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C30 - Wieso kauft man sowas?

Mein C30, 740 und die britische Motorkultur...

28.08.2009 00:31    |    der_deppen_daemel    |    Kommentare (1)

Hallo Ihr Leser!

 

MOT LogoMOT LogoAuf englischen Straßen wird gut kontrolliert. Seitens der Polizei wie auch eine jährliche Fahrzeuguntersuchung... Richtig gelesen - JÄHRLICH. Und genau hier trennen sich sehr oft Auto und Besitzer. Dieser Beitrag wird leider doch recht trocken von der Materie her, jedoch ist es, so finde ich, ein interessantes Thema.

 

Nun, die erste Frage ist: Was ist "MOT"? MOT ist natürlich eine Abkürzung, die TÜV, jedoch gibt es dafür 2 "Erklärungen" für den Namen. Das Erste ist "Ministry of Transport test" - was auch das Korrekte ist - im Folksmund hat sich jedoch einfach "Ministry of Transport" ohne Test durchgesetzt. Ministry of Transport ist ein ehemaliger Amt, welches nun heute nicht mehr ausgeführt wird (die Verkehrsämter wurden zu "Department for Transport" zusammengefasst).

 

1960 wurden die ersten Tests für damals >10 Jahre alte Fahrzeuge eingeführt. Wie bereits angesprochen, wird der MOT jährlich durchgeführt bei Fahrzeugen über 3 Jahren Alter. Je nach Fahrzeugtyp, Größe, Alter und Antriebsart werden verschiedenste Prüfungsarten angewandt. Dabei werden die verschiedenen Arten in Klassen zusammengefasst:

 

Klasse I: Mopeds & Motorräder bis 199 cc

Klasse II: Motorräder mit 200 cc und mehr

Klasse III: trikes und 3-rädrige Autos

Klasse IV: Autos, Wohnmobile, Transporter bis zu 3000 kg, Minibusse (bis zu 12 Sitzplätze + Fahrer)

Klasse V: Privatebusse (mehr als 12 Sitzplätzen + Fahrer)

Klasse VI: Transportservice Fahrzeuge, die gegen Bezahlung/Entlohnung mit mehr als 8 Sitzplätzen gefahren werdeneir own stations)

Klasse VII: Transporter (Gesamtgewicht zwischen 3000 und 3500 kg)

HGV Test: (Heavy Goods Vehicle - Lastwagen) Transporter mit mehr als 3500 kg Gesamtgewicht und Anhänger mit einem Leergewicht von 1020 kg oder 3500 kg Gesamtgewicht

 

PPrüfanlagePPrüfanlageDa es sehr lange dauern würde alle Aspekte durchzugehen, und wir eigentlich hier in einem Autoforum zuhause sind, behandele ich mal die Klasse IV. Die Vorurteile besagen, dass die MOT nicht sehr schwer sein kann, da man eigentlich alles was 2 Räder (mindestens) und einen Motor hat, durch den MOT bringen kann. Dieser Vorurteil ist in der Hinsicht falsch, als dass man zwar vieles zulassen und abgesegnet bekommen kann, jedoch die MOT sehr streng ist. Bereits für unsere Verhältnisse "leichte" Mängel können in Großbritannien dazu führen, dass das Fahrzeug welches geprüft wurde/wird durchfällt.

 

Bremsanlage

 

Im Auto:

- ABS (falls verbaut) Warnlampe wird geprüft ob es funktioniert.

- Ob die Fußbremse funktioniert.

- Der Pedalweg zu lang sein sollte. Dabei darf es nicht zum Boden durchzutreten sein.

- Pedalgummi Zustand.

- Funktion des Bremsservos (falls verbaut)

- Parkbremse einen zu langen Hebelweg/Pedalweg hat und ob die Haltepunkte ohne Korrosion sind.

 

Unter der Motorhaube:

- Hauptbremszylinder wird/werden auf Bremsflüssigkeitsverlüste bei laufendem Motor und durchgetretenem Bremspedal geprüft.

