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05.07.2011 13:14    |    Kruegerl    |    Kommentare (2)

Testfahrzeug Suzuki Swift II (EA) 1.0
Leistung 54 PS / 40 Kw
Hubraum 993
Aufbauart Schrägheck
Kilometerstand 170000 km
Getriebeart Handschaltung
Erstzulassung 4/1996
Nutzungssituation Privatwagen
Testdauer mehr als ein Jahr
Gesamtnote von Kruegerl 2.0 von 5
weitere Tests zu Suzuki Swift II (EA) anzeigen Gesamtwertung Suzuki Swift II (EA) 3.0 von 5
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Einleitung

Das Fahrzeug befindet sich seit seiner Erstzulassung in Familienbesitz und wurde innerhalb dieser immer weitergereicht, bis es schließlich auf mich überging. Ich kenne diesen Swift also seit meiner Kindheit in und auswendig.

Von Februar 2010 bis Mai 2011 hatte ich ihn selbst täglich als Alltagsauto im Einsatz.

Ich bewerte das Fahrzeug in diesem Test nicht nach heutigen technischen Maßstäben und Komfortstandards, sondern richte mich nach denen der späten Neunziger. Was damals schon bei diesem Swift fehlte oder top war und wie es heute um diesen quirrligen Zwerg bestellt ist, erfährt ihr im nun folgenden Testbericht.

Galerie

Karosserie

3.0 von 5

Innenraum sowie Instrumente beschränken sich in der Grundausstattung auf die automobilen Grundbedürfnisse der 90er Jahre. Das Armaturenbrett aus Hartplastik wurde mit den Jahren immer speckiger und ist sehr anfällig für Kratzer.

Dennoch lässt es sich auch heute noch mit dem Swift EA gut reisen, wenn dies auch nur für Fahrer und Beifahrer gilt. Obwohl vorne noch gerade genügend Platz für größere Personen vorherrscht, sollten groß gewachsene Fondpassagiere lieber Trombosestrümpfe einpacken.

Galerie
Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + Instrumente sehr simpel und übersichtlich
  • + Verhältnismäßig großer Kofferraum für einen Kleinwagen
  • - Speckige Hartplastik-Landschaft
  • - Niedrige Sitzbank mit geringer Beinfreiheit im Fond

Antrieb

1.0 von 5

"Den Motor drehen, bis er Schrauben kotzt!", lautet hier das Motto.

Der Wagen will, oder eher muss, ordentlich getreten werden, um ihn halbwegs adäquat vorwärts treiben zu können. Die Leistung von 53 PS ist selbst bei einem Eigengewicht von knapp 750 kg nicht gerade berauschend. Der Motor dreht bei einem beherzten Tritt auf das Gaspedal zwar freudig hoch, doch ab einer Geschwindigkeit von ca. 100 km/h geht es nur noch schleppend voran und bei spätestens 150 km/h ist auf gerader Strecke das Limit erreicht.

Bei dieser Geschwindigkeit jedoch muss man den lauten Klang des Dreizylinders wirklich schon sehr mögen. Weiters sind ständige Schaltvorgänge von Nöten, um das optimale Drehzahlband nutzen zu können. Schaltfaule werden mit diesem Antrieb also keinesfalls glücklich werden.

Galerie
Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + Quirrliger Dreizylinder, wie man ihn heute nur mehr selten findet
  • + Drehen, drehen, drehen!
  • - Hoher Verbrauch in Verbindung mit kleinem Tank
  • - Kaum Drehmoment

Fahrdynamik

3.0 von 5

Zu den größten Stärken dieses Swifts zählen eindeutig sein direktes Fahrverhalten ohne elektrische/elektronische Hilfsmittel sowie seine Wendigkeit. Der Bremsanlage fehlte es jedoch von Anfang an an Biss und ist somit gerade heutzutage nicht mehr die sicherste Variante.

