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Chatchamp's Motorwelt

Stories zu großen Autos von der Straße und Rennstrecke gibt es von mir ebenso, wie zu den neuesten Modellautos: Tests, Kritik und Backstage-Infos.

22.12.2012 11:34    |    Chatchamp    |    Kommentare (1)

Der neue Golf VII als Modellauto im Maßstab 1:43 nicht von Schuco oder Minichamps, sondern vom als Kleinserienhersteller bekannten Label Spark - nicht dass der neue Golf als Modell kommt, sondern dass das Team von Hugo Ripert den ersten Golf im weltweit weitverbreitetsten Sammlermaßstab vorstellt, kommt in Fachkreisen unerwartet. Herstellertypisch also ein Resine-Kunststoff-Modell statt eine Miniatur in Zinkdruckguss-Kunststoff-Mischbauweise, aber deswegen nicht minder schlecht in der Darstellung der Details. Um es vorweg zu nehmen: Spark hat mit dem neuen Golf VII ein aufwändig gestaltetes Modellauto vorgestellt, das in Sachen Anmutung seines Designs und deren Übereinstimmung mit derjenigen des Vorbildes alllerhöchste Ansprüche erfüllt. Dazu kommt, dass die Ausstattung mit Metallic-Lack und dem Glasdach eben diesen Hauch von Luxus in die Modellautovitrine bringt, der beim Golf mit seiner Schalterflut und Hochwertigkeit wohl auch im Vorbild eingezogen ist.

 

Das Kleinserienlabel Spark wurde von Modellenthusiast Hugo Ripert ins Leben gerufen. Der sammelte seine Erfahrung als Modellautobauer vor allem durch die Kleinserienmodelle nach Vorbildern aus dem Motorsport. Ripert erlernte sein Handwerk durch vorhergehende Tätigkeiten in der Entwicklung von Automodellen für Vitesse, Quartzo und Ixo; das wirklich jedes Modellauto speziell auf sein Vorbild hin entwickelt werde und man bei Spark keine 2012er-Decals auf ein 2011er-Rennauto montiere, das beteuert die Firma im Web. Insofern also ist auch der neue VW Golf VII im Maßstab 1:43 ein echtes Original, das Volkswagen in der üblichen - an einen kleinen Messestand erinnernden - Karton mit Display und Vitrinenhaube in die Regale des Zubehörhandels bringt.

 

Der erste Mini-Golf kommt in Pacificblue-Metallic und als Viertürer und ist unter der Bestellnummer 5G4 099 300 A F5A zu haben. Dass Modellauto misst etwa zehn Zentimeter und wiegt inklusive der Verpackung etwa 235 Gramm. Volkswagen und seriöse Internethändler, die das Modell nicht mit einem Neuheits-Aufschlag verteuern, bieten den Golf für 49,90 Euro an; falls noch eine Version von Schuco oder Minichamps kommt, wird die allerdings bei deutlich geringeren 25,00 Euro liegen. Doch die Zinkdruckguss-Modelle benötigen in der Realisierung länger; ein Modell aus Resine-Kunststoff ist in Bezug auf Formenbau und Entwicklung schneller umzusetzen. Die Details und deren Finish liegen etwa gleichauf. Schauen wir uns den neuen Golf VII einmal genauer an.

 

Die Art und Weise der Wiedergabe von Kühlergrill, Front und Scheinwerfern verdient Lob. Nicht nur, dass Radien und Formgebung der Teile stimmen; auch die Ausarbeitung der Details vor allem im Bereich der Frontlampen weiß zu begeistern. Die Kühlergrills sind allerdings nicht - wie beim Modell aus Zinkdruckguss - separat eingesetzt, sondern farbig abgehobene Partien der Karosserie. Nur die Scheinwerfer sind als transparent gehaltene Kunststoffeinsätze extra eingepasst. Vorbildgerecht auch die Chromleiste an der Bugspoilerlippe. Dass die Verglasung des Modells passt, ist keine Überraschung. Aufgesetzt und nicht nur graviert: Die Bügeltürgriffe in Wagenfarbe. Sehr schön: Die Ausarbeitung der Karosserie-Linien und -fugen an der Seite.

 

Dem Stand der Technik nach ausgearbeitete, hochwertig wirkende Leichtmetallfelgen wurden mit profilierten Gummireifen bestückt. Die Bremsscheiben sowie die Bremssättel hat man bei Spark filigran ausgearbeitet. Das Dach bietet einen colorierten Glaseinsatz sowie eine kleine Navigationsantenne. Am Heck findet der Fan vorbildgerecht gestaltete, aus transparentem, rot eingefärbten Kunststoff hergestellte Rückleuchten. Ein Heckwischer, das VW-Logo, ein Schriftzug "Golf" und ein amtliches Kennzeichen vervollständigen die Liste der Details am formal stimmigen Heck. Der Innenraum - eine echte Domäne von Minichamps gewesen - spart nicht an Feinheiten in der Ausführung, wie die Bilder von Thomas Sommer von 1zu87.com zeigen.

 

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Auch die Türinnenverkleidungen mit den aluminiumfarbenen Zierelementen und Türgriffen, die Schalter der Bedienelemente und die Gravuren der Sitze sowie die Formgebung der Kopfstützen und Hutablage wissen handwerklich zu überzeugen. Die Neigung des Instrumententrägers entspricht exakt derjenigen des Vorbildes. Alles in allem ist Hugo Ripert und seinem Team ein hochwertiges Automodell gelungen, das den Premiumansprüchen von Volkswagen ganz klar entspricht. Wie gut gearbeitet wurde wird auch durch die Gravur des Tankdeckels belegt, dessen Verlauf der Linien genau parallel zur Seitentürhinterkante und der Fuge zwischen Kotflügel und Heckstoßstange geführt wurde; ganz genau wie beim Vorbild. Mein Fazit: Etwas teuer für ein Modell, aber premium und gut.

 


16.12.2012 00:44    |    Chatchamp    |    Kommentare (5)

Wer mit der Anschaffung eines Cabriolets noch bis zum nächsten Sommer warten will oder muss, der kann sich die kalten Wintermonate mit dem Kauf eines kleinen Cabrio-Modellautos versüßen. Minichamps und Schuco, die beiden wichtigsten Modellauto-Produzenten, die von Deutschland aus tätig sind, brachten am 15. Dezember 2012 die Miniaturen zweier Offenversionen in die Regale der Fachhändler und Zubehörshops, die die Sammler sehnsüchtig erwartet haben: Zum einen das Audi RS5 Cabriolet, das von dem Team um Paul und Romy Lang von Minichamps aus Aachen hergestellt wurde und zum zweiten das Volkswagen Golf VI Cabriolet, das die Modellbauingenieure von Schuco im Auftrag von VW fertigten. Beide Miniaturen im weltweit weitverbreitetsten Maßstab 1:43, damit also rund elf beziehungsweise zehn Zentimeter lang und in Sachen Detaillierung ebenso nahe beinanderliegend, wie die Vorbilder aus Ingolstadt und Wolfsburg.

 

Beide Modelle kamen als sogenannte Werbemodelle in den Handel und die Zubehör-/Ersatzteil- Abteilungen der Händlerbetriebe: Das Audi RS5 Cabrio zunächst in Daytonagrau-Metallic unter der Bestellnummer 501.12.153.23 sowie in Estorilblau-Metallic (501.12.153.13). Genau wie das Modell des VW Golf VI Cabriolets ist der kleine Audi in Zinkdruckguss- und Kunststoffmischbauweise hergestellt, also mit Karosse aus dem sogenannten Diecast mit einem aus Kunststoff nachgebildeten, aufwändig bedruckten Interieur. Interessanterweise wiegt das kleinere Modell, also der Golf, mit 260 Gramm mehr als der 170 Gramm leichte Audi RS5. Bei der Karosseriestärke dünnere Wandstärken einzusetzen, das spart auch im Modellauto-Business bares Geld.

 

Der Golf ist unter der Bestellnummer 5K7 099 300 U4V zunächst in Dark-Purple-Metallic sowie in der Standardfarbe Tungstensilber-Metallic (5K7 099 300 B7W) erhältlich. 22,90 Euro werden für den VW, satte 35,00 Euro für den Audi aufgerufen. Vorsicht übrigens beim Kauf im Internet: Sehr viele Dealer dort wollen mit Neuheiten Kohle machen und verlangen satte Aufschläge, wenn gefragte Neuheiten ihre Markteinführung feiern. Für das Audi RS5 Cabrio verlangt ein namhafter Modellautoversender 43,95 Euro pro Stück, also rund 24 Prozent mehr als zum Beispiel die Firma, die die Bilder zu diesem Artikel zur Verfügung gestellt hat. 35,00 Euro, das ist auch der Preis, den die Fans bei Audi dafür bezahlen: Niemand, absolut niemand muss sich von Internetabzockern ausnehmen lassen.

 

Wer lieber beim Kauf anfasst, der ist beim Autohändler an der Ecke vollkommen richtig aufgehoben, denn dort lassen sich die Modelle längstens binnen zweier Tage beschaffen: Ohne Aufschläge und letztlich ohne Portokosten, denn diese verlangen alle Versender noch on top; mindestens sieben Euro sind also dazuzurechnen. Doch zurück zu den Modellen als solchen. Sowohl das Team für Audi als auch das für Volkswagen hat gute Arbeit geleistet, denn die Anmutung des Designs beider Autos wurde von den Modellbauern in beiden Fällen handwerklich sehr sauber in den Maßstab 1:43 übertragen: Die Proportionen passen perfekt; die Anmutung des Modells entspricht in beiden Fällen denen der Vorbilder. Was bei Minichamps und Schuco aber auch nicht überrascht.

 

Gleiches gilt für die Detaillierung: Die Kühlergrillgitter sind sämtlich als bedruckte Platten, also nicht durchbrochen ausgeführt. Wären sie durchbrochen dargestellt, könnte der Fan hindurchsehen. Geht aber nicht; Minichamps hat das beim Audi RS6 2002 erstmals eingeführt. Ist aber teurer in der Herstellung. Macht nichts, dass es beim neuen RS5 nicht so ist, denn die aufwändige Bedruckung des Hauptgrills kaschiert das sowieso. Sowohl der Audi als auch der Golf haben im Detail sehr stimmig den Vorbildern nachempfundene Reflektoren unter den transparenten Ganzglas- beziehungsweise Kunststoffabdeckungen. Keine Frage, dass auch die Verglasung der Windschutzscheiben passen; Seitenverglasung gibt es bei den offen gebauten Cabriolets mangels Hardtop keine.

 

Bei beiden 1:43ern sind die Türgriffe als separate Teile aufgesetzt, die Spiegel mit einer glänzenden Chromfolie belegt und die Leichtmetallräder maßstabgerecht nachgebaut. Profilierte Reifen, deutlich zu erkennende Bremsentechnik und eine gußgratfreie Optik sind selbstverständlich. Die Unterseite der Autos bildet die markantesten Details nach; die Abgasanlage und Hitzebleche sind farbig vom Unterboden abgesetzt. Doch wer interessiert sich für das Fahrwerk, wenn ein gut gemachter Innenraum lockt? Sowohl Armaturentafeln als auch Sitzbau, Seitenverkleidungen und Mittelkonsole sind formtreu nachgebaut, mit Softlack lederähnlich gestaltet und im Bereich Schalter sowie Bedienelemente vorbildgerecht coloriert. Nichts fehlt; erst recht nicht das Navigationssystem.