- Servoeinheit wird auf korrekte Funktion geprüft.

- Bremsleitungen werden auf blanke oder verrostete Stellen geprüft sowie auf eventuellen Verlust.

 

Unter dem Fahrzeug (während ein Assistent die Bremse betätigt):

- Flexible Bremsleitungen und andere feste Leitungen werden auf Undichtigkeiten hin untersucht.

- Zustand der Bremsscheiben und Trommeln.

- Korrekten Sitz der Bremsscheiben und Beläge (inkl. alle Sicherungsstifte).

- Zustand der Bremsbeläge wird geprüft falls sichtbar.

- Während der Assistent die Parkbremse betätigt, wird auf korrekte Funktion der Feststelleinrichtung geachtet.

 

Bremswertprüfung:

Um richtige Funktion zu gewährleisten wird auf speziellem Equipment die Bremswerte geprüft.

 

MOT PrüfübersichtMOT PrüfübersichtTüren

 

Die Türen müssen von Innen wie auch Außen zu öffnen sein und sicher einrasten.

Kofferraumdeckel und Heckklappen müssen richtig schließen.

Bei Pickups und Seitenlader müssen die Seitenwände im geschlossenen Zustand sicher schließen.

 

Abgaswerte

 

Diese werden mit speziellem Equipment geprüft. Hierbei hängt es von der Erstzulassung ab. Rauchen (Öl, unverbranntes Benzin, Wasserdämpfe, Ruß) können zu einem Durchfallen der Prüfung führen. Dieselwerte werden mit einem Trübungssensor ermittelt.

 

Treibstoffsystem

 

Eine Undichtigkeit in der Treibstoffversorgungsanlage führt automatisch zum Durchfallen der Prüfung. Die gesamte Anlage wird vom Motorraum bis zum Tank untersucht.

- Der Tankdeckel muss korrekt und sicher zu befestigen sein.

- Die Tankdeckeldichtung darf nicht gerissen sein oder fehlen.

- Kein anderer Defekt darf nicht vorhanden sein, welches zum Austreten von Treibstoff führen kann.

 

Prüfung der HinterräderPrüfung der HinterräderHupe

 

- Funktion

- Die Bedienung muss vom Fahrerplatz aus einfach erfolgen können.

- Die Lautstärke muss ausreichend sein um Fußgänger und andere Fahrzeuge zu warnen.

- Die Hupe darf nicht aus mehreren Tönen bestehen.

 

Lampen

 

Alle Lampen werden geprüft auf:

- Funktion

- Zustand

- Sicherheit

 

Seitenstrahler und Hauptscheinwerfer:

- Prüfung ob Lampen eine Zulassung haben.

- Abblendlichtausrichtung, Bremsleuchten, Nebelschlussleuchte(n), Blinker und Warnblinkanlage werden untersucht.

- Blinker und Warnblinker dürfen sich nicht in Betrieb überlagern oder behindern.

- Auf korrekte Position der Blinkanlage und Rückleuchten wird geachtet (dürfen nicht mittig sitzen).

- Rückstrahler müssen Funktionieren und dürfen nur Rot sein.

 

Kennzeichenbeleuchtung:

Alle Lampen müssen funktionieren.

 

Reflektoren:

Es müssen zweit symetrisch angeordnete Reflektoren am Heck des Fahrzeuges montiert sein. Diese müssen sicher und nicht versteckt befestigt werden.

 

Spiegel

 

Nicht alle Spiegel an einem Fahrzeug werden geprüft. Abhängig vom Alter des Fahrzeuges.

- Spiegel müssen sicher befestigt sein.

- Vom Fahrersitz aus zu sehen.

- Nicht beschädigt oder zu leicht verstellbar sein.

 

Prüfung der VorderräderPrüfung der VorderräderKennzeichen und VIN

 

Bei allen zugelassenen Fahrzeugen wird darauf geachtet, dass:

- Kennzeichen vorhanden,

- sicher befestigt,

- nicht ausgeblicken, dreckig oder verdunkelt,

- und richtig formatiert sind.

