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29.06.2015 04:13    |    Kruegerl    |    Kommentare (47)    |   Stichworte: 500, Alles auf Rädern, Austin, Cinquecento, Clubman, Cooper, Countryman, Fiat, Fiat 500, Fiat 600, Kult, Mini, Neuauflage, Rover, Seicento

Es gibt Marken und Modelle, welche bereits unseren Vätern und Großvätern ein Begriff waren. Marken, welche weltweit Berühmtheit erlangten und immer für bestimmte Eigenschaften standen, welche bei den damaligen Käufern und Liebhabern für Treue sorgten. Viele dieser Namen sind heute leider ausgestorben, manche hingegen werden bis heute am Leben erhalten. Damit meine ich jedoch nicht Oldtimerliebhaber und -gemeinden, sondern Konzerne. Diese allerdings versuchen nicht, das Alte in Ehren zu halten, sondern Geld zu verdienen. Was damals hip war, muss auch heute noch hip sein, damit es sich verkaufen lässt. Doch was damals auch hip war, ist heute nicht mehr immer hip. Hip, hip, hurra.

 

Daher beginnt man nun damit, die damaligen "Lifestyle-Modelle" vergangener Jahrzehnte an den heutigen Lifestyle anzupassen. Um zwei besonders bekannte Beispiele soll es hier heute gehen: Den MINI und den Fiat 500.

 

Der Ur-MiniDer Ur-Mini

 

Beginnen wir bei MINI, allerdings dieses mal gleich mit einem ganz besonderen Modell: Dem MINI Clubman. Schon damals hat man sich überlegt, den Kultzwerg der Sechziger neuen Zielgruppen schmackhaft zu machen. Schon damals hat man versucht, neben diversen Kleinserienherstellern, wie zum Beispiel Wolseley oder Riley, den MINI immer wieder neuen Trends anzupassen. Die Idee ist also keineswegs neu und so war auch die "Neuerfindung" des MINI seitens BMW kein Verbrechen oder eine Frechheit, wie es seitens der Community oft propagiert wird. Für den ursprünglichen Clubman jedenfalls zeichnet sich der Designer Roy Haynes aus, welcher zuvor bei Ford mitwirkte. Länger sollte er werden, dem Design der 70er und 80er Jahre entsprechend kantiger und noch kultiger. Naaaa? Kommt euch das bekannt vor? Von besagtem Clubman gab es ebenfalls einen Kombiableger. Der Aufschrei der Presse und Fangemeinde war damals groß. Ein MINI als Kombi? Was hat das denn bitteschön noch mit einem MINI zu tun? ...fragte und empörte man sich damals im Jahre 1970. Doch selbst dieser Gedanke war keinesfalls neu. Bereits 1961 erschien der erste Kombi von MINI mit dem Namen "Countryman", es folgte nur wenige Monate später der MINI Van als Lastentaxi.

 

Der original Mini ClubmanDer original Mini Clubman

 

Von MINI bzw. nun mittlerweile quasi BMW soll der MINI Clubman als Kombi noch in diesem Jahr ebenfalls neu aufgelegt werden. Es handelt sich hierbei um einen Kombi im Golf-Format und schlägt somit in die Kerbe eines vergleichbaren Skoda Fabia Kombis oder Seat Ibiza. Und wieder ist die Community empört. "Das ist doch kein MINI mehr"... "viel zu hässlich"... "zu teuer". Sätze, die bereits 1970 zu hören waren und heute hauptsächlich von jenen Leuten stammen, die von der Marke MINI im Grunde kaum Ahnung und abgesehen vom ursprünglichen Blechkleid des MINI Mk1 nichts weiter mit dieser Marke in Verbindung bringen können.

 

Mini Clubman 2015Mini Clubman 2015

 

Zur Markteinführung wird der neue MINI Clubman in drei Motorisierungen erhältlich sein, zwei Benziner und ein Diesel zwischen 136 und 192PS, welche dann den Kombi von 0-100 km/h in 7,2 Sekunden befördern. Für die nötige Motorisierung sollte also gesorgt sein.

 

Fiat 500 aus dem Jahre 1954Fiat 500 aus dem Jahre 1954

 

Ähnliches betreibt auch Fiat mit der ehemaligen Stilikone "500". Als dieser 1957 das Licht der Welt erblickte und schon immer eine direkte Konkurrenz zum damaligen MINI darstellte, war er jedoch keine Besonderheit mehr. Der Fiat 500 "Topolino" nämlich existiert in ähnlicher Form bereits seit 1933! Es war also bereits der "nuovo" 500.

