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30.06.2015 00:10    |    Kruegerl    |    Kommentare (85)    |   Stichworte: Blog, Fahrzeugtechnik, Off-Topic, OT, Plauderecke, Stammtisch

 

Herzlich Willkommen am virtuellen Stammtisch von Ka Wischn!

 

Egal, ob sich die Cruiser an der virtuellen Theke über die letzte Ausfahrt unterhalten oder sich die Schrauber am virtuellen Tisch eine hitzige Dikussion liefern. Lasst euch nieder am virtuellen Stammtisch, bestellt bei der virtuellen Kellnerin (virtuelle Körbchengröße D) ein virtuelles Getränk und plaudert über Gott und die Welt, über Nieten und Schrauben und das heilige Blechle. Herzlich Willkommen in der Plauderecke und dem Off-Topic Bereich von Car Vision - (fast) ohne Regeln.


29.06.2015 04:13    |    Kruegerl    |    Kommentare (47)    |   Stichworte: 500, Alles auf Rädern, Austin, Cinquecento, Clubman, Cooper, Countryman, Fiat, Fiat 500, Fiat 600, Kult, Mini, Neuauflage, Rover, Seicento

Es gibt Marken und Modelle, welche bereits unseren Vätern und Großvätern ein Begriff waren. Marken, welche weltweit Berühmtheit erlangten und immer für bestimmte Eigenschaften standen, welche bei den damaligen Käufern und Liebhabern für Treue sorgten. Viele dieser Namen sind heute leider ausgestorben, manche hingegen werden bis heute am Leben erhalten. Damit meine ich jedoch nicht Oldtimerliebhaber und -gemeinden, sondern Konzerne. Diese allerdings versuchen nicht, das Alte in Ehren zu halten, sondern Geld zu verdienen. Was damals hip war, muss auch heute noch hip sein, damit es sich verkaufen lässt. Doch was damals auch hip war, ist heute nicht mehr immer hip. Hip, hip, hurra.

 

Daher beginnt man nun damit, die damaligen "Lifestyle-Modelle" vergangener Jahrzehnte an den heutigen Lifestyle anzupassen. Um zwei besonders bekannte Beispiele soll es hier heute gehen: Den MINI und den Fiat 500.

 

 

Beginnen wir bei MINI, allerdings dieses mal gleich mit einem ganz besonderen Modell: Dem MINI Clubman. Schon damals hat man sich überlegt, den Kultzwerg der Sechziger neuen Zielgruppen schmackhaft zu machen. Schon damals hat man versucht, neben diversen Kleinserienherstellern, wie zum Beispiel Wolseley oder Riley, den MINI immer wieder neuen Trends anzupassen. Die Idee ist also keineswegs neu und so war auch die "Neuerfindung" des MINI seitens BMW kein Verbrechen oder eine Frechheit, wie es seitens der Community oft propagiert wird. Für den ursprünglichen Clubman jedenfalls zeichnet sich der Designer Roy Haynes aus, welcher zuvor bei Ford mitwirkte. Länger sollte er werden, dem Design der 70er und 80er Jahre entsprechend kantiger und noch kultiger. Naaaa? Kommt euch das bekannt vor? Von besagtem Clubman gab es ebenfalls einen Kombiableger. Der Aufschrei der Presse und Fangemeinde war damals groß. Ein MINI als Kombi? Was hat das denn bitteschön noch mit einem MINI zu tun? ...fragte und empörte man sich damals im Jahre 1970. Doch selbst dieser Gedanke war keinesfalls neu. Bereits 1961 erschien der erste Kombi von MINI mit dem Namen "Countryman", es folgte nur wenige Monate später der MINI Van als Lastentaxi.

 

 

Von MINI bzw. nun mittlerweile quasi BMW soll der MINI Clubman als Kombi noch in diesem Jahr ebenfalls neu aufgelegt werden. Es handelt sich hierbei um einen Kombi im Golf-Format und schlägt somit in die Kerbe eines vergleichbaren Skoda Fabia Kombis oder Seat Ibiza. Und wieder ist die Community empört. "Das ist doch kein MINI mehr"... "viel zu hässlich"... "zu teuer". Sätze, die bereits 1970 zu hören waren und heute hauptsächlich von jenen Leuten stammen, die von der Marke MINI im Grunde kaum Ahnung und abgesehen vom ursprünglichen Blechkleid des MINI Mk1 nichts weiter mit dieser Marke in Verbindung bringen können.