 

Die VIN muss bei Fahrzeugen ab EZ 01.08.1980

- dauerhaft ersichtlich sein

- und durchgehend mit Unterlagen übereinstimmen.

 

Gurte

 

Die meisten Fahrzeuge nach 1965 müssen über Gurte verfügen. Unabhängig davon ist auf den Sitzen mit Gurten zu prüfen ob:

- die Befestigung korrekt sind.

- Sicherheit durch Funktion gewährt werden kann.

- Zustand noch im zuläßigen Rahmen liegt.

- die Aufwickelfunktion (falls Vorhanden) funktioniert (eine Manuelle aufwickelung ist erlaubt).

- bei Fahrzeugen mit im Sitz montierte Gurte der Sitz korrekt und genau sitzt.

 

Sitze

 

- Fahrer- und Beifahrersitz müssen korrekt befestigt sein.

- Alle hinteren Sitze müssen in einer aufrechten Position einzurasten sein.

 

Prüfung der LenungPrüfung der LenungLenkung

 

Im Auto:

- Zustand Lenkrad und Lenksäule.

- Befestigung Lenkrad an Lenksäule.

- Zustand der oberen Lager der Lenksäule.

- Spiel in Lenkung.

- Spiel in Gelenke der Lenksäule.

 

Unter der Motorhaube:

Abhängig vom Fahrzeug. Je nach Hersteller und Modell können verschiedene Elemente der Lenkung nicht geprüft werden. Immer zu prüfen sind:

- die Sicherheit von Lenkgetriebe sowie Lager.

- Spiel in Gelenke oder Führungen.

 

Unter dem Auto:

- Alle Gelenke der Lenkung.

- Befestigung der Lenkung (Anziehungswerte von Muttern und Schrauben sowie Zustand der Lagerpunkte an Fahrzeugrahmen).

- Übermäßigen Verschleiß der Radlager.

- Zustand der Antriebswellen (nur bei Frontangetriebene Fahrzeuge).

 

Fahrwerk

 

Unter der Motorhaube:

- Zustand Domlager

- Alle andere Fahrwerkselemente die vom Motorraum begutachtet werden können.

 

Unter dem Fahrzeug:

- Keine fehlenden Bauteile (Muttern, Sicherungsringe, usw.)

- Federn müssen effektiv arbeiten und keinen übermäßigen Verschleiß zeigen.

- Alle Verbindungselemente dürfen keonen übermäßigen Spiel haben.

- Die Dämpfer dürfen kein Öl verlieren und sicher befestigt sein (das Fahrzeug wird vom Prüfer niedergedrückt und wieder losgelassen um auf eine korrekte Funktion zu prüfen).

- Mit verschiedenen Gewichten wird eine Funktion unter Belastung simuliert und mit aufgebockten Rädern (z.B. VL und HR) geprüft, wie sich das Fahrwerk verhält.

 

Reifen und Felgen

Ein Fahrzeug kann wegen Reifen/Felgen durchfallen. Es wird geprüft, ob:

- ob über mindestens 3/4 der Breite der Reifen ein Profil von mindestens 1,6mm Tiefe vorhanden ist.

- die Reifenflanke ohne Beschädigungen ist.

- Reifen müssen für Fahrzeug und Felge sowie Position freigegeben sein.

- Zustand der Ventile sowie generell Zustand der Reifen.

- pro Achse die selben Felgen/Reifen verwendet werden.

- keine Radmuttern/Radschrauben fehlen.

- die Befestigung am Fahrzeug ausreichend ist.

 

Sofort durchfallen werden Fahrzeuge mit gröberen Schnitten, Beulen oder sonstige Schäden. Der Zustand des Reservereifens ist NICHT Bestandteil der Prüfung.

 

UnterbodenprüfungUnterbodenprüfungFahrzeug Struktur

 

Zustand und Sicherheit der Karosserie und Chassis

- Die Karosserie sowie das Chassis werden auf Unsicherheiten geprüft, die zum Verlust der Kontrolle über das Fahrzeug führen können.