 

Fiat 500 "Topolino" aus den 30ernFiat 500 "Topolino" aus den 30ern

 

Während sich die ursprüngliche, dreitürige Neuauflage des Fiat 500 von 2007 noch damals, wie der neue MINI, zumindest in den Grundzügen an die Originale orientierte, ist der wohl im Moment krasseste erhältliche Ableger des 500 der Fiat 500X - ein verlängertes, fünftüriges und hochbeiniges SUV. Und plötzlich muss auch ich mir unweigerlich die Frage stellen: Was hat das noch mit dem Fiat 500 zu tun? Ich empfinde den 500X eigentlich im Grunde als ein recht schickes und praktisches Auto mit gefälligen Formen. Summa summarum ein schöner Fiat eigentlich. Mit einem Fiat 500 hingegen hat dies für mich persönlich absolut nichts mehr zu tun. Mit einem schön klingenden, eigenständigen Namen hätte dieses SUV von Fiat sich mit Sicherheit ebenso nett in die Modellpalette eingefügt.

 

Fiat 500X - Ein SUVFiat 500X - Ein SUV

 

So jedoch ist aus dem"500X" nichts anderes geworden, als eine marketingtechnische Mutation, ein schamloses Melken einer (noch) potenten Cashcow und planker Hohn für den 500-Ahnen.

 

Puch 500 - Österreichische Fertigung von Steyr-PuchPuch 500 - Österreichische Fertigung von Steyr-Puch

 

Doch bereits einmal hat Fiat den 500 - oder "Cinquecento", wie es im Italienischen heißt - neu aufgelegt, im Jahre 1991. Diese Neuauflage wurde stattliche sieben Jahre gebaut und orientierte sich strikt an den Wurzeln des ursprünglichen Fiat 500. Der direkte Nachfolger des Cinquecento wiederum war der Fiat Seicento - die italienische 600 also. Dieser wiederum orientierte sich direkt an den, wer hätte es gedacht, legendären Fiat 600 aus den 50er Jahren - den großen Bruder des Fiat 500. Der Fiat Seicento wurde immerhin bis 2009 gebaut und erfreute, wie der Cinquecento, eine durchaus ernstzunehmenden Fangemeinde. Und ja, sogar der verächtete Fiat Multipla hat einen Ahnen im Konzern, der selbigen Namen trägt.

 

Fiat Cinquecento, 1991Fiat Cinquecento, 1991

 

Fiat hat also in seiner Firmengeschichte durchaus bereits gezeigt, dass man Neuauflagen und das Wiederbeleben einer vergangenen Marke nicht nur mit starrem Blick auf das, was gerade "hip und trendig" ist (bzw. im Klartext: Was sich im Moment einfach gut verkaufen lässt), sondern auch mit dem nötigen Respekt gegenüber des ursprünglichen Konzeptes vollführen kann, sodass ehemalige Kultmarken auch heute noch für die selben Werte stehen können, wie deren Ahnen.

 

Was haltet ihr von dieser Thematik? Sind Neuauflagen und "Relaunches" gut und wichtig oder sollte man derartige Kultobjekte vergangener Tage lieber in Würde altern lassen? Welche Beispiele findet ihr besser gelungen, welche weniger? Wir sind auf eure Meinungen gespannt!


29.06.2015 09:25    |    Fensterheber169

Manchmal sind solche Neuauflagen echt gut. Siehe Mustang und camaro.

 

Was aber nicht geht ist der aktuelle Mini sowohl normal als auch Clubman. Die Autos sind so fett geworden total übergroß, wenig Innenraum und viel zu teuer. Den letzten Clubman fand ich nicht schlecht. Der ist wenigstens halbwegs schön und wirkt nicht so dick.


29.06.2015 09:33    |    pico24229

MINI: Der erste "new Mini" hatte was, aber beim Countryman finde ich "das" nicht mehr!

 

Fiat 500: Der Cinquecento war ein legitimer Nachfolger. EIn cooles geföhrt :) Der Retro 500 hat auch was, charmantes Fahrzeug aber der 500x das war wohl nix.


29.06.2015 11:17    |    daytonashelby

Der "Ur-Retro-Mini" hat durchaus gefallen. Die aufgeblasenen fetten neuen Modelle kommen allerdings derart unproportioniert daher, dass die Marke "mini" ad absurdum geführt wird.

