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03.01.2019 18:27    |    VincentVEGA_    |    Kommentare (11)

Frohes Neues!

 

Wie ja ausgiebig kommuniziert wurde, hat Motor-Talk keine Redaktion mehr. Auch sonst wirkt die Plattform wie verlassen. Dazu passt das Blogsterben. Ich weiß nicht, warum MT in den letzten 12 Monaten so heftig abgebaut hat. Ich habe mich zurückgezogen, weil ich einfach keine Zeit mehr finde. Im Job voll einngespannt, doch irgendwie ist das "Drumherum" des Alltags jedes Jahr gefühlt doppelt so aufwendig und anstrengend.

 

Dennoch - das Blogsterben schließt Car Vision nicht mit ein. "Ka Wischn" hängt am Tropf, liegt auf der Palliativstation, aber noch gibt es Lebenszeichen. Das hier war mal sehr innovativ, neu gestartet mit der Vision "alles rund um Mobilität" professionell zu präsentieren. In dieses Konzept soll auch der neue, heutige Artikel passen.

 

Carsharing erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Auch kann man inzwischen ganze Modellpaletten von den Herstellern als Leasingangebot zum Durchtauschen bekommen. Zum Urlaub den Van, auf der Langstrecke die Limousine, bei gutem Wetter das Cabrio, im Winter gern den Allrader. Doch das kostet.

 

Eine günstigere Alternative zu Sixt&Co

 

Oft wird eben der passende Wagen gemietet. Doch auch das ist ganz schön teuer. Wie komme ich denn nun so billig wie möglich an einen Mietwagen?

Auf der anderen Seite gibt es viele Autobesitzer, die auf ihr Vehikel nicht angewiesen sind und es zwar jeden Tag über Steuer und Versicherung bezahlen, aber vielleicht nur alle paar Tage nutzen.

 

Die Idee, beide Seiten zusammenzubringen ist alt, die bekannteste Lösung ist die Plattform Drivy. Das "Rezept" ist einfach. Privatleute vermieten ihr Auto. Hier auf MT wird man wohl eher Fahrzeugenthusiasten finden, denen sich schon bei dem Gedanken daran, den Wagen zu verleihen, alles zusammenzieht. Doch ist der Wagen ja in erster Linie ein Gebrauchsgegenstand.

 

Ich finde das Konzept ganz gut, denn einerseits können Fahrzeugeigentümer ihr Gefährt angemessen "auslasten", andererseits kann man sich für eine Urlaubsfahrt auch günstig(er) einen Kombi besorgen.

 

Natürlich ist das hinsichtlich der Versicherung bedenklich, daher arbeitet Drivy mit der Allianz zusammen. Normal sind 900 Euro Selbstbeteiligung, für 8 Euro pro Miettag kann man diese auf 250 Euro reduzieren, für 16 auf Null. Ich nahm bislang immer die null Euro, wobei die goldene Mitte sicherlich das Vernünftigste ist. Fahren kann man am Tag 200 Kilometer, alles darüber kostet extra.

 

Da Drivy in der Regel preissensible Mietinteressenten anspricht, habe ich stichprobenartig zwei Fahrzeuge des unteren Preissegments in verschiedenen Teilen des Landes gemietet. Mir ging es erstens darum, festzustellen, ob diese Autos Gurke oder Geheimtipp sind. Außerdem kann ich so Autos kennenlernen, die ich sonst wohl nie gefahren hätte. Man muss aber bedenken, dass Anbieter auch Anmietungen ablehnen können, wenn der Interessent nicht vertrauenswürdig genug erscheint. Kurioserweise wurde mir ein Vectra C verwehrt. Und einmal antwortete die Anbieterin nicht, aber die Anfrage war auch recht kurzfristig. Das sind nun mal Privatleute, die sind schon mal im Urlaub oder haben schlichtweg keine Zeit zu reagieren.

 

Kandidat 1: Volvo V50 T5

 

Nummer eins im Süden Deutschlands ist ein Volvo V50 T5. Eine Woche kostet durchschnittlich 30 Euro am Tag inklusive der von mir gewünschten Null-Euro-Selbstbehalt-Versicherung. Dafür hat der Wagen den seltenen Fünfzylinder (Modell T5). Ein Kombi eines Premiumherstellers mit 170 PS ist für den Preis durchaus ein gutes Angebot.

 

Die Kommunikation mit der Besitzerin verlief sehr freundlich und absolut problemlos. Der Wagen wurde als nicht mehr neuwertig, aber noch schön zu fahren beschrieben. Die sportliche Schweden-Liebhaberin wies mich darauf hin, nicht in die Waschanlage zu fahren, das Schiebedach wäre wohl undicht. Ansonsten einfach fahren, Tiere kein Problem, Rauchen bitte nicht. Mängel wurden fair und ausgiebig dokumentiert.

 

Beim Fahren merkt man dann schon, dass der Preis irgendwo herkommen muss. Der Volvo hat, seit er 2004 vom Band lief, etliche seiner 170 PS verbummelt, ist nicht lahm, wirkt aber ermüdet. Das Lenkrad steht nicht ganz gerade und die Lenkung hat ein wenig Spiel. Nicht besonders viel oder gar verkehrsunsicher, aber spürbar. Die Laufleistung von ca. 300.000 Kilometern wirkt daher glaubhaft. Auch ist der Wagen etwas verkrümelt, daher darf er auch ungereinigt wieder abgegeben werden.

 

Insgesamt 2.400 Kilometer habe ich mit diesem Wagen abgespult. Fazit: Die Basis Focus kann er nicht leugnen, Dinge wie die freischwebende Mittelkonsole oder das nordisch-klare Design faszinierten Anno 2004, heute wirkt er eher altbacken, doch die Haptik und Akustik sind für die Laufleistung gar nicht übel. Nichts wirkt mit Ausnahme des Schalthebels und des Lenkrades zerschlissen, nichts fällt bei leichtem Ziehen und Rütteln ab. Größtes Manko: Die zu kleinen Außenspiegel und der hohe Verbrauch. Verkehrssicher war er, zuverlässig gelaufen ist er auch.

 

Bei der Rückgabe gab es überhaupt keine Probleme, es wurde keine Macke plötzlich aus dem Hut gezaubert oder Ähnliches. Die Eigentümerin freut sich, erstens weil der Unterhalt des Wagens durch das Vermieten erträglicher ist und zweitens weil der Wagen so keine Standschäden bekommt. Im Sommer fahre sie eh meist Motorrad. Ich dachte eigentlich, Drivy-Vermieter sehen ihr Auto nüchtern als Nutzgegenstand. Doch hier musste es unbedingt der T5 sein, weil dieser noch den schönen Volvo-Motor hat und kein Ford-Triebwerk. Dazu passt das auf Schwedisch eingestellte Navi und die CD mit schwedischer Musik, die im Radio lag. Enttäuscht war sie nur, weil ich einen Tankbeleg verloren hatte. So konnte sie nicht alles bei Spritmonitor eingeben. Fazit: Sehr empfehlenswert

 

 

Kandidat 2: Renault Laguna 1.8

 

War der V50 ein Glückstreffer? Im Norden mietete ich einen alten Laguna, Baujahr 2002, um einen zweiten Versuch zu starten. Der Preis ist ganz ähnlich wie beim Volvo, aber der Gegenwert nicht ganz so exklusiv. Doch die Anzeige versprach einen für sein Alter besonders guten Zustand und eine niedrige Laufleistung.

Auch hier lief alles Zwischenmenschliche glatt. Die Verarbredung zur Abholung wurde eingehalten, Freundlichkeit war kein Fremdwort, Macken am Auto wurden anstandslos dokumentiert. Kurios der Hintergrund: Der Eigentümer besitzt gar keinen Führerschein - er hätte sich das Auto gekauft, weil er den besonders günstig von einem Freund bekam. Aber ihm käme mit dem Schein immer etwas dazwischen, daher vermiete er das Auto, damit es sich nicht kaputtsteht.

Auf die Frage nach Mängeln bekam ich die Auskunft, dass ein vorderer Querlenker fällig sei. Es würde auf der Autobahn etwas rütteln und beim Überfahren von Speedbreakern etwas poltern. Er habe vor der Vermietung einen Mechaniker draufschauen lassen, der Wagen könnte so noch die angefragte Woche gefahren werden.

Von "super Zustand" verstehe ich jedoch - rein optisch - etwas anderes. Brandlöcher im Sitz und in der linken Türverkleidung, Kratzer und Dellen, Rost an der Motorhaube. Auch die Sticker sind nichts für schüchterne Menschen, siehe Bild... Auch hier wieder: Wagen ist dreckig und darf dreckig wieder abgegeben werden. Hund ja, Rauchen bitte nein. Ich bestand zur Sicherheit auf eine kurze, gemeinsame Probefahrt, was auch gar kein Problem war. Ergebnis: Mit Ausnahme des Querlenkers, der ja offen angesprochen wurde, hat der Anbieter zumindest betreffend der Technik den Mund nicht zu voll genommen. Die Bremsen quietschen leicht, verzögern aber noch gut. Die Drosselklappe könnte man mal reinigen, da die Leerlaufdrehzahl etwa 100 UPM zu hoch ist und das Gas beim Wegnehmen noch minimal "hängt". Ansonsten ist der Wagen in seinem Fahrverhalten in Ordnung. Ich musste nur erst den Rückwärtsgang suchen, da ein Zubehörschaltknüppel verbaut ist.

 

Bewusst habe ich mich für eine Limousine entschieden, weil ich eine Langstrecke fahren wollte. Im 5. Gang lagen bei Tempo 120 unglaubliche 4000 Umdrehungen an.. aber R ist unten rechts... wo ist dann der 6. Gang??

Nach ca. 200 Kilometern hatte ich es satt, fuhr auf den Rastplatz und schaltete wiederholt bei ausgeschaltetem Motor von 5 nach unten rechts. Jedes mal gingen die Rückfahrscheinwerfer an. WIE BITTE? EINE MITTELKLASSELIMO DIE IM HÖCHSTEN GANG BEI 120 GANZE 4000 DREHT???

