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Die Pure Unvernunft

Aus dem Alltag eines PS-Junkies

09.03.2020 16:24    |    knolfi    |    Kommentare (5)

Giant Full-E1 nach einer Tour mit noch original RahmenGiant Full-E1 nach einer Tour mit noch original Rahmen

Liebe Bloggemeinde,

 

neben Autos habe ich seit fünf Jahren noch eine zweite Leidenschaft, die mit Motor und Rädern zu tun hat: die Leidenschaft des Mountainbikens. Dabei setze ich schon seit 2015 auf E-Mountainbikes.

 

Wurde ich 2015 noch hier im Blog und teilweise auch auf meinen Touren belächelt und als "Warmduscher-Biker" abgetan, hat sich das Bild in den letzten fünf Jahren komplett gewandelt. Das Mountainbiken mit E-Unterstützung ist völlig normal geworden...mittlerweile treffe ich auf meinen Touren mehr Biker mit E-Unterstützung als ohne.

 

Die Vorteile liegen auf der Hand: mehr Reichweite in gleicher Zeit. Ich komme mittlerweile innerhalb von zwei Stunden hier im Schwarzwald auf Höhen und in Gegenden, für die ich ohne Unterstützung sicherlich das Doppelte gebraucht hätte. So kann man mal eben schnell abends noch über 30 km und 1400 Höhenmeter abreißen, für die man sonst einen halben oder ganzen Tag einplanen muss.

 

Dabei ist das Biken mit E-Unterstützung nicht wesentlich leichter als ohne, denn man muss ohne Ladegerät mit der Kapazität des Akkus haushalten...analog zum EV. Daher fährt man meist akkuschonend in der gringsten Unterstützung den Berg hoch und nimmt nur an steilen Passagen (die man mit einem normalen Bike wohl nie hochkommen würde) eine höhere E-Unterstützung. Hinzu kommt das höhere Gewicht des E-Bikes (wiegt gut das Doppelte eines normalen Mountainbikes), welches man den Berg hochwuchten muss.

 

Ich lade nicht unterwegs, sondern zu Hause. Denn der Ladvorgang dauert gute 6 bis 8 Stunden, um den Akku von 9% wieder auf 100% zu bringen.

 

Mein bisheriges E-Fully, ein Full-E1 von Giant mit Yamaha-Motor hat mich hierbei gute 8.500 km in knapp 5 Jahren begleitet. Dabei war es noch ein richtiges "old-school"-E-Bike mit Akku-Rucksack auf dem Rahmen, statt integiert.

 

Ich habe das Bike ordentlich rangenommen, aber auch regelmäßig warten lassen (alle 1.000 km). Dabei waren meist die Bremsen fällig (Beläge) und alle 2.000 km brauchte ich einen neuen Hinterreifen (Schwalbe Hans Dampf).

Nach 5.000 km war der Ritzelblock, die Kette und das vordere Kettenblatt verschlissen, des weiteren der Vorderreifen (Schwalbe Nobby Nick).

 

Leider ist mir bei km 7.500 der Rahmen an der Sattelstange gebrochen, aber Giant gibt Gott sei Dank lebenslange Garantie auf seine Rahmen, so dass ich kostenlos einen neuen Rahmen bekam. Die Umbauarbeiten der Komponenten hat Giant ebenfalls übernommen.

 

Dennoch merkte ich nach rd. 5.000 km, wie die Akkuleistung langsam nachließ...gerade bei kühler Witterung ging der Akku schneller in die Knie, so dass man speziell im Winter kleinere Reichweiten hatte.

 

Somit entschied ich mich nach einem Nachfolger umzusehen...und als 2018 Haibike das neue Flyon vorstellte, war es um mich geschehen. Leider musste ich auf das Flyon fast 18 Monate warten (länger als auf jedes Auto :D), aber kurz vor Weihnachten 2019 war es beim Händler. Da ich das gute Stück nicht gleich in den Matschwinter 19/20 einweihen wollte, hab ich bis März gewartet und nun kommt es auf den Trail.

 

Mein Giant habe ich heute in Kommission gegeben. Nun hoffe ich auf gutes Wetter, um das Flyon fliegen zu lassen. :D

 

Bis bald

 

euer Knolfi

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09.03.2020 17:27    |    Goify

Zitat:

Wurde ich 2015 noch hier im Blog und teilweise auch auf meinen Touren belächelt und als "Warmduscher-Biker" abgetan, hat sich das Bild in den letzten fünf Jahren komplett gewandelt.

:D

 

Ich sehe das zwar anders, aber das kann ja jeder sehen, wie er mag. Ich habe gestern Nachmittag in 2,5 h 47 km und 820 hm abgerissen. Mit dem E-Bike wäre das zwar angenehmer gewesen, aber genau das will ich ja nicht. Etwas schinden will ich mich schon. Ich muss auch zugeben, dass ich stolz bin, wenn mich andere fragen, wie ich bitteschön ohne Antrieb den Berg hochkam, wo sich andere in der höchsten Unterstützungsstufe hochquälten.

Mein E-Bike nehme ich nur, um schweißfrei ins Büro zu fahren (knapp 150 hm).