Retro-Mustang/Camaro/Challenger hielten sich nicht nur bei den Abmessungen und dem Design an das Vorbild, sondern auch beim Antrieb. Allesamt haben sie den Motor vorn und der treibt glücklicherweise die Hinterräder an. Deshalb sind der Fiat, aber auch der Beetle als total Fail zu bezeichnen, wo Motor und Antriebsachse verkehrt rum eingebaut wurden ...und nicht nur wegen des abartig aufgebläthen Designs. Beim Mini stimmt immerhin das Antriebskonzept.


29.06.2015 11:22    |    pico24229

beetle ist echt ein Ultra Fail :D


29.06.2015 12:34    |    mirabeau

Beim Fiat 500 sehe ich das Problem, dass Fiat - die letzten Jahrzehnte nicht gerade erfolgsverwöhnt - das ganze Sortiment als Ableger davon anzustreben scheint. Einzig der Panda und der Punto laufen noch nebenher. Das hat nun wirklich mit den Urahnen nichts zu tun. Als Nischenprodukt finde ich den 500 ok und gönne Fiat den Erfolg, aber langfristig kann das ins Gegenteil umschlagen, selbst am Mini scheinen sich die Fans sattgesehen zu haben.


29.06.2015 12:46    |    Gurkengraeber

Ich finde das völlig ok. Zum Opfer fällt hier gar nichts, außer vielleicht die Wunschvorstellungen einiger ewig gestriger. Wo bitte ist das Problem. Die Urahnen werden durch die Neuauflage nicht weniger charmant, und behalten ihren Platz in der Automobil Geschichte. Und der Erfolg gibt den Unternehmen recht, die heutige Generation von Autokäufern nimmt den Mini so an wie er ist. Er hat also wohl einen Nerv getroffen. Ob es nun Yuppie Ladies oder Hipster Paare sind, die sich diese Wagen anschaffen ist doch egal, deren Geschmack zählt nun mal genau so viel wie der der Meckerliga. Und vielleicht sogar noch mehr, denn sie kaufen ja wirklich einen Neuwagen.

 

Ich persönlich empfinde Mini und Fiat 500 als hässlich, die alten wie die neuen. Sowas käme mir nie ins Haus. Aber ich gratuliere den Marken zu den Neuauflagen, denn der Erfolg gibt ihnen recht. Punkt.


29.06.2015 14:23    |    FrankyStone

Grundsätzlich ist es vollkommen in Ordnung, wenn Hersteller alte Modellbezeichnungen reaktiveren, ganz egal ob "Retro"-Design (Mini, Fiat 500) oder Neuinterpretation (Alfa Gulia). Klar ist auch, dass ein moderner Kleinwagen auch keinen Heckmotor hat (wegen Raumökonomie und Fahrverhalten), von daher gehen der Fiat 500 und der Beetle mit Frontantrieb auch in Ordnung.

 

Die Fragen sind eher a) wie weit darf die Neuauflage vom Original abweichen, ohne die Marke zu verwässern und b) ist die Neuauflage gelungen?

 

So als mehr oder weniger passenden Vergleich: Der Schritt vom luftgekühlten zum wassergekühlten Boxermotor im Porsche 911 ging (ausser für ein paar Ewiggestrige), aber der Motor sollte schon im Heck bleiben, sonst ist es kein 911 mehr. (Anders als bei Kleinwagen spielt bei einem Sportwagen die Raumökonomie keine so grosse Rolle.)

 

Mir persönlich gefällt der Fiat 500 als "Lifestyle"-Version des Panda. Mini und Beetle sprechen mich jetzt nicht so an.


29.06.2015 16:15    |    schipplock

Hallo Kruegerl (wie heißt du mit Vornamen?),

 

Zitat:

Wenn Marken dem Lifestyle zum Opfer fallen

ja, so wie frueher :)!

 

Zitat:

Damit meine ich jedoch nicht Oldtimerliebhaber und -gemeinden, sondern Konzerne. Diese allerdings versuchen nicht, das Alte in Ehren zu halten, sondern Geld zu verdienen.

so wie frueher! :)

 

Ich seh das nicht so "verbittert" wie du, "Kruegerl". Ich wuerde heute auch gerne einen "originalen" Mini Clubman von damals im Alltag fahren, weil der mir optisch extrem gefaellt und geil zu fahren ist.

