafür sorgt das mein Auto nicht mehr kühlt. Irgendwo muss da noch was im Argen sein und ich hab den ganzen Kram an der Klima ja nicht umsonst neu gemacht. Also soll Sie auch laufen und ich bin es auch leid seit 2014 ohne laufende Klima durch die Gegend zu eiern. Schlimm genug das ich das Thema schon so lange vor mir her schiebe, fühle mich schon fast wie der typische Low Budget US-Car Fahrer der die Sachen erst macht wenn Sie schon drei mal kaputt sind bzw. so unwichtige Dinge wie Klimaanlagen gleich ganz ausbaut wenn Sie kaputt sind. Nee, geht gar nicht. Da müssen wir einfach noch einmal ran, auch wenn's weh tut :(

 

Die Saison startete für den Wal dieses Mal nicht pünktlich zum 1. März, hier habe ich dieses Jahr dem Sheriff den Vorzug gegeben weil der einfach noch länger rumgestanden hat und der den Auslauf noch nötiger hatte. Mitte März sollte es dann aber soweit sein, ich hatte in Nordhessen etwas zu erledigen und bei der Gelegenheit wollte ich einen Kumpel besuchen. Wir machten aus das wir, wo man sich nach Monaten mal wieder sieht, auch gleich die Anhängerkupplung von Ihrem Leid befreien können. Sollte ja kein großes Thema sein bei den paar Schrauben. Spoiler: Es war mitnichten "kein großes Thema" :rolleyes:

 

Aber erst einmal von vorne! Da der Caprice ja erst einmal aus dem Winterschlaf befreit werden wollte fuhr ich einen Tag vor der großen Reise zur Garage. Ich versuchte den Wagen zu starten, erntete aber nicht mal eine lumpige Kurbelwellenumdrehung. Mist, Batterie platt aber das hatte ich schon irgendwie erwartet. Also Batterie raus und 12 Stunden ans Ladegerät. Die lumpigen 10 Volt die da noch drauf waren sprachen eigentlich schon dafür das die Batterie platt ist, aber manchmal hat man ja Glück und Sie fängt sich noch einmal. Also Ladegerät an die Batterie gehangen und ausgeharrt. Und siehe da, nach der Ladung und etwas Ruhezeit standen immerhin 12,84 Volt auf der Anzeige. Sieht also noch brauchbar aus :) Aber ich denke ich besorge mir diese Saison mal ne neue Batterie, vielleicht wirklich mal so eine Optima Yellowtop die auch mehrere Entladungen wegsteckt. Ist ja bei solchen Saisonauto nicht die dümmste Idee ;)

 

Mit der frisch geladenen Batterie im Gepäck ging es dann zur Garage. Alles wieder verkabelt, Zündschlüssel gedreht und der Wagen kam sofort! So soll es sein :cool: Dann noch kurz den Luftdruck wieder auffüllen, den Hund einladen und ab auf die Bahn. Erst hatte ich einen Termin weil ich dem Bruder eines Kumpels bei einem Autokauf assistieren sollte. Ziel war Ford Kögler in Bad Nauheim, deshalb auch die geplante Aktion mit der Anhängerkupplung weil der Kumpel im Dunstkreis wohnt :)

 

Die Ausstellung war wirklich beeindruckend, neben gefühlt zwei Dutzend Bullit Mustang standen dort auch mehrere F150 Shelby herum, dutzende Ranger Raptor und mehrere Mustang Shelby GT500. Der hatte schon viel geiles Zeug auf dem Hof stehen, aber für einen Ford waren wir nicht hier sondern für einen braven Hyundai i30. Die Besichtigung incl. Probefahrt war dann auch eher unspektakulär, da der Wagen erst 55.000 runter hatte und soweit an dem Auto alles passte. Passable Ausstattung, mit knapp 140 PS ausreichend motorisiert und der Verschleiß war kaum vorhanden. Bremsen hatten bis auf Flugrost von der Steherei keine Probleme, Beläge waren noch gut, sehr kleine Kanten an den Scheiben, Reifen hatten alle noch locker 8mm, Motor zog sauber durch ohne Ruckeln, zuckeln oder Warnlampen und alle Gimmicks taten was Sie sollen. Und für knapp über 10.000€ incl. Anlieferung deutschlandweit und der üblichen Garantie kann man echt nicht meckern. Also den Deal endgültig eingetütet und danach direkt weiter zu Operation "die Sache hat einen Haken".