- Es dürfen keine scharfkantigen Bauteile oder überstehende Elemente vorhanden sein.

 

Rost

 

Ein Fahrzeug kann aufgrund Rost in verschiedenen Bereichen durchfallen:

- Exzessive Korrosion in einer "beschriebenen Region" - 30 cm von bestimmte Bauteile (Bsp.: Bremsen, Lenkung, Aufhängung, Gurtaufnahmen)

- Exzessive Korrosion in einer "beschriebenen Region", welches das Bremsverhalten und Lenkverhalten des Fahrzeuges negativ beeinflüssen können.

 

(Exzessive Korrosion wird mit einer Durchrostung bzw. einer signifikant geschwächten Struktur gleichgesetzt)

 

Windschutzscheibe

 

Der Prüfer muss sichergehen, dass der Fahrer eine unbehinderte Sicht auf die Straße erhält. wischfunktion und Waschfunktion werden mitgeprüft.

 

Nun, es gibt noch eine Feinheit hierbei, welches in Deutschland beim TÜV/GTÜ/Dekra/etc. m.E. nicht möglich ist: Widerspruch

 

Sollte man mit dem Ergebnis der Prüfung nicht einverstanden sein, kann man gegen verschiedene Ergebnisse, z.B. Flugrost auf Bremsscheiben, Widerspruch einlegen. Ein Durchfallen ist mit dem genannten Flugrost auf Bremsscheiben möglich, ist jedoch aufgrund einer Standzeit des Fahrzeuges Flugrost aufgetreten, das Fahrzeug auch durchgefallen, so kann der Besitzer anhand eines Widerspruches gegen den Urteil des Prüfers vorgehen. An Bremsscheiben bildet sich sehr schnell Flugrost und dieses wird dem Fahr- und Bremsverhalten des Fahrzeuges wenig stören. Jedoch ist derzeit eine Änderung in Planung, dass man diesen Widerspruch nicht mehr stellen kann.

 

Bei der MOT wird kritisiert, dass die Element, die nicht den Abgasen oder der Sicherheit im Verkehr, keiner Beachtung entgegen kommt. So wird der Motor nicht auf ein Ölverlust hin untersucht. Die Kupplung bzw. das Getriebe werden nicht untersucht. Zubehör mit oder ohne Zulassung wird nicht geprüft. Ein Paradies für "Selbstbaufanatiker". Dafür wird jedoch Wert auf Bauteile gelegt, die unnötig doll beachtet werden. So wird untersucht ob die Wischer über die gesamte Fläche der Frontscheibe (und Heckscheibe) richtig wischen. Schlieren sind nicht erlaubt. Ebenso wird kritisiert, dass man keine Meilenangaben mit in die Berücksichtigung der Prüfung nimmt. Somit wird Betrügern ein leichtes Spiel gemacht. Tachometer zurückdrehen wird schnell und einfach durchgeführt und kann nicht nachgewiesen werden (technische Ausnahmen seitens der Autohersteller natürlich ausgenommen).


21.08.2009 20:13    |    der_deppen_daemel    |    Kommentare (18)

Hallo Ihr Leser!

 

Heute nur ein kurzer Beitrag, ich hoffe ihr verzeiht mir das :)

 

Fahrzeug Plattformen sind ja heute mehr oder weniger üblich. Kaum ein Hersteller arbeitet nicht mehr ohne... So ist beim C30 die Plattform gleich mit dem des Focus II, des Mazda 3, dem Mazda 5, C-Max, usw. Beim Golf gleicht es dem, des A3, des Octavias usw. usf. Wie lange macht man dieses?

 

Nun, bekanntlich war BMC/BLMC/BL doch recht führend, was das Einsparen von unnötige Entwicklungen anging. So verwendete man in fast allen Fahrzeugklassen ein Frontantriebsaggregat mit integriertem Getriebe. Motoren wurden selten selbst entwickelt, man kaufte oft fertige, ungewollte Motoren, die jedoch bereits vollends entwickelt wurden und passte diesen den Bedürfnissen an.