Das Fahrzeug erfordert eine permanente Kontrolle und Beherrschung durch den Fahrer. Aufgrund Fehlen jeglicher Hilfsmittel wird kein Fehler verziehen.

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + Kleiner Wendekreis
  • + Reagiert sehr direkt
  • - Verbesserungswürdige Bremsen
  • - Unterdurchschnittliche Beschleunigung

Komfort

2.0 von 5

Das harte, straffe Fahrwerk ist nicht jedermanns Sache. Positiv zu erwähnen ist jedoch die einfache Bedienung, während es bei höheren Geschwindigkeiten aufgrund schlechter Dämmung widerum im Innenraum sehr laut werden kann. Bei Vmax könnte man meinen, der Motor schreit einem direkt in´s Gesicht.

Testkriterien
Federung (sportlich): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + Einfache Bedienung
  • + Straffes, hartes Fahrwerk
  • - Hartes Fahrwerk ist nichts für Komfortliebhaber
  • - Sehr laut im Innenraum

Emotion

1.5 von 5

Welche Fahrzeuge haben wohl mit mehr negativen Klischees zu kämpfen, als Kleinwagen - besonders in die Jahre gekommene? Für FahrerInnen, die etwas zu kompensieren haben, ist der Swift also eher weniger geeignet. ^^

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (sportlich): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Mutiges Design für die damalige Zeit
  • + Zahlreiche Modellvarianten für jeden Geschmack
  • - Sehr klischeebehaftet
  • - Kaum Fans oder Liebhaber

Unterhaltskosten

Verbrauch auf 100 km 9,5-10,0 Liter
Inspektionskosten pro Jahr 100-300 Euro
Gebrauchtwagengarantie keine vorhanden
Werkstattkosten pro Jahr bis 200 Euro
Haftpflicht 200-300 Euro (30%)

Gesamtfazit zum Test

  • + Günstig in der Anschaffung und bei den laufenden Kosten
  • + Langlebig
  • - Hoher Verbrauch
  • - Wenig Komfort
Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Ein schönes, günstiges Einsteigerfahrzeug, welches sich wohltuend von den ganzen Golfs und Polos abhebt. Heutzutage für ein Butterbrot zu haben, kann ein gut erhaltener und gepflegter Swift noch viele Jahre eine Menge Freude bereiten.

Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:

Man sollte jedoch noch bedenken, dass der Verbrauch für die geringe Leistung damals wie heute einfach viel zu hoch ist. Gegen heutige Komfortstandards kann er sich ebenfalls nicht mehr behaupten.

Gesamtwertung: 2.0 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 2.0 von 5 möglichen Sternen
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15.07.2011 13:25    |    knochiknacki

Deine Aussagen sind für mich nicht wirklich nachvollziehbar - wie kommt man auf einen Verbrauch von 9,5-10 Liter auf 100 KM ????

Ausserdem finde ich, das die Kiste für knapp 1000 Kubik, 53PS und 76 NM durchaus ordentlich geht.

Ich fahre einen MA von '02 - sollte aber kein Unterschied sein.

Mein Verbrauch liegt meist zwischen 5 und 5,5 Liter /100 - bei Tacho 130 Dauertempo auf der AB ziemlich genau bei 6 Liter. Ein Toyota Aygo zieht auf der AB von 80-120 im 5. Gang nicht besser, ab 120 geht der Aygo minimal besser (selber getestet mit Kollegen)

Bei Dauertempo 130 lt. Tacho kommt der Aygo auch auf ziemlich genau 6 Liter pro 100 KM.

Also schlägt sich der Swift doch ganz ordentlich ......

 

Gruss

 

knochiknackik


30.06.2015 09:28    |    pico24229

Jawoll! Endlich mal eine realistischer Test :) Und nicht sowas wie sonst, wo ein 2.0tdi 3/3 in der Motorleistung bekommt :D (Was soll dann ein 300ps Auto bekommen?)


Deine Antwort auf "Suzuki Swift EA 1.0 Test"

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