 

Es ist immer wieder erstaunlich, zu welchen Leistungen die Fertigungsbetriebe in China bei den 1:43er-Modellen in der Lage sind. Auch die Einbauteile wie die Rückleuchten sind fugenfrei in die Diecast-Karosserie eingesetzt, die Zierleisten heißgedampft und in den Proportionen korrekt ausgeführt. Die Lackierungen sind makellos, kein Farbnebel, keine Staubeinschlüssel, alles auf einem hohen Niveau. Aber auch nicht ungewöhnlich bei den Zulieferern Minichamps und Schuco, die die Modelle zudem in den werkseigen-gestylten Verpackungen ausliefern. VW den Golf VI aber in einer Knaller-Verpackung, denn diese ähnelt einem kleinen Messe- und Ausstellungsstand, auf dem das Modellauto richtig präsentiert wird. Bis es eben mal vom Sockel darf, auf den Tisch im Winter.

 


05.12.2012 01:42    |    Chatchamp    |    Kommentare (35)

Da glaubt man kurz vor Mitternacht, man habe Feierabend und könne sich nach dem harten Arbeitstag noch eine halbe Stunde vor den Fernseher verziehen, aber es kam wieder einmal anders als gedacht: In den ersten Minuten des 05. Dezember 2012 präsentierte die Audi AG erste Bilder, Daten und Fakten zum neuen Audi RS 6 Avant. Was also blieb dem Autor anderes übrig, als im gewohnten Stammportal eine ausführliche Zusammenfassung der Eckdaten des Hochleistungskombis einzutippen. Das war es dann mit dem Feierabend, aber die Linienführung des RS 6 sorgte für einen unerwarteten Adrenalinschub. Speziell die Frontschürze war es, die mit den weit aufgerissenen Lüftungsöffnungen und den beiden durchaus sehenswerten Zierspangen für Aufmerksamkeit und einen Hallo-Wach-Moment sorgte. Eine Tasse Kaffee später begeisterte dann auch der Blick auf die Fotos des Armaturenbretts sowie die offensichtlich hochwertige Verarbeitung des neuen RS 6, der dem Modelljahr 2013 zuzuschreiben ist. Getrieben vom Ehrgeiz, die Fakten den Lesern schneller als die Onlineausgaben von Autobild und Auto, Motor und Sport zu vermitteln, war der rund 1.000 Worte umfassende Bericht zum RS 6 dann auch vor den anderen Portalen online. Um aber auch Freunde und Leser von Motor-Talk.de zu erreichen, musste es einfach sein, auch an dieser Stelle auf die 560 PS aus vier Litern Hubraum zu sprechen zu kommen.

 

Daten und Fakten zum Motor

 

Der neue 4.0 TFSI-Motor leistet nach Angaben von Audi eben diese 560 PS oder neudeutsch 412 kw. Der Biturbo schöpft aus 3.993 Kubikzentimetern und bei zwischen 5.700 bis 6.700 Umdrehungen pro Minute seine Höchstleistung und stemmt 700 Newtonmeter (Nm) Drehmoment in den Antrieb. Geschaltet wird per Achtgang-tiptronic; der achte Gang ist als Gang zum Sparen lang übersetzt. Der Fahrer kann über die Schaltwippen am Lenkrad oder den Wählhebel im RS-Design eingreifen. Als Herzstück des serienmäßigen, permanenten Allradantriebs quattro mit radselektiver Momentensteuerung dient ein selbstsperrendes Mittendifferenzial mit erhöhtem Sperrwert. Ein Ölkühler reguliert seinen Temperaturhaushalt. Auf Wunsch verteilt das Sportdifferenzial die Kräfte stufenlos zwischen den hinteren Rädern. Erstmals ebenfalls ohne Aufpreis: Ein Luftfahrwerk mit sogenanntem dynamischen Setup - die RS 6 adaptive air suspension.

 

Dieses legt die Karosserie um 20 Millimeter tiefer. Das System kombiniert die Luftfederung mit einer geregelten Dämpfung und richtet sich dabei nach dem Straßenzustand, dem Fahrstil und dem Modus im Fahrdynamiksystem Audi drive select, mit dem der Fahrer die Arbeitsweise wichtiger Komponenten in mehreren Stufen beeinflussen kann. Alternativ kann der Kunde auch ein Fahrwerk mit Federn aus Stahl und dreifach verstellbaren Dämpfern bestellen; diagonal über Ölleitungen und Zentralventil miteinander verbunden. Das soll die Wankstabilität verbessern, sagt Audi. Die Dynamiklenkung mit ihrer stufenlos variablen Lenkunterstützung und –übersetzung wurde wie die elektromechanische Servolenkung speziell auf den RS 6 Avant zugeschnitten : Auch sie ist serienmäßig an Bord. Der neue Audi RS 6 Avant rollt serienmäßig auf glanzgedrehten 20-Zoll-Schmiederädern im Sieben-Doppelspeichen-Design. Alternativ gibt es 21-Zoll-Gussräder in drei unterschiedlichen Ausführungen.

 

Neue Bremsen und weniger Gewicht

 

Die Bremsanlage besteht aus vier innenbelüfteten Scheiben, die nach Angaben der Audi AG ein gewichtssparendes Wave-Design mit wellenförmigen Außen­konturen aufweisen. Die vorderen Scheiben haben 390 Millimeter Durchmesser und werden von schwarz lackierten Sechskolben-Sätteln angepackt. Wahlweise kann der Kunde rot lackierte Bremssättel ordern. Auf Wunsch stehen zudem Bremsscheiben aus Kohlefaser-Keramik mit 420 Millimeter Durchmesser bereit, ihre Sättel sind anthrazitgrau lackiert. Die Elektronische Stabilisierungskontrolle (ESC) verfügt über einen Sportmodus und lässt sich auch ganz deaktivieren. Die Bremsen des neuen RS 6 müssen 100 Kilogramm weniger Gewicht im Zaum halten als beim Vorgänger, denn die Karosserie besteht zu etwa 20 Prozent aus Aluminium und vielen Komponenten aus Hightech-Stählen. Das verbesserte Leistungsgewicht soll zu noch höherer Dynamik mit gesteigerten Fahrleistungen bei verringertem Verbrauch führen.

 

Von außen ist der neue Audi RS 6 Avant ein typischer Vertreter seiner Gattung. Wie schon der RS 2 aus 1994 weist er eine mit grob geflochtenen und hochglänzend lackierten Wabengrills ausgestattete Front auf, eine riesige Bugschürze, einen Diffusor sowie zwei elliptische Abgasendrohre am Heck. Der Dachkantenspoiler ist ebenso auszumachen, wie die rundum verteilten RS 6-Logos an der ansonsten frei vor Zierrat gehaltenen Karosse. Einsteigen bitte: Die Rundinstrumente tragen schwarze Zifferblätter, weiße Skalen und rote Zeiger. Der Schlüssel, das unten abgeflachte Dreispeichen-Multifunktions­lenkrad, die beleuchteten Einstiegsleisten, der Drehzahlmesser und die beiden Displays für das MMI und das Fahrerinformationssystem (FIS) tragen ebenfalls RS-Schriftzüge. Alu-Optik gibt es an Fußstütze, Pedalen und den Bedientasten im Terminal der MMI Navigation plus. Die Dekorblende um den ausfahrbaren Monitor ist in Klavierlackoptik gehalten, die inneren Türöffner sind als filigrane Doppelstege ausgeführt – ebenso klassisch im RS.


28.11.2012 22:57    |    Chatchamp    |    Kommentare (1)

Weihnachten fand für die Fans schneller Audi-Rennwagen schon vor dem 1. Advent statt: Am 28. November 2012 präsentierte der Internet-Fachhandel erste Modellautos vom Audi A5 DTM, die aus den Zubehörshops der Marke Audi den Weg in die Regale der Versender gefunden haben. In der für Audi typischen Werbemodell-Verpackung können Freunde der Marke nun das Starterfeld der DTM 2012 nachbilden; vorausgesetzt, sie erwerben auch noch die Modelle der Konkurrenten Mercedes und BMW. Letztgenannter Autobauer triumphierte bereits im ersten Jahr seines Comebacks und verhalf dem langjährigen Mercedes-Werksfahrer Bruno Spengler in 2012 zum ersten DTM-Titel. Spark, das rührige Modellautolabel von Hugo Ripert, verkleinerte die Dienstwagen der Fahrer Tambay, Ekström, Molina, Scheider, Rockenfeller, Frey und Mortara in den Maßstab 1:43. Die in Resine-Kunststoff gehaltenen Kleinserienmodelle kosten jeweils rund 52,00 Euro und zeichnen sich durch eine handwerklich exzellente Ausführung von Form, Ausstattung und den Decals aus. Etwa zur Hälfte des Preises, in Großserie und Metall-/Kunststoffmischbauweise, aber nicht minder handwerklich gelungen und in demselben Format rollte Audi zeitgleich das Modell des neuen A3 Sportback in die Vitrinen, das wie schon der Audi A3 Zweitürer von Schuco geliefert wird.

 

Audi A5 DTM von Spark im Maßstab 1:43

 

Die Bedruckungen der kleinen Audi-Rennwagen geben jedes noch so kleine Detail des Vorbildes wieder. Ripert, der vor seiner Selbständigkeit in Form des Labels Spark sein Handwerk bei den Firmen Vitesse, Quartzo und Ixo erlernte, legt ja bekanntlich Wert darauf, das wirklich jedes Modellauto speziell auf sein Vorbild hin entwickelt werde. 2012er-Decals auf einem 2011er-Rennauto, das wäre bei Spark undenkbar. Ein gegenteiliges Verhalten konnte bislang auch nicht ermittelt werden. Doch nun zum Finish der Audi A5 DTM: Schon der Blick auf die in der Anmutung ihres Designs dem großen Vorbild entsprechenden Fronthaube samt der aufwändig gestalten Bugschürze zeigt, wie gründlich das Team von Hugo Ripert gearbeitet hat. Jeder Radius, jedes Bauteil und jede Bedruckung stimmt minutiös mit dem Vorbild überein. Die ganz großen Luftleitblech-Exzesse der Vorjahre wurde durch das Reglement gebremst; aufgeräumter wirken die Rennwagen 2012 im Vorbild und Modell.

 

Der Kühlergrill der Audi A5 DTM entspricht mit den abgeschrägten Ecken schon der Facelift-Version des Coupés, zu dem Spark für die Deutsche Tourenwagen Masters auch die Showcar-Variante geliefert hat. Die Winkel der Linien sämtlicher Lufteintritts- und Luftaustrittsöffnungen sind perfekt in den Maßstab 1:43 verkleinert; dazu sitzen Scheinwerfereinheiten und Verglasung perfekt in der nur aus Resinekunststoff bestehenden Karosse. Telemetrie-Antennen, der vorbildgerechte Heckspoiler mit obenliegender Aufhängung, den Vorbildern entsprechende Leichtmetallfelgen mit dahinter sichtbar ausgeführter Bremstechnik - alles passt. Was auch für das spartanische, aber zweckmäßige Interieur gilt. Das Fazit: Mit dem Audi A5 DTM hat Spark seinem Ruf entsprechend sehr saubere Arbeit abgeliefert, die ihr Geld wert ist. Die Miniaturen messen im Übrigen runde 11,5 Zentimeter und bringen inklusive der Verpackung etwa 210 Gramm auf die Waage.