Was zum Geier haben sich die Ingenieure dabei gedacht? Ich hatte echt 'nen Hals, wobei man sagen muss, dass die Geräuschdämmung im Wagen exzellent ist. Mein 1997er Honda Accord macht bei gleicher Drehzahl deutlich mehr Lärm, fährt da aber auch schon 130. Trotzdem: Weiche Sitze, gute Ausstattung, bequeme Federung, gute Dämmung: Der Laguna ist eigentlich ein gutes Auto für lange Fahrten. Warum bauen die dann eine Übersetzung wie bei einer 30-PS-Ente ein?

 

Untypisch für den schlechten Ruf des Autos brannte keine Warnlampe, die Heizung ging und die Fenster fuhren hoch und runter wie sie sollten. Ach halt: Die Beleuchtung des Beifahrerfensterhebers ist defekt, die Leselampe für vorne Links geht nicht so ganz - manchmal ja, manchmal nein. Und das Display der Klimaautomatik - das bleibt dunkel und muss quasi mit der Lupe nach Informationen abgesucht werden. "Das ist ein Renault, da hilft bestimmt einfach mal gegen schlagen" dachte ich mir - und pochte mit dem Finger gekonnt dagegen. Als das Display dann erst kurz aufflackerte und dann tatsächlich wieder ging, hätte ich die Fuhre vor Lachen fast in die Planke gesetzt.

 

Da Schnee und Glatteis dazwischen kamen, konnte ich ca. 100 Kilometer nur 80 - 90 fahren und eben keine 120. Trotzdem - für die abartige Drehzahlorgie sind 8,5 Liter im Schnitt gar nicht so übel.

Und sonst? Die Heckklappendämpfer sind hin, beim Beladen ist mir das ultraschwere Riesending auf die Birne gedonnert. Sehr unangenehm - das Ding kann im richtigen Winkel auch meinen Dickkopf oder sogar mein Genick spalten...

 

So, nun bring ich die Mühle wieder zurück. Böse Überraschung? Ich denke nicht. Daher: empfehlenswert.

 

 

 

Ergebnis

 

Drivy macht aus meiner Sicht schon Sinn. Die günstigste Kategorie, die wohl die meisten Interessenten anspricht, habe ich zwar nicht komplett getestet (das wäre so ja gar nicht durch mich allein möglich), aber die beiden Stichproben waren verkehrssicher und die Anbieter umgänglich. Man darf eben keine sauberen und neuwertigen Fahrzeuge erwarten. Dafür zahlt man bei Hertz, Avis und anderen ja auch deutlich mehr. Gerade wenn man aber größere Gegenstände oder Hunde transportiert sind verschmuddelte Autos mit einigen Macken auch einfach besser als ein Mietwagen, der nach Rückgabe kritischst untersucht wird.

 

Ich würde es wieder nutzen, wenn da mal ein interessantes Auto, dass ich noch nie gefahren bin, für einen schmalen Taler auftaucht. Mein eigenes Auto anbieten? Eher nicht, dafür bin ich doch zu sehr Autoliebhaber, auch wenn ich das Geld gut für Wartung und Pflege gebrauchen könnte, das ich mir so anderweitig absparen muss.

Aber wie seht ihr das? Bei Drivy mieten? Oder sogar bei Drivy anbieten?

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21.05.2017 15:05    |    VincentVEGA_    |    Kommentare (24)    |   Stichworte: Off-Topic

Bitte nicht!Bitte nicht!

Heute gibt es keinen sachlichen Artikel. Dafür hat's mich vorhin zu stark durchgeschüttelt. Was mir heute auf der Straße passierte, habe ich im Grunde schon ewig kommen sehen. Es geht um Kinderfahrradanhänger.

 

Ich möchte sie auch gar nicht gernell verteufeln. Auf für den Straßenverkehr gesperrten Straßen oder wirklich gut ausgebauten Radwegen sind sie der Garant für einen sportlichen Familienausflug. Hochwertigere Modelle sind stabil konstruiert und beleuchtet und bei einem Sturz allemal besser als ein drangefriemelter Kindersitz. Aber für mich haben sie im dichten, hektischen Stadtverkehr und auf Landstraßen nichts, aber auch gar nichts verloren! Schon oft dachte ich mir in einigen Verkehrssituationen mit den Dingern "zum Glück ist da nichts passiert!" oder "das war aber gefährlich!".

 

Heute war es wieder knapp, nur dass ich in der Rolle des beteiligten Autofahrers war. Die Situation: Eine Landstraße außerorts, die jedoch schlecht ausgebaut ist, sodass 50 gilt. Ich gebe es an dieser Stelle auch offen zu: Ich fuhr Tacho 62, denn ich musste zuvor einige Kilometer hinter einem Rentner im Hyundai i10 hinterherfahren, der nicht mal volle 30 fuhr, als die 30er-Zone vorbei war. Das mag kein Rechtfertigungsgrund sein, aber so war es nun mal.

Die Landstraße mündet mit einer ziemlich engen und unübersichtlichen Kurve in eine Brücke, sie hat dort auch einen schmalen Bürgersteig. Da relativ viele Radler hier entlang fahren und ab und an auch mal Fußgänger wider aller Vernunft hier laufen, macht der auf dieser Brücke auch Sinn. Wie jeden Tag passiere ich die Brücke, ich reduziere das Gas auf nahe Null und lasse den Wagen auf ca. Tacho 54 langsamer werden. Wie gesagt, durch das hohe Geländer und die enge Kurve sieht man kaum etwas.

 

Quasi eine Sekunde danach bekomme ich eine Panik, die mich im Straßenverkehr selten ereilt: Auf dem Bürgersteig stehen einige Leute mit ihren Rädern, aber Mutti mit dem Zwei-Kinder-Anhänger steht mitten in der Kurve auf der Straße, vermutlich weil der Bürgersteig zu schmal ist. Sie stehen dort und unterhalten sich kurz.

Mein erster gedanklicher Ausruf galt dem Endprodukt des Stoffwechsels, gleichzeitig riss ich das Steuer nach links ohne zu prüfen, ob Gegenverkehr herrscht. Zum Glück ist es Sonntags und auf dieser Strecke kaum jemand unterwegs, da sie ins Gewerbegebiet führt. Auch auf die Hupe drückte ich instinktiv.

 

Es ging dann relativ gut aus, ich kam locker an dem Hindernis vorbei, weil ich auch die Höchstgeschwindigkeit ungefähr eingehalten habe. Die meisten Autofahrer tun dies hier nicht, oft wird hier 80 gefahren. Hätte ich das getan, dann wären zwei Kinder und wahrscheinlich auch die Mutter tot. Mausetot. Einfach so, unnötig.

 

Ich könnte jetzt natürlich sagen, dass es ja alles gut ausgegangen war, man muss sich ja nur an die Verkehrsregeln halten und dann sind solche Situtationen halb so wild.

Mir aber reicht es mit diesen Todesfallen. Diese gottverdammten Anhänger haben auf den von Autos befahrenen Straßen nichts verloren. In der 30er-Zone mit Rechts vor Links will ich sie noch gelten lassen, da fährt fast jeder im zweiten, maximal dritten Gang und hält die 30 wegen der hohen Unfallgefahr auch ein. Aber da wo kein Radweg ist, der breit genug ist diese Dinger aufzunehmen, will ich sie nicht sehen. Oder wenn die Straße so schlecht ist, dass die Kinder durchgeschüttelt werden und dieser Anhänger fast umkippt - da frage ich mich ernsthaft ob es einen Mindest-IQ für Eltern braucht. Ganz zu schweigen davon, dass die Kinder so knapp über dem Asphalt im Stadtverkehr die Abgase der Autos direkt ins Gesicht geblasen bekommen. Habe ich so auch schon gesehen: Zwar sind die Auspuffe meist linksgerichtet, doch eine Mutter (dass die sich so nennen darf) überholte einen stehenden Bus damit, gerade als sie am Auspuff vorbeifuhr gab der Busfahrer einen Gasstoß, vermutlich um die Haltestellenbremse zu lösen. Man hat die Wolke gesehen, wie sie den Anhänger eingehüllt hat.

 

Das ganze passierte kurz vor meinem Ziel. Die Gruppe fuhr ausgerechnet an mir vorbei, als ich mein Auto auslud. Der Opa starrte mich an, als würde er mich auf der Stelle auffressen, wenn es sein Gebiss noch erlauben würde. Ja, vielleicht hätte ich nicht hupen brauchen, aber wenn ich das Steuer zu stark verrissen hätte und der Wagen ins Schleudern gekommen wäre? Dann hätte ich sie ohne jede Vorwarnung abgeräumt wie eine Bowlingkugel die Pins.

 

Ich weiß, nicht alle Familien können sich ein Familienauto oder sogar die Fahrkarten für den ÖPNV leisten und das Fahhrad ist die einzige Möglichkeit, gemeinsam mobil zu sein. Ich weiß, ich war zu diesem Kreis jetzt nicht fair. Aber ich möchte nicht, dass mir noch einmal fast das Herz stehenbleibt. Wenn die Kinderanhänger schon nicht verboten sind, benutzt sie bitte so, dass euer Nachwuchs nicht gefährdet wird. Wenn ich beim Ausweichen in die Planke knalle, kann man mein Blech ersetzen. Wenn ich es nicht mehr schaffe, ist das Gitterbett leer.

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22.03.2017 12:53    |    VincentVEGA_    |    Kommentare (8)

Mehr Understatement geht nicht. Wenig Image, viel Spaß.Mehr Understatement geht nicht. Wenig Image, viel Spaß.

Er sieht aus, als würde Opa Herbert gleich seine Nachbarin aus der Reha abholen. Auch Tante Else würde mit ihm vor dem Friseur eine gute Figur machen. Doch wenn Herbert zum Dirty Harry wird, dann müssen seine Enkel im GTI schon eine Spaxschraube ins Gaspedal jagen, um ihn aus dem Rückspiegel zu zoomen.