 

Aber mit so einem Auto waere ein Hersteller sofort pleite, wuerde er nur sowas anbieten. Das Auto wuerde naemlich niemand kaufen, da man im Straßenverkehr immer im Nachteil waere. Das ist sogar den Menschen bewusst, die absolut keine Ahnung von Autos haben.

 

Den meisten Menschen ist auch der Komfort und der Luxus im Auto sehr wichtig geworden. Heute kauft man sogar Kleinwagen als Pendlerautos, weil sie ausreichend komfortabel und erstaunlich viel "Luxus" bieten (koennen). Und sicher sind sie mittlerweile auch alle durch die Bank.

 

Sowas wie den originalen Mini will wirklich niemand mehr im Alltag.

 

Ich persoenlich bin den aktuellen "fetten" Mini Cooper F56 mit 1.5L Reihen-3-Zylinder und 136PS bereits ausgiebig probegefahren und kann daran rein garnichts Negatives festmachen :). Das Ding hat einen enorm guten Motor, wandelt meine Gaspedalstellung sofort in Vortrieb um, lenkt extrem agil und fuehlt sich immer noch sehr leicht an. Er verbraucht dabei erschreckend wenig, klingt imho besser als die meisten R4 und ueberzeugt wirklich in jeder Situation.

 

Ich fahre ja viele Autos Probe, aber vom Cooper schwaerme ich immer noch am meisten, weil er fuer vergleichsweise wenig Geld (das klingt verrueckt, ich weiß) enorm viel Fahrspaß bietet. Ueber die Qualitaet brauchen wir nicht diskutieren; setz dich rein, dreh eine Runde; das Cockpit sieht meiner Meinung nach total beschissen aus, aber es fasst sich gut an und knistert in keiner Situation. Weder die Sitze, die Tuerpappen noch sonst irgendwas wirkt in dem Cooper billig. Vorausgesetzt man bestellt auf jeden Fall ein Lederlenkrad, denn das Plastelenkrad sieht optisch tatsaechlich billig aus :P.

 

Fuer mich ist es immer noch ein Mini. Das Auto macht einfach nur Spaß. Bei anderen Autos langweile ich mich zu Tode; der Mini aber wurde tatsaechlich fuer den Fahrspaß gebaut :). Das merkt man einfach.

 

Auch die Form der Karosserie ist einzigartig; man hat eine sehr steile Frontscheibe vor der Nase; das ist "cool" bzw. "anders" und faehrt sich "bequem"; weil man ein besseres Raumgefuehl hat.

 

Mach von mir aus alle Autos schlecht, aber nicht den Mini :). Der ist topp! Dass Mini nun auch einen SUV und einen Kombi anbietet, ist ja nicht so schlecht; Mini mausert sich zu einem richtigen "Hersteller" mit richtigem Angebot. Da ist fuer jeden was dabei.

 

Den Mini als Cooper mit Ausstattungspaket Chili und vielen Extras und Sonderlackierung bekommt man realistisch schon fuer 21k EUR neu. Das waere aktuell das einzige Auto, welches ich neu kaufen wuerde.

 

Mein Fazit: ich finde es genial, dass Hersteller wie BMW und Fiat noch solche Retromodelle im Angebot haben. Die Autoauswahl waere ohne diese Modelle _noch_ langweiliger :)!

 

M.f.G.

Andreas.


29.06.2015 20:24    |    Turboschlumpf6

Ich hasse Mini, 500 und Co. - egal ob alt oder neu. :)


29.06.2015 20:36    |    schipplock

:?


29.06.2015 23:16    |    Kruegerl

Also ich möchte mit Sicherheit kein Auto schlecht machen und "hassen" tun wir hier schon garnicht.

Allerdings denke ich schon, dass man zwischen einer Neuauflage oder Evolution und dem blinden Melken eines ehemaligen Kultstatus durchaus unterscheiden kann.


29.06.2015 23:24    |    Turboschlumpf6

Nee, es stimmt schon. Ich hasse die kleinen Dinger. Finde sie einfach nutzlos. :)

 

Das musste mal gesagt werden.


29.06.2015 23:44    |    Kruegerl

Lol...

Mehr fällt mir dazu nicht ein.

 

(Du Automobil-Rassist! :D)


29.06.2015 23:47    |    Turboschlumpf6

Steh ich zu.

