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20.02.2011 11:52    |    der_Derk    |    Kommentare (0)    |   Stichworte: Drehmoment, Drehzahl, Elastizität, Hubraum, Messwert, Schaltung

... Diesmal etwas völlig ohne Geländewagen-, Motorrad- oder Modellbaubezug: Das Thema Elastizität. Da ich es in letzter Zeit gefühlt täglich irgendwo im Forum lese, und es mich gerade aus der AutoBild auch wieder anspringt, frage ich mich wirklich wie man diesen Messwert sinnvoll als Argument in irgendeiner Diskussion platzieren kann?

Nehmen wir gleich das AutoBild-Beispiel beim Vergleich zwischen Skoda Yeti und VW Tiguan. Beide identisch motorisiert (2.0 TDI), der Skoda mit leichtem Drehmomentvorteil, aber davon abgesehen bleibt die Maximalleistung identisch. Nun wird die Elastizitätsmessung von 80-120 immer im letzten Gang gemessen, der Yeti tritt mit fünf Gängen an, der Tiguan mit derer Sechs. Dass der Tiguan im aller Wahrscheinlichkeit nach länger übersetzten sechsten Gang nicht mit dem Yeti mithalten kann, ist klar (auch wenn die Differenz mit ca. 3 Sekunden nicht wirklich groß ausfällt), nur es stellt sich die Frage: Warum sollten Tiguan-Fahrer das im letzten Gang versuchen?

 

Wenn es wirklich darum geht herauszufinden, welches Fahrzeug von 80-120 schneller ist, müsste doch eigentlich an dieser Stelle die Gangwahl egal sein, bzw. es müssten die möglichen Gänge getestet werden und der schnellste Wert wird genommen. Fahrzeuge, deren Höchstgeschwindigkeit jenseits der 200 liegt würden wohl auch kaum im letzten Gang von 80 auf 120 antreten, wenn es denn wirklich eilig wäre. Worüber dieser Messwert eine Aussage macht ist also in letzter Instanz allenfalls die Übersetzung des letzten Ganges und die Leistungsfähigkeit des Motors im dazugehörigen Drehzahlbereich. Was hat man davon noch gleich in der Praxis? Nicht sonderlich viel, solange das Anfassen des Schalthebels bei mehr als 80 km/h keine traumatischen Zustände auslöst.

 

Dennoch werden die Elastizitätswerte aus den Fahrzeugstests nach wie vor gerne und oft in Diskussionen angeführt, um das vermeintlich schnellere Auto zu küren, auch wenn das Ganze mit Schaltwechsel schnell vollkommen anders aussehen kann. In Verbindung (oder ist's doch schon Tateinheit?) mit dieser vorschnellen Annahme folgt als Begründung dann meistens das maximale Motordrehmoment, unter völliger Missachtung der Übersetzungsverhältnisse und relevanten Drehzahlen. Lichtblick sind da einzig die Tests unter Automatikbeteiligung, wo der zwanghafte Würgen im größtmöglichen Gang beim Zwischensprint nicht möglich ist.

 

Unter'm Strich wird natürlich auch dieser Beitrag das Problem nicht lösen, und es wird in weiten Teilen des Forums weiterhin munter Autoquartett gespielt. Aber irgendwie musste das gerade mal 'raus - und vielleicht habe ich ja wirklich eine sinnvolle Anwendung dieses Messwertes übersehen, ich lasse mich da gerne eines Besseren belehren... ;)


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