 

Ich weiß, ich habe über den Pulsar bereits in meinem eigenen Blog geschrieben. Ich wollte den Diesel, bekam den kleinen Benziner und doch wurde die dritte, interessanteste Motorvariante von mir nicht beachtet. Das hole ich nun nach.

 

Der 1.6 DGI-T ist an sich kein Wagen, der auch nur annähernd den Anschein hat, er wäre etwas besonderes. 1600ccm Hubraum, das war zu Golf-V-Zeiten fast die Basis mit 100-115 PS. Vor dem geistigen Auge tuckern bereits Herren in beigem Outfit in mausgrauen Kompakten herum. Auch kommt die Erinnerung an den Golf III 1.6 Avenue hoch, der mit 75 PS auf dem Papier kaum etwas riss, aber in der Praxis doch recht gut unterwegs war.

 

Dank Turbo, Direkteinspritzung und allerlei technischen Neuerungen der letzten 20 Jahre leistet der Nissan aber mehr als das Doppelte. Ja, 1600ccm stellen bereits den Topmotor dar. Das Spannende am Gesamtpaket ist Nissans Antwort auf die Frage, wie man so einen ultrabiederen Underdog wie den Pulsar am Markt positioniert.

 

Die Meisten sind schwächer als er, der mit 190 PS gut im Umfeld der Wölfe im Schafspelz unterwegs ist. Der stärkste Astra ist in Hubraum und Leistung gut vergleichbar, bei VW hat der stärkste Benziner (ohne GTI und als Fronttriebler) nur 170 PS. Ford liefert ausgenommen des ST maximal 182 Benzin-PS, Renault bietet 205 im Mégane. Er ist also eigentlich nichts Besonderes. Eigentlich.

 

Denn während die Konkurrenten ihre Sportlerqualitäten nicht verstecken, ist der Pulsar 1.6 DGI-T ansonsten kein bisschen anders als seine schwächeren Geschwister - außer, dass er serienmäßig LED-Licht hat. Und Carbondekor innen, um wenigstens irgendwie nach Sportwagen auszusehen. Es bleibt beim wohltuhend misslungenen Versuch, dem Wagen auch nur irgendwie optische Dynamik zu verleihen. Das bedeutet, er ist weiterhin der mit dem unscheinbarsten Design, mit dem größten Innenraum (Kompaktvans wie den Scénic ausgenommen) und dabei unter den Günstigsten.

Für ca. 21.000 Euro Straßenpreis kann man ihn auch mit der billigsten Ausstattungslinie bekommen, da ist der Kurs PS pro Euro ein Wort. Dank Nissans seltsamer, aber seit anno Stulle zelebrierten Aufpreispolitik "entweder alles im verhältnismäßig günstigen Paket oder nichts" zahlt man für die volle Hütte mit Leder, allerlei Kameras und zugegebenermaßen angestaubten Navi real auch nicht über 25.000 Euro. Das ist ein Wort.

 

Die scheinbar seltsamste Kombination, also Topmotor und nackte Basis, habe ich schon gefahren. Er erinnert mich anfangs etwas an ein Muscle Car. Ich sehe den Shitstorm schon kommen, aber für mich passte es: Viel Leistung unter der Haube, dafür recht weiches Fahrwerk, keine technische Extrawurst und viel Power pro Euro.

Mit der Zeit fiel mir auf, dass alles etwas zackiger abgestimmt ist, die Lenkung ist auch nicht mehr ganz so teigig wie im 1.2er. Nissan hatte unterm identisch langweiligen Blech also doch noch etwas getan. Dennoch verführt er mehr zum Gleiten als zum Rasen, denn von einem Sportfahrwerk kann nach wie vor keine Rede sein.

 

Am Ende fiel es mir schwer auszusteigen. Anders als ein potenter BMW, den ich automatisch immer etwas zügiger bewege, als ich es sollte, fordert dieser Pulsar mich nicht. Kein nervöses Gaspedal, dass auf jeden kleinen Stoß die Kolben willig stampfen lässt. Tempolimits einzuhalten tut nicht weh, im Gegenteil, ganz entspannt gelingt der Wochenendeinkauf, den das erstklassige Platzangebot auch schluckt.

 

Und er frisst einen nicht gierig im Rückspiegel auf wie ein viel zu agressiv gestalteter Audi. Mit seiner harmlosen Beliebigkeit ist er auf der linken Spur trotz seiner ausdruckslosen Hülle ein Gesicht in der Menge, ein Charaktertyp.

 

Er ist wie Jeans und Hemd, geht immer. Doch wenn es mich packt, dann ist er da. Einfach mal drauftreten, und schon fühlt man sich sehr souverän, ohne übermütig zu werden, denn alles um den Fahrer herum ist ansonsten durch und durch vernünftig und brav. Der Motor brummt leise und fast vibrationsfrei, so wie es Opa Herbert möchte, wenn er gelassen zur Rehaklinik fährt. Aber hatte ich erwähnt, dass zu Jeans und Hemd auch Turnschuhe sehr passend sind, wenn sie dezent aussehen?

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07.01.2017 21:39    |    VincentVEGA_    |    Kommentare (0)

Ich bin mir sicher, die meisten von euch haben ihn zumindest beiläufig gesehen:

Den Artikel zum AdBlue - Mehrverbrauch.

 

Nun, dass es durch das Softwareupdate Nachteile für den Kunden gibt, war zu erwarten. Eigentlich kann man froh sein, dass VW es so hinbekommen hat, dass die Fahrzeuge im Wesentlichen lediglich einen größeren Appetit auf das an den Tankstellen recht preiswert zu bekommene AdBlue bekommen.

 

Nun hatte ich eher beiläufig gelesen, dass der Opel Insignia komischerweise einen Praxisverbrauch an AdBlue hat, der über die Daten im Handbuch weit hinausgeht. Da der Insignia wohl 7,5 Liter AdBlue-Volumen hat, ist die Reichweite recht begrenzt. Nicht für Otto Normalfahrer, wohl aber für die dienstlichen Vielfahrer, die einen Großteil der Insigina-Diesel-Fahrer ausmachen dürften.

Der Threadersteller löste das Problem auf, er schrieb, er habe ein fehlerhaftes Softwareupdate erhalten, der Verbrauch sei nach einer erneuten Updatemaßnahme wieder gesunken. Es schrieben jedoch auch andere User, dass der AdBlue-Verbrauch nach einem Werkstattbesuch stieg, also wohl eine andere Steuerungssoftware aufgespielt wurde.

 

Auf der Opel-Seite kündigt man an, dass bald alle Modelle SCR-Kats haben werden.

Zitat:

Die SCR-Technologie spiegelt den aktuellen Stand der Technik wider. Aus diesem Grund hat sich Opel dazu entschlossen, die gesamte Dieselflotte ab 2018 mit BlueInjection (der SCR-Technologie von Opel) auszustatten.

.

 

Der Astra 1.6 CDTI mit 136 PS, den ich mir ja nun zulegen möchte, hat z.B. noch kein AdBlue, dürfte also beim Facelift entsprechend ausgestattet werden. Zeitlich haut 2018 da ja hin. Warum nun doch auf einmal? Tja...

 

Hat man da ebenso wie VW etwas gemogelt? Man weiß es nicht.

Auffallend ist auch, dass Mercedes bei der V-Klasse, welche ja mein Dienstfahrzeug ist, der Tank 2016 von 10 auf 25 Liter vergrößert wurde (soweit ich weiß kann man nun den Größeren wählen, den alten, kleinen gibt es noch).

 

Man kann natürlich der naheliegenden Idee folgen, die kleinen Tanks dienen dazu, die Kofferraum-Liter möglichst groß angeben zu können (Tanks kosten nun mal Platz) und beim Verbrauch ein paar Zehntelliter rauszuholen (kleine Tanks sind leichter und die Füllung wiegt weniger, 15 Liter entsprechen meines Wissens nach ja auch ca. 15 KG).

Oder aber, man dachte in der vor-Abgasskandalzeit, das kleine Volumen reicht schlichtweg für die Dauer, in der die Reinigungssysteme aktiv sind.

 

Wie auch immer, ich persönlich bin der Meinung, dass nicht nur VW da versucht hat, um Vorschriften herumzukommen. Die waren halt nur besonders dreist, wohlmöglich dreister als die Wettbewerber.

 

Meine weitere Meinung ist aber auch, dass wir nicht den Teufel an die Wand malen sollten. Der AdBlue-Verbrauch ist abhängig von der Fahrweise, und ich kann über die Reichweite des V 250 BlueTec nicht wirklich klagen, 5000 KM sind es fast immer, und ich fahre flott, vermeide aber Vollgas und kurze Stadtstrecken. Trotzdem kann man damit leben.

 

Leben kann man auch mit dem Preis. 69 Euro für eine Füllung wie beim VW-Händler (siehe erster Link) muss man definitiv nicht hinblättern. An der Tankstelle kostet es ca. 50 Cent pro Liter, und die Verfügbarkeit dürfte sich zumindest in Deutschland stetig verbessern, da ja nun alle neuen Diesel nach und nach damit ausgerüstet werden. Für's Ausland gibt es ja Kanister, die man zudem zu zivilen Preisen im Internet bestellen kann. Oder man füllt sich einfach einen an der Tankstelle voll - das ist ja nun kein Hexenwerk.

 

Ich habe nur eine Sorge: Dass der Harnstoff aggressiv ist und evtl. Leitungen schnell verschleißen lässt. Zumindest Marmor erweist sich da nicht als sonderlich widerstandsfähig.

 

 

AdBlue - das "Pipi" wird ein alltäglicher Bestandteil des Alltags für Dieselfahrer. Es ist zwar in gewissen Maße lästig, doch es ist keinesfalls so, dass es den Autofahrer vor unlösbare Probleme oder zu hohe Kosten stellt. Es hilft zumindest, den Diesel vor einem Verbot zu bewahren, indem es die Abgaswerte ja tatsächlich verbessert.