 

Aber: Auch ich habe schon viele kleine Autos gefahren. Da darf ich mir so ein Urteil auch erlauben. :)


30.06.2015 00:07    |    Kruegerl

Geschmäcker sind eben verschiedenen. Der eine mag es klein und handlich, der andere steht auf dicke, pralle Dinger... also Autos, meine ich. In der Hand... ähhh, ich meine gefahren, sollte man allerdings in der Tat beides einmal haben. :)


30.06.2015 00:14    |    Turboschlumpf6

*schmeiss weg!* :)


30.06.2015 00:15    |    Turboschlumpf6

Viel schlimmer als die kleinen Autos ist der "künstliche Neo-Kult", der aus den Marketing-Synthetik-Fabriken kommt.


30.06.2015 01:56    |    Kruegerl

Genau auf das wollte ich eigentlich hinaus. Wobei, wenn man sich die aktuelle Verkehrssituation in Großstädten so vor Augen führt, kann ich schon verstehen, dass die Kisten immer kleiner werden. Kleiner... aber immer höher. "Mini-SUVS" sind ja jetzt der aktuellste Trend...


30.06.2015 11:42    |    Käfer1500

Autohersteller sind kein Wohltätigkeitsverein, hier gehts wie überall in der Wirtschaft darum, Geld zu verdienen.

Daher werden altbekannte Modellnamen natürlich dafür genutzt, neue Modelle besser verkaufen zu können.

Dagegen habe ich gar nichts, und damit verdiene ich als Mitarbeiter bei einem großen Zulieferer die Brötchen für meine Familie und mich.

 

Dass ich als Käferfreak den Beetle furchtbar finde und mir niemals einen kaufen würde, ist allein meine Meinung, und ich mache VW keinen Vorwurf, dass die seinen (amerikanischen) Modellnamen nun für ein moderneres, sparsameres, sichereres, geräumigeres, wartungsärmeres, rostunanfälligeres Auto verwenden.

 

Bei aller Liebe: als teuren Neuwagen würde ich mir heute auch keinen VW Bus mehr kaufen, der bei Vmax 105 km/h gute 13l Super (E5) auf 100km braucht, alle 80tkm einen Motorschaden hat, mit 1,5t Anhänger kaum 80 km/h schafft, im Winter nicht heizt, alle 5tkm zum Service muss und nach 8 Jahren total durchgerostet ist. Trotzdem bereue ich, dass ich meinen T2b verkauft habe - für damals 600 DM, heute würde ich dafür das zehnfache in Euro bekommen.


30.06.2015 12:10    |    nick_rs

Ich finde es nicht verwerflich alte Autos neu aufzulegen. Ob das Auto jetzt durchgängig gebaut wurde und den Namen behält oder eine Pause war ist doch egal. Was hat der heutige Golf sportsvan noch mit dem Golf 1 zu tun? Nichts! Trotzdem beschwert sich keiner... Ich finde den Trend ganz cool denn solche "hippen" Autos haben meiner Meinung nach mehr Charakter als irgendwelche Neuentwicklungen.

Dass die Autos zu groß werden ist hingegen eine andere Geschichte...

Ich habe neulich den alten kleinen Mini neben dem Aktuellen gesehen, der aktuelle kam mir vor wie ein Panzer.


30.06.2015 15:15    |    jloh24

Das stimmt schon. Im Vergleich zum Ur-Mini ist der heutige Mini nicht mehr Mini. Das hat aber - von "Design" mal abgesehen - auch technische Hintergründe (Crashsicherheit! und weiteres). Auf der anderen Seite: Wenn ich einen neuen Mini neben meinen F31 stelle (Mittelklasse, galt mal als wendig, sportlich), dann ist der Mini... genau. Mini.

Man muss das ganze also vielleicht aus etwas mehr Dimensionen betrachten als "Karroseriemaße (LxBxH) alt gegen neu".

Ich fahre übrigens gerne (und relative regelmäßig) im Fiat 500 aus den 60ern. Aber alleine wegen des Punktes "Sicherheit" (Anschnallgurt? Haha. Gibt's nicht. Knautschzone? Dito) ist das ein Zustand, der einfach nicht mehr erstrebenswert ist.