 

 

Zur Markteinführung wird der neue MINI Clubman in drei Motorisierungen erhältlich sein, zwei Benziner und ein Diesel zwischen 136 und 192PS, welche dann den Kombi von 0-100 km/h in 7,2 Sekunden befördern. Für die nötige Motorisierung sollte also gesorgt sein.

 

 

Ähnliches betreibt auch Fiat mit der ehemaligen Stilikone "500". Als dieser 1957 das Licht der Welt erblickte und schon immer eine direkte Konkurrenz zum damaligen MINI darstellte, war er jedoch keine Besonderheit mehr. Der Fiat 500 "Topolino" nämlich existiert in ähnlicher Form bereits seit 1933! Es war also bereits der "nuovo" 500.

 

 

Während sich die ursprüngliche, dreitürige Neuauflage des Fiat 500 von 2007 noch damals, wie der neue MINI, zumindest in den Grundzügen an die Originale orientierte, ist der wohl im Moment krasseste erhältliche Ableger des 500 der Fiat 500X - ein verlängertes, fünftüriges und hochbeiniges SUV. Und plötzlich muss auch ich mir unweigerlich die Frage stellen: Was hat das noch mit dem Fiat 500 zu tun? Ich empfinde den 500X eigentlich im Grunde als ein recht schickes und praktisches Auto mit gefälligen Formen. Summa summarum ein schöner Fiat eigentlich. Mit einem Fiat 500 hingegen hat dies für mich persönlich absolut nichts mehr zu tun. Mit einem schön klingenden, eigenständigen Namen hätte dieses SUV von Fiat sich mit Sicherheit ebenso nett in die Modellpalette eingefügt.

 

 

So jedoch ist aus dem"500X" nichts anderes geworden, als eine marketingtechnische Mutation, ein schamloses Melken einer (noch) potenten Cashcow und planker Hohn für den 500-Ahnen.

 

 

Doch bereits einmal hat Fiat den 500 - oder "Cinquecento", wie es im Italienischen heißt - neu aufgelegt, im Jahre 1991. Diese Neuauflage wurde stattliche sieben Jahre gebaut und orientierte sich strikt an den Wurzeln des ursprünglichen Fiat 500. Der direkte Nachfolger des Cinquecento wiederum war der Fiat Seicento - die italienische 600 also. Dieser wiederum orientierte sich direkt an den, wer hätte es gedacht, legendären Fiat 600 aus den 50er Jahren - den großen Bruder des Fiat 500. Der Fiat Seicento wurde immerhin bis 2009 gebaut und erfreute, wie der Cinquecento, eine durchaus ernstzunehmenden Fangemeinde. Und ja, sogar der verächtete Fiat Multipla hat einen Ahnen im Konzern, der selbigen Namen trägt.

 

 

Fiat hat also in seiner Firmengeschichte durchaus bereits gezeigt, dass man Neuauflagen und das Wiederbeleben einer vergangenen Marke nicht nur mit starrem Blick auf das, was gerade "hip und trendig" ist (bzw. im Klartext: Was sich im Moment einfach gut verkaufen lässt), sondern auch mit dem nötigen Respekt gegenüber des ursprünglichen Konzeptes vollführen kann, sodass ehemalige Kultmarken auch heute noch für die selben Werte stehen können, wie deren Ahnen.

 

Was haltet ihr von dieser Thematik? Sind Neuauflagen und "Relaunches" gut und wichtig oder sollte man derartige Kultobjekte vergangener Tage lieber in Würde altern lassen? Welche Beispiele findet ihr besser gelungen, welche weniger? Wir sind auf eure Meinungen gespannt!


28.06.2015 00:00    |    VincentVEGA_    |    Kommentare (42)    |   Stichworte: Handwäsche, Pflege, Recht, Rechtsberatung, Versicherung, Waschanlage, Waschstraße

Willkommen bei Car Vision!

 

Während ich bei meinem eigenen Blog fast ausschließlich über das Blech an sich berichte, werden meine Artikel hier eher das Drumherum thematisieren.