 

 

 

 

P.S.: Ich habe keine Rechte an den Bildern, da diese nicht von mir stammen.

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26.07.2016 12:03    |    VincentVEGA_    |    Kommentare (38)

Roter Lack. Rot blinkende Warnlampen. Rotbraune Rostpickel. Und rote Augen - weil ich sie mir reiben musste.

Das nicht etwa wegen des traurigen Gesamtzustands des ganz frühen C180 Classic (W203). Sondern wegen des etwas sonderbaren Stoffmusters "York", dass ich nicht ganz so geschmackssicher finde.

 

Wenn Innenraumdesigner sich etwas trauen, dann kann das entweder Kult werden, wie beim legendären "Pascha" von Porsche, dem Schottenkaro vom Golf GTI und anderen extravaganten Designs. Oder es geht dermaßen nach hinten los, dass man sich eben die Augen reiben muss. Wobei sich ausgerechnet Mercedes, eine Institution in nüchternem Design, so einige Schnitzer dahingehend geleistet hat. Immer dann, wenn ganz gezielt ein jüngeres Publikum angesprochen werden sollte, schoss Mercedes früher über das Ziel hinaus. Die "Avantgarde"-Modelle, die den in den 90ern ergrauten Mercedes 190 noch einmal aufpeppen sollten, sind ein gutes Beispiel. Der Azurro mag noch gehen, im Verde flimmert es einem dann schon vor den Augen. Und der Rosso ist schon so grenzdebil, dass man es als magenfester Betrachter schon fast als Kult einsortieren könnte.

 

Daraus gelernt hat Mercedes nicht: Beim Nachfolger W202 sind die "jung" aufgemachten Esprit-Modelle zu Recht in dieser Galerie gelandet. Auch das 1995er Classic-Design ist zumindest gewagt. Das eingangs gerügte "York"-Design war dann der milde Abklang seltsamer Mercdes-Stoffe.

 

Vielleicht lag es am Jahrzehnt: In den 90ern gab es so einige fragwürdige Polster - wie im Renault Clio S, der mit einem ungewöhnlichen Muster peppiger wirken sollte. Na ja, so halbwegs gelungen ist es. Beim Gruselfaktor ganz vorne mit dabei waren aber die Japaner, die eher hilflos versuchten, den europäischen Geschmack zu treffen. Seltsame Wellen im Toyota Carina waren da noch das Harmloseste. Kias Versuch eines abstrakten Kunstwerks im Shuma war da schon mutiger. Das indifferente Design im Familienvan Serena hatte Nissan vielleicht aus praktischen Gründen gewählt, darauf kann man Schmutz und Löcher kaum erkennen.

Mitsubishi ließ sich nicht lumpen und spendierte dem Carisma fast durch die Bank weg schrullige Muster, vielleicht auch, um dem Wagen das sonst völlig abwesende Charisma zu verleihen - neben dem passabel verarbeiteten, aber völlig uninspirierten grauen Hartplasik braucht es ja dazu gewisse Akzente. Hier stellvertretend zwei späte Modelle, ein 1999er Comfort, dessen Sitze aussehen, wie der Teppich im Zimmer eines Jungen im Grundschulalter. Mercedes hätte sich etwas davon abschauen können: SO werden Jüngere für ein Auto begeistert!

Was genau das florale Muster im 2001er-Modell bezwecken soll, kann ich mir schon denken: Das künstliche Plastik braucht organischen Ausgleich..

 

Der König der Geschmacksverirrung ist für mich der Micra K11. Ohne jeden Zweifel! Ich traue mich gar nicht, da lange draufzustarren, nicht dass ich noch epilleptische Anfälle bekomme. Bitte genießt die Bilder daher mit Vorsicht - ich übernehme keine Haftung für gesundheitliche Schäden. Die beiden Fotos sind übrigens nur zwei der vielen gruseligen Muster - ich weiß, dass es noch mehr gab. Alle Bilder stammen aus dem WWW, weshalb ich an dieser Stelle darauf hinweise, dass ich keine Rechte an den Bildern habe und diese in dem Glauben nutze, nicht gegen Copyright verstoßen zu haben.

 

Eine Sonderstellung nimmt der Trabant ein. Produkten aus volkseigener Produktion wird oft totale Geschmacksbefreiung nachgesagt. Zu Unrecht? Meistens. Aus meiner Sicht werden die DDR-Erzeugnisse oft verkannt. Aber zählt das auch für diesen Sitzbezug eines Trabant, denn robust ist er ja? Nun gut, seht euch das Foto eines neu bezogenen Sitzes mit Originalstoff an. Und dann rennt zur Kloschüssel so schnell ihr könnt!

 

Dass auch Ledersitze unkonventionell sein können, bewies Citroen im CX. Das völlig futuristische Gestühl hat was - ich würde es mir als Retro-Wohnzimmermöbel sofort bestellen.

Und schließlich wird manchmal auch ein Design beachtet, weil man sich gerade nicht etwas trauen wollte. Das biedere Audi-Fischgrätenvelours hat, sofern ich das in der Szene richtig beobachte, auch schon einen gewissen Kultfaktor. Ebenfalls eine Erwähnung wert ist das Veloursdesign im Golf IV Comfortline, dessen Design wohl vom Polster der Deutschen Bahn inspiriert wurde, wohingegen das Zackenmuster ganz früher Nullausstatter ebenso wie das Miró-inspirierte Design eines Golf III Joker schon wieder Anwärter auf das Kabinett der Kuriositäten sind. Auch eine Erwähnung wert ist Suzuki, die durch die Palette durch so manche Abscheuligkeit auf die Menschheit losließen. Auch mein eigenes Auto, der Audi 80 B2 Facelift Basis, hatte einen ungewöhnlichen, meist stuhlgangbraunen Bezug aus Material, der stark an Jeansstoff erinnert.

 

Wie seht ihr das? Findet ihr Gefallen an solch schrägen Designs? Habt ihr selbst Vorschläge für die "Galerie des Grauens"?

Dann her damit, denn ich wäre wirklich mal daran interessiert, welche Sitzmuster euch belustigen. :)

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05.06.2016 22:49    |    VincentVEGA_    |    Kommentare (13)

Empfehlenswerte Lektüre!Empfehlenswerte Lektüre!

Werte Leserschaft,

 

in der aktuellen ADAC Motorwelt las ich einen Betrag, der mich sehr erstaunt hat. Es ist ja nun nicht neu, dass die Autohersteller mehr oder weniger versteckt Daten sammeln. Die jüngste Entwicklung um die Telematik-Tarife zeigt auch, wie gläsern die Technik den Autofahrer macht. Gegen die Telematiktarife habe ich allerdings auch nichts, denn jeder kann ja frei entscheiden, ob er sie nutzen will - oder eben nicht. Außerdem verteuert sich angeblich auch bei rasanten Fahrern die Prämie nicht über den "normalen" Betrag. Noch. Denn dass die Entwicklung so kundenfreundlich bleibt, bezweifel ich angesichts des wachsenden Profitdruckes der Versicherungsgesellschaften. Aber es geht mir hier um Fakten, nicht um meine persönlichen Spekulationen. Daher zurück zu dem besagten Artikel.

 

"Die Mercedes B-Klasse etwa überträgt alle zwei Minuten ihre Position inklusive Kilometerstand, Verbrauch, Tankfüllung, Reifendruck, die Füllstände von Kühlmittel, Wischwasser und Bremsflüssigkeit. Renault kann das Nachladen der Batterie im Elektroauto Zoe per Mobilfunk unterbinden. Zum Beispiel, weil die Leasingrate nicht bezahlt wurde."

 

Das wirft mir einige Fragen auf. Wenn man davon ausgeht, dass die Daten gespeichert werden, ist dies ein enormer Aufwand, wenn man bedenkt, wie häufig hier etwas gesendet wird und wie viele B-Klassen mit dem me-connect System herumfahren. Was also wird damit bezweckt?

Nun, zum einen könnten, wie im Artikel beschrieben, Gewährleistungsfälle abgelehnt werden. So etwa bei einem BMW-Fahrer, dessen Verdeck einen Defekt erlitt. Das Steuergerät hätte gespeichert, dass das Verdeck bei einem zu hohen Tempo geöffnet wurde.

Mal angenommen, ich hätte eine B-Klasse und würde diese - anders als der typische Kunde dieses doch eher gesetzten Modelles - permanent von der ersten Sekunde lang unter Volldampf bewegen. Gäbe es innerhalb der Garantiezeit einen Motorschaden, würde man mir diesen wohl nicht übernehmen, da ich den Motor kalt getreten habe.

Wenn meine Aufhängung schadhaft ist, wird man mir wohl einen Strick daraus drehen, dass ich manchmal flott über Schlaglochpisten gefahren bin? Oder ist die aufwendige Abgasreinigung nur deshalb defekt, weil ich innerorts nur Kurzstrecken fahre?

 

Das Fahrprofil und die Fahrweise der Kunden hat der Hersteller natürlich auch aus anderen Gründen gern: Wenn ich weiß, wozu die Zielgruppe bzw. das Groß der Käufer das Produkt am ehesten verwedet, kann ich die Entwicklung dahingehend optimieren.

 

Im Artikel wurde bemängelt, es herrsche die "Friss oder Stirb" - Mentalität. Entweder man erklärt sich mit dem Datengesammel einverstanden, oder man kann die meisten elektronischen Funktionen nicht nutzen. Eine Ausnahme sei Mercedes, wo zumindest die Weitergabe einzelner Datenpakete ohne negative Konsequenzen abgestellt werden kann. Doch da wohl kaum ein B-Klasse-Kunde ein digital native ist und die meisten Käufer somit wahrscheinlich nicht mal wissen, was ihr Fahrzeug so alles macht, ist diese Möglichkeit unter Umständen auch nicht bekannt.