 

Ich kann mir allerdings vorstellen, in gesetzterem Alter auf ein E-Bike dauerhaft umzusteigen. Noch bin ich mit 36 zu fit dafür. In 20 Jahren sieht man weiter. Jetzt genieße ich, dass mein Fully mit 12,5 kg sehr leicht und somit sehr agil ist. Gerade das macht es für mich aus.

Schade finde ich, dass man in Fahrradgeschäften kaum noch normale Fahrräder bekommt. Sogar Rennräder gibt es vermehrt mit E-Antrieb.


09.03.2020 18:04    |    knolfi

Tja, mit zarten 36 Lenzen brauchte ich auch noch kein E-Bike. Damals vor 12 Jahren tat‘s auch noch mein KTM.

 

Aber wenn man mal die 40 (deutlich) überschritten hat, ändert sich das.

 

Selbst mein Nachbar hat sein Cube nach drei Jahren gegen ein E-Cube getauscht...und der ist auch noch vier Jahre jünger als ich. :D


09.03.2020 19:21    |    Fietser82

Ich bin zwar reiner Flachlandradler (Berge hats am Niederrhein eher nicht... die heißen hier dann Deiche.. ;-P), hab aber seit nem Jahr auch ein E-Bike als Dienst-Rad.... und mags nicht mehr missen....

in vorher auch schon rund 4 tkm/Jahr gefahren, Hälfte Arbeitswege, Hälfte Freizeit, so sind es jetzt eher 6-7 tkm... man fährt doch deutlich öfter mitm Rad zur Arbeit (bei mir 20 km je Strecke) wie vorher, da man weniger auf Wind oder sonstige Widrigkeiten achtet, und auch Freizeittouren am Wochenende werden deutlich länger und häufiger...

 

Waren früher mitm Trekkingrad 100 km das Äußerste an Tagesstrecke, und das auch selten, sinds heute dann auch mal 130, oder 140 km am Tag, die man fährt... dann tut einem auch irgendwann der Hintern weh... die Beine allerdings auch ;-)

Man sieht einfach ganz neue Ecke, viel mehr im Umkreis, wo man früher einfach nicht hingekommen ist, weil einem die Strecke zu weit war... und macht sich auch weniger Gedanken, dass es vllt zu weit sei, zur Not ist da die kleine "Rückenwindreserve".. Wobei ich die bisher noch nie nutzen musste...

 

Aber davon ab... in der Ebene ist man so nur wenig schneller unterwegs wie ohne Unterstützung, der große Vorteil ist einfach die Unabhängigkeit vom Wind, die einem bei solchen Strecken sonst schon mal gehörig den Spaß verdirbt, und die Sicherheit bei langen Strecken... und nach den langen Strecken merkt man dennoch sehr gut, was man getan hat...

davon ab machts den Arbeitsweg doch zumindest je nach Wind zumidnest 5 - 15 Minuten kürzer, die man morgens länger shclafen kann... auch was wert... ;-))

 

Einen Akku leer gefahren habe ich bis dato noch nie, aber dank ebener Strecke und Unterstützungs-Ende bei 27 km/h muss der Motor normal auch nur recht wenig leisten, daher sind die Prospektwerte der Hersteller bei mir ausnahmsweise auch realistisch... hab schon gut 260 km mit einem Akku geschafft... gute 200 gehen eigentlich fast immer.... im Mountainbike sieht das naturgemäß gänzlich anders aus...

 

 

Wobei ich für mich feststelle, ich nutze das E-Bike auch nur für die längeren Strecken ab 10, 15 km aufwärts, für kürzere Strecken nehm ich meist doch das normale Trekkingrad, oder den guten Holländer...


09.03.2020 19:46    |    BravoI

Seit 1 Jahr und 1.500km fahre ich E-MTB Fully. Ohne E-Unterstuzung hätte ich nicht so viel km geschaft.

Man denk - E-Bike für faule, nein so ist das nicht, nach 1 Stunde Trail komme ich richtig geschwitz nach hause und brauche Dusche. Und es macht viel Lust sehr Steile passaqen hoch fahren.

Neben bei bei Rush hour macht Spass am alle stehende Autos forbei fahren am gefederten Bike.

Meine Bio-Bike (noch in sehr guten Zustand) habe ich verkauft, weil seit dem ich E-MTB habe, möchte keine Bio-Bike Berg hoch fahren.

 

Gruß. I.


21.07.2020 14:34    |    knolfi

So, seit heute ist das Kapitel entgültig geschlossen. Mein altes Giant ist gestern endlich verkauft worden. Der Händler hat es nochmals für 300€ aufgemöbelt und dann für 1.200€ verkauft. Ich habe dann die 900€ eingestrichen.

 

Somit habe ich bei dem Giant in fünf Jahren 2.600€ verbrannt. Oder 520€ pro Jahr. Bei rd. 2.000 km p. a. macht das 26 ct. pro Kilometer. Reine Anschaffungskosten.

 

Rechne ich noch die rd. 100€ Inspektions- und Verschleisskosten auf 1000 km hinzu, so komme ich auf 36 ct. pro km. Nicht gerade billig, aber ein Auto kostet mind das fünf bis zehnfache (rechnet man den Wertverlust hinzu).


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