 

Das Lieferprogramm von A5 DTM und A3 Sportback in 1:43

 

Lieferbar sind: Audi A5 DTM 2012 "Red Bull" Nr.3, Mattias Ekström (Artikel-Nummer 502.12.001.23) / Audi A5 DTM 2012 "Audi ultra" Nr.18, Adrien Tambay (502.12.001.73) / Audi A5 DTM 2012 "auto TEST, E-PostBrief" Nr.4, Timo Scheider (502.12.001.33) / Audi A5 DTM 2012 "Deutsche Post E-PostBrief, Computer-Bild Spiele" Nr.17, Rahel Frey (502.12.001.63) / Audi A5 DTM 2012 "Playboy, Audi Sport performance cars" Nr.21, Edoardo Mortara (502.12.001.83) / Audi A5 DTM 2012 "Red Bull" Nr.10, Muguel Molina (502.12.001.53) sowie der Audi A5 DTM 2012 "Schaeffler" Nr.9, Mike Rockenfeller mit der Bestellnummer 502.12.001.43. Ebenfalls neu bei Audi, aber von Hersteller Schuco: Der neue A3 Sportback 2013 mit der internen Baureihennummer 8V. Er kam in Phantomschwarz-Metallic mit der Artikelnummer 501.13.030.33, in gletscherweißer Lackierung (501.13.030.13) sowie in Misanorot (501.13.030.23) als zehn Zentimeter Länge messendes Diecastmodell als 1:43er in den Handel.

 

Modellauto Audi A3 Sportback 2013

 

Über allem, was die Modellbau-Produzenten so anstellen, wacht natürlich die Designabteilung des jeweiligen Vorbild-Herstellers. So auch Audi im Falle der Rennwagen und der Straßenautomobile mit den vier Ringen. Daher ist nachvollziehbar, dass die Modellautos des Audi A3 Sportback im Look ihres Designs demjenigen des großen Vorbildes entsprechen. Die Chromeinfassungen von Grill und den Seitenfenstern wissen aus handwerklicher Sicht zu gefallen; die Verarbeitungsqualität in puncto Verglasung und Interieur lässt keine Wünsche offen. Am Unterboden des rund 230 Gramm leichten Mini-Ingolstädters sind die wichtigsten Details hervorgehoben, die Abgasanlage silbern betont. Im Innenraum stimmt die Formgebung von Armaturen, Sitzbau, Türinnenverkleidungen und Mittelkonsole exakt mit der des Vorbildes überein. Am Ende des Tages bleibt festzustellen, dass Designer und Modellbauingenieure in Bezug auf den Audi A3 ein perfektes Team gebildet haben. Die Bilder zu den Modellautos stammen übrigens von Thomas Sommer.

 


26.11.2012 15:55    |    Chatchamp    |    Kommentare (2)

Die Stuttgarter Automarke Mercedes-Benz informierte die Medien am 26. November 2012 über aus ihrer Sicht wichtige Termine und Jubiläumsanlässe im Jahr 2013; dem Jahr also, für das die Premiere der neuen S-Klasse mit der internen Baureihen-Nummer W222 angekündigt wurde. Wie kein anderer Mercedes ist der Vertreter der Luxusklasse mit seiner Marke verknüpft; kaum ein Modell erhält mehr Aufmerksamkeit, als der große Viertürer. Auf dessen Grundlage entwickelte Mercedes wieder ein zweitüriges Coupé und eine Langversion. Nach unbestätigten Pressemeldungen soll auf Basis des CL oder S-Klasse-Coupés ein Cabriolet kommen; auch ein Maxi-CLS soll angedacht sein. Kritiker der Marke warfen den Modellplanern schon beim derzeit aktuellen W221 vor, dieses Konzept nicht sinnvoll erweitert zu haben: Anstatt die Studie Concept Ocean Drive aus Januar 2007 als kleinen Maybach in Serie zu schicken und damit auf Basis der S-Klasse die Lücke zum Maybach 57 zu schließen, überließ Mercedes-Benz dieses Segment dem bis zur Wirtschaftskrise blendend verkauften Bentley Continental Flying Spur. Doch neben der neuen S-Klasse hat der Hersteller in 2013 eine Menge mehr Ereignisse zu bieten, an die zu erinnern sich lohnt. Zwar noch in 2012, aber durchaus wert, hier genannt zu werden: Das W201-Treffen zum dreißigjährigen Jubiläums des Mercedes 190 und 190 E am 08. Dezember 2012 am Stuttgarter Werksmuseum.

 

Die wichtigsten Jubiläen im Überblick

 

Rudolf Caracciola erreichte am 28. Januar 1938 auf der Autobahn Frankfurt–Darmstadt über einen Kilometer mit fliegendem Start eine Geschwindigkeit von 432,7 km/h. Dies ist die höchste auf einer normalen Verkehrsstraße erzielte Geschwindigkeit und ein Rekord, der bis heute - 75 Jahre später - ungebrochen ist. Für den Februar 2013 avisierte die Marke über Mercedes-Benz Classic die Teilnahme an der Rétromobile in Paris. Vom 6. bis 10. Februar erinnert der Hersteller damit an den Beginn der Auslandsvermarktung von Automobilen vor 125 Jahren, also im Frühjahr 1888: Der französische Ingenieur und Konstrukteur Émile Roger in Paris erhielt die alleinige Vertretung für Benz-Fahrzeuge und -Motoren in Frankreich. Ein halbes Jahr später, am 29. September 1888, gründete Klavierfabrikant William Steinway nach dem Erwerb der Daimler-Patent-Lizenzen auf Long Island, New York, die Daimler Motor Company. Am 23. Februar 2013 feiert Rennfahrer Hans Herrmann den 85. Geburtstag.

 

Der Pflege der Tradition wie auch der traditionsbewussten Kundschaft verschrieb sich Mercedes-Benz Classic mit der Beteiligung an der Retro Classics in Stuttgart vom 07. bis 10. März sowie dem Amelia Island Concours d’Elegance vom 08. bis 10. März 2013. 50 Jahr zurück liegt in demselben Monat die Weltpremiere des Typs 230 SL auf dem Genfer Salon. Vom 14. bis 24. März 1963 stellte Mercedes den Nachfolger von 300 SL und 190 SL vor; als erster Sportwagen mit Sicherheitskarosserie, die von Béla Barényi entwickelt wurde. Das Hardtop mit konkav geformter Dachlinie führte zum Beinamen Pagode. Die Techno Classica in Essen sollte Fans vom 10. bis 14. April 2013 an den Stand von Mercedes-Benz locken; ebenso wie Mercedes-Benz Classic sich vom 15. Mai bis 17. Mai 2013 an der Mille Miglia beteiligt. Am 15. Mai - dem Geburtstag des Autors dieses Blogs übrigens - jährt sich der Dreifachsieg von Mercedes mit dem neuen Dreiliter-Formelrennwagen W154 zum 75. Mal. Beim Großen Preis von Tripolis vom 15. Mai 1938 gewann Hermann Lang vor Manfred von Brauchitsch und Rudolf Caracciola.

 

Dreifachsiege und Feuerspritzen

 

Wie damals auf Anhieb mit der heutigen Formel 1 gleichzusetzende Rennen zu gewinnen, davon ist Mercedes-Benz in 2010 bis 2012 meilenweit entfernt gewesen. Ein Sieg für Nico Rosberg im F1 W03, am 15. April 2012 , mehr war in der 63. FIA-Formel 1-Weltmeisterschaft nicht drin. Im Juni 2013 ist Mercedes-Benz Classix vom 14. bis 16. beim ADAC Eifelrennen präsent; vom 27. bis 30. Juni auf der Arlberg Classic und vom 04. bis 07. Juli auf der Silvretta Classic. Die Anwesenheit von Mercedes-Benz Classic beim Goodwood Festival of Speed vom 05. bis 7. Juli 2013 wird sicher Anlass genug sein, an den 75 Jahre zuvor erreichten Dreifachsieg für die Silberpfeile des Modells W 125 beim Großen Preis von Frankreich vom 03. Juli 1938 zu erinnern. Die erste von einem Verbrennungsmotor betriebene Feuerspritze der Welt meldete Gottlieb Daimler vor 125 Jahren – am 29. Juli 1888 als "Feuerspritze mit Motorbetrieb" beim Kaiserlichen Patentamt an (DRP Nr. 46779 / 15. April 1889) an.

 

Für den August 2013 signalisierte Mercedes-Benz Classic die voraussichtliche Teilnahme an den folgenden Events: Classic Days Schloss Dyck, 02. bis 5. August 2013 / AvD-Oldtimer Grand-Prix, 09. bis 11. August 2013 / Pebble Beach Concours d’Elegance, 14. bis 18. August 2013 sowie der Sachsen Classic, die für den Zeitraum des 22. bis 24. August 2013 angesetzt wurde. Die Bertha-Benz-Fahrt am 10. bis 11. August 2013 erinnert an die nunmehr 125 Jahre zurückliegende Fernfahrt mit der Serienausführung des dreirädrigen Patent-Motorwagens von Mannheim über Heidelberg, Bruchsal und Durlach bis nach Pforzheim – insgesamt rund 100 Kilometer und mit ihren Söhnen Eugen und Richard. Nach fünf Tagen in Pforzheim fuhr das Trio über Bretten und Bruchsal zurück nach Mannheim. Nur 75 Jahre liegt am 21. August 1938 der Große Preis der Schweiz im Berner Bremgarten zurück, der mit einem Dreifachsieg für die Silberpfeile des Baumusters W125 endete.

 

60 Jahre Mercedes 180

 

Eugen Böhringer und Klaus Kaiser holten mit einem Mercedes-Benz 230 SL (W113) den Gesamtsieg der Langstrecken-Rallye Spa–Sofia–Lüttich. Für Böhringer war es der zweite Sieg bei dieser vom 27. bis 31. August 1963 dauernden, strapaziösen Veranstaltung. Im Jahr des 50. Jahrestages dieses Erfolges sagte Mercedes-Classic für September die Teilnahme beim Goodwood Revival (13. bis 15. September 2013) und dem Internationalen Edelweiß-Bergpreis Rossfeld Berchtesgaden zu, das auf den 27. bis 29. September 2013 gelegt wurde. Vor 60 Jahren – am 8. September 1953 wurde der Mercedes-Benz 180 in Sindelfingen der Presse vorgestellt. Der W120 ist der erste Mercedes-Benz Pkw mit selbsttragender Karosserie in Pontonform. Am 11. September 2013 können Fans von Rudolf Caracciola feiern, dass sich der Werksfahrer zum dritten Mal den Titel des Europameisters sicherte; vergleichbar mit dem heutigen Weltmeistertitel der Formel 1 (3. Platz Großer Preis Italien 1938).

 

Weltrekord für den W201 vor 30 Jahren

 

Mit der S-Klasse und dem Hinweis auf das Treffen der W201-Freunde in Stuttgart hat dieser Artikel begonnen; mit einer Über-S-Klasse und dem W201 soll er auch enden. Vor 50 Jahren – vom 12. bis 22. September 1963 - debütierte der Mercedes-Benz 600 auf der IAA (Internationale Automobil Ausstellung) in Frankfurt am Main. Das Repräsentationsfahrzeug wurde als Limousine mit fünf bis sechs Sitzen sowie als Pullman mit sieben bis acht Sitzen angeboten. Eine eben solche Stretchversion geistert auch vom kommenden W222 durch mehrere Ausgaben der Motorpresse. Vor 30 Jahren, exakt vom 13. bis 21. August 1983 legte auf der Versuchsbahn in Nardo/Italien ein Mercedes-Benz 190 E 2.3-16 in nur 201 Stunden, 39 Minuten und 43 Sekunden eine Distanz von 50.000 Kilometern zurück und stellte mit einer Geschwindigkeit von 247,9 km/h einen neuen Weltrekord auf. Weitere Ergebnisse der Rekordfahrt, absolviert von insgesamt drei Fahrzeugen, waren zwei Weltrekorde über 25.000 Kilometer und 25.000 Meilen sowie neun Klassenrekorde.