 

Eigentlich ein Unding, doch die Autohersteller sind keine negative Ausnahme. Man denke doch nur an die Berichte über die Spracherkennung bei Haushaltselektronik. Halb so schlimm, sagen die Hersteller. Ein Skandal, sagen die Datenschützer. Was ihr davon haltet, da möchte ich euch nicht hereinreden. Ich heiße es nicht gut, ich will es auch nicht komplett verteufeln. Ich bin in erster Linie auf eure Meinungen gespannt.

 

Eine Umfrage habe ich nicht hinzugefügt, denn das Thema ist so komplex, dass es hier nicht mit Schema-F-Aussagen getan ist.

Fakt ist: Die Technik ist so weit, dass der Mensch schon längst gläsern ist. Die Frage, die sich mir stellt ist die: Wer nutzt dies wie weit aus?

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20.04.2016 12:45    |    VincentVEGA_    |    Kommentare (21)

Anders als sonst geht es nicht direkt um das Blech. Es ist vielmehr eine kleine Geschichte drumherum. Wem das zu langweilig ist, sollte auf andere Artikel warten. Wer sich allerdings auf etwas Nostalgie zum Schmunzeln - und vielleicht auch eine kleine Zeitkritik - einlassen möchte, dem lege ich diesen Artikel wärmstens ans Herz.

 

Justin ist 18. Endlich hat er seinen Führerschein in der Hand und kann sich nun einen eigenen Wagen holen. Vaters ratenfinanzierten Opel Insignia bekommt er fast nie, Mutters Clio Campus ist einfach uncool und untermotorisiert. Sein Abitur bestand er mit 2,2, das war seinen Eltern was wert. Viertausend Euro liegen auf dem Schreibtisch. Sauberes Geld, dass sein Vater durch schmutzige Hände verdient. Einerseits ist es sein Geld, andererseits doch das seines Vaters. Zu schade, um es für einen Fehlkauf zu verschwenden. So fragte er ihn um Rat, wie er das denn damals gemacht hatte.

 

Uwe war vor genau 30 Jahren ebenfalls 18 Jahre alt. Den Führerschein bezahlte er mühelos vom Erbe seiner Großmutter, die vor zwei Jahren viel zu früh verstarb. Den alten Ford Consul, den noch sein 1978 versorbener Großvater kaufte, fuhr jetzt der Onkel, man fand, dass der Wagen zu groß und zu teuer für Uwe ist, der damals gerade seine Lehre begann. Sein Vater hatte ihm nach der Schule die Lehrstelle besorgt, da Uwe nach dem erweiterten Hauptschulabschluss die Lust auf Lehranstalten verlor und lieber in den Discos tanzte. Nun war er Klempner- und Installateurlehrling, den Lohn sparte er gelegentlich an und legte sie zum Rest des Erbanteils dazu. Viertausend Mark hatte er sich zusammengespart, dafür sollte sich doch etwas finden.

 

Uwe ging zum Kiosk, um sich alle wichtigen regionalen Tageszeitungen zu kaufen. Fünf Mark weniger waren nun im Budget, und er hatte nicht einen einzigen Wagen bereits gesehen. Er blätterte die Inserate immer wieder durch. Natürlich suchte er nach einem großen Ford, so einen, wie er ihm von seinen Eltern vorenthalten wurde. Granada 2.3L, Baujahr 1977, 109TKM, 3975 Mark. Der wäre sogar besser als der 75er Consul. Aber wie sollte er das seinen Eltern erklären? Schließlich musste er, bis er die Lehre in einem Jahr abschließen würde. noch zuhause wohnen bleiben. Nein, ein großer Wagen ist einfach nicht drin.

 

Vielleicht ist ein Japaner eine gute Wahl. Sie waren schließlich lächerlich billig und oft gut ausgestattet. Der neue Accord muss sich vor nichts verstecken, der Starion ist ein ultrascharfes Gerät und hat sogar einen Turbomotor, während man von dem langweiligen 626 nur Gutes über seine Zuverlässigkeit hört.

 

Sein Blick fiel auf das Inserat eines Mitsubishi Colt. Baujahr 1981, mit nur 57 TKM Laufleistung. Vier Türen, sodass er seine Jacke und seine Tasche elegant hinten hereinlegen konnte - oder mal seine Freunde mitnehmen kann. Mit 70 PS ist er so stark wie die Golf der Streberkinder und wird der feuerroten Lackierung gerecht. An der Vorwahl der angegebenen Nummer erkannte er, dass der Wagen nur ein paar Kilometer entfernt angeboten wurde. Er schnappte sich ein paar Münzen und lief zur nächsten Telefonzelle, vor der sich eine Schlange befand. Doch er wartete gerne eine Viertelstunde im Regen, denn schließlich war er voller Vorfreude auf sein erstes Auto.

Auf die Zeitung konnte er nichts mehr kritzeln, die war durchnässt. Er wischte seinen Arm an der Hose trocken und malte mit dem Kuli auf seinen Arm und rannte so schnell es ging nach hause, damit der Regen seine Notizen nicht verwischen konnte.

 

Samstag, 14.06.1986, um 11:00.

 

Pünktlich um halb Zehn kam Klaus-Jürgen mit seinem spinatgrünen Kadett C. Den hatte ihm sein Vater vor drei Wochen hingestellt. Klaus-Jürgen konnte sich seinen Wagen nicht aussuchen. Während seine Freunde alle entweder den größeren Ascona oder den neueren D-Kadetten hatten, war sein Wagen der Älteste und dazu noch die Basismotorisierung und das Grundmodell mit 40PS. Opel, das zählte was im Ruhrgebiet, besonders der Kadett, der hier gebaut wird, das betonte Klaus-Jürgens Vater immer wieder. Der Nähmaschinenklang des Motors singt das Lied der harten Arbeit für ehrliches Geld. Ach ja, Geld. Für das Geld, was sein Vater für dieses Mindestmodell hinlegte, hätte es auch einen 1.2S in genauso solidem Zustand gegeben. Doch er wagte es nicht, sich zu beschweren. Einem geschenkten Gaul schaut man nicht unter die Haube, zumal sein Vater für die zweitausend Mark jeden Tag in der Zeche seine Gesundheit aufs Spiel setzte.

 

Bereits mit 40 PS war das Gefühl der Freiheit groß. Wie sollte es dann erst mit 70 Pferden sein?

Die Besichtigung war ernüchternd. Der Colt war technisch gut. Er fühlte sich trotz der geringen Laufleistung ausgelutscht an, aber alles funktionierte problemlos und bestätigte den Ruf des zuverlässigen Japaners. Klaus-Jürgen, der Schlosser lernt, kennt sich aus, er sagt, die Japaner waren damals noch nicht so weit, dass Verarbeitung und Steifigkeit mit europäischen Fahrzeugen mithalten können. Doch am Schlimmsten war der Rost, der Schraubenzieher durchbrach den Schweller. Viertausend Mark sollte der Colt allein kosten, für den Schweißer blieb nichts übrig, da konnte der Wagen noch so flott sein und noch so viele serienmäßige Extras haben.

 

Doch Klaus-Jürgen überredete Uwe, mit ihm alle Händler der Umgebung abzuklappern. Sie mussten sich beeilen, lange Öffnungszeiten am Samstag waren noch Zukunftsmusik. Einfach auf Gut Glück. Keine geplante Suche, in denen Zeitungen mit bunt markierten Anzeigen eine Rolle spielen. Um 15 Uhr - dass die noch offen hatten! - unterschrieb Uwe bei einer Werkstatt mit angeschlossenem Autohandel. Es wurde ein Kadett C 1.2 S, der auch deutlich unter dem Maximalbudget lag, es war gut, noch Geld für alle Fälle übrig zu haben. Klaus-Jürgen konnte sich seinen persönlichen Traumwagen natürlich ab und an von Uwe ausleihen.

 

Justin brachte all das nicht weiter. Er konnte sich das alles nicht vorstellen. Er war stattdessen reizüberflutet von abertausenden Anzeigen im Internet. Unter 90 PS ist man im heutigen Verkehr untermotorisiert, aber allein die Versicherung für einen Golf IV 1.6 kostet ihn jährlich 2000 Euro. Das ist zu viel.

Warum nicht ein Twingo? Der sieht lustig aus, aber auch zu weiblich. Ein Polo, ja der wäre es vielleicht, für den wären auch 75 PS bestimmt genug. Oder auch nicht. Der Corsa C wirkt genauso altbacken. Was ist, wenn etwas kaputt geht? Wenn er jetzt vielleicht doch studieren möchte, anstatt eine Ausbildung zu machen, kann er sich das Auto im Unterhalt nicht leisten. An der Uni parken kann er sowieso nirgendwo, die Parkplätze weichen Fahrradstreifen und breiten Bürgersteigen. Die Übrigen kann man nicht bezahlen, falls sie überhaupt noch frei sind. Immerhin hatte er wie heutzutage wie fast alle das Abitur abgelegt, um sich alle Möglichkeiten in der schnellebigen, globalisierten Leistungsgesellschaft offen zu halten.

 

Somit schloss er den Browser und fuhr den PC herunter. Das Geld für den Wagen packte er vorsichtig in den Umschlag zurück. Er konnte sich die Möglichkeit ja schließlich noch offen halten.

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27.02.2016 20:51    |    VincentVEGA_    |    Kommentare (15)    |   Stichworte: 80, Audi, B2/81/85

Wie haltet ihr es mit der Nachrüstung von Originalteilen bei Young- und Oldtimern

2 (10 %) Geht gar nicht - Originalität ist durch nichts zu ersetzen.
14 (70 %) Ja klar, denn das wertet den Wagen auf
4 (20 %) Wenn, dann nicht einzeln, sondern komplett (beispielsweise entweder die komplette CD-Ausstattung sowohl außen als auch innen oder gar nichts)

Willkommen zurück bei Car Vision - zum (vorerst) letzten Mal zum Thema Old- und Youngtimer.

