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20.01.2010 23:42    |    der_Derk    |    Kommentare (6)    |   Stichworte: Chevrolet, K1500, Modellbau, Revell

So langsam hat auch das Thema Modellbau mal einen ersten Blogeintrag verdient. Ausgewählt habe ich dafür das Modell eines Chevrolet Pickup, welcher momentan den jüngsten Zuwachs in meinem Sortiment darstellt. Basierend auf einem Revell-Modell, welches schon längere Zeit nicht mehr im Handel erhältlich ist (sollte aber bei Ebay zeitweise zu finden sein), passt der Chevy im Maßstab 1:16 exakt zu den Baumaschinen und LKW der Modellbau-Kollegen. Der Haken an der Sache ist nur: Staubfänger für die Vitrine sind auf Dauer langweilig, der Spieltrieb möchte auch befriedigt werden - und das Revell-Modell ist selbstverständlich nicht für eine Fernsteuerung ausgelegt. Aber das lässt sich ändern :).

 

Das Chassis

Dem Baukasten liegt ein durchaus originalgetreuer Leiterrahmen bei, welcher den Unterboden und die vorderen Radhäuser gleich mit angeformt hat. Ausreichend stabil für den RC-Umbau erscheint er indes nicht, also wanderten die gegossenen Kastenprofile in die Tonne. Unterboden und Radhäuser wurden vorher sauber davon getrennt und in die Karosserie eingepasst. Der neue Rahmen basiert auf 1,5 mm dicken Aluminiumschienen, welche in Form gesägt und zweifach gekantet wurden, um die originale Form möglichst genau nachzuahmen. Die Querverstrebungen im hinteren Bereich werden durch zwei M3-Gewindestangen mit übergeschobenem Aluminiumrohr gebildet, im vorderen Bereich hält der Motorträger die Profile zusammen. Winkelprofile im hinteren Bereich nehmen später die Pritsche mit insgesamt 4 M3-Schrauben auf. Der vordere Teil der Karosserie wird durch vertikale Winkelprofile gehalten. Die Blattfederaufnahmen sind aus Messing-U-Profilen und 0,5-mm-Messingblech weichgelötet und an dem Rahmen verschraubt. Die vordere Aufnahme dient dabei gleichzeitig als Halter für Stoßstange, Unterfahrschutz und Frontbügel. Die Heckstoßstange wurde aus 8 mm Werkzeugstahl aus dem Vollen gefräst, um angesichts der meist leeren Pritsche genügen Anpressdruck auf der Hinterachse realisieren zu können. Überflüssig, wie sich im Nachhinein heraus stellte - aber stabil wie ein Panzer :D.

 

Achsen und Antrieb

Für diesen Teil der Arbeit kann ich keine Lorbeeren einstreichen, ein Kollege hat die Achsen angefertigt. Die Hinterachse hat aufgrund der eingeschränkten Platzverhältnisse ein 1:1-Winkelgetriebe und kein Differential, eine kurze Schraube im Differentialgehäuse erlaubt die Schmierung der Zahnräder. Als Achskörper dient ein Messingrohr mit 6 mm Durchmesser, in dem die 4-mm-Antriebswelle ohne weitere Lager läuft. Die Felgenmitnehmer sind massive Messing-Drehteile, welche die Felgenschüssel voll ausfüllen und mittels Madenschrauben auf der Antriebswelle fixiert werden. Von den zweiteiligen Felgen wird die innere Hälfte mittels M2-Schrauben am Felgenmitnehmer verschraubt, die äußere Hälfte ist aufgeklebt.

Für Vortrieb sorgt ein 280er Mabuchi (6V), welcher über ein Metallgetriebe aus dem Conrad-Sortiment 30:1 untersetzt auf die hintere Kardanwelle wirkt. Das anfänglich eingesetzt Kunststoff-Kardangelenk ist bereits beim ersten Fahreinsatz unter dem Drehmoment zerbröselt, und wurde durch eine Stahlversion ersetzt.

Die Vorderachse ist nicht angetrieben, und besteht im Wesentlichen aus einem abermals aus Werkzeugstahl gefrästen Achskörper mit angeschraubter Blattfederaufnahme und Lenkhörnern aus Alu-Profilen.

 

RC-Einbau

Viel muss nicht 'rein - Motor, Fahrregler, Empfänger (40 MHz), Lenkservo und ein Schalter für die Beleuchtung. Die Karosserie bietet dafür ausreichend Platz, einzig die Unterbringung der Akkus gestaltete sich etwas kompliziert. Platz gefunden haben sie nun in den hinteren Radhäusern, zu jeweils drei Stück pro Seite in L-Form. Ich weiß, das resultiert in mehr als 6 Volt - liegt aber beim Motor noch in der Toleranz. Die Aufteilung erschwert zwar den Austausch, aber Dank 1600 mAh und dem recht genügsamen Motor ist die Betriebsdauer auch ohne fliegenden Akkuwechsel ausreichend.