 

Meinen Einstand beginne ich mit einem Thema, von dem wohl jeder Autofahrer schon mal gehört hat und einige kennen diese Misere auch aus der Sicht des Betroffenen.

 

Es geht um Schäden am Auto - deren Ursache in der Waschanlage zu finden ist.

 

Ich habe hier ein besonders heftiges Beispiel, dass schon etwas her ist: Es handelt sich um einen fast neuen (und ausgerechnet weißen) Mercedes-Benz in Neuwagenzustand. Er gehört einem guten Kumpel von mir.

Was macht man als Dankeschön, wenn man den Wagen mal bekommt und auch benutzt hat? Richtig, Volltanken und waschen.

 

Und jetzt seht euch diese Bilder an! AAAAARRRRRRRGGGGGGHHHHHHHHH!!!!!!

 

Das GESAMTE Fahrzeug sieht vorne, hinten, oben und... unten genau so aus! Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, was ich da für Stielaugen gemacht habe.

 

Wie muss man sich denn verhalten, wenn so etwas passiert? Und, wer kommt denn nun letztendlich dafür auf?

 

Ohne das Ganze unnötig mit juristischem Gedöns aufblähen zu wollen, fange ich mal mit der rechtlichen Seite an, um daraus dann das nötige Verhalten abzuleiten.

 

Wie sieht das denn in der grauen Theorie aus?

 

Schadenersatz, den man ja nun gerne vom Betreiber haben möchte, begründet sich, sofern es sich nicht um eine unerlaubte Handlung geht, die man hier ja grundsätzlich erst einmal ausschließen kann, aus § 280 Abs. 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches.

 

Zitat:

Verletzt der Schuldner eine Pflicht aus dem Schuldverhältnis, so kann der Gläubiger Ersatz des hierdurch entstehenden Schadens verlangen. Dies gilt nicht, wenn der Schuldner die Pflichtverletzung nicht zu vertreten hat.

Ein Schuldverhältnis besteht zwischen dem Nutzer der Waschanlage (seine Schuld ist die zu leistende Geldsumme) und dem Betreiber (seine Schuld ist die Erbringung der Dienstleistung). Neben der Hauptleistungspflicht (Reinigung des Wagens) bestehen auch Nebenpflichten, so auch die Schutz- und Sorgfaltspflicht, die man aus § 241 II BGB ableiten könnte.

Zitat:

Das Schuldverhältnis kann nach seinem Inhalt jeden Teil zur Rücksicht auf die Rechte, Rechtsgüter und Interessen des anderen Teils verpflichten.

Bei einer von der Waschanlage ausgeführten Reinigung handelt es sich gemäß § 631 BGB unstreitig um einen Werkvertrag. Es ist ein Vertrag, der die Erbringung einer Dienstleistung und (anders als der Dienstvertrag) dabei einen Erfolg (ein sauberes Auto) schuldet. Die gegenseitigen Pflichten decken sich mit obigen Ausführungen.

 

Zitat:

Durch den Werkvertrag wird der Unternehmer zur Herstellung des versprochenen Werkes, der Besteller zur Entrichtung der vereinbarten Vergütung verpflichtet.

Wir haben nun ein Schuldverhältnis, dass mündlich an der Kasse wirksam geschlossen wurde, wenn man sich den Wagen so ansieht haben wir auch eine Pflichtverletzung sowie einen tatsächlich aufgetretenen Schaden am Eigentum und.. was brauchen wir noch?

Das sogenannte Vertretenmüssen. Muss der Betreiber denn nun für das einstehen, was er verursacht hat?

 

In der maßgeblichen Anspruchsgrundlage § 280 I stand ja, dass die Norm nicht gelte, wenn der Schuldner das Malheur nicht vertreten muss. Er muss nach dem allgemeinen Verständnis also Tatsachen vorbringen, um sich zu entlasten. Das heißt, er wäre in der Beweispflicht und der geschädigte Kunde kann sich entspannt zurücklehnen.

 

Auf den Werkvertrag zurückkommend, eröffnet uns § 634 BGB mehrere Möglichkeiten des Schadenersatzes.

