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Car Lovers

Das Auto - so spannend wie nie zuvor

26.10.2018 20:29    |    boov3r    |    Kommentare (51)

Weißer Lack, rotes Leder, 223 PS, 4,6 Liter.

 

Klingt nach einer schicken Corvette C3 oder C4 aus den 80'er Jahren, wie sie in 80'er und 90'er Jahren, als Traumauto von Stullenandi, über den wohl bekanntesten Kiez Deutschlands, der Hamburger Reeperbahn, gefahren ist. Man denkt an Hubraum, Spaß und bollernden, dumpfen V8 Sound...Eigentlich geht es aber um was ganz anderes.

 

 

Es geht um folgendes:

Ein weißer Micalack auf dem extrovertierten Äußeren. Feinstes, bestverarbeitetes, rotes Leder von japanischen Kühen, denen es wohl kaum irgendwo auf der Welt besser gehen kann auf den beheizten und klimatisierten Sitzen und den Türtafeln. 223 PS Systemleistung aus gleich zwei Herzen, einem 2,5 Liter Ottomotor mit 181 PS und einem Elektromotor mit 143 PS, welche beide, je nach Beanspruchung jeweils alleine oder mit gebündelten Kräften, auf die Hinterräder einwirken. Die 4,6 Liter entsprechen hier dem Verbrauch nach NEFZ, sind aber eine klare Ansage über das Sparpotenzial des Antriebs. Mal nur nebenbei: Die letzte Corvette mit weniger als 5 Liter Hubraum gab es in den fünfziger Jahren bei der C1.

Kurzum es geht um eine aufregende Probefahrt mit dem Lexus IS 300h. Dem Besten was man aus dem Hause Toyota in der Mittelklasse zu bieten hat.

 

Man darf mich nicht falsch verstehen, ich bin ein absoluter Fan der deutschen Premiumhersteller und deren Ingenieurleistung, sowie der Detailverliebtheit und Verarbeitung. Es bedarf also schon eines überzeugenden Gesamteindrucks um mich von dieser Zuneigung abzubringen.

Umso beachtlicher ist es, dass es genau dieses Auto fast auf Anhieb geschafft hat, und ich schwöre, hätte ich ein paar Euro mehr gespart, wäre ich garantiert schwach geworden!

 

Aber genug rumgeschwafelt. Ich liebe Autos, deren Klang, die Leistung und das Drehmoment und je mehr Hubraum, umso besser. Ein Hybridauto war für mich bislang nur ein unnützes Konzept, was bei einer zügigen Autobahnfahrt unnötiges Gewicht durch die Gegend schleppt und sowieso überhaupt keine Emotionen hervorrufen kann, weil damit ja sowieso nur die Flottenverbräuche geschönt werden und einem ein grünes Gewissen suggeriert wird.

 

So dachte ich, bis ich den Lexus IS 300h gefahren bin. Zugegeben, man muss sich drauf einlassen. Einen Hybrid effizient zu bewegen ist zu Anfang nicht leicht macht aber, wenn man es will, unheimlich viel Spaß. Dieses Auto schafft es trotz der sportlichen Optik und 223 PS Systemleistung einen zum Relaxen und Entspannen zu verleiten, auch wenn man es nicht will. Komfort und Wohlfühlen werden hier unglaublich groß geschrieben. Das Auto macht sehr viel Spaß, hat aber auch Nachteile. Das CVT Getriebe lässt den Motor, wenn man rasant beschleunigen will unheimlich hoch bei gleichbleibender Drehzahl arbeiten, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 200 km/h (laut Tacho 215 km/h) elektronisch begrenzt, die Bedienung des Navis ist für europäische Verhältnisse mit Hilfe einer Mausähnlichen Bedienung interessant, aber gewöhnungsbedürftig und manchmal auch etwas umständlich und die Platzverhältnisse sind nur mittelmäßig. Man geht halt eigene Wege und ist Teil einer Nische, die immer mehr an Bedeutung gewinnt und sich langsam aus dem Schatten der Aufmerksamkeit der breiten Masse hervortut.

 

Lexus ist mit knapp 600.000 verkauften Fahrzeugen, hinter den "großen Dreien" Audi, BMW und Mercedes, der viertgrößte Hersteller von Premiumfahrzeugen weltweit. Nur in Deutschland ist die Marke nach wie vor ein Exot.

 

Aber warum ist das so?

