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19.07.2015 20:18    |    VincentVEGA_    |    Kommentare (9)

Macht Spaß: Den Oldtimer des Freundes fahren.Macht Spaß: Den Oldtimer des Freundes fahren.

Im letzten Beitrag von mir entwickelte sich in den Kommentaren ein interessantes Gespräch zu einem Thema, dass wie die Autowäsche auch immer mal wieder vorkommt: Der entgeltlose Verleih des KFZ unter Freunden.

 

Da geht dem langjährigen und zuverlässigen Arbeitskollegen am Wochenende das Auto kaputt, obwohl er mit der Familie einen kleinen Ausflug machen wollte? Da hilft man doch gerne.

 

Man hat ein sehr seltenes Auto (Oldtimer o.Ä.) und im Freundeskreis interessieren sich viele dafür, die gerne mal wissen wollen, wie der sich fährt? Wer genießt diese Aufmerksamkeit für sein Gefährt denn nicht und könnte da eventuell schwach werden?

 

Es sind noch zahlreiche weitere Konstellationen denkbar - aber gemein haben sie alle eins: Wenn es kracht, gibt es ein Problem, denn die Fahrer sind dann nicht eingetragen. Schuldlose Unfälle sind theoretisch bereits ein Problem, da unter Umständen je nach Versicherer eine Obliegenheitsverletzung vorliegt (nicht eingetragener Fahrer saß am Steuer), aber in der Praxis wird dann meist kulant reagiert. Ist der Leiher selbst schuld, sieht es ganz anders aus.

 

Daher sollte man vor einer Verleihzusage umgehend in seine Versicherungsunterlagen schauen. Die Versicherer handhaben die Nutzung durch nicht eingetragene Dritte durchaus unterschiedlich: Die LVM toleriert gelegentliches Fahren einer Person ab 23 Jahren ohne Haftungsminderung oder Beitragserhöhung, die Direct Line immerhin ab 24 Jahren. Anders sieht es aus, wenn die Person regelmäßig fährt - aber wer soll das im Zweifelsfall kontrollieren?

 

Hat der Versicherer ausdrücklich geregelt, dass keine andere Person fahren darf, so gibt es dennoch die Möglichkeit, den beabsichtigten Verleih dem Versicherer vorab zu melden - ggf. wird gegen einen Sonderaufschlag die Zustimmung erteilt.

 

Die Konsequenzen für unüberlegtes Verleihen sind im schuldhaften Schadensfall enorm.

Die Haftpflicht und auch die Vollkasko haften zwar in der Regel, denn sie versichert ja nicht die Person am Steuer, sondern das mobile Risiko, also das Fahrzeug. Die Selbstbeteiligung wird jedoch fällig und die Rückstufung - die weitaus empfindlichere, weil auf lange Sicht sehr teure Sanktion - erfolgt ebenfalls für den Verleiher als Halter des mobilen Risikos - der dann natürlich seinen Freund in Regress nehmen möchte, dessen Privathaftpflicht grundsätzlich nicht greift. Nicht selten endet dies vor Gericht, was das Ende der Freundschaft bedeutet und erst recht ins Geld und an die Nerven geht.

 

Unter Umständen folgen Vertragsstrafen, so wird bei der Direct Line, die ab einem Fahreralter 24 Jahren ja sehr kulant sind, für Fahrer unter 24 Jahren die Selbstbeteiligung um mindestens 2500 Euro erhöht.

In derartigen Fällen könnte es bei kleineren Blechschäden durchaus sinnvoll sein, als Leiher den Schaden vom Versicherer zurückzukaufen, um eine Stufung zu vermeiden.

 

Bei Gefälligkeiten (Klassiker: Ich bin betrunken und mein Kumpel fährt mich mit meinem Auto nach hause) besteht übrigens keine Möglichkeit, den Fahrer in Regress zu nehmen: Der Gesetzgeber sieht hier einen stillschweigenden Haftungsausschluss als gegeben an.

 

Unterscheiden muss man auch zwischen Leihe und Miete: Überlasse ich mein Fahrzeug gegen Geld, gelten die für den Mietvertrag einschlägigen Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches.

Hierbei kommt es aber nur auf eine Gegenleistung für das reine Überlassen an. Auch bei einer Leihe trägt der Leihende grundsätzlich die Kosten für Betriebsmittel (Benzin).

 

Der technische Zustand sollte natürlich ebenfalls beschrieben werden: Ist die Heizung und das Radio defekt, ist das egal. Ist die Bremse kaputt, hafte ich als Verleiher, wenn ich den Mangel verschwiegen habe. Dann sollte man sein Fahrzeug aber ohnehin niemanden zur Nutzung überlassen!

 

Ja und wie halte ich es?

 

Meine Fahrzeuge verleihe ich sehr selten. In drei Jahren habe ich vier Personen die Schlüssel in die Hand gegeben, bei zwei davon saß ich dabei auf dem Beifahrersitz.