 

Zitat:

Ist das Werk mangelhaft, kann der Besteller, wenn die Voraussetzungen der folgenden Vorschriften vorliegen und soweit nicht ein anderes bestimmt ist,

1. nach § 635 Nacherfüllung verlangen,

2. nach § 637 den Mangel selbst beseitigen und Ersatz der erforderlichen Aufwendungen verlangen,

3. nach den §§ 636, 323 und 326 Abs. 5 von dem Vertrag zurücktreten oder nach § 638 die Vergütung mindern und

4. nach den §§ 636, 280, 281, 283 und 311a Schadensersatz oder nach § 284 Ersatz vergeblicher Aufwendungen verlangen.

Nacherfüllung fällt heraus, wenn das Auto zwar zerkratzt, aber sauber ist. Vergütung mindern oder das Geld zurück verlangen dürfte wohl kaum reichen, um die Kosten zu decken.

Bleiben demnach also der bereits angesprochene Schadenersatz nach § 280 oder die Selbstvornahme (Selbst durchgeführte Reparatur mit nachträglicher Erstattung der Kosten) nach § 637, die aber in der Praxis keine Rolle spielen dürfte.

 

 

 

So einfach die Theorie.

 

In der Praxis versuchen die Betreiber mit den aushängenden AGBs, Haftung auszuschließen. Höchstrichterliche Rechtsprechung (Bundesgerichtshof) untersagt dies (BGH, Az: X ZR 133/03).

Allerdings: Nicht nur der Betreiber hat Sorgfaltspflichten - auch der Kunde muss darauf achten, dass er Schäden verhindert, also Spiegel anklappt und Antennen abschraubt.

 

In der Praxis ist es jedoch ein Krampf, da die Gerichte nie so richtig einheitlich entscheiden.

Kostproben gefällig?

 

Wie urteilen denn die Gerichte?

 

Landgericht Coburg vom 10.02.2009, Az. 11 O 440/08: Keine Haftung des Betreibers. Lag aber auch daran, dass ein Verschulden des Klägers (Kofferraum möglicherweise nicht richtig zu) nicht ausgeschlossen werden konnte.

 

Landgericht Duisburg vom 18.11.2009 Az. 11 S 98/09: Betreiber haftet.

Dieses Urteil deckt sich mit meiner Schilderung der Rechtslage. Der Betreiber muss mit allen zumutbaren Mitteln dafür sorgen, dass er Schäden verhindert. Vollautomatische Anlagen müssen dann eben permanent überwacht werden. Der Betreiber konnte nicht hinreichend darlegen, dass er alles ihm Mögliche tat, also haftete er.

 

Jetzt kommt es aber dicke!

 

Amtsgericht Haldensleben vom 24.08.2011 Az. 17 C 631/10: Keine Haftung des Betreibers. An einem Toyota Auris riss eines Tages ein serienmäßiger Spoiler ab, nachdem dieses Fahrzeug in der Vergangenheit die Anlage schon ein paar Mal heil verließ.

Das Gericht entschied - für mich völlig unverständlich - dass (auch serienmäßige!) Spoiler ein erhöhtes Risiko darstellen, dass der Nutzer selbst tragen muss. Der Betreiber gewann den Prozess, da die Anlage keinen nachweislichen technischen Defekt hatte.

 

Und jetzt wird es richtig komisch

 

Landgericht Berlin vom 04.07.2011 Az. 51 S 27/11: Keine Haftung des Betreibers. Hier ist das Gericht der Auffassung, der Geschädigte wäre in der Beweispflicht! Da er nicht nachweisen konnte, dass der Betreiber den Schaden am Heck verursacht hat, blieb er auf dem Schaden sitzen. Der Sachverständige konnte nicht klären, wer Schuld war. Das widerspricht grundsätzlich dem Urteil des Landgericht Duisburg.

 

Eine Ursache könnte sein, dass es sich in Duisburg wohlmöglich um eine Portalwaschanlage handelte, bei der man das Auto vor dem Waschvorgang verlässt. Somit hat man als Nutzer keinen Einfluss darauf, was während der Wäsche mit dem Fahrzeug passiert. Man kann also, sofern man Spiegel anklappt, Antenne abschraubt und keine Art von auch serienmäßigem Spoiler am Fahrzeug hat :rolleyes:

gar nicht schuld sein, weshalb der Fehler ganz klar beim Betreiber zu suchen wäre.