Da sich Kruegerl wohl erneut zurückgezogen hat und ich meinen eigenen Blog demnächst neu gestalten und thematisch neu aufstellen möchte und sich meine Freizeit kontinuierlich verringert, ist es mir nicht länger möglich, zwei Blogs akutell zu halten und regelmäßig fortzuführen.

 

Nachdem ich zuletzt die Themenbereiche Recht und Youngtimer bearbeite, muss ich zumindest einen streichen, da der Audi und sein Drumherum in meinem Blog zuhause ist, liegt es Nahe, dass ich mich in Zukunft erst einmal auf das Thema "Recht rund ums Auto" beschränke.

A propos Audi, er verlässt seine Heimat, um heute in diesem Blog zu Gast zu sein.

 

Der B2 eignet sich perfekt als Demonstrationsobjekt für eine Diskussion über Nachrüstungen von Ausstattungsdetails, seien es Armlehnen, Spoiler oder Scheinwerfer. Zum Einen, weil sie fast alle schon vor langer Zeit durch den Schredder gejagt wurden und entsprechend viel an Schlachtteilen vor einigen Jahren zu haben war, diese jetzt aber bedenklich knapp sind. Zum anderen, weil der Wert so gering war, dass bei Umbauten zuhauf improvisiert wurde - analog zur schlechter werdenden Teilelage.

 

Zur Diskussion stelle ich hier mal ein nettes Exemplar, dass so ziemlich alles kreuzt - und das gleich auch ziemlich gruselig.

 

Das vorliegende Exemplar sieht erstmal nach der vollen Hütte aus. Es hat folgende Merkmale:

 

Durchgehendes Leuchtenband - Audi 90

Ausstattungsbezeichnung - Audi 80 CD (höchste Linie)

Heckspoiler - Audi 80 GT und GTE (Sondermodell bzw. Sport-Topmodell)

 

Auffällig ist hier leider, dass die Modellschriftzüge in ihrer Position falsch montiert sind. Argh. Sonst hätte man glaubhaft annehmen können, dass es sich um einen CD handelt, bei dem Blende und Spoiler nachgerüstet wurden (war eine Zeit lang sehr beliebt). Das ginge also als zeitgenössisch durch, das "CD" ist jedoch gewollt und nicht gekonnt.

 

Gehen wir nach innen: Der Kenner stellt sofort fest, dass es definitiv kein CD ist.

 

Die kleinen Armlehnen und die einfache Mittelkonsole sind entweder Basis oder die mittlere Linie CC. Der Blick auf die Türpappe zeigt: Wahrscheinlich Stoff Hastings-Gewebe. Also Basismodell. Soviel zum Thema CD. :D

Ein tolles Beispiel für Improvisation ist der - haptisch dem in der Basisvariante Verbautem bei Weitem überlegen - Lederschaltknauf, der irgendwie auf den einfachen Faltenbalg gebastelt ist. Da gehört ein ganz anderer Schaltsack drunter, samt großer Mittelkonsole. Die sind aber selten und vor allem gesucht - wenn denn überhaupt mal irgendeine in der passenden Farbe auftaucht, ist sie teuer. Also kam es wohl zu dieser Blüte des Do-it-yourself.

 

Das Lenkrad entstammt dem Nachfolger B3 (Typ 89) ab 1986. Es ist optisch gefälliger, von daher kann man's durchgehen lassen. Andere verbauen aktuelle S-line-Lenkräder und harmonischer als die doch recht gewöhnungsbedürftigen Treser-Volante, die in den 80ern gewält wurden, ist es auch. Kann man meiner Meinung nach durchgehen lassen. Die Lautsprecherboxen in der Tür sind Vielen ein Dorn im Auge, doch sind die hier wenigstens farblich dezent und ohnehin halb durch die - im Basismodell durchaus auch öfter bestellten - Türablagekästen verdeckt. Stört das nicht den Klang?

 

Auffallend ist jedoch, dass außen auf "dicke Hose" gemacht wird (Audi 90, Audi 80 CD, Audi 80 GTE), innen aber weitesgehend die Basis beibehalten wurde. Die lustige Schalthebelkonstruktion hat was, und das Lenkrad ist noch eines der Passendsten, die man so nachrüsten kann. Würde ich mit 6 von 10 Punkten benoten, da es Peinlichkeiten vermeidet.

 

 

Gehen wir zu meinem Audi:

Von außen sehen wir Frontspoiler (alle, außer Basis) und Heckblende (Audi 80 CD und GTE, sowie Sondermodelle SC und GT). Eine Modellbezeichnung steht nicht drauf. Es war nie ein CC und CD, warum sollte ich ihn als diesen betiteln?

Von außen finde ich ihn eigentlich gelungen, wie er ist.

Innen ist die bunte Mischung angesagt: Es lacht einen die große Mittelkonsole an (CD, GTE, Sondermodelle GT und SC), dafür findet man keine Türablagekästen (nur bei Basis und GT, sonst Serie) und nur die kleinen Armlehnen wie in Basis, CC und GT. Spätestens jetzt ist klar, dass die Ausstattung einem GT entstammt. Wären da nicht die Sitze, die entstammen dem CD und wurden so auch im Audi 90 verbaut. Größtes Übel: Sitze braun, Rest blau.

 

Ich würde meinem Wagen 5 von 10 Punkten geben, weil das Interieur einfach gar nicht zusammenpasst. Grusel.

Aber: Schwarzes Armaturenbrett und Türpappen vom CC sind vorhanden, eine passende Mittelkonsole vom CD ist ebenso gesichert wie passende braune Fensterkurbeln und (große) Armlehnen. Damit wäre so gut wie alles in sich stimmig.

Ich habe tatsächlich einen Wagen gefunden, der dem entspricht, was meine aktuelle Teilelage hergibt. Eigentlich unmöglich, aber genau sowas stand letztens zum Verkauf.

 

 

 

Der Teppich wäre dann immer noch blau (auf den Bildern zwar nur die Fußmatten, zur Veranschaulichung ist es aber perfekt), ich habe einen beigen Teppich vom Vorfacelift sehr günstig erhalten, der leider qualitativ deutlich schlechter ist als bei späten B2. Wenn ich meinen Teppich drin lassen, den Rest aber umbauen würde, sähe es ungefähr so aus.

Der fiese Kontrast (auch zur Außenfarbe) ist geringer geworden. So würde ich mir immerhin 7,5 von 10 Punkten geben.

 

 

 

Nächster Wagen: Dieser CC hat die Rückleuchten des Audi V8. Ebenfalls nicht unbeliebt, siehe der letzte Artikel in Car Vision über zweitürige Limousinen. Geht gar nicht meiner Meinung nach, aber objektiv gesehen gibt es weitaus Schlimmeres als das.

 

 

Nächster Audi 80 Nachfacelift: Hier hat jemand ein Einzelstück gebastelt: Stoßstange vom europäischen Vorfacelift-Quattro (sehr selten!) und Scheinwerfer von der US-Vorfacelift-Variante. Leider sehen die Spaltmaße auch sehr nach nachträglichem Einbau aus. Ansonsten: Passt super. Meine Wertung 8 von 10.

 

 

Letzer Audi 80: Ausnahmsweise ein Vorfacelifter. Mit Taxi-Armaturenbrett (auch selten) zur Unterbringung der Zusatzinstrumente. Dazu wurde alles auf Plastikholz-Look getrimmt und mit einem Lenkrad gekrönt, dass auch aus dem Zubehör des Opel Omega A stimmen könnte. Alles für sich alleine würde locker gehen, alles zusammen ist too much.

Daher 4,5 von 10 für diese Nachrüstungen.

 

 

Nachdem ich jetzt also einige Audi 80 mit (überwiegend originalen) Nachrüstungen gezeigt habe, würde ich gerne eure Meinung wissen: Ich habe hierfür eine Umfage hinzugefügt. Bitte fügt auch einen Kommentar hinzu, wenn ihr wollt, egal ob ihr abstimmt oder nicht.

 

So, damit wären wir auch am Ende des Artikels. Es ist ein leiser Youngtimer-Abschied von Car Vision, ohne Pauken und Trompeten, sondern nur mit ein paar Beispielfahrzeugen und einer Umfrage. Ich hoffe, euch hat es trotzdem gefallen.

 

Vielleicht gibt es ja eines Tages einen Rückzug vom Rückzug, denn schon James Bond wusste: Sag niemals nie.

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26.01.2016 19:12    |    VincentVEGA_    |    Kommentare (24)

Kruegerl sagte mir mal, dass wir hier auch einen Bezug zu Old- und Youngtimern aufrecht erhalten wollen.

Eigentlich hatte ich einen gaaaanz anderen Artikel geplant, doch als ich letztens auf der Suche nach einem potenziellen Ersatz für den Audi gesucht habe, stieß ich auch auf einige Raritäten - zweitürige Limousinen.

Früher waren zwei Türen in der Mittelklasse das Maß der Dinge. Opel Rekord, Ford 17M - fast immer waren sie zweitürig anzutreffen. Selbst die Polizei fuhr früher zweitürige Streifenwagen. Mir scheint, einzig Mercedes bot ab dem Ponton immer nur viertürige Limousinen an.

Warum die Zweitürer bis in die 70er so populär waren, weiß ich nicht. Es kann natürlich auch am niedrigeren Grundpreis gelegen haben, der wichtiger lag, als der höhere Gebrauchswert. Vielleicht lag es auch an der Optik, ein Rekord C mit zwei Türen weniger sieht beispielsweise viel reizvoller aus.

Ohne jetzt die Verkaufszahlen der verschiedenen Varianten gängiger Fahrzeuge zu wälzen würde ich sagen, dass die Viertürer erst ab Anfang bis Mitte der 70er wirklich häufiger verkauft worden. So zumindest mein Eindruck. Im Familienarchiv sieht man dann plötzlich viele viertürige Taunus TC, Opel Rekord D und Peugeot 304.