30.06.2015 17:28    |    Christoph2605

Wenn man ne aufgeblasene schwere Qualle "Mini" nennt, hätte jeder von uns zu Schulzeiten da ne 6 bekommen wegen "Thema verfehlt" . Völlig klar, dass das ein gutes und sehr teures Auto is, aber "Mini" isser halt nicht. Wenn man dann die Sondermodelle Chili nennt, is mir das egal (obwohl der Zusammenhang unklar bleibt). Aber wenn davon ein Diesel als Cooper verkauft wird dann wird ein Held meiner Jugend mit Füßen getreten. Son Auto würde ich aus Prinzip nicht kaufen. Wie groß könnte der Erfolg sein, wenn BMW da sensibler wäre??? Die Käufer kaufen den jedenfalls weder aus Erinnerung an einen Ur-Mini, noch weil sie nen Kleinwagen wollen, noch weil sie mit "Cooper" irgendwas anfangen könnten. Nix für ungut und LG Christoph


30.06.2015 17:54    |    nick_rs

Aber sie kaufens, und das nicht wenig. Also: alles richtig gemacht!


30.06.2015 18:01    |    Kruegerl

Verkaufen lässt sich auch der stinkenste Haufen Kuhmist - es kommt immer nur darauf an, in welchem Geschenkspapier er eingewickelt wird. :p


30.06.2015 18:19    |    schipplock

gut, nun wird es sinnlos. Abbestellt :).


30.06.2015 19:06    |    Kruegerl

Hmmmh... vielleicht hätte ich meinen oben geschriebenen Satz doch besser deutlich als Zitat kennzeichnen sollen. Denn damit habe ich mich keineswegs auf die im Artikel genannten Autos bezogen. Dieses Zitat stammt (leider) aus meinem beruflichen Umfeld und soll auf überspitzte Art und Weise ausdrücken, dass sich der Wert eines Produktes alleine durch einen klingenden Namen in Verbindung mit einer geschickten Marketingstrategie vervielfachen kann.

 

...hätte ich eventuell gleich so schreiben sollen. :p


30.06.2015 22:26    |    Maternusgold

Die Überschrift passt perfekt zur aktuellen MINI-Situation.

Man hat aus einem technischen Konzept (kleines, fahraktives Auto. Ein Rad an jeder Ecke.) ein Image aufgebaut und versucht nun, dieses Image mit billig produzierbaren, aber vom Ur-Konzept schmerzhaft abweichenden Plattformfahrzeugen zu vermarkten.

BMW hat einfach keine Kleinwagenplattform, so einfach ist das. Der neue MINI steht auf der Plattform des neuen 1ers, was soll da anderes herauskommen?

Kleine Autos kann man übrigens sehr wohl auch heute noch bauen; die MINI-Größe hat daher wenig mit Fußgängerschutz etc zu tun. Allerdings stehen diese Ausreden durchaus in den Schulungsunterlagen für MINI-Verkäufer.

 

Wer diese neuen MINIs mag, soll sie kaufen und BMW gern damit glücklich werden.

 

Mein Coupe wird bestenfalls noch mal einen Classic-Bruder bekommen; aber als Neufahrzeug-Lieferant ist MINI für mich gestorben. Zu groß, zu häßlich, zu durchschnittlich.

Speziell der 5-Türer - da brauche ich eine große Dosis Vomex A.

 

Vergleichbar in Sachen Lifestyle-Imagerecycling ist da für mich Lancia (OK, Extrembeispiel) und z.T auch Alfa. Image-Recycling statt engineering. Erbärmlich und schade.


30.06.2015 22:34    |    Kruegerl

Naaa ja, ich muss sagen, gerade Alfa Romeo hat (für mich) zumindest seine Eigenständigkeit in Sachen Design bewahrt, auch, wenn es ebenso nichts mehr mit den Klassikern zu tun hat. Das Gesicht eines neuen Alfas kann man mögen oder auch nicht, aber zumindest ist ein Alfa sofort als ein solcher zu erkennen, dass rechne ich den Designern schon an.


30.06.2015 22:58    |    Maternusgold

Design ohne Frage, auch aktuell noch immer ein Highlight. 4C - umwerfend!

Das Problem ist nur, dass die "normalen" Alfas nicht mehr das halten, was das Marketing, das Design und die Markenhistorie versprechen. Image-Recycling pur.

939 war das erste Auto, das ich nach 15min Probefahrt gleich wieder auf den Hof gestellt habe. Obwohl er blendend hübsch dasteht ;-)


01.07.2015 12:14    |    Abarth1368

Schau dir die Giulia an, die wird optisch wie auch technisch ein Highlight ;).