 

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Die ursprüngliche Idee war das wir einfach nur ein paar Schrauben entfernen und dann die Kupplung in der Hand hatten. Hier hatten wir allerdings die Rechnung ohne die deutsche Gründlichkeit gemacht. Die US-Kupplungen sind für gewöhnlich mit jeweils 2 Schrauben an der Unterseite der Crashdämpfer montiert. Das ist allerdings etwas labbrig und davon ab auch nicht deutsch genug ;) Nein, hier wird ordentlich wie wir Deutschen nun mal sind die Kupplung an der Ober- und der Unterseite des jeweiligen Crashdämpfers montiert. Hält in Kombination mit der zweiten Montage direkt am Rahmen natürlich bombensicher! Ist blöderweise die Pest wenn man das Ganze wieder abbauen muss, da man idealerweise die Stoßstange demontiert um an alles heranzukommen. Noch blöder: Für die Stoßstange müssen eine ganze Menge verwinkelt sitzender Schrauben und Muttern gelöst werden :rolleyes:

 

So wurde aus "wir machen das mal eben" ein "wir montieren die Stoßstange ab um an den ganzen Dreck überhaupt ranzukommen". Tja, so machten wir uns daran den ganzen Mist wieder zu demontieren. Dafür muss man erst einmal im Kofferraum den Teppich demontieren das man da ran kommt. Dafür die müssen erst einmal die Stopfen an den Rückleuchten gelöst werden, jeweils zwei pro Rücklicht. Danach muss man die Stopfen im Kofferraumboden lösen und danach die welche den Teppich auf Höhe der Heckklappe halten. Danach kann man den Teppich soweit zurückziehen das man an die oberen Schrauben kommt welche die Stoßstange seitlich halten. Danach sind die Schrauben unterhalb dran, diese sitzen in etwa auf Höhe des Radkastens und sind je nach Seite etwas tricky zu erreichen. Bei mir kommt erschwerend hinzu das durch den Flowmaster Auspuff der Platz zu diesen Schrauben im Vergleich zum Original eingeschränkt ist. Eine Drehratsche schafft hier Abhilfe!

 

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Die Stoßstange selbst ist dann auch noch einmal mit jeweils 4 Muttern an den Crashdämpfern montiert, hier wird es leider extrem fummelig. Gelenkige Hände/Finger und eine gute Lampe sind hier von Vorteil!

 

Dann noch den Kennzeichenhalter demontieren und die restlichen Schrauben im Dunstkreis welche die Stoßstange an der Karosserie hält. In meinem Falle musste noch die Nebelschlussleuchten abgeklemmt werden, der Schritt ist aber für US-Modelle zu vernachlässigen da diese keine NSL haben ;)

 

Dann sollte man, möglichst zu zweit, die Stoßstange gleichmäßig aus Ihrer Position ziehen. Jetzt kamen wir auch endlich an die fehlenden Schrauben an dem Crashämpfer und hier erwartete uns auch die erste böse Überraschung. Der Wagen hatte wohl mal irgendeine Form von Treffer an der Heckseite, zumindest war der Crashdämpfer hier schon eindgedrückt. Die Dämpfer sind ab Werk so konzipiert das diese bei einem Treffer in der Endposition stecken bleiben, deshalb sollten die auch nach jedem Aufprall dieser Art ersetzt werden! Blöd nur das die Dinger von GM natürlich nicht mehr produziert werden, gut wenn man einen Kumpel hat der schon gefühlt ein halbes Dutzend von den Dingern geschlachtet hat und über ein riesigen Teilefundus verfügt :cool: So zauberte er aus seinem Sammelsurium schnell einen intakten Crashdämpfer der dann anstelle des defekten Teils verbaut wurde. Jetzt waren wir aber immer noch mit der Kupplung zugange, diese war ja auch noch einmal am Rahmen selbst befestigt. Diese Befestigung bestand aus zwei Platten mit einer eingeschweißten Schraube die von oben im inneren des Rahmens aufgesteckt wird. Dann einfach die Kupplung dadurch und dann mit Muttern sichern. Auch das wurde einmal demontiert, dadurch das der Rahmen bei den Limousinen ein C-Profil hat und nicht geboxt ist wie bei den Kombis kommt man da im Zweifel von der Seite gut ran.

 

Jetzt war das Ding also endlich ab, ganz schön schwerer Brocken! Jetzt musste alles wieder dran und es wurde schon dunkel. So arbeiteten wir uns mit einem Strahler, einer Fahrradlampe und Handybeleuchtung Stück für Stück weiter vor bis alles wieder an einem Stück war.