Ich denke es gibt hierfür viele Gründe. Man ist bei Lexus eben schon immer etwas anders gewesen. Das äußert sich schon alleine im mutigen, extrovertierten Äußeren der Modelle. Dieser Diabolo-Grill trifft halt nicht jeden Geschmack. Ich für meinen Teil muss sagen, dass es genau dieses etwas Andere ist, was es mir angetan hat. Man schwimmt halt nicht mit dem Einheitsbrei sondern geht eigene Wege und so hat man nicht nur ein exotisches, sondern auch durchaus dynamisches und aufregendes Auto, welches sich rein optisch vor keinem deutschen Konkurrenten verstecken muss.

Ähnlich verhält es sich im Innenraum. Man findet beste Materialien und eine wunderbare Ergonomie vor. Das Lenkrad hat für meinen Geschmack eine perfekte Größe und vor allem eine perfekte Griffstärke mit wunderbarer Haptik. Nichts ist in einem tollen Auto schlimmer, als ein unpassendes oder plump klobiges Lenkrad. Man muss auf nichts verzichten, was die Mittelklasse zu bieten hat und so gibt es ein beheiztes Lenkrad, ein Cockpit, welches den Spieltrieb bei jedem nur halbwegs technikbegeistertem Menschen weckt ohne infantil zu sein, einen adaptiven Tempomaten, ein riesiges Navigationsgerät, eine tolle Mark Levinson Anlage, ein Automatikgetriebe usw. Diese Aufzählung an Annehmlichkeiten könnte ich noch ewig fortsetzen...

 

 

Nun zurück zur eingangs gestellten Frage. Warum kann sich Lexus mit einem so aufregenden Auto nicht auf dem deutschen Markt durchsetzen?

Nun ja, es gibt keinen hierzulande so beliebten Diesel, sondern mittlerweile nur noch den Hybridantrieb als einzige Option. Dieser ist immer an ein stufenloses Getriebe gekoppelt, welches, zugegeben, sehr gewöhnungsbedürftig ist. Sobald man Gas gibt, wird die Motordrehzahl bis zum Optimum erhöht, um die maximale Kraft abzufordern und dort bleibt sie einfach stehen, während das Auto linear weiterbeschleunigt. Die maximale Kraft steht natürlich kurz vorm roten Bereich zur Verfügung, was den Nachteil hat, dass der Motor in diesem Bereich sehr laut und konstant hoch dreht. Ebenso bleibt aufgrund der sehr linearen Beschleunigung der Punch aus, den man erwartet wenn man 223 PS abruft. Aber man darf sich nicht täuschen lassen. die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache und der Lexus kann durchaus beständig beschleunigen, ohne dem Fahrer diese Dynamik zu vermitteln. Schluss ist dann bei elektronisch abgeregelten 200 km/h. Das scheint für ein so dynamisches Fahrzeug in dieser Klasse, für die heutige Zeit sehr wenig. Da helfen auch die 215 km/h die der Tacho anzeigt nicht wirklich drüber hinweg.

Der meiner Meinung nach aber entschiedenste Nachteil ist, der Hybridantrieb. Mich hat er begeistert, aber muss sich darauf einlassen. Entgegen der durch die Optik geschürten Erwartung ist der IS kein Sportler sondern eher gemütlicher Cruiser. Das Auto animiert einem zum Relaxen und weckt gleichzeitig den Spieltrieb am Sprit sparen. Man ist immer in der Versuchung möglichst lange rein elektrisch und möglichst spritsparend zu fahren und die systembedingten Grenzen so weit wie auch nur irgendwie möglich auszudehnen. Und genau das ist, was mich so fesselt.

Ich war sogar so sehr gefesselt, dass ich drauf und dran war das Auto zu kaufen. Am sehr guten Angebot scheiterte es nicht. Eher an den Kompromissen, welche man als Familienvater eingehen muss, wenn es um optimale Platzausnutzung geht. Immer wieder habe ich gerechnet und überlegt und der Gedanke genau dieses Auto in der tollen F Sport Ausstattung zu kaufen geisterte mir ständig durch den Kopf. Bis vor kurzem...ich hatte gewissermaßen Glück und die Entscheidung wurde mir abgenommen, da jemand anderes jetzt das Vergnügen hat, dieses tolle Auto zu fahren.

 

Aber ich bin mir sicher, eine nächste gute Gelegenheit wird kommen.

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07.10.2018 17:10    |    boov3r    |    Kommentare (0)

Der erste Blogeintrag,

 

der muss sitzen - das kann doch nicht so schwer sein, wie fängt man da überhaupt an? - ach ich lass es jetzt und gehe wieder auf die Couch.