 

In der Waschstraße, wo das Auto auf der Schiene mitsamt am Steuer sitzenden Fahrer durch die Anlage geschleppt wird, hat der Kunde durchaus auch Einwirkungsmöglichkeiten, die eine Beschädigung nach sich ziehen könnten (wie z.B. Treten der Bremse oder Drehen des Lenkrades). In Berlin handelte es sich um solch eine Einrichtung, weshalb die Schuldfrage nicht geklärt werden konnte.

 

Allein deshalb die Beweispflicht dem Geschädigten aufzubrumen, halte ich für grob falsch. Was ich für richtig halte und was nicht, spielt jedoch keine Rolle. Fakt ist: So lautete die Rechtsprechung.

 

Wie muss ich mich also verhalten?

 

Auch in Portalwaschanlagen, wo man theoretisch auf der sicheren Seite wäre, wird wohl kaum ein Betreiber freiwillig zahlen. Daher sollte man auch hier nicht einfach sorglos hineinfahren.

 

Es empfiehlt sich eine vorherige Dokumentation. Teile, die besonders gefährdet sind (Scheibenwischer, nicht einklappbare Spiegel, ...) sollte man mit Datum fotografieren.

 

Das Fahrzeug nach der Wäsche sofort untersuchen! Verlässt man erst einmal das Gelände, kann man den Schaden der Anlage nicht mehr zuordnen. Leider ein grober Fehler, wenn die Leute erst zuhause das Fahrzeug inspizieren und dann wieder zurück fahren.

 

Wird noch vor Ort ein neu aufgetretener Schaden festgestellt, umgehend das Personal kontaktieren und sich möglichst nach der Versicherung des Betreibers informieren, um diese ggf. einzuschalten, wenn der Betreiber unkooperativ ist.

 

Für Waschstraßen, wo man es scheinbar schwerer hat, unbedingt Zeugen mitnehmen, die ein Betätigen der Bremse oder anderer Dinge (Kofferraumschalter, Lenkrad, Schiebedach) ausschließen können, weil sie mit im Wagen saßen. Sonst ist man schnell der Gelackmeierte.

 

Das war ich auch im wahrsten Wortsinne - denn der Schaden am Mercedes stammt aus einer Waschstraße, die ich allein befuhr.

Weil es mir zu lästig war, machte ich natürlich vorher keine Fotos. Und eventuelle Mikrokratzer sind bei Wachanlagen normal, also bin ich einfach rein. Aber mal ehrlich: Mit sowas rechnet doch kein Mensch!

 

Das Ende vom Lied war, dass ich leer ausging. Ich könnte ja schließlich versehentlich etwas bedient haben. Tja, hätte ich mich mal besser auf die Rückbank gesetzt.

Auf dem Schaden blieb ich bzw. mein Kumpel letztendlich sitzen.

 

Die Frage, ob er von mir Schadenersatz verlangen kann, wäre übrigens ein höchst interessanter Fall der GoA (Geschäftsführung ohne Auftrag) bzw. des Fremdgeschäftsführungswillens, den ich bei Interesse auch behandeln könnte. :D :(

Glücklicherweise wurde dies aber nicht zu einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für die Justiz, wir haben uns untereinander gut verständigt.

 

Bitte bedenkt aber, dass es bei juristischen Fragestellungen nie eine eindeutige und korrekte Antwort gibt. Das soll jetzt nicht heißen, dass man meine Beiträge nur mit Vorsicht genießen sollte, aber sie sind auch nicht die Absolution.

Nicht umsonst existiert neben der herrschenden Meinung oft auch eine Mindermeinung. Sollten sich hier Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte oder auch Rechtspfleger o.Ä. finden, bitte ich gerne um eine Zweitmeinung.

 

 

Ich hoffe, der Artikel hat euch gefallen und gut informiert. In Zukunft wird man ab und an wieder in diesem Blog von mir lesen.


27.06.2015 04:46    |    Kruegerl    |    Kommentare (19)    |   Stichworte: Avantgarde, Benz, Die Avantgarde, E, E320, E-Klasse, Limousine, Mercedes, Mercedes Benz, V6, W210

Hallo, liebe Motor-Talker!