19.11.2012 00:22    |    Chatchamp    |    Kommentare (83)

Für den 18. November 2012 nahm der Kölner Privatsender VOX den Start der 2. Staffel der Serie "Biete Rostlaube, suche Traumauto" ins Programm. In der Doku-Soap sucht Autoverkäuferin Panagiota Petridou sonntags ab 18:15 Uhr Autos für Menschen, die ihr ihre Rostlaube zur Verfügung stellen in der Hoffnung, dass am Ende der Sendung ein besserer fahrbarer Untersatz dabei herausspringt. In der Episode um den 19-jährigen Berufsschüler Manuel Koleßa aus Unna erhielt die griechischstämmige Solingerin den Auftrag, aus einem Golf III aus 1997 soviel Kapital zu erwirtschaften, um dem 2,03 Meter großen Motorradfan eine Maschine vom Format Suzuki GSX-R 750 vor die Tür stellen zu können. Der Weg zum Ziel führte über den jeweiligen An- und Verkauf eines Ford Ka und eines Peugeot 106; Geschäfte, durch die die 33-jährige Autoverkäuferin die notwendige Kohle für das Motorrad verdienen konnte. Doch im Laufe der Sendung tauchten dieselben Fragen auf, wie in der 1. Staffel: Wie echt waren die Deals, wie glaubwürdig die Zahlen und das Vorgehen? Wurde dem Zuschauer ein falsches Bild von Kalkulationen und Kosten vermittelt?

 

Das Konzept zur Sendung "Biete Rostlaube, suche Traumauto"

 

Panagiota Petridou wurde am 13. Juli 1979 im nordrhein-westfälischen Solingen geboren. Gegen ihre ursprüngliche Absicht, Theaterwissenschaften oder Schauspiel zu studieren wurde sie Groß- und Außenhandels-Kauffrau. In ihrer beruflichen Laufbahn verkaufte Panagiota Computersysteme, Schuhe, Mobilfunk-Geräte und Triathlon-Bekleidung, bis sie sich 2004 auf die Anzeige "MINI sucht außergewöhnliche Verkäufer" meldete und infolgedessen dort über sechs Jahre im Ranking der besten Neuwagenverkäufer unter den Top Ten rangierte; jahrelang als beste Verkäuferin in Deutschland. In Vereinen wie Borussia Dortmund oder Fortuna Düsseldorf spielte sie 22 Jahre lang Handball und kämpfte sich bis in die dritte Bundesliga hoch. Ihre Karriere beendete sie im Jahr 2012 bei ihrem Herzensverein Fortuna Düsseldorf mit dem Aufstieg in die Oberliga. Seit Dezember 2010 dreht Panagiota für "Biete Rostlaube, suche Traumauto".

 

Der Fall Manuel Koleßa – glaubwürdig oder nicht?

 

Der Berufsschüler Manuel Koleßa arbeitet ehrenamtlich als Erzieher in einem Kinderheim, hat wenig Geld aber aufgrund der Motorrad-Affinität seiner ganzen Familie ebenfalls den Wunsch, auf zwei Rädern unterwegs zu sein. Am liebsten auf der Suzuki GSX-R 750, die neu 11.000 Euro kostet; gut gebraucht etwa deren 2.500,00. Sein Golf III, den er zum 18. von seinem Vater geschenkt bekam, sollte von Panagiota zu einem Motorrad gemacht werden. Manuel vertraute der Autoverkäuferin sein Auto an ohne – konzepttypisch – zu wissen, was dabei am Ende für ihn herauskommt: Golf III, Baujahr 1997, 60 PS, Benziner, Schiebedach, Radio, ohne TüV, aber 256.449 km gelaufen mit Hagelschaden, Beulen und einem von Paketband zusammengehaltenem Luftschlauch. Panagiota fuhr den Wagen zu ihrem Werkstattpartner im Team, dem 43-jährigen Paola Ciavarella. Der diagnostizierte noch einen Kupplungs- und einen Lenkungsschaden sowie Durchrostungen am Unterboden und einen Getriebeölverlust. Panagiota wollte dies alles im ersten Gespräch für 100,00 Euro gemacht haben.

 

Nach der exakteren Ermittlung des Gesamtschadens zuzüglich Federbeinlagerung wollte Paolo den Golf für 455,00 Euro fertig machen – inklusiv TÜV-Gebühren. Sowohl die 100,00 gewünschten (Traum-)Euro von Panagiota sowie der von Paolo genannte Betrag sind für Normalbürger bei dem Umfang des Schadensbildes aber kaum ausreichend dafür, den Wagen TüV-fertig ausgehändigt zu bekommen. Der Wagen, der vier Jahre und über eine Laufleistung von 80.000 Kilometer auch kein frisches Öl gesehen hat, wurde von Panagiota also unrepariert für 500,00 Euro an eine Dame weiterverkauft, die den Schrott-Golf mit Teilen ihres eigenen Golf wieder aufmöbeln wollte. Ein Vergleich von Papieren, Daten und so weiter unterblieb; geklärt, ob Golf III und Golf III wirklich zusammenpassen, das hat die Käuferin nicht. Unglaubwürdig sei das, so ein Zuschauer dazu, denn im Fabrikationszyklus eines Autos können sich durchaus wichtige Teile ändern. Falsch auch: Panagiotas Einschätzung, dass ein Golf III dieser Konfiguration repariert nur 800,00 Euro Marktwert habe.

 

Den Golf III nicht richtig verwertet?

 

Denn wie ein Blick in die Börse Autoscout24.de am Abend des Ausstrahlung zeigte, ist ein Golf III mit Schiebedach, 60 PS, 222.703 Kilometern und TüV bis 07/2014 für 1.990,00 Euro im Angebot; aber es ist nur einer von ganz vielen dieses Baujahres. Fahrzeuge diesen Typs sind von Fahranfängern heiß begehrt. Hätte Panagiota die optimistisch angesetzten 455,00 Euro investiert, hätte sie einen Gewinn von mindestens 1.500,00 Euro erwirtschaften können. Schlecht nachgeforscht? Zurück zur Sendung: Mit den 500,00 Euro kaufte sie beim befreundeten Händler Car-Concept-Hürth für 400,00 hart verhandelte Euro einen Ford Ka Baujahr 1998 mit 156.000 Kilometern, rundum Lackabplatzern und kleineren Roststellen, Bremsen mit nicht näher genanntem Defekt aber einem Jahr TüV-Restlaufzeit sowie ebenso 60 PS. Zehn Seiten Ford Ka 1998 bot Autoscout24.de am Abend der Ausstrahlung; ebenfalls ein begehrter Wagen für Autofahrer mit kleinem Budget.

 

Der Verkäufer hätte aber auch 800,00 Euro bekommen können; weswegen er das Auto fast verschenkt, blieb unklar. Vielleicht will er sich mit solchen Kleinwagen nicht abgeben; so etwas gibt es im teilweise spezialisierten Autohandel: Glaubwürdig. Panagiota und ihr Team steckten 300,00 Euro für Reparaturkosten, 64,00 Euro für ein Pioneer-Radio und 50,00 Euro für die Aufbereitung in den Ka und erzielten beim Verkauf statt der verlangten marktgerechten 1.490,00 ebenfalls marktgerechte 1.300,00 Euro. Der Gewinn von 986,00 Euro floss in einen Peugeot 106 XR mit 150.951 Kilometern Laufleistung, Baujahr 1996, mit - wie kann es auch anders sein - 60 PS Benziner und kleineren Schäden wie defekter Zierleiste, kaputtem Mittelschalldämpfer, defekter Leuchtweiterregulierung (TüV-Knock-out-Kriterium). Einkaufs- und Verkaufspreis von 650,00 Euro beziehungsweise 1.300,00 Euro passten in die Situation am Markt.

 

Dass am Ende 1.486,00 Euro Gewinn erzielt wurden und für dieses Geld tatsächlich eine Suzuki GSX-R 750 gefunden wurde, war "Topper" Thomas Schmidt zu verdanken, dem Chef der "Topper Garage", der etwas wortkarg, aber deswegen nicht unsympathisch war. Das Motorrad mit 98 PS, 46.601 Kilometern auf dem Tacho und defekten Blinkergehäusen erhielt von ihm auch noch eine frische Gratisfüllung Oel. VOX - wie RTL in seinen Doku-Soaps auf große Emotionen setzend - und Panagiota wollten Manuel Koleßa mit dem Bike überraschen, doch so überrascht wirkte der Protagonist nun denn doch nicht. Ein Fake? Egal: Die Sendung operierte zwar wie schon in der ersten Staffel mit optimistischen Instandsetzungspreisen, die ein Normalbürger niemals bekommt, wusste aber wieder zu unterhalten und mit einer sympathischen Panagiota Petridou zu überzeugen. Eine kurzweilige, dazu kaum von Werbung unterbrochene Sendung.

 

Panagiota Petridou im Interview mit VOX

 

Gegenüber VOX bezog Panagiota Petridou Stellung zur Frage, ob der Einblick, den der Zuschauer durch "Biete Rostlaube, suche Traumauto" in ihre Arbeit und Verhandlungstaktiken erhält, zum Problem bei Verhandlungen im Autohaus wird. Dazu Petridou: "Ich bin letztens einmal in einen Laden reingekommen und hab gesagt, dass ich einen Kühlschrank und eine Waschmaschine suche. Und da sagte der Verkäufer dann 'Ja ja, aber mit mir kannst du nicht so verhandeln wie im Fernsehen.’ Dann bin ich fast wieder zur Tür raus, als der Verkäufer hinterher kam und wollte, dass ich bleibe. Ich fragte ihn: 'Meinst du, ich kaufe irgendwas in meinem Leben, ohne, dass wir über den Preis sprechen?!’ Daraufhin hat er gesagt, okay, dann machen wir das. Die Leute freuen sich dann auch darauf. Es gab auch schon im Autohaus Kunden, die von meinen Kollegen weggegangen sind und gesagt haben, wir würden das Auto gern bei Panagiota kaufen, mein Mann würde so gern mal mit ihr verhandeln."

 

Doch die Fachfrau ist im Hauptjob bei Hans Brandenburg in Hilden nicht anders, als im Fernsehen: "Das Witzige ist, dass die Leute dann bei mir sitzen und ich mein Programm einfach durchziehe. Die fragen dann 'Ist da im Preis noch was drin?’ und ich sage ganz klar: 'Nö. Ist ja nicht Fernsehen, ist die Realität hier.’ Dann wird meistens viel gelacht und sie sagen 'Cool, die sagt wirklich einfach nein’. Eigentlich machen sie den Selbsttest und merken dann: Die ist tatsächlich so. Mit der ist nicht gut Kirschen essen." Zwei Tage ist sie nach eigenen Angaben während der Dreharbeiten im Laden; auch aus Dankbarkeit ihrem Chef gegenüber, der sich in ihren Arbeitszeiten auf Panagiotas Bedürfnisse eingestellt hat. Panagiota: "Es ist ganz witzig, dass wirklich Leute kommen, die im Laden rumspazieren, ein Paar Prospekte mitnehmen, zehn Minuten vor meinem Schreibtisch hin- und hergehen, und dann kommen sie irgendwann um die Ecke und sagen: 'Ich find die Sendung total cool.’ Die kommen manchmal echt von weit weg um festzustellen: Die Panagiota gibt es wirklich, die arbeitet wirklich im Autohaus und sieht wirklich so aus." Ihr privates Lieblingsauto? Ein Mini Cooper S. Mit - man(n) höre und staune - Fuchsschwanz an der Antenne.