 

Zehn Jahre später gab es sie schon teilweise fast nicht mehr. Hier mal eine Liste, wann der große Zweitürer aussortiert wurde:

 

Opel Rekord: 1982, entfallen bei Facelift

Opel Ascona: 1988 mit Einstellung, aber bereits zuvor stark eingeschränkte Optionen

Ford Taunus: 1982 mit Einstellung

Ford Granada: 1981

Audi 100: 1982, mit Modellwechsel

Audi 80: 1986, mit Modellwechsel

VW Passat: 1985 mit Facelift, allerdings stets als Schrägheck

 

Importfahrzeuge, wie Mazda 626 oder Datsun Bluebird, wurden oft als "Coupé" vermarktet, entsprachen aber bis mitte der 80er oft ihren viertürigen Pendants, ehe sie entfielen oder eine stärker unterschiedene Karosserie bekamen.

 

in den größeren Fahrzeugen (Beispiel: Audi 100, Ford Granada, Opel Rekord) war bereits zu Beginn der 80er keine Nachfrage mehr vorhanden, zur Mitte des Jahrzehnts auch bei kleineren Mittelklassefahrzeugen nicht mehr.

 

Auch in der Kleinwagen- und Kompaktklasse gab es Stufenheckmodelle, die konservative Kundschaft konnte neben den progressiven Schrägheckmodellen zu Beginn der 70er auch klassische Fahrzeugkarosserien bestellen.

Gerade Opel, als Hut- und Hosenträgermarke verschrien, hatte folgende Fahrzeuge im Programm:

 

Opel Corsa TR: 1982-1987, immer nur zweitürig

Opel Kadett: bis 1962- 1979 Nachdem es beim Kadett D ab 1979 kein Stufenheck mehr gab, wurde sie beim E 1985 wieder eingeführt und heute noch beim Astra J angeboten - allerdings nur viertürig.

 

Ford lancierte für den konservativen Geschmack 1983 den Orion als Escort mit Stufe, allerdings auch nur viertürig. Der kleine Fiesta bekam keinen Stufen-Ableger.

 

VW hatte in der Kleinwagenklasse 1977-1985 den Derby anzubieten, stets auch zweitürig.

Der Jetta hält sich mit diversen Namenswechseln von 1979 bis heute, der Zweitürer wurde erst 1992 (!) mit Umstellung auf den Vento aus dem Programm genommen. Kurz zuvor endete auch bei BMW die Produktion der zweitürigen Limousine, als der E30 auslief. Kein anderes Fahrzeug der Mittelklasse hatte einen höheren Anteil an Zweitürern, was aber auch an der gegenüber den Wettbewerbern deutlich sportlicheren Positionierung und dem ohnehin knappen Raumangebot liegen mag.

Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass Mitte der 80er Schluss mit zweitürigen Stufenhecklimousinen war - und zwar zugleich für die Mittel- und Kompaktklasse.

 

Bei den kleineren Klassen mag es daran liegen, dass der Nutzwert vergleichbarer Schrägheckmodelle größer ist, wenn diese gekauft wurden, waren bei Kompakt- und Kleinwagen darunter trotzdem viele Zweitürer - vielleicht weil dies für reine Stadtfahrzeuge reichte oder aus optischen Gründen.

Auch in der Mittelklasse zeigte sich, dass der Viertürer als Familienfahrzeug deutlich überlegen ist.

 

Warum die Entwicklung aber gerade von den großen Fahrzeugen ausging - so ebbte die Nachfrage bei Audi 100, Granada und Rekord zuerst ab - weiß ich allerdings nicht. Vielleicht, weil die Nachfrage selbst zu ihren besten Zeiten nie stark war und somit schneller den Nullpunkt erreichte.

 

Vielleicht wisst ihr es oder habt eine Vermutung, dass die Ursache eine andere als das Aufkommen der Schrägheckfahrzeuge á la Alfasud, Golf, R5 und Simca 1100 ist? Immer her mit Vorschlägen, denn eine endgültige Antwort wird es wohl nie geben, genausowenig wie es wieder zweitürige Limousinen geben wird - der Markt, der in den 80ern verschwand, ist nicht wiedergekommen. Obwohl heutzutage eigentlich für alles eine Nische zu existieren scheint.

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19.07.2015 20:18    |    VincentVEGA_    |    Kommentare (9)

Macht Spaß: Den Oldtimer des Freundes fahren.Macht Spaß: Den Oldtimer des Freundes fahren.

Im letzten Beitrag von mir entwickelte sich in den Kommentaren ein interessantes Gespräch zu einem Thema, dass wie die Autowäsche auch immer mal wieder vorkommt: Der entgeltlose Verleih des KFZ unter Freunden.

 

Da geht dem langjährigen und zuverlässigen Arbeitskollegen am Wochenende das Auto kaputt, obwohl er mit der Familie einen kleinen Ausflug machen wollte? Da hilft man doch gerne.

 

Man hat ein sehr seltenes Auto (Oldtimer o.Ä.) und im Freundeskreis interessieren sich viele dafür, die gerne mal wissen wollen, wie der sich fährt? Wer genießt diese Aufmerksamkeit für sein Gefährt denn nicht und könnte da eventuell schwach werden?

 

Es sind noch zahlreiche weitere Konstellationen denkbar - aber gemein haben sie alle eins: Wenn es kracht, gibt es ein Problem, denn die Fahrer sind dann nicht eingetragen. Schuldlose Unfälle sind theoretisch bereits ein Problem, da unter Umständen je nach Versicherer eine Obliegenheitsverletzung vorliegt (nicht eingetragener Fahrer saß am Steuer), aber in der Praxis wird dann meist kulant reagiert. Ist der Leiher selbst schuld, sieht es ganz anders aus.

 

Daher sollte man vor einer Verleihzusage umgehend in seine Versicherungsunterlagen schauen. Die Versicherer handhaben die Nutzung durch nicht eingetragene Dritte durchaus unterschiedlich: Die LVM toleriert gelegentliches Fahren einer Person ab 23 Jahren ohne Haftungsminderung oder Beitragserhöhung, die Direct Line immerhin ab 24 Jahren. Anders sieht es aus, wenn die Person regelmäßig fährt - aber wer soll das im Zweifelsfall kontrollieren?

 

Hat der Versicherer ausdrücklich geregelt, dass keine andere Person fahren darf, so gibt es dennoch die Möglichkeit, den beabsichtigten Verleih dem Versicherer vorab zu melden - ggf. wird gegen einen Sonderaufschlag die Zustimmung erteilt.

 

Die Konsequenzen für unüberlegtes Verleihen sind im schuldhaften Schadensfall enorm.

Die Haftpflicht und auch die Vollkasko haften zwar in der Regel, denn sie versichert ja nicht die Person am Steuer, sondern das mobile Risiko, also das Fahrzeug. Die Selbstbeteiligung wird jedoch fällig und die Rückstufung - die weitaus empfindlichere, weil auf lange Sicht sehr teure Sanktion - erfolgt ebenfalls für den Verleiher als Halter des mobilen Risikos - der dann natürlich seinen Freund in Regress nehmen möchte, dessen Privathaftpflicht grundsätzlich nicht greift. Nicht selten endet dies vor Gericht, was das Ende der Freundschaft bedeutet und erst recht ins Geld und an die Nerven geht.

 

Unter Umständen folgen Vertragsstrafen, so wird bei der Direct Line, die ab einem Fahreralter 24 Jahren ja sehr kulant sind, für Fahrer unter 24 Jahren die Selbstbeteiligung um mindestens 2500 Euro erhöht.

In derartigen Fällen könnte es bei kleineren Blechschäden durchaus sinnvoll sein, als Leiher den Schaden vom Versicherer zurückzukaufen, um eine Stufung zu vermeiden.

 

Bei Gefälligkeiten (Klassiker: Ich bin betrunken und mein Kumpel fährt mich mit meinem Auto nach hause) besteht übrigens keine Möglichkeit, den Fahrer in Regress zu nehmen: Der Gesetzgeber sieht hier einen stillschweigenden Haftungsausschluss als gegeben an.

 

Unterscheiden muss man auch zwischen Leihe und Miete: Überlasse ich mein Fahrzeug gegen Geld, gelten die für den Mietvertrag einschlägigen Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches.

Hierbei kommt es aber nur auf eine Gegenleistung für das reine Überlassen an. Auch bei einer Leihe trägt der Leihende grundsätzlich die Kosten für Betriebsmittel (Benzin).

 

Der technische Zustand sollte natürlich ebenfalls beschrieben werden: Ist die Heizung und das Radio defekt, ist das egal. Ist die Bremse kaputt, hafte ich als Verleiher, wenn ich den Mangel verschwiegen habe. Dann sollte man sein Fahrzeug aber ohnehin niemanden zur Nutzung überlassen!

 

Ja und wie halte ich es?

 

Meine Fahrzeuge verleihe ich sehr selten. In drei Jahren habe ich vier Personen die Schlüssel in die Hand gegeben, bei zwei davon saß ich dabei auf dem Beifahrersitz.

Wie haltet ihr es denn? Wie sind eure Erfahrungen?

 

Ich bin schon gespannt, was da so zusammen kommt.

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06.07.2015 20:15    |    Kruegerl    |    Kommentare (6)    |   Stichworte: Alles Auto, Auto, Auto Bild, Automagazin, auto motor sport, auto motor und sport, Autorevue, Heft, Magazin, motor, Print, Printmagazin, Printmagazine im Test, sport, Test

Wie im ersten Teil behandelt auch Teil 2 wieder sowohl ein deutsches als auch ein österreichisches Printmagazin. Nicht nur hier bei Car Vision, sondern auch beim nächsten Magazin lautet das Motto

 

Alles Auto

 

"Alles Auto" ist das meistverkaufte Automagazin in Österreich und gehört zur wiener Verlagsgesellschaft gefco. Die Druckauflage beläuft sich auf über 57.000 Exemplare, das Magazin erscheint 10x im Jahr. Jung und modern kommt das Heft daher. Hinter dem Hochglanzeinband verbergen sich durchschnittlich 115 Seiten bei einem sehr großzügigen Layout. Bei "Alles Auto" ist man eindeutig der Freund von vielen Tabellen. Das Magazin richtet sich eher an jüngeres Publikum und legt seinen Fokus sehr stark auf Tests und Berichte rund um aktuell erhältliche Neuwagen. Die Artikel sind eher kurz und der Schreibstil simpel gehalten, sodass sich "Alles Auto" perfekt für Mitfahrten in Bahn und Bus eignet, während andere Magazine zuhause auf dem Sofa besser aufgehoben sind. Die Webpresenz kann als guter Durchschnitt bezeichnet werden, das Design ist eher simpel gehalten. Wie die meisten anderen Magazine auch bietet "Alles Auto" mittlerweile ebenfalls eine so gennante "Augmented Reality"-App, welches es einem ermöglicht, mit dem Smartphone oder Tablet ausgewählte Heftseiten einzuscannen und so direkt darauf Zusatzinhalte wie weitere Bilder oder Videos abgerufen werden können. Die veröffentlichen Testberichte der Redaktion werden im Allgemeinen von der Leserschaft als unabhängig, objektiv und fair angesehen.