 

Genug auf die Folter gespannt, man muss es schließlich ja auch nicht übertreiben. Hier ist er also, mein neuer Schatz: Ein Mercedes Benz E320 der Baureihe W210.

 

Es war die Neugier. Es war der gewisse Reiz. Das unwiderstehliche Verlangen nach Entschleunigung, Ruhe, Komfort und Luxus. Und so kam schließlich der Tag. Der Tag, an dem ich zum Mercedes Benz Fahrer wurde.

 

Meine neue Liebe erblickte 1998 das Licht der Welt und leistet mit dem größten V6 aus der damaligen Angebotspalette 224 PS aus 3.2l Hubraum. Die Avantgarde-Ausstattung mit der Fünfstufenautomatik war bei so einer gehobenen Limousine obligatorisch. Knapp 200.000km hat der Straßenkreuzer nun auf dem Buckel, "gerade mal eingefahren", wie Benzkenner es wohl beschreiben würden.

 

Und hier stand er also, noch zwischenzeitlich direkt neben meinem nun ebenfalls verkauften Honda Prelude in der Garage. Links der laute, pubertierende Schreihals und rechts daneben der erwachsene Straßenkreuzer, bei welchem das Klicken des Blinkers im Innenraum das Motorengeräusch übertönt. Es war, als würde sich meine automobile Seele in diesem Moment spalten und radikal mutieren.

 

Was hier im Jahre 1998 (!) vom Band lief ist bis heute einfach nur faszinierend. Was sich unter der dunkelgrünen Karosserie an Technik, Komfort und Luxus verbirgt, braucht sich bis heute nicht verstecken.

 

Doch im Unterschied zu damals ist es schon so, dass so ein W210 wohl im heutigen Straßenbild kaum noch auffällt. Verschrien als Rentnerkutsche, Billigtaxi und südländischer Tuningtraum hat diese alte E-Klasse heute ganz schön zu kämpfen. Doch dann gibt es sie doch noch, die Liebhaber, die so ein Fahrzeug bis heute zu schätzen wissen. Auch die beiden Vorbesitzer gehörten wohl zu diesem Schlage. Durchgehend servicegepflegt, Rost maximal dem Alter entsprechend (Hintere Radläufe - ein Klassiker), Nichtraucherfahrzeug, das Leder im Zustand eines Jahreswagens. Im Sommer läuft der Wagen auf 18"-Felgen von Lorinser, während im Winter die Originalfelgen zum Einsatz kommen.

 

Ja, ich denke, ich kann mich glücklich schätzen, heute noch so einen Mercedes aus Liebhaberhänden gefunden zu haben, habe mir damit allerdings auch eine gewisse Bürde auferlegt. Schließlich möchte auch ich diesem Benz mindestens die selbe Liebe und Aufmerksamkeit schenken, wie es die Vorbesitzer getan haben. Mindestens. Getreu dem Moto: Auf die nächsten 200.000km!

 

Im Moment bin ich nur am Überlegen, ob ich ihm wieder seinen Originalgrill und sein Fadenkreuz seinen originalen Stern auf der Haube gönnen soll. Einerseits muss ich sagen, dass mit der aktuelle Grill mit dem großen Stern in der Mitte richtig gut gefällt. Andererseits hingegen gehört der aufragende Stern auf der Haube auch einfach dazu. Beides in Kombination jedoch fände ich auch wiederum too much. Mal sehen, welche Entscheidung ich hier noch treffen werde.

 

Jedenfalls habe ich nun mit dieser wunderschönen Limousine eine völlig neue Welt kennen gelernt, eine für mich völlig neue Art des Autofahrens. Erst einmal hinter dem Steuer des Kreuzers Platz genommen, ist man sich zwar der sechs Zylinder und der Leistung bewusst, allerdings verspüre zumindest ich in keinster Weise den Wunsch, das Gas durchzutreten und einen auf dicke Hose zu machen, wie es durchaus bei meinen Hondas des öfteren der Fall war. Einfach den Tempomaten setzen, eine schöne CD im Hintergrund laufen lassen und entspannen. Am Ziel kann ich mit einem Lächeln, ganz ohne Rückenschmerzen und verknittertem Sakko entspannt aussteigen. Ich beginne die Liebhaber solcher Fahrzeuge tatsächlich langsam zu verstehen.