 

Was wenige jedoch wissen, dass man, ohne jetzt das Badge Engineering weiter zu erwähnen, komplette Fahrzeuge auf Plattformen errichtete...

 

Die Ingenieure bei British Leyland entwickelten den ADO17 - auf dem Markt als Austin 1800 zuerst mit dem Plattformgedanken. Ich brauche euch nicht weiter erklären was man als Plattform verwendete, man sieht es eigentlich auf dem ersten Blick, jedoch mache ich es trotzdem...

 

 

Vergleicht man die Bilder der Gallerie miteinander, so sieht man immer ein Bereich, welches immer gleich ist:

 

A- bis C-Säule

 

Als Plattform verwendete man die Fahrgastzelle. Egal ob bei Kleinwagen, wie dem genannten Austin 1800 bzw. 2200 (1,8l - 2,2l), welches unter verschiedenste Markennamen (Wolseley, Austin, usw.) vermarktet wurde, bei einem Luxus Fahrzeug, dem Austin 3-Litre, bei einer Schräghecklimousine der Mittelklasse, dem Austin Maxi sowie bei dem in Europa nie erhältlichen Austin X6 bzw. dem Morris X6 (auch als Austin Kimberley/Tasman bekannt), welches nur in Australien gebaut wurde.

 

Unter den genannten Fahrzeugen kann man die Türen beliebig austauschen. Frontscheiben und Seitenscheiben (immer bis zur C-Säule!) sowie Mechanik der Türen (Schlösser, Fensterheber uvm.) untereinander tauschen. Im Laufe der Jahre und Modelle wurden natürlich Designänderungen im Detail vorgenommen. So hat der X6 aufgrund australischer Fußgängerschutzbestimmungen keine "Bügelgriffe" wie die Verwandten aus Großbritannien. Zwischen 1964 und 1975 bestimmten "diese Türen" das Innenraumdesign und die Größe von vielen Fahrzeugen der damaligen Zeit. Um "Haares Breite" sind wir auch Rolls Royce und Bentley mit den Türen entgangen! :D


13.08.2009 22:10    |    der_deppen_daemel    |    Kommentare (2)

Hallo Ihr Leser!

 

Auf besonderen Wunsch stelle ich euch gleich drei Fahrzeuge bzw. ein "Grundfahrzeug" vor. Bekanntlich gab es vor der "Zentralisierung" des Europageschäftes in Köln auch eine Zentrale in Großbritannien. Hier entwarf und baute man Fahrzeuge die fast ausschließlich für den englischen Markt gedacht waren. Darunter eigenwillige Fahrzeuge wie den Ford Anglia oder "konservative" Limousinen wie die Cortinas vor der Taunus Zeit...

 

Nun, hier geht es um den Zephyr 4, Zepyhr 6 sowie dem Zodiac der III. Serie (Mk III). Obwohl alle Fahrzeuge ähnlich aussehen und auf dem selben Fahrwerk etc. "Platz nehmen", sind sie doch so anders, dass man eigentlich 2 verschiedene Wagen hat... Optische Unterschiede sind kaum vorhanden - aber dennoch sichtbar.

 

1962 wurden alle 3 Fahrzeuge vorgestellt und sofort zum Verkauf angeboten. Vom Kanadier Roy Brown entworfen (R. Brown entwarf auch mehrere Cortina Versionen sowie die weltbekannten Edsel) führte die MK III Serie den Erfolg der vorherigen Fords fort. Und dabei war das Prinzip einfach:

 

- einfaches Design ohne Spielereien

- zuverläßige Technik

- Motoren und Getriebe für fast alle Bereiche

- Ausstattungen wie man sich den wünscht

- angemessene Preise

 

Technisch waren alle Fahrzeuge gleich ausgerüstet (bis auf Motor und Getriebe):

 

Stand der Technik der 60er Jahre waren noch Starrachsen an der Hinterachse, mit Blattfedern gefedert. Vorne bereits die MacPherson Federbeine und Scheibenbremsen. Und genau hier enden die Gleichheiten :)