 

 

 

auto motor und sport

 

Als nächstes behandeln wir wiederum ein deutsches Magazin: Die wohl ebenfalls bekannte Zeitschrift "auto motor und sport". Es handelt sich hierbei wohl um den ältesten Vertreter in unserer Testreihe. Die erste Ausgabe erschien im Jahre 1946 (!), allerdings noch unter dem Titel "Das Auto".

"auto motor und sport" ist eine reichweitenstarke deutsche Automobil-Zeitschrift mit einer Auflage von über 350.000 Exemplaren, die im Verlag Motor Presse Stuttgart produziert wird. Sie erscheint im 14-täglichen Rhythmus. Der Inhalt besteht hauptsächlich aus Test- und Fahrberichten von Pkw, Neuvorstellungen von Pkw sowie Reportagen aus den Bereichen Freizeit und Motorsport. Weitere Schwerpunkte sind die Themen Technik, Gebrauchtwagen, Verkehr und Umwelt sowie Wirtschaft.

Chefredakteure sind Ralph Alex und Jens Katemann. Herausgegeben wird das Magazin von Bernd Ostmann, der bis September 2012 selbst lange Chefredakteur gewesen war. Weitere Chefredakteure waren u. a. Heinz-Ulrich Wieselmann (1950 bis 1970), Ferdinand Simoneit und Klaus Westrup. Zu den Mitarbeitern zählen bzw. zählten u. a. Paul Simsa, Fritz B. Busch, Gert Hack, Norbert Haug oder Frank Hofmann. Es ist die deutsche "Nr. 2" in Deutschland - das Magazin wird von Reichweite und Auflage ausschließlich von der Auto Bild übertroffen.

Der Vergleich mit der Auto Bild ist aber auch nicht abwegig, denn auf den ersten Blick ähnlen sich beide Magazine doch deutlich, vor Allem beide Papier- und Drucksorten sind absolut ident. Auf den zweiten Blick hingegen erkennt man doch deutliche Unterschiede. Neben diversen Reportagen und Berichten wird innerhalb des Heftes - wie es der Titel bereits verrät - auch dem Motorsport ein größerer Bereich reserviert. Auch der Artikelumfang fällt deutlich hochwertiger und umfangreicher aus.

Innerhalb des Verlages erscheinen ebenfalls einige Special Interest-Ableger, wie "sport auto" oder "Motor Klassik" sowie einige besonders hochwertige Sonderhefte. Besonders hervorzuheben unter den Sonderheften sind besonders hochwertige Ausgaben unter dem Titel "EDITION", welche ihren Titel auch redlich verdient haben. Die Internetplattform präsentiert sich übersichtlich sowie aufgeräumt und braucht sich vor der Konkurrenz keinesfalls zu verstecken.

 

 

Den nächsten Teil werden wir weiteren, allerdings etwas spezielleren und unbekannteren Magazinen widmen. Des Weiteren haben wir uns die vielen Hinweise und Kritiken nach dem ersten Teil zu Herzen genommen und werden versuchen, diese bei einer eventuellen zukünftigen Fortsetzung zu beachten. Bis dahin ziehen wir uns erst einmal wieder ein wenig zum Schmökern und Vergleichen zurück.


03.07.2015 21:54    |    Kruegerl    |    Kommentare (30)    |   Stichworte: Auto Bild, Automagazin, Autorevue, Heft, Magazin, Print, Printmagazin, Printmagazine im Test, Test

Auch wenn ich bereits der "Generation Internet" entstamme, so genieße ich meine Lektüre dennoch lieber auf greifbarem Papier anstatt auf leuchtenden Bildschirmen. Glücklicherweise ist die Auswahl an deutschsprachigen Printmagazinen für den Automobilbereich am Markt noch groß, in ihrem Inhalt sowie deren Aufmachung unterscheiden sich diese jedoch teilweise deutlich. Car Vison hat den Test gemacht und sich einige deutschsprachige Automagazine näher angesehen. Dabei war es wichtig, zumindest die letzten drei Ausgaben in die Wertung miteinzubeziehen. Bewertet wurde schließlich auch in drei Kategorien: Aufmachung, Inhalt sowie Internetauftritt. Starten wir daher gleich mit dem wohl bekanntesten, deutschen Magazin, der

 

Auto Bild

 

"Europas Nr. 1" erschien erstmals am 24. Februar 1984 und zählt mit einer Auflage von knapp 450.000 Stück zu einem festen Bestandteil des Axel Springer Verlages. Größter Pluspunkt der Auto Bild ist wohl deren Erscheinungsweise. Als Wochenmagazin präsentiert sich die Auto Bild im Vergleich recht aktuell und auch deren Aufmachung, sowohl in Design als auch in der Papierqualität richtet sich ganz klar an eine Wochenzeitschrift anstatt an das Image eines Hochglanzmagazines. Doch nicht nur positiv fällt die Auto Bild immer wieder in der Community auf. Von gekauften Testberichten und -wertungen über eine besondere Nähe zum VAG-Konzern bis hin zu "austauschbaren Artikeln" brodelt seit Jahren die Gerüchteküche und lässt so das bekannteste Automagazin Deutschlands immer wieder Aufhorchen.

Der Internetauftritt ist übersichtlich gestaltet und wird mehrmals täglich aktualisiert. Unter dem Namen "Autobild.TV" bietet das Magazin über die Website bzw. über Youtube auch ein Videoportal. Nicht zuletzt erscheint die Auto Bild in 34 Ländern. Zu den Ablegern bzw. Sonderheften zählen unter Anderem Auto Bild ALLRAD, Auto BILD KLASSIK, Auto Bild MOTOR SPORT oder Auto Bild SPORTS Cars.

 

 

 

Autorevue

 

Weiter geht es mit einem österreichischen Monatsmagazin - der Autorevue. Die "Nr. 1 in Österreich" darf sich zwar ein anderes Magazin nennen, dennoch war die Autorevue immer etwas besonderes für mich, lese ich sie doch seit meiner Kindheit. Gemeinsam mit ihr habe ich schon früh meine große Liebe zu Autos entdeckt. Nichts desto Trotz werden wir uns auch dieses Magazin objektiv im Vergleich näher ansehen.

Die Autorevue gehört zur wiener Verlagsgruppe NEWS und erschien erstmalig bereits im Dezember 1964. Eine lange Geschichte und Tradition also, auf welche das Magazin zurückblicken kann. Die Autorevue legt starken Wert auf die emotionale Seite der Automobil-Berichterstattung und auf ein hohes sprachliches Niveau. Längeren Reportagen, Portraits und Features werden deswegen verstärkt Platz im Heft eingeräumt. Seit Mitte 2012 wird außerdem das Thema Oldtimer stärker behandelt. Einmal im Jahr erscheint außerdem das Heft „Autorevue Premium“. Eine qualitativ besonders hochwertig gedruckte Ausgabe, mit Schwerpunkt auf langen Reisegeschichten, Autofotografie, Reportagen sowie Sport- und Luxuswagen.

Seit 2004 organisiert die Autorevue außerdem in Zusammenarbeit mit Ford Österreich und dem ÖAMTC den Racing Rookie. Bei dieser Veranstaltung wird ein Nachwuchsrennfahrer gesucht. Der Gewinner bekommt für eine Saison ein Werkscockpit von Ford. Niki Lauda hatte, zu seiner aktiven Zeit, eine regelmäßige Kolumne über die Formel 1 in der Autorevue. Nachdem er seine Karriere beendet hatte, wirkte er regelmäßig bei Fotoshootings oder Autotests mit. Zu den regelmäßigen Autoren gehörten außerdem Helmut Zwickl und Heinz Prüller. Zur Verdeutlichung des literarischen Anspruchs der Autorevue schreiben immer wieder deutschsprachige Autoren wie Alfred Komarek und Thomas Glavinic für das Heft. Helmut A. Gansterer schreibt unter dem Pseudonym „Philipp Waldeck“ eine monatliche Kolumne mit dem Namen „Waldecks Wanderbrief“. Zum Expertenkreis der Autorevue gehören der ehemalige Entwicklungschef von General Motors, Friedrich Indra sowie Jürgen Stockmar von Opel und Audi.

Erst vor wenigen Ausgaben wurde das Heft einem so genannten "Relaunch" unterzogen, welcher das Design und die Aufmachung dem aktuellen Zeitgeist entgegenkommen lassen soll. Der Internetauftritt hingegen kann wohl maximal als minimalistisch bezeichnet werden. Der verkauften Printauflage von knapp über 47.000 Stück tut dies jedoch keinen Abbruch.

 

 

Den zweiten Teil der Reihe wird ebenfalls wieder sowohl ein deutsches als auch ein österreichisches Magazin behandeln. In der Zwischenzeit wünschen wir viel Spaß beim Lesen und hoffen, eventuell den ein oder anderen sogar eine neue, interessante Klolektüre Abendlektüre näher gebracht zu haben.


Blogautor(en)

  • Kruegerl
  • VincentVEGA_

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