18.11.2012 12:10    |    Chatchamp    |    Kommentare (2)

Eine wahre Neuheitenflut regnete Mitte November 2012 über die Fans von Audi-Modellautos hinab: Der Ingolstädter Autobauer lieferte Neuheiten zu seinen Sportmodellen an den Fachhandel und die hauseigenen Zubehörshops aus. Mit dabei auch eine Verkleinerung des Audi RS5 vom Kleinserienlabel Spark. Der RS5 gelangte zunächst in Misanorot zu den Fans; vorbildgerecht mit Facelift: Der Kühlergrill der Neuheit ist an den Ecken abgeschrägt, die Scheinwerfer im Layout gezackt. Das vor rund zehn Jahren von Hugo Ripert gegründete Label Spark ergatterte bereits den Auftrag zur Herstellung des Werbemodells zum Audi A5 DTM. Spark wurde vor allem durch die Kleinserienmodelle nach Vorbildern aus dem Motorsport bekannt. Seine Erfahrungen sammelte der Gründer durch vorhergehende Tätigkeiten in der Entwicklung von Automodellen für Vitesse, Quartzo und Ixo; das wirklich jedes Modellauto speziell auf sein Vorbild hin entwickelt werde und man bei Spark keine 2012er-Decals auf ein 2011er-Rennauto montiere, das beteuert die Firma im Web. In Ausführung und Platzierung völlig korrekt angebrachte RS5-Logos findet der Sammler am gleichnamigen Audi im Frontgrill und an der Kofferraumklappe. Insgesamt entspricht das Modell dem üblichen, hochklassigen Standard, doch es gibt wie überall auch in diesem Fall Licht und Schatten.

 

Der Audi RS5 im Detail betrachtet

 

Kleinserienmodelle, die weitestgehend in Handarbeit gefertigt werden, verfügen meist über eine sehr ausgeprägte Detaillierung. So auch der RS5 in Misanorot des Modelljahres 2012, dessen Kühlergrill ein Augenschmaus für Fans ist: Die unterschiedliche Ausführung der Waben im Grillgitter ist Kleinkunst, nicht einfach Handwerk. Dazu passend auch die kleineren Öffnungen unter den Audi-Ringen und das Finish der unteren Grills in der vorbildgerecht ausgeformten Bugschürze. Diese verfügt auch über die silberne Farbe, in der die Spoilerlippe gehalten ist. Dass die Formgebung der Scheinwerfer passt, daran besteht schon auf den ersten Blick kein Zweifel. Ebenso, wie das Design des Modells der Anmutung dessen seines Vorbildes entspricht.

 

Die aus Resinekunststoff gefertigte Karosserie setzt sich im Bereich der Schwellergestaltung und der im Vergleich zum Audi A5 deutlich voluminöseren Schürzen vorbildgerecht von der Optik des Modells zum A5 ab. Angenehm fällt auf, dass die Seitenverglasung nahezu bündig mit der Karosserie abschließt: Es ist ein häufig anzutreffender Fehler bei Kleinserienmodellen, dass die dünnen Scheiben aus der Karosse herauskragen und - wie beim neuen Audi S6 von Schuco aus der ProR-Linie - sogar über das Dach hinausstehen. Beim RS5 dagegen stimmt die Passung der Scheiben rundum. Die innen schwarze Einfassung der Front- und Heckscheiben wurde qualitativ hochwertig ausgeführt. Beide Außenspiegel sind in mattiertem Chrom gefertigt und tragen innen hochglänzende Spiegelfolie.

 

Hochdetaillierter Innenraum, schöne Ausstattung

 

Ein Eyecatcher sind die Nachbildungen der Leichtmetallfelgen; sie gestatten den Blick auf gelochte Bremsscheiben und die angedeuteten Bremssättel. Deren Wiedergabe hätte allerdings etwas besser erfolgen können: Minichamps legt speziell bei Porsche-Modellen sehr viel mehr Wert darauf. Dem Standard der Aachener entsprechend dagegen die Formgebung und Colorierung von Armaturenbrett, Mittelkonsole und Sitzbau. Alle Zierelemente, die Instrumente, Lüftungsgitter und Schalten wurden perfekt nachgebildet. Schade nur, dass die Türen und Hauben geschlossen bleiben. Auch einen Motor gibt es demzufolge nicht zu sehen. Aber wenigstens farblich abgesetzte Abgasanlagen-Endrohre, einen silberfarbenen Diffusor am Heck und eine stimmige Linienführung rund um den Heckabschluss.

 

Das hier von Thomas Sommer fotografierte Modellauto wurde zunächst im beliebten Misanorot (5011215423) ausgeliefert, kommt aber noch in Ibisweiß (5011215433) und kostet jeweils 59,00 Euro. Eigentlich alles gut, wenn da nicht etwas wäre, was Fans wirklich stört. Die Angebot neuer Modellautos wächst ebenso schnell in die Breite, wie das ihrer Vorbilder. Die Modellautobauer sind oft nicht mehr in der Lage, alle Miniaturen pünktlich zu liefern. Aber auch die Ausfuhrbedingungen in China - woher die Modelle nach ihrer Entwicklung in Deutschland, Frankreich oder Italien kommen - führen dazu, dass die Stückzahl zu liefernder Modelle eingeschränkt wird. Daher beauftragen die Autobauer zur Herstellung ihrer Miniaturen unterschiedliche Modellautofirmen.

 

Störende Unterschiede

 

Und damit schaffen sie Unmut bei den Fans: Ein Audi A5 Coupé von Schuco sollte sich im Bereich der Ausarbeitung der Sicken, Linien und Detailgestaltung nicht vom Audi A5 Cabriolet unterscheiden. Sie bilden letztlich eine Familie. Sie tun es aber doch, weil beispielweise der Ursprungs-A5 von Schuco und der Facelift-A5 von Norev gefertigt wurden. So vorbildgerecht sich die Modelle für sich betrachtet präsentieren, so sehr treten Differenzen in der Anmutung ihrer Linien auf, wenn sie nebeneinander in der Vitrine parken. Besonders krass war das beim Audi A6 der Baureihe C6 (bis 2008) zu sehen, wenn deren Avant als 1:43er-Modell neben dem gleichgroßen allroad quattro parkte. Scheinwerfer, Rückleuchten, Finish passten irgendwie nicht zusammen.

 

RS passt nicht wirklich zu A5

 

Damit sind natürlich nicht die Unterschiede im Formgebung von Grill, Kotflügelverbreiterungen sowie Schürzen mit angedeutetem Unterfahrschutz gemeint, sondern die Bauteile, die vom Vorbild her identisch sind. Bei den 1:43er-Miniaturen unterschieden sich diese; auch bei der Armaturentafel, der Gravur von Lüftungsöffnungen und Sitzen. Erbsenzählerei? Mag sein, aber wer sich am Finisch der Modellautos erfreuen will, den stört sowas, so die Ansicht vieler Fans. Besser wäre, wenn eine Baureihe bei einem Modellautohersteller bleibt, doch so weit denken die Autofirmen noch nicht. Aber selbst eine neue A-Klasse von Schuco und eine neue B-Klasse von Norev zeigen Unterschiede in der Ausprägung von Details aus, die es bei den Vorbildern nicht gibt. Und das stört in der Vitrine.

 

Somit passt auch der RS5 nicht wirklich treffend genau zu seinen Modellreihenbrüdern. Doch woher kommen die Unterschiede? Es heißt doch, dass die Autohersteller den Modellbaufirmen Computerdaten zur Verfügung stellen. Stimmt. Ein Beispiel: Misst eine Zierleiste - etwa um die Fenster an der Seite - einen halben, also 0,5 Zentimeter, dann sind das im Maßstab 1:43 nur deren 0,012 am Modell. Schwieriger wird es bei Lichtkanten, Sicken, die beim Vorbild weniger als einen halben Zentimeter messen. Und damit diese beim Modell überhaupt noch zu sehen sind, improvisieren die Modellbauer, vergrößern, passen an und gestalten nach eigenem Ermessen. Am Ende steht ein Modell da, das wie das Schwestermodell vom Modellbaukollegen aussieht, sich aber dennoch in Details unterscheidet.


17.11.2012 11:37    |    Chatchamp    |    Kommentare (1)

Schuco verlegte Weihnachten in den November: Im elften Monat des Jahres 2012 stellte das Modellautolabel aus Fürth eine Reihe von Audi-Modellautos vor, die die von Fans bereits als schmerzhaft empfundenen Lücken des Miniaturen-Programms des Maßstabes 1:43 zu schließen vermochten. Es erschienen der Audi S7 Sportback, der Audi S8 sowie der Audi S6 als Limousine und Avant. Dies aber nicht in der bewährten Mischbauweise aus Zinkdruckguss und Kunststoff, sondern ganz aus Resine-Kunststoff und damit zum Bedauern der Fans mit 89,00 Euro je Modell auch sehr teuer. Damit kostet etwa der S7 nahezu das Dreifache eines Standardmodells in 1:43, wie es bislang in den Zubehörshops der Marke oder dem Handel zu haben ist; Weihnachtsmann wie Fans müssen also tiefer in die Tasche greifen. Hier: Die Hintergründe.

 

Wieso Resine-Modelle?

 

Modellautos aus Resinekunststoff erfordern einen geringeren Aufwand im Formenbau, der teuersten Komponente im Modellbauer-Geschäft überhaupt. Die Formen für eine Kleinserie von Modellautos sind preiswerter, als diejenigen, die für eine Großserienfertigung aus Zinkdruckguss benötigt werden. Formen für die Modelle aus Metall herzustellen erfordert zudem auch einen höheren Zeitaufwand. Daher greifen Modellautohersteller gerne aus zwei Gründen auf Resine als Material zurück: Sie sehen nur geringere Absatzchancen für ein Modell - wie beispielsweise zu Miniaturen nach Renn-Tourenwagen-Vorbildern wie dem Audi A5 DTM von Spark – und wollen Stückzahlen fertigen, für die Formen für Zinkdruckgussmodelle nicht lohnen. Oder sie stehen unter Zeitdruck: Der Mercedes SLS AMG im Maßstab 1:43 kam zur IAA 2009 erst von Minimax im Maßstab 1:43 und auf 1.000 Stück je Farbversion limitiert; ein halbes Jahr später dann von Schuco als Zinkdruckguss-Großserienmodell unlimitiert.

 

Aber auch Lieferprobleme und Probleme mit den in China gelegenen Fertigungsstätten führen mitunter zum Umstieg auf Resinekunststoff: So etwa beim Mercedes SLS AMG Roadster, den Schuco deswegen nicht in 1:43 liefern konnte, als das Original erschien. Minichamps brachte seinerzeit den Roadster in 1:18 als Metallmodell ; als 1:43er wurde er erst vor kurzem in Resine nachgeschoben. Ebenso, wie im November 2012 die Audi S8, S6 und S7 Sportback von Schuco.

 

Letztgenannter darf als echtes Highlight gewertet werden, denn die Performance des Modellautos speziell in Ipanemabraun-Metallic ist überragend: Das 11,5 Zentimeter lange Modell wirkt genauso hochwertig und edel wie das Vorbild. Dessen Linien zeichnet der kleine Sportback treffend nach; Lichtkanten, Motorhaubenwölbung, Heckklappe und angedeuteter Heckspoiler – alles stimmt perfekt. Ein echtes Highlight ist der dreidimensionale Kühlergrill, der alle Aussparungen des Vorbildes sowie die unterschiedlichen Einfärbungen auf handwerklich perfekte Weise wiedergibt.

 

Hier: Der Audi RS7 Sportback im Maßstab 1:43 von Kyosho

 

Die Details der Schuco-Modelle im Blick

 

Auch Frontlampen und Rückleuchten stimmen; sie fügen sich fugenfrei in die Kunststoff-Karosserie ein. Nicht ganz so trifft das auf die Seitenverglasung zu, die etwas über den Rand steht und zudem eine unsauber gefertigte Verchromung aufweist. Ein echter Hit sind aber wieder der Innenraum sowie Felgen und Räder. All diese Eigenschaften treffen auch auf die Miniaturen von Audi S6 und S6 Avant zu; ebenso wie auf den Audi S8, der in Prismasilber-Metallic lackiert wurde. Kyosho galt bisher als Alleinlieferant zu Modellen des aktuellen Audi A8; Schuco tritt dieser Modellpalette nun mit dem S8 bei. Wie die Bilder von Thomas Sommer von 1zu87.com zudem belegen, ohne jeden Qualitätsabfall im Finish der Details.