 

Ein Reihen-4-Zylinder mit 1,7l Hubraum und 68 PS trieb den Zephyr 4 (4 kennzeichnet den Motor) an und beschleunigte den Wagen auf 85 mph (immerhin, 136 km/h!). Wahlweise mit 4-Gang-Getriebe, Overdrive oder Automatik. Nur ca. 1,2t Leergewicht bei 4,5m Länge brauchten nicht viel Leistung um auf Geschwindigkeit zu kommen... Karosseriemäßig gab es natürlich leichte Änderungen zu den anderen Fahrzeugen. Der Zephyr 4 ist anhand des schmalen Kühlergrills sowie nur 2 Scheinwerfern erkennbar. Die Grundform und die restliche Ausstattung ist mit dem des Zephyr 6 identisch - natürlich je nach Bestellung ;)

 

Beim Zepyhr 6 kam standesgemäß ein Reihen-6-Zylinder unter die Haube mit ca. 2,6l Hubraum und 98 PS. Auch hier wahlweise 4-Gang-Getriebe, Overdrive oder Automatik. Alles weitere ist wie beim Zephyr 4, nur dass der Kühlergrill über die gesamte Fahrzeugbreite verlief und am Fahrzeug mehr Chrom verbaut wurde. Mit 95 mph (152 km/h) war der 6-Zylinder immer noch nicht überlastet. Denn da gab es ja noch den Zodiac...

 

Die Spitze der Serie stellt der Zodiac dar. Sofort erkennbar an den 4 Rundscheinwerfern vorne. Viel Chrom und ein geändertes Heck machten diesen Wagen zum Oberklassen Ford. Die C-Säule wurde etwas abgeändert, sodass man ein Fenster noch unterbringen konnte. Die Heckscheibe steht flacher. Das Dach ist leicht niedriger und die Ausstattung "Voluminöser". Plüsch und viel "Schnick Schnack" warteten auf die Insassen. Der Motor war der selbe wie im Zephyr 6, leistete jedoch 11 ps mehr, was den Wagen auf 104 mph (166 km/h) brachte...

 

Für Fahrzeuge der damaligen Zeit waren das schon gute Werte. Selbst heute reicht es zum mitschwimmen im Verkehr.

 

Man muss beim Zephyr/Zodiac bedenken, die Karosserie war ein Kind des damaligen Zeitgeistes. Damals, als Größe alles war, zusammen mit Finnen/Flossen und aufrechtstehende Rückleuchten, dicke Chromstoßstangen und viel Glas die Fahrzeugklassen durch und durch beherrschten.

 

Es ab jedoch nicht nur "altbackene" Limousinen, wie man sich das vorstellen würde. Nein, auch Kombis wurden gebaut. Diese jedoch nur als Umbau und nicht von Ford. Abbots of Farnham baute aus allen Versionen exklusive Kombivarianten mit riesiger Heckklappe. Begünstigt durch die bereits stehenden Rückleuchten und eine Seitenlinie, welches durch die Heckflossen schon gerade war, entstanden die Kombis in recht niedrige Stückzahlen.

 

(Ford Zodiac welches restauriert wird. Man erkennt deutlich wie laufruhig der alte 2-Ventiler ist und nach abstellen des Choke wie leise es läuft)

 

In nur 5 Jahren Bauzeit liefen 106,810 Zephyr 4, 105,256 Zephyr 6 und 77,323 Zodiac von den Bändern. Insgesamt knapp 300.000 Fahrzeuge! Und das bei einem Fahrzeug, welches nur für wenige Märkte Verfügbar war. Z.B. der Zephyr 4 war NUR als Rechtslenker verfügbar, was den Verkauf in nur Linksverkehr erlaubte...

 

Das Ende der MK III leitete der Beginn der nächsten Serie, der MK IV, ein, welches größer, stärker, schneller und luxuriöser war. Gerne kaufte man sich in GB den Zodiac und baute dort, aufgrund des Spritverbrauches und der Besteuerung den kleinen 4 Zylinder ein, oder tauschte den gleich gegen den neu auf dem Markt gekommenen Rover V8 ein...