 

Bezüglich Fiat 500, ich fahr je selbst einen, der Wagen ist längst nicht perfekt, aber die beste Lösung, wie ein solches Fahrzeug gestaltet sein sollte. Die Grösse ist perfekt, kleiner dürfte er nicht sein, grösser aber auch nicht. Ein Heckmotor hätte nicht Kostengünstig umgesetzt werden können, was den Wagen einfach unnötig verteuern würde, da den meisten ein solches technisches Schmankerl egal ist (ich hätte aber gerne ein Mittelmotor :cool:).

Beim 500X muss man sich einfach den Namen wegdenken, dann passt das schon ;)

Die R reihe der Minis ist auch nach meiner Meinung eine gelungene Umsetzung, die Modernes und Traditionelles vereint. Was die F reihe betrifft, das ist einfach ein unförmiges Ding, was auch noch zu gross ist :mad:, wie kann da nur ein Zweiliterturbomotor!!! reinpassen? Die Haube ist elendig lang, für mich hat das nichts mit Mini zu tun...


01.07.2015 12:32    |    spillerkiller

Erwähnenswert, dass Opel das Melken der Reputation aus vergangenen Tagen nicht nötig hat, mit Adam und Karl. Die hättens ja auch Kapitän und Admiral nennen können.


01.07.2015 15:39    |    Luke-R56

Ich finde solche Neuauflagen eigentlich sehr nett, alleine schon aus dem Grund, den Nick angesprochen hat: die Dinger haben Ecken und Kanten, wollen nicht jedem gefallen und sind damit charakterstark. Und das ist mir persönlich bei einem Auto sehr viel wert.

Beim Mini sehe ich es wie Schipplock (vom 500, Beetle, etc. hab ich keine Ahnung): Das Ding ist immernoch verhältnismäßig klein, immernoch sehr wendig und unheimlich spaßig, also die konsequente Neuentwicklung des Mini-Konzepts. Der Kult, der um den Wagen gemacht ist, gibt ihm ja recht. Im Originalmaßstab wäre das Auto aus Sicherheitsgründen kaum mehr zu bauen, und wenn doch, würde heute kein Mensch mehr sowas kaufen. Viel beunruhigender finde ich bspw., dass der neue Mini inzwischen Vergleichstests gewinnt (bspw. in der AMS gegen Adam und A1). Das deutet für mich darauf hin, dass er kompatibler wird, weniger eigensinnig, und genau das finde ich sehr schade.


01.07.2015 15:45    |    nick_rs

Spillerkiller,

Hätten sie nicht, das ist ein komplett anderes Fahrzeug. Und bei Kleinstwagen hat Opel keine Geschichte. Sollte es irgendwann wieder einen großen Opel geben, könnte der so heißen.


01.07.2015 15:49    |    gooner1898

Sind ja nicht die einzigen Marken, die heute nichts mehr mit dem damaligen Urmodell zu tun haben.

 

Mercedes verkauft E und S Klasse, BMW seine 3 und 5 Reihe. Vergleicht man die Modelle vor 40 Jahre mit den heutigen, so hat sich auch einiges geändert. BMW opfert reihenweise seine 6 Zylinder und verkauft trotzdem wie geschnitten Brot.


01.07.2015 16:20    |    Seelze 01

Hallo,

Mein Volvo C30 hat mit dem "Schnewittchensarg" von damals wenig gemeinsam ist

obwohl er als solcher angekündigt wurde trotzdem ein tolles Auto.

Der C30 hat zwar eine Glasheckklappe orientiert sich aber eher an einen zweitürigen Kompaktwagen

alls an einen zweitürigen Kombi.


01.07.2015 16:32    |    nick_rs

Apropos Schneewittchensarg, vorhin auf dem Weg zur Arbeit gesehen :cool:

 

Ach die richtige Neuauflage "Concept Estate" finde ich klasse


Bild

01.07.2015 21:24    |    Spurverbreiterung142

Muss man solche Schüsseln unbedingt am leben erhalten? Sehe ich keinen Sinn darin, wenn sie dem Zeitgeist nicht mehr entsprechen. Ein paar positive Beispiele für Neuauflagen gibt es ja, wobei ich da eher den Dodge Challanger im Blick hätte. Mustang und Camaro sind für mich keine Neuauflage, eher eine Serienfortführung ohne Dauerunterbrechung, dafür aber optisch top... ;)

 

Interessant fände ich zum Beispiel die angekündigte Neuauflage des Opel Calibra im modernen Kleid, ein Sondermodell der Corvette im Design von '69 oder einen Ford F100 Spaß-Pickup im Style des Ford F-100 von 1953. Möglichkeiten gäbe es sicher, aber sowas ist und bleibt auch immer ein Grat zur Wirtschaftlichkeit...