 

Karosserie und Details

Als notwendige Anpassung mussten lediglich die Löcher für die Befestigung gebohrt, sowie der Einsatz für das Getriebe ausgefräst werden - der Motorhalter steht nun leicht durch die Sitzbank hindurch. Die Motorhaube ist abnehmbar um an die darunter verbaute Elektronik zu kommen, für den Ein- oder Ausbau muss die Karosserie aber abgeschraubt werden. Front- und Überrollbügel wurden aus Messingrohren, bzw. -profilen gelötet und direkt am Rahmen verschraubt, die kleinen seitlichen Trittbretter bekamen ebenfalls einen Messingprofil-Träger, da man sie beim Anheben des Modells sonst zu leicht abbricht. Die beweglichen Außenspiegel bestehen aus einer gelöteten Messingdraht / -blech-Kombination und sind mit Stiften in die Karosserie eingesetzt. Auf den Bildern sind leider noch die alten Kunststoff-Spritzgussteile aus dem Baukasten zu sehen.

 

Fahrerprobung und Fazit

Da das Modell aus funktionstechnischer Sicht stocksimpel gehalten ist, gab es bei der Inbetriebnahme auch keine Überraschungen. Der Motor ist ausreichend untersetzt, um auch rechnerisch mehr als 100% Steigung zu bewältigen, die Haftung der Reifen ist dafür aber so gut wie nie ausreichend. Der Lenkwinkel wurde schon gut ausgereizt, einen besonders kleiner Wendekreis will sich aber aufgrund des fehlenden Differentials hinten nicht einstellen. Mit Schwung angegangen wird der Wendekreis dann doch geringer, weil das kurveninnere Hinterrad abhebt (trotz der schweren Stoßstange hinten). Die Federung mittels Federstahlbänder ist erfreulich realistisch "amerikanisch" gelungen und erlaubt speziell vorne eine maßstäblich betrachtet gewaltige Verschränkung. An der Hinterachse musste aufgrund des Gewichtes eine weitere Lage eingezogen werden, was die Beweglichkeit der Achse leider einschränkt. Zum Thema Gewicht: Es sollte ja kein Rennwagen werden, sondern etwas Stabiles - und das scheint geglückt, die Waage schlägt trotz der geringen Größe immerhin auf 1,3 kg aus.

Leider gilt auch hier: Fertig ist ein Modell nie. Die Heck- und Instrumentenbeleuchtung müssen noch verkabelt werden, das Heckfangnetz fehlt, und die Antenne wartet noch auf eine vernünftige Verlegung. Was mal wieder völlig in die Hose gegangen ist, ist die Lackierung. Mit Farben habe ich kein glückliches Händchen, ursprünglich geplant war es ganz anders...

 

Technische Daten

  • Länge: 305 mm
  • Breite: 132 mm
  • Höhe: 129 mm
  • Radstand: 179 mm
  • Spurweite: 118 mm
  • Gewicht, unbeladen: 1,3 kg
  • Antrieb: Mabuchi 280, 6V
  • Akku: 6x 1,2V 1600 mAh NiMH
  • Höchstgeschwindigkeit: Ca. 3 km/h

 

Anregungen? Kommentare? Sind noch mehr 1:16er unter uns? ;)


21.01.2010 06:01    |    meehster

Lust hätte ich für so etwas schon, doch meine Modellbauqualitäten lassen doch sehr zu wünschen übrig ;)

Ich fahre besser nur oder frisiere das ferngelenkte Gefährt. Ich weiß aber nicht einmal, welchen Maßstab mein Lamborghini hat.

 

Das mit der höheren Spannung würde ich übrigens nicht so sehr als Problem sehen. Mein Lambo hat jetzt ja auch 10 statt 8 Akkus und läuft zuverlässig :) Nach einer halben Stunde Dauerbelastung sollte er aber schon etwas Pause machen - sicher ist sicher ;)


21.01.2010 09:00    |    game-junkiez

Zitat:

doch meine Modellbauqualitäten lassen doch sehr zu wünschen übrig ;)

Genau daran scheitert es auch bei mir, bin eher der Grobmotoriker:D

 

Tolles Hobby und ein tolles Modell ! Daumen rauf !

 

Viele Grüße

 

g-j:)


21.01.2010 14:44    |    meehster

Daumen rauf auf alle Fälle :)


21.01.2010 17:35    |    DeinOpa

Schönes Modell Gefällt mir:D

 

Ich würde es Vielleicht auch schaffen,aber ich hätte nicht die Geduld :D;)


21.01.2010 19:26    |    der_Derk

Danke, Danke... :)

 

Och, das mit der Geduld ist weniger das Problem, es sagt einem ja keiner wann es fertig sein muss. Ab und zu Abends mal nicht vor den Fernseher setzen, und schon bekommt man das in ein paar Monaten hin... ;)

 

Aber was Ihr mit der Motorik habt... Das hier ist doch bereits der Maßstab für Grobmotoriker? :confused: ;)

Als Erweiterung kommt dann demnächst noch der passende Doppelachser-Trailer, zum Transport von Bobcats und Minibaggern. Fast fertig ist er eigentlich schon, es fehlen nur noch Beleuchtung und Farbe.

 

Gruß,

 

Derk


02.02.2015 13:23    |    Traildriver

Nee nur 1:18 Toyota Tundra auf Losi MRC.


Deine Antwort auf "Neues aus dem Bastelkeller: Chevrolet K1500 Stepside Pickup in 1:16"

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