 

Ausnahme: Die Chrombedampfung der Fensterumrandung beim S6 platzt bei den ersten Modellen bereits ab; unschöne schwarze Lücken am Rahmen sind die Folgen. Bei den S6 stehen zudem Front- und Heckscheibe an der Oberkante leicht über die Karosse hinaus: Unschön. Alle hier genannten Modelle bringt Schuco in der ProR-Reihe, also der Resine-Kleinserienreihe des Labels auf den Markt; dort sind bereits diverse Sportvarianten des Mercedes SLS AMG GT3 erschienen.


17.11.2012 10:50    |    Chatchamp    |    Kommentare (1)

Mitte November erreichten die Werbemodelle vom Audi RS4 im Maßstab 1:43 den Fachhandel. Minichamps verkleinerte den heißblütigen Familiensportler, lieferte ihn in Misanorot und Ibisweiß aus und verpackte ihn in der markentypisch silbergrauen Verpackung des Ingolstädter Autobauers. Anlass dazu, sich den Neuling einmal genauer anzuschauen. Eins vorweg: Das etwa elf Zentimeter große Modellauto zeichnet die Linien seines Vorbildes korrekt nach. Die Anmutung des Designs des Modells entspricht exakt derjeningen des Audi RS4, wie er auf dem Genfer Automobilsalon 2012 vorgestellt wurde. Das Team von Paul und Romy Lang hat die Unterschiede zum Audi A4 Avant – der Basis des RS4 – gründlich herausgearbeitet. Der Fan entdeckt am Modellauto die verbreiterten Kotflügel ebenso wie die geänderten Bug- und Heckschürzen. Das Modell wurde in der bekannten Zinkdruckguss-/Kunststoff-Mischbauweise hergestellt und ist für um die 35,00 Euro bei den Audi Zubehörshops und im ausgesuchten Fachhandel erhältlich.

 

Das Modellauto des Audi RS4 im Maßstab 1:43

 

Wie schon erwähnt: Der RS4 zeichnet die Linien seines 4,719 Meters großen Vorbildes korrekt nach. Ganz besonders gründlich haben sich die Modellbau-Ingenieure von Minichamps der Front gewidmet, an der der Sammler einen fein modellierten, zweifarbig gehaltenen Kühlergrill vorfinden: Die Waben sind formtreu wiedergegeben. Vier Ringe und ein amtliches Kennzeichen vervollständigen den guten Eindruck. Die Deckgläser der Frontscheinwerfer fügen sich passgenau in die Front ein; die Reflektortechnik der Modelllampen bilden die LED-/Xenonlichter perfekt nach. Ganz in schwarzer Farbe ausgeführt: Die unteren Grillgitter. Auch die silberne Frontlippe des Vorbilds vergaß Minichamps nicht.

Dem Vorbild entsprechend trägt der RS4 aluminium-farbene, matte Außenspiegel, die an der Innenseite hochglänzende Spiegelfolie mit in die Modellvitrine bekamen.

 

Die Scheibenwischer schließen als grob ausgeformte Kunststoffteile den Spalt zwischen Motorhaube und Windschutzscheibe; deren Passform ist wie die der Seitenverglasung perfekt in die Diecast-Karosse eingefügt. Die Bügeltürgriffe sind als separate Bauteile aufgesetzt. Die rot eingefärbten, aus transparentem Kunststoff bestehenden Rückleuchten passen sich gut in den Karosseriekörper ein. Die Felgen und Bereifung füllen das Radhaus fett aus; die Bremsscheiben und –sättel sind haarfein nachgebildet. Die Qualität beim kleinen Audi RS4 außen stimmt also. Bis auf ein Detail: Bei der Version in Ibisweiß sind die Teile, die beim roten RS4 hochglänzend ausgeführt sind, mattschwarz. Der mattschwarze Lack splittert beim Modellauto aber bereits ab, wie auf dem Bild zu sehen ist.

 

Innenraum und Unterboden

 

Wer sich also einen weißen RS4 bestellt möchte, sollte akribischer als sonst die Fensterrahmen inspizieren. Dass das Finisch des Unterbodens dem hohen Level der Marke Minichamps entspricht, das bestätigt ein Blick unter das Modell: Bodenplatte und Antriebstechnik sind top nachgebildet; die Abgasanlage farblich abgesetzt. Den üblichen Qualitätsstandard bietet Minichamps auch im Interieur: Die Formen von Armaturentafel und Sitzbau sind perfekt getroffen; die Sportsitze glänzen mit gut herausgearbeiteten Wangen. Der Armaturenträger bietet vorbildgerechte Decals für die Instrumente, eine an Ausstattung reiche Mittelkonsole und die Zierteile, von denen der RS4-Fahrer auch im Original umgeben ist. Alles in allem also hat Minichamps ein hochwertiges Modellauto des 450 PS starken Kombis realisiert, mit dem der Sammler die Geschichte der Audi RS-Modelle in der heimischen Vitrine fortschreiben kann.

 

 

Dass es sich beim kleinen RS4 um ein ganz neues Modellauto handelt, zeigt der direkte Vergleich mit dem Audi A4 der Baureihe B8, den Minichamps als Kombi namens Avant, aber auch als Limousine herausgebracht hat. Zunächst in Eissilber-Metallic lieferbar kostet der Basis-Avant 25,00 Euro, bietet aber dasselbe Finish und dieselbe Qualität wie der RS4 unter Berücksichtigung der vorbildgerecht geänderten Ausführung von Karosserieform und Details: So zum Beispiel bei den Scheinwerfern, dem Grill und den Bug- und Heckschürzen und gut auf den von Thomas Sommer (1zu87.com) zur Verfügung gestellten Fotos zu erkennen. Selbstverständlich fertigte Minichamps auch für den A4 einen eigenen Innenraum, bei dem es naturgemäß weniger sportlich, aber genauso vorbildgetreu zugeht. .

 


13.11.2012 10:18    |    Chatchamp    |    Kommentare (48)

Nach nur vier Jahren Bauzeit löste VW seinen Bestseller Golf VI zum Tag der Markteinführung vom 10. November 2012 durch dessen Nachfolger Golf VII ab. Der neue Golf ist gegenüber der bisher unter dem Namen verkauften Baureihe eine vollständige Neuentwicklung auf der Grundlage des Modularen Querbaukastens (MQB); der neuen Plattform im Volkswagen-Konzern, auf der nach Angaben von VW bis zu 70 Fahrzeuge aufbauen sollen. Doch während die ihre Reize unter dem Blech ausspielt, muss der Neue seinen Fans erst einmal beweisen, ob er ein richtiger Golf ist. Schon die erste Betrachtung klärte diese Frage: Er ist. Ganz im Stil des Vorgängers gehalten, wenn auch durch die veränderten Abmessungen dynamischer im Auftritt. Er wurde 5,6 Zentimeter länger und 1,3 Zentimeter breiter, doch 2,8 Zentimeter niedriger. Schneller schon im Stand wirkt das Auto demzufolge und gewinnt damit an Präsenz. Abgenommen dagegen hat der Golf VII rund 100 Kilo an Gewicht, was nach Werksangaben zu einer Spritersparnis von durchschnittlich 13,9 Prozent führt. Im Rahmen einer sogenannten Roadshow konnte sich der Autor dieses Artikels einen Golf Highline BlueMotion Technology 1.4 mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe sichern und diesen einem innerstädtischen Test unterziehen; vor allem im Hinblick auf Fahrgefühl und Komfort.

 

Grundlegendes zum neuen Golf VII

 

Der Golf VII misst in der Länge 4,255 Meter, in der Breite 1,799 und in der Höhe 1,452 Meter. Ganze 5,9 Zentimeter legte der Radstand gegenüber dem Vorgänger zu und beträgt nun 2,637 Meter. Beim cW-Wert ist der neue Golf mit 0,27 zehn Prozent günstiger. Die Stirnfläche von 2,19 Quadratmeter ist um deren 0,3 geringer als beim Golf VI. Die Spurweite vorne beträgt 1,549 Meter (plus 8 Millimeter); hinten 1,520 Meter (plus 6 Millimeter). Das Kofferraum-Volumen nahm um 30 Liter zu und bietet nun 380 Liter Fassungsvermögen. Die Ladekantenhöhe nahm um 1,7 Zentimeter ab und beträgt jetzt 68,5 Zentimeter. Die Innenraumlänge beläuft sich nach Werksangaben auf 1,750 Meter, was ein Plus von 1,4 Zentimetern ausmacht.

 

Alles neu also im Staate Wolfsburg, doch gibt es dazu auch ein neues Fahrgefühl? Eine spannende Frage angesichts der Performance, die der Golf VII in Sachen Ausstattung und Optik ablieferte, denn er erweckte den Eindruck, mehr Phaeton als Golf zu sein: Parklenkassistent, Lederausstattung, Navigationssystem Discover Pro, Rückfahrkamera, Climatronic mit Zwei-Zonen-Regelung, Deep Black Perleffekt-Lackierung, elektrisches Panorama-Schiebedach, Nebelscheinwerfer mit Abbiegelicht, Dynamic Light Assist, ein Satz Winterreifen, Adaptive Fahrwerksregelung DCC, Automatische Distanzregelung ACC inklusive City-Notbremsfunktion, Xenon-Scheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht, Mittelarmlehne und Textil-Fußmatten.

 

Erster Fahreindruck im neuen Golf

 

Vier Türen mit elektrischen Fensterhebern auch hinten, eine asymetrisch teilbare Rücksitzbank, Müdigkeits- und Verkehrszeichenerkennung rundeten die Ausstattung des Testwagens ab. Obwohl der neue Golf VII also mit zahlreichen Extras vollgestopft war, stellte sich kein wirklich überragendes Fahrgefühl ein. In der Düsseldorfer City wird, wie in vielen anderen Städten der Welt auch, trotz gesellschaftlicher Highlights wie Bambi-Verleihung und Eurovision Song Contest nicht sehr viel Wert auf tolle Straßen gelegt. Das Prestige- und Jahrhundertprojekt Kö-Bogen – der Umbau der halben City inklusive der teilweisen Verlegung der Hauptverkehrsachse Berliner Allee unter die Erde – braucht sehr viel Geld, das an anderen Stellen im Straßenbau fehlt.

 

Tiefliegende Kanaldeckel, Straßenbahnschienen, Querrillen in der Fahrbahn sind alles unschöne Eigenschaften bei Düsseldorfer Straßen, die das Fahrwerk des neuen Golf VII nicht besser vom Insassen fernhalten, wie der Vorgänger dazu in der Lage war. Teilweise rumpelte es sogar kräftig; nicht sehr neuwagenlike und völlig unabhängig vom gewählten Fahrwerksprogramm. Mit dem Modularen Querbaukasten (alle Infos zum MQB in diesem Artikel ) kommt die Progressivlenkung mit einer variablen Verzahnung der Zahnstange und Ritzel sowie einem stärkeren E-Motor zum Einsatz. Damit soll der Übergang zwischen dem indirekten Lenken bei Geradeausfahrt und dem direkten Lenken bei Kurvenfahrt weniger spürbar und die Lenkung bei dynamischer Fahrweise agiler sein.