13.08.2009 10:40    |    der_deppen_daemel    |    Kommentare (14)

Hallo Ihr Leser!

 

Selten gibt es Designer, die sich schämen ein Fahrzeug designed zu haben. Doch tatsächlich gibt es einen...

 

Ich hole mal etwas aus :)

 

Für das Jahr 1970 musste Morris ein Fahrzeug auf dem Markt bringen, welches den größten Konkurrenten, den Ford Cortina (nicht Taunus), vom Thron der "Flottenfahrzeuge" stoßen sollte. Der Wagen sollte besser als der Cortina werden. Moderner... Einfach wegweisend...! Naja, was dabei heraus kam, war nicht wirklich begeisternd.

 

Starrachse an längsbefestigte Blattfedern und mit 2 diagonal verlaufende Dämpfer. Eine einteilige Kardanwelle ab Getriebe (normal sind Kardanwellen bis ca. kurz vor der Starrachse so ausgeführt, dass ein "Drehwinkel" parallel zum Drehpunkt der Hinterachsschwingen entsteht - dieses entfiel hier, da es den Morris Entwicklern zu teuer war). Eigentlich wurde das Fahrwerk des 1948 vorgestellten Morris Minors fast komplett übernommen.

 

Und dieses merkte man beim Fahren. Extrem schwammiges Fahrwerk, auch für die damalige Zeit. Einige Witzbolde meinen, das Fahrwerk sei noch schlimmer als beim den US-Fahrzeugen der 50er! Und das muss was heißen! ;)

 

Nun, wenn das Fahrwerk nicht überzeugen konnte, was denn sonst? Der Motor? Mit 1,3-1,8l reichte die Motorpalette. Das Styling bzw. die Karosserieform konnte gefallen. Es passte in die damalige Zeit wie die Fast auf's Auge. Rundungen Außen, Kanten im Innern. Kombi, Limousine und Coupé. An sich alle Karosserievarianten, die man damals anbot. Das Styling konnte aber auch nicht überzeugen. Man war nicht davon angetan. Also, wenn man nicht über Optik und Technik verkaufen kann, dann gibt es noch eine Möglichkeit: Preis

 

Die Preise begannen bei £ 620 (was selbst damals SEHR billig war - ein Mini bekam man für £ 600! Neu vom Werk) aber auch damit gewann man keinen Kunden. Wenn, dann nur sehr wenige. Die Verkaufszahlen (keine genauen bekannt) ließen zu wünschen übrig, weshalb man dann Mitte der 70er begann den Nachfolger zu entwerfen. Naja, entwerfen ist etwas übertrieben. Die Morris Entwickler hatten die Idee das Fahrzeug an einen bekannten Designer abzugeben. Ein frsiches italienisches Design sowie ein neuer Name sollten den Marina zu dem zustehenden Ruhm verhelfen.

 

(Werbevideo aus den 70ern)

 

Man machte £ 5.000.000 klar und erteilte Giorgetto Giugiaro den Auftrag den Marina umzudesignen. Der Name Ital könnte einem dazu bringen zu denken, dass der Wagen im berühmten Ital Designbüro entworfen wurde, was auch stimmte. Es kam mehr oder weniger dabei nur ein Facelift bei raus. Die Grundzüge der Karosserie blieben gleich.

 

Wieso schämt sich der Designer nun? Es ist recht einfach. Einerseits schämt sich das Designbüro "Ital" dafür, dass man den Wagen deren Namen verlieh (kein Markenschutz). Somit verband man mit dem Namen "Morris Ital" den Wagen mit dem Design aus der damaligen Designschmiede. Und um dieses noch weiter auszuweiten, als Italdesign 2007 den 40. Geburtstag feierte, kam ein Buchband raus. Dort wurden alle Fahrzeuge genannt und aufgeführt, die von Giugiaro entworfen oder mitentwickelt wurden. Einzig ein Auto fehlt... Der Morris Ital. Spricht man die Damen und Herren von Ital darauf an, wird man gebeten das Thema zu wechseln.