 

Ich möchte damit nicht sagen, dass die eine Art damit besser oder schlechter ist, ich jedenfalls habe nun endgültig meine Richtung und meine Präferenzen gefunden. Ich bin angekommen.


26.06.2015 18:11    |    Kruegerl    |    Kommentare (18)    |   Stichworte: Avantgarde, Benz, Die Avantgarde, E, E320, E-Klasse, Limousine, Mercedes, Mercedes Benz, V6, W124, W210, W211, W212

 

"Bei Mercedes Benz hat man sich nie mit dem Erreichten zufrieden gegeben, im Gegenteil. Mit ganzer Akribie und größter Erfahrung wird seit 120 Jahren stets für den gewissen Unterschied gesorgt. Dazu braucht man den Mut, neue Wege einzuschlagen. Die Leidenschaft, immer wieder bis an die Grenze zu gehen. Und den Willen, jeden Tag besser zu werden. Bereit sein für ein lebenslanges Lernen, um sich immer wieder selbst zu übertreffen. Tradition verpflichtet und Erfolge spornen an, immer wieder noch besser zu werden. Damals wie heute."

 

 

Hallo, liebe Motor-Talker!

 

Wie versprochen folgt hier nun der erste große Hinweis auf meine neue Passion. Hach, was habe ich vor noch nicht allzulanger Zeit gelästert und kritisiert über deutsche Autos und deren Status. "Premium Produkt"... "deutsche Wertarbeit"... pffft. Viel lieber duellierte ich mich abends an Tankstellen, wer denn die lautere Auspuffanlage am Platz hatte und zwängte meinen Hintern auf Festivals in enge und unbequeme Campingstühle. Heute platziere ich mein breites Gesäß in edlem Ledergestühl, schließe kurz die Augen, bevor ich den Motor starte, entspanne meine Muskeln, gleite sanft in den schon fast an einen Wohnzimmersessel anmutenden Fahrersitz und heiße mich selbst in meiner neuen Umgebung auf der Straße willkommen.

 

Ich steige aus, schließe die Türen ab, streichle noch einmal anmutig über den Lack und drehe mich noch mehrmals lächelnd zu ihm um.


26.06.2015 12:17    |    Kruegerl    |    Kommentare (12)    |   Stichworte: Autor, Blog, Car Vision, Neuzugang, Off-Topic, Relaunch, Verstärkung

Hallo, liebe Motor-Talker!

 

Erstmalig in der Geschichte dieses Blogs werde ich nicht mehr nur alleine hier das Zepter schwingen. Car Vision wird zukünftig von VincentVEGA_ unterstützt und ich kann euch schon jetzt versprechen, dass hier zukünftig so einiges an interessantem Lesestoff erscheinen wird. Der studierte Jurist betreibt bereits seit einiger Zeit seinen eigenen Blog und besticht durch seine lockere und unterhaltsame Schreibweise.

 

Lieber VincentVEGA_,

ich freue mich, dich hier an Board begrüßen zu dürfen und bin mir sicher, dass wir uns hier zukünftig perfekt ergänzen werden.


25.06.2015 14:20    |    Kruegerl    |    Kommentare (29)    |   Stichworte: Automarkt, Car Vision, crx, del Sol, eg2, Honda, Japan, Mein Honda CRX, Motor, NZ, Off-Topic, Sportschalldämpfer

Hallo, liebe Motor-Talker!

 

Ich könnte diesen Artikel nun wieder einmal mit Sätzen wie "Lange ist es her" oder "Ja, ich lebe noch" beginnen, doch ich lasse es an dieser Stelle lieber - ihr kennt mich mittlerweile. Viel lieber möchte ich gleich zur Sache kommen. Ja, es wird weitergehen mit Car Vision. Ja, ich lebe noch. (Verdammt...)