02.07.2015 12:51    |    158PY

Relaunches bzw. Retromodelle sind so wie alle anderen Automodelle dazu gedacht, als Neuwagen verkauft zu werden, damit die Firma damit Geld verdient. Vom kommerziellen Erfolg her gilt es also in erfolgreiche und weniger erfolgreiche einzuteilen.

 

Super erfolgreich dürften sicher der BMW Mini und der Fiat 500 sein, die beide zu einer eigenen Fahrzeugmarke geworden sind - Fiat ahmt den Vorgang gerade nach, den BMW schon hinter sich hat, womit Mini und 500 jeweils eigene Fahrzeugfamilien bilden. Fiat hat mit seiner im Werbefernsehen durchaus lustig transportierten Viagra-Botschaft schon angedeutet, dass sie das Aufblasen so weit getrieben haben, dass ein vergrößerter Fiat 500 (Modellname fällt mir grad nicht ein) durchaus auch als Jeep durchgehen kann...;) Ob die Dinger gefallen oder nicht, ist wie immer Geschmacksfrage. Ich persönlich finde den BMW Mini ultrahässlich, vom Styling her total misslungen und auch sonst weit weg von der reinen Lehre britischen Fahrzeugbaus (vermutlich stört mich einfach nur seine verkackte Perfektion), während ich den Fiat 500 als absolut geile Neuinterpretation des alten 500ers empfinde, von den aufgeblasenen Versionen einmal abgesehen.

 

Weniger erfolgreich waren die stilistischen Neuinterpretationen alter Lyons-Vorlagen im Hause Jaguar: X200 (S-Type) und X400 (X-Type), XJ300 und XJ308 verkauften sich wohl alle unterhalb ihrer Erwartungen, weshalb Jaguar inzwischen zu einer völlig anderen Formensprache gewechselt ist, die mir persönlich aber besser zusagt als die in den Vorjahren angebotenen Retro-Übungen.

 

Wie die Design-Wiederbelebungen bei Alfa ausgehen werden, kann man wohl erst in einigen Jahren sagen. Beim 156er haben sie jedenfalls die Marke gerettet, weil das Auto so geil aussah, dass viele Käufer einfach gar nicht mehr anders konnten, als beim Alfahändler zu bestellen, beim neuen 4C wäre es vermutlich ähnlich, wenn das Auto anders positioniert und öfter verkauft würde. Mangelzuteilung mit jahrelangen Wartefristen konnte sich Mercedes vielleicht mal leisten, aber kommerziell gesünder wäre es bestimmt, wenn die Alfajungs auch tatsächlich soviele Karren herstellen könnten, wie der Markt haben möchte. Das Heil in einer Preiserhöhung von 50 auf über 60 Mille zu suchen und die Dinger ansonsten wie Bugattis nur an ausgewählte Kunden zu vergeben, könnte sich schneller, als es den Konzernlenker lieb sein kann, als Bumerang herausstellen. Was echt schade wäre, denn das Ding ist einfach nur Kult.

 

Und gar nicht erfolgreich schließlich sind all die vielen Neuauflagen von irgendwas, die jedes Jahr unsere Automessen fluten und in der Autopresse jeweils fürs nächste Jahr angekündigt werden, bis man dann weder von ihnen, noch von ihren Machern ein Sterbenswörtchen hört und verwundert feststellen muss, dass schon wieder eine Neuauflage von was weiß ich...


02.07.2015 23:50    |    __NEO__

Zitat:

? 29.06.2015 14:23 | FrankyStone

 

[...]Klar ist auch, dass ein moderner Kleinwagen auch keinen Heckmotor hat (wegen Raumökonomie und Fahrverhalten), von daher gehen der Fiat 500 und der Beetle mit Frontantrieb auch in Ordnung.

[...]

Hmmmm.... was haben sich Renault/Smart bloss mit dem neuen ForTwo und Twingo gedacht?!? Sind die nicht modern oder keine Kleinwagen?


Deine Antwort auf "Wenn Marken dem Lifestyle zum Opfer fallen"

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  • Kruegerl
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Mein Blog hat am 22.03.2011 die Auszeichnung "Blogempfehlung" erhalten.