 

Genau so soll es diesmal nicht ablaufen. Ich hege eine große Leidenschaft, und das sind Autos in jeglicher Erscheinungsform. Und, um diese Leidenschaft auszuleben habe ich zum einen vor mir demnächst einen Youngtimer zuzulegen, der mich schon als Kind beeindruckt hat und meine Erlebnisse der jüngsten Vergangenheit in diesem Blog zu teilen.

 

Kurz zu mir: Eines meiner ersten Wörter war "Auto", ich hatte eine Autotapete mit einem Porsche 959 und einem Lamborghini Diablo im Muster an der Wand meines Kinderzimmers und der Autoteppich war da natürlich obligatorisch. Meine Leidenschaft wurde zusätzlich durch meinen Vater und seinen Hang zu schönen und vor allem schnellen (Familien-) Autos geschürt. Das hatte zur Folge, dass ich so zeitig wie auch nur irgendwie möglich selbst mobil sein wollte und keine Gelegenheit ausgelassen habe irgendein Auto selbst zu fahren oder auch nur mitzufahren. Ebenso habe ich, zum Leidwesen meiner Frau, den Hang mir selbst immer wieder ein neues Auto zulegen zu wollen, um so diese Faszination auszuleben. Das Einzige was mich hieran hindert ist das liebe Geld und so bleibt es leider viel zu oft bei einem Tagtraum, einer Spinnerei und einem übervollen Parkplatz bei mobile.de (man weiß ja nie).

 

Durch ein paar, für mich glückliche Umstände, hat es sich ergeben, dass ich in der jüngeren Vergangenheit sprichwörtlich das Vergnügen hatte diverse Autos mit den unterschiedlichsten Antriebskonzepten zu fahren oder kennenzulernen und mich von ihnen in den Bann ziehen zu lassen.

 

So durfte ich zum Beispiel einen Lexus IS 300h, den Toyota Mirai, einen Lexus RCF, den neuen Seat Ibiza, einen Lexus RX 450h, sowie einen Audi R8 V10 plus (als Beifahrer) erleben. Nur, um hier einige Fahrzeuge zu nennen, die Liste könnte noch weiter fortgeführt werden.

 

Jedes dieser Autos hat bei mir seinen ganz eigenen Eindruck hinterlassen. Das eine mehr, das andere weniger, aber interessant sind sie alle auf ihre eigene Art und Weise.

 

Ein Thema hat es mir hierbei persönlich angetan: - Hybridfahrzeuge, E Autos und die Mobilität der Zukunft. Nicht nur, weil sie "voll Öko" sind, sondern vielmehr, weil sie das Potenzial bieten das Autofahren nachhaltig zu revolutionieren. Man muss sich auf diese Art der Automobilen Fortbewegung einlassen, kann dann aber einen ungeahnten Spaß an ganz neuen Seiten der Fortbewegung entwickeln. So zum Beispiel habe ich nicht erwartet, dass es ein Auto schafft, mich, als sehr offensiven Fahrer und Motorsoundfetischist, dazu zu animieren sparsam zu fahren und, wie im Fall des Lexus IS 300h trotz 223 PS möglichst weit rein elektrisch und spritsparend zu fahren.

 

Vielmehr als den stupiden Vergleich zwischen den verschiedenen Fahrzeugen finde ich es unheimlich faszinierend, auf wie viele unterschiedliche Art und Weisen das Thema Auto und Abtrieb interpretiert werden kann, was sich daraus entwickelt und wie diese durch Optimierungen in diverser Hinsicht verbessert werden können. Einige Konzepte, wie z.B. der Wankelmotor, sterben nahezu aus, da sie von der Mehrheit der Autofahrer nicht gekauft oder auch manchmal nicht gewürdigt werden, andere wiederum erweisen sich als schwer kontrollierbar oder gar umweltschädlich.

 

Ich bin auf diesem Gebiet kein Experte (eher ein passionierter Klugscheißer), möchte aber gerne die von mir gemachten Erfahrungen teilen.

 

Es ist derzeit in Fällen von drohenden Diesel-Fahrverboten, Umweltzonen und Klimaschutzzielen schwer abzuschätzen wo die Reise hingeht, aber genau diese turbulenten Zeiten machen es so unheimlich spannend zu beobachten und mitzuerleben wie sich das Automobil und die ganze Branche weiterentwickelt und wandelt.

Nie zuvor war Auto fahren spannender und vielfältiger als heutzutage.

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