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27.02.2016 20:51    |    VincentVEGA_    |    Kommentare (15)    |   Stichworte: 80, Audi, B2/81/85

Wie haltet ihr es mit der Nachrüstung von Originalteilen bei Young- und Oldtimern

2 (10 %) Geht gar nicht - Originalität ist durch nichts zu ersetzen.
14 (70 %) Ja klar, denn das wertet den Wagen auf
4 (20 %) Wenn, dann nicht einzeln, sondern komplett (beispielsweise entweder die komplette CD-Ausstattung sowohl außen als auch innen oder gar nichts)

Willkommen zurück bei Car Vision - zum (vorerst) letzten Mal zum Thema Old- und Youngtimer.

Da sich Kruegerl wohl erneut zurückgezogen hat und ich meinen eigenen Blog demnächst neu gestalten und thematisch neu aufstellen möchte und sich meine Freizeit kontinuierlich verringert, ist es mir nicht länger möglich, zwei Blogs akutell zu halten und regelmäßig fortzuführen.

 

Nachdem ich zuletzt die Themenbereiche Recht und Youngtimer bearbeite, muss ich zumindest einen streichen, da der Audi und sein Drumherum in meinem Blog zuhause ist, liegt es Nahe, dass ich mich in Zukunft erst einmal auf das Thema "Recht rund ums Auto" beschränke.

A propos Audi, er verlässt seine Heimat, um heute in diesem Blog zu Gast zu sein.

 

Der B2 eignet sich perfekt als Demonstrationsobjekt für eine Diskussion über Nachrüstungen von Ausstattungsdetails, seien es Armlehnen, Spoiler oder Scheinwerfer. Zum Einen, weil sie fast alle schon vor langer Zeit durch den Schredder gejagt wurden und entsprechend viel an Schlachtteilen vor einigen Jahren zu haben war, diese jetzt aber bedenklich knapp sind. Zum anderen, weil der Wert so gering war, dass bei Umbauten zuhauf improvisiert wurde - analog zur schlechter werdenden Teilelage.

 

Zur Diskussion stelle ich hier mal ein nettes Exemplar, dass so ziemlich alles kreuzt - und das gleich auch ziemlich gruselig.

 

Das vorliegende Exemplar sieht erstmal nach der vollen Hütte aus. Es hat folgende Merkmale:

 

Durchgehendes Leuchtenband - Audi 90

Ausstattungsbezeichnung - Audi 80 CD (höchste Linie)

Heckspoiler - Audi 80 GT und GTE (Sondermodell bzw. Sport-Topmodell)

 

Auffällig ist hier leider, dass die Modellschriftzüge in ihrer Position falsch montiert sind. Argh. Sonst hätte man glaubhaft annehmen können, dass es sich um einen CD handelt, bei dem Blende und Spoiler nachgerüstet wurden (war eine Zeit lang sehr beliebt). Das ginge also als zeitgenössisch durch, das "CD" ist jedoch gewollt und nicht gekonnt.

 

Gehen wir nach innen: Der Kenner stellt sofort fest, dass es definitiv kein CD ist.

 

Die kleinen Armlehnen und die einfache Mittelkonsole sind entweder Basis oder die mittlere Linie CC. Der Blick auf die Türpappe zeigt: Wahrscheinlich Stoff Hastings-Gewebe. Also Basismodell. Soviel zum Thema CD. :D

Ein tolles Beispiel für Improvisation ist der - haptisch dem in der Basisvariante Verbautem bei Weitem überlegen - Lederschaltknauf, der irgendwie auf den einfachen Faltenbalg gebastelt ist. Da gehört ein ganz anderer Schaltsack drunter, samt großer Mittelkonsole. Die sind aber selten und vor allem gesucht - wenn denn überhaupt mal irgendeine in der passenden Farbe auftaucht, ist sie teuer. Also kam es wohl zu dieser Blüte des Do-it-yourself.

 

Das Lenkrad entstammt dem Nachfolger B3 (Typ 89) ab 1986. Es ist optisch gefälliger, von daher kann man's durchgehen lassen. Andere verbauen aktuelle S-line-Lenkräder und harmonischer als die doch recht gewöhnungsbedürftigen Treser-Volante, die in den 80ern gewält wurden, ist es auch. Kann man meiner Meinung nach durchgehen lassen. Die Lautsprecherboxen in der Tür sind Vielen ein Dorn im Auge, doch sind die hier wenigstens farblich dezent und ohnehin halb durch die - im Basismodell durchaus auch öfter bestellten - Türablagekästen verdeckt. Stört das nicht den Klang?