 

Das Schämen geht aber auch noch weiter. Als der Morris Ital 1984 zum letzten Mal gebaut wurde und dann "klangheimlich" vom Markt verschwand, trauerte keiner dem Wagen hinter her. Der Marina/Ital war der ungeliebte Produkt einer Namhaften Marke und trug den Namen Morris als letztes Fahrzeug.

 

Aber auch hier ist nicht Schluss. Das Stiefkind wurde Mitte/Ende der 90er wieder aufgelegt. Wo? Na, das ist klar, China! Der "Huandu CAC6430" ist nichts anderes, als ein Morris Ital mit schickeren Stoßstangen und besserer Verarbeitung. Aber auch hier war die Produktionsdauer von schlechten Verkaufszahlen überdeckt, weshalb bereits 2001 die letzten CACs (was für ein Name!) vom Band liefen. Das war dann das endgültige Aus für den Marina/Ital.

 

Selbst ich, Fan und Freund britischer Fahrzeuge, kann an diesem Ital/Marina nichts tolles finden. Weder Rostbeständigkeit, Haltbarkeit, Sicherheit, Sparsamkeit, Design,


05.08.2009 18:44    |    der_deppen_daemel    |    Kommentare (11)

 

Moinsen zusammen!

 

Nur durch eine Kurzmitteilung vom User 124er-Power habe ich erfahren, dass ich die Auszeichnung zum Blog der Woche erhalten habe :) Wäre mir nie aufgefallen! :D

 

Aber das freut mich umso mehr, da ich gerade vor ca. 40 Minuten aus dem Krankenhaus entlassen wurde und diese Freude natürlich die Schmerzen überdeckt! :)

 

Also, ich bedanke mich bei allen Lesern und Auszeichnern für die Auszeichnung. Hoffentlich kann ich das Ganze etwas weiter ausführen, jedoch habe ich gerade nicht die Möglichkeit länger was zu schreiben (für die, die es wissen möchten: Steißbeinfistelentfernung - Vielfahrerkrankheit! - sitzen ist damit SCHWER möglich) und muss mich dafür sehr kurz fassen.

 

Vielen Dank nochmal!!!

 

Grüße

 

Damien aka Der_Deppen_Daemel :)


Auszeichnung

Mein Blog hat am 05.08.2009 die Auszeichnung "Blogempfehlung" erhalten.

Wer hat's verbockt?

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Spritsparender Raser

Volvo

1986 den Fertigungstunnel in Großbritannien verlassen und bereits nach wenigen Wochen mit den ersten Kinderkrankheiten in die Werkstatt berufen, wurde ich 1997 in die Bundesrepublik überführt und bin seitdem im Landkreis Verden angemeldet :D Mit hellem Leder, schon gräulichen Scheinwerfern und ein höher gelegtes Fahrwerk siehe ich nicht gerade aus wie "made in England". Mein Hobby hat 5 Räder (alle 5 sind während des Fahrens in Gebrauch), 4 Töpfe, 3 Pedale, etwas Alu, viel Glas und trägt den skandinavisch angehauchten Namen: Sörtie.

Sörtie (Volvo C30)

Meine aktuellen Autos

Volvo C30 'Sörtie'

Meine Alltagsdame. Täglich und europaweit im Einsatz. Gekauft um Geld zu sparen (was es auch macht :D) und bereits sehr viel erlebt. Sparsam, sicher und einmalig in der Optik.

 

Volvo 740 'Erik'

Mein Projektwagen. Der Wagen steht vor einer vollständigen Restaurierung samt Anpassung an meinem Geschmack (Innenraumfarbe). Alles wird im Rahmen des Möglichen und H-Kennzeichen Gerechten erledigt :) Ein Liebhaberstück soll daraus werden.

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Alles Gute zum Geburtstag Sörtie!