Wie haltet ihr es denn? Wie sind eure Erfahrungen?

 

Ich bin schon gespannt, was da so zusammen kommt.

Hat Dir der Artikel gefallen? 2 von 2 fanden den Artikel lesenswert.

19.07.2015 20:56    |    kaktus2014

Auto verleihen. Naja, aber nur an Leuten denen ich wirklich vertraue... Ansonsten lieber nicht. Wenn ich betrunken bin, fahr ich mit dem Taxi nach Hause oder schlaf nach Möglichkeit den Rausch direkt vor Ort aus :D :D

 

Bei dem ein oder anderen den ich hier auf MT kennenlernen durfte würde ich zumindest erlauben, dass er mit meinem Wagen fährt wenn ich daneben sitze. Bei einem Unfall kann man zwar nicht eingreifen, aber immerhin die Fahrweise etwas kontrollieren ... :)


19.07.2015 21:03    |    Habuda

Ich hatte es einer Person angeboten. Diese wollte jedoch nicht.

 

Ansonsten gilt bei mir: Mein Auto => nur ich fahre es. Ausnahmen: Familienmitglieder.


19.07.2015 21:35    |    Goify

Familienmitglieder dürfen mein Auto fahren, Freunde nur dann, wenn ich ihnen blind vertraue.

 

Wäre es nicht möglich, im Schadensfall zu sagen, dass dies eine Probefahrt für den Verkauf des Wagens sei?


19.07.2015 21:40    |    VincentVEGA_

Das macht keinen Unterschied. Auch dann haftet der Halter und wird hochgestuft.


19.07.2015 22:15    |    Fensterheber169

Hab mein Auto bisher nur zwei Mal verliehen. Einmal an meine Eltern weil ich deren Auto hatte und einmal an einen Freund wo ich dabei saß. Sonst nicht. Ist mir zu heikel.

 

Ich selbst hab auch bisher erst wenige Male das Auto eines Freundes geliehen. Zweimal das Auto eines Freundes als meines kaputt war. Und das meiner Eltern. Aber immer gefahren wie mit nem rohen Ei und nur kurze direkte Wege damit auch sicher nichts passiert.


19.07.2015 22:19    |    bermuda.06

Frauen und Autos verleiht man nicht :D

 

Die einzige Person die mein Auto fahren darf - und das auch öfters - ist meine Freundin.


20.07.2015 10:32    |    Ascender

Mir wurden häufiger Autos ausgeliehen. Ich mache scheinbar einen vertrauenswürdigen Eindruck. :D

Häufig auch weil ich meine Meinung zu dem Fahrverhalten abgeben sollte.

 

Ich selbst verleihe mein Auto nicht so gern, und wenn, dann nur an kundige Hand. Ich habe meiner Freundin öfter schon mein Zweitauto ausgeliehen - aber das hat eh nur 500 EUR gekostet (mit Anmeldung :D), und somit ist es mir egal was damit passiert. Wenn sie den Wagen zu Klump fährt bekomme ich eben 200 EUR und damit hat es sich. Die Versicherungshochstufung müsste man dann abwarten. Das kann man dann immernoch untereinander regeln.

 

Die Werkstatt darf übrigens auch gerne Probefahrten machen, falls erforderlich.


23.07.2015 09:53    |    pico24229

Ich lasse eigentlcih jeden mein Auto fahren, solange ich ihn Sichtweite bin. Familie kriegt meine AUtos natürlcih auch ohne Probleme.

Problematisch wird es bei Freuden und Bekannten: Was passiert beim Schaden, meist gibt es nur eine Haftpflichto oder Teilkasko. Evtl. kann oder will der "Freund" nichts zahlen oder es gibt Streit deswegen.

 

Besonders schlimm: Bei schweren Schäden. Beispiel: Ein Freund hatte kürzlich mit einem neu erworbenen Auto beim gemeinsamen Testen einen Motorschaden, d.h. min.5000€ Schaden. Nicht auszudenken wenn in dem Moment ein Freund am Steuer gesessen hätte. Das hätte Streit geben können.

 

Versicherungsproblem:

Meist wird bei einem Schaden die zusätzliche Gebühr seit bestehens der Versicherung veranschlagt. Definitiv bleibt man nicht auf dem Trockenen sitzen.

Vor gemeinsamen Urlaubsfahrten kann man den weiteren Fahrer auch bei der Versicherung melden, bei der HUK ist dies 2x im Jahr für je 2 Wochen(oder wars nur eine?) kostenlos möglich.


31.07.2015 14:11    |    Guzzi97

....ich halte mich an die Regel..

 

Frauen & Fahrzeuge verleiht man nicht.. :D :D

 

In diesem Sinne..


Deine Antwort auf "Damit aus einem Duett kein Duell wird: Tipps für den Autoverleih unter Freunden"

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  • Kruegerl
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