 

Auffallend ist jedoch, dass außen auf "dicke Hose" gemacht wird (Audi 90, Audi 80 CD, Audi 80 GTE), innen aber weitesgehend die Basis beibehalten wurde. Die lustige Schalthebelkonstruktion hat was, und das Lenkrad ist noch eines der Passendsten, die man so nachrüsten kann. Würde ich mit 6 von 10 Punkten benoten, da es Peinlichkeiten vermeidet.

 

 

Gehen wir zu meinem Audi:

Von außen sehen wir Frontspoiler (alle, außer Basis) und Heckblende (Audi 80 CD und GTE, sowie Sondermodelle SC und GT). Eine Modellbezeichnung steht nicht drauf. Es war nie ein CC und CD, warum sollte ich ihn als diesen betiteln?

Von außen finde ich ihn eigentlich gelungen, wie er ist.

Innen ist die bunte Mischung angesagt: Es lacht einen die große Mittelkonsole an (CD, GTE, Sondermodelle GT und SC), dafür findet man keine Türablagekästen (nur bei Basis und GT, sonst Serie) und nur die kleinen Armlehnen wie in Basis, CC und GT. Spätestens jetzt ist klar, dass die Ausstattung einem GT entstammt. Wären da nicht die Sitze, die entstammen dem CD und wurden so auch im Audi 90 verbaut. Größtes Übel: Sitze braun, Rest blau.

 

Ich würde meinem Wagen 5 von 10 Punkten geben, weil das Interieur einfach gar nicht zusammenpasst. Grusel.

Aber: Schwarzes Armaturenbrett und Türpappen vom CC sind vorhanden, eine passende Mittelkonsole vom CD ist ebenso gesichert wie passende braune Fensterkurbeln und (große) Armlehnen. Damit wäre so gut wie alles in sich stimmig.

Ich habe tatsächlich einen Wagen gefunden, der dem entspricht, was meine aktuelle Teilelage hergibt. Eigentlich unmöglich, aber genau sowas stand letztens zum Verkauf.

 

 

 

Der Teppich wäre dann immer noch blau (auf den Bildern zwar nur die Fußmatten, zur Veranschaulichung ist es aber perfekt), ich habe einen beigen Teppich vom Vorfacelift sehr günstig erhalten, der leider qualitativ deutlich schlechter ist als bei späten B2. Wenn ich meinen Teppich drin lassen, den Rest aber umbauen würde, sähe es ungefähr so aus.

Der fiese Kontrast (auch zur Außenfarbe) ist geringer geworden. So würde ich mir immerhin 7,5 von 10 Punkten geben.

 

 

 

Nächster Wagen: Dieser CC hat die Rückleuchten des Audi V8. Ebenfalls nicht unbeliebt, siehe der letzte Artikel in Car Vision über zweitürige Limousinen. Geht gar nicht meiner Meinung nach, aber objektiv gesehen gibt es weitaus Schlimmeres als das.

 

 

Nächster Audi 80 Nachfacelift: Hier hat jemand ein Einzelstück gebastelt: Stoßstange vom europäischen Vorfacelift-Quattro (sehr selten!) und Scheinwerfer von der US-Vorfacelift-Variante. Leider sehen die Spaltmaße auch sehr nach nachträglichem Einbau aus. Ansonsten: Passt super. Meine Wertung 8 von 10.

 

 

Letzer Audi 80: Ausnahmsweise ein Vorfacelifter. Mit Taxi-Armaturenbrett (auch selten) zur Unterbringung der Zusatzinstrumente. Dazu wurde alles auf Plastikholz-Look getrimmt und mit einem Lenkrad gekrönt, dass auch aus dem Zubehör des Opel Omega A stimmen könnte. Alles für sich alleine würde locker gehen, alles zusammen ist too much.

Daher 4,5 von 10 für diese Nachrüstungen.

 

 

Nachdem ich jetzt also einige Audi 80 mit (überwiegend originalen) Nachrüstungen gezeigt habe, würde ich gerne eure Meinung wissen: Ich habe hierfür eine Umfage hinzugefügt. Bitte fügt auch einen Kommentar hinzu, wenn ihr wollt, egal ob ihr abstimmt oder nicht.

 

So, damit wären wir auch am Ende des Artikels. Es ist ein leiser Youngtimer-Abschied von Car Vision, ohne Pauken und Trompeten, sondern nur mit ein paar Beispielfahrzeugen und einer Umfrage. Ich hoffe, euch hat es trotzdem gefallen.

 

Vielleicht gibt es ja eines Tages einen Rückzug vom Rückzug, denn schon James Bond wusste: Sag niemals nie.

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Blogautor(en)

  • Kruegerl
  • VincentVEGA_

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