 

Gewöhnungsbedürftig: Auto-Hold-Schalter und Rucken bei der Start-Stopp-Anlage

 

Stimmt, die Lenkung des neuen Golf präsentierte sich leichtgängig, ohne den Kontakt zur Fahrbahn missen zu lassen. Gerade das schnelle Zirkeln durch den Innenstadtverkehr und der Wechsel zwischen Gerade und Kurve hat Spaß gemacht. Immer noch gewöhnungsbedürftig: Die Elektronische Parkbremse mit einem Schalter auf der Mittelkonsole. Auch wenn der Auto-Hold-Schalter das Anfahren am Berg vereinfacht und das Rollen aus dem Stillstand verhindert, mögen manche Autofahrer lieber den damit weggefallenen Handbremshebel. Müdigkeitswarner sowie Verkehrszeichenerkennung sind verzichtbare Extras. Die Start-Stopp-Anlage nervte durch starkes Rucken beim Motoranschalten und unmittelbarem schnellem Losfahren.

 

Bei den Standardscheinwerfern im neuen VW Golf VII beobachtet die Fernlichtautomatik des Light Assist über eine Kamera im Innenspiegel den Verkehr und übernimmt das Ein- und Ausschalten des Fernlichts ab 65 km/h. Über eine Kamera in der Windschutzscheibe wird der vorausfahrende Verkehr und der Gegenverkehr erfasst und ab eben diesen 65 km/h automatisch das Fernlicht aktiviert. Das Fernlicht der Xenonenscheinwerfer mit Kurvenfahrlicht bleibt beim Dynamic Light Assist aber aktiv und wird gegenüber der herkömmlichen Version Light Assist nur in den Bereichen abgeblendet, in denen andere Verkehrsteilnehmer gestört werden können. Dies gelingt über eine Blendengeometerie, die die Lichtquelle maskiert. Komfortabel, denn aufpassen, ob man blendet, muss man da nicht mehr.

 

Fazit: Neues Auto, aber kein neues Fahrgefühl

 

Mit dem Begriff Komfortsitze umschreibt Volkswagen in den beiden höheren Ausstattungsversionen Comfortline und Highline die serienmäßige Zwei-Wege-Lordosenunterstützung für Fahrer und Beifahrersitz. Gegen weiteren Aufpreis gibt es Zwölf-Wege-Vordersitze mit elektrischer Verstellung. Im Testwagen waren Sportsitze montiert, die erwartungsgemäß einen hohen Sitzkomfort und guten Seitenhalt geboten haben. Von ihnen aus ließ sich die sehr gute Verarbeitungsqualität im Interieur sowie das Fahren genießen; der Blick auf die hochmodern aufgemachten Grafiken des Navis Discover Pro ebenso. Das Fazit: In der getesteten Ausführung kostet der Golf VII 36.295 Euro, bot aber trotz Adaptiver Fahrwerksregelung DCC nicht das neue Fahrfeeling, das ich erwartet habe.

 


06.11.2012 17:04    |    Chatchamp    |    Kommentare (91)

Nicht wenige Besitzer eines fahrbaren Untersatzes, der den Großteil seines Lebens bereits hinter sich hat, kennen das Problem: Das gute Stück fährt nicht mehr oder der TüV verweigert die Plakette wegen erheblicher Mängel. Was nun tun mit dem Wagen, der vielleicht nicht mehr als zwischen 1.000 und 2.000 Euro wert ist? Ihn zum Schrott bringen, verkaufen oder doch noch reparieren lassen? Vor der Klärung dieser Frage stehen jeden Tag viele Menschen in Deutschland und anderswo. Was ist zu tun, welcher Weg ist richtig? Und wieso? Fragen, deren Beantwortung sich dieser Artikel zum Ziel gesetzt hat.

 

Bis dass der TüV uns scheidet

 

Meistens ist es die Hauptuntersuchung beim TüV, die die Besitzer vieler älterer Autos vor schier unüberwindbare, finanzielle Hürden stellt. Entweder die Werkstatt in einem Vorabcheck oder der TüV selbst hat schwerwiegende Mängel entdeckt, die nicht nur die Verkehrssicherheit beeinträchtigen, sondern im Falle gewünschter Beseitigung auch dicke Löcher in den Geldbeutel reißen. Beispiel Mercedes-Benz: An einem 190 E der Baujahre 1984 bis 1991 können ebenso wie an anderen Modellen dieser Marke aus diesen Jahren die Schwellerbleche im Bereich der Wagenheberaufnahmen durchrosten; dies oft begünstigt durch die sogenannten Sacco-Bretter, die Kunststoffverkleidungen an den unteren Fahrzeugseiten. Sind die Schweller in diesem Bereich durch, kostet das je nach Werkstatt und Arbeitsumfang zwischen 400 und 800 Euro. Bei Modellen, die nicht über die Kunststoff-Abdeckung verfügen, ist nach den Schweißarbeiten eine Lackierung nötig; ist das Auto aus der Zeit der Sakko-Bretter, kann aufgepinselte Farbe die eingeschweißten Bleche ausreichend schützen; zu sehen ist davon Dank der Kunststoff-Planken nichts.

 

Lohnt es sich, das Geld noch in den alten Benz zu stecken?

 

Ein Blick in die einschlägigen Datenbanken verrät schnell, dass Fahrzeuge mit der internen Baureihennummer W201 zu Preisen von 900 bis 7.000 Euro gehandelt werden. Dass die Autos an der oberen Preisgrenze nahezu im Neuzustand daherkommen und ihr Leben eher in einer Sammlergarage denn auf der Straße verbracht haben, versteht sich von selbst. Lohnt es sich aber, den eigenen, an den Wagenheberaufnahmen durchgerosteten 190er gegen einen anderen zu ersetzen, der nicht mit diesem Mangel gehandikapt ist?

 

Grundsätzlich: Nein. Ganz gleich, ob es Rost am Schweller, eine undichte Zylinderkopfdichtung, ein ruinierter Katalysator oder eine fällige Generalüberholung der Bremsanlage ist: Lieber reparieren lassen als das Auto abgeben. Und wieso das? Die Autofahrerin oder der Autofahrer kennen ihren Wagen, seine Wehwehchen und den Umfang der bereits getätigten Investitionen oft ganz genau. Sie wissen, wann der Wagen den letzten Oelwechsel, einen neuen Satz Reifen oder eine neue Wasserpumpe bekommen hat.

 

Neue Reifen in den Schrott?

 

Stößt man den Wagen nun wegen der unentdeckt gebliebenen Durchrostungen am Schweller ab, wirft man die vielleicht erst wenige Monate alten Neuteile der vorangegangenen Reparaturen faktisch weg. Oder die neuen Winterreifen im Keller? Oder den neuen Satz Ganzjahresreifen. Und das Geld, das sie gekostet haben, natürlich auch. Es ist daher im Interesse der Gesamtbilanz immer ratsam, den Wagen zu erhalten und weiterzufahren, wenn man zuvor schon Geld für die Instandhaltung ausgegeben hat; die Investitionen der jüngeren Vergangenheit werden so gerettet.

 

Gegenargument: Ich stecke das Geld lieber in etwas Neues

 

Kommt der Fahrer des hier artikelgegenständlichen 190 E auf den Gedanken, sich einen nagelneuen Neuwagen zu kaufen, dann wird er viel Geld los: Eine neue A-Klasse als Ersatz für einen 190 E angeschafft kostet mit ein paar Extras schnell über 30.000 Euro. Dafür kann man viele Reparaturen bezahlen. Natürlich weiß der Verfasser dieses Artikels auch um die Vorteile bei Sicherheit und Ausstattung eines aktuellen Neuwagens, doch gibt es eben viele Leute, die können oder wollen sich so ein teures Auto nicht anschaffen.

 

Diesem Kundenkreis bietet sich dann die Alternative, einen jüngeren Gebrauchtwagen zu kaufen. Aber vorsicht: Auch wenn Scheckheft und Historie des ins Auge gefassten Autos lückenlos sind – schon einen Monat nach Erwerb kann er stillstehen: Vor Defekten ist kein Auto gefeit. Ist der Wagen dann von Privat, über Kleinanzeigen oder das Internet gekauft und keine Händlergarantie vorhanden, dann wird es direkt wieder teuer. Oft haben neuere Gebrauchte auch mehr Elektronik, was die Reparaturanfälligkeit erhöht. Und die Rechnung zur Beseitigung von Schäden natürlich.

 

 

Glücksspiel: Einen 1.000 Euro-Wagen durch einen anderen ersetzen

 

Fakt also ist: Auch der vermeintlich neuere Gebrauchte, selbst jünger an Jahren, kann sich als Kostenfalle erweisen. Sich als Fahrer eines 1.000 Euro-Autos gleich wieder den nächsten 1.000 Euro-Wagen anzuschaffen ist das totale Glücksspiel; da fehlen oft Historie und Rechnungen und schnell kommt es zu Mängeln, die die Rechnung, lieber gleich wieder einen weiteren Alten zu kaufen, um erst mal wieder mobil zu sein, zunichtemachen. Es sei denn, man ist Kfz-Mechaniker oder wirklich in der Lage, alle Reparaturen selbst zu machen - dann ist das natürlich etwas anderes.

 

Was tun, wenn man wenig Geld hat?

 

Wer nicht über das Budget eines Neuwagenkäufers verfügt und lieber seinen alten Wagen erhalten will, der sollte nach folgenden Schritten vorgehen: Erstens sollte er sich nicht scheuen, zur Vertragswerkstatt zu gehen, um sich einen gründlich ausgearbeiteten Kostenvoranschlag über die zu erwartenden Reparaturen geben lassen. Keine falsche Scham: Markenwerkstätten brauchen heute auch jeden Cent und freuen sich über alte Hündchen in ihrem Haus. Da lohnt es sich sogar, nach Erhalt des Kostenvoranschlages folgendes zu sagen: „Das ist mir zu teuer. Können Sie die Arbeiten nicht etwas günstiger durchführen, damit ich sie machen und das Auto erhalten kann?“ Bei Mercedes-Benz, so die Erfahrung, führt das zu einem Nachlass von 15 Prozent.

 

Zweitens kann der Autofahrer mit dem Kostenvoranschlag – oder dem Mängelbericht des TÜVs - auch zu anderen, freien Werkstätten gehen und in Kenntnis des genauen Arbeitsumfanges – Angebote einholen. Aber da ist Vorsicht geboten, denn die Markenwerkstätten kalkulieren natürlich mit ihren Originalersatzteilen. Zwar sind auch Teile aus dem Zubehör meistens gleichwertig, aber wer zu einem Schrauber geht, der im Internet einkauft, bekommt zwar günstige Reparaturen, aber schlechte Qualität geliefert: Augen auf bei der Werkstatt-Wahl! Nachbauteile aus dem Internet können gerade im Bereich der sicherheitsrelevanten Bauteilen wie Bremse, Lenkung und Antrieb zu bösen Überraschungen führen.

 

Keine Ersatzteile aus dem Internet

 

Auch zum Einkauf von Motorlagern für Mercedes aus dem Netz ist grundsätzlich abzuraten; von gebrauchten Teilen wie beispielsweise einem Wischerarm ebenso: Hat die darin eingesetzte und vielleicht zwanzig Jahre alte Feder keine ordentliche Spannkraft mehr, bleibt die erhoffte Wischwirkung aus. Dann lieber einen Wischerarm von der Fachwerkstatt; teurer, aber garantiert die Scheibe freiwischend. Wer einen gebrauchten Motor für seinen Wagen sucht, sollte lieber in den Fan-Foren danach suchen: Das Risiko, von Gleichgesinnten Schrott zu erhalten, ist dort deutlich geringer; ein Knock-out à la Klitschko bei etwas Recherche unwahrscheinlicher.