 

Eines vorweg, es hat sich in meinem Leben so ziemlich alles verändert, was sich nur verändern kann. Mein Beziehungsstatus und damit verbunden meine Wohnsituation (Ja, meine Damen: Ich bin wieder zu haben!), mein Beruf und mein komplettes berufliches Umfeld aber auch meine automobile Situation. Aber wohl hauptsächlich um diese soll es hier bei Car Vision neben vielen weiteren Themen aus der wunderbaren Welt des Automobils gehen. Weiterhin getreu dem Motto: Economy - Business - Automotive Lifestyle.

 

"Honda-Fahrer für´s Leben" oder "Die Erfüllung eines Kindheitstraumes" konnte man noch in der Vergangenheit hier lesen, wenn es um meinen Honda CRX ging. Meine automobile Welt schien perfekt und vollkommen und ich hatte mir in der Zwischenzeit sogar einen zweiten Honda angeschafft, falls mal mehr als ein Beifahrer kutschiert werden musste: Einen ´98 Honda Prelude 2.0 mit immerhin 133PS. Der Zustand war seinem Alter und seinen Vorbesitzer entsprechend und benötigte viel Liebe und Zuwendung, als er bei mir ankam. Dennoch war der Prelude eine feine Alternative, wenn einmal nicht das Cabrio-Wetter lockte.

 

 

Doch warum schreibe ich diese Zeilen eigentlich im Präteritum? Tja, hier kommt die nächste Überraschung: Sowohl der CRX als auch der Prelude befinden sich nicht mehr in meinem Besitz. Den giftgrünen CRX verkaufte ich vor wenigen Wochen einem guten Bekannten zu einem Preis, der die Zusatzbezeichnung "unter Freunden" wohl mehr als verdient hat. Doch bis zum Schluss und wohl auch weiterhin war er eine top gewartete Spaßgranate und wird es zukünftig hoffentlich in neuen Händen auch weiterhin bleiben. Dennoch entfährt mir immer noch ein wehmütiger Seufzer, wenn man sich gelegentlich mal wieder trifft und er mit dem VTEC-Frosch an mir vorbeizieht. Einziger Wehrmutstropfen: Er steigt mit dem selben, breiten Grinsen aus dem Roadster, mit welchem auch ich mich jedesmal aus den tiefen Sportsitzen hebelte.

 

Der Prelude hingegen musste erst gestern auf Grund meiner Umtriebigkeit weichen. Der einfache Grund: Eine Neuanschaffung. Nach zwei Suzukis (einmal alt, einmal neu), einem Audi A8 und nun zwei Hondas scheine ich wohl doch noch nicht den "my way" der Mobilität gefunden zu haben. Und soll ich euch etwas sagen? - Der Neue steht schon bei mir in der Garage.

 

Ich werde jetzt natürlich hier nicht einfach so verraten, um welches Fahrzeug es sich dabei genau handelt. Viel lieber werde ich in den kommenden Tagen meinen neuen Schatz Stück für Stück anteasern. Aber so viel sei schon einmal verraten: Ja, für mich handelt es sich hierbei tatäschlich um einen zufällig entdeckten Schatz und eines kann ich auch sagen: Zwischen meinen bisherigen Fahrzeugen und meinem neuen liegen WELTEN!

 

Klar, ich hatte wirklich viel Freude mit meinen Suzukis und Hondas und ich glaube, speziell zu meinem Swift NZ brauche ich an dieser Stelle nicht mehr viel zu schreiben. Es wurde geschraubt, Sportauspuffanlagen montiert, tiefer gelegt und auf Treffen gefahren. Klar hatte ich viel Spaß, im donnernden Konvoi durch´s Land zu flitzen.

 

Doch nun habe ich eine völlig andere Art zu reisen entdeckt. Eine völlig andere Welt. Und es ist schon erstaunlich, wie ein einfacher, wenn auch radikaler, Autowechsel das komplette Fahrverhalten, ja, zum Teil schon ein Stück der eigenen Lebenseinstellung, verändern kann. Aber genaueres darüber möchte ich erst später erzählen.

 

Zusätzlich werde ich für diesen Artikel einmal das in den Blogs schon seit längerer Zeit verbreitete "Bewertungssystem" aktivieren. Auch wenn ich bisher allgemein nicht wirklich viel davon gehalten habe und nach wie vor ein persönliches Feedback mehr schätze als eine nichtssagende Sternebewertung oder Zahl.

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Blogautor(en)

  • Kruegerl
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