 

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Stoßstange wieder dran, etwas ausrichten und all die ganzen Schrauben wieder dran. Die vergniedelten Verschraubungen wurden dann aufgebohrt und mit neuen Schrauben gesichert. Im Falle der Kennzeichenhalterung hatten wir Glück das wir das Gewinde in der selben Größe neu schneiden konnten. Die alten Schrauben wurden dann entsprechend durch neue ersetzt was besonders im Falle der Kennzeichen eine gute Idee war, da an der Oberseite Plastikschrauben verwendet wurden. Was auch immer GM sich dabei gedacht hat :rolleyes:

 

Jetzt war es schon dunkel, aber zumindest das Auto war fertig. Wir besorgten uns zur Feier des Tages noch schnell eine Pizza und am späten Abend machte ich mich dann auf den Weg nach Hause. Auf dem Weg nach Hause wurde ich dann noch von dem ein oder anderen Schneeschauer überrascht, was natürlich genau dann passiert wenn ich mit neuwertigen Sommerreifen in die Saison starte :rolleyes: Zum Glück war die rechte Spur freigefahren, denn auf der linken blieb alles liegen. Natürlich bin ich entsprechend langsamer gefahren, auch wenn die Hinterbänkler meinten wieder drängeln zu müssen. Überholen wollte dann aber auch keiner über die verschneite linke Spur, feiges Pack! :D So kam ich dann gegen 1 Uhr morgens wieder zuhause an, an einem Stück und todmüde. Durch die Dunkelheit konnte ich die neue Heckansicht gar nicht würdigen, aber dafür war ja och etwas Zeit ;)

 

coolcool

Als die Sonne wieder aufgegangen war bekam ich die Gelegenheit. Sieht doch gleich viel besser aus ohne den Haken! Da ich ja noch einen schicken Wagenheber dazu bekam beschloss ich den Kofferraum endlich mal aufzuräumen. Also den schweren Agrarhaken aus dem Kofferraum, der sollte schließlich noch etwas Geld bringen, und ansonsten mal alles unnütze rausgeworfen. Dann mal das Gepäcknetz wieder vernünftig aufgehangen und den ganzen Kleinkram entsprechend in der Tasche verstaut. Bei der Gelegenheit hab ich auch die Felgenbürste wiedergefunden die ich seit Monaten vermisse :D

 

Danach ging es daran das Ersatzrad wieder an die originale Position zu hieven. Das Ganze wird durch einem Haken im Kofferraumboden fixiert, dann setzt man das Rad einmal drauf und sichert das Ganze mit einer großen Flügelmutter. Jetzt hält das Ganze bombensicher, der Wagenheber ist unter das Ersatzrad gewandert und fliegt jetzt so auch nicht mehr lose im Kofferraum herum. Damit war das Thema Anhängerkupplung schon mal erledigt, um den Rest kümmern wir uns dann aber an anderer Stelle ;)

 

alles-noch-dran Alles noch dran

Hat Dir der Artikel gefallen? 1 von 1 fand den Artikel lesenswert.

19.03.2021 20:44    |    ToledoDriver82

Ah ja, da sind ja die mir bekannten Bilder :D


19.03.2021 21:52    |    ElHeineken

Das sieht doch ganz passabel aus.


19.03.2021 21:59    |    PIPD black

Bild 2 und 3 sehen eher nach Demolition Derby als nach nem gepflegten Wal aus.:D


19.03.2021 22:04    |    ToledoDriver82

Ah deswegen de defekt Dämpfer :p:D


19.03.2021 22:35    |    Dynamix

Manchmal muss man sich halt etwas schmutzig machen ;)


19.03.2021 22:49    |    PIPD black

Wer schön sein will, muss leiden.....und es hat sich optisch jedenfalls voll gelohnt.:)


19.03.2021 23:16    |    Dynamix

Joa, sieht plötzlich so sauber aus :D


20.03.2021 09:34    |    ToledoDriver82

Optisch definitiv ein Gewinn


20.03.2021 10:05    |    Badland

Ganz schön wuchtiges Heck, so ganz ohne Verkleidungsteile. Sieht im kompletten Zustand viel schlanker aus.

 

Hast aber recht, die Wegnahme der AHK macht schon was her. :cool:


20.03.2021 10:25    |    Dynamix

Das macht auch die Länge durch den Überhang der Stoßstange. Dadurch wirkt der Wagen gestreckter, was natürlich wieder einen schlanken Schuh macht :cool:

 

Irgendwie muss ich beim betrachten des ausgebauten Hecks an einen 59er Impala denken, ja, die mit den Batwings am Heck.


20.03.2021 10:33    |    Badland

Jetzt wo du sagst, hast recht. Könnte aber auch entfernt das Heckblech der Ford Thunderbirds von 1958 - 1960 sein.


20.03.2021 10:40    |    PIPD black

Dann hatten wir den gleichen Gedanken. Auch wenn ich eher an das Auto der Olsenbande dachte.:D


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Deine Antwort auf "Whale Diaries: Die Sache hat einen Haken!"

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