 

Ebenso ein Nein für den Autokauf per Ebay: Wer meint, in der Bucht ein Schnäppchen machen zu können, ohne selbst Kfz-Mechaniker zu sein, sollte die Finger davon lassen. Hat man ersteigert, ist der Vertrag zunächst einmal bindend. Somit also das Fazit: Es ist immer besser, den eigenen, vertrauten Wagen reparieren zu lassen, weil man weiß, was man daran hat. Auch wenn es schmerzt, schon wieder schwer verdiente Euro reinstecken zu müssen – sind einmal alle relevanten Fehlerquellen ausgetauscht, hat man Ruhe und muss keine Angst vor unliebsamen Überraschungen haben oder die zuvor getätigten Investitionen abschreiben.


25.10.2012 01:04    |    Chatchamp    |    Kommentare (13)

Mercedes 190 E in 1:35Mercedes 190 E in 1:35

Von 1982 bis einschließlich 1993 fertigte Mercedes-Benz 1.879.630 Exemplare des seinerzeit kleinsten Mercedes, des sogenannten Baby-Benz mit der Verkaufsbezeichnung 190 / 190 E. Der unter der internen Baureihennummer W201 bekannte Viertürer diente natürlich auch als Vorbild für zahlreiche Modellautos. Werbemodelle zum Thema 190 steuerte das Label Cursor bei. Unter dem Fachbegriff Werbemodelle versteht der Sammler Modellautos, die zunächst exklusiv vom Hersteller des Vorbildes in dessen Zubehörbereich vertrieben und in den herstellertypischen Verpackungen geliefert werden.

 

Im heute nicht mehr üblichen Maßstab 1:35 erschien vom 190er sowohl die Verkleinerung der Ursprungsversion aus dem Jahr 1982 wie auch Modelle zum Facelift von 1988. In dieser Ära war die Qualität von Modellautos bei weitem nicht mit derjenigen vergleichbar, wie sie heute bei Werbemodellen von Minichamps, Schuco oder Norev üblich ist: Eher grobgeschnitzt kommen die Miniaturen des W201 daher. Dennoch: In ihrer Anmutung treffen sie genau den Nerv derjenigen ihres Vorbildes. Und sie haben eines mit den Originalen gemeinsam: Die Modelle sind noch ebenso reichhaltig zu finden, wie die Vorbilder den Automobilmarkt bereichern.

 

Die Modellautos des W201 im Maßstab 1:35

 

Etwa zehn Prozent aller jeweils gefertigten 190er sollen nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes im Jahr 2011 noch am Straßenverkehr in Deutschland teilnehmen. Für die Fans des W201, die sich an dessen zeitlosem Design nicht sattsehen können, bietet ein Blick in die Auktionsplattform Ebay genug Gelegenheit, sich einen Baby-Benz für die Vitrine zu sichern. Das 12,07 Zentimeter lange Modell aus Zinkdruckguss zeichnet die Linien des W201 relativ grob nach: Unter der Artikelnummer 1182 bietet der 190 von Cursor eine stimmige Linienführung, mit dem Vorbild übereinstimmende Proportionen sowie eine oberflächlich passende Nachbildung von Innenraum und Fahrzeugunterseite. Details sind dort aber nicht wirklich wiederzuerkennen.

 

Der Motor könnte zu jedem anderen Auto passen; etwas geformtes Plastik, doch keine realitätsnahe Nachbildung. Nicht viel anders der Unterboden: Es gibt lediglich im Bereich der Motorabdeckung unten sowie im Hinterachsbereich Gravuren. Pluspunkt: Die vorderen Türen, Fronthaube und Kofferdeckel sind zu öffnen. Sie offenbaren aber auch den Stand der Modellautotechnik der frühen 1980er-Jahre, denn so grobe Scharniere hat es seitdem nicht mehr gegeben. Die Spaltmaße sind im Vergleich dazu, was Kyosho heute im Bereich 1:18 leistet, riesig. Die Kühlergrillmaske ist zweifarbig gehalten, nämlich vorbildgerecht am Außenrand verchromt und im Bereich der Kunststoffgitter dunkelgrau gefärbt. Nicht vergessen wurde, die Maske korrekt zu gravieren.

 

Details am W201 von Cursor

 

Obendrauf thront der berühmte Stern; allerdings nicht durchbrochen, sondern als genauso gravierte Platte, wie der Mercedes-Stern auf dem Kofferraumdeckel. Die Scheinwerfer und Blinker wurden schon transparent ausgeführt; die Richtungsanzeiger orange eingefärbt. Die Rückleuchten sind rot und ebenfalls transparent; sie haben keine separaten Blinker, aber die Riffelung ist angedeutet. Ganz, ganz, ganz grob - anders kann man es nicht ausdrücken - präsentieren sich dem Sammler die Räder: Stand des Modellbaus anno 1980. Zeitgemäß aber dennoch kaum zu glauben: Außenspiegel haben die 190er von Cursor nie besessen. Damals waren die Modellbauingenieure noch nicht soweit, die die Außenspiegelgehäuse heute einfach anspritzen.

 

Ursprungsversion und Facelift

 

Cursor - später in das Programm von NZG integriert - hat den 190 / 190 E in Signalrot, Astralsilber- und Blauschwarz-Metallic verkleinert. Die Ursprungsversion verfügt über die Rammschutzleiste an den Seiten und den schmalen Lufteinlass in der Bugschürze. Beim Facelift 1988 arbeitete Cursor/NZG die Türen und verpasste ihnen die Sacco-Bretter; die Unterbodenplatte wurde überarbeitet und erhielt die Ausformung der dazu passenden Schweller sowie angepasste Bug- und Heckschürzen. Der Lufteinlass vorne wurde verbreitert. Auf den Verpackungen wurden zunächst die Schriftzüge von 190 und 190 E gedruckt; später um 190 D ergänzt. Auf den Modellen zur kleinsten Baureihe von Mercedes selbst gab es keine passende Typenbezeichnung.

 

Der 190 E 2.3-16

 

Zu erkennen an den nochmals geänderten Front- und Heckschürzen sowie dem Heckspoiler auf dem Kofferraumdeckel war das Modellauto zum 190 E 2.3-16: Modelle des in den Farben Champagner- und Blauschwarzmetallic ausfgelieferten Spitzenmodells mit der Artikelnummer 254 sind heute noch für durchschnittlich 15,00 Euro bei Ebay erhältlich. Allen gemeinsam ist - und das kann gar nicht oft genug betont werden - dass die kleinen 190er genauso freundlich in die Welt schauen, wie das Vorbild. Die Modellbauingenieure haben es genau verstanden, den Look des W201 ohne Einbußen bei der Anmutung in den Maßstab 1:35 zu übertragen. Was ihnen übrigens auch bei den Modellen zum C126 , dem R107, dem W124 und dem W126 gelungen ist.


23.10.2012 17:36    |    Chatchamp    |    Kommentare (2)    |   Stichworte: 1:43, A-Klasse, Modelcars, Modellautos, Modelle A-Klasse, Schuco, W176

A-Klasse von Schuco in 1:43A-Klasse von Schuco in 1:43

Schon zur Markteinführung der neuen A-Klasse Mitte September 2012 standen sie in den Vitrinen der Niederlassungen: Die Modellautos in den Maßstäben 1:43, 1:87 und 1:18, die von Schuco, Herpa und Norev als Werbemodelle zum neuen W176 gefertigt wurden. Bereits auf der Automesse AMI in Leipzig war ein auf 500 Stück limitiertes Sondermodell der neuen Mercedes A-Klasse im Maßstab 1:43 zu haben; in mattgrauer Lackierung gehalten und mit erfrischend ausschauenden, orangefarbenen Innenbahnen der Sitze ausgestattet. Mit Standardlackierungen, aber deswegen nicht weniger schön, erreichten die Serienmodelle die Regale der Zubehör-Shops. Für die Sammler weltweit wichtigster Maßstab ist die Baugröße 1:43, in der eine neue A-Klasse etwa zehn Zentimeter misst. Schuco hat sich der Verkleinerung des neuen Hoffnungsträgers aus Stuttgart angenommen. Eins vorweg: Die Qualität des hier getesteten Modellautos ist über jeden Zweifel erhaben; sie erreicht das hohe Niveau des SLS AMG aus gleichem Hause.

 

Das A-Klasse Modellauto im Maßstab 1:43

 

Schuco fertigte das Modellauto zur neuen A-Klasse aus rund 50 Einzelteilen. Wenn auch in China, so wird eine Miniatur dieser Klasse auch 2012 noch in Handarbeit zusammengesetzt. Das exakt 9,8 Zentimeter messende Modellauto entspricht in der Anmutung seines Designs genau derjenigen des Vorbildes: Die Formenbauingenieure haben die Details der Gestaltung der A-Klasse maßstabsgerecht in das Format 1:43 übertragen. Im Test besonders beeindruckt hat die Verarbeitungsqualität an der Front des Modells: Kühlergrill und Lampen schmiegen sich geradezu fugenfrei in die Diecast-Karosse ein. Das Zinkdruckguss-Modell lässt keinen Blick unter die verschlossen bleibenden Hauben zu; die Details des Unterbodens sind ganz eher dürftig gut aus dem Unterboden ausgeformt.

 

Das Modellauto von Schuco punktet aber mit den transparenten Kunststoffabdeckungen der Frontscheinwerfer, die die ILS-Technik des W176 gut darzustellen wissen. Die rundum bündig mit der Karosse abschließende Verglasung sitzt perfekt. Das Panoramadach schließt sich spaltfrei an die Windschutzscheibe an. Die angespritzten Außenspiegel sind in Wagenfarbe lackiert; sie sind mit den markentypisch nachgebildeten Seitenblinkern sowie Spiegelfolien ausgestattet. Die Türgriffe des kleinen Benz sind separat aufgesetzt. Weitere Ausstattungsdetails: Heckwischer, Dachspoiler, Markenschild mit Namensschriftzug, profilierte Reifen, detailreiche Bremsentechnik und rot eingefärbte Rückleuchten, die handwerklich nicht besser in die Karosse hätten eingepasst werden können.

 

Die A-Klasse im Modellauto-Check

 

Achten sollten die Sammler auf den kleinen, als Fotoätzteil ausgeführten Mercedes-Stern auf der Heckklappe, der leicht dem Staubtuch zum Opfer fallen kann. Robuster und zweifarbig die 17-Zoll-Felgen am W176 von Schuco. Im Innenraum setzt sich die Qualität, in der Schuco die neue A-Klasse verkleinert hat, ohne Nachlass in der Detailliebe fort: Armaturentafel, Mittelkonsole, Sitzanlage und Türinnenverkleidungen bieten zahlreiche Drucke und Colorierungen, die das Interieur des Neulings in 1:43 nachbilden. Mit an Bord: Freistehendes, iPad-ähnliches Tablet für die Multimediafunktionen und das Navi, filigran ausgeführte Schalter auf der Mittelkonsole, vollverkleideter Innenhimmel und unter der Lupe lesbare Instrumentendecals.

 

In welchen Farben sind die Modellautos zur neuen A-Klasse lieferbar?

 

Den hohen Standard, den Schuco zuletzt mit dem Modellauto zum Mercedes SLS AMG Coupé gezeigt hat bietet der Hersteller auch beim neuen W176. Das Modell kommt in der für Mercedes typischen Verpackung mit Fenster in den Farben Südseeblaumetallic, Zirrusweiß und Kosmosschwarzmetallic für 29,90 Euro; zu ordern jeweils unter den Nummern B66960123, B66960121 sowie B66960122. Im Maßstab 1:87 ist es von Herpa in Nachtschwarz (B66960119), Monolithgrau-Metallic (B66960120) und Jupiterrot (B66960118) lieferbar. Norev steuert die Variante in 1:18 in den Farben Cirrusweiß (B66960126), Jupiterrot ( B66960124), Mountain-Grey Magno (B66960125) sowie als Sportversion Polarsilber-Metallic (B66960139) mit zwei zu öffnenden Türen, Motorhaube und